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	<title>Angst &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Vom Winde verweht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Oct 2021 06:55:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[dunkel]]></category>
		<category><![CDATA[Kind]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich bin Laubinchen, ein Blatt. Vielleicht bist du mir schon einmal begegnet. Auf jeden Fall kennst du meine Schwestern und Brüder. Wir sind nämlich eine sehr große Familie. Wenn wir alle versammelt sind, nennt man uns Laub. Wir wohnen auf den Laubbäumen und sind im ganzen Land verteilt. Wenn der Baum groß und kräftig ist, also sozusagen schon ausgewachsen, dann hängen bestimmt 100 000 meiner Schwestern und Brüder an ihm. Obwohl es von uns so viele gibt, die sich auch noch alle ähneln, ist trotzdem jeder von uns einzigartig.  Im Frühjahr, wenn es langsam wärmer wird und die Sonne ihre wärmenden Strahlen zur Erde schickt, dann brechen wir aus den Blatthöckern heraus und lassen den einst kahlen Baum ergrünen. Die Menschen freuen sich dann und sagen, dass die Natur wieder erwacht. Im Herbst, wenn wir dann unser Grün gegen Gelb, Braun und Rot austauschen, erfreuen wir die Menschen wieder mit unserer Farbenpracht. Wenn wir unseren Farbstoff Chlorophyll abgebaut haben, dann dauert es nicht mehr lange und und wir fallen zu Boden. Der Baum ist dann &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<header class="entry-header">
<h1 class="entry-title"><strong style="font-size: 15px; color: #191919; font-family: 'Libre Baskerville', Georgia, serif;">Ich bin Laubinchen, ein Blatt. Vielleicht bist du mir schon einmal begegnet. Auf jeden Fall kennst du meine Schwestern und Brüder. Wir sind nämlich eine sehr große Familie. Wenn wir alle versammelt sind, nennt man uns Laub. Wir wohnen auf den Laubbäumen und sind im ganzen Land verteilt. Wenn der Baum groß und kräftig ist, also sozusagen schon ausgewachsen, dann hängen bestimmt 100 000 meiner Schwestern und Brüder an ihm. Obwohl es von uns so viele gibt, die sich auch noch alle ähneln, ist trotzdem jeder von uns einzigartig. </strong></h1>
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<p><span class="dropcap">I</span>m Frühjahr, wenn es langsam wärmer wird und die Sonne ihre wärmenden Strahlen zur Erde schickt, dann brechen wir aus den Blatthöckern heraus und lassen den einst kahlen Baum ergrünen. Die Menschen freuen sich dann und sagen, dass die Natur wieder erwacht.<br />
Im Herbst, wenn wir dann unser Grün gegen Gelb, Braun und Rot austauschen, erfreuen wir die Menschen wieder mit unserer Farbenpracht. Wenn wir unseren Farbstoff Chlorophyll abgebaut haben, dann dauert es nicht mehr lange und und wir fallen zu Boden. Der Baum ist dann kahl und im Frühjahr kommen wieder neue grüne Blätter, also weitere Geschwister von mir. Das ist ein ewiger Kreislauf.<br />
Auch ich bin jetzt vom Baum gefallen und liege mit meinen Familienmitgliedern auf der Erde. Die ganze Wiese rund um den Baum haben wir inzwischen schon abgedeckt. Für die Käfer, Würmer, Igel, anderes kleines Getier und das Gras sind wir jetzt eine wärmende Schicht. Und gegenseitig halten wir uns natürlich auch warm, denn jetzt kann es schon ganz schön kalt werden in den Nächten und auch die Tage sind bereits kühler.<br />
Gerade waren Kinder auf der Wiese. Sie sind durch das Laub gestampft und haben uns in die Höhe geworfen. Dabei sind wir Blätter ganz schön durcheinander gerüttelt und geschüttelt worden. Plötzlich ist kein Blatt mehr da, wo es vorher lag. Auch ich liege jetzt weit von meinem Baum entfernt. Ich brauche aber keine Angst zu haben, denn ich bin ja nicht allein. Es hat Spaß gemacht herumzuwirbeln und ich warte auf eine Kinderhand, die mich wieder hoch wirft. Aber die Kinder müssen nach Hause, denn es wird gleich dunkel.<br />
Eigentlich fürchte ich die Dunkelheit nicht, weil ich ja schon immer Tag und Nacht draußen war.<br />
Inzwischen ist es stockdunkel und kalt. Plötzlich höre ich ein Geräusch. Ich kenne es schon. Das ist der Wind. Als ich noch grün an dem Baum hing, da hat mich der Baum festgehalten. So konnte ich nicht hinunter fallen, wenn der Wind tüchtig geblasen hat. Manchmal kam sogar ein Sturm daher. An meinem Baum hat er einen Ast abgeknickt und der Baum konnte ihn nicht mehr versorgen. Ich war damals sehr traurig. Ich habe die Blätter dieses Astes sehr vermisst.<br />
Der Wind ist inzwischen stärker geworden und kommt in Böen daher. Mit jedem Windstoß werde ich ein Stückchen weiter getragen. Mir ist schon ganz schwindelig von dem vielen Durcheinanderwirbeln. Ich schlage Purzelbäume, stecke auf einmal in den Zweigen eines Busches fest und werde kurz darauf wieder durch einen neuen Windstoß befreit. Er trägt mich zuerst hoch in die Luft, um mich dann neben einer Mauer fallen zu lassen. Links und rechts von mir liegen noch andere Blätter. Wir sind hier ein bisschen geschützt vor dem Wind, kuscheln zusammen und schlafen tatsächlich bis zum Morgengrauen ein.<br />
Als ich wieder aufwache, ist ein lautes Getöse neben mir und ich spüre wieder einen Luftzug. Ich blinzele und erkenne einen Menschen mit einer Maschine in der Hand, an der ein großer Sack befestigt ist. Ich fühle, dass dies eine große Gefahr ist, denn viele der anderen Blätter verschwinden in dem Rohr und wandern in den großen Sack.<br />
„Ich will da nicht hinein“, denke ich ängstlich. „Diese Maschine verschluckt uns alle.“<br />
Immer mehr presse ich mich in den kleinen Spalt zwischen Erde und der Mauer.<br />
„Vielleicht findet mich hier diese unheimliche Maschine nicht und saugt mich nicht auch noch auf“, so hoffe ich.<br />
Ich verhalte mich ganz still, damit mich kein Mensch bemerkt.<br />
Ich habe Glück, denn der Mensch mit seiner Maschine wandert weiter und entfernt sich immer mehr von mir.<br />
Neben mir kauert auch noch ein kleines Blatt.<br />
„Das war der Laubsauger“, sagt es zu mir.<br />
„Was passiert mit unseren Geschwistern und Freunden, die der Laubsauger gefressen hat?“, will ich wissen.<br />
„Ich habe die Igel sagen hören, dass die Blätter auf einen großen Haufen kommen und den Igeln und anderen kleinen Tieren Schutz bieten. Mit der Zeit werden die Blätter irgendwann zu Erde.“<br />
Als ich traurig auf das Blatt neben mir schaue, versucht es mich zu trösten.<br />
„Das ist nicht schlimm, denn wir werden alle zu Erde und wenn ein Samenkorn auf uns fällt, dann kann daraus wieder eine neue Pflanze wachsen und wir können ihr unsere Nährstoffe geben, damit sie groß und schön wird.“<br />
Ich würde dem kleinen Blatt gerne noch weiter zuhören, aber ein Mädchen steht auf einmal vor mir.<br />
„Schau mal!“, sagt es zu einem Jungen. „Das ist doch ein wunderschönes Blatt. Das nehme ich mit nach Hause.“<br />
Sie hebt mich auf und legt mich in einen Korb, in dem noch andere Blätter liegen. Sie sehen zwar alle unterschiedlich aus, aber wir sind alle Blätter und gehören doch auch irgendwie zusammen. Deshalb fürchte ich mich nicht, denn ich bin ja nicht allein.<br />
Zuhause angekommen legt das Mädchen mich auf ein Stück Zeitungspapier. Dann legt sie mich damit in ein Buch, deckt mich nochmals mit Zeitungspapier zu und dann klappt sie das Buch zu. Um mich herum ist es ganz dunkel. Zuerst ist mir ein bisschen unheimlich zumute, aber dann fühle ich mich eigentlich ganz wohl. Es ist warm, gemütlich und ganz still. Ich spüre, dass mir keinerlei Gefahr droht. Deshalb schlafe ich auch ganz beruhigt und lange ein.</p>
<p>Ich wache erst wieder auf als ich viele Kinderstimmen höre. Ich blinzele vorsichtig und blicke in staunende Kinderaugen. Das Mädchen, das mich in den Korb gelegt hatte, ist auch dabei.<br />
„Was ist geschehen?“, frage ich mich und schaue mich um.<br />
Die Kinder haben auf ein Stück Tapete einen großen prächtigen und kräftigen Baum gemalt. Jetzt darf jedes Kind die mitgebrachten Blätter an diesem Baum befestigen. Auch ich werde von dem Mädchen an einen Zweig, ganz oben in die Baumkrone gehängt.<br />
Ich bin glücklich, denn ich hänge gemeinsam mit vielen anderen und unterschiedlich aussehenden Blättern wieder an einem Baum.<br />
„Das habt ihr wirklich schön gemacht“, sagt eine Frau. „Das ist jetzt unser Klassenbaum und jeder darf seinen Namen neben ein Blatt schreiben.“<br />
Neben mir steht der Name des Mädchens, das mich aufgehoben und in seinen Korb gelegt hat:</p>
<p><em><strong>Bettina</strong></em></p>
<p>Unter dem Blatt neben mir schreibt ein anderes Mädchen seinen Namen:</p>
<p><em><strong>Zahira</strong></em></p>
</div>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Wo die Liebe hinfällt &#8230;</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/wo-die-liebe-hinfaellt/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/wo-die-liebe-hinfaellt/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Mar 2016 22:04:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Fischer]]></category>
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					<description><![CDATA[Diese Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit, von der ich neulich durch einen Bericht im Fernsehen erfahren habe. Ich war und bin so fasziniert, dass ich Euch hiervon in abgewandelter Form in der folgenden Kurzgeschichte erzählen möchte. Sie handelt von einer ungewöhnlichen Liebe und zeigt, dass Liebe nicht nur Berge zu versetzen vermag, sondern auch ungewöhnlich große Distanzen überwinden und ungeahnte Kräfte wachrufen kann. Fridolin* kann sich bis heute nicht mehr daran erinnern, wie es eigentlich passierte. Auf jeden Fall geriet er in eine fatale und im Grunde genommen ausweglose Situation. Irgendwo war aus ihm unbekannten Gründen eine große Menge Öl in das Meer gelaufen. Ein richtiger Ölteppich trieb im Meer und er war hineingeraten. Dabei wollte er nur ein bisschen im Meer herum schwimmen und plantschen, so wie es eben ein Pinguin gerne macht. Anscheinend war er auch zu weit hinaus geschwommen, aber das merkte er erst viel zu spät. Am Anfang machte das Schwimmen und Plantschen ja auch Spaß, doch dann fand er sich plötzlich inmitten des stark verunreinigten Wassers. Eigentlich war es &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Diese Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit, von der ich neulich durch einen Bericht im Fernsehen erfahren habe. Ich war und bin so fasziniert, dass ich Euch hiervon in abgewandelter Form in der folgenden Kurzgeschichte erzählen möchte. </strong><br />
<strong>Sie handelt von einer ungewöhnlichen Liebe und zeigt, dass Liebe nicht nur Berge zu versetzen vermag, sondern auch ungewöhnlich große Distanzen überwinden und ungeahnte Kräfte wachrufen kann.</strong></p>
<p><span class="dropcap">F</span>ridolin* kann sich bis heute nicht mehr daran erinnern, wie es eigentlich passierte. Auf jeden Fall geriet er in eine fatale und im Grunde genommen ausweglose Situation. Irgendwo war aus ihm unbekannten Gründen eine große Menge Öl in das Meer gelaufen. Ein richtiger Ölteppich trieb im Meer und er war hineingeraten.<br />
Dabei wollte er nur ein bisschen im Meer herum schwimmen und plantschen, so wie es eben ein Pinguin gerne macht. Anscheinend war er auch zu weit hinaus geschwommen, aber das merkte er erst viel zu spät.<br />
Am Anfang machte das Schwimmen und Plantschen ja auch Spaß, doch dann fand er sich plötzlich inmitten des stark verunreinigten Wassers. Eigentlich war es gar kein Wasser mehr, es war nur noch Öl.<br />
„Was ist denn nur los?“, fragte er sich. Ich kann mich gar nicht mehr richtig bewegen und alles fühlt sich so klebrig an.“<br />
Ihm fielen auf einmal die Bewegungen schwerer und immer schwerer. Er versuchte den Schmutz abzuschütteln, doch dieses Öl klebte an ihm und er wurde es nicht mehr los. Auch seine Kräfte schwanden. Er hatte keine Chance, um zurück zu seinen Freunden und seiner Familie zu schwimmen.<br />
So laut er konnte, rief er:<br />
„Hilfe! So helft mir doch! Kommt und rettet mich!“<br />
Doch niemand hörte ihn und niemand kam ihm zur Hilfe. Fridolin war nicht der Einzige, der dieser klebrigen Masse zum Opfer gefallen war. Inzwischen schwammen tote Fische auf der Meeresoberfläche, aber auch andere Pinguine trieben reglos um ihn herum.<br />
Immer verzweifelter schrie er um Hilfe. Allerdings erfolglos.<br />
Inzwischen war er auf das offene Meer hinaus getrieben. Der Wind wurde stärker und die Wellen größer. Er hatte Angst. Ganz fürchterliche Angst. Auch wusste er mittlerweile nicht mehr, wo er eigentlich war.<br />
„Ich habe noch niemals in meinem Pinguinleben dieses schreckliche Gefühl gehabt“, dachte er. „Was soll ich nur machen?“<br />
Auch wenn er noch ein unerfahrener Pinguin war, so wusste er doch, dass er dieses schreckliche Unglück nicht überleben würde. Es sei denn ein Wunder würde geschehen.<br />
„Ich will nicht sterben!“, schrie er in die Weite hinein.<br />
Die Nacht war mittlerweile herein gebrochen und der Wind hatte sich in einen Sturm verwandelt. Fridolin hatte sich seinem Schicksal ergeben. Er wusste nicht wie lange er so im Meer dahin trieb, denn irgendwann musste er wohl aus Erschöpfung das Bewusstsein verloren haben.<br />
Als er wieder aus dieser Bewusstlosigkeit erwachte, sah er in große Kinderaugen.<br />
„Schau mal der arme Kerl“, sagte ein Junge. „Ob er noch lebt?“<br />
Fridolin versuchte sich bemerkbar zu machen, aber nur ein ganz leiser, kaum hörbarer Ton drang aus seiner Kehle.<br />
Das Schicksal hatte ihn vollkommen verklebt und abgemagert an einen Strand von Rio de Janeiro gespült. Da lag er nun völlig hilflos. Die Kinderstimmen drangen jedoch zu ihm durch und plötzlich spürte er Hände. Sie umklammerten ihn und hoben ihn hoch. Er ahnte nicht, dass diese Kinderhände ihn zu seinem Retter und geliebten Herrn bringen würden.<br />
Jo*, so hieß der Junge, der den Pinguin zu seinem Großvater brachte.<br />
„Opa, Opa! Komm ganz schnell!“, rief er schon von Weitem.<br />
„Der arme Pinguin braucht unsere Hilfe, sonst stirbt er! Bitte Opa, wir müssen ihn retten!“, bat Jo seinen Großvater.<br />
Der alte Mann war ein brasilianischer Fischer. Er hatte ein gutes Herz und vor allem ein Herz für den Pinguin Fridolin. Er säuberte ihn und und holte einen Korb voller frischer Fische. Mit großer Geduld fütterte er den vollkommen abgemagerten Pinguin. Von Tag zu Tag erwachten die neuen Lebensgeister in Fridolin wieder zum Leben.<br />
Die Hilfe des brasilianischen Fischers und der Kinder, die das Tier immer wieder besuchten und vor allem die aufopfernde Hingabe mit der der alte Mann den kleinen Pinguin pflegte, ließen Fridolin mehr und mehr zu Kräften kommen. Voller Dankbarkeit seinem Retter gegenüber, folgte er diesem auf Schritt und Tritt. Egal, wohin der alte Fischer auch ging, Fridolin war an seiner Seite.<br />
„Warte, ich komme mit!“, rief er dem Fischer zu, sobald dieser sich auch nur zwei Schritte von ihm entfernte.<br />
Zwischen den beiden entspann sich eine richtige Freundschaft. Nein, es war mehr als das. Es war die große Liebe. Und zwar von beiden Seiten.<br />
Der kleine Pinguin Fridolin war ein treuer Freund und auch Jo’s Großvater wollte den kleinen Kerl nicht mehr missen. Sie gingen zusammen im Meer schwimmen, neckten sich und gaben sich gegenseitige Liebesbeweise. Der Pinguin stupste seinen Retter an und schmiegte sich so oft es nur ging an ihn. Manchmal hatte man sogar den Eindruck, dass die Beiden sich Küsschen geben würden.<br />
„Du bist das Beste, das mir je passiert ist. Durch dich bin ich nicht mehr so allein!“, flüsterte der Fischer dem Pinguin zu.<br />
Und Fridolin antwortete ihm. „Du bist mein großer Held, du hast mich gerettet. Ich liebe dich!“<br />
Die Beiden waren in der ganzen Gegend bekannt und überall herzlich willkommen. Sie waren einfach unzertrennlich und die Menschen konnten sich den Einen nicht mehr ohne den Anderen vorstellen.<br />
Doch der alte Fischer wusste ganz genau, dass eines Tages die Trennung kommen würde. Eigentlich war der Pinguin Fridolin schon viel zu lange in Brasilien. Auch konnte man sicherlich nicht von einem artgerechten Leben reden, das Fridolin führte.<br />
„Du musst wieder zu deinen Artgenossen schwimmen“, sagte er eines Tages zu Fridolin. „Wo immer du auch hergekommen bist, dort gehörst du hin.“<br />
Schweren Herzens ging er immer wieder mit dem Pinguin zum Meer und war sich sicher, dass dieser eines Tages im Meer bleiben und davon schwimmen würde. Doch der kleine Kerl marschierte immer wieder mit zurück in des Fischers Hütte.<br />
Aber plötzlich packte den Pinguin doch ein ungekanntes Verlangen. Er dachte immer öfter an seine eigentliche Heimat und die Sehnsucht überfiel ihn. Auch wollte er seine Artgenossen wiedersehen. Irgendwie sagte ihm sein Instinkt, dass die Zeit für seinen Aufbruch gekommen war.<br />
Nachforschungen hatten ergeben, dass es sich um einen Magellan-Pinguin handelte, der vermutlich von Patagonien stammte. Vielleicht würde man eines Tages in Erfahrung bringen, welches Schicksal ihn ereilte, aber so recht glaubte niemand daran, jemals wieder etwas von dem kleinen Pinguin zu hören oder zu sehen.<br />
Der Fischer war sehr traurig, als er Fridolin immer weiter hinaus schwimmen sah.<br />
„Lebe wohl, mein kleiner Freund!“, rief er ihm nach. „Ich werde dich nie vergessen. Du wirst immer einen Platz in meinem Herzen haben.“<br />
Traurig ging er alleine nach Hause. Sein Leben war nicht mehr so wie vorher. Immer wieder musste er an Pinguin Fridolin denken. Er hoffte, dass er seine Artgenossen heil erreicht hatte und ein schönes Pinguinleben führen konnte.<br />
So vergingen die Tage und Monate. Und der alte Fischer konnte es nicht fassen, als eines Tages sein treuer Freund Pinguin Fridolin wieder angewatschelt kam. Er hatte tatsächlich mehr als 4000 Kilometer zurückgelegt, um auf einer seiner Heimatinseln eine Familie zu gründen. Doch irgendwie hatte er den alten Freund, den Fischer, nie vergessen können. Sein Herz gehörte auch diesem Mann. So war er fortan hin und her gerissen zwischen seinem Pinguinleben und der Liebe zu seinem Retter. Auch jetzt trieb ihn die Sehnsucht wieder hinaus auf das Meer und er legte diese unendlich erscheinende Distanz wiederum zurück. Seither wiederholt sich Jahr für Jahr das gleiche Schauspiel. Der Pinguin Fridolin pendelt zwischen seinen beiden Welten und seinen beiden großen Lieben hin und her und überbrückt dabei auf jeder Strecke locker mehr als 4000 Kilometer.<br />
„Ich komme wieder!“, ruft er bei jedem Abschied dem winkenden Fischer zu.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-2874 size-medium" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/03/1200px-DSC00432-300x200.jpg" alt="1200px-DSC00432" width="300" height="200" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/03/1200px-DSC00432-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/03/1200px-DSC00432-768x511.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/03/1200px-DSC00432-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/03/1200px-DSC00432-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/03/1200px-DSC00432.jpg 1200w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-2872 size-medium" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/03/1200px-DSC00429-1-e1457975043710-175x300.jpg" alt="1200px-DSC00429" width="175" height="300" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/03/1200px-DSC00429-1-e1457975043710-175x300.jpg 175w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/03/1200px-DSC00429-1-e1457975043710.jpg 465w" sizes="(max-width: 175px) 100vw, 175px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-2875 size-medium" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/03/1200px-DSC00423-1-300x200.jpg" alt="1200px-DSC00423" width="300" height="200" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/03/1200px-DSC00423-1-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/03/1200px-DSC00423-1-768x511.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/03/1200px-DSC00423-1-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/03/1200px-DSC00423-1-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/03/1200px-DSC00423-1.jpg 1200w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>*Die Namen sind frei erfunden und die Fotos bilden Pinguine aus dem Jungle Park auf Teneriffa ab. Einen Bericht zu der wahren Begebenheit brachte die Tagesschau am 11.3.2016.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Ich möchte mich heute bei allen meinen Lesern für die Treue bedanken, mit der Ihr immer wieder meinen Blog besucht. Danke, dass es Euch gibt und ich freue mich, wenn ich Euch mit meinen Geschichten, Fotos und Berichten auch weiterhin ein bisschen den Alltag verschönern kann.</strong></em></p>
<p>Hier sind noch ein paar Geschichten, die Euch vielleicht interessieren:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/kleiner-filou/">Mopsi &amp; Filou</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/tim-und-tom/">Tim und Tom</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/timo-und-die-kleinen-tierchen-meiner-kueche/">Timo und die kleinen Tierchen in meiner Küche</a></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>So eine Aufregung! (2)</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/so-eine-aufregung/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/so-eine-aufregung/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jan 2016 22:15:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Aufregung]]></category>
		<category><![CDATA[Auto]]></category>
		<category><![CDATA[Belohnung]]></category>
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		<category><![CDATA[Frauchen]]></category>
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		<category><![CDATA[Katzenjammer]]></category>
		<category><![CDATA[Korb]]></category>
		<category><![CDATA[Mitleid]]></category>
		<category><![CDATA[Pfote]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich liege also hier in meinem Gefängniskorb und schiele durch die Gitter. Mein Frauchen rennt kreuz und quer durch das Haus. Jetzt steht sie vor mir und zieht ihre Jacke und ihre Schuhe an und ich stelle so meine Überlegungen an. „Wenn sie ihre Jacke und ihre Schuhe anzieht, dann geht es jetzt nach draußen“, überlege ich mir so. „Spazierengehen scheint allerdings nicht angesagt zu sein, denn sonst würde ich nicht in diesem dummen Korb sitzen.“ Wenn Frauchen einen Spaziergang unternimmt, dann gehe ich auch immer mit. Ich laufe dann ganz einfach hinterher, nur wenn sie die Grenzen meines Reviers überschreitet, dann bleibe ich sitzen und rufe sie. Meistens dreht sie sich dann wieder um und bringt mich nach Hause. Heute allerdings geht sie mit dem Körbchen und seinem wertvollen Inhalt, damit meine ich meine Wenigkeit, direkt zum Auto. „Oh nein!“, schießt es mir durch den Kopf. „Jetzt ist auch noch Autofahren angesagt. Aber vielleicht überlegt sie es sich ja noch.“ Tut sie nicht. Sie stellt mich auf den Beifahrersitz und schnallt meinen Korb an. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich liege also hier in meinem Gefängniskorb und schiele durch die Gitter. Mein Frauchen rennt kreuz und quer durch das Haus. Jetzt steht sie vor mir und zieht ihre Jacke und ihre Schuhe an und ich stelle so meine Überlegungen an. </strong><br />
<strong>„Wenn sie ihre Jacke und ihre Schuhe anzieht, dann geht es jetzt nach draußen“, überlege ich mir so. „Spazierengehen scheint allerdings nicht angesagt zu sein, denn sonst würde ich nicht in diesem dummen Korb sitzen.“</strong><br />
<span class="dropcap">W</span>enn Frauchen einen Spaziergang unternimmt, dann gehe ich auch immer mit. Ich laufe dann ganz einfach hinterher, nur wenn sie die Grenzen meines Reviers überschreitet, dann bleibe ich sitzen und rufe sie. Meistens dreht sie sich dann wieder um und bringt mich nach Hause. Heute allerdings geht sie mit dem Körbchen und seinem wertvollen Inhalt, damit meine ich meine Wenigkeit, direkt zum Auto.<br />
„Oh nein!“, schießt es mir durch den Kopf. „Jetzt ist auch noch Autofahren angesagt. Aber vielleicht überlegt sie es sich ja noch.“<br />
Tut sie nicht. Sie stellt mich auf den Beifahrersitz und schnallt meinen Korb an. Noch bin ich ganz still und harre den Dingen, die da auf mich zukommen.<br />
Frauchen sitzt neben mir und dann höre ich auch schon das Geräusch. Ich spitze meine Ohren.<br />
„Du siehst aus wie eine Eule“, lacht Frauchen. „Das ist nur der Motor, der tut dir nichts.“<br />
„Der vielleicht nicht!“, rufe ich ihr zu. „Aber jetzt steigen wir wieder aus, ja?!“<br />
Nichts da! Frauchen fährt einfach los und ich muss ganz dringend etwas tun, um sie zum Anhalten zu bewegen. Wütend schreien und kratzen hilft nichts, das weiß ich schon. Ich versuche es auf eine andere Tour, nämlich auf die Mitleidstour. Die kommt immer ganz gut an. Also mache ich ganz große Augen und bettele einfach ein bisschen.<br />
„Ist alles gut!“, sagt sie zu mir. „Du brauchst keine Angst zu haben!“<br />
„Ich habe aber Angst. Bitte bleib stehen ich will nach Hause!“, antworte ich ihr, aber sie versteht mich wieder einmal nicht.<br />
Ich jammere lauter und lauter, aber außer ein paar tröstenden Worten ändert sich nichts. Ich kann überhaupt nicht sehen, wo sie entlang fährt und manchmal bleibt sie kurz stehen, um dann gleich wieder weiter zu fahren. Mal fährt sie nach links, mal biegt sie nach rechts ab. Mir ist schon ganz wirr im Kopf.<br />
„Mama!“, rufe ich und strecke meine Pfote durch die Gitterstäbe. Ich will zu ihr.<br />
„Mama, Mama, Mama!“, jammere ich herzerbarmend.<br />
„Ist schon gut! Wir sind gleich da!“, versucht sie mich zu beruhigen und streichelt meine Pfote.<br />
„Bleib doch endlich stehen! Bitte, bitte, bitte!“<br />
Wie laut und wie viel muss ich denn noch jammern, bis sie endlich macht, was ich sage?<br />
„Mama! Mama, bitte!“, jetzt versuche ich es ein bisschen kleinlauter, vielleicht ist das die richtige Tonart.<br />
„Du hörst dich an wie ein kleines Baby, das nach seiner Mama ruft!“, sagt Frauchen lachend.<br />
„Na also, sie versteht mich doch!“, denke ich mir und jammere noch viel intensiver weiter.<br />
„So!“, sagt Frauchen, das Auto hält an und sie steigt aus. Ich verstumme schlagartig.<br />
Frauchen holt mich mitsamt dem Korb aus dem Auto und irgendetwas Seltsames steigt mir sofort in die Nase. Es ist eine Mischung von vielen verschiedenen Gerüchen und je näher wir dem Haus kommen, vor dem das Auto parkt, desto stärker werden diese Gerüche. Ich muss wachsam sein, denn es riecht gefährlich. Ich liege ganz still, kein Laut dringt aus meiner Kehle.<br />
Jetzt betreten wir einen Raum und Frauchen stellt den Korb auf einen Stuhl. Ich halte es fast nicht mehr aus, so intensiv ist der Geruchsmix. Da schiebt sich doch plötzlich eine Hundeschnauze an meinen Korb heran. Mir sträuben sich sofort alle Haare und ich fauche diesen Feind tüchtig an. Hier ist jetzt kein Jammern mehr angesagt, hier muss ich zeigen, dass ich mich wehren kann. Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen froh, dass ich hinter den Gitterstäben sitze. Jetzt verschwindet diese Hundeschnauze endlich wieder und gibt mir den Blick frei auf alle diese Wesen, die ihre markanten Düfte aussenden. Dort drüben sitzt ein Pudel, dort ein Kater, hier eine Dogge und da ein Papagei. Und was ist das dort für eine seltsame Maus?<br />
„Ach ist der Hamster aber süß!“, sagt mein Frauchen gerade.<br />
„Zum Fressen süß!“, denke ich mir.<br />
„Wer ist jetzt an der Reihe?“, fragt eine weibliche fremde Stimme nach einer Weile und Frauchen steht auf, schnappt meinen Korb und marschiert der Frau hinterher.<br />
„Interessant hier!“, denke ich mir, da öffnet sie auch schon das Gitter.<br />
Ich rieche neben vielen anderen Gerüchen auch die Freiheit. Leider nur für einen Bruchteil einer Sekunde, denn dann packt mich eine Hand und dreht und wendet mich. Man schaut mein Fell an, schaut mir in den Mund und steckt mir hinten was rein, das ich gar nicht leiden kann.<br />
„Sieht gut aus und die Temperatur ist auch okay!“, höre ich den fachmännischen Bericht.<br />
Im selben Moment pickst mich etwas und gleich darauf befinde ich mich schon wieder im Gefängniskorb. Da ich aber durch die vielen Gerüche so eingeschüchtert bin, fange ich erst gar nicht zu jammern an.<br />
Das tue ich erst wieder, wenn Frauchen mit mir im Auto sitzt und losfährt. Da lasse ich dann den ganzen Katzenjammer raus. Aber tüchtig! Und so schnell fahre ich kein Auto mehr und hierher will ich schon gar nicht mehr.<br />
„Lass mich jetzt endlich aus dem blöden Korb raus!“, schimpfe ich erst einmal mit Frauchen.<br />
Aber als sie wieder mal links und mal rechts fährt und mir schon ganz komisch im Kopf ist, da jammere ich ihr die Ohren erneut voll. Und wie!<br />
„So, armes kleines Lottchen, jetzt hast du es wieder einmal überstanden“, versucht sie mich zu trösten und schaltet den Motor ab. Sie stellt meinen Gefängniskorb auf die Treppe vor unserem Haus und öffnet das Gitter. Zackzack bin ich draußen.<br />
„Jetzt will ich aber eine Belohnung!“, fordere ich Frauchen auf, die mich scheinbar auch verstanden hat, denn sie zaubert Leckerlies hervor.<br />
Ich lasse mich noch ausgiebig von Frauchen streicheln und schmiege mein Köpfchen an sie.<br />
Aber jetzt muss ich mich erst einmal von der ganzen Aufregung erholen. Ich tigere in den Garten und suche mir dort ein schattiges und ruhiges Plätzchen.<br />
„Frauchen ist doch die Beste“, denke ich so und schlafe auch gleich selig ein.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-2636 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/01/1200px-Katze1-1024x682.jpg" alt="1200px-Katze1" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/01/1200px-Katze1-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/01/1200px-Katze1-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/01/1200px-Katze1-768x511.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/01/1200px-Katze1-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/01/1200px-Katze1.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
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		<title>Warum mag mich keiner?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Nov 2015 22:16:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Aberglaube]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Freitag der 13.]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Lieblingszahl]]></category>
		<category><![CDATA[Märchen]]></category>
		<category><![CDATA[Unglückszahl]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute sollen die Kinder ihre Lieblingszahl zwischen 1 und 30 aufschreiben und erzählen, warum sie diese Zahl mögen. Fast alle Zahlen haben sie aufgeschrieben, nur mich hat keiner gewollt. Ich bin ganz traurig. Jetzt liege ich ganz allein in der Ecke. Niemand sieht mich und niemand will mich. Bestimmt wisst ihr, welche Zahl ich bin, denn bestimmt mögt ihr mich auch nicht.  Ich bin die Zahl 13. Schon im Märchen von Dornröschen hat man mich gemieden. Zu den Gästen des Festes, das anlässlich der Geburt der Prinzessin gefeiert wurde, gehörten auch weise Frauen. Sie sollten dem Kind hold sein und Glück bringen. Die 13. weise Frau wurde jedoch nicht zum Fest eingeladen, da es nur 12 goldene Teller im Schloss des Königs gab. Deshalb hat diese 13. Frau das Dornröschen mit einem Fluch belegt. Das hat aber diese Frau getan, weil sie eigentlich böse war. Ich bin nicht böse, aber mir wird es angelastet. Ich tue eigentlich niemand etwas, aber jeder denkt, dass ich nicht schön bin. Warum nur finden sie mich hässlich? Ich kann &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute sollen die Kinder ihre Lieblingszahl zwischen 1 und 30 aufschreiben und erzählen, warum sie diese Zahl mögen. Fast alle Zahlen haben sie aufgeschrieben, nur mich hat keiner gewollt. Ich bin ganz traurig. Jetzt liege ich ganz allein in der Ecke. Niemand sieht mich und niemand will mich. Bestimmt wisst ihr, welche Zahl ich bin, denn bestimmt mögt ihr mich auch nicht. </strong></p>
<p><span class="dropcap">I</span>ch bin die Zahl 13.<br />
Schon im Märchen von Dornröschen hat man mich gemieden. Zu den Gästen des Festes, das anlässlich der Geburt der Prinzessin gefeiert wurde, gehörten auch weise Frauen. Sie sollten dem Kind hold sein und Glück bringen. Die 13. weise Frau wurde jedoch nicht zum Fest eingeladen, da es nur 12 goldene Teller im Schloss des Königs gab. Deshalb hat diese 13. Frau das Dornröschen mit einem Fluch belegt. Das hat aber diese Frau getan, weil sie eigentlich böse war. Ich bin nicht böse, aber mir wird es angelastet.<br />
Ich tue eigentlich niemand etwas, aber jeder denkt, dass ich nicht schön bin. Warum nur finden sie mich hässlich? Ich kann es mir nicht erklären, denn ich bestehe aus zwei Ziffern, aus der 1 und der 3. Jeder hat nicht das Geringste gegen diese beiden Zahlen, &#8211; auch nicht, wenn man sie in der richtigen Reihenfolge kombiniert. Die Menschen denken, dass die richtige Reihenfolge nur diejenige sein kann, in der die 3 vorne und die 1 hinten steht. Bei mir ist das jedoch genau umgekehrt. Nur weil bei mir die 1 vorne steht und die 3 dahinter, denkt jeder, dass ich eine schlechte Zahl bin. Am besten spricht man nicht von mir. Auch schreiben und lesen will man mich nicht.<br />
Sie sagen, dass es ganz schlimm ist, wenn ich im Kalender auf einen Freitag falle. Den Freitag mag ich und auch er hat eigentlich nichts gegen mich. Tauchen wir irgendwo im Jahreslauf jedoch gemeinsam auf, so schrecken die meisten Menschen vor uns zurück. Aber das ist nicht alles. Sie haben regelrecht Angst vor uns. Schon am Morgen dieses Tages stehen sie dann mit einem schlechten Gefühl auf. Sie sagen, dass wir ihnen nicht gut tun. Nein, sie sind noch gemeiner zu uns, denn sie unterstellen uns, dass wir ihnen Böses antun. Aber das wollen wir gar nicht. Wir möchten ganz normal von ihnen behandelt werden, wie alle anderen Tage und Zahlen auch.<br />
Da ich mindestens einmal und höchsten dreimal mit einem Freitag innerhalb eines Jahres zusammenfalle, herrscht in den Köpfen vieler Menschen an diesen Tagen ein heilloses Durcheinander. Sie sind regelrecht blockiert vor lauter Angst, dass ihnen ein Unglück geschehen könnte. Deshalb wagen sie sich an einem solchen Tag gar nicht erst aus dem Bett. Nur hier fühlen sie sich dann sicher. Wenn sie allerdings auf dem Weg vom Bett zur Toilette über ihre eigenen Füße stolpern, dann sind natürlich wir beide daran schuld. Wer sonst?, fragt ihr Euch. Das ist eine gemeine Unterstellung, denn weder der Freitag noch ich kann etwas dafür, wenn sie vor lauter Angst nicht aufpassen, wohin sie ihre Füße setzen.<br />
In den Jahren, in denen der Februar nur 28 Tage hat und der Freitag in diesem Monat auf den 13. fällt, ist das genau 4 Wochen später wieder der Fall. Oh Schreck! Das muss ja schon eine halbe Katastrophe für solche abergläubischen Menschen sein. Ich kann nur sagen: Habt nicht so viel Angst vor uns. Der Freitag und ich sind alleine oder gemeinsam genauso harmlos oder gefährlich wie jeder andere Tag im Jahr auch.<br />
Besonders gern mögen die Menschen die geraden Zahlen. Meine Nachbarn, die 12 und die 14 sind beides gerade Zahlen und sie werden geliebt. Warum nur kann ich nicht auch so geliebt werden wie diese Beiden? Weil ich ein bisschen anders aussehe, mag mich keiner, aber deshalb bin ich doch keine schlechtere Zahl.<br />
Ich bin eine Primzahl, das heißt, dass man mich nur durch 1 oder mich selbst teilen kann. Aber das ist beispielsweise bei der 7 genauso und die 7 wird von niemand verachtet. Was habe ich nur falsch gemacht?<br />
In vielen Kulturen werde ich als Unglückszahl angesehen. Manche Menschen haben so große Angst vor mir, dass sie auf mich fast schon allergisch reagieren. Sie meiden mich, als sei ich eine Krankheit, an der man sterben kann. Sie haben eine richtige Phobie gegen mich entwickelt.<br />
Gibt es in einem Gebäude ein 13tes Stockwerk oder steht an der Tür eines Hotelzimmers die 13, dann wollen sie dieses Stockwerk oder das Hotelzimmer nicht betreten. Deshalb fehle ich in manchen Gebäuden, wie zum Beispiel in Krankenhäusern, gleich ganz. Ich habe mich dann sozusagen in Luft aufgelöst. Es ist als hätte ich nie existiert. Ich kann so laut schreien wie ich will und den Menschen versuchen zu erklären, dass ich harmlos bin und dies alles nur ein Aberglaube ist. Es nützt alles nichts. Im Gegenteil, man sagt sogar, dass ich mit dem Teufel im Bunde sei. Deshalb nennt man mich auch manchmal das Teufelsdutzend.<br />
Ich bin einfach überflüssig, weil man mich als zuviel empfindet. Ich bin aber doch weniger als die 14 und bei der 14 sagt niemand, dass sie überflüssig oder böse ist.<br />
Jetzt habe ich Euch mein Leid geklagt und weiß gar nicht, ob es Euch überhaupt interessiert. Wahrscheinlich nicht, denn wer hat schon an einer 13 Interesse?!<br />
Huch, was ist das jetzt? Da hat mich doch gerade die kleine Lilly auf ein schönes weißes Papier gemalt und sich ganz schnell gemeldet, denn sie will der Lehrerin und den anderen Kindern etwas erzählen. Da bin ich aber neugierig und höre mal ganz schnell zu:<br />
„Ich mag die 13 am liebsten“, sagt Lilli. „Und meine Mama mag diese Zahl auch. Sie ist unsere absolute Lieblingszahl. Meine Mama hat sogar Freitag, den 13. ganz besonders lieb. Sie sagt er erinnert sie immer an ihr größtes Glück, nämlich an mich, weil ich an diesem Tag auf die Welt gekommen bin.&#8220;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Gänsehaut</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/gaensehaut/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Mar 2015 22:27:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Einbrecher]]></category>
		<category><![CDATA[Gänsehaut]]></category>
		<category><![CDATA[Geräusch]]></category>
		<category><![CDATA[geschnarcht]]></category>
		<category><![CDATA[Schritte]]></category>
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					<description><![CDATA[Manchmal gibt es Situationen, die sind wirr und konfus, erscheinen aber im Moment des Durchlebens vollkommen logisch, absolut folgerichtig und plausibel. Im Nachhinein betrachtet, entpuppen sie sich jedoch als das genaue Gegenteil. Sie entbehren jeglicher Logik und sind weder nachvollziehbar, noch glaubwürdig. Trotzdem sind wir in genau diesem besagten Moment überzeugt, dass alles absolut einleuchtend ist. So auch in dieser Nacht: Es ist bereits weit nach Mitternacht, der Mond steht als Sichel am Himmel. Die Nacht ist sternenklar und wirklich eiskalt. Es ist einer dieser Nächte, wo man keinen Hund vor die Tür schickt. Ich bin bei meiner Mutter. Genauer gesagt, in meinem alten Kinderzimmer. Um exakt zu sein, ich liege im Bett und bin tief unter meiner Bettdecke versunken. Hier ist es schön mollig warm, ich schlafe tief und fest und voller Zuversicht auf den kommenden Tag. Im Haus herrscht absolute Stille. Nichts und niemand stört meinen Schlaf. Bis auf einmal ganz plötzlich Geräusche an mein Ohr dringen. Ich erwache. „Was war das?“, frage ich mich erschrocken. Ich halte die Luft an und wage &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Manchmal gibt es Situationen, die sind wirr und konfus, erscheinen aber im Moment des Durchlebens vollkommen logisch, absolut folgerichtig und plausibel. Im Nachhinein betrachtet, entpuppen sie sich jedoch als das genaue Gegenteil. Sie entbehren jeglicher Logik und sind weder nachvollziehbar, noch glaubwürdig. Trotzdem sind wir in genau diesem besagten Moment überzeugt, dass alles absolut einleuchtend ist. So auch in dieser Nacht:</strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>s ist bereits weit nach Mitternacht, der Mond steht als Sichel am Himmel. Die Nacht ist sternenklar und wirklich eiskalt. Es ist einer dieser Nächte, wo man keinen Hund vor die Tür schickt.<br />
Ich bin bei meiner Mutter. Genauer gesagt, in meinem alten Kinderzimmer. Um exakt zu sein, ich liege im Bett und bin tief unter meiner Bettdecke versunken. Hier ist es schön mollig warm, ich schlafe tief und fest und voller Zuversicht auf den kommenden Tag. Im Haus herrscht absolute Stille. Nichts und niemand stört meinen Schlaf. Bis auf einmal ganz plötzlich Geräusche an mein Ohr dringen. Ich erwache.<br />
„Was war das?“, frage ich mich erschrocken.<br />
Ich halte die Luft an und wage nicht zu atmen, gleichzeitig spitze ich die Ohren.<br />
„Da, schon wieder.“<br />
Ich habe die Geräusche wieder gehört. Es ist als sei jemand im Haus. Doch wer und wieso, frage ich mich. Meine Mutter kann es nicht sein, denn sie schläft im Nebenzimmer.<br />
„Hat sie vielleicht geschnarcht oder gar nach mir gerufen?“<br />
Nein, aus dem ihrem Schlafzimmer dringt kein Laut. Aber ich höre es ganz deutlich.<br />
„Oh Gott, da hat etwas gequietscht! Vielleicht eine Tür.“<br />
Mein Herz pocht mir bis zum Hals. Mein Atem stockt und ich spüre, wie sich auf meinem ganzen Körper Gänsehaut ausbreitet. Auch beginne ich unter der warmen Daunendecke zu frieren. Ich habe Angst.<br />
„Da ist doch jemand im Haus!“<br />
Das Blut stockt mir in den Adern.<br />
Ich höre Stimmen. Es sind mehrere Personen. Sie unterhalten sich, doch ich kann nicht verstehen, was sie sagen. Jetzt verstummen sie. Ein paar Minuten herrscht Stille. Ich wage mich nicht zu rühren. Liege einfach nur regungslos da und harre der Dinge, die kommen. Doch augenblicklich tut sich nichts.<br />
„Habe ich mich getäuscht?“<br />
Nein, ich höre wieder etwas. Schritte. Sie nähern sich.<br />
Ich höre wie die Schritte auf der Mamortreppe nach oben kommen. Mein Zimmer ist direkt oben am Ende der Treppe.<br />
„Gleich sind sie hier oben! Was mach ich nur?“<br />
Weglaufen kann ich nicht, denn das Zimmer hat nur einen Eingang und durch das Fenster fliehen ist ebenfalls nicht möglich, da ich mich im Obergeschoss befinde. Selbst wenn ich weglaufen könnte, meine Beine würden mich nicht tragen. Ich fühle mich gelähmt.<br />
„Jetzt sind sie direkt vor meiner Tür“, fährt es mir durch den Kopf.<br />
Ich ziehe mir die Decke bis zur Nasenspitze hoch und meine direkt vor meiner Zimmertür ein Atmen zu hören.<br />
„Ich darf mich nicht rühren und keinen Laut von mir geben!“, ermahne ich mich im Stillen und zitternd vor Angst.<br />
Die Türklinke wird leise herunter gedrückt. Ich höre es ganz deutlich und sehe es aus meinem Versteck heraus.<br />
Vorsichtig öffnet sich die Tür einen kleinen winzigen Spalt, &#8211; kaum hörbar, aber ich kann einen kleinen Luftzug spüren.<br />
Ich presse mir die Hand auf den Mund und reiße die Augen ganz weit auf.<br />
„Da, was ist das?“<br />
Vorsichtig schiebt sich etwas durch den Spalt. Es ist eine Hand. Ich kann es ganz deutlich erkennen. Eine Hand greift durch den Spalt und gleichzeitig wird die Tür ein kleines bisschen weiter geöffnet.<br />
Ich schreie!Nein, ich versuche es, doch kein Laut kommt aus meinem Mund. Ich versuche Worte zu formen, aber alle bleiben mir im Halse stecken. Nur ein kleines geflüstertes und kaum hörbares</p>
<p>„Wer?“<br />
bringen meine Stimmbänder zustande.<br />
Gerade in dem Moment, in dem ich denke vor Angst und Schreck das Bewusstsein zu verlieren, höre ich eine Stimme. Ich vernehme sie ganz deutlich und kann auch die gesprochenen Worte verstehen.<br />
„Ich bin’s Timo!“<br />
Jetzt kann ich ihn erkennen.<br />
Timo steht mit seiner Freundin vor meinem Bett. Ich bin total erleichtert, denn ich habe wirklich gedacht, dass Einbrecher im Haus seien. Jetzt aber ist es ganz selbstverständlich, dass er da ist, obwohl er eigentlich 600 Kilometer entfernt sein müsste. Darüber zerbreche ich mir jedoch im Moment ganz und gar nicht den Kopf. Ich bin einfach nur froh und erleichtert.<br />
Dann höre ich noch wie Timo mir erzählt, dass er Halsschmerzen hat, danach ist es wieder ganz still um mich herum.<br />
Ich kann mich an nichts mehr erinnern.<br />
Alles ist weg.<br />
Blackout.<br />
Funkstille.<br />
Und plötzlich aus dem Nichts heraus höre ich erneut ein Geräusch. Ich lausche. Weder Timo noch dessen Freundin sind da. Das weiß ich auf einmal ganz genau und kann auch deren Abwesenheit förmlich spüren.<br />
„Kommt es aus dem Schlafzimmer meiner Mutter?“, überlege ich.<br />
Es ist ziemlich laut. Also muss es auch relativ nah sein.<br />
„Es ist direkt neben mir,“ denke ich.<br />
Alles um mich herum ist dunkel. Ich kann nichts sehen, ich höre nur dieses Geräusch. Ich versuche es zu identifizieren. Es ist ein schnarchendes Geräusch. Ein Schnarchen.<br />
„Das kann nicht sein. Ich liege ganz alleine hier im Bett im Haus meiner Mutter. Aber das Schnarchen ist direkt an meinem Ohr“, denke ich.<br />
Der Schreck fährt mir erneut in die Glieder. Ich muss den Tatsachen ins Auge sehen. Schlagartig öffne ich die Augen. Ich brauche ein oder zwei Sekunden, um die Situation zu erfassen. Doch schrittweise schleicht sich die Erkenntnis in mein Bewusstsein:</p>
<p>Ich bin nicht in meinem ehemaligen Kinderzimmer und auch nicht im Hause meiner Mutter.<br />
Dort waren weder Einbrecher noch Timo, die mich erschreckt haben.<br />
Ich liege zu Hause in meinem Bett.<br />
Der Schnarcher neben mir ist mein Peter.<br />
Ich habe von Anfang an alles nur geträumt!</p>
<p>Diese Erkenntnis hat etwas Beruhigendes für mich und ich lasse mich wieder zurück in die Kissen fallen, wo ich sofort wieder einschlafe.</p>
<p>Am nächsten Morgen kann ich mich noch genau an diesen Traum erinnern, was bei mir eher selten vorkommt. Meist weiß ich nicht einmal mehr, dass ich überhaupt geträumt habe. Peter erzählt mir dann oft, dass ich im Traum gelacht, gerufen oder gequietscht habe. Häufig träume ich allerdings von Geräuschen, von denen ich dann auch tatsächlich aufwache und meinen Mann frage, ob es gerade an der Haustür geklingelt oder jemand nach mir gerufen hat.<br />
Heute allerdings hat er von meinem Schrei im Traum nichts mitbekommen. Wie denn auch? Er hat doch tief und fest geschlafen und mir ins Ohr geschnarcht.</p>
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		<title>Timo und die kleinen Tierchen in meiner Küche</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/timo-und-die-kleinen-tierchen-meiner-kueche/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Jan 2015 16:08:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[fatured]]></category>
		<category><![CDATA[Fliege]]></category>
		<category><![CDATA[Kindergarten]]></category>
		<category><![CDATA[Küche]]></category>
		<category><![CDATA[lachen]]></category>
		<category><![CDATA[Läuse]]></category>
		<category><![CDATA[Maus]]></category>
		<category><![CDATA[Missverständnis]]></category>
		<category><![CDATA[Sohn]]></category>
		<category><![CDATA[Tierchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Beim Aufräumen in meinem Arbeitszimmer ist mir eine blaue DIN A-4 Mappe in die Hände gefallen. Es ist einfach nur eine Sammelmappe ohne Aufschrift und ich kann mir schon denken, dass hier Handlungsbedarf besteht. Wahrscheinlich habe ich irgendwann einmal alles Mögliche und Unmögliche einfach nur hier hinein gesteckt, weil ich es nicht wegwerfen wollte, aber sonst nicht wusste wohin damit. Also löse ich die Gummiringe und öffne die Mappe. Vor mir liegen viele beschriftete Seiten auf denen ich u.a. Erlebnisse und Begebenheiten mit unserem damals noch kleinen Sohn in Worte gefasst habe und plötzlich sind alle Erinnerungen wieder da: Es war ein schöner Sommertag mit viel Sonnenschein und blauem Himmel. Ich stand in unserer Küche in Darmstadt und bereitete das Mittagessen vor. Unser etwa zweijähriger Timo spielte im Wohnzimmer mit seinen Bauklötzchen. Alles war friedlich und ich überlegte gerade, was wir nach Timos Mittagsschlaf unternehmen könnten, als unser Sohn zu mir in die Küche kam. Er setzte sich auf den Fußboden, um mir zuzusehen. Plötzlich wurde ich durch Timos zartes Stimmchen aus meinen Gedanken gerissen: &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Beim Aufräumen in meinem Arbeitszimmer ist mir eine blaue DIN A-4 Mappe in die Hände gefallen. Es ist einfach nur eine Sammelmappe ohne Aufschrift und ich kann mir schon denken, dass hier Handlungsbedarf besteht. Wahrscheinlich habe ich irgendwann einmal alles Mögliche und Unmögliche einfach nur hier hinein gesteckt, weil ich es nicht wegwerfen wollte, aber sonst nicht wusste wohin damit. Also löse ich die Gummiringe und öffne die Mappe.</strong></p>
<p style="text-align: left;"><span class="dropcap">V</span>or mir liegen viele beschriftete Seiten auf denen ich u.a. Erlebnisse und Begebenheiten mit unserem damals noch kleinen Sohn in Worte gefasst habe und plötzlich sind alle Erinnerungen wieder da:<br />
Es war ein schöner Sommertag mit viel Sonnenschein und blauem Himmel. Ich stand in unserer Küche in Darmstadt und bereitete das Mittagessen vor. Unser etwa zweijähriger Timo spielte im Wohnzimmer mit seinen Bauklötzchen. Alles war friedlich und ich überlegte gerade, was wir nach Timos Mittagsschlaf unternehmen könnten, als unser Sohn zu mir in die Küche kam. Er setzte sich auf den Fußboden, um mir zuzusehen. Plötzlich wurde ich durch Timos zartes Stimmchen aus meinen Gedanken gerissen:<br />
„Mama, Maus!“, plapperte er vor sich hin.<br />
Ich blickte zu ihm hinunter und sah, dass er ein Stofftier in den Händen hielt.<br />
„Nein Timo, das ist doch dein kleines Hundchen“, berichtigte ich ihn.<br />
Einen Moment war es ruhig, doch dann meinte er wieder:<br />
„Mama, Maus!“<br />
„Nein Timo, hier ist keine Maus. Das ist ein Hund!“, erklärte ich ihm nochmals und streichelte sowohl Timo über sein Haar als auch den Hund über sein Fell.<br />
Wieder wand ich mich dem Essen auf dem Herd zu und ich dachte schon alles sei in Ordnung, da protestierte mein Sohn abermals:<br />
„Mama, Maus!“<br />
Jetzt wurde es mir doch etwas seltsam zumute und ich fragte mich insgeheim, ob er Recht hatte und sich eine Maus in unsere Küche eingeschlichen hatte. Sichtlich unwohl, spürte ich wie mir eine Gänsehaut den Rücken hinunterlief. Mäuse mögen ja niedliche kleine Tierchen sein und sie tun niemand etwas zu Leide, aber ich hatte und habe trotzdem Angst vor Mäusen. Ich wusste genau, wenn hier irgendwo tatsächlich eine Maus wäre, würde ich mein Kind an der Hand nehmen und das Weite suchen. Ja, ich würde ohne zu zögern mit Timo aus der Wohnung rennen und diese dem kleinen Vierbeiner überlassen. Peter war nicht da, er befand sich gerade auf einer Dienstreise und würde erst spät am Abend wieder zurückkehren. Es fehlte also unser großer Beschützer, der in einer solchen Situation sicherlich zum großen Helden mutiert wäre, &#8211; zumindest in Timos und meinen Augen. Also musste ich jetzt überlegen, was zu tun war. Vielleicht sollten wir bei unseren Vermietern Zuflucht suchen oder wir würden zu meiner Freundin laufen. Möglicherweise waren diese Personen keine solchen Angsthasen und liefen auch nicht vor Mäusen davon.<br />
„Ich darf vor Timo keine Angst zeigen“, überlegte ich mir, „sonst hat er auch Angst und weint.“<br />
Während ich mir so meinen Schlachtplan zurecht legte, zupfte Timo wieder an meinem Rockzipfel und behauptete abermals:<br />
„Mama, Maus!“<br />
Dieses Mal deutete er auch mit seinem ausgestreckten Ärmchen in die Richtung, in der er die Maus gesehen hatte. Ich überlegte, ob sich dort unter meiner Arbeitsplatte irgendwo das Tierchen versteckt hielt. Mutig schaute ich nach, allerdings mit gebührendem Abstand und sozusagen sprungbereit, um gemeinsam mit Timo zu flüchten. Ich nahm ihn vorsichtshalber schon mal auf den Arm und fragte mich insgeheim, wer von uns beiden jetzt wen beschützte. Vermutlich suchte ich eher bei Timo Schutz, denn er sah eigentlich eher fröhlich und gar nicht erschrocken oder ängstlich aus, sondern strahlte mich an und deutete weiter mit seinem Fingerchen auf die …<br />
„Maus!“, fipste Timo.<br />
Ja, und da sah ich sie! Die Maus! Sie saß nicht unter meiner Arbeitsplatte, sondern oberhalb. Genauer gesagt, sie saß auf der Fensterscheibe und war …</p>
<p style="text-align: center;">eine Fliege.</p>
<p>Man kann sich sicherlich meine Erleichterung vorstellen. Alle Angst fiel von mir ab und ich herzte und drückte erleichtert unser Söhnchen an mich. Nachdem ich fast schon Freudentränen in den Augen hatte, klärte ich Timo über das Missverständnis auf und er verwechselte fortan auch niemals mehr diese beiden Tierchen.<br />
Allerdings sollten sich, wie mir schien, noch andere kleine Tierchen in meine Küche verirren. Timo muss schon etwas älter gewesen sein, denn er ging bereits in den Kindergarten. Nach dem abendlichen Bad setzte er sich auf sein Stühlchen in der Küche und aß artig sein Abendbrot. Danach blieb er sitzen und betrachtete noch ein kleines Weilchen ein Bilderbuch.<br />
Da das Telefon klingelte, lief ich in den Flur und nahm das Gespräch dort entgegen. Es war kein sehr langes Gespräch und so kam ich nach wenigen Minuten wieder zurück in die Küche. Timo „las“ immer noch in seinem Bilderbuch und alles hätte friedlich und in Ordnung sein können, wenn nicht…<br />
Ja, wenn mein Blick nicht plötzlich auf Timos Kopf gefallen wäre.<br />
„Oh nein!“, rief ich erschrocken aus.<br />
Timo sah mich fragend an, denn er hatte ja nichts angestellt und war sich demzufolge auch keiner Schuld bewusst.<br />
„Jetzt haben wir sie also auch!“, dachte ich mir, „so ein Pech!“<br />
Timos Kopf oder besser gesagt, seine Haare waren über und über voll davon. Überall hatten sie sich verbreitet.<br />
„So schlimm ist das also! Was mache ich jetzt bloß? Immer abends oder am Wochenende passiert so etwas.“<br />
Ich war mir vollkommen sicher. Das waren Läuse! Im Kindergarten kursierten sie, das war mir ja bekannt. Jedes Jahr zur &#8222;Kapuzenzeit&#8220; traf es einige Kinder und selbstverständlich deren Eltern, denn die hatten dann die ganze Arbeit mit den kleinen Tierchen.<br />
„Das kann ja jetzt lustig werden“, dachte ich missmutig. „Nur komisch, dass mir vorhin beim Baden nichts aufgefallen ist. Ich habe doch noch genauestens hinter den Ohren nachgeschaut, wo sie angeblich ihre Eier ablegen.“<br />
Ich hatte so gehofft, dieses Schicksal würde an uns vorübergehen, aber anscheinend kann man diesen Tierchen nicht davonrennen, so kurz deren Beinchen auch immer sein mögen. Mittlerweile durchsuchte ich Timos Kopf ganz genau und unser Söhnchen hatte inzwischen auch schon einen etwas ängstlichen Blick aufgesetzt.<br />
„Komm wir gehen noch einmal ins Badezimmer und waschen die Haare“, forderte ich ihn auf, als mein Blick auf Timos kleines Tischchen fiel. Jetzt musste ich aber auf einmal lauthals lachen und Timo schaute mich verwirrt an. Vermutlich dachte er, dass seine Mutter nun vollkommen übergeschnappt sei. Ich aber war total erleichtert, denn ich hatte plötzlich erkannt, was sich da auf Timos Kopf tummelte. Es waren keine Läuse, denen waren wir zum Glück entgangen. Nein, ich hatte unserem Söhnchen noch ein paar Erdnussflips in ein Schälchen auf den Tisch gestellt, die hatte er gefuttert und sich anscheinend mit den Fingern durch die Haare gefahren. So kamen die Krümeltierchen auf seinen Kopf.</p>
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		<title>Peinlich, peinlich&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Oct 2014 15:46:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Arzt]]></category>
		<category><![CDATA[Auto]]></category>
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					<description><![CDATA[Manche sind berühmt und berüchtigt dafür, in jedes Fettnäpfchen zu treten und keines auszulassen. Zum Glück gehören weder ich noch eines meiner Familienmitglieder zu diesem ausgewählten Kreis! Trotzdem passieren auch uns irgendwelche Missgeschicke, die mehr oder weniger peinlich sind. Wenn ich so nachdenke, fallen mir da einige Episoden ein, die im Nachhinein lustig sind, doch steckt man gerade in der betreffenden Situation empfindet man sie als peinlich: Mein Mann und ich hatten gerade unsere erste gemeinsame Wohnung bezogen, &#8211; wir waren also noch jung und unerfahren. Das sollte man zur Rettung unserer Ehre sagen, aber auch, dass man aus Schaden klug wird oder aus Fehlern lernt. Es war an einem Samstag, so Ende September oder Anfang Oktober, wenn ich mich richtig erinnere. „Ich muss noch schnell im Supermarkt einkaufen, der Kühlschrank ist leer“, erklärte ich Peter. „Dann lass uns das mal gleich machen“, meinte dieser sofort. „Ich brauche auch noch Druckerpapier.“ Der Einkaufswagen war auch schnell mit allen notwendigen Sachen beladen als wir an einem Sonderstand im Mittelgang des Marktes auf dem Weg zur Kasse &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Manche sind berühmt und berüchtigt dafür, in jedes Fettnäpfchen zu treten und keines auszulassen. Zum Glück gehören weder ich noch eines meiner Familienmitglieder zu diesem ausgewählten Kreis! Trotzdem passieren auch uns irgendwelche Missgeschicke, die mehr oder weniger peinlich sind. Wenn ich so nachdenke, fallen mir da einige Episoden ein, die im Nachhinein lustig sind, doch steckt man gerade in der betreffenden Situation empfindet man sie als peinlich:</strong></p>
<p><span class="dropcap">M</span>ein Mann und ich hatten gerade unsere erste gemeinsame Wohnung bezogen, &#8211; wir waren also noch jung und unerfahren. Das sollte man zur Rettung unserer Ehre sagen, aber auch, dass man aus Schaden klug wird oder aus Fehlern lernt.<br />
Es war an einem Samstag, so Ende September oder Anfang Oktober, wenn ich mich richtig erinnere.<br />
„Ich muss noch schnell im Supermarkt einkaufen, der Kühlschrank ist leer“, erklärte ich Peter.<br />
„Dann lass uns das mal gleich machen“, meinte dieser sofort. „Ich brauche auch noch Druckerpapier.“<br />
Der Einkaufswagen war auch schnell mit allen notwendigen Sachen beladen als wir an einem Sonderstand im Mittelgang des Marktes auf dem Weg zur Kasse vorbeikamen.<br />
„Komm, wir nehmen uns hiervon zwei Flaschen mit“, schlug Peter vor. „Stefan meinte neulich, das Zeug wäre wirklich gut.“<br />
Ich bin jetzt nicht gerade ein Weintrinker und ein Weinkenner ebenso wenig, aber ich wollte Peter die Freude nicht verderben. Und so luden wir alles in den Kofferraum und fuhren nach Hause.<br />
„Ist irgendetwas nicht in Ordnung?“, fragte unser Vermieter als er uns entsetzt vor dem geöffneten Kofferraum stehen sah. Beim Nähertreten schien er bedingt durch den ausstrahlenden Geruch jedoch schon eine Vermutung zu hegen, denn er fing plötzlich an zu lachen.<br />
„Das ist ja eine schöne Bescherung!“<br />
Zum Lachen war uns allerdings nicht zumute.<br />
„Vorhin waren sie noch voll!“, erzählte ich und ärgerte mich darüber, dass unser Kofferraum einer dringenden Reinigung bedurfte.<br />
„Da muss jemand daran herumgedreht haben“, ergänzte mich mein Mann.<br />
Unser Vermieter grinste und meinte nur: „Ach ihr habt Rauscher gekauft!“<br />
Das machte uns auch nicht fröhlicher und so fügte er hinzu:<br />
„Das passiert einem auch nur einmal! Dann weiß man, dass Federweiser nicht liegend transportiert oder gelagert werden darf. Er hat nämlich nur eine luftdurchlässige Haube als Verschluss, damit die Kohlensäure, die neben dem Alkohol beim Gärprozess entsteht, auch entweichen kann.“<br />
Schön, jetzt hatten wir uns zwar bis auf die Knochen blamiert, aber jetzt wussten wir auch, dass nicht nur die Kohlensäure entweicht, sondern auch die Flüssigkeit, wenn man die Flaschen hinlegt. Wir hatten wieder einmal etwas gelernt! An diesem Abend mussten wir dann notgedrungen den Zwiebelkuchen ohne Federweiser essen und somit blieb auch der Rausch aus.<br />
Dieser hatte sich bei der folgenden Peinlichkeit bei mir noch nicht eingestellt, aber anscheinend war ich schon etwas angeheitert. Ich jedenfalls fühlte mich recht wohl und es hätte mit Sicherheit auch niemand meinen klitzekleinen Schwips bemerkt, wäre es nicht hierzu gekommen:<br />
Wir waren auf der Sonneninsel Mallorca, genauer gesagt: Wir saßen nachts auf der Terrasse unseres Hotels in Alcudia und plauderten vergnüglich mit einem Pärchen, das wir in diesem Urlaub kennengelernt hatten. Während die Männer sich Bier bestellten, wählten wir zwei Frauen ein anderes Getränk: Lumumba. Ich trinke sehr selten und wenig Alkohol, aber im Laufe des Abends erlaubte ich mir zwei dieser Mixgetränke, die Rum beinhalten. Wir verstanden uns prima und wie das eben so ist, kommt man während des Gesprächs vom Hundertsten zum Tausendsten. So erzählten wir, dass wir drei Jahre zuvor nach Cottbus gezogen waren und dort auch ein Haus gebaut hatten.<br />
„Wir wollen nächstes Jahr auch bauen!“, erklärten sie uns.<br />
Das war die Stelle an der wir mit unserer Erfahrung punkten konnten, also legten wir los und erzählten mal die eine und mal die andere Story rund um unseren Hausbau. Irgendwie kamen wir dabei auf die Bodenbeläge und die Bäder zu sprechen.<br />
„Das war gar nicht so einfach, das Angebot ist ja riesengroß“, steigerte ich mich hinein. „Welche Vorstellung habt ihr denn?“<br />
Aber ich wartete gar nicht erst ihre Antwort ab, sondern feuerte sofort meine Beschreibung heraus:</p>
<p><strong>„Wir haben flänzende Gliesen!“</strong></p>
<p>Verwundert blickte ich in die Runde, denn plötzlich hatten alle angefangen zu lachen und ich schien die einzige zu sein, die nicht verstand warum. Also bat ich um Aufklärung, die ich auch sofort bekam. Der Alkohol hatte anscheinend angefangen zu wirken, denn aus meinem Mund waren Buchstabenkombinationen gekommen, die man unter normalen Umständen nicht so flüssig hervorbringt. Ich hatte nichts anderes als glänzende Fliesen gemeint. Peinlich, peinlich, wenn einem die Zunge nicht richtig gehorcht! Aber jetzt konnte ich wenigstens herzlich mitlachen. Was so manche Flüssigkeiten bewirken können!<br />
Apropo Flüssigkeiten, da fällt mir noch eine andere Begebenheit ein, die mich vor Peinlichkeit fast hätte im Boden versinken lassen:<br />
„Frauen und Autofahren!“, würden Männer hierbei wahrscheinlich sagen. Dabei passierte die Sache gar nicht, während ich am Steuer saß. Nein, ich stand neben meinem Auto und zwar an der hinteren rechten Seite. Mein Auto hingegen stand an der Tankstelle. Ich griff mir den Zapfhahn und steckte diesen in die Tanköffnung. Falsch: Das hätte ich gerne getan, das heißt, es war sozusagen mein geplantes Vorhaben. Der Wille war zwar vorhanden, doch irgendwie ließ sich dieser nicht in die Tat umsetzen. Weder schaffte ich es den Hahn in die Öffnung zu stecken, geschweige denn den Tank zu befüllen.<br />
„Was ist denn jetzt los?“, fragte ich mich und versuchte es erneut, allerdings vergeblich. Weil das ja eigentlich nicht sein konnte, startete ich den nächsten Versuch und noch einen und noch einen. Ich verstand die Welt nicht mehr und fragte mich schließlich:<br />
„Bin ich jetzt zu blöd zum Tanken?“<br />
Keine Ahnung, ob ich das in Gedanken oder laut zu mir selbst sagte, jedenfalls antwortete eine Frau an der nächsten Zapfsäule mit einer Gegenfrage:<br />
„Müssen sie denn wirklich Diesel tanken?“<br />
Uff! Natürlich nicht! Mein Auto war ein Benziner!<br />
„Noch peinlicher geht es wohl nicht“, ärgerte ich mich und bedankte mich bei der Frau. Möglichst unauffällig hängte ich den nicht in meine Tanköffnung passenden Zapfhahn wieder ein, griff mir den richtigen, tankte ohne weitere Komplikationen, bezahlte und sah zu, dass ich Land gewann.<br />
Auto und Frau, diese Kombination hat was. Besonders dann, wenn es sich dabei noch um ein altes Auto handelt. Ich war Anfang Zwanzig und besaß ein derartiges Automobil. Es war ein Jetta in silbermetallic. Soweit, so gut, aber irgendwann musste er auch wieder einmal zum TÜV. Ich wusste genau, dass er vorne links am Übergang vom Holm zum Bodenblech leichte Durchrostungserscheinungen haben könnte. Das würde dem TÜV &#8211; Prüfer hoffentlich nicht auffallen, aber sicher war ich mir dessen nicht. Also mussten die Waffen einer Frau zum Einsatz kommen. Ich schlüpfte in Minirock und Schuhe mit hohen Absätzen. Das Kompliment meines Mannes zeigte mir, dass ich meine Wirkung nicht verfehlen würde.<br />
Der TÜV &#8211; Prüfer war sehr freundlich, aber wie mir sogleich auffiel auch sehr gründlich. Trotzdem hatte er bisher keine Beanstandungen gefunden. Dann bat er mich das Auto über die Grube zu fahren. Mit einem Schraubendreher bewaffnet, war er zuvor in eben diese Grube gestiegen. Ich traute mich gar nicht zu atmen. Ich hörte, wie er mal da und mal dort klopfte, wie mir schien, aber nicht allzu fest. Plötzlich spürte ich einen Widerstand unter meiner Schuhsohle.<br />
„Nanu, was ist das ?“<br />
Ich blickte auf meine Füße und sah wie mich gerade die Spitze eines Schraubendrehers in den linken Fuß stach.<br />
„Es tut mir leid“, meinte der bereits wieder aufgetauchte TÜV &#8211; Prüfer. „Ich war schon total vorsichtig.“<br />
Sein Gesichtsausdruck verriet mir, dass er mein Spielchen durchblickt hatte, aber dieses trotzdem schiefgegangen war. Peinlich betroffen zog ich ohne TÜV &#8211; Plakette von dannen.<br />
Eine andere Begebenheit ereignete sich Jahrzehnte später, war aber nicht weniger peinlich für mich:<br />
Unser Sohn war aktives Mitglied im Schwimmverein und daher war zweimal wöchentlich nachmittags Schwimmen angesagt. An diesem Nachmittag fuhr ich ihn zum Training. Die Straße führte uns durch ein kleines Wäldchen und ich konnte im Augenwinkel rechts am Anfang eines Waldweges erkennen, dass dort etwas saß. Ich hätte nicht genau sagen können, was es war. Timo hatte es nicht gesehen und ich vermutete ein Tier habe dort gesessen. Irgendwie kam mir in den Sinn, es wäre ein Lama. Dies mag verwunderlich klingen, doch ich wusste, dass es in der nächsten Ortschaft auf einem Privatgrundstück zwei oder drei Lamas gab. Also machte ich mir weiter keine Gedanken hierüber, nahm mir aber vor am Rückweg darauf zu achten. Ich fuhr an diesem Tag noch insgesamt dreimal an dieser Stelle vorbei. Zweimal hatte ich die Sache total vergessen, doch als mein Mann und ich uns bei inzwischen tiefster Dunkelheit mit dem Auto dieser Stelle näherten, sah ich ganz deutlich zwei Augen unheimlich leuchten. Angst überfiel mich und ich bereute es, nicht bei Tageslicht nachgesehen zu haben. Peter sah das Leuchten ebenfalls und meinte:<br />
„Lass uns mal ranfahren und nachsehen. Es könnte ein Tier sein!“<br />
„Ich habe aber Angst, wer weiß was das ist!“, sagte ich mit bereits zittriger Stimme.<br />
„Vielleicht ist es ein verletzter Rehbock!“<br />
Okay, das war ein Argument, aber zugleich auch noch mehr furchterregend, zumindest für mich. Mein Mann fuhr so nah wie möglich heran, trotzdem war es in der Dunkelheit nicht eindeutig zu erkennen. Die leuchtenden Augen waren nicht mehr zu sehen, aber da kauerte irgendetwas . Unheimlich! Peter wollte sich aber nicht zurückhalten lassen. Er stieg aus und ging auf dieses unheimliche Etwas zu. Ich kam mir vor wie im falschen Film. Er bückte sich, hob etwas Großes auf, kam mit diesem gespenstigen Unbekannten auf dem Arm auf das Auto zu und trat an das Beifahrerfenster, hinter dem ich wie angewurzelt reglos saß. Plötzlich erschall ein schrecklicher, furchterregender langgestreckter Schrei, der durch Mark und Bein ging und mit Sicherheit weithin zu hören war.<br />
Niemand anders als ich hatte aus Leibeskräften, nahezu hysterisch geschrien und dabei beide Hände vor die Augen gehalten, denn ich wollte dieses schreckliche Wesen nicht sehen.<br />
„Geh weg damit!“ befahl ich meinem Mann, doch der lachte nur.<br />
„Mach doch die Augen auf und schau her!“<br />
Nach mehrmaliger Beteuerung, dass alles ganz harmlos sei, öffnete ich zaghaft meine Augen. Vor mir stand Peter mit einem alten kaputten Plastikreh, dessen Augen zuvor so schrecklich im Scheinwerferlicht geleuchtet hatten. Jetzt sah ich auch einen jungen Mann und eine Frau, die mit ihrem Auto ebenfalls gehalten hatten und uns verdutzt fragten, ob alles in Ordnung sei oder ob wir Hilfe brauchen würden. Vermutlich hatten sie meinen Schrei vernommen. Echt peinlich!</p>
<p>Jetzt habe ich aber genug von mir erzählt. Auf Anfragen bei meinem Mann, was ihm denn schon mal Peinliches passiert sei, erhielt ich lediglich die Antwort:<br />
„Mir ist nichts peinlich!“<br />
Naja, dafür wäre mir an seiner Stelle folgende Situation total peinlich gewesen:<br />
Unser damals noch sehr kleiner Sohn Timo war krank. Ich weiß nicht mehr, was er hatte, ob es Husten, Schnupfen und Fieber war, oder ob sich eine Kinderkrankheit anbahnte, &#8211; keine Ahnung. Ich kann mich auch nicht erinnern, warum ich verhindert war, aber auf jeden Fall schickte ich meinen Mann mit Timo zum Arzt. Die Sache wäre gar nicht passiert, wenn es ein Wochentag gewesen wäre. Dann wären sie einfach zu unserem Hausarzt marschiert. Nein, Kinder werden immer am Wochenende krank und man kann dann nur noch zum Not- bzw. Bereitschaftsdienst gehen. Zum Glück kannte der Arzt sich mit Kindern aus, untersuchte unseren Timo gründlich und meinte danach zu meinem Mann:<br />
„Ich brauche noch einige Angaben und Daten von Ihnen.“<br />
Das war auch alles gar kein Problem, denn die Fragen nach Wohnort und Straßennamen waren ja einfach zu beantworten. Schwieriger wurde die Sache dann allerdings als der Arzt meinte:<br />
„Gut, dann brauche ich nur noch das Geburtsdatum von dem kleinen Mann hier!“<br />
Schweigen breitete sich im Raum aus. Der Arzt schaute von meinem Mann zu Timo und dann wieder zu meinem Mann. Sowohl Timo als auch Peter schauten den Arzt mit großen Augen an. Schließlich zuckte mein Mann mit den Schultern und öffnete den Mund:<br />
„Ohhh!“<br />
Der Arzt durchschaute die Situation allerdings recht schnell, zückte seinen Stift und meinte nur lässig:<br />
„Ich muss schon irgendetwas hinschreiben! Wissen Sie denn wie alt er ist?“<br />
„Naja“, antwortete mein Mann, „so ungefähr zwei Jahre!“</p>
<p><strong>Also, wenn das nicht peinlich ist!…</strong></p>
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