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	<title>Schulzeit &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Filmreif</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Nov 2017 16:20:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Einkauf]]></category>
		<category><![CDATA[filmreif]]></category>
		<category><![CDATA[Pferde]]></category>
		<category><![CDATA[Schulzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
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					<description><![CDATA[Gestern ist mir etwas passiert, das muss ich einfach loswerden. Irgendwie war es witzig, aber auf eine gewisse Art auch peinlich. Mir zumindest. Und bestimmt ist mir auch die Röte ins Gesicht getreten. Ich sag  ja immer, das Leben schreibt die besten Geschichten. Man braucht sie gar nicht lange zu suchen, sie kommen einfach auf uns zu. Nur erkennen muss man sie. „Ich muss dir unbedingt was erzählen. Das hat sich gerade beim Einkaufen ereignet.“ „Hast du wieder einmal ein Tänzchen im Supermarkt (Tänzchen gefällig?) vollführt?“ „Nein, ich stand ganz still.“ „Jetzt machst du mich aber neugierig! Erzähl doch einfach und spann mich nicht so lange auf die Folter!“ „Also gut. Ich habe meine Mutter zum Frisör gebracht und wollte dann noch einige Erledigungen machen.“ „Oh bitte, zähl nicht alles auf, was du eingekauft hast.“ „Quatsch, ich hatte noch gar nichts eingekauft und auch fast noch nichts im Einkaufskorb liegen.“ „Hast du jemand getroffen, den wir noch aus unserer Schulzeit kennen?“ „Nein, diesmal leider nicht!“ „Und?!“ „Dann lass mich doch einfach reden und unterbrich mich nicht &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gestern ist mir etwas passiert, das muss ich einfach loswerden. Irgendwie war es witzig, aber auf eine gewisse Art auch peinlich. Mir zumindest. Und bestimmt ist mir auch die Röte ins Gesicht getreten</strong><b>.</b><br />
<strong>Ich sag  ja immer, das Leben schreibt die besten Geschichten. Man braucht sie gar nicht lange zu suchen, sie kommen einfach auf uns zu. Nur erkennen muss man sie.</strong><br />
<span class="dropcap">„I</span>ch muss dir unbedingt was erzählen. Das hat sich gerade beim Einkaufen ereignet.“<br />
„Hast du wieder einmal ein Tänzchen im Supermarkt <a href="http://lifetellsstories.de/taenzchen-gefaellig/">(Tänzchen gefällig?) </a>vollführt?“<br />
„Nein, ich stand ganz still.“<br />
„Jetzt machst du mich aber neugierig! Erzähl doch einfach und spann mich nicht so lange auf die Folter!“<br />
„Also gut. Ich habe meine Mutter zum Frisör gebracht und wollte dann noch einige Erledigungen machen.“<br />
„Oh bitte, zähl nicht alles auf, was du eingekauft hast.“<br />
„Quatsch, ich hatte noch gar nichts eingekauft und auch fast noch nichts im Einkaufskorb liegen.“<br />
„Hast du jemand getroffen, den wir noch aus unserer Schulzeit kennen?“<br />
„Nein, diesmal leider nicht!“<br />
„Und?!“<br />
„Dann lass mich doch einfach reden und unterbrich mich nicht ständig mit deiner Fragerei.“<br />
„Okay!“<br />
„Ich ging also in einen Drogeriemarkt und stand noch relativ nahe an der Eingangstür. Während ich die Dinge in dem ersten Regal betrachtete und schon das Thema Weihnachtsgeschenke im Hinterkopf hatte…“<br />
„Da kam dir eine grandiose Idee…“<br />
„Nein! Ich verspürte ein Bedürfnis.“<br />
„Welches Bedürfnis? Hattest du Hunger oder Durst?“<br />
„Jetzt frag doch nicht so doof! Ich hatte das Bedürfnis einen gewissen Ort aufzusuchen.“<br />
„Aha!“<br />
„Ich wusste, dass es dieses kleine Örtchen in dem Markt gibt, aber auch, dass die Tür immer verschlossen ist.“<br />
„Jetzt brauchtest du also den Schlüssel!“<br />
„Richtig! Der Kandidat hat 100 Punkte!“<br />
„Aber bisher ist noch nichts passiert.“<br />
„Stimmt! Das kommt ja jetzt auch noch!“<br />
„Mmmh! Wird ja auch Zeit, ich hab nämlich noch was zu tun!“<br />
„Kannst du dich noch an diese ganz bestimmte Fernsehwerbung erinnern?“<br />
„Ich habe in meinem Leben schon so viel Werbung über mich ergehen lassen, bestimmt war auch diese mit dabei. Ich weiß nur nicht, welche du gerade meinst.“<br />
„Also pass auf, dann merkst du es schon! Wo genau war ich jetzt stehen geblieben?“<br />
„Vor dem Regal in der Nähe der Eingangstür!“<br />
„Ja und ich sah mich nach einer Verkäuferin um. Gleich vor dem nächsten Regal kniete auch eine, die die Ware einsortierte.“<br />
„Und die gab dir dann den Schlüssel?!“<br />
„Immer langsam mit den jungen Pferden. So schnell ging das alles nicht!“<br />
„Ich dachte, es wäre ein dringendes Bedürfnis gewesen!“<br />
„Jetzt lenk mich nicht ab! Lass mich einfach erzählen! Ich fragte also nach dem Schlüssel.“<br />
„Und wo ist jetzt das Problem? Sie konnte ihn nicht finden?“<br />
„Doch! Sie war sehr freundlich und hilfsbereit, obwohl sie ja gerade beschäftigt war und ihre Arbeit nicht unterbrechen wollte.“<br />
„Aha!“<br />
„Und dann machte sie dasselbe wie die Kassiererin damals in der Fernsehwerbung.“<br />
„Welche?“<br />
„Hör doch einfach zu! Dann fällt es dir wie Schuppen von den Augen!“<br />
„Na gut! Ich lausche!“<br />
„Sie meinte, dass ihre Kollegin, die den Schlüssel hätte, gerade hinten im Laden wäre. Und bevor ich noch in diese Richtung gehen und die besagte Kollegin befragen konnte, brüllte die vor dem Regal kniende Verkäuferin durch das gesamte Geschäft, so dass es auch alle Kunden laut und deutlich vernehmen konnten:<br />
‚Erna! Kannst du mal schnell die Toilette aufsperren! Die Dame muss ganz dringend auf die Toilette!‘ “<br />
„Jetzt weiß ich, welche Werbung du meinst, die mit den …“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/4526-2/">Gesprächsstoff</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/nie-gedacht/">Nie gedacht&#8230;</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/zwischen-kampf-und-unterhaltung/">Zwischen Kampf und Unterhaltung</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Der Lümmel aus der letzten Bank</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Oct 2016 22:01:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Blätter]]></category>
		<category><![CDATA[Donnerwetter]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Herbst]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrer]]></category>
		<category><![CDATA[Lümmel]]></category>
		<category><![CDATA[Schulzeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Da ich mich ja nun auch von meinen Sommererinnerungen an Rhodos verabschiede und endlich hier im Herbst ankommen muss, kommt mir die folgende Geschichte gerade recht. Sie ist wie ein kleiner Brückenschlag von einer Jahreszeit zur nächsten. Es ist eine Kindheitserinnerung meines Mannes, die er mir auf der Insel zum wiederholten Male erzählte. Warum sie ihm gerade im Sommerurlaub auf Rhodos wieder einfiel, kann ich Euch jetzt noch nicht verraten. Allerdings wird Euch diese Logik spätestens am Ende meiner Geschichte einleuchten. Also lasst Euch überraschen: Mein Mann hatte während seiner frühen Schulzeit schon einige Flausen im Kopf. Ich bin froh, dass dies unser Sohn nicht geerbt hat, jedenfalls sind mir keinerlei Klagen der Lehrer bekannt. Meine Schwiegereltern hingegen erfuhren bei Elternversammlungen gar manchen Unsinn ihres Sohnes. Wer hätte damals gedacht, dass aus ihm einmal ein Universitätsprofessor werden würde? Weder seine Eltern, noch seine damaligen Lehrer. „Ach ja, der Herbst und das Blättersammeln“, sagt mein Mann leicht verträumt, als wir durch die Hotelanlage spazieren. „Wirst du jetzt melancholisch?“, frage ich stirnrunzelnd. „Nö, das nicht, aber mir &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Da ich mich ja nun auch von meinen Sommererinnerungen an Rhodos verabschiede und endlich hier im Herbst ankommen muss, kommt mir die folgende Geschichte gerade recht. Sie ist wie ein kleiner Brückenschlag von einer Jahreszeit zur nächsten. Es ist eine Kindheitserinnerung meines Mannes, die er mir auf der Insel zum wiederholten Male erzählte. Warum sie ihm gerade im Sommerurlaub auf Rhodos wieder einfiel, kann ich Euch jetzt noch nicht verraten. Allerdings wird Euch diese Logik spätestens am Ende meiner Geschichte einleuchten. Also lasst Euch überraschen:</strong></p>
<p><span class="dropcap">M</span>ein Mann hatte während seiner frühen Schulzeit schon einige Flausen im Kopf. Ich bin froh, dass dies unser Sohn nicht geerbt hat, jedenfalls sind mir keinerlei Klagen der Lehrer bekannt. Meine Schwiegereltern hingegen erfuhren bei Elternversammlungen gar manchen Unsinn ihres Sohnes. Wer hätte damals gedacht, dass aus ihm einmal ein Universitätsprofessor werden würde? Weder seine Eltern, noch seine damaligen Lehrer.<br />
„Ach ja, der Herbst und das Blättersammeln“, sagt mein Mann leicht verträumt, als wir durch die Hotelanlage spazieren.<br />
„Wirst du jetzt melancholisch?“, frage ich stirnrunzelnd.<br />
„Nö, das nicht, aber mir fällt da nur gerade etwas aus meiner Schulzeit ein.“<br />
Ich schweige fein still, denn noch ahne ich nicht, worum es geht.<br />
„Ihr Grundschullehrer wollt doch immer, dass die lieben Schülerlein im Herbst Blätter sammeln.“<br />
„Ja, da kann man ganz tolle Projekte gestalten. Egal, ob in Kunst oder Biologie oder…“<br />
Mein Mann lässt mich gar nicht erst ausreden, sondern erzählt munter weiter.<br />
„Jahr für Jahr immer wieder und einmal wurde es mir zu bunt…“<br />
„Wie? Deine Blätter waren dir zu bunt?“, frage ich verwirrt.<br />
„Ach Quatsch, meine Blätter doch nicht. Die waren alles andere als bunt.“<br />
Inzwischen habe ich eine leise Ahnung, um welche Schandtat aus seiner Kindheit es sich handeln könnte. Immerhin sind wir schon seit 37 Jahren zusammen und da hat man sich schon viel erzählt. Ich lasse ihn aber weiter erzählen, denn ich liebe diese Geschichten.<br />
„Ich hatte einfach keine Lust Blätter zu sammeln. Zuerst jedenfalls und dann habe ich es schlichtweg vergessen oder vielleicht auch verdrängt. Keine Ahnung. Auf jeden Fall stand ich morgens im Schulhof mit meinen Kumpels zusammen und sie fragten mich beiläufig, ob ich denn auch meine Blätter mit hätte…“<br />
„Natürlich hatte Klein-Peter keine!“, lache ich.<br />
„Mhmh!“, nickt mein Mann grinsend. „Als ich in der Stunde dann verlegen auf meinem Stuhl hin und her rutschte, fragte mich der Lehrer, ob ich auf die Toilette müsste. Ich nickte und durfte gehen.“<br />
„Ja und?“<br />
„Als ich wieder ins Klassenzimmer kam, hatte ich meine Blätter dabei.“<br />
„Wieso? Warst du schnell am Schulhof sammeln?“, will ich wissen. Ich bin leicht irritiert. Sollte ich die Geschichte doch noch nicht kennen? Das wäre eigentlich recht unwahrscheinlich, aber immerhin möglich.<br />
„Nein! So weit musste ich gar nicht erst gehen“, erklärt er mir geheimnisvoll.  &#8222;Auf alle Fälle war ich so was von froh, als ich zurück ins Klassenzimmer kam.“<br />
„Dein Lehrer hat sich wohl gefreut, als er sah, dass selbst du deine Hausaufgaben, nämlich das Blättersammeln, ordentlich erledigt hattest?!“<br />
„Freude ist gar kein Ausdruck dafür!“, sagt mein Mann todernst.<br />
Ich hingegen kann mich nun nicht mehr vor Lachen halten, denn ich weiß inzwischen ganz genau, um welche Geschichte es sich handelt. Ich habe vor Lachen regelrecht Bauchschmerzen und japse nach Luft.<br />
„Los, erzähl weiter!“<br />
„Als ich so den Gang entlang schlenderte, der übrigens menschenleer war, da fiel mein Blick auf etwas, das ganz hinten in einer Ecke stand.“<br />
„Ja?!“, sage ich und gestikuliere, damit er weiter erzählt.<br />
„Da stand ein Gummibaum mit schönen Blättern. Die waren zwar nicht bunt, sondern grün, aber groß waren sie. Das hatte den Vorteil, dass ich nicht so viele benötigen würde, um mein Blatt damit zu bekleben. Also entblätterte ich den Gummibaum ein bisschen und steckte die Blätter unter meinen Pullover.“<br />
„Oh nein, der arme Gummibaum!“<br />
„Stimmt, es tat ihm wohl weh, denn er „blutete“!“<br />
„Und?“ Ich will wissen, wie es weiter ging.<br />
„Na, nichts und!“, sagt mein Mann. „Als der Lehrer sah, was ich da versuchte auf mein Zeichenblatt zu kleben, kam er sofort angerauscht. Erst fragte er mich scheinheilig, woher ich diese Blätter hätte. Dann rauschte er zur Tür hinaus, warf einen Blick um die Ecke und kam wieder herein gerauscht. Danach brach das Donnerwetter über mich herein. Das erste. Das zweite sollte später noch folgen.“<br />
„Hihi!“, lache ich schadenfroh.<br />
„Da brauchst du gar nicht lachen. Ich wurde verdonnert eine neue Pflanze zu besorgen. Das tat ich auch, indem ich heimlich mein Sparschwein leerte und eine Pflanze kaufte. Irgendwie tat mir die Sache ja auch leid.“<br />
„Richtig so!“, pflichte ich dem Lehrer und Peters schlechtem Gewissen bei.<br />
„Der Lehrer hat sich auch mächtig gefreut und ich dachte schon, damit wäre die Sache ein für alle Male erledigt.“<br />
„War es nicht?“<br />
„Nein, selbstverständlich nicht! Es war nur so eine Art ‚Ruhe vor dem Sturm‘. Das zweite Donnerwetter sollte noch folgen.“<br />
„Von den anderen Lehrern?“<br />
„Nein, von denen nicht“, sagt mein Mann und gönnt sich eine kurze Atempause. Wohl auch um die Spannung zu steigern, bevor er weiter spricht: „Allerdings war schon bald Elternabend angesagt und der Lehrer erzählte die Geschichte meinen Eltern. Da war was los, als sie heimkamen, kann ich dir sagen!“<br />
„Das kann ich mir vorstellen. Hast du Stubenarrest bekommen?“<br />
„Das weiß ich nicht mehr, aber der Donner klingt mir noch in den Ohren.“<br />
Tja und weil Schadenfreude bekanntlich die schönste Freude ist, laufen mir mittlerweile die Tränen vom Lachen über die Wangen. Als ich sie wegwische und wieder klar sehen kann, erkenne ich auch, warum Peter gerade in diesem Moment diese wohl einzigartige Schulgeschichte eingefallen ist. Wir stehen vor einer Vielzahl von riesigen Gummibäumen, die in der Wärme und dem Klima von Rhodos draußen in der Hotelanlage wachsen und prächtig gedeihen können.<br />
Ich schnappe mir also mein Handy und mache sofort ein paar Fotos von den Blättern, denn ich dachte mir, dass Euch diese Geschichte bestimmt gefällt. Also habe ich sie Euch mitgebracht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-3754 size-medium" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/10/1200px-IMG_4130-225x300.jpg" alt="1200px-img_4130" width="225" height="300" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/10/1200px-IMG_4130-225x300.jpg 225w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/10/1200px-IMG_4130-768x1024.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/10/1200px-IMG_4130-420x560.jpg 420w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/10/1200px-IMG_4130.jpg 1200w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /><img decoding="async" class="alignright wp-image-3755 size-medium" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/10/1200px-IMG_4137-225x300.jpg" alt="1200px-img_4137" width="225" height="300" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/10/1200px-IMG_4137-225x300.jpg 225w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/10/1200px-IMG_4137-768x1024.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/10/1200px-IMG_4137-420x560.jpg 420w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/10/1200px-IMG_4137.jpg 1200w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr das auch noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/felicita-und-der-mann-im-mond/">Felicitas und der Mann im Mond</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/im-schatten-der-krone/">Im Schatten der Krone</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-meerjungfraeulein/">Das Meerjungfräulein</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Aus der Schulzeit meiner Mutter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Apr 2016 22:02:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[aufgehoben]]></category>
		<category><![CDATA[Brief]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
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		<category><![CDATA[Mutter]]></category>
		<category><![CDATA[Oma]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Schulzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sohn]]></category>
		<category><![CDATA[Tintenfass]]></category>
		<category><![CDATA[Unterricht]]></category>
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					<description><![CDATA[Als unser Sohn in die dritte Grundschulklasse ging, sprachen sie im Sachunterricht über die Schule in früheren Zeiten. Sie sollten die Eltern und Großeltern zu diesem Thema befragen. Klar, dass ich ihm sofort über meine Schulzeit berichtet habe. Doch auch von seiner Oma wollte er wissen, wie es damals so in der Schule war. Da wir allerdings 600 Kilometer von den Großeltern entfernt wohnten, rief er meine Mutter an und stellte ihr Fragen. Sie notierte sich diese und schrieb ihm damals einen ausführlichen Brief, in welchem sie über ihre Schulzeit berichtete. Diesen Brief habe ich wieder gefunden, denn ich habe ihn die ganzen Jahre für unseren Sohn aufbewahrt. Dieses Jahr zu Weihnachten schenkte er seiner Oma ein Buch, in dem sie Fragen zu ihrem Leben beantworten soll. Der Brief und die Fotos von damals werden hierin einen Platz finden. Auch meine Mutter hat sich gefreut, als ich ihr diesen Brief neulich zeigte. Sie ist damit einverstanden, dass ich heute diesen Brief in meinem Blog vorstelle: Die Schule in früheren Zeiten „Ich bin am 27.6.1929 in &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als unser Sohn in die dritte Grundschulklasse ging, sprachen sie im Sachunterricht über die Schule in früheren Zeiten. Sie sollten die Eltern und Großeltern zu diesem Thema befragen. Klar, dass ich ihm sofort über meine Schulzeit berichtet habe. Doch auch von seiner Oma wollte er wissen, wie es damals so in der Schule war.</strong></p>
<p><span class="dropcap">D</span>a wir allerdings 600 Kilometer von den Großeltern entfernt wohnten, rief er meine Mutter an und stellte ihr Fragen. Sie notierte sich diese und schrieb ihm damals einen ausführlichen Brief, in welchem sie über ihre Schulzeit berichtete. Diesen Brief habe ich wieder gefunden, denn ich habe ihn die ganzen Jahre für unseren Sohn aufbewahrt. Dieses Jahr zu Weihnachten schenkte er seiner Oma ein Buch, in dem sie Fragen zu ihrem Leben beantworten soll. Der Brief und die Fotos von damals werden hierin einen Platz finden. Auch meine Mutter hat sich gefreut, als ich ihr diesen Brief neulich zeigte. Sie ist damit einverstanden, dass ich heute diesen Brief in meinem Blog vorstelle:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Die Schule in früheren Zeiten</strong></p>
<p>„Ich bin am 27.6.1929 in Asch (Sudetenland) geboren und auch dort in die Schule gegangen. Mein erster Schultag war am 1.9.35.</p>
<p>Wir hatten in Asch 7 Schulen. Ich ging in die nächstgelegene Schule, die „Bergschule“. Im Gebäude links waren die Jungen untergebracht und rechts die Mädchen. Dazwischen lag eine große Turnhalle.</p>
<p>Wir hatten täglich vier Stunden Unterricht.</p>
<p>Der Lehrer in der Volksschule (=Grundschule) war sehr streng. Er hatte einen Rohrstock. Wenn wir während des Unterrichts nicht aufpassten, mussten wir die Hand aufhalten, dann gab es eine drauf. Oh, das hat sehr weh getan.</p>
<p>Die Kleidung war normal, das heißt, es gab keine Uniform, wir durften anziehen, was wir wollten.</p>
<p>In der Volksschule waren wir 28 Schülerinnen.</p>
<p>Das Klassenzimmer war groß, hatte viele Fenster, Holztische und Bänke. In den Tischen waren Tintenfässer. Wir hatten keinen Kuli oder so einen Füller, wie ihr ihn kennt. Unser Schreibgerät war ein Holzstift, in den man eine Stahlfeder einschieben konnte. Während des Schreibens musste die Feder immer in das Tintenfass getaucht werden.</p>
<p>In der Volksschule hatten wir Rechnen, Lesen und Schreiben. Wir mussten Aufsätze und Diktate schreiben.<br />
Religion, Heimatkunde und Turnen hatten wir auch.</p>
<p>Es gab Turnfeste und wir machten Wanderungen.</p>
<p>Im September 1939 begann der 2. Weltkrieg. Ich war damals 10 Jahre alt und ging in die 4. Klasse. Bei Fliegeralarm mussten wir in den Keller. Wir hatten immer Angst.</p>
<p>In die Bergschule ging ich 4 Jahre. Danach machte ich eine Aufnahmeprüfung und kam in die Bürgerschule (das war so wie die heutige Realschule). Ich ging also nach den großen Ferien in die &#8222;Angerschule&#8220;, so hieß meine neue Schule. Auch hier waren es 4 Jahre. Davon hatte ich drei Jahre Englischunterricht und Unterricht in Stenografie (=Kurzschrift). Außerdem hatten wir Musik, Biologie, Mathe, Deutsch, Kochen, Turnen und Zeichnen.</p>
<p>Unser Klassensaal war groß. Auch hatten wir einen Zeichensaal. Ich konnte sehr gut zeichnen. Meine Bilder hingen im Treppenhaus der Schule.</p>
<p>Der Unterricht in der Bürgerschule begann morgens um 8 Uhr und endete um 13.30 Uhr.</p>
<p>Ich hatte einen sehr weiten Schulweg in die Bürgerschule. Wir mussten immer laufen, denn wegen des Krieges fuhr kein Auto.</p>
<p>Die Klassen waren sehr groß. Wir waren 40 Kinder. Es fehlten viele Lehrer, denn die jungen Lehrer waren im Krieg.</p>
<p>Nach den 4 Klassen in der Bürgerschule, machte ich ein Pflichtjahr. Das Pflichtjahr bedeutete während des 3. Reiches 1 Jahr in der Landwirtschaft oder in einer kinderreichen Familie arbeiten.</p>
<p>Nachher begann ich eine Lehre im Büro. Nachdem ich <strong>1</strong> 1/2 Jahre im Büro gelernt hatte, war der Krieg endlich zu Ende. Doch jetzt wurden wir aus unserer Heimat vertrieben. Mit einem Viehwagon wurden wir nach Hessen transportiert. In diesem Viehwagon „feierte“ ich meinen 17. Geburtstag.“</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-3077 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01441-Kopie-781x1024.jpg" alt="1200px-DSC01441 Kopie" width="781" height="1024" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01441-Kopie-781x1024.jpg 781w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01441-Kopie-229x300.jpg 229w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01441-Kopie-768x1007.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01441-Kopie.jpg 1200w" sizes="(max-width: 781px) 100vw, 781px" /></p>
<p>Dieses Bild zeigt meine Mutter im Alter von 10 Jahren.</p>
<p>Ich bin froh, dass meine Mutter damals den oben abgedruckten Brief an unseren Sohn geschrieben und uns damit einen Teil ihrer Geschichte mitgeteilt hat.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Danke Mutti! </strong></p>
<p>Auch unser Sohn ist seiner Oma hierfür dankbar.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Danke Oma!</strong></p>
<p style="text-align: left;">Gut, dass ich alles aufgehoben habe.</p>
<p style="text-align: left;">Vielleicht möchtet Ihr auch noch diese Geschichten über mich und meine Familie lesen:</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/erinnerungen-an-die-schulzeit/">Erinnerungen an die Schulzeit</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/meine-mutter-und-die-zugspitze/">Meine Mutter und die Zugspitze</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/das-sofa-der-kueche/">Das Sofa in der Küche</a></p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Erinnerungen an die Schulzeit</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/erinnerungen-an-die-schulzeit/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/erinnerungen-an-die-schulzeit/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Apr 2016 09:48:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Diktat]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[Fräulein]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Hausaufgabe]]></category>
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					<description><![CDATA[An meine Schulzeit denke ich gerne zurück. Ich wurde am 1. Dezember 1966 eingeschult. Heute würde man denken, dass dies ein seltsamer Einschulungstermin ist. Dieses Datum ergab sich durch eine Umstellung, denn zuvor wurde immer zu Ostern eingeschult, außer in Bayern. Jetzt jedoch wollte man in ganz Deutschland, genauso wie in den europäischen Nachbarländern, den Schulanfang auf den Sommer verlegen. Deshalb führte man 1966 zwei Kurzschuljahre durch (erstmalig vom 01. 04. bis zum 30. 11. 1966). Ich machte also das zweite Kurzschuljahr noch mit, das am 1.12.1966 anfing und mit den Sommerferien am 31. Juli des Folgejahres endete. Ich kann mich noch genau an den Klassenraum der ersten Klasse erinnern. Er befand sich in einem sehr alten Gebäude, das auch heute noch steht. Man nennt es heute &#8222;Das Gelbe Haus&#8220; und in seinem Inneren befindet sich die Stadtbibliothek und die Touristeninformation. Man musste zunächst einige wenige Treppenstufen hochgehen und im Erdgeschoss befand sich dann auch gleich unser Klassenzimmer. Wenn man es betrat, so stand rechts ein Ölofen. Auf diesem wärmten wir immer leicht unsere Schulmilch, beziehungsweise &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>An meine Schulzeit denke ich gerne zurück. Ich wurde am 1. Dezember 1966 eingeschult. Heute würde man denken, dass dies ein seltsamer Einschulungstermin ist. Dieses Datum ergab sich durch eine Umstellung, denn zuvor wurde immer zu Ostern eingeschult, außer in Bayern. Jetzt jedoch wollte man in ganz Deutschland, genauso wie in den europäischen Nachbarländern, den Schulanfang auf den Sommer verlegen. Deshalb führte man 1966 zwei Kurzschuljahre durch (erstmalig vom 01. 04. bis zum 30. 11. 1966). Ich machte also das zweite Kurzschuljahr noch mit, das am 1.12.1966 anfing und mit den Sommerferien am 31. Juli des Folgejahres endete.</strong></p>
<p><span class="dropcap">I</span>ch kann mich noch genau an den Klassenraum der ersten Klasse erinnern. Er befand sich in einem sehr alten Gebäude, das auch heute noch steht. Man nennt es heute &#8222;Das Gelbe Haus&#8220; und in seinem Inneren befindet sich die Stadtbibliothek und die Touristeninformation.</p>
<p>Man musste zunächst einige wenige Treppenstufen hochgehen und im Erdgeschoss befand sich dann auch gleich unser Klassenzimmer. Wenn man es betrat, so stand rechts ein Ölofen. Auf diesem wärmten wir immer leicht unsere Schulmilch, beziehungsweise den Kakao an, den wir jeden Morgen aus der städtischen Molkerei geliefert bekamen.<br />
Ich ging gerne zur Schule und saß laut meines ersten Klassenlehrers mit hochroten Wangen und hochmotiviert im Unterricht. Ein Streber war ich nicht, aber ich kann sagen, dass ich die gesamte Schulzeit über eine gute Schülerin war. Bereits schon in der ersten Klasse stand mein Berufsziel fest. Ich wollte und bin Grundschullehrerin geworden. Bestimmt hing dies mit der Bewunderung für unseren ersten Lehrer zusammen, den wir wohl ausnahmslos alle verehrt haben.<br />
Wir schrieben in der ersten Klasse noch mit einem Griffel auf kleine Schiefertafeln. Erst in der zweiten Klasse lernten wir das Schreiben mit dem Füller in kleine DIN A5-Hefte.<br />
Unseren Klassenlehrer behielten wir die ersten beiden Grundschuljahre. Der Abschied von ihm fiel uns allen sehr schwer, obwohl wir mächtig stolz waren in die dritte Klasse zu kommen. Jetzt waren wir nicht mehr die Kleinen, sondern schon erfahrene Grundschüler.<br />
Schon vor den Sommerferien wussten wir, wer unsere Klasse durch die nächsten beiden Grundschuljahre führen sollte. Dieses Mal handelte es sich um eine Lehrerin.<br />
„Die ist ziemlich streng!“, so erzählten uns die älteren Schüler auf dem Schulhof.<br />
„Ohje!“, dachten wir und zu unserer Neugierde mischte sich auch noch ein etwas mulmiges Gefühl.<br />
Aber erst einmal waren die Sommerferien angesagt. Ich kann mich nur an sonnige Sommerferien erinnern. Scheinbar hatten wir niemals schlechtes Wetter. Regen hat es in meinen Sommerferien nie gegeben. Zumindest gibt es den in meinen Erinnerungen nicht und die blenden einfach verregnete Sommerferientage aus. Selbst wenn es mal geregnet hat, dann haben wir uns Kinder mit Sicherheit nicht so darüber geärgert, wie wir dies als Erwachsene heutzutage manchmal tun. Wir haben den Tag genommen wie er kam und haben einfach unbedarft und fröhlich gelebt und das war auch gut so.<br />
Nach den Sommerferien waren wir dann naturgemäß auch ziemlich aufgeregt. Als erstes wurde geklärt, ob meine Freundin und ich auch wieder nebeneinander sitzen würden. So drückten wir dann auch tatsächlich im neuen Klassenraum wieder die gemeinsame Schulbank.</p>
<p>Unsere Klassenlehrerin war aus unserer damaligen Sicht schon etwas älter. Wenn ich heute grob nachrechne, müsste sie so Ende Dreißig bis Anfang Vierzig gewesen sein. Naja, so alt dann wohl doch nicht. Sie hatte dunkelblondes etwas gewelltes, kinnlanges Haar und trug eine Brille. Sie war streng, aber auch sie liebten wir. Trotz ihres „fortgeschrittenen Alters“ war sie ledig und wurde daher auch als Fräulein angesprochen.</p>
<p>Fräulein U. kannte ihre Pappenheimer genau. Erklärte ihr O. beispielsweise, dass er sein Hausaufgabenheft zu Hause vergessen habe, so marschierte sie sogleich forschen Schrittes zu seiner Schulbank. Sie schnappte sich seinen Ranzen und leerte ihn unter unseren wachsamen Augen auf seinem Tisch aus. Zielsicher griff sie dann nach dem betreffenden Heft, das selbstredend nicht die geforderte Hausaufgabe enthielt. Manchmal entlarvte sie unter den Jungs auch einen Lügner, der vorgab seine Hausaufgaben selbst erledigt zu haben, erkannte aber die Handschrift des Vaters des betreffenden Schülers. Dann konnte das Heft schon mal um die Ohren des betreffenden Burschen flattern und der Vater erhielt eine schriftliche Einladung.<br />
Naja, vielleicht war sie dann doch nicht ausnahmslos bei allen Schülern so beliebt.<br />
Ich kann mich an einen Tag während dieser zwei Schuljahre noch genau erinnern. Nein, nicht an den gesamten Tag, aber an eine bestimmte Unterrichtsstunde. Am Ende der jeweiligen Unterrichtsstunde mussten wir immer so lange sitzen bleiben, bis uns die Lehrerin die Hausaufgaben zum Eintragen in das Hausaufgabenheft diktiert hatte. Erst nach diesem Eintrag durften wir in die Pause entschwinden. An diesem Tag jedoch meinte sie lächelnd:<br />
„Heute bekommt ihr mal keine Hausaufgaben!“<br />
„Toll!“, rief ich aus, klatschte freudig in die Hände und meiner Freundin und Banknachbarin sagte ich strahlend: „Dann kommst du heute Nachmittag aber zum Spielen zu mir nach Hause. Ach, ist das ein schöner Tag!!!“<br />
„Astrid“, meinte unser Fräulein U., das alles laut und deutlich vernommen hatte.<br />
„Denk immer daran, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!“<br />
Wahrscheinlich dachte ich nur: „Schöner Spruch! Hauptsache wir können heute den ganzen Nachmittag spielen!“<br />
Vielleicht dachte ich mir auch nichts dabei und wir gingen einfach nur in die Pause, um Gummitwist zu spielen. Dieses Hüpfspiel war nämlich unter uns Mädchen total in, wie man es heute ausdrücken würde.<br />
Die Schulglocke rief uns am Ende der Pause wieder von draußen nach drinnen in den Klassenraum. Wir saßen schon artig auf unseren Plätzen als Fräulein U. mit einem Stapel Hefte durch die Reihen ging. Sie teilte jedem das entsprechende Heft aus. Und jetzt verstand ich auch plötzlich was sie mit ihrem Ausspruch gemeint hatte. Vor uns lagen nämlich unsere Dikatathefte, die wir aufschlagen sollten. Danach folgte ein unangekündigtes und unvorbereitetes Diktat. Das war es also, was sie mir und meinen Klassenkameraden verschlüsselt durch die Redewendung mitgeteilt hatte. Wir alle sollten nämlich lernen, dass noch nicht aller Tage Abend war und noch viel passieren konnte.<br />
Ich kann mich nicht mehr an den Text des Diktates erinnern, auch nicht, welche Note ich erhielt. Den Ausspruch „Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben“ habe ich jedoch über all die Jahrzehnte hinweg nie vergessen. Immer wenn etwas besonders schön ist, fällt er mir wieder ein und Fräulein U. steht in Gedanken vor mir.</p>
<p>Schön war es trotzdem, auch dass es an diesem Tag keine Hausaufgaben gab!!!</p>
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<p>Vielleicht möchtet Ihr auch noch das lesen:</p>
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		<title>Unser zweites Kennenlernen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 May 2015 22:15:43 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
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		<category><![CDATA[Paar]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich habe ja schon in einer der ersten Bloggeschichten erzählt, wie mein Mann und ich uns 1976 kennengelernt haben. Dieses Zusammentreffen fand damals auf dem Schulhof statt und rief bei mir eine Art Verwunderung hervor. Aber wir sollten uns noch ein zweites Mal kennenlernen, obwohl wir uns zu diesem Zeitpunkt schon über drei Jahre hinweg fast täglich gesehen hatten. Das klingt kompliziert, ist es aber nicht: Peter und ich drückten die letzten drei Jahre unserer Schulzeit gemeinsam die Schulbank. Wir waren bis zum Abitur in einer Jahrgangsstufe und besuchten sogar teilweise die selben Kurse, aber auch das habe ich schon erzählt. Wir waren Schulkameraden, ansonsten ging jeder seiner Wege. Aber Peter hatte einen Freund, im Grunde genommen war es sein bester Freund, T. Er war groß und schlank und hatte nur Augen für mich. Ich jedoch nicht für ihn, aber er ließ nicht locker. Immer wieder suchte er meine Nähe. Da ich ihn nicht vor den Kopf stoßen wollte, war ich freundlich und nett zu ihm, allerdings eher auf eine unverbindliche Art. Eines Tages, es &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich habe ja schon in einer der ersten Bloggeschichten erzählt, wie mein Mann und ich uns 1976 kennengelernt haben. Dieses Zusammentreffen fand damals auf dem Schulhof statt und rief bei mir eine Art Verwunderung hervor. Aber wir sollten uns noch ein zweites Mal kennenlernen, obwohl wir uns zu diesem Zeitpunkt schon über drei Jahre hinweg fast täglich gesehen hatten. Das klingt kompliziert, ist es aber nicht:</strong></p>
<p><span class="dropcap">P</span>eter und ich drückten die letzten drei Jahre unserer Schulzeit gemeinsam die Schulbank. Wir waren bis zum Abitur in einer Jahrgangsstufe und besuchten sogar teilweise die selben Kurse, aber auch das habe ich schon erzählt.<br />
Wir waren Schulkameraden, ansonsten ging jeder seiner Wege. Aber Peter hatte einen Freund, im Grunde genommen war es sein bester Freund, T. Er war groß und schlank und hatte nur Augen für mich. Ich jedoch nicht für ihn, aber er ließ nicht locker. Immer wieder suchte er meine Nähe. Da ich ihn nicht vor den Kopf stoßen wollte, war ich freundlich und nett zu ihm, allerdings eher auf eine unverbindliche Art. Eines Tages, es waren gerade Osterferien, da klingelte unser Telefon. Meine Mutter, die das Gespräch entgegen genommen hatte, reichte mir den Hörer.<br />
„Ach, T., du bist es!“, begrüßte ich den Teilnehmer am anderen Ende der Telefonleitung.<br />
„Ich habe gerade an dich gedacht!“, verkündete er mir. „Ich wollte nur wissen ob du zu Hause bist, denn ich möchte dich gerne besuchen.“<br />
„Ohje“, überlegte ich. „Wie komme ich aus dieser Situation nur wieder raus?“<br />
Zum Glück hatte ich einen Geistesblitz:</p>
<p>„Ach, heute ist doch Ostermarkt bei uns in der Stadt und ich wollte gerade auf den Jahrmarkt gehen.“<br />
„Na prima!“, freute sich T. „Ich hole dich in einer Viertelstunde ab!“<br />
Uff! so war das jetzt aber nicht gemeint gewesen, doch mit meinem zweiten Geistesblitz rettete ich die Lage:<br />
„Hol doch bitte vorher meine Freundin B. ab und bring sie mit!“, schlug ich geistesgegenwärtig vor. Somit war ich auf alle Fälle nicht mit ihm allein unterwegs. T. sprang sofort auf meinen Vorschlag an und wir beendeten das Gespräch, um uns 20 Minuten später vor meiner Haustür zu treffen.<br />
Wir machten uns dann also zu dritt auf den Weg zum großen Parkplatz in der Stadtmitte, der als Festplatz diente. Fröhlich plapperten wir über Dies und Das und ganz nebenbei erzählte T. : „Peter kommt auch noch!“<br />
„Peter?“, fragte ich verblüfft. „Den habe ich bestimmt schon 3 oder 4 Monate nicht mehr gesehen!“<br />
Man muss dazu sagen, dass es damals bei uns die Möglichkeit gab, unter bestimmten Bedingungen das Abitur ein halbes Jahr vorzuziehen. Und genau das hatte Peter getan. Er hatte also das Abitur bereits in der Tasche und machte ein Praktikum, das er für sein Studium brauchte, während wir gerade in den Prüfungen steckten.<br />
Wir waren noch nicht am Festplatz angekommen, da brauste ein orangeroter VW Käfer auf uns zu, parkte am Straßenrand und zwei junge Burschen stiegen aus.<br />
„Astrid!“, rief der eine.<br />
„Peter!“, rief ich und schon lagen wir uns in den Armen.<br />
Seltsam, was ein bisschen zeitlicher Abstand so alles bewirken kann. Er hatte noch seinen Cousin mitgebracht, der zu Besuch war und wir vier verlebten einen schönen gemeinsamen Nachmittag. Und dann wurde auf einmal alles kompliziert.<br />
Es gab nämlich noch einen jungen Mann, der sich für mich interessierte. J. war kein Schulkamerad, ich hatte ihn über eine Freundin kennengelernt. Inzwischen hatte sich die Zahl meiner Verehrer also auf 3 erhöht und ich war mehr als in einer Zwickmühle. Ehrlich gesagt, es machte schon Spaß so umgarnt zu werden und sich für keinen der Herren entscheiden zu müssen. Ich hatte nämlich dafür gesorgt, niemals mit einem alleine zu sein. Wir gingen immer zu viert, nein zu fünft aus, denn ich nahm meine Freundin B. auch noch mit. Wir unternahmen in den folgenden Wochen viel miteinander. Nur manchmal tat mir B. leid, denn sie meinte:<br />
„Wenn du etwas sagst, sind alle ganz Ohr, bei mir hört keiner richtig hin!“<br />
Das war nun auch wieder nicht beabsichtigt und ich spürte, dass das nicht so weiter gehen konnte. Irgendwann würde ich wohl oder übel &#8222;Hüh&#8220; oder &#8222;Hott&#8220; sagen müssen. Aber jetzt wollte ich das noch nicht! So traten wir immer wieder und überall als Grüppchen auf. Wir gingen zusammen in die Disco, wir trafen uns bei einem von uns zu Hause oder saßen gemütlich bei einem Bier in einer Kneipe. So hätte es weiter gehen können, wenn… Ja wenn, das kleine Wörtchen „wenn“ nicht wäre, …<br />
Eines Samstagabends saßen wir in einer kleinen Kneipe und unterhielten uns. Plötzlich meldete sich einer meiner Verehrer zu Wort und meinte zu mir:<br />
„Du solltest dich langsam mal entscheiden!“<br />
Ich weiß nicht mehr, wer es war und auch nicht wer auf die folgende glorreiche Idee kam. Sie mussten mir jedenfalls meine Verlegenheit angesehen haben und auch, dass mir die Situation äußerst unangenehm war. Ich hatte es ja geahnt, dass irgendwann die Stunde der Wahrheit schlagen würde: Aber warum gerade jetzt?<br />
„Du gehst jetzt bitte mit jedem Einzelnen von uns nach draußen und sprichst jeweils 10 Minuten mit demjenigen. Danach teilst du uns deine Entscheidung mit!“<br />
Jetzt gab es keinen Ausweg mehr für mich. Ich musste da durch! Eigentlich war für mich die Entscheidung schon längst gefallen. Peter und ich hatten uns schon zu tief in die Augen geschaut. Er war nicht mehr der langhaarige etwas verwunderliche Typ, als den ich ihn bei unserem ersten Zusammentreffen drei Jahre zuvor auf dem Schulhof kennengelernt hatte. Mit ihm konnte man zwar immer noch allen möglichen Blödsinn machen, aber auch ernsthafte Gespräche führen. Ich wusste längst, wem ich mein Herz geschenkt hatte und so bedurfte es für mich eigentlich keiner Entscheidung mehr.<br />
Ich kann mich beim besten Willen nicht mehr erinnern, was ich in den jeweiligen 10 Minuten mit dem jeweils betreffenden jungen Mann besprochen habe, jedenfalls am Ende dieses scheinbaren Entscheidungsprozesses waren Peter und ich ein Paar. Er war dann auch derjenige, der mich in dieser Nacht mit seinem VW Käfer nach Hause brachte. Zum Abschied küssten wir uns zum ersten Mal und vor lauter Aufregung rutschte Peters Fuß von der Kupplung.<br />
Das ist jetzt fast auf den Tag genau schon 36 Jahre her ( es war der 18. Mai 1979) und nächstes Jahr haben wir unseren 30. Hochzeitstag.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht interessieren Euch auch noch diese beiden Geschichten:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/die-sache-mit-der-vorahnung/">Die Sache mit der Vorahnung</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-familien-b-c-2/">Das Familien-ABC</a></p>
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