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	<title>Frau &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Volltreffer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Sep 2022 07:59:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Fettnäpfchen]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[lachen]]></category>
		<category><![CDATA[schütteln]]></category>
		<category><![CDATA[Volltreffer]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich bin mit meiner Mutter zu Fuß in der Stadt unterwegs. Uns kommt eine Frau entgegen, die freundlich lächelt. Mich durchzuckt in diesem Moment ein Wiedererkennungsblitz.  „Ach hallo“,sage ich freudestrahlend. „Wie geht es denn?“  „Gut, danke der Nachfrage“, antwortet die Angesprochene. „Und selbst?“ Nachdem wir uns gegenseitig unser Wohlbefinden bekundet haben, fragt sie mich lächelnd:  „Kennen wir uns?“ Spätestens als meine Mutter den Kopf schüttelt, könnte ich in den Erdboden versinken. Mir wird klar, dass hier eine Verwechslung vorliegt.  „Oh, das ist mir jetzt aber total peinlich“, gebe ich errötend zu. „Da stehe ich wohl gerade voll in einem Fettnäpfchen.“]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin mit meiner Mutter zu Fuß in der Stadt unterwegs. Uns kommt eine Frau entgegen, die freundlich lächelt. Mich durchzuckt in diesem Moment ein Wiedererkennungsblitz.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Ach hallo“,sage ich freudestrahlend. „Wie geht es denn?“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Gut, danke der Nachfrage“, antwortet die Angesprochene. „Und selbst?“</p>
<p>Nachdem wir uns gegenseitig unser Wohlbefinden bekundet haben, fragt sie mich lächelnd:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Kennen wir uns?“</p>
<p>Spätestens als meine Mutter den Kopf schüttelt, könnte ich in den Erdboden versinken. Mir wird klar, dass hier eine Verwechslung vorliegt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Oh, das ist mir jetzt aber total peinlich“, gebe ich errötend zu. „Da stehe ich wohl gerade voll in einem Fettnäpfchen.“</p>
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		<title>Herbstprobleme &#8211; Frauenprobleme</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Sep 2018 16:02:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Bett]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Herbst]]></category>
		<category><![CDATA[Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[Reisetasche]]></category>
		<category><![CDATA[Schuhe]]></category>
		<category><![CDATA[Tränen]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist Herbst. Der Vorbote für die kühlere Jahreszeit.  „Schade!“, findet Luise, denn sie liebt den Sommer. “Aber auch nicht schade!“, fügt sie in Gedanken hinzu. „Ein goldener Herbst hat auch etwas für sich.“ Luise sitzt mit geschlossenen Augen auf ihrem kleinen Balkon und hält das Gesicht in die Herbstsonne. Diese Momente genießt sie, auch wenn die Sonne nicht mehr die Kraft hat, um den ganzen Tag ihre wärmenden Strahlen zur Erde zu schicken. „Auf jeden Fall freue ich mich schon jetzt auf den kommenden Sommer“, überlegt sie.  Als sie die Augen öffnet, blickt sie in einen strahlend blauen Himmel und plötzlich freut sie sich auch über das, was kommen wird. Die bunten Blätter, die steigenden Drachen, das Lachen der Kinder, wenn sie im Laufen das Laub aufwirbeln oder in die Pfützen springen. „Pfützen!“ Das ist das Stichwort für Luise.  „Schuhe!“, durchfährt es ihre Gedanken. „Mein Gott ich brauche ordentliche Schuhe!“ Vorbei ist es mit dem Barfußlaufen, den Flipflops oder den Sandalen. Strümpfe und festes Schuhwerk ist jetzt wieder gefragt. „Mein Gott!“, fährt ihr der &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist Herbst. Der Vorbote für die kühlere Jahreszeit.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong><br />
<strong>„Schade!“, findet Luise, denn sie liebt den Sommer. “Aber auch nicht schade!“, fügt sie in Gedanken hinzu. „Ein goldener Herbst hat auch etwas für sich.“</strong><br />
<span class="dropcap">L</span>uise sitzt mit geschlossenen Augen auf ihrem kleinen Balkon und hält das Gesicht in die Herbstsonne. Diese Momente genießt sie, auch wenn die Sonne nicht mehr die Kraft hat, um den ganzen Tag ihre wärmenden Strahlen zur Erde zu schicken.<span class="Apple-converted-space"><br />
„Auf jeden Fall freue ich mich schon jetzt auf den kommenden Sommer“, überlegt sie.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Als sie die Augen öffnet, blickt sie in einen strahlend blauen Himmel und plötzlich freut sie sich auch über das, was kommen wird. Die bunten Blätter, die steigenden Drachen, das Lachen der Kinder, wenn sie im Laufen das Laub aufwirbeln oder in die Pfützen springen.<br />
„Pfützen!“<br />
Das ist das Stichwort für Luise.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Schuhe!“, durchfährt es ihre Gedanken. „Mein Gott ich brauche ordentliche Schuhe!“<br />
Vorbei ist es mit dem Barfußlaufen, den Flipflops oder den Sandalen. Strümpfe und festes Schuhwerk ist jetzt wieder gefragt.<br />
„Mein Gott!“, fährt ihr der Schreck in die Glieder. „Hab ich überhaupt noch ordentliche Schuhe?“<br />
Luise ist in Sekundenschnelle auf den Füßen, die in luftigen Schühchen stecken und rennt zu ihrem Schuhschrank in der Diele.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Nichts! Nur Sommerlatschen!“ kommt es im Flüsterton über ihre Lippen.<br />
Wer Luise jetzt sehen könnte, würde ihre Blässe bemerken, die plötzlich in ihrem Gesicht aufgestiegen ist.<br />
„Wo sind sie denn hin? Ich werde doch im Frühjahr beim Ausmisten nicht alle meine anderen Schuhe weggeworfen haben. Mit den zwei Paar Pumps komme ich höchstens noch zwei Wochen über die Runden, dann fängt das Matschwetter an.“<br />
Der Schreck steht Luise ins Gesicht geschrieben, doch dann fällt ihr der Keller ein. Genau, sie hat eine alte Reisetasche mit Schuhen gepackt.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Die muss doch irgendwo sein?!“<br />
Inzwischen ist Luise im Keller und durchforstet jede Ecke und jeden Winkel, aber irgendwie bleibt die Reisetasche verschwunden. Sie liegt weder unter dem Regal, noch auf dem alten Schrank von Tante Inge.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Oh nein! Ich hab doch Sachen zum Sperrmüll gebracht. Da war auch eine alte Reisetasche dabei. Da waren doch hoffentlich nicht die Schuhe drin! Bestimmt habe ich sie vorher rausgenommen und in eine der Kisten dort drüben geräumt.“<br />
Luise gibt die Hoffnung nicht auf. Irgendwo müssen doch ihre Schuhe sein. Im obersten Karton waren sie zumindest nicht.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Wahrscheinlich im untersten“, überlegt sie. „Das ist laut Murphy immer so!“<br />
Irgendwie zweifelt Luise mittlerweile an ihrem Verstand. Leidet sie unter Gedächtnisschwund oder was ist los? Sie sieht sich in Gedanken, wie sie die Schuhe fein säuberlich in der alten Reisetasche verstaut. Aber weder Tasche noch Schuhe sind auffindbar.<br />
„Wie auch“, muss sich Luise eingestehen, „wenn ich die Tasche doch weggeworfen habe. Da bin ich mir ganz sicher. Sie ist auf dem Sperrmüll gelandet.“<br />
Luise kann die Welt nicht mehr verstehen. Sie weiß ganz genau, dass sie keine Tasche wegwirft ohne sich vorher zu vergewissern, dass sie leer ist.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Trotzdem! Ich habe die Schuhe in die Tasche geräumt. Nur ausgeräumt habe ich sie nicht mehr. Jedenfalls kann ich mich absolut nicht daran erinnern. Verflixt nochmal!!!“<br />
Inzwischen sieht es im Keller aus wie auf einem Basar. Alles liegt kreuz und quer. Dinge, von denen sie noch nicht einmal mehr ahnte, dass sie noch existieren, hat sie gefunden. Aber keinen einzigen Schuh. Luise ist mit den Nerven fertig. Sie kann keinen klaren Gedanken mehr fassen, lässt alles liegen wie es ist, löscht das Licht im Keller und geht wieder nach oben in ihre Wohnung.<br />
„Ich könnte heulen! Meine schönen Schuhe. Erst letzten Winter habe ich mir die tollen roten Stiefel gekauft, um die mich jede meiner Freundinnen beneidet hat. Und die schwarzen Stiefeletten mit den hohen Absätzen und die braunen Halbschuhe aus Velourleder und, und… Oh, meine Schuhe! Alle weg!“<br />
Luise geht ins Schlafzimmer, lässt sich bäuchlings auf das Bett fallen und vergräbt das Gesicht im Kissen.<br />
„Ahhhhh!“<br />
Der Schrei kommt tief aus ihrem Inneren und hallt durch das Zimmer.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Das neue Bett!“<br />
Blitzschnell springt Luise auf und reißt mit Schwung den Bettkasten unter der Matratze auf. Ein erneuter Schrei ertönt, als sie eine alte Decke im Bettkasten entdeckt. Eingewickelt in diese Decke liegen alle ihre Schätze, &#8211; ihre Schuhe. Und jetzt erinnert sie sich auch wieder. Als sie das alte Bett und einige andere Utensilien, darunter auch die kaputte Reisetasche, beim Sperrmüll entsorgt hat, verstaute sie ihre Schuhe im Bettkasten des neuen Bettes.<br />
„Was ist denn hier los? Ich habe zwei markerschütternde Schreie gehört.“<br />
Christian, ihr Lebensgefährte, steht in der Schlafzimmertür und blickt auf Luise hinab, die inmitten ihrer Schuhe auf dem Fußboden sitzt. Tränen laufen ihr über das Gesicht. Freudentränen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
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<p><a href="http://lifetellsstories.de/ein-traum-in-blau-weiss/">Ein Traum in Blau-Weiß</a></p>
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		<title>Badezimmergespräch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Sep 2018 05:56:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Bad]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Morgentau]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Strähne]]></category>
		<category><![CDATA[Verlass]]></category>
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					<description><![CDATA[„Jeden Tag das selbe Drama, wenn sie kommen in ihrem Pyjama. Mit kleinen Augen schauen sie mich an, blinzeln mir zu dann und wann. Haben nur ein müdes Gähnen, das Haar hängt herab in Strähnen. Sie wollen zwar meine strahlende Klarheit,  vertragen aber nicht meine Wahrheit.“ „Ach Spiegel, sei nicht traurig, auch mein Dasein ist ganz schaurig. Sie drücken und quetschen mich immerzu, werfen mich in die Ecke im Nu.“ „Oh Tube, du hast noch Glück, mich nennen sie ein dummes Stück. Der Umgang mit mir ist nämlich schwierig, denn ich bin ziemlich schmierig.“ „An mir bleibt alles hängen dann, Seife, Creme ist am Handtuch dran. Ich bin dann schmutzig und auch nass, als wär’ auf mich kein Verlass.“ „Ihr könnt noch alle zufrieden sein, die schwerste Arbeit ist doch mein. Muss mich wühlen durch das krause Haar bei der ganzen Familienschar.“ „Auch meine Arbeit ist ziemlich hart, muss putzen die Zähne, polieren zart, bis sie alle sind sauber und strahlend rein bei Groß und auch Klein.“ „Halt, ich bin auch dabei! Rasiere des Mannes &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">„Jeden Tag das selbe Drama,<br />
wenn sie kommen in ihrem Pyjama.<br />
Mit kleinen Augen schauen sie mich an,<br />
blinzeln mir zu dann und wann.</p>
<p style="text-align: center;">Haben nur ein müdes Gähnen,<br />
das Haar hängt herab in Strähnen.<br />
Sie wollen zwar meine strahlende Klarheit,<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
vertragen aber nicht meine Wahrheit.“</p>
<p style="text-align: center;">„Ach Spiegel, sei nicht traurig,<br />
auch mein Dasein ist ganz schaurig.<br />
Sie drücken und quetschen mich immerzu,<br />
werfen mich in die Ecke im Nu.“</p>
<p style="text-align: center;">„Oh Tube, du hast noch Glück,<br />
mich nennen sie ein dummes Stück.<br />
Der Umgang mit mir ist nämlich schwierig,<br />
denn ich bin ziemlich schmierig.“</p>
<p style="text-align: center;">„An mir bleibt alles hängen dann,<br />
Seife, Creme ist am Handtuch dran.<br />
Ich bin dann schmutzig und auch nass,<br />
als wär’ auf mich kein Verlass.“</p>
<p style="text-align: center;">„Ihr könnt noch alle zufrieden sein,<br />
die schwerste Arbeit ist doch mein.<br />
Muss mich wühlen durch das krause Haar<br />
bei der ganzen Familienschar.“</p>
<p style="text-align: center;">„Auch meine Arbeit ist ziemlich hart,<br />
muss putzen die Zähne, polieren zart,<br />
bis sie alle sind sauber und strahlend rein<br />
bei Groß und auch Klein.“</p>
<p style="text-align: center;">„Halt, ich bin auch dabei!<br />
Rasiere des Mannes Bart einwandfrei.“<br />
„Wir sorgen für den Duft bei Mann und Frau,<br />
sind frisch wie der Morgentau.“</p>
<p style="text-align: center;">„Hört endlich auf zu wetteifern,<br />
wir müssen nicht streiten und keifern.<br />
Mit uns allen beginnt der Mensch den Tag,<br />
wir sind seine Helferlein im Bad.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/strandschoenheiten/">Strandschönheiten</a></p>
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		<item>
		<title>Dumm gelaufen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Apr 2018 22:13:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[gelaufen]]></category>
		<category><![CDATA[Geräusch]]></category>
		<category><![CDATA[Kalender]]></category>
		<category><![CDATA[Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Wochentag]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf die Idee mit der folgenden Geschichte kam ich neulich beim Kaffeetrinken. Ich hatte mich am Nachmittag mit befreundeten Frauen getroffen und eine von ihnen erzählte eine wahre Begebenheit aus ihrem Bekanntenkreis. Ich fand die geschilderte Situation so lustig, zumindest für Außenstehende, dass man sie meiner Meinung nach einfach festhalten muss. Der Betroffene, so nehme ich an, kann sicherlich inzwischen auch darüber lachen. Meine Geschichte, die Namen und Personen sind frei erfunden, aber es steckt ein wahrer Kern darin. Auch sind mir die tatsächlich in die Situation verwickelten Personen nicht bekannt. Lange Vorrede, aber jetzt geht es los: Es ist der Morgen eines ganz gewöhnlichen Wochentages. Genauer gesagt, es ist Mittwochmorgen um 7:00 Uhr. Nils und Laura haben keine außergewöhnlichen Termine in ihrem Kalender stehen und auch die Töchter Anna und Hanna haben in der Schule keine Klassenarbeit zu befürchten. So geht alles seinen geregelten Gang, &#8211; fast.  Zu erwähnen bleibt allerdings noch, dass die Familie in der Großstadt in einer modern ausgebauten Altbauwohnung im dritten Stock wohnt. Obwohl alles modernisiert und auf dem neuesten &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auf die Idee mit der folgenden Geschichte kam ich neulich beim Kaffeetrinken. Ich hatte mich am Nachmittag mit befreundeten Frauen getroffen und eine von ihnen erzählte eine wahre Begebenheit aus ihrem Bekanntenkreis. Ich fand die geschilderte Situation so lustig, zumindest für Außenstehende, dass man sie meiner Meinung nach einfach festhalten muss. Der Betroffene, so nehme ich an, kann sicherlich inzwischen auch darüber lachen. Meine Geschichte, die Namen und Personen sind frei erfunden, aber es steckt ein wahrer Kern darin. Auch sind mir die tatsächlich in die Situation verwickelten Personen nicht bekannt. Lange Vorrede, aber jetzt geht es los:</strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>s ist der Morgen eines ganz gewöhnlichen Wochentages. Genauer gesagt, es ist Mittwochmorgen um 7:00 Uhr. Nils und Laura haben keine außergewöhnlichen Termine in ihrem Kalender stehen und auch die Töchter Anna und Hanna haben in der Schule keine Klassenarbeit zu befürchten. So geht alles seinen geregelten Gang, &#8211; fast.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Zu erwähnen bleibt allerdings noch, dass die Familie in der Großstadt in einer modern ausgebauten Altbauwohnung im dritten Stock wohnt. Obwohl alles modernisiert und auf dem neuesten Stand gebracht wurde, befinden sich auf den Zwischenstockwerken noch jeweils kleine Kämmerchen. Hier waren und sind immer noch Toiletten untergebracht. Zwar haben die einzelnen Wohnungen neben einem geräumigen Badezimmer auch noch jeweils ein separates Gästebad, aber trotzdem hat man die ehemaligen Toiletten im Treppenhaus nicht nur erhalten, sondern auch noch mit neuen Sanitäranlagen ausgerüstet.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Nicht schlecht“, hatten sich Nils und Laura vor zehn Jahren gedacht, als die Töchter noch klein waren. „Dann gibt es wenigstens immer eine Ausweichmöglichkeit.“<br />
Inzwischen sind die beiden Mädchen in, beziehungsweise gerade aus der Pubertät. Wie es nun mal in einer Familie mit überwiegend weiblichen Mitgliedern so ist, ist das Badezimmer immer besetzt. Das Gefühl hat jedenfalls Nils immer öfter. So hat er es sich zur Gewohnheit gemacht bei einem solchen Engpass das Zwischenstockwerk aufzusuchen.<br />
So geht es ihm auch heute. Alle sind mit ihren Aufhübscharbeiten in den Badezimmern beschäftigt, aber er verspürt einen Drang unbedingt die Toilette aufzusuchen. Aus einem Badezimmer dringt das Geräusch von zwei Föns und aus dem anderen das Rauschen der Dusche.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Gut, dass wir das kleine Stübchen haben“, denkt er lächelnd und schnappt sich die Tageszeitung. So marschiert er lediglich mit der Boxershorts bekleidet in den Flur hinaus.<br />
„Sie sind alle noch beschäftigt“, überlegt er und zieht die Wohnungstür hinter sich zu.<br />
Da die Tageszeitung am heutigen Tag keine allzu interessanten Neuigkeiten zu berichten hat, nickt Nils auf seinem Thron für ein Weilchen ein. Als er die Augen wieder öffnet, hat er keine Ahnung wieviel Zeit inzwischen verstrichen ist, denn auch die Uhr hat er nicht dabei.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Ach, bestimmt war es nur ein kleiner Sekundenschlaf“, besänftigt er sich selbst, denn zu spät in die Arbeit möchte er auch nicht kommen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Voller Elan nimmt er die wenigen Stufen zur Wohnung und klopft an. Das macht er immer so, denn wer nimmt schon den Wohnungsschlüssel mit auf die Toilette. Niemand. Nils auch nicht.<br />
„Nanu?! Sollten meine Damen noch immer mit dem Föhn beschäftigt sein?“<br />
Auch auf sein zweites, etwas lauteres Klopfen reagiert niemand.<br />
„Jetzt ist guter Rat teuer.“, sagt sich Nils, aber sogleich hellt sich seine Stimmung wieder auf. Ihm ist eingefallen, dass die Nachbarin einen Stock tiefer einen Ersatzschlüssel der Wohnung hat.<br />
„Dann werde ich die ältere Dame mal aus dem Bett klingeln müssen“, beschließt er und stürmt nach unten. Hoffentlich bekommt sie keinen Schreck, wenn ich so halbnackt vor ihrer Tür stehe!“<br />
Darüber hätte sich Nils gar keine Gedanken machen brauchen, denn hier wird sein Klopfen und Klingeln ebenso wenig erhört wie in seiner eigenen Wohnung.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Ach ja, wie konnte ich das vergessen, sie ist doch gestern für ein paar Tage zu ihrer Tochter nach Wien gefahren. Aber wozu wohnt man in einem Mehrfamilienhaus?“<br />
Wieder läuft Nils noch eine Treppe weiter nach unten. Gerade als er die Hand<span class="Apple-converted-space">  </span>zur Klingel führen will, blitzt ein Gedanke durch seine Gehirnwindungen:<br />
„Die Wohnung ist leer. Letzte Woche sind die Meiers doch ausgezogen, weil sie ihren wohlverdienten Lebensabend auf Teneriffa verbringen möchten.“<br />
Nils kratzt sich am Kopf und überlegt.<br />
„Ganz unten im Keller wohnt noch ein Student. Tut mir leid, aber der muss heute mal früher aus den Federn.“<br />
Schon hechtet Nils in den Keller, wo auf sein Klopfen ebenfalls nicht reagiert wird.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Jetzt hat sich wohl die ganze Welt gegen mich verschworen. Stimmt, er hat mir gestern Abend von seiner Prüfung erzählt, die er in aller Herrgottsfrühe hat. Der ist also schon weg. Na gut“, überlegt Nils weiter. „Inzwischen sind meine Damen sicherlich im Bad schon fertig und erwarten mich.“<br />
Also nimmt Nils die Beine in die Hände und springt die Stufen zum dritten Stock wieder nach oben, wo er allerdings soviel klopfen und klingeln kann wie er will, die Tür öffnet sich nicht. Auch dringt keinerlei Laut nach draußen zu ihm.<br />
„Das kann ja wohl nicht sein! Sollten Anna und Hanna schon in der Schule und Laura in der Arbeit sein? Haben sie womöglich gedacht, er habe bereits das Haus verlassen?“<br />
Als Nils die Kirchturmuhr achtmal schlagen hört, wird ihm klar, dass sein Sekundenschlaf auf der Toilette sich doch eher über Minuten erstreckt haben musste. Schlagartig wird ihm seine missliche Lage bewusst.<br />
„Ich muss einen Passanten anhalten und ihn bitten meine Frau am Arbeitsplatz anzurufen. Sie muss kommen und mir die Wohnung aufschließen.“<br />
Mit schlechter Laune, gesenktem Blick, in Boxershorts, nackten Beinen, bloßem Oberkörper und barfuß marschiert er durch das Treppenhaus nach unten. Er öffnet die seltsamerweise unverschlossene Haustür und wartet auf dem Bürgersteig auf Hilfe von jemand, der weder erschrocken reagiert noch ihn in seiner peinlichen Situation auslacht.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Solche Menschen soll es ja geben“, hofft er und wird auch bald darauf in seinem Glauben an das Gute im Menschen bestätigt.<br />
Doch eine gute halbe Stunde muss er noch ausharren, bis seine Frau ihn erlöst. Grinsend entlassen die zufällig vorbeigekommenen Polizisten den fast unbekleideten Mann aus ihrem Auto und übergeben ihn in die Obhut seiner Frau.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/mister-tremblehand/">Mister Tremblehand</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/corpus-delicti/">Corpus Delicti</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/mensch-aergere-dich-nicht/">Mensch ärgere dich nicht!</a></p>
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		<title>Ein Tag mit Hindernissen</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/ein-tag-mit-hindernissen/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/ein-tag-mit-hindernissen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Nov 2016 09:17:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[absichtlich]]></category>
		<category><![CDATA[Auto]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Hindernis]]></category>
		<category><![CDATA[Pfütze]]></category>
		<category><![CDATA[Regen]]></category>
		<category><![CDATA[Schirmmütze]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute ist ein Tag, der besser zum November passen würde, als zum Spätsommer. Wolkenverhangen, trüb und regnerisch. Schon am Morgen als Lara die Augen aufmacht, hat sie schlechte Laune. Ihr Schlaf war unruhig gewesen. Sie hat schlecht geträumt. Lauter wirres Zeug, an das sie sich jetzt nicht mehr erinnern kann. „Das war jetzt also meine erste Nacht in meiner neuen Wohnung?“, fragt sie sich mürrisch. „Was man in der ersten Nacht träumt, das soll sich angeblich erfüllen. Das kann doch nur schief gehen hier. Außerdem kenne ich in dieser Stadt keine einzige Menschenseele, außer Ludmilla Labermann. Und die habe ich gestern schon zur Genüge genossen.“ Lara hätte sich einen anderen Start in den neuen Tag und in ihr neues Leben gewünscht. „Vielleicht war alles ja eine Schnapsidee“, überlegt sie laut. „Aber das Jobangebot des Verlags ist einfach fantastisch und ich freue mich riesig auf meine neue Tätigkeit. Und so habe ich mich halt spontan entschlossen in die Großstadt zu ziehen. Ich habe keine Ahnung, ob diese Entscheidung nun richtig oder falsch war.“ Lara entschlüpft dem &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute ist ein Tag, der besser zum November passen würde, als zum Spätsommer. Wolkenverhangen, trüb und regnerisch. Schon am Morgen als Lara die Augen aufmacht, hat sie schlechte Laune. Ihr Schlaf war unruhig gewesen. Sie hat schlecht geträumt. Lauter wirres Zeug, an das sie sich jetzt nicht mehr erinnern kann</strong>.</p>
<p><span class="dropcap">„D</span>as war jetzt also meine erste Nacht in meiner neuen Wohnung?“, fragt sie sich mürrisch. „Was man in der ersten Nacht träumt, das soll sich angeblich erfüllen. Das kann doch nur schief gehen hier. Außerdem kenne ich in dieser Stadt keine einzige Menschenseele, außer Ludmilla Labermann. Und die habe ich gestern schon zur Genüge genossen.“<br />
Lara hätte sich einen anderen Start in den neuen Tag und in ihr neues Leben gewünscht.<br />
„Vielleicht war alles ja eine Schnapsidee“, überlegt sie laut. „Aber das Jobangebot des Verlags ist einfach fantastisch und ich freue mich riesig auf meine neue Tätigkeit. Und so habe ich mich halt spontan entschlossen in die Großstadt zu ziehen. Ich habe keine Ahnung, ob diese Entscheidung nun richtig oder falsch war.“<br />
Lara entschlüpft dem warmen Bett, um sogleich über ihren alten Teddy zu stolpern. Im Bad entgleitet ihr dann auch noch der Handspiegel und zersplittert auf den Fliesen.<br />
„Sieben Jahre Pech“, durchfährt es Lara. „Das fängt ja gut an!“<br />
Jetzt braucht sie erst einmal eine Tasse Kaffee. Schluck für Schluck weckt dieser wieder ihre Lebensgeister und Lara lässt ihren Blick in der Wohnung umherschweifen.<br />
„Gemütlich ist es geworden. Gut, dass meine langjährigen Freunde aus der alten Heimat so tatkräftig geholfen haben. Ich werde sie alle sehr vermissen.“<br />
Björn hatte sogar seinen Cousin mitgebracht, der eigentlich zu Besuch bei ihm war und noch nie etwas mit Lara und deren Freunden zu tun hatte.<br />
Lara muss schmunzeln, als sie an ihn denkt.<br />
„Ein lustiger Typ. Und gut sieht er obendrein noch aus, dieser Markus Richter“, muss sie sich eingestehen. „Selbst die komische Schiebermütze steht ihm gut.“ Lara muss bei dem Gedanken laut auflachen.<br />
Ihr Lachen wird allerdings von einem Kurren übertönt, das eindeutig nicht von einem Hund stammt. Laras Magen meldet sich zu Wort und so öffnet sie den Kühlschrank, um allerdings festzustellen, dass dort gähnende Leere herrscht. Außer einem Stückchen Käse, das eher ein Mäuschen satt machen würde, als eine erwachsene Frau, ist nichts darin.<br />
„Auch das noch! Na, da werde ich mich wohl in diesen scheußlichen Regen hinaus wagen müssen.“, sagt sich Lara frustriert.<br />
Als sie ihre Jacke und den Regenschirm aus dem Gaderobenschrank holt, entdeckt sie am Haken die Schirmmütze.<br />
„Ach, da hat er doch glatt seine chice Mütze vergessen, der Markus Richter. Er wird sie vermissen.“<br />
Da Lara weder Adresse noch die Telefonnummer von Markus hat, nimmt sie sich vor, später Björn anzurufen. Vielleicht kann sie die Mütze dann per Post an den Eigentümer schicken. Doch jetzt muss sie unbedingt etwas gegen ihren Hunger tun.<br />
Obwohl ihre neue Wohnung relativ zentral gelegen ist und die nächste Einkaufsmöglichkeit sich nur ein paar Straßenecken weiter befindet, steigt sie wegen des Wetters in ihr kleines Auto. Doch wie sollte es heute auch anders sein?! Der Wagen springt einfach nicht an. So läuft Lara nun zu Fuß die Straßen entlang. Aber schon nach wenigen Schritten ärgert sie sich erneut, denn der Regen wird immer stärker.<br />
„Muss es jetzt eigentlich auch noch wie aus Kübeln schütten?“, fragt sie sich verärgert.<br />
Der Regenschirm kann die vielen dicken Tropfen nur noch mehr schlecht als recht abhalten. Hinzu kommt noch ein sich aufbäumender Wind aus der entgegengesetzten Richtung, der ihr die Nässe ins Gesicht treibt und tüchtig am Schirm rüttelt. Auf den Schirm konzentriert, tapst sie mit ihren Turnschuhen auch noch in die nächste große Pfütze.<br />
„Igitt!“, ruft sie laut und verärgert aus, während sie bis zu den Knöcheln im Wasser steht. „Jetzt hab ich auch noch nasse Füße!“<br />
Lara ist inzwischen noch endlos scheinende 100 Meter vom Supermarkt entfernt. Gerade tritt eine junge rothaarige Frau aus einem Gebäude heraus, hält einige Sekunden inne und blickt sich um.<br />
Als Lara an ihr vorbeimarschieren will, kommt ihnen eine weitere junge Frau entgegen. Lara und die Rothaarige weichen automatisch nach links und rechts aus, um der Entgegenkommenden den Weg freizugeben. Just in diesem Moment rast auf der Straße ein weißer BMW an ihnen vorbei. Da der Fahrer seine Fahrweise nicht den Wetterverhältnissen angepasst und die tiefe Pfütze am Straßenrand nicht umfahren hat, spritzt das Regenwasser fontänenartig hoch und unterzieht alle drei Frauen von oben bis unten einer Dusche. Laut schimpfend wie die Rohrspatzen stehen sie auf dem Gehweg.<br />
„Das darf ja wohl nicht wahr sein! Das gehört bestraft!“<br />
„So eine Frechheit! Hat der denn keine Augen im Kopf?“<br />
„Idiot! Blödmann! Mistkerl!“<br />
Doch der Autofahrer hört weder das Schimpfen der drei Frauen, noch scheint er bemerkt zu haben, was er angerichtet hat.<br />
Nachdem die erste Wut und Empörung über ein derartig flegelhaftes Benehmen verraucht ist, schauen sie sich gegenseitig an. Plötzlich bricht eine der beiden fremden Frauen unvermittelt in schallendes Gelächter aus. Sie deutete in die Runde und meint nur: „Wir sehen aus wie begossene Pudel!“<br />
Die beiden anderen folgen ihrem Fingerzeig. Wenn auch zunächst etwas zögerlich, doch letztendlich lachen sie alle Drei.<br />
„Klara Weingärtner, mein Name!“, sagt die Zuerstlachende und streckt den anderen die Hand zum Gruß hin.<br />
„Sarah Teubert!“<br />
„Lara Parker!“, stellen sich die Frauen gegenseitig vor.<br />
„Ich wohne hier“, erklärt die rothaarige Klara. „Wollen wir nicht hoch in meine Wohnung gehen, uns trocken rubbeln und auf den Schreck und zur Aufwärmung eine Tasse Tee trinken?“<br />
Die drei Frauen sind sich auf Anhieb sympathisch und als Lara zwei Stunden später zum Supermarkt marschiert, hat der Regen nachgelassen. Die Sonne lässt sich wieder blicken und am Himmel steht ein Regenbogen. Auch Laras Laune hat sich merklich gebessert und sie hofft, dass ihre heutige Pechsträhne endlich beendet ist.<br />
Vor ihrem neuen Zuhause angekommen, glaubt sie ihren Augen nicht zu trauen, denn ein weißer BMW parkt direkt hinter ihrer alten Rostlaube.<br />
„Na, der kann jetzt aber was von mir zu hören bekommen!“, beschließt Lara und marschiert schnurstracks auf den Wagen zu. Kurz bevor sie den BMW erreicht, wird die Fahrertür aufgerissen, ein junger Mann entsteigt dem Wagen und ruft ihr zu:<br />
„Lara! So ein Zufall!“<br />
Schlagartig bleibt Lara stehen.<br />
„Entschuldige bitte, aber ich habe gestern meine Schirmmütze bei dir liegen lassen!“<br />
Das Wörtchen „abschichtlich“ verschluckt der junge Mann wohlwissentlich.</p>
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		<title>Kulinarische Köstlichkeiten</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/kulinarische-koestlichkeiten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 May 2016 22:03:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dies & Das und sonst noch Was]]></category>
		<category><![CDATA[Dies & Das und sonst noch Was 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[beleidigte Leberwurst]]></category>
		<category><![CDATA[Bier]]></category>
		<category><![CDATA[Bohnen in den Ohren]]></category>
		<category><![CDATA[Brot]]></category>
		<category><![CDATA[Butter]]></category>
		<category><![CDATA[Dreikäsehoch]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Hechtsuppe]]></category>
		<category><![CDATA[Honig]]></category>
		<category><![CDATA[Köstlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Löffel]]></category>
		<category><![CDATA[Redewendungen]]></category>
		<category><![CDATA[Salz in der Suppe]]></category>
		<category><![CDATA[Senf dazu geben]]></category>
		<category><![CDATA[Tomaten auf den Augen]]></category>
		<category><![CDATA[Würze]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie Ihr ja wisst, liebe ich das Spiel mit der Sprache. Unsere deutsche Sprache ist reich an bildlichen Ausdrücken, Vergleichen und Redewendungen. Die meisten sind uns ganz geläufig. Wir benutzen sie, ohne viel darüber nachzudenken.  Martina (http://kluempche.blogspot.de) fragte neulich, ob wir die Redewendung &#8222;einmal um den Pudding gehen&#8220;, kennen würden. Ich kannte sie nicht. Mir fiel aber ein, dass manche Menschen gerne &#8222;um den heißen Brei herum reden&#8220;. Ich überlegte, ob unsere deutsche Sprache noch mehr bildliche Ausdrücke zu bieten hat, die den kulinarischen Bereich betreffen und wurde fündig. Folgende kleine Unterhaltung bastelte ich daraus: Erna und Paul haben ihre Freunde Anna und Fritz zum Grillen eingeladen. Eigentlich sind die Vier immer eine lustige Runde und man unterhält sich über dies und das und hat viel Spaß miteinander. Aber irgendwie liegt heute etwas in der Luft, das anfänglich keine richtige Stimmung aufkommen lässt. Die beiden Frauen bereiten in der Küche den Salat und die Beilagen zu, während sich die Männer draußen im Garten um das Grillen kümmern. Paul kommt herein und will das Fleisch und die &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie Ihr ja wisst, liebe ich das Spiel mit der Sprache. Unsere deutsche Sprache ist reich an bildlichen Ausdrücken, Vergleichen und Redewendungen. Die meisten sind uns ganz geläufig. Wir benutzen sie, ohne viel darüber nachzudenken.  Martina (<a href="http://kluempche.blogspot.de">http://kluempche.blogspot.de</a>) fragte neulich, ob wir die Redewendung &#8222;einmal um den Pudding gehen&#8220;, kennen würden. Ich kannte sie nicht. Mir fiel aber ein, dass manche Menschen gerne &#8222;um den heißen Brei herum reden&#8220;. Ich </strong><strong>überlegte, ob unsere deutsche Sprache noch mehr bildliche Ausdrücke zu bieten hat, die den kulinarischen Bereich betreffen und wurde fündig. Folgende kleine Unterhaltung bastelte ich daraus:</strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>rna und Paul haben ihre Freunde Anna und Fritz zum Grillen eingeladen. Eigentlich sind die Vier immer eine lustige Runde und man unterhält sich über dies und das und hat viel Spaß miteinander. Aber irgendwie liegt heute etwas in der Luft, das anfänglich keine richtige Stimmung aufkommen lässt.<br />
Die beiden Frauen bereiten in der Küche den Salat und die Beilagen zu, während sich die Männer draußen im Garten um das Grillen kümmern.<br />
Paul kommt herein und will das Fleisch und die Würstchen holen, dabei vergisst er die Terrassentür zu schließen. Da es gerade an der Haustür klingelt, beschließt er nachzusehen, wer davor steht. Als er die Haustür öffnet, gibt es Durchzug. Augenblicklich ertönt neben ihm die leicht verärgerte Stimme seiner Gattin, die ebenfalls Richtung Haustür geeilt ist:</p>
<p>„Mensch Paul, kannst du nicht die Terrassentür schließen, wenn du rein und rausgehst? <strong>Hier</strong> <strong>zieht es</strong> sonst <strong>wie Hechtsuppe</strong>!“</p>
<p>„Entschuldigung, kommt nicht wieder vor!“, antwortet Paul und im selben Moment schlägt die Terrassentür auch schon mit einem lauten Knall zu.</p>
<p>„Das hat ja ganz schön geknallt!“, sagt der vierjährige Jan aus der Nachbarschaft, der vor der Haustür steht und erschrocken zu Erna und Paul hoch blickt.</p>
<p>„Na, du <strong>Dreikäsehoch</strong>! Was willst du?“, fragt Paul, der leicht gereizt ist, weil ihn Erna zurecht gewiesen hat.</p>
<p>„Mama hat vergessen Schnittlauch und Petersilie zu kaufen und weil es doch in Eurem Garten so was gibt…“</p>
<p>„Na klar“, sagt Erna. „Geh gleich mit Paul in den Garten, er schneidet dir ein bisschen Schnittlauch und auch Petersilie ab.“</p>
<p>„Kannst du das nicht machen? Du kennst dich doch in deinem Kräutergarten viel besser aus!“, versucht Paul den Auftrag wieder an seine Frau zurückzuschieben.</p>
<p>„Wenn du keine <strong>Tomaten auf den Augen</strong> hast, dann findest du schon alles!“, erklärt Erna ihrem Gatten und zwinkert ihm zu.</p>
<p>„Tomaten hat die Mama auch eingekauft, die soll ich nicht holen!“, plappert Jan fröhlich weiter, woraufhin Paul in seinen Bart nuschelt:</p>
<p>„Der muss aber auch <strong>überall seinen Senf dazu geben</strong>!“</p>
<p>Der Kleine hat es allerdings gehört und meint nur ganz kleinlaut:<br />
„Das sagt Papa auch immer!“</p>
<p>„Du hast anscheinend keine<strong> Bohnen in den Ohren</strong>, denn hören kannst du ganz gut!“</p>
<p>„Was redest du da für einen Unsinn mit dem Jungen?“, weist ihn Erna schon zum zweiten Mal zurecht.</p>
<p>„Du kannst heute aber auch nur mit mir schimpfen!“, entgegnet Paul gereizt.</p>
<p>„Nun spiel mal nicht <strong>die beleidigte Leberwurst</strong>!“, kontert Erna.</p>
<p>„Wo bleibst du eigentlich mit den Würsten und dem Fleisch?“, ruft es plötzlich von draußen rein.<br />
Fritz wartet nämlich schon eine ganze Weile darauf, dass er endlich mit dem Grillen loslegen kann.</p>
<p>„Warum meckert heute jeder an mir rum?“, fragt sich Paul in Gedanken.</p>
<p>„Habt ihr gerade gestritten, oder warum siehst du so griesgrämig aus?“, erkundigt sich Fritz als Paul endlich mit Jan an der Hand Wurst und Fleisch bringt.</p>
<p>„Nee, wieso?“, gibt er nur mürrisch zurück.</p>
<p>„Naja, <strong>ist</strong> ja sowieso <strong>nicht mein Bier</strong>“, erwidert Fritz daraufhin schnippisch.<br />
„Apropo Bier! Kriegt man hier auch mal was zu trinken?“</p>
<p>„Ach, Entschuldigung! Das hab ich ja ganz vergessen. Ich hol schnell für jeden ein Bierchen!“</p>
<p>Es wird dann doch noch ein sehr gemütlicher und geselliger Nachmittag und Abend. Die beiden Grillmeister haben ihre Aufgabe hervorragend gemacht und deshalb spricht Erna zum Schluss noch einen Toast aus:</p>
<p>„Lasst uns das Glas erheben auf unsere Männer,<br />
denn sie sind der Grillkunst wahre Kenner!“</p>
<p>„Hört, hört!“, grinst Paul wie ein Honigkuchenpferd. „Jetzt <strong>schmiert</strong> sie <strong>mir</strong> wieder <strong>Honig ums Maul!“</strong></p>
<p>„Ach komm!“, schmiegt sich Erna an ihren Mann. „<strong>Es ist doch alles wieder in Butter</strong>! Wir waren wohl beide nur ein bisschen gereizt.“</p>
<p>„Und ich dachte schon, du würdest dir wünschen, <strong>dass ich endlich den Löffel abgebe</strong>!“</p>
<p>„So ein Quatsch, Paul! Ich brauch dich doch, wie <strong>mein tägliches Brot</strong>!“<br />
Erna gibt ihrem Paul zärtlich einen Kuss.</p>
<p>„Und ich brauche dich, wie <strong>das Salz in der Suppe</strong>!“, lacht er versöhnt zurück.</p>
<p>„Eure kulinarischen Liebeserklärungen sind köstlich“, erklärt Anna fast ein bisschen neidisch.</p>
<p>„Komm her, du <strong>Würze meines Lebens</strong>! Lass dich auch mal küssen!“, sagt jetzt Fritz lachend und zieht seine Frau zärtlich an sich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Der Einzelgänger (3)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2015 23:21:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Adoption]]></category>
		<category><![CDATA[Dame]]></category>
		<category><![CDATA[Einzelgänger]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrrad]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Gärtner]]></category>
		<category><![CDATA[Hund]]></category>
		<category><![CDATA[Mitleid]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
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					<description><![CDATA[Hannes Findel hatte sich also mit 19 Jahren, &#8211; gerade das Abitur in der Tasche, aber noch keine Idee, wie es beruflich weitergehen sollte, &#8211; auf die Suche nach einer geeigneten Familie zwecks Adoption gemacht. Das hatte sich als gar nicht so einfach entpuppt. In seiner Vorstellung sollte es am besten ein Ehepaar sein, das so in die Fünfzig, besser vielleicht sogar schon Mitte Sechzig war, denn er wollte sie als Adoptivsohn auch in nicht allzu ferner Zukunft beerben. Kinderlos sollte das Ehepaar auf jeden Fall sein und möglichst keine Verwandtschaft mehr besitzen. „Ich muss mir eine Strategie überlegen, wie ich an ein geeignetes Ehepaar herankomme. Ich kann ja schlecht eine Anzeige aufgeben: ‚Suche kinderloses Ehepaar zwecks Adoption‘.“ Das mit der Anzeige war vielleicht gar nicht so schlecht, nur nicht in dieser Art und Weise. “Vielleicht sollte ich meine Dienste als Gärtner oder so anbieten. Da ein bisschen schnippeln, dort ein bisschen hacken und die Blumen gießen. Nur in Arbeit sollte es nicht ausarten, außerdem sind meine gärtnerischen Fähigkeiten etwas begrenzt“, dachte er. Gärtner, so &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hannes Findel hatte sich also mit 19 Jahren, &#8211; gerade das Abitur in der Tasche, aber noch keine Idee, wie es beruflich weitergehen sollte, &#8211; auf die Suche nach einer geeigneten Familie zwecks Adoption gemacht. Das hatte sich als gar nicht so einfach entpuppt. In seiner Vorstellung sollte es am besten ein Ehepaar sein, das so in die Fünfzig, besser vielleicht sogar schon Mitte Sechzig war, denn er wollte sie als Adoptivsohn auch in nicht allzu ferner Zukunft beerben. Kinderlos sollte das Ehepaar auf jeden Fall sein und möglichst keine Verwandtschaft mehr besitzen.</strong></p>
<p><span class="dropcap">„I</span>ch muss mir eine Strategie überlegen, wie ich an ein geeignetes Ehepaar herankomme. Ich kann ja schlecht eine Anzeige aufgeben:</p>
<p style="text-align: center;">‚Suche kinderloses Ehepaar zwecks Adoption‘.“</p>
<p style="text-align: left;">Das mit der Anzeige war vielleicht gar nicht so schlecht, nur nicht in dieser Art und Weise.<br />
“Vielleicht sollte ich meine Dienste als Gärtner oder so anbieten. Da ein bisschen schnippeln, dort ein bisschen hacken und die Blumen gießen. Nur in Arbeit sollte es nicht ausarten, außerdem sind meine gärtnerischen Fähigkeiten etwas begrenzt“, dachte er.<br />
Gärtner, so hatte sich Hannes Findel überlegt, wurden meist von gutbetuchten Leuten gesucht. Erstens hatte Haus und Garten nur derjenige, der es sich auch leisten konnte und zweitens hielt man nach einem Gärtner Ausschau, wenn man es nicht selbst machen konnte oder wollte und diesen Dienst zu bezahlen in der Lage war.<br />
So hatte er sich mehr oder weniger zielstrebig in Villenvierteln herumgetrieben, ohne jedoch auch nur ansatzweise seinem Ziel näherzukommen. Dann war es allerdings der Zufall gewesen, der ihm zu Hilfe gekommen war und der alles veränderte:</p>
<p style="text-align: left;">Es war an einem Tag Ende April gewesen. Die Sonne lachte fröhlich vom Himmel, als sei der letzte Regenschauer nicht gerade mal erst zwei Stunden her. Hannes Findel war auf dem Rückweg von einem Villenviertel rauchend und gedankenverloren im Stadtpark umhergeschlendert. Es waren viele Leute unterwegs gewesen, die durch den plötzlichen Sonnenschein aus den Häusern gelockt worden waren. Vor ihm war ein älterer Herr mit seinem Hund gelaufen, dessen Interesse durch irgendetwas geweckt worden war, so dass er ruckartig an seiner Leine zog. Der Rentner, der darauf nicht gefasst gewesen war, hatte die Leine fallen lassen und der Hund war quer über den Weg in Richtung einer Baumgruppe gerannt. Just in diesem Moment hatte eine ältere Fahrradfahrerin den Hundehalter überholen wollen und hatte so stark und unvermittelt bremsen müssen, dass sie über die Lenkstange ins Gras gefallen war. Etwas benommen hatte sie aufzustehen versucht, was ihr aber durch einen stechenden Schmerz im Unterschenkel, der sie aufschreien hatte lassen, nicht gelungen war.<br />
„Um Gottes Willen, haben sie sich verletzt?“, hatte der Hundehalter überflüssigerweise gefragt. „Kommen Sie ich helfe Ihnen auf!“<br />
Tja, das war leichter gesagt, als getan, denn der Mann hatte selbst Mühe gehabt auf seinen eigenen Beinen zu stehen.<br />
„Lassen Sie das mal den jungen Herrn dort machen“, meinte die Radfahrerin.<br />
Hannes hätte dies ohnehin getan, denn hilfsbereit konnte er schon sein.<br />
„Kommen Sie, setzen Sie sich erst einmal auf die Bank“, hatte er die Radfahrerin aufgefordert. „Mit dem Rad können Sie nicht mehr fahren und ich fürchte mit Ihrem Bein können Sie nicht auftreten, geschweige denn laufen. Ich rufe erst einmal einen Krankenwagen und ihr Rad bringe ich zu Ihnen nach Hause, wenn Sie mir sagen wo Sie wohnen.“<br />
„Ich werde natürlich für den Schaden an Ihrem Fahrrad aufkommen und für die Arztkosten selbstverständlich auch. Wenn ich dem jungen Mann meinen Namen und die Anschrift nennen darf, damit meine Versicherung alles regeln kann“, hatte der Hundehalter angeboten.</p>
<p style="text-align: left;">Tja, so war Hannes Findler zu einer Familie gekommen, wie die Jungfrau zum Kind. Er hatte der Fahrradfahrerin geholfen und sie anschließend fast jeden Tag zu Hause besucht. Sie hatte ihr Bein zwar nicht gebrochen, aber ruhig halten musste sie es trotzdem und er hatte ihr aus freien Stücken geholfen, wo er nur konnte, im Haushalt, beim Einkauf und im Garten. Er hatte sie auf seine Art gemocht, aber er hatte auch sein Ziel nicht ganz aus den Augen verloren. Die Frau hieß Janna Ziegler, war geschieden, alleinlebend und hatte einen Bruder, der ebenso wie sie gut betucht war.<br />
Hannes hatte Janna erzählt, dass er als Findelkind immer in Heimen gelebt und niemals eine Familie gehabt hatte, was selbstverständlich ihr Mitleid erregte. Gleichzeitig hatte er sie sozusagen umgarnt, ihr gesagt, dass er sich immer eine Mutter wie sie gewünscht hatte, was nicht einmal gelogen war. Janna und auch ihr älterer Bruder sahen in Hannes, den vom Schicksal benachteiligten jungen Mann, dem die Chance auf eine erfolgreiche Zukunft von Geburt an genommen war.<br />
„Ich habe gelernt und das Abitur geschafft, erzählte er ihnen nicht ganz ohne Stolz. „Wäre ich in einer Familie aufgewachsen, wäre alles anders gekommen. Ich könnte studieren, aber so muss ich jetzt einfach nur sehen, dass ich Geld verdiene, egal mit welcher Arbeit. Vielleicht kann ich mir jeden Monat etwas zurücklegen und irgendwann meinen Traum vom Studium erfüllen.“</p>
<p style="text-align: left;">Sein Plan ging auf, zumindest fast. Janna Ziegler hatte den jungen Mann inzwischen ins Herz geschlossen, er tat ihr von Herzen leid. Und Hannes selbst entwickelte ebenfalls eine Art Zuneigung zu der älteren Dame. Letzteres hatte allerdings nicht zu seinem Plan gehört.</p>
<p style="text-align: left;">„Du bist verrückt“, hatte ihr Bruder trotz allen Mitleids versucht ihr die aufkeimende Idee auszureden. „Du kennst ihn doch gar nicht. Die paar Wochen, die er zu dir kommt und die Kleinigkeiten, bei denen er dir geholfen hat, stehen doch in keinem Verhältnis zu deinem Vorhaben. Ich weiß nicht, ob es richtig ist, was du dir da in den Kopf gesetzt hast.“<br />
Richtige Argumente für seine Skepsis hatte er allerdings nicht nennen können; es war einfach nur ein Bauchgefühl gewesen.<br />
„Vielleicht täusche ich mich ja, vielleicht auch nicht.“</p>
<p style="text-align: left;">Janna Ziegler hatte sich durchgesetzt und Hannes Findel ein Universitätsstudium finanziert. Nachdem Hannes einmal gewechselt hatte, von der Psychologie zur Philosophie, entschied er sich für den Journalismus, der schließlich sein echtes Interesse geweckt hat und der ihm hoffentlich ein besseres Leben ermöglichen wird.</p>
<p style="text-align: left;">Doch die Tatsache ungeliebt, ungewollt und verstoßen worden zu sein, wird ihn niemals ganz zur Ruhe kommen lassen und weiterhin einen Schatten auf sein Leben werfen.</p>
<p style="text-align: left;">Bei einer seiner Recherchen zu einem Artikel über nicht sesshafte Volksgruppen vor 20-30 Jahren in unserem Land, stieß er zufällig auf ein Foto. Dieses war ca. 50 Kilometer von seinem „Fundort“ entfernt und wenige Wochen vor seinem vermuteten Geburtstag aufgenommen worden. Es zeigte eine junge schwangere Frau, deren Gesichtszüge &#8230;</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Vielleicht möchtet Ihr noch diese Geschichten lesen:</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/chaotische-familie/">Meine ganz normale, chaotische Familie</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/das-familien-b-c-2/">Das Familien &#8211; A B C</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/chaotischer-umzug/">Chaotischer Umzug</a></p>
<p style="text-align: left;">
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Mein Verhältnis zu meinen beiden Lieblingsschränken</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/mein-verhaeltnis-zu-meinen-beiden-lieblingsschraenken/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/mein-verhaeltnis-zu-meinen-beiden-lieblingsschraenken/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Oct 2014 18:31:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[aussortieren]]></category>
		<category><![CDATA[Ehemann]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Kleiderschrank]]></category>
		<category><![CDATA[Schuhschrank]]></category>
		<category><![CDATA[Verhältnis]]></category>
		<category><![CDATA[Werkzeugschrank]]></category>
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					<description><![CDATA[In unser aller Leben spielen Schränke eine große Rolle, sei es der Küchenschrank, der Aktenschrank, der Werkzeugschrank, der Badezimmerschrank und, und, und. Man könnte diese Aufzählung nahezu unendlich fortsetzen. Dabei wird man feststellen, dass es diese Schränke in allen möglichen Größen, Stilrichtungen und Variationen gibt. Manche hassen wir, andere sind uns egal, aber zwei Arten spielen eine herausragende Rolle, zumindest im Leben einer Frau und damit auch indirekt in dem der Männer. Wir Frauen lieben, neben unserem Mann natürlich, unseren Kleiderschrank und unseren Schuhschrank und haben ein sehr inniges Verhältnis zu ihnen. „Beherbergen sie nicht all die schönen Dinge, die uns Frauen für euch Männer noch hübscher, attraktiver, begehrenswerter und im wahrsten Sinne des Wortes noch anziehender machen?!&#8220;, frage ich meinen Mann und schiebe erklärend nach: „Wir freuen uns über den Inhalt ebenso sehr wie ihr Männer über den Inhalt eures Werkzeugschrankes“. „Damit wären wir wieder einmal quitt, 1:1!“, lächelt mein Mann. „So wie unsere Schränke wollen auch die der Männer gepflegt und gefüttert werden und ebenso wie deren Inhalt, wächst auch der Inhalt unseres &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In unser aller Leben spielen Schränke eine große Rolle, sei es der Küchenschrank, der Aktenschrank, der Werkzeugschrank, der Badezimmerschrank und, und, und. Man könnte diese Aufzählung nahezu unendlich fortsetzen. Dabei wird man feststellen, dass es diese Schränke in allen möglichen Größen, Stilrichtungen und Variationen gibt. Manche hassen wir, andere sind uns egal, aber zwei Arten spielen eine herausragende Rolle, zumindest im Leben einer Frau und damit auch indirekt in dem der Männer. Wir Frauen lieben, neben unserem Mann natürlich, unseren Kleiderschrank und unseren Schuhschrank und haben ein sehr inniges Verhältnis zu ihnen.</strong></p>
<p><span class="dropcap">„B</span>eherbergen sie nicht all die schönen Dinge, die uns Frauen für euch Männer noch hübscher, attraktiver, begehrenswerter und im wahrsten Sinne des Wortes noch anziehender machen?!&#8220;, frage ich meinen Mann und schiebe erklärend nach:<br />
„Wir freuen uns über den Inhalt ebenso sehr wie ihr Männer über den Inhalt eures Werkzeugschrankes“.<br />
„Damit wären wir wieder einmal quitt, 1:1!“, lächelt mein Mann.<br />
„So wie unsere Schränke wollen auch die der Männer gepflegt und gefüttert werden und ebenso wie deren Inhalt, wächst auch der Inhalt unseres Schuh- beziehungsweise Kleiderschrankes. Damit sind wir beim 2:2 angelangt!“, führe ich das nächste Argument an.<br />
Jetzt kommt aus männlicher Richtung die Bemerkung:<br />
„Bei euch Frauen handelt es sich aber gleich um zwei Schränke, Schuh- und Kleiderschrank! Somit geht ein Punkt an die Männer !“<br />
Das kann ich jetzt aber nicht auf mir sitzen lassen und so muss ich diesem Argument ganz rigoros die Tatsache entgegenhalten, dass Männer neben ihrem Werkzeugschrank auch einen Schrank für Materialien, wie z.B. Farben, Kabel, Drähte, Schalter, Schrauben, Nägel … besitzen.<br />
„ Also: 3:3!“, sage ich und füge schnell noch hinzu:<br />
„Mir stellt sich jedoch die Frage: Laufen Männer denn nackt durch die Gegend?“<br />
An dieser Stelle brechen wir einfach mal die Punktaufrechnung ab.<br />
Ich sollte jedoch noch hervorheben, dass sich meiner Meinung nach eine Sache ganz klar und deutlich abzeichnet: In diesem Wettstreit sind wir Frauen die Sieger, &#8211; egal von welcher Richtung man es auch betrachten mag, ob nach Punktsieg oder einfach nur durch die Besitzanhäufung in unseren beiden Schränken!<br />
Aber im Leben sind Freud und Leid immer sehr eng beieinander und so ist es nun mal auch mit diesen beiden Schränken von uns Frauen. Trotz deutlicher Überfüllung an den genannten Orten, kennt sicherlich jeder Mann die verzweifelten Hilfeschreie seiner lieben Ehefrau:</p>
<p>„Hilfe, ich hab’ nichts zum Anziehen!“ und:<br />
„Oh Gott, ich habe keine passenden Schuhe!“</p>
<p>Da ein Schrank immer nur eine beschränkte Kapazität bietet, platzen diese Möbelstücke fast aus seiner Verankerung und die Kleiderstange biegt sich bereits unter ihrer Last.<br />
„Ich sollte mir entweder einen weiteren Schrank zulegen oder mich dazu durchringen einige Teile wegzuwerfen“, überlege ich.<br />
Durchringen ist das richtige Wort hierfür, denn es kann z.T. echte Überwindung kosten. Von Fehlkäufen trennt man sich schnell, doch der Rest wird schon schwieriger.<br />
Manchmal wünsche ich mir bei solchen Aussortierarbeiten, ich hätte zugenommen, denn dann müsste ich mich notgedrungen von den Sachen trennen. Aber keines der Teile ist mir zu klein, zu eng und kaputt ist es schon gar nicht.<br />
„Also, was soll ich tun?“, frage ich mich im Stillen.<br />
Gut, ein Vorteil ist die Tatsache, dass die Modeindustrie immer wieder neue Modetrends anbietet. Altmodisch möchte keine Frau gekleidet sein, also weg damit!<br />
„Vielleicht finde ich auch noch ein T-Shirt mit Fleck, bei dem die modernen Waschmittel kapituliert haben“, überlege ich und durchforste meinen Schrank weiter.<br />
Schön, eine Plastiktüte ist jetzt bereits gefüllt, aber Lücke ist in meinem Schrank bisher trotzdem keine entstanden.<br />
Frustriert beschließe ich für heute einfach aufzuhören:<br />
„Ich bin nicht in der entsprechenden Laune“, begründe ich meine Entscheidung.<br />
Ein paar Wochen später, draußen ist schlechtes Wetter, da packt mich plötzlich die sogenannte „Ausmistwut“. Die Gelegenheit muss ich sogleich am Schopfe packen und mich wieder meinem Kleiderschrank widmen. Super, ich kann mich von etlichen Hosen trennen, einem Rock und zwei Blusen, dort noch ein Top und ein T-Shirt. Ruckzuck habe ich wieder zwei Tüten voll. Zur Abwechslung überlege ich, ob ich anstelle zur Altkleidersammlung auch noch was für die Kleiderkammer habe. Gut ich finde noch eine Jacke und einen Pullover und nehme aus den Säcken wieder etwas raus und lege es zu den Sachen für die Kleiderkammer.<br />
„Aber jetzt ist Schluss!“, entscheide ich, denn mein Mut zum Weggeben oder Wegwerfen hat mich ganz schlagartig verlassen. Dann geht nichts mehr, nicht von einem einzigen T-Shirt kann ich mich jetzt noch trennen und wäre es noch so hässlich.<br />
Inzwischen ist mein Kleiderschrank immer noch gut bestückt, aber etwas lockerer scheinen die Sachen zu hängen. Ich bin mächtig stolz auf mich!</p>
<p>Am Abend fragt mich mein Mann, ob ich nicht Lust hätte mal wieder nach Berlin oder Dresden zu fahren. Klar hab ich das! Da kann man so schön shoppen gehen! Das ist die Gelegenheit den Schrank wieder aufzufüllen und die Lücken zu schließen.<br />
Neulich hab ich gehört, dass es neben all den verschiedenen Diäten auch eine sogenannte Shopping &#8211; Diät gibt. Soviel halte ich hiervon (und von den übrigen) allerdings nicht, das hält doch nur zeitweilig an und dann schlägt man wieder doppelt zu. Ich habe mir da etwas anderes überlegt, was mein Gewissen etwas beruhigen und meinen Kleiderschrank (funktioniert übrigens auch beim Schuhschrank) entlasten soll: Kaufe ich mir zwei neue Teile, muss ich zwei alte Teile aussortieren. Ich muss sagen, das klappt (immer öfter).</p>
<p>Mein Mann hat es da viel einfacher. Erstens geht er nicht so gerne Klamotten und Schuhe kaufen, zweitens will er nicht alles in fünf verschiedenen Farben und Ausführungen und drittens wirft er nichts weg und laut seinen eigenen Aussagen braucht er daher auch nichts. Aber auch sein Kleiderschrank ist gut gefüllt, vielleicht etwas lockerer, aber Frau (sprich meine Wenigkeit) arbeitet an der Komplettierung.</p>
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