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	<title>Arbeit &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Auf dem Weg zur Arbeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Oct 2022 19:26:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Brechstange]]></category>
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					<description><![CDATA[Tina sitzt im Auto und schaltet das Radio ein. Sie hat keine Ahnung, welcher Sender gerade eingestellt ist. Eigentlich will sie nur ein bisschen Musik hören, landet aber mitten in einer Berichterstattung des Moderators. Nein, es geht nicht um irgendwelche aktuellen Ereignisse, die das Weltgeschehen beeinflussen. Es handelt sich um ein ganz persönliches Ereignis des besagten Herrn am Mikrofon:  „Heute Morgen“, berichtet er, „bin ich von meiner Arbeitskollegin gefragt worden, wieso ich mit der Brechstange zur Arbeit erscheine.“ Allein dieser Satz erregt Tinas Aufmerksamkeit als Radiohörerin und obwohl sie inzwischen schon an ihrem Ziel angekommen ist, bleibt sie noch im Auto sitzen und lauscht der Erzählung des Moderators: „Meine Kollegin hat mich sogar augenzwinkernd und grinsend gefragt, ob ich als Einbrecher unterwegs sei“, berichtet er mit sympathisch klingender Stimme. Ehrlich schildert er, was ihm auf dem Weg zur Arbeit passiert ist und Tina spürt, dass dieser Mann über sich selbst und sein Missgeschick lachen kann. „Ich fange am Besten ganz von vorne an&#8220;, sagt er:  &#8222;Wenn ich mich morgens auf den Weg zur Arbeit mache, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Tina sitzt im Auto und schaltet das Radio ein. Sie hat keine Ahnung, welcher Sender gerade eingestellt ist. Eigentlich will sie nur ein bisschen Musik hören, landet aber mitten in einer Berichterstattung des Moderators. Nein, es geht nicht um irgendwelche aktuellen Ereignisse, die das Weltgeschehen beeinflussen. Es handelt sich um ein ganz persönliches Ereignis des besagten Herrn am Mikrofon:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Heute Morgen“, berichtet er, „bin ich von meiner Arbeitskollegin gefragt worden, wieso ich mit der Brechstange zur Arbeit erscheine.“</p>
<p>Allein dieser Satz erregt Tinas Aufmerksamkeit als Radiohörerin und obwohl sie inzwischen schon an ihrem Ziel angekommen ist, bleibt sie noch im Auto sitzen und lauscht der Erzählung des Moderators:</p>
<p>„Meine Kollegin hat mich sogar augenzwinkernd und grinsend gefragt, ob ich als Einbrecher unterwegs sei“, berichtet er mit sympathisch klingender Stimme. Ehrlich schildert er, was ihm auf dem Weg zur Arbeit passiert ist und Tina spürt, dass dieser Mann über sich selbst und sein Missgeschick lachen kann.</p>
<p>„Ich fange am Besten ganz von vorne an&#8220;, sagt er:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>&#8222;Wenn ich mich morgens auf den Weg zur Arbeit mache, dann stecke ich mir erst einmal meine AirPods in die Ohren, also diese drahtlosen Ohrhörer. Dann ist das S-Bahnfahren nicht so langweilig und mit Musik am Morgen beginnt der Tag beschwingt und fröhlich. Naja“, seufzt der Moderator, „leider haben die Dinger manchmal die Angewohnheit aus dem Ohr zu flutschen. Und genau das ist mir passiert.“</p>
<p>Tina kann sich einen leisen Lacher nicht verkneifen, denn irgendwie ahnt sie schon, was diesem netten jungen Mann wohl passiert ist. Interessiert lauscht sie weiter den Ausführungen:</p>
<p>„Das wäre an sich ja nicht so schlimm, aber ausgerechnet ist mir der Ohrhörer zwischen die Schlitze des Gullydeckels gerutscht und in den Tiefen verschwunden. Zum Glück war ich erst eine Straßenecke von meiner Wohnung entfernt und so bin wieder nach Hause gerannt und habe die Brechstange aus dem Keller geholt.“</p>
<p>„Das erklärt die Brechstange“, denkt Tina genau in dem Moment, als der Moderator weiterspricht und erneut ihre Aufmerksamkeit weckt:</p>
<p>&#8222;Den Deckel anzuheben und zur Seite zu schieben, war mit diesem Hilfsmittel gar nicht so schwer. Allerdings musste ich nun erst einmal nach dem Ohrhörer suchen. Hierfür legte ich die Brechstange zur Seite und mich selbst auf den Bauch. Mit der rechten Hand griff ich in die Tiefe.“</p>
<p>Tina stellt sich die gesamte Situation bildlich vor und grinst im Auto vor sich hin, als der Moderator seine Pointe positioniert:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Ich bekam tatsächlich den Ohrhörer zu fassen und ich wollte gerade wieder aufstehen, als ich plötzlich von hinten eine Frauenstimme vernahm:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>‚Um Himmelswillen‘, rief die Frau, die wohl meine Bauchlage mit der neben mir liegenden Brechstange in Verbindung setzte.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>‚Hat man Sie überfallen?’“</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p><span class="Apple-converted-space"> </span></p>
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		<title>Der Alte und der Neue</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jul 2021 14:07:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[alt]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ecke]]></category>
		<category><![CDATA[Haus]]></category>
		<category><![CDATA[Tag]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist ein sonniger Tag, ich freue mich auf meine Arbeit. Doch plötzlich bringt die Hausherrin einen funkelnagelneuen Besen. „Jetzt hast du ausgedient“, sagt sie zu mir und stellt mich in die Ecke. „Der Neue ist viel schöner, so sauber. Mit ihm geht die Arbeit bestimmt viel flotter und besser.“ Ich muss zugeben, dass ich schmutzig, ziemlich abgenutzt und auch geschrumpft bin. Mit Eifer geht sie ans Werk. „Da macht die Arbeit richtig Spaß!“, ruft sie aus, doch nach einer Weile tauscht sie ihn gegen mich aus. Tja, denke ich, neue Besen kehren gut, aber die Alten kennen die Ecken. &#160; Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: In die Jahre gekommen Ärger mit dem verflixten kleinen Ding Fräulein Tussnelda &#160;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ein sonniger Tag, ich freue mich auf meine Arbeit. Doch plötzlich bringt die Hausherrin einen funkelnagelneuen Besen. „Jetzt hast du ausgedient“, sagt sie zu mir und stellt mich in die Ecke. „Der Neue ist viel schöner, so sauber. Mit ihm geht die Arbeit bestimmt viel flotter und besser.“<br />
Ich muss zugeben, dass ich schmutzig, ziemlich abgenutzt und auch geschrumpft bin. Mit Eifer geht sie ans Werk. „Da macht die Arbeit richtig Spaß!“, ruft sie aus, doch nach einer Weile tauscht sie ihn gegen mich aus. Tja, denke ich, neue Besen kehren gut, aber die Alten kennen die Ecken.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>In die Jahre gekommen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Jun 2019 17:45:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Fügung]]></category>
		<category><![CDATA[Gestell]]></category>
		<category><![CDATA[glücklich]]></category>
		<category><![CDATA[Jahre]]></category>
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		<category><![CDATA[Strom]]></category>
		<category><![CDATA[treue Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Zickzack]]></category>
		<category><![CDATA[zu Hause]]></category>
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					<description><![CDATA[„Jung bin ich nicht mehr, aber immer noch nett anzusehen. Leider ist mein Geburtsdatum irgendwie in Vergessenheit geraten, genauso wie mein Geburtsort. Wenn ich es mal so gedanklich überschlage, dann müsste ich so langsam aber sicher auf die neunzig zugehen. Meine Haube hat schon ein paar Macken und meine kleine Ablagefläche auch, aber eingestaubt bin ich dank der guten Pflege noch nicht. Mit ein bisschen Politur für das Holz, Farbe für mein Gestell, einem neuen Lederriemen, eine neue Nadel und ein paar Tropfen Öl für die Maschine komme ich doch glatt wieder in Schwung.  Naja, mit den jungen Dingern kann ich nicht mehr so recht mithalten. Die sind einfach schneller als ich. Aber in meinem Alter ist man eben ein bisschen langsamer. Auch der ganze neumodische Kram ist mir fremd und programmieren lasse ich mich schon gar nicht. Im Leben kommt es nicht immer auf Schnelligkeit an, aber ich muss sagen, Zickzack und Geradeaus klappt immer noch ganz prima bei mir. Wenn man so wie ich in die Tage gekommen ist, dann denkt man schon &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Jung bin ich nicht mehr, aber immer noch nett anzusehen. Leider ist mein Geburtsdatum irgendwie in Vergessenheit geraten, genauso wie mein Geburtsort. Wenn ich es mal so gedanklich überschlage, dann müsste ich so langsam aber sicher auf die neunzig zugehen. Meine Haube hat schon ein paar Macken und meine kleine Ablagefläche auch, aber eingestaubt bin ich dank der guten Pflege noch nicht. Mit ein bisschen Politur für das Holz, Farbe für mein Gestell, einem neuen Lederriemen, eine neue Nadel und ein paar Tropfen Öl für die Maschine komme ich doch glatt wieder in Schwung. </strong></p>
<p><span class="dropcap">N</span>aja, mit den jungen Dingern kann ich nicht mehr so recht mithalten. Die sind einfach schneller als ich. Aber in meinem Alter ist man eben ein bisschen langsamer. Auch der ganze neumodische Kram ist mir fremd und programmieren lasse ich mich schon gar nicht. Im Leben kommt es nicht immer auf Schnelligkeit an, aber ich muss sagen, Zickzack und Geradeaus klappt immer noch ganz prima bei mir.<br />
Wenn man so wie ich in die Tage gekommen ist, dann denkt man schon gar manches Mal an früher und lässt sein Leben an sich vorüber ziehen. Von Kindheitstagen an habe ich viel gearbeitet, manchmal wurde ich sacht und manchmal schwer und hart getreten. Aber ich habe immer tapfer weiter gearbeitet und unermüdlich meinen Dienst verrichtet. Ja, manchmal gab es kleine Zwischenfälle. Wenn man mir zuviel zugemutet hatte, konnte es schon mal vorkommen, dass es zu Brüchen oder anderen Verschleißerscheinungen kam. In den meisten Fällen jedoch kam nur eine neue Nadel zum Einsatz. Mehrmals wurde ich jedoch in meinem Leben so stark und schnell getreten, dass die Erneuerung des Lederriemens unvermeidbar war. Sparsam war ich mein ganzes Leben lang. Strom und Elektronik sind für mich Fremdwörter. Allein die Antriebskraft meiner Gebieterin und der eigene daraus resultierende Schwung weckte bei mir die Lebensgeister und ließ mich auf Hochtouren laufen. Ohne mich selbst zu loben, kann ich von mir sagen, dass ich meine Arbeit immer zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten erledigt habe. Ich hatte ein erfülltes Leben. Und nun genieße ich meinen wohlverdienten Ruhestand. Doch es hätte auch anders kommen können. Ob es jetzt Glück, Zufall oder Bestimmung war, lässt sich im Nachhinein schwer sagen. Ich bin jedoch froh, dass es so gekommen ist, wie es jetzt ist.<br />
Ich habe ganz viele Jahre meine treuen Dienste bei einer lieben und fleißigen Frau geleistet. Sie hat mir viel abverlangt. Manchmal musste ich auch nachts arbeiten, wenn die anderen schon schliefen. Dafür konnte ich dann tagsüber ruhen, aber sie musste auch dann arbeiten. Sie versorgte ihren Haushalt, kümmerte sich um ihren Mann und die gemeinsamen Kinder. Die Zeiten, besonders im Krieg und danach, waren hart und alle Menschen mussten schwer arbeiten. Es fehlte an Geld und oft auch an Nahrung und Kleidung. Ohne mich wäre die Familie jedoch noch ärmer gewesen. Ich half beim Überleben. Damals zum Beispiel als des Schusters Kinder neue Kleider brauchten, war ich da und nähte zwei Nächte und zwei Tage. Dafür bekam die Frau, die mich bediente, ein paar neue Schuhe für sich und ihr Kind. Auch die Bäckersfrau hätte ohne mich keine neuen Gardinen und der Metzger keinen neuen Kittel bekommen. Als Gegenleistung gab es Brot und Wurst dafür.<br />
Später, als die Zeiten besser waren, nähte ich das Hochzeitskleid für die liebe Frau oder das Taufkleid für ihr Kind. Manchmal musste ich stopfen, ändern, kürzen oder etwas weiter beziehungsweise enger nähen, aber nichts machte mir so viel Freude wie etwas neu zu erschaffen und damit Menschen glücklich und anziehend zu machen. Für mich gab es nach getaner Arbeit immer ein sanftes Streichen über meine Oberfläche, was für mich einem großen Lob gleich kam.<br />
Die Jahre vergingen und ehe ich mich versah, wurde ich immer weniger gebraucht. Ich wurde nicht mehr so schnell und auch nicht mehr so hart getreten. Naja, wenn ich ehrlich bin, ein wenig müde war ich inzwischen auch geworden. Aber zum alten Eisen gehörte ich trotzdem noch nicht. Auch sprach man jetzt von den neueren und jüngeren Modellen, die mit allen möglichen Raffinessen ausgestattet waren und flink und fehlerlos ihre Arbeit verrichteten. Allerdings muss ich sagen, ohne Strom geht bei ihnen nichts. Ich hingegen war und bin immer und überall einsatzbereit.<br />
Dann kam, was kommen musste. Ein letztes Mal wurde meine Schublade geöffnet, ein Faden durch das Nadelöhr gezogen. Zum letzten Mal wurde ein Stoff unter meinem Füßchen hindurch gezogen und ein letztes Mal vereinten sich Stoff und Faden und ließen mit Hilfe der Nadel eine saubere und gerade Naht entstehen. Danach schloss sich meine Schublade zum vorerst letzten Mal und senkte sich die Haube endgültig über mich.<br />
Die liebe und fleißige Frau, die mich immer bedient hatte, war für immer gegangen. Man hatte sie zu Grabe getragen und ich stand nun unbeachtet in einer Ecke der Wohnung. Traurigkeit breitete sich aus. Ich dachte schon, dass auch mein letztes Stündlein geschlagen hätte und ich sah mich schon beim Sperrmüll. Sicher würde ich zu irgendwelchem Unrat hinzu geworfen. Teile würden abbrechen, mein Holz würde splittern und mein Leben wäre ausgehaucht.<br />
Doch dann geschah das, was ich heute Fügung nennen möchte. Der Ehemann der lieben verstorbenen Frau wollte nicht mehr einsam sein und wagte sich wieder unter Menschen. Er ging hin und wieder in einen Altenclub. Dort traf er eine Oma dessen Enkelsohn gerade mit seiner zukünftigen Frau eine gemeinsame Wohnung beziehen wollte. Leider mangelte es den jungen Leuten nicht nur an Geld, sondern auch an Möbelstücken und anderen Dingen. Die beiden alten Leutchen kamen miteinander ins Gespräch und noch am selben Tag wechselte ich meinen Wohnort, mitsamt dem kompletten Inhalt meiner Schublade. Zuerst kam ich zu der Oma, wurde aber dann abgeholt und landete im Wohnzimmer bei dem jungen Pärchen. Sie polierten und wienerten mich, so dass ich bald wieder in meiner vollen Schönheit erstrahlte. Ich sollte noch dreimal mit meinen Besitzern umziehen. Ich erlebte wie sie eine Familie wurden und ein Baby kam, das Kind heranwuchs und erwachsen wurde. Doch jetzt hat man mir schon seit mehr als zwanzig Jahren einen Ehrenplatz zugewiesen, an dem ich von jedem der im Haus ein und aus geht, gesehen werde. Ich werde gelobt, gepflegt und gehütet. Man spricht in lobenden Worten über mich und streicht achtungsvoll über meine Haube und manchmal lüftet man diese, um mich stolz zu präsentieren. Und Lottchen, das kleine Kätzchen, streicht schmeichelnd um mein Gestell. Hier bin ich zu Hause, rundum zufrieden und glücklich.“</p>
<p>Und hier noch ein paar Fotos von mir:</p>
<p>Das &#8222;Singer&#8220;-Zeichen auf der Haube</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Zeichen.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-1162 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Zeichen-1024x682.jpg" alt="1200px-Zeichen" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Zeichen-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Zeichen-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Zeichen-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Zeichen.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a></p>
<p>Die Nähmaschine</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Maschine-m.-Gestell.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-1155 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Maschine-m.-Gestell-1024x682.jpg" alt="1200px-Maschine m. Gestell" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Maschine-m.-Gestell-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Maschine-m.-Gestell-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Maschine-m.-Gestell-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Maschine-m.-Gestell.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Naehmaschine-1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-1523 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Naehmaschine-1-1024x682.jpg" alt="1200px-Naehmaschine 1" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Naehmaschine-1-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Naehmaschine-1-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Naehmaschine-1-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Naehmaschine-1.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a></p>
<p>Das Zeichen am Gestell</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Gestell.-JPG.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1158 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Gestell.-JPG-1024x682.jpg" alt="1200px-Gestell. JPG" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Gestell.-JPG-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Gestell.-JPG-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Gestell.-JPG-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Gestell.-JPG.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a></p>
<p>Das Pedal</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Pedal.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1160 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Pedal-1024x682.jpg" alt="1200px-Pedal" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Pedal-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Pedal-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Pedal-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Pedal.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a></p>
<p>Der Schubladeninhalt</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Schubladeninhalt.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1161 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Schubladeninhalt-1024x682.jpg" alt="1200px-Schubladeninhalt" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Schubladeninhalt-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Schubladeninhalt-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Schubladeninhalt-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Schubladeninhalt.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Die Arbeit ruft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Apr 2019 10:06:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Besuch]]></category>
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		<category><![CDATA[Kuchen]]></category>
		<category><![CDATA[Schere]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnzimmer]]></category>
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					<description><![CDATA[In meiner heutigen Geschichte möchte ich meinen Mann zu Wort kommen lassen, d.h. ich erzähle aus seiner Sicht. Die Empathie, also das Einfühlungsvermögen in andere Menschen und deren Gefühle kommt mir hierbei zugute. In diesem Fall ist es gar nicht so schwierig, denn erstens kenne ich meinen Gatten mittlerweile seit über 40 Jahren und zweitens bin ich selbst schon in die eine oder andere ähnliche Situation geraten. Also lasst Euch überraschen, was mein Peter so erlebt: Es ist Wochenende, genauer gesagt: Sonntag. Für den Nachmittag und Abend haben wir mehrere Gäste zum Kaffeetrinken mit anschließendem Grillen eingeladen. Als ich aufwache, bemerke ich, dass Astrid schon aufgestanden ist, denn aus der Küche dringen eindeutige Laute nach oben an mein Ohr.  „Ach ja, sie ist mit den Vorbereitungen zum Kaffeetrinken beschäftigt, also Kuchenbacken und so“, denke ich mir und habe keine Lust die Augen zu öffnen. Aber irgendwie kommt es mir so vor, als hätte sie mir gestern eine Aufgabe übertragen. „Jetzt fällt es mir wieder ein“, besinne ich mich. „Astrid hat mich gebeten das Wohnzimmer auszusaugen. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In meiner heutigen Geschichte möchte ich meinen Mann zu Wort kommen lassen, d.h. ich erzähle aus seiner Sicht. Die Empathie, also das Einfühlungsvermögen in andere Menschen und deren Gefühle kommt mir hierbei zugute. In diesem Fall ist es gar nicht so schwierig, denn erstens kenne ich meinen Gatten mittlerweile seit über 40 Jahren und zweitens bin ich selbst schon in die eine oder andere ähnliche Situation geraten. Also lasst Euch überraschen, was mein Peter so erlebt:</strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>s ist Wochenende, genauer gesagt: Sonntag. Für den Nachmittag und Abend haben wir mehrere Gäste zum Kaffeetrinken mit anschließendem Grillen eingeladen. Als ich aufwache, bemerke ich, dass Astrid schon aufgestanden ist, denn aus der Küche dringen eindeutige Laute nach oben an mein Ohr.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Ach ja, sie ist mit den Vorbereitungen zum Kaffeetrinken beschäftigt, also Kuchenbacken und so“, denke ich mir und habe keine Lust die Augen zu öffnen. Aber irgendwie kommt es mir so vor, als hätte sie mir gestern eine Aufgabe übertragen.<br />
„Jetzt fällt es mir wieder ein“, besinne ich mich. „Astrid hat mich gebeten das Wohnzimmer auszusaugen. Okay, allerdings brauche ich erst einmal einen Kaffee.“<br />
Als ich unten in der Küche erscheine, steht das ersehnte heiße und köstlich duftende Getränk schon für mich bereit.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Ach, ist es schön, wenn man eine treusorgende Ehefrau hat“, überlege ich noch, da sehe ich, dass meine Gattin sich die Haare rauft. Augenblicklich teilt sie mir auch schon mit, dass die Sahne sich nicht schlagen lässt. Tja und als diese es endlich tut, wird aus ihr letztendlich Butter.<br />
Ich ahne die Katastrophe, die unweigerlich hereinbrechen wird, wenn nun kein anderer Becher Schlagsahne mehr im Kühlschrank steht.<br />
„Wenn es wieder nicht klappt, dann habe ich nichts mehr und was mache ich dann?“, fragt sie mich entsetzt.<br />
„Ich besorge dir welche, ganz einfach!“<br />
„Nein, so einfach ist es nicht“, erklärt sie mir und ich bemerke, dass mich ihre Augen ganz traurig und entsetzt ansehen. „Heute ist doch Sonntag!“<br />
Dann sagt sie erst einmal nichts mehr und ich vernehme nur das Surren des Mixers. Kurz darauf kommt die Erlösung.<br />
„Alles gut!“, strahlt Astrid. „Schau her, perfekt geschlagene Sahne!“<br />
Das macht natürlich auch mich glücklich, denn ich muss mich jetzt nicht ins Auto schwingen, um den gesamten Freundeskreis und die halbe Stadt nach Schlagsahne zu durchforsten. Außerdem freue ich mich schon auf den Kuchen, der allerdings erst angeschnitten werden darf, wenn der Besuch da ist. Obwohl Astrid insgesamt vier verschiedene Kuchen gebacken hat, ist sie da sehr genau. Der Gast ist König und somit hat auch nur er das Privileg das erste Stück dieser Köstlichkeiten<span class="Apple-converted-space">  </span>zu ergattern.<br />
„Du hast auch heute Nacht noch von dem Lauchsalat genascht“, tadelt sie mich.<br />
„Ich dachte, ich hätte alle Spuren beseitigt“, grinse ich. „Ich wollte doch nur mal kosten. Er schmeckt übrigens lecker.“<br />
Um weiteren Beinahe &#8211; Katastrophen zu entgehen, füge ich schnell noch hinzu: „Ich mach mich dann mal an die Arbeit und sauge das Wohnzimmer aus.“<br />
Beim Staubsaugen kann man so schön seinen Gedanken nachhängen und so arbeite ich mich Stück für Stück vor, bis zur Fensterfront zum Garten hin.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Wenn wir durch die Schiebetür auf die Terrasse hinaus gehen, dann sollte ich vielleicht auch noch die Schiene aussaugen“, überlege ich und schiebe das Element auf. Hierbei fällt mir auf, dass die Verriegelung ein bisschen Öl gebrauchen könnte, damit sie wieder besser gangbar ist.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
So marschiere ich in den Keller, um das Silikonöl zu holen. Währenddessen fällt mir ein, dass unsere Schlafzimmertür quietschende Laute von sich gibt. Also schnell hoch zum Schlafzimmer, die Tür ausgehängt, die Scharniere geölt und die Tür wieder eingehängt. Fertig.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Ach“, denke ich, „der Rollladen gleitet mit Silikonöl auch besser.“<br />
Gedacht, getan! Und nun wieder ein Stockwerk tiefer, zurück zu der Fensterfront.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Wenn man schon mal bei der Arbeit ist, sollte man auch die Fensterrahmen und Schienen der drei Glastüren im Erker säubern. Astrid freut sich bestimmt!“, kommt mir der Gedanke.<br />
Schon beim Öffnen der ersten Glastür bemerke ich, dass der starke Wind heute Nacht im Garten einiges durcheinander gepustet hat. Unter anderem hat er einen Ast von einem Busch abgeknickt , so dass dieser zur Erde hinunter hängt.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Den muss ich unbedingt abschneiden!“, befehle ich mir selbst. „Wo ist<span class="Apple-converted-space">  </span>nur die Gartenschere? Ach, die habe ich ja gestern ins Gartenhaus gelegt.“<br />
Nichts wie hin zum Gartenhäuschen und die Schere gesucht, die aber mittlerweile wie durch Geisterhand nicht mehr an dem von mir vermuteten Platz liegt. Schließlich finde ich sie auf dem kleinen Gartentisch, der in unserer Gartenlaube steht.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Was wollte ich doch gleich? Ja klar, der Ast!“<br />
Abgezwickt ist er schnell. Als ich ihn zur Schubkarre trage, wo ich ihn erst einmal deponiere, fällt mir auf, dass das Efeu rund um unseren Teich reichlich gewachsen ist. Also, schnipp, schnapp und ab mit den langen Trieben. Gedankenverloren widme ich mich meiner neuen Aufgabe, da vernehme ich die verwunderte Stimme meiner Frau, die gerade den Abfall zur Mülltonne bringt.<br />
„Was machst du da eigentlich?“<br />
„Ich? Na, das Wohnzimmer aussaugen, siehst du das nicht?“, erwidere ich und schaue selbst etwas verdutzt auf die Gartenschere in meiner Hand.</p>
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		<title>Goldener Herbst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Oct 2017 16:43:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Entschuldigung]]></category>
		<category><![CDATA[Gartenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Herbst]]></category>
		<category><![CDATA[Müll]]></category>
		<category><![CDATA[Weiber]]></category>
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					<description><![CDATA[Endlich ist er da: Der goldene Herbst, so wie ich ihn liebe. Keine Kälte, keine Nässe und auch kein Nebel. Purer Sonnenschein. Ich weiß, er wird heute nur für wenige Stunden bleiben, denn wie gesagt, es ist ja schon Herbst. Ich kann nicht anders, ich muss diese Zeit nutzen und Sonne tanken. Außerdem ist es Sonntag und mir läuft die Arbeit sowieso nicht weg. Also mache ich mir eine Tasse Tee, gehe hinaus in unseren Garten und setze mich auf einen der beiden Liegestühle, die genau für solche Gelegenheiten noch nicht im Gartenhaus verstaut sind. Ich richte ihn mir aus und recke mein Gesicht der Sonne entgegen, deren Strahlen mich sanft an der Nase kitzeln. Die Augen geschlossen, lausche ich der Stille, die eigentlich keine ist. Aus der Ferne klingen Kirchenglocken und aus unseren Bäumen dringt sogar noch ein zartes Vogelgezwitscher zu mir herüber. „So kann es bleiben“, denke ich mir und blicke mich in unserem Garten um. Mein Mann kommt mit einer Tasse Kaffee in der Hand zu mir und lässt sich auf dem &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Endlich ist er da: Der goldene Herbst, so wie ich ihn liebe. Keine Kälte, keine Nässe und auch kein Nebel. Purer Sonnenschein. Ich weiß, er wird heute nur für wenige Stunden bleiben, denn wie gesagt, es ist ja schon Herbst. Ich kann nicht anders, ich muss diese Zeit nutzen und Sonne tanken. Außerdem ist es Sonntag und mir läuft die Arbeit sowieso nicht weg.</strong><br />
<span class="dropcap">A</span>lso mache ich mir eine Tasse Tee, gehe hinaus in unseren Garten und setze mich auf einen der beiden Liegestühle, die genau für solche Gelegenheiten noch nicht im Gartenhaus verstaut sind. Ich richte ihn mir aus und recke mein Gesicht der Sonne entgegen, deren Strahlen mich sanft an der Nase kitzeln. Die Augen geschlossen, lausche ich der Stille, die eigentlich keine ist. Aus der Ferne klingen Kirchenglocken und aus unseren Bäumen dringt sogar noch ein zartes Vogelgezwitscher zu mir herüber.<br />
„So kann es bleiben“, denke ich mir und blicke mich in unserem Garten um.<br />
Mein Mann kommt mit einer Tasse Kaffee in der Hand zu mir und lässt sich auf dem zweiten Liegestuhl nieder.<br />
„Unser Garten gefällt mir“, sagt er und ich nicke stumm als Bestätigung.<br />
„Ich werde nachher die Tulpenzwiebeln einsetzen, die ich mir gestern besorgt habe“, überlege ich in Gedanken. Oder sollte ich es doch laut gesagt haben? Mein Mann meint nämlich: „Hie und da muss ich noch ein bisschen was wegschneiden und den einen oder anderen Busch wieder in Form bringen.“<br />
„Womit wir beim Thema „Arbeit“ wären“, durchzuckt es meine Gedankengänge und ich erhebe mich, weil mir mein voller Mülleimer in der Küche eingefallen ist.<br />
Als ich meinen Müll zur Tonne trage, sehe ich aus den Augenwinkeln, dass sich mein Mann die Gartenschere gegriffen hat.<br />
„Hey!“, ruft es plötzlich. „Warum musst du ausgerechnet hier entlang gehen?“<br />
„Igitt!“, rufe ich aus und versuche es abzustreifen. „Ich hasse das!“<br />
„Ich auch!“, erklingt es von irgendwo her.<br />
Ich drehe mich um, kann aber niemand sehen. Wieder versuche ich es abzustreifen und weil ich es so ekelig finde, schüttelt es mich.<br />
„Ich habe mir so viel Mühe gegeben!“, höre ich. „Und dann kommst du daher!“<br />
Inzwischen ärgere ich mich über mich selber, denn es ist nicht das erste Mal, dass es mir an dieser Stelle passiert ist. Somit sollte ich es doch mittlerweile wissen, &#8211; zumindest, dass die Gefahr besteht, dass …<br />
„Weißt du überhaupt, wie lange es gedauert hat, bis ich damit fertig war. Immerhin war ich kurz vor der Vollendung.“<br />
Ich kratze mich am Kopf und werfe meinen Müll in die Tonne. Bevor ich um die Ecke gehe, höre ich schon wieder diese Stimme:<br />
„Zumindest entschuldigen könntest du dich bei mir!“<br />
Jetzt platzt mir aber der Kragen und ich schreie heraus:<br />
„Wer sich bei wem entschuldigen sollte, das ist noch die Frage! Du solltest es bei mir tun. Immerhin habe ich jetzt den Ärger.“<br />
„Und was ist mit meinem Ärger? Ich muss jetzt wieder von vorne beginnen. Auf meine Entschuldigung kannst du lange warten! Dankbar solltest du mir sein!“<br />
„Dankbar? Ich? Dir?“<br />
Ich schnappe nach Luft, um meiner Empörung Ausdruck zu verleihen. Auf dieser Welt kann man sich nur noch wundern.<br />
„So eine Unverschämtheit!“, murre ich.<br />
„Aber sicher solltest du es tun. Früher hätten sich die jungen Mädchen gefreut, weil sie dann glaubten, dass ihnen eine baldige Hochzeit bevorsteht.“<br />
„Ich freue mich aber nicht. Ein junges Mädchen bin ich nicht mehr und verheiratet bin ich außerdem auch schon!“, blaffe ich zurück.<br />
„Mit wem redest du hier eigentlich?“, will mein Mann wissen, als er auf mich zukommt. Doch bevor ich antworten kann, zupft er mir lachend etwas aus dem Haar.<br />
„Ja, ja, der Altweibersommer mit seinen Spinnweben im Haar! &#8211; Die arme Spinne ärgert sich bestimmt, dass du ihr Netz zerstört hast, das sie mit mühevoller Arbeit gewebt hat.“</p>
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