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	<title>erzählen &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Was hat man mir da nur erzählt…?!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Sep 2023 13:30:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Baby]]></category>
		<category><![CDATA[Biss]]></category>
		<category><![CDATA[Bremse]]></category>
		<category><![CDATA[erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Garten]]></category>
		<category><![CDATA[Steuer]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir sind auf dem Weg zu unserem Sohn und kommen dabei durch eine kleinere Ortschaft. Mein Mann fährt und ich lasse meinen Blick schweifen. Da fällt mir ein schmuckes kleines Häuschen mit einem gepflegten Garten auf, in dem es üppig in allen leuchtenden Farben blüht.  Aber nicht allein die Blütenpracht zieht meine Aufmerksamkeit auf sich, sondern noch etwas anderes, das mitten im Vorgarten steht. „Hast du das eben gesehen? Schau doch mal!“, fordere ich meinen Gatten auf.  „Was denn, wo denn? Ich muss auf die Straße achten und kann nicht links und rechts die Landschaft betrachten“, erklärt er mir und tritt gleichzeitig auf die Bremse, weil ihm nun ein Schild anzeigt, dass man nur noch 30 Stundenkilometer fahren darf. „Jetzt sind wir sowieso schon vorbei“, sage ich mit ein wenig enttäuschter Stimme.  „War es wichtig? Soll ich umdrehen?, erkundigt er sich, aber ich merke am Ton, dass er eigentlich keine Lust zum Wenden hat. „Nein, nein! Das brauchst du nicht. Dort hinten links“, gestikuliere ich, „steht inmitten der vielen blühenden Blumen ein großer hölzerner  Storch &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir sind auf dem Weg zu unserem Sohn und kommen dabei durch eine kleinere Ortschaft. Mein Mann fährt und ich lasse meinen Blick schweifen. Da fällt mir ein schmuckes kleines Häuschen mit einem gepflegten Garten auf, in dem es üppig in allen leuchtenden Farben blüht.<span class="Apple-converted-space">  </span>Aber nicht allein die Blütenpracht zieht meine Aufmerksamkeit auf sich, sondern noch etwas anderes, das mitten im Vorgarten steht.</p>
<p>„Hast du das eben gesehen? Schau doch mal!“, fordere ich meinen Gatten auf.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Was denn, wo denn? Ich muss auf die Straße achten und kann nicht links und rechts die Landschaft betrachten“, erklärt er mir und tritt gleichzeitig auf die Bremse, weil ihm nun ein Schild anzeigt, dass man nur noch 30 Stundenkilometer fahren darf.</p>
<p>„Jetzt sind wir sowieso schon vorbei“, sage ich mit ein wenig enttäuschter Stimme.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„War es wichtig? Soll ich umdrehen?, erkundigt er sich, aber ich merke am Ton, dass er eigentlich keine Lust zum Wenden hat.</p>
<p>„Nein, nein! Das brauchst du nicht. Dort hinten links“, gestikuliere ich, „steht inmitten der vielen blühenden Blumen ein großer hölzerner<span class="Apple-converted-space">  </span>Storch mit einem Tuch im Schnabel. In dem Tuch liegt eine Babypuppe. Das sieht echt hübsch aus.“</p>
<p>„Na, da wird wohl ein Baby auf die Welt gekommen sein!“</p>
<p>Für einen Moment ist es still in unserem Auto, doch dann kichere ich plötzlich los.</p>
<p>„Hihi, haha!“</p>
<p>„Was hast du jetzt gesehen?“, fragt Peter leicht verwundert nach.</p>
<p>„Nichts! Allerdings ist mir durch diesen hölzernen Storch etwas eingefallen.“</p>
<p>„Erzählst du es mir?“</p>
<p>„Na klar, aber nur, wenn du mich nicht auslachst!“</p>
<p>„Wieso sollte ich?“, fragt mein Mann zurück.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Naja, ich war vielleicht noch ein bisschen sehr klein …. und mein Opa gehörte ja einer ganz anderen Generation an, …. damals waren noch andere Zeiten, … man hat nicht so offen über alles gesprochen …“, gebe ich zu Bedenken.</p>
<p>„Jetzt rede doch nicht um den heißen Brei herum“, grinst mein Mann, der schon etwas zu ahnen scheint.“</p>
<p>„Es ist schon ziemlich lange her, ich war nämlich noch ein ganz kleines Kind…“</p>
<p>„Klingt wie der Anfang eines Märchens“, kommentiert Peter.</p>
<p>„Wie gesagt: Ich war noch sehr klein und unwissend“ setze ich meiner Erzählung nochmals voran.</p>
<p>„Ich war bei meinem Opa und er berichtete mir eines morgens eine wie mir heute scheint sehr verwunderliche Geschichte:</p>
<p>Meine Tante, so sagte er, wollte am Abend zuvor den Abfall nach draußen bringen. Gerade als sie beim Schuppen an der Mülltonne stand, sei ein Storch gekommen und hätte sie unvermittelt ins Bein gebissen. Und jetzt sei sie im Krankenhaus. Aber ich solle mir keine Sorgen machen. Es sei alles in bester Ordnung und in der nächsten Woche solle sie wieder nach Hause kommen. Sie bringe dann auch noch ein kleines Baby mit!<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Das hat man mir damals so erzählt, als mein erster Cousin auf die Welt kam und ich war natürlich total begeistert, dass bald meine Tante mit einem Baby vorbeikommen würde“, schließe ich meine Erzählung.</p>
<p>Vorsichtig wage ich einen Blick nach links zu meinem Mann, der grinsend hinter dem Steuer sitzt.</p>
<p>„Da haben wir wohl Glück gehabt!“, meint er nur.</p>
<p>„Wieso, dass ich diese Erklärung meines Opas über die vielen Jahre hinweg nicht vergessen habe?“</p>
<p>„Nein, naja, vielleicht auch. Aber hauptsächlich, dass unser Sohn auch ohne diesen Biss in dein Bein auf die Welt gekommen ist. So ein Biss ist nämlich nicht ohne…“</p>
<p>„Aha!“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/erlebnis-in-opas-garten/">Erlebnis in Opas Garten</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/astrid-opa-und-das-eis/">Astrid, Opa und das Eis</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/im-garten-meines-opas/">Im Garten meines Opas</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Ich erzähl’ dir was dazu …</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/ich-erzaehl-dir-was-dazu/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Aug 2023 14:41:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Baum]]></category>
		<category><![CDATA[erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimnis]]></category>
		<category><![CDATA[Mitternacht]]></category>
		<category><![CDATA[Neugier]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir sind unterwegs, um diverse Pflanzen und Accessoires für unseren Garten zu besorgen.  „Schau mal“, sage ich zu meinem Mann, der gerade einen Rasenroboter begutachtet, „was ich gefunden habe.“ „Ein Zitronenbäumchen, &#8211; ja nimm es mit. Es wird aber eine Weile dauern, bis es groß ist und Früchte trägt.“ „Egal, irgendwann hängt eine Zitrone daran!“, freue ich mich schon jetzt. Peter allerdings hat sich den technischen Daten des Rasenroboters zugewendet und meint nur beiläufig: „Dazu kann ich dir was erzählen…, aber nicht jetzt. Erinnere mich daran!“ „Mache ich!“ Und damit ist die Sache verschoben und auch vergessen. Erst am Nachmittag fällt mir wieder ein, dass mein Göttergatte mir noch etwas erzählen wollte, aber der Moment ist für eine Nachfrage ungeeignet, weil er gerade telefoniert. „Ich werde gleich nach seinem Telefonat nachfragen!“, nehme ich mir vor. Allerdings klingelt es in diesem Moment an der Haustür und unsere Mieterin hat ein Problem mit ihrem Rollladengurt. Er ist nämlich gerissen. Zufälligerweise haben wir noch einen neuen Gurt da, den Peter, hilfsbereit wie er nun mal ist, auch sofort &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir sind unterwegs, um diverse Pflanzen und Accessoires für unseren Garten zu besorgen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Schau mal“, sage ich zu meinem Mann, der gerade einen Rasenroboter begutachtet, „was ich gefunden habe.“</p>
<p>„Ein Zitronenbäumchen, &#8211; ja nimm es mit. Es wird aber eine Weile dauern, bis es groß ist und Früchte trägt.“</p>
<p>„Egal, irgendwann hängt eine Zitrone daran!“, freue ich mich schon jetzt.</p>
<p>Peter allerdings hat sich den technischen Daten des Rasenroboters zugewendet und meint nur beiläufig:</p>
<p>„Dazu kann ich dir was erzählen…, aber nicht jetzt. Erinnere mich daran!“</p>
<p>„Mache ich!“ Und damit ist die Sache verschoben und auch vergessen.</p>
<p>Erst am Nachmittag fällt mir wieder ein, dass mein Göttergatte mir noch etwas erzählen wollte, aber der Moment ist für eine Nachfrage ungeeignet, weil er gerade telefoniert.</p>
<p>„Ich werde gleich nach seinem Telefonat nachfragen!“, nehme ich mir vor. Allerdings klingelt es in diesem Moment an der Haustür und unsere Mieterin hat ein Problem mit ihrem Rollladengurt. Er ist nämlich gerissen. Zufälligerweise haben wir noch einen neuen Gurt da, den Peter, hilfsbereit wie er nun mal ist, auch sofort nach seinem Gespräch einbaut.</p>
<p>Tja, was soll ich sagen, was ihr euch nicht schon selber denken könnt?: Ich habe meine Frage nach der geheimnisvollen Erzählung vergessen.</p>
<p>Erst als wir kurz vor Mitternacht im Bett liegen, kommt die Erinnerung wieder zurück.</p>
<p>„Du wolltest mir doch noch etwas erzählen …“</p>
<p>„Was? Ich? Keine Ahnung! Frag mich morgen nochmal. Ich will jetzt schlafen, bin ziemlich müde…“</p>
<p>Und schon ist er im Reich der Träume, vermutlich beim Baumfällen, denn das Geräusch der „Säge“ dringt ganz deutlich an mein Ohr.</p>
<p>„Ist das gemein. Jetzt bin ich neugierig, was er mir unbedingt erzählen wollte und er vertröstet mich auf morgen. Wie soll ich jetzt einschlafen?“, frage ich mich und überlege hin und her, was er mir wohl sagen wollte. Aber das Grübeln nutzt nichts, weil ich einfach keinen Anhaltspunkt habe.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Vielleicht hat es was mit dem Bäumchen zu tun!? Aber was?“ Meine Gedanken drehen sich im Kreis. Das Letzte, an das ich denke ist:</p>
<p>„Zitrone,…sauer,…sauer macht lustig,…….das hat meine Mutter früher immer gesagt.&#8220;<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Dann gibt mein Gehirn auf, es ist zu müde, um weiter zu überlegen. Ich auch. Und so falle ich in einen tiefen traumlosen Schlaf.</p>
<p>Am nächsten Morgen beim Frühstück halte ich es nicht mehr aus. Meine Neugier zernagt mich.</p>
<p>„Jetzt rück&#8216; endlich mit der Sprache heraus“, fordere ich meinen Mann unumwunden auf.</p>
<p>„Was? Womit? &#8211; Ach, ja, du willst wissen, was ich dir schon gestern erzählen wollte. Warte mal, ich überlege …“</p>
<p>„Spann mich nicht auf die Folter!“</p>
<p>„Das würde ich doch nie tun!“, empört er sich mit grinsendem Gesicht.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Also gut: Das Zitronenbäumchen hat mich an etwas erinnert.“</p>
<p>„Das habe ich mir auch schon gedacht!“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>So langsam bin ich der Verzweiflung nahe.</p>
<p>Mein Mann erbarmt sich meiner und spricht nun fließend und nicht mehr in Rätseln:</p>
<p>„In jungen Jahren waren meine Eltern mal im Urlaub. Keine Ahnung wo, aber irgendwo im Süden. Ich vermute im Mittelmeerraum. Sie lernten andere junge Leute kennen, mit denen sie sich gut verstanden. So trafen sie sich jeden Abend auf ein Gläschen Wein in einem gemütlichen Gartenlokal. Sie saßen immer um den selben Tisch, der unter einem Baum stand…“</p>
<p>„Lass mich raten, es war ein Zitronenbaum“, falle ich ihm ins Wort.</p>
<p>„Ja genau! Und an diesem Baum hing eine einzige Zitrone. Jeden Abend sahen sie nach, aber sie hing immer noch. Jeder einzelne von ihnen alberte herum, dass er diese Zitrone pflücken wollte. Aber keiner von ihnen tat es tatsächlich.“</p>
<p>„Und wenn sie nicht heruntergefallen ist, dann hängt sie noch heute…“, wollte ich dieser seltsamen Geschichte ein Ende setzen.</p>
<p>„Nicht ganz“, erzählt mein Peter weiter:</p>
<p>„Meine Eltern waren ein paar Tage wieder zu Hause, da lag eine Postkarte von den Urlaubsbekanntschaften im Briefkasten. “</p>
<p>„Was stand darauf?“</p>
<p>„Sie war an meinen Vater adressiert und begann mit den Worten:</p>
<p>‚Hallo lieber Zitronendieb!‘ “</p>
<p>„Echt?! Dein Vater hat die Zitrone ‚geklaut’?“</p>
<p>Mein Mann zuckt mit den Schultern.</p>
<p>„Fakt ist, dass am Abend der Abreise von meinen Eltern die Zitrone definitiv nicht mehr am Baum hing. Mein Vater hat nur immer gegrinst, wenn man ihn gefragt hat, ob er tatsächlich der Zitronendieb war. Das wird wohl immer ein Geheimnis bleiben.“</p>
<p>„Ich glaube“, sage ich, „an diese Geschichte und deinen Vater als Zitronendieb, werde ich bestimmt denken, wenn die erste Zitrone an unserem Bäumchen hängt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/clown-august-und-der-ententanz/">Clown August und der Ententanz</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/beschuetzer-einbrecher-holzfaeller-und-ein-ungeliebtes-haustier/">Beschützer, Einbrecher, Holzfäller und ein ungeliebtes Haustier</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/goldgloeckchen/">Goldglöckchen</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Oma Hildis nächster Streich (2)</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/oma-hildis-naechster-streich-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Feb 2021 13:28:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Füße]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Pause]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Streich]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Morgen versammelt sich die Familie gemeinsam rund um den Frühstückstisch. Oma Hildi sitzt ihrem Enkel gegenüber, der heute erst zur dritten Stunde Unterricht hat. „Hast du gut geschlafen, Oma?“, erkundigt sich dieser. „Danke der Nachfrage“, erwidert sie ohne wirklich eine Antwort zu geben. „Ist irgendetwas nicht in Ordnung?“, will jetzt auch ihre Tochter wissen und der Schwiegersohn blickt von der Morgenlektüre der Tageszeitung auf. „Ach“, erwidert Oma Hildi. „Anscheinend hat mich die gestrige Gutenachtgeschichte für meinen Enkel innerlich doch etwas aufgewühlt. Ich war heute Nacht weit in der Vergangenheit.“ Es herrscht Schweigen in der Runde, denn alle vermuten, dass sie sich wahrscheinlich in ihrer Kindheit befunden hat, die aber ab ihrem zehnten Lebensjahr leider vom Krieg begleitet war.  „Aber eigentlich war es ein schöner Traum. Ich war nämlich bei meiner Schwester.“ Leicht irritiert schaut die Familie sie an. Oma Hildis Schwester verstarb bereits im Alter von zehn Jahren an Diphtherie, eine Krankheit gegen die heutzutage jeder geimpft wird. Und der Bruder wurde leider ein Opfer des Krieges. Deshalb können sie sich alle nicht vorstellen, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am Morgen versammelt sich die Familie gemeinsam rund um den Frühstückstisch. Oma Hildi sitzt ihrem Enkel gegenüber, der heute erst zur dritten Stunde Unterricht hat.</strong></p>
<p><span class="dropcap">„H</span>ast du gut geschlafen, Oma?“, erkundigt sich dieser.</p>
<p>„Danke der Nachfrage“, erwidert sie ohne wirklich eine Antwort zu geben.<br />
„Ist irgendetwas nicht in Ordnung?“, will jetzt auch ihre Tochter wissen und der Schwiegersohn blickt von der Morgenlektüre der Tageszeitung auf.<br />
„Ach“, erwidert Oma Hildi. „Anscheinend hat mich die gestrige Gutenachtgeschichte für meinen Enkel innerlich doch etwas aufgewühlt. Ich war heute Nacht weit in der Vergangenheit.“<br />
Es herrscht Schweigen in der Runde, denn alle vermuten, dass sie sich wahrscheinlich in ihrer Kindheit befunden hat, die aber ab ihrem zehnten Lebensjahr leider vom Krieg begleitet war.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Aber eigentlich war es ein schöner Traum. Ich war nämlich bei meiner Schwester.“<br />
Leicht irritiert schaut die Familie sie an. Oma Hildis Schwester verstarb bereits im Alter von zehn Jahren an Diphtherie, eine Krankheit gegen die heutzutage jeder geimpft wird. Und der Bruder wurde leider ein Opfer des Krieges. Deshalb können sie sich alle nicht vorstellen, dass dieser Traum schön war. Doch Oma Hildi klärt auf und betont, dass es sich tatsächlich damals so abgespielt hat:<br />
„Meine Schwester ging bereits schon zur Schule, als ich noch ein kleines Kind war. Logisch, dass ich sie bewunderte. Es machte mich neugierig, was es mit der Schule auf sich hat und was dort so alles passiert.“<br />
„Hat sie dir das nicht erzählt?“, will der Enkel wissen.<br />
„Doch schon, aber ich wollte es sozusagen mit eigenen Augen sehen. Aber alle erklärten mir, dass ich noch nicht alt genug wäre, um in die Schule zu gehen. Ich sollte noch ein Weilchen warten, dann wäre ich auch dran.“<br />
„Das konntest du aber nicht akzeptieren, oder?“, mutmaßt der Enkel.<br />
„Nicht so recht“, bestätigt die Großmutter. „Und so kam es, dass ich meiner Schwester eines morgens von der Haustür aus hinterher sah, als sie sich auf den Schulweg machte. Ohne zu überlegen oder jemand Bescheid zu sagen, schlich ich ihr nach.“<br />
„Oh, hat sie das nicht bemerkt?“, erstaunt sich der Enkelsohn.<br />
„Zunächst einmal nicht, denn sie drehte sich nicht um, sondern ging immer weiter ihres Weges. Es war ziemlich weit und mir taten irgendwann die Füße weh. Auch kannte ich mich nicht mehr aus. So hätte ich gar nicht mehr umkehren und nach Hause gehen können, denn ich hätte mich sicherlich verlaufen.“<br />
„Hast du geweint?“<br />
„Das weiß ich nicht mehr, aber wahrscheinlich war mir mulmig zumute. Vielleicht habe ich ja doch ein bisschen gejammert oder meine Schwester gerufen. Auf jeden Fall hat sie mich plötzlich bemerkt. Inzwischen war es aber zu spät und zu weit, um wieder umzukehren und mich nach Hause zu bringen. Sie wäre keinesfalls noch rechtzeitig vor Schulbeginn wieder zurück gewesen. Also nahm sie mich mit in die Schule.“<br />
„Bestimmt haben sie sofort deine Eltern verständigt!“, überlegt sich der Enkelsohn.<br />
„Das ging doch nicht. Wir hatten weder Telefon noch Handy, so wie es heutzutage selbstverständlich ist.“<br />
„Deine Eltern müssen wahnsinnig vor Angst um dich geworden sein, als sie dein Verschwinden bemerkt haben.“<br />
„Darüber machen sich kleine Kinder anscheinend keine Gedanken. Die Lehrerin wusste sich auch nicht anders zu helfen, als mich am Unterricht teilhaben zu lassen. Ich musste mich ganz hinten in die letzte Reihe setzen und vollkommen still sein. Bitte fragt mich nicht, ob meine Schwester und ich schon früher heimgehen durften. An die ganzen Kleinigkeiten kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern. Auch nicht, ob meine Eltern mit mir geschimpft haben oder einfach nur froh waren, dass ich wieder da war, ist mir entfallen. Jedenfalls wusste ich jetzt, was es mit der Schule auf sich hatte und wollte so schnell wie möglich auch da hin. Besonders gut hat mir das Melden imponiert, nur das stillsitzen hat mir nicht so gefallen. Die Lehrerin war sehr nett und die Klassenkameraden meiner Schwester waren begeistert endlich mal einen Gast zu haben. Sie kümmerten sich in der Pause rührend um mich. Das konnte mir nur gefallen.“<br />
„Wenn du dich doch in der Schule so wohlgefühlt hast“, meint der Enkel, „dann solltest du gleich mit mir dorthin marschieren. Hinten bei Markus ist nämlich noch ein Platz frei. Da kannst du dich hinsetzen und ihm beim Aufsatz helfen, den wir heute schreiben sollen. Du kannst doch so gut Geschichten erzählen.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr das auch noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/die-christel-von-der-post/">Die Christel von der Post</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/der-luemmel-aus-der-letzten-bank/">Der Lümmel aus der letzten Bank</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/aus-der-schulzeit-meiner-mutter/">Aus der Schulzeit meiner Mutter</a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Opa Rudi und das Sollen und Wollen</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/opa-rudi-und-das-sollen-und-wollen/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/opa-rudi-und-das-sollen-und-wollen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Jan 2021 11:49:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Opa]]></category>
		<category><![CDATA[schlafen]]></category>
		<category><![CDATA[wollen]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute Abend ist Opa Rudi wieder an der Reihe. Er muss die beiden Enkelkinder Mia und Basti ins Bett bringen. So ist es mit Oma ausgemacht,- immer schön abwechselnd. Gestern war Oma dran, also hat heute Opa die Ehre. Nur leider hat er überhaupt keine Lust, denn er will eigentlich gleich den Fernseher einschalten. „Abgemacht ist abgemacht“, meint Oma Karla nur. „Ich wollte gestern auch erst mit meiner Freundin telefonieren und du warst nicht gewillt für mich einzuspringen.“ „Ja, ja ich weiß schon, &#8211; gleiches Recht für alle“, antwortet ihr Gatte und marschiert in Richtung Kinderzimmer. Mia hat sich heute auf dem Spielplatz tüchtig ausgepowert und sie blickt dem Großvater schon ziemlich müde entgegen. „Himpelchen und …“, beginnt der Opa und endet mit: „und wackelten mit ihren Zipfelmützen…“, weil Mia nämlich bereits eingeschlafen ist. Opa Rudi freut sich insgeheim und denkt: „Das ging aber fix. Wenn Basti auch so schnell einschläft wie seine kleine Schwester, dann bin ich pünktlich zum Start der Fernsehsendung wieder im Wohnzimmer.“ Basti kommt gerade aus dem Badezimmer und kuschelt sich &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute Abend ist Opa Rudi wieder an der Reihe. Er muss die beiden Enkelkinder Mia und Basti ins Bett bringen. So ist es mit Oma ausgemacht,- immer schön abwechselnd. Gestern war Oma dran, also hat heute Opa die Ehre. Nur leider hat er überhaupt keine Lust, denn er will eigentlich gleich den Fernseher einschalten.</strong></p>
<p><span class="dropcap">„A</span>bgemacht ist abgemacht“, meint Oma Karla nur. „Ich wollte gestern auch erst mit meiner Freundin telefonieren und du warst nicht gewillt für mich einzuspringen.“<br />
„Ja, ja ich weiß schon, &#8211; gleiches Recht für alle“, antwortet ihr Gatte und marschiert in Richtung Kinderzimmer.<br />
Mia hat sich heute auf dem Spielplatz tüchtig ausgepowert und sie blickt dem Großvater schon ziemlich müde entgegen.<br />
„Himpelchen und …“, beginnt der Opa und endet mit:<br />
„und wackelten mit ihren Zipfelmützen…“, weil Mia nämlich bereits eingeschlafen ist.<br />
Opa Rudi freut sich insgeheim und denkt:<br />
„Das ging aber fix. Wenn Basti auch so schnell einschläft wie seine kleine Schwester, dann bin ich pünktlich zum Start der Fernsehsendung wieder im Wohnzimmer.“<br />
Basti kommt gerade aus dem Badezimmer und kuschelt sich gemütlich unter die Bettdecke. Seine Augen blicken den Großvater hellwach und erwartungsvoll an. Er liebt Opa Rudis Geschichten und heute kann er gerne eine richtig lange Geschichte erzählen, denn Basti ist noch kein bisschen müde.<br />
„Himpelch…“, beginnt der ältere Herr, in der Hoffnung, die Sache mit dem Einschlafen geht genauso flott wie bei Mia.<br />
„Halt, stopp!“, ruft Basti sofort aus. „Ich bin doch schon ein Schulkind. Erinnerst du dich, ich bin letzten Sommer eingeschult worden. So ein Kinderkram ist nichts mehr für mich!“<br />
Basti ist richtig entsetzt und Opa Rudi bleibt nichts anderes übrig, als sich eine andere Geschichte einfallen zu lassen:<br />
„Okay, okay, aber Heinrich, den Rotzipfelmützenträger und Leo, den Blauzipfelmützenträger kennst du bestimmt noch nicht. Das sind zwar auch Zwerge, aber die wohnen in einem unbekannten Land mit dem welthöchsten Berg. Weil es den Beiden aber zu langweilig ist immer nur mit ihren Zipfelmützen zu wackeln, spielen sie Schach….“<br />
„Opa, das glaubst du doch nicht wirklich?!“, fragt Basti leicht irritiert. „Das hab ich ja noch nie gehört, dass Zwerge Schach spielen. Außerdem ist Schachspielen genauso langweilig wie das Wackeln mit den Zipfelmützen.“<br />
Erschrocken schaut der Großvater seinen Enkel an, räuspert sich und sagt:<br />
„Eh,&#8230; ich meine,&#8230; sie denken sich den ganzen Tag über irgendeinen Schabernack aus.“<br />
„Das hört sich schon besser an“, grinst Basti erwartungsvoll.<br />
<span class="Apple-converted-space"> </span>„Sie haben ihrem Zwergenvolk zum Beispiel erzählt, dass sie den Berggeist gesehen haben. Er sei so groß wie ein Turm und mächtiger als ein König. Er wohne in einer Höhle unter der Erde und würde dort einen großen Schatz in einer riesigen Truhe hüten.“<br />
„Und was ist das für ein Schatz?“, erkundigt sich der Enkelsohn neugierig.<br />
„Der Schatz ist ein sehr kostbares und altes Schachspiel und deshalb wird er von den zwei weltbesten Schachspielern bewacht…“<br />
„Halt, stopp!“, ertönt es dieses Mal nicht von Basti, sondern von Oma Karla, die in der Tür steht.<br />
„Ich glaube, wir sollten an dieser Stelle den Geschichtenerzähler auswechseln. Bitte geh&#8216; in das Wohnzimmer, dort beginnt soeben die Sendung, die du nicht verpassen wolltest.“<br />
Gesenkten Hauptes, aber innerlich frohlockend, verlässt Opa Rudi das Zimmer.<br />
„Oma“, versucht Basti vorsichtig eine Frage zu stellen. „Ist Opa Rudi krank, ich meine, so wie alte Leute manchmal werden und dann wirre Sachen erzählen?“<br />
„Nein, nein“, beteuert Oma Karla. „Dein Großvater ist nicht dement oder verwirrt, er erfreut sich bester geistiger Klarheit. Allerdings geht es ihm im Moment so wie dir, wenn du Hausaufgaben machen sollst, aber lieber Fußballspielen willst.“<br />
„Dann mache ich viele Fehler, weil ich die ganze Zeit an mein Fußballspiel denke“, gesteht der Enkel.<br />
„Ja und Opa Rudi möchte die Schachweltmeisterschaft im Fernsehen sehen, die jetzt beginnt. Deshalb waren seine Gedanken beim Schachspiel und nicht beim Geschichtenerzählen.“</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Elfinchen erzählt (3)</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/elfinchen-erzaehlt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2019 04:08:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten & Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[Blume]]></category>
		<category><![CDATA[Blüten]]></category>
		<category><![CDATA[Entfernung]]></category>
		<category><![CDATA[erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Käfer]]></category>
		<category><![CDATA[Tor]]></category>
		<category><![CDATA[Weinen]]></category>
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					<description><![CDATA[„Meine Eltern werden sich große Sorgen machen um mich“, begann Elfinchen nach einer Weile. Die Mäusemama hatte ihr ein Taschentuch gereicht und die kleine Elfe hatte sich die Tränen getrocknet, aber richtig versiegt waren diese nicht. Während sie nun von den Geschehnissen der letzten Tage berichtete, kullerte immer wieder die eine oder andere dicke Träne aus ihren Augen. „Ich bin am Morgen zu meiner gewohnten Runde aufgebrochen und habe meine Freunde, die lieben und bunten Blumen in dem großen Schlossgarten besucht. Ich öffnete ihre Blüten und schenkte jeder von ihnen ein paar liebe Worte, bevor ich zur nächsten Blume flog,  um meine Aufgabe zu verrichten. Ihr könnt Euch bestimmt vorstellen, dass ich alle Hände voll zu tun hatte, denn so ein Schlossgarten ist mächtig groß und es gibt unzählige Blumen von den verschiedensten Sorten und Farben. Ich kenne und liebe sie alle.“ Die Mäusefamilie saß um Elfinchen herum versammelt und lauschte gebannt ihrem Bericht. Niemand wagte sie zu unterbrechen, denn sie wollten alle die gesamte Geschichte erfahren. „Ich gebe zu, dass ich nach getaner Arbeit nicht &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Meine Eltern werden sich große Sorgen machen um mich“, begann Elfinchen nach einer Weile.<span class="Apple-converted-space"> </span>Die Mäusemama hatte ihr ein Taschentuch gereicht und die kleine Elfe hatte sich die Tränen getrocknet, aber richtig versiegt waren diese nicht. Während sie nun von den Geschehnissen der letzten Tage berichtete, kullerte immer wieder die eine oder andere dicke Träne aus ihren</strong> <strong>Augen.</strong></p>
<p><span class="dropcap">„I</span>ch bin am Morgen zu meiner gewohnten Runde aufgebrochen und habe meine Freunde, die lieben und bunten Blumen in dem großen Schlossgarten besucht. Ich öffnete ihre Blüten und schenkte jeder von ihnen ein paar liebe Worte, bevor ich zur nächsten Blume flog,<span class="Apple-converted-space">  </span>um meine Aufgabe zu verrichten. Ihr könnt Euch bestimmt vorstellen, dass ich alle Hände voll zu tun hatte, denn so ein Schlossgarten ist mächtig groß und es gibt unzählige Blumen von den verschiedensten Sorten und Farben. Ich kenne und liebe sie alle.“</p>
<p>Die Mäusefamilie saß um Elfinchen herum versammelt und lauschte gebannt ihrem Bericht. Niemand wagte sie zu unterbrechen, denn sie wollten alle die gesamte Geschichte erfahren.</p>
<p>„Ich gebe zu, dass ich nach getaner Arbeit nicht gleich nach Hause bin. Mich hat die Neugierde gepackt und ich bin zu den Rosen am Schlossgartentor zurück. Ich schwebte leise über sie hinweg und warf einen Blick aus dem Schlosstor auf das Leben außerhalb des Gartens.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Die Rosen im Beet direkt am Tor riefen mir zu: ‚Halt Elfinchen! Nicht weiter! Da draußen lauern nur Gefahren!’<br />
Zunächst tat ich das, was sie sagten…“</p>
<p>Elfinchen holte tief Luft und wischte geschwind eine Träne weg, die ihre Wange hinunter kullerte.</p>
<p>„Aber dann hast du doch nicht auf die Warnungen gehört“, meinte Eddi.</p>
<p>„Die Blümchen draußen vor dem Tor riefen mich und wollten auch die Blütenblätter von mir geöffnet bekommen. Sie waren nicht so prächtig wie die wunderschönen Blumen im Schlossgarten, weil sich niemand um sie kümmerte. Ich hatte Mitleid mit ihnen. Ich wollte nicht weglaufen, das müsst ihr mir glauben, aber kaum hatte ich einer Blume die Blütenblätter geöffnet, rief mich schon die nächste zu sich.“</p>
<p>Die Mäuseeltern, aber auch Eddi, Bob und Babsi ahnten schon, was passiert war. Vor Aufregung hielten sie die Luft an und atmeten erst wieder weiter als Elfinchen ihre Erzählung fortsetzte.</p>
<p>&#8222;So kam es, dass ich kreuz und quer flog und mich immer weiter vom Schlossgarten entfernte. Ich war so in meine Arbeit vertieft, dass ich mir weder den Weg merkte, noch auf die Entfernung und Himmelsrichtung achtete. Erschöpft hielt ich irgendwann inne. Doch da war es schon zu spät, um mich noch irgendwie zu orientieren. Aber das merkte ich erst später, denn ich vernahm schon wieder Stimmen, die nach mir riefen.“</p>
<p>„Das waren wohl schon wieder irgendwelche Blumen“, meinte Babsi, die mitfühlend Elfinchens Hand ergriffen hatte.</p>
<p>„Nein“, erklärte die kleine Elfe. „Es waren zwei Käferchen, ein Stückchen weiter links. Sie waren auf dem Weg in ihr Winterquartier, hatten nicht aufgepasst und waren so unglücklich gefallen, dass sie beide zappelnd auf dem Rücken lagen. Ich konnte sie doch nicht hilflos ihrem Schicksal überlassen.“</p>
<p>„Also hast du ihnen auch geholfen. Sonst wären sie ja womöglich gestorben“, ergriff nun Bob das Wort.</p>
<p>„Ja, aber das war keine einfache Arbeit. Sie zappelten so heftig, dass sie im Nu wieder auf dem Rücken lagen. Aber ich habe es irgendwann geschafft und sie waren mir auch unendlich dankbar und hätten gerne auch etwas für mich getan. Aber den Weg zum Schlossgarten konnten sie mir auch nicht sagen, denn sie hatten noch nie in ihrem Leben ihre winzig kleine Welt verlassen.“</p>
<p>„Und was hast du dann getan?“, möchte die Mäusemutter wissen und sprach damit der ganzen Familie aus der Seele.</p>
<p>„Ich schwebte noch eine Weile hin<span class="Apple-converted-space">  </span>und her, in der Hoffnung wieder zurückzufinden. Aber ich hatte jegliche Orientierung verloren und plötzlich kam auch noch Nebel auf. Ich setzte mich traurig hin und mich übermannten Angst, Hoffnungslosigkeit, das Zittern vor Kälte und auch eine große Müdigkeit. Ich weiß nicht wie lange ich geschlafen habe. Als ich aufwachte, war überall Schnee und ich begann aus Leibeskräften zu rufen und zu weinen…“</p>
<p>„Und dann habe ich dich gehört…“</p>
<p>„Ja und hast mich zu deiner Familie gebracht. Ich bin dir auch sehr, sehr dankbar dafür. Aber ich habe so unendliche Sehnsucht nach meiner Familie, meinen Eltern und Geschwisterrn. Ich will nach Hause!!! Bitte, bitte!! Ich möchte nach Hause!!! …“</p>
<p>Elfinchen begann wieder herzerweichend zu weinen…</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Muss das wirklich sein?(2)</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/muss-das-wirklich-sein-2/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/muss-das-wirklich-sein-2/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Jul 2018 16:52:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Plauderecke]]></category>
		<category><![CDATA[erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Frage]]></category>
		<category><![CDATA[Gras]]></category>
		<category><![CDATA[Hecke]]></category>
		<category><![CDATA[Kreuzschmerzen]]></category>
		<category><![CDATA[Mähroboter]]></category>
		<category><![CDATA[Postbote]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich muss heute diese Frage noch einmal stellen und möchte mich darüber mit Euch unterhalten. Schaut Euch doch bitte mal das Beitragsfoto an. Hübsch, oder? Naja, wie man es nimmt.  Die blühenden Pflanzen und der kleine Gingobaum sind von einem Band umschlungen und muten im strahlenden Sonnenschein und vor der grünen Hecke fast schon ein bisschen dekorativ an.   Es könnte vielleicht die Dekoration für einen Kindergeburtstag, eine Hochzeit oder eine Gartenparty sein. Die Fantasie kennt hierfür keine Grenzen.  Schaut noch einmal genauer hin.  Richtig! Es handelt sich um Verpackungsmaterial. Diese mit Luft gefüllten Plastikpolster sollen etwas vor dem Zerbrechen oder Zerkratzen schützen. Nur was? Um das zu erklären, muss ich in meinen Ausführungen ein wenig ausschweifen: Ich habe eine kleine Hecken- und Grasschere, die mit einem Akku betrieben wird. Diese ist schon seit etlichen Jahren in meinem Besitz und ich kürze damit die Bodenkriecher in unserem Vorgarten auf die entsprechende Höhe und Länge. Das klappt ganz prima und ich bin mit dieser Schere sehr zufrieden.  Wie gesagt, es ist auch ein entsprechendes Scherblatt für &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich muss heute diese Frage noch einmal stellen und möchte mich darüber mit Euch unterhalten.</strong><br />
<strong>Schaut Euch doch bitte mal das Beitragsfoto an. </strong><br />
<strong>Hübsch, oder? </strong><br />
<strong>Naja, wie man es nimmt.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong><br />
<span class="dropcap">D</span>ie blühenden Pflanzen und der kleine Gingobaum sind von einem Band umschlungen und muten im strahlenden Sonnenschein und vor der grünen Hecke fast schon ein bisschen dekorativ an. <span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Es könnte vielleicht die Dekoration für einen Kindergeburtstag, eine Hochzeit oder eine Gartenparty sein. Die Fantasie kennt hierfür keine Grenzen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Schaut noch einmal genauer hin.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Richtig! Es handelt sich um Verpackungsmaterial. Diese mit Luft gefüllten Plastikpolster sollen etwas vor dem Zerbrechen oder Zerkratzen schützen. Nur was?<br />
Um das zu erklären, muss ich in meinen Ausführungen ein wenig ausschweifen:<br />
Ich habe eine kleine Hecken- und Grasschere, die mit einem Akku betrieben wird. Diese ist schon seit etlichen Jahren in meinem Besitz und ich kürze damit die Bodenkriecher in unserem Vorgarten auf die entsprechende Höhe und Länge. Das klappt ganz prima und ich bin mit dieser Schere sehr zufrieden.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Wie gesagt, es ist auch ein entsprechendes Scherblatt für Gras dabei. Damit kann man die Grasränder abschneiden, die eventuell beim Mähen stehen bleiben. Bisher habe ich es nie gebraucht, da mein Mann immer alles ordentlich abgemäht hat. Doch &#8222;Schnuffi&#8220;, unser Mähroboter, lässt hier und da doch einige Grashalme am Rand stehen.<br />
Da ich mit dieser akkubetriebenen Schere nicht am Boden entlang kriechen möchte, habe ich mir im Internet (leider war dieses Zubehör des Alters wegen nur noch im Internet verfügbar) den passenden Teleskopstiel hierfür bestellt. Er lässt sich auf 80- 115cm ausziehen und verhindert damit, dass ich Kreuzschmerzen bekomme.<br />
Den Rest könnt Ihr Euch vielleicht denken?!<br />
Auf jeden Fall klingelte zwei Tage später die Postbotin an unserer Haustür.<br />
„Ich habe hier ein kleines Päckchen für Sie!“, lächelte sie mich an und stellte mir einen riesengroßen, aber federleichten Karton vor die Füße.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Ohje! Und das ist wirklich für mich?“, fragte ich etwas ungläubig.<br />
„So steht es hier drauf!“, meinte sie und verabschiedete sich, indem sie mir „Ein schönes Wochenende!“ wünschte.<br />
Ich trug den Karton mit einer leisen Vorahnung in den Garten, wo an dem besagten Samstag die restliche Familie versammelt war.<br />
„Was hast du denn da?“, wurde ich sofort gefragt und alle schauten gespannt zu, als ich das Paket öffnete.<br />
„Da ist ja nichts drin!?“, wunderte ich mich.<br />
„Warte mal“, meinte unser Sohn. „Ich helfe dir beim Auspacken!“<br />
Gesagt, getan. Er zog an dem einen Ende des Verpackungsmaterials und zog und zog. Es wurde immer mehr.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Das hört ja gar nicht mehr auf!“, riefen wir alle lachend und gleichzeitig kopfschüttend im Chor.<br />
Unser Sohn zog eine meterlange Plastikschlange heraus und irgendwo dazwischen fanden wir dann auch den unscheinbaren Teleskopstil für meine Grasschere.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Pass mal auf!“, rief unser Sohn und wickelte sie demonstrativ mehrmals um unseren Gingobaum und die Blumen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Obwohl wir uns das Lachen nicht verkneifen konnten, waren wir doch alle sehr verwundert, weshalb man diesen Stiel derartig verpacken musste.<br />
„Damit werden unnötig viel Müll und Kosten erzeugt“, meinte mein Mann und wir anderen konnten ihm nur zustimmen.<br />
Mit Sicherheit wäre auch eine weitaus kostengünstigere, umweltschonendere und weniger aufwendigere Verpackung möglich gewesen. Aber so ging der Verpackungsvorgang wahrscheinlich ziemlich schnell vonstatten, was für den Verkäufer dann wohl doch günstiger kam?!<br />
Ich denke, das ist nur ein Beispiel von vielen anderen unsinnigen Verpackungen. Da heutzutage viel im Internet bestellt wird, kommt es leider auch zu einem enormen Verpackungsmüll.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Bestimmt war dies kein Einzelfall und auch Ihr habt schon solche oder ähnliche Erfahrungen gemacht?</p>
<p>Erzählt doch mal!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>*Diesen Beitrag habe ich übrigens bei Traude (Rostrose) ANL verlinkt (<a href="https://rostrose.blogspot.com/2018/07/anl-31-loblied-auf-ein-feines-fruchtchen.html">https://rostrose.blogspot.com/2018/07/anl-31-loblied-auf-ein-feines-fruchtchen.html</a>)</p>
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<p><a href="http://lifetellsstories.de/frau-froehlich-und-herr-trueb/">Frau Fröhlich und Herr Trüb</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/liebeserklaerung/">Liebeserklärung</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/der-liebe-laecheln/">Der Liebe Lächeln</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Ich muss Euch was erzählen! (1)</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/ich-muss-euch-was-erzaehlen/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/ich-muss-euch-was-erzaehlen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2016 22:20:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[dabei]]></category>
		<category><![CDATA[erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Flucht]]></category>
		<category><![CDATA[Frauchen]]></category>
		<category><![CDATA[Herrchen]]></category>
		<category><![CDATA[Körbchen]]></category>
		<category><![CDATA[Leckerlies]]></category>
		<category><![CDATA[Versteck]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich liege gerade so gemütlich auf meinem Sessel in der Diele. Wohlgemerkt, die Betonung liegt auf „meinem“, denn ich habe ihn markiert und somit gehört er mir. Frauchen hat das wohl auch eingesehen, denn sie hat mir eine super weiche und extrem kuschelige Decke darauf gelegt. Und mal ehrlich: Außer meiner Wenigkeit sitzt hier auch niemand. Naja, manchmal kommt mein Herrchen und hebt mich hoch, setzt sich hin und nimmt mich zum Kraulen auf seinen Schoß. Okay, das ist ja in Ordnung. Aber nur solange ich es auch will. Also wie gesagt, ich liege da so rum und träume von einer schönen kleinen Maus. Frauchen geht gerade an mir vorbei in Richtung Kellerersatzbereich. Was sie dort nur will? Vielleicht sollte ich mal nachsehen. Ich strecke und recke mich, springe von meinem Sessel und marschiere hinter ihr her. Nur so aus Interesse, denn neugierig bin ich ja nicht. Sie geht direkt zu ihrem Putzschrank, wahrscheinlich ist heute wieder einmal Aufräumen und Putzen angesagt. Wie langweilig! Aber Frauchen öffnet den Schrank gar nicht, sondern greift nach oben &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich liege gerade so gemütlich auf meinem Sessel in der Diele. Wohlgemerkt, die Betonung liegt auf „<em>meinem</em>“, denn <em>ich</em> habe ihn markiert und somit gehört er <em>mir</em>. Frauchen hat das wohl auch eingesehen, denn sie hat mir eine super weiche und extrem kuschelige Decke darauf gelegt. Und mal ehrlich: Außer meiner Wenigkeit sitzt hier auch niemand.</strong><br />
<span class="dropcap">N</span>aja, manchmal kommt mein Herrchen und hebt mich hoch, setzt sich hin und nimmt mich zum Kraulen auf seinen Schoß. Okay, das ist ja in Ordnung. Aber nur solange <em><strong>ich</strong></em> es auch will.<br />
Also wie gesagt, ich liege da so rum und träume von einer schönen kleinen Maus. Frauchen geht gerade an mir vorbei in Richtung Kellerersatzbereich. Was sie dort nur will? Vielleicht sollte ich mal nachsehen. Ich strecke und recke mich, springe von meinem Sessel und marschiere hinter ihr her. Nur so aus Interesse, denn neugierig bin ich ja nicht. Sie geht direkt zu ihrem Putzschrank, wahrscheinlich ist heute wieder einmal Aufräumen und Putzen angesagt. Wie langweilig!<br />
Aber Frauchen öffnet den Schrank gar nicht, sondern greift nach oben und will vom Schrank etwas herunter holen.<br />
„Oh nein!“, denke ich noch.<br />
Dann ergreift mich die Panik und ich renne weg, so schnell, wie mich meine vier Pfoten rennen lassen. Dabei nehme ich die Kurve sozusagen mit leicht erhöhter Geschwindigkeit und es schleudert mich regelrecht herum. Aber ich kriege die Kurve noch ohne mich zu überschlagen. Ich blicke nach rechts und links, da habe ich es auch schon gefunden. Das beste Versteck aller Zeiten. Ich krieche unter meinen Sessel, denn hier sieht mich niemand, aber ich kann alle beobachten.<br />
„Lottchen, wo bist du?“, höre ich auch schon Frauchen rufen.<br />
Ich ducke mich noch ein bisschen mehr und schiele vorsichtig unter dem Sessel hervor.<br />
„Ich habe mich also nicht getäuscht. Sie hat dieses blöde Transportkörbchen in der Hand, das sie so toll findet. Na, dann soll <strong><em>sie</em></strong> doch da rein. <em><strong>Ich</strong></em> jedenfalls gehe da nicht rein, basta!“, beschließe ich so für mich und gebe keinen einzigen Laut von mir.<br />
Frauchen läuft jetzt treppauf und treppab und sucht mich im ganzen Haus.<br />
„Ha!“, freue ich mich.<br />
Da rüttelt doch auch schon jemand an meinem Sessel.<br />
„Komm raus, Lottchen! Ich hab dich gesehen!“<br />
„Das glaubst auch nur <strong><em>du</em></strong>! So dumm bin<em><strong> ich</strong></em> nicht!“, denke ich mir und husche nach hinten und unter dem Sessel raus. Sogleich verschwinde ich wieder und zwar unter der untersten Treppenstufe.<br />
„So, hier gehe ich nicht mehr weg und holen kann Frauchen mich hier auch nicht. Gewonnen!“, denke ich siegessicher.<br />
Da geht Frauchen plötzlich zum Angriff über. Ich kann es laut und deutlich hören.<br />
„Lottchen komm! Mmh! Lecker!“<br />
Sie hat eine kleine Schachteln in der Hand und schüttelt sie. Ich kann es genau hören, wie die Leckerlies darin herum fallen. Mmh! Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen. Die sind aber auch lecker, fast besser als die kleine Maus, von der ich vorhin geträumt habe. Ich könnte jetzt wirklich schwach werden. Aber genau das will ja Frauchen.<br />
„Nein, ich bin stark und widerstehe meinem Appetit auf diese köstlichen Leckerlies. Das ist doch bestimmt nur eine List!“, überlege ich mir und verhalte mich weiterhin still. Es kostet schon einiges an Überwindung für mich, aber ich bin fest entschlossen nicht nachzugeben.<br />
„Schau mal, Lottchen!“<br />
Frauchen schüttet aus der Schachtel einige Leckerlies auf den Fußboden.<br />
„Du kriegst mich nicht!“, beschließe ich und ringe mit mir. „Ich bleibe hier liegen!“<br />
Da kommt mir doch auf einmal der Zufall zur Hilfe. Das Telefon klingelt und Frauchen spurtet sofort los, um das Gespräch anzunehmen. Ich warte noch ein Weilchen, bis ich sie sprechen höre. Jetzt kann ich es wagen.<br />
Leise und vorsichtig, als wäre ich auf Mäusejagd, schleiche ich mich unter der Stufe hervor und zu den Leckerlies hin.<br />
„Mmh! Mit Käsefüllung! Einfach köstlich!“<br />
Ich bin so vertieft in diese Leckereien, dass ich gar nicht mitbekomme, dass Frauchen das Telefonat schon beendet hat. Ich registriere es erst als zwei Hände nach mir greifen. Ich versuche mich noch zu entwinden, aber leider erfolglos.<br />
„Hab ich dich, du kleiner Racker!“, höre ich Frauchen freudig ausrufen.<br />
Da muss ich ihr recht geben, sie hat mich überlistet.<br />
„Aber in dieses blöde Transportkörbchen gehe ich trotzdem nicht!“, entscheide ich.<br />
Frauchen hält mich ganz fest im Arm und öffnet das Gitter des besagten Körbchens. Sie schiebt mich mit dem Kopf zuerst hinein.<br />
„Das denkst aber auch nur <em><strong>du</strong></em>!“, miaue ich ihr zu, drehe mich um und bin schon wieder mit dem Kopf und den beiden Vorderpfoten draußen.<br />
Aber Frauchen gibt nicht auf. Sie versucht es noch einmal und noch einmal. Ich entwische ihr immer wieder. Ich bin einfach schneller und wendiger als sie. Kein Wunder, denn bis sie das dumme Gitter wieder eingehängt hat, habe ich schon meine Chance zur Flucht ergriffen. Leider lässt sie mich nicht weit kommen. Sie hält sozusagen die Hand über mich und greift sofort wieder zu, damit ich ihr nicht mehr entwischen kann.<br />
„Ein wirklich dummes Spiel ist das!“, rufe ich ihr zu.<br />
„Lottchen!“, sagt sie energisch. „Dieses Spiel gefällt mir gar nicht!“<br />
„<em><strong>Mir</strong></em> auch nicht! Dann höre doch auch endlich auf damit!“, sage ich auf katzianisch.<br />
Frauchen scheint mich überhaupt nicht zu verstehen, denn sie spielt dieses kindische Spiel einfach weiter. Sie legt sogar noch ein paar Leckerlies in den Korb hinein.<br />
„Das ist Bestechung!“, denke ich noch, da klappt sie doch tatsächlich das Gitter hinter mir zu.<br />
Was bleibt mir anderes übrig, als mich so gut es geht in meinem Gefängnis gemütlich hinzulegen. Als Trost für meine Gefangenschaft habe ich ja noch die kleinen Leckerlies mit der Käsefüllung.<br />
„Nein, halt!“, denke ich und muss noch einmal kosten. „Das ist kein Käse! Das ist doch Lachs! Das ist ja eine ganz vorzügliche Bestechung!“<br />
Mittlerweile habe ich schon kapiert, was Frauchen so mit mir vor hat und warum ich diese außerordentlich köstlichen Leckereien in meinem Gefängniskorb habe. Dumm bin ich ja nicht. <em><strong>Ich</strong></em> bin nämlich eine <em><strong>schlaue</strong> </em>Katze.<br />
Warum ich jetzt hier liege, mich meinem Schicksal ergebe und was mit mir weiter passiert, das erzähle ich Euch in der nächsten Geschichte. Also dann, bis zum nächsten Mal! Ihr seid doch hoffentlich alle wieder dabei!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht habt Ihr noch Lust auf mehr Geschichten von mir:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/familienzuwachs/">Familienzuwachs</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/auf-allen-vieren/">Auf allen Vieren</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/lottchen-und-brummbaer-max-auf-verbrecherjagd/">Lottchen und Brummbär Max auf Verbrecherjagd</a></p>
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		<item>
		<title>Im Märchenland</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/im-maerchenland/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/im-maerchenland/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jul 2015 06:49:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Drache]]></category>
		<category><![CDATA[Drachenprinz]]></category>
		<category><![CDATA[erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Klassenzeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Märchenland]]></category>
		<category><![CDATA[Prinz]]></category>
		<category><![CDATA[Prinzessin]]></category>
		<category><![CDATA[Schloss]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://lifetellsstories.de/?p=1308</guid>

					<description><![CDATA[Es war einmal ein Junge mit braunen Haaren, der ging in die dritte Grundschulklasse… So könnte die Einleitung zu der Geschichte beginnen, die ich Euch heute hier vorstellen möchte. Der Junge ist unser Sohn und er ging noch zur Grundschule. Ich habe damals in seiner Klasse eine Klassenzeitung ins Leben gerufen und gemeinsam mit den Schülern erstellt. Der Name der Zeitung lautete: „Klecksi und Klecksinchen“ und die den heutigen Beitrag betreffende Ausgabe hatte den Untertitel: „im Märchenland“ &#160; Damals haben die Kinder selbst Märchen erfunden und speziell für die Klassenzeitung aufgeschrieben. Außerdem gab es darin Fotos einer Märchenaufführung, ein Märchenrezept, verschiedene Rätsel, einen Bastelvorschlag, ein Brettspiel, einen Baum mit Märchensymbolen zum Raten, Witze, ein Leserätsel und einen gemalten Märchenanfang zum Weitererfinden als Vorschlag für einen Sonntagnachmittag mit den Eltern. Heute möchte ich Euch das Märchen vorstellen, das unser Sohn damals erfunden und aufgeschrieben hat: Der Drachenprinz Es war einmal eine schöne Lichtung im Wald, wo ein Schloss stand. In dem Schloss wohnte eine Königsfamilie. Die Prinzessin hieß Prinzessin Tageslicht und der Prinz hieß Peter. Warum &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es war einmal ein Junge mit braunen Haaren, der ging in die dritte Grundschulklasse…</strong></p>
<p><strong>So könnte die Einleitung zu der Geschichte beginnen, die ich Euch heute hier vorstellen möchte. Der Junge ist unser Sohn und er ging noch zur Grundschule. Ich habe damals in seiner Klasse eine Klassenzeitung ins Leben gerufen und gemeinsam mit den Schülern erstellt. </strong></p>
<p><span class="dropcap">D</span>er Name der Zeitung lautete:<br />
<strong>„Klecksi und Klecksinchen“</strong></p>
<p>und die den heutigen Beitrag betreffende Ausgabe hatte den Untertitel:</p>
<p><strong>„im Märchenland“</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>Damals haben die Kinder selbst Märchen erfunden und speziell für die Klassenzeitung aufgeschrieben. Außerdem gab es darin Fotos einer Märchenaufführung, ein Märchenrezept, verschiedene Rätsel, einen Bastelvorschlag, ein Brettspiel, einen Baum mit Märchensymbolen zum Raten, Witze, ein Leserätsel und einen gemalten Märchenanfang zum Weitererfinden als Vorschlag für einen Sonntagnachmittag mit den Eltern.</p>
<p>Heute möchte ich Euch das Märchen vorstellen, das unser Sohn damals erfunden und aufgeschrieben hat:</p>
<p>Der Drachenprinz</p>
<p>Es war einmal eine schöne Lichtung im Wald, wo ein Schloss stand. In dem Schloss wohnte eine Königsfamilie. Die Prinzessin hieß Prinzessin Tageslicht und der Prinz hieß Peter. Warum der Prinz den Namen „der Drachenprinz“ erhalten hat? Das erzähle ich euch jetzt:<br />
Der Drache hauste in einer Höhle nicht weit vom Schloss entfernt. Deswegen wurde das Dorf und das Schloss mit Kanonen, Reitern und Bogenschützen bewacht.<br />
Eines Tages feierte der Prinz seinen achtzehnten Geburtstag. Auf der Geburtstagstafel standen die besten Leckereien, die man sich nur erträumen konnte.<br />
Der Drache roch die Geburtstagstorte. Er kam auch sogleich mit Riesenschritten angetapst und spie Feuer. Der Drache wollte das Schloss verbrennen, doch da roch er noch einmal die Torte und weinte riesengroße Tränen.<br />
Durch die Tränen verwandelte sich der Drache in eine schöne Prinzessin. Prinz Peter verliebte sich in die Drachenprinzessin und sie verliebte sich in ihn. Beide heirateten am selben Tag. Von diesem Tag an wurde Peter der Drachenprinz genannt.<br />
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.</p>
<p>Drachenende</p>
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<p>Es sind ganz tolle Märchen bei der Erstellung dieser Klassenzeitung heraus gekommen. Während ich in der allerersten Ausgabe noch Schwungübungen für die Schüler abgedruckt hatte, wurde diese Klassenzeitung in der dritten Klasse nahezu vollständig von den Kindern unter meiner Leitung erstellt. Sie konnten jetzt schon ganze Geschichten schreiben, haben tatkräftig mitgearbeitet und waren mit Freude an der Erstellung ihrer Zeitung dabei. So schrieb ich damals auch in einem Schlusswort:</p>
<p>„… wir können alle recht stolz auf Euch sein!<br />
Ein ganz, ganz großes Lob!!!<br />
Vielleicht hat Carolin wirklich recht, wenn sie sagt, ‚Ich glaube wir werden alle noch Schriftsteller!‘ “</p>
<p>Ich hoffe Euch hat mein kleiner Ausflug in die Märchenwelt und zum Drachenprinz Peter gefallen.<br />
Den Schülern und mir hat damals die Erstellung der Klassenzeitung sehr viel Spaß gemacht und ich bin froh, dass ich noch meine Exemplare von den verschiedenen Ausgaben aufgehoben habe. Bestimmt werde ich Euch irgendwann noch mehr über „Klecksi und Klecksinchen&#8220; erzählen.</p>
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<p>Vielleicht möchtet Ihr auch noch das lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/vaters-lieblingsfilm/">Vater und Sohn</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wenn-der-vater-mit-dem-sohn/">Wenn der Vater mit dem Sohn</a></p>
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