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	<title>Kaffee &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Und noch mehr Kindheitserinnerungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Jun 2024 19:13:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Bäcker]]></category>
		<category><![CDATA[Einkauf]]></category>
		<category><![CDATA[Frühstück]]></category>
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		<category><![CDATA[Kaffee]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir sitzen gerade vor einer Bäckerei in einem kleinen Städtchen. Es ist nicht irgendeine Stadt. Nein, es ist meine alte Heimatstadt, das heißt: Hier habe ich meine Kindheit und Jugend verbracht. Es ist kurz nach zehn Uhr und wir haben uns hier gemütlich niedergelassen, um ein verspätetes Frühstück einzunehmen. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel und auch wir sind guter Dinge. Es ist ein ganz gewöhnlicher Wochentag und so verfolgen wir das Treiben auf dem kleinen Platz vor uns. Menschen gehen in der gemütlichen Bäckerei ebenso ein und aus wie in der angrenzenden Apotheke. Während wir das Hin und Her beobachten und unser Frühstück genießen, fliegen meine Gedanken ganz weit zurück in meine Vergangenheit. „Dort vorne am Eck war der Zuckerbäcker“, erkläre ich meinem Mann, der meine Heimatstadt auch seit seiner eigenen Kindheit kennt, da unsere Elternhäuser nur fünfzehn Kilometer auseinander liegen. „Ach ja“, fällt es ihm ein, „den haben wir doch neulich getroffen.“ Ich nicke ihm zustimmend zu und erliege weiter meinen Erinnerungen. So sitzen wir ein oder zwei Minuten schweigend vor unserem Frühstück. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir sitzen gerade vor einer Bäckerei in einem kleinen Städtchen. Es ist nicht irgendeine Stadt. Nein, es ist meine alte Heimatstadt, das heißt: Hier habe ich meine Kindheit und Jugend verbracht.</strong><br />
<strong>Es ist kurz nach zehn Uhr und wir haben uns hier gemütlich niedergelassen, um ein verspätetes Frühstück einzunehmen. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel und auch wir sind guter Dinge.</strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>s ist ein ganz gewöhnlicher Wochentag und so verfolgen wir das Treiben auf dem kleinen Platz vor uns. Menschen gehen in der gemütlichen Bäckerei ebenso ein und aus wie in der angrenzenden Apotheke.<br />
Während wir das Hin und Her beobachten und unser Frühstück genießen, fliegen meine Gedanken ganz weit zurück in meine Vergangenheit.<br />
„Dort vorne am Eck war der Zuckerbäcker“, erkläre ich meinem Mann, der meine Heimatstadt auch seit seiner eigenen Kindheit kennt, da unsere Elternhäuser nur fünfzehn Kilometer auseinander liegen.<br />
„Ach ja“, fällt es ihm ein, „den haben wir doch neulich getroffen.“<br />
Ich nicke ihm zustimmend zu und erliege weiter meinen Erinnerungen. So sitzen wir ein oder zwei Minuten schweigend vor unserem Frühstück. Doch dann breche ich das Schweigen, denn ich möchte meinem Peter etwas erzählen:<br />
„Als ich noch ein Kind war, ging ich mit meiner Mutter freitags immer einkaufen. Freitag vormittags, wenn ich in der Schule war, wurde bei uns das Haus von oben bis unten geputzt und am Nachmittag war dann einkaufen angesagt.“<br />
Mein Mann hört mir gespannt zu, denn er hat mir angemerkt, dass ich jetzt mit Sicherheit noch mehr aus meiner Kindheit erzählen möchte.<br />
„Wir hatten immer eine ganz bestimmte Route, die wir liefen und auf diesem Weg lagen alle Geschäfte, die es für uns zu besuchen galt. Da man zum Einkaufen Geld braucht, gingen wir zuerst auf die Sparkasse und meine Mutter hob das benötigte Geld vom Girokonto ab.“<br />
Damals gab es nämlich noch keine EC- oder Kreditkarten. Man hat mit Bargeld bezahlt. Das hatte den Vorteil, dass man niemals mehr Geld ausgab, als man in der Tasche hatte. Man musste sogar noch für die kommende Woche Geld übrig behalten, denn erst am nächsten Freitag ging es wieder zur Bank.<br />
„Ach, das habe ja ganz vergessen zu erzählen: Bevor wir auf die Sparkasse gingen, gab meine Mutter ihren Lottoschein in der Annahmestelle ab und dann kaufte sie noch eine Zeitschrift im Schreibwarenladen“, erinnere ich mich genauer.<br />
„Und welche Station seid ihr dann angelaufen?“, fragt mein Mann neugierig.<br />
„Wenn wir nicht zur Post marschieren mussten, die ja noch weiter entfernt war, als die Sparkasse, dann traten wir den Rückweg an.“<br />
„Naja, auf der Post warst du ja sowieso ziemlich oft“, sagt mein Peter, „da du mit der ‚Christel von der Post‘ befreundet warst.“<br />
Ich gehe jetzt gar nicht darauf ein, sondern erzähle von unserer weiteren Einkaufsroute:<br />
„Meine Mutter und ich gingen dann zu B., die hatten ein Lebensmittelgeschäft.“<br />
Mein Mann kann alles genau nachvollziehen, da er das damalige Geschäft, aber auch die ehemalige Besitzerin kennt. Das Lebensmittelgeschäft war weder ein Tante-Emma-Laden noch ein Supermarkt, aber es war ein Selbstbedienungsgeschäft. Man konnte durch die Reihen marschieren und sich alles in den Korb legen, was man benötigte.<br />
„An der Kasse dann wurde alles in einem großen Karton verstaut und Herr B. brachte die Waren am Abend samt den Getränken mit dem Auto zu uns nach Hause. Anfangs war es ein kostenloser Service, später dann zahlte man  50 Pfennige. Wo gibt es das heute noch?“, frage ich und nehme einen Schluck von meinem Schokocappuccino.<br />
Mein Peter lauscht weiterhin andächtig und unterbricht meinen Redefluss nicht.<br />
„Ich kann mich noch erinnern, dass meine Mutter mal vergessen hat, Geld abzuheben. Wahrscheinlich haben wir auf unserer Einkaufstour Bekannte getroffen und vor lauter Quatscherei sind wir sozusagen aus dem Tritt gekommen oder sie hat ihre Geldbörse vergessen, so genau weiß ich es nicht mehr. Ach, keine Ahnung, ist ja auch egal“, sage ich, denn eigentlich will ich nur etwas berichten, was damals ganz selbstverständlich war und heutzutage nicht mehr denkbar wäre.<br />
„Auf jeden Fall stand sie ohne Geld an der Kasse. Frau B. reichte ihr dann einfach einen gelben Auszahlungsbeleg von der Sparkasse und sie füllte ihn aus, bezahlte sozusagen damit und erhielt das Restgeld in bar. So ähnlich, wie es zum Beispiel der R…-Markt heutzutage mit der EC-Karte macht, nur eben mit einem normalen Auszahlungsformular von der Sparkasse.“<br />
„Ach“, sagt mein Mann, „was war damals alles noch so unkompliziert und hat doch alles auch geklappt.“<br />
„So und dann gingen wir weiter zum Zuckerbäcker“, berichte ich. „Dort kauften wir ein bemehltes Mischbrot, ein paar Brötchen und ich durfte mir ein Stückchen aussuchen. Meist entschied ich mich für ein Mohnstückchen. Ich esse heute immer noch gerne Mohnkuchen, das ist wohl so ein Überbleibsel aus meiner Kindheit. Übrigens hat uns der selbe Bäcker jeden Morgen drei Brötchen vor die Tür gelegt, so dass ich immer ein frisch gebackenes belegtes Brötchen mit in die Schule nehmen konnte. Damals konnte man diesen Brötchenbringservice noch bestellen.“<br />
Tja und jetzt sitzen wir wieder vor einer Bäckerei, die nur ein paar Meter von dem damaligen Zuckerbäckerladen entfernt ist. Aber hier kam ich mit meiner Mutter auch immer vorbei. Die Apotheke nebenan gab es damals auch schon und wenn wir Schuhe brauchten, dann bogen wir einfach rechts um die Ecke und schon konnte das Probieren losgehen. Elektroartikel, Schmuck und Bekleidung gab es zwischen dem Lebensmittelgeschäft und dem Bäcker. Es war also alles sehr zentral gelegen.<br />
„An einem normalen Freitag, an dem kein Kauf von Schmuck, Bekleidung, Schuhe oder Elektroartikeln etc. anstand, folgte nach dem Bäcker der Gang in den Metzgerladen“, erkläre ich meinem Mann und füge noch andere Details hinzu:<br />
„Klein- Astrid bekam dort selbstverständlich auch noch ein Stückchen Fleischwurst. Und wenn wir dann wieder zu Hause waren, dann saßen meine Mutter und ich gemeinsam in der Küche und es gab es eine kalte Rindswurst und ein Brötchen aus der Hand. Manchmal wollte ich auch nur ein Stückchen Camembert aus der Hand. Auf jeden Fall hat es super lecker geschmeckt.“<br />
In meinen Gedanken sehe ich alles noch genauso vor mir. Einiges hat sich in meiner alten Heimatstadt verändert, einiges ist geblieben. Ein paar der Geschäfte, die auf unserem Weg lagen, gibt es heute nicht mehr. Schade, aber im Leben gibt es eben immer Veränderungen, manches verschwindet und anderes kommt hinzu. Das ist gut so, denn sonst wäre es auch zu langweilig.<br />
„Hallo Ihr Zwei!“, ruft uns gerade ein Bekannter zu. „Ich habe gerade das Cottbuser Nummernschild gesehen, da dachte ich mir doch, dass Ihr hier seid und hab mich gleich nach Euch umgeschaut.“<br />
„Hallo!“, rufen wir ihm freudig entgegen.<br />
„Willst du einen Kaffee?“, fragt mein Peter und schon sitzen wir zu dritt vor dem Bäckerladen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/kindheitserinnerungen/">Kindheitserinnerungen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/hat-astrid-denn-kein-schmuckkaestchen/">Hat Astrid denn kein Schmuckkästchen?</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-sofa-der-kueche/">Das Sofa in der Küche</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Die Nacht ist zum Schlafen da</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Jun 2020 22:15:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffee]]></category>
		<category><![CDATA[Lampe]]></category>
		<category><![CDATA[Nacht]]></category>
		<category><![CDATA[Paar]]></category>
		<category><![CDATA[Spray]]></category>
		<category><![CDATA[Tier]]></category>
		<category><![CDATA[Tinitus]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist eine laue Sommernacht und ein ereignisreicher Tag liegt hinter uns. Man sollte meinen, dass man dann müde genug ist, um zu schlafen.  Mein Mann tut dies auch. Seine Atemzüge sind ruhig und gleichmäßig.  Ein bisschen neidisch bin ich schon.  „Ich möchte auch schlafen“, wünsche ich mir, aber im Grunde genommen könnte ich aufstehen und irgendetwas tun. „Wach genug dazu bin ich. Eigentlich hätte ich es mir denken können“, schimpfe ich lautlos mit mir selbst. Als wir heute Nachmittag mit der Familie in einem Cafe saßen, bestellte ich mir einen Latte Macchiato. Seit ich denken kann, bin ich ein Teetrinker. Ich liebe Tee, alle Sorten, außer Schwarztee. Aber alle Welt trinkt Kaffee. Immer will man ja nicht die Ausnahme sein. Also habe ich vor ungefähr einem Jahr begonnen spezielle Kaffeevarianten zu testen, allerdings erst einmal mit Schokolade. Chocochino, Schokomacchiato oder wie sie sich alle nennen. Jedes Cafe kreiert dafür ja einen anderen Namen. Kurze Rede langer Sinn, inzwischen bleibt die Schokolade weg und mir schmeckt ein ganz normaler Latte Macchiato. „Der war wirklich lecker &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist eine laue Sommernacht und ein ereignisreicher Tag liegt hinter uns. Man sollte meinen, dass man dann müde genug ist, um zu schlafen.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p><span class="dropcap">M</span>ein Mann tut dies auch. Seine Atemzüge sind ruhig und gleichmäßig.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Ein bisschen neidisch bin ich schon.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Ich möchte auch schlafen“, wünsche ich mir, aber im Grunde genommen könnte ich aufstehen und irgendetwas tun. „Wach genug dazu bin ich. Eigentlich hätte ich es mir denken können“, schimpfe ich lautlos mit mir selbst.<br />
Als wir heute Nachmittag mit der Familie in einem Cafe saßen, bestellte ich mir einen Latte Macchiato. Seit ich denken kann, bin ich ein Teetrinker. Ich liebe Tee, alle Sorten, außer Schwarztee. Aber alle Welt trinkt Kaffee. Immer will man ja nicht die Ausnahme sein. Also habe ich vor ungefähr einem Jahr begonnen spezielle Kaffeevarianten zu testen, allerdings erst einmal mit Schokolade. Chocochino, Schokomacchiato oder wie sie sich alle nennen. Jedes Cafe kreiert dafür ja einen anderen Namen.<br />
Kurze Rede langer Sinn, inzwischen bleibt die Schokolade weg und mir schmeckt ein ganz normaler Latte Macchiato.<br />
„Der war wirklich lecker und überhaupt nicht stark“, denke ich an den Nachmittag zurück. „Nur hätte ich es bei diesem einen Glas belassen sollen. Das Zweite war für meine Verhältnisse zuviel und ich hatte schon beim Trinken geahnt, dass ich nicht würde schlafen können.“<br />
Ich weiß, alle Kaffeetrinker, besonders diejenigen, die ihren Kaffee schwarz genießen, lachen mich jetzt insgeheim aus, aber ich liege tatsächlich wach und wälze mich hin und her.<br />
„Baldrian“, überlege ich. „Das wird mich beruhigen und in einer halben Stunde schlummere ich genauso selig, wie mein Göttergatte.“<br />
Quatsch, jetzt habe ich ein neues Problem, das meinen Schlaf verhindert.<br />
Es beginnt just in dem Moment, in dem ich die Leselampe ausknipse und mein Haupt auf das Kopfkissen lege.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Oh nein!“<br />
Ich habe das Gefühl ein Hubschrauber setzt gerade zur Landung an. Noch befindet er sich genau über mir. Nein, das ist kein Hubschrauber und auch kein Tinnitus. Es ist viel, viel kleiner und umkreist mich. Ich fuchtele wild mit den Armen um mich. Ruhe!<span class="Apple-converted-space">  </span>Kaum habe ich mich wieder gemütlich eingekuschelt, geht der Angriff aufs Neue los.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Miststück!“, entfährt es mir.<br />
Das scheint ins Bewusstsein meines Mannes gedrungen zu sein, denn er murmelt plötzlich: „Was ist los? Ich hab doch gar nichts gemacht!“<br />
Noch bevor ich die Sache richtigstellen kann, hat er sich auf die Seite gedreht und schnarcht los.<br />
„Na toll!“, denke ich und schalte wieder die Leselampe an. Mit den Augen suche ich das Zimmer ab. Nirgends kann ich dieses kleine Biest entdecken.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Es hilft alles nichts, ich brauche ein Gegenmittel!“, beschließe ich und schleiche mich aus dem Schlafzimmer. Im Bad besprühe ich mich mit Mückenspray.<br />
„So, jetzt wirst du mich wohl in Frieden lassen. Es wird auch langsam Zeit!“<br />
Inzwischen zeigt der Wecker nämlich schon drei Uhr nachts an.<br />
„Ich habe noch kein bisschen geschlafen, bald bricht ja schon der Morgen an.“ Innerlich gerate ich langsam in Panik. „Aber mein Spray wird helfen!“<br />
Zuversichtlich krieche ich wieder unter die Bettdecke und schließe ganz fest meine Augen. Leider nur die Augen, denn die Ohren lauschen auf jeden noch so kleinen Laut.<br />
„Da ist sie ja schon wieder! So langsam reicht es!“<br />
Außerdem juckt es mich mittlerweile am gesamten Körper. Sie scheint mich wohl an Armen und Beinen gestochen zu haben und das nicht nur einmal. Ich kratze. Noch ein Grund nicht einzuschlafen.<br />
„Das ist ja eine tolle Kombination, um wach zu bleiben: Kaffee, das Schnarchen meines Mannes, die Mücke und die Juckattacken. Klasse!“<br />
Mein Ärger muss dann wohl doch von der Sehnsucht nach Schlaf übertrumpft worden sein, denn gefühlt um 4 Uhr 30 schlafe ich endlich ein.<br />
Als ich am Morgen auf dem Weg zum Badezimmer bin, frage ich mich: „Habe ich das alles nur geträumt?“, denn seltsamerweise bin ich kein bisschen müde. Im Bad angekommen, gibt mir mein Spiegelbild jedoch eine eindeutige Antwort.<br />
„Oh, hab ich gut geschlafen,- tief und fest“, erklärt mir mein Mann, der nun ebenfalls hereinkommt. „Nur einmal bin ich kurz aufgewacht, weil du irgendwas zu mir gesagt hast. Worum ging es eigentlich?“<br />
Ich bin sprachlos. Er hat von meinem nächtlichen Kampf nichts mitbekommen und kein einziger Stich lässt sich bei ihm entdecken. Ist das nicht unfair? Und dann auch noch sein Spruch, als ich meine Mückenstiche zähle:<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Daran ist nur Noah mit seiner Arche schuld. Er wollte ja unbedingt von jedem Tier ein Paar mitnehmen und das ist dabei herausgekommen.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
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<p><a href="http://lifetellsstories.de/goldgloeckchen/">Goldglöckchen</a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Kommt vorbei</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Oct 2019 20:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dies & Das und sonst noch Was]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Exemplar]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffee]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Spree]]></category>
		<category><![CDATA[vorbei]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich weiß nicht, wer sich hat das ausgedacht, doch einst hat man mich hierher gebracht. Man hat mich erwählt unter etlichen Exemplaren und so liege ich hier nun schon seit vielen Jahren. &#160; Ihr fragt, ob ich mich fühle hier etwas einsam, ohne zu sein mit meinesgleichen gemeinsam? Seid mit eurem Urteil dahingehend nicht voreilig, Ihr könnt es glauben, mir wird niemals langweilig. &#160; Selten geht man an mir einfach achtlos vorüber, es ist egal, ob nachts oder auch tagsüber. Mit mir teilt man sein Glück und auch die Sorgen, und das beginnt meist schon am frühen Morgen. &#160; Beim Gassigehen ruht Frauchen sich dann aus, wirft den Ball, Bello bringt ihn zurück durchaus. Arbeiter stapfen durch Klee, Blätter oder Schnee und genießen hier bei mir ihren heißen Kaffee. &#160; Schulkindern groß und klein diene ich als Tisch, korrigieren die Mathelösung mit einem Wisch. Mein Gast war sogar mancher Schulschwänzer, aber auch der eine oder andere Traumtänzer. &#160; Verliebte hauchen hier zärtlich ihren ersten Kuss, machen hin und wieder aber auch mal Schluss. Es wird &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Ich weiß nicht, wer sich hat das ausgedacht,</p>
<p style="text-align: center;">doch einst hat man mich hierher gebracht.</p>
<p style="text-align: center;">Man hat mich erwählt unter etlichen Exemplaren</p>
<p style="text-align: center;">und so liege ich hier nun schon seit vielen Jahren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Ihr fragt, ob ich mich fühle hier etwas einsam,</p>
<p style="text-align: center;">ohne zu sein mit meinesgleichen gemeinsam?</p>
<p style="text-align: center;">Seid mit eurem Urteil dahingehend nicht voreilig,</p>
<p style="text-align: center;">Ihr könnt es glauben, mir wird niemals langweilig.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Selten geht man an mir einfach achtlos vorüber,</p>
<p style="text-align: center;">es ist egal, ob nachts oder auch tagsüber.</p>
<p style="text-align: center;">Mit mir teilt man sein Glück und auch die Sorgen,</p>
<p style="text-align: center;">und das beginnt meist schon am frühen Morgen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Beim Gassigehen ruht Frauchen sich dann aus,</p>
<p style="text-align: center;">wirft den Ball, Bello bringt ihn zurück durchaus.</p>
<p style="text-align: center;">Arbeiter stapfen durch Klee, Blätter oder Schnee</p>
<p style="text-align: center;">und genießen hier bei mir ihren heißen Kaffee.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Schulkindern groß und klein diene ich als Tisch,</p>
<p style="text-align: center;">korrigieren die Mathelösung mit einem Wisch.</p>
<p style="text-align: center;">Mein Gast war sogar mancher Schulschwänzer,</p>
<p style="text-align: center;">aber auch der eine oder andere Traumtänzer.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Verliebte hauchen hier zärtlich ihren ersten Kuss,</p>
<p style="text-align: center;">machen hin und wieder aber auch mal Schluss.</p>
<p style="text-align: center;">Es wird geküsst und auch liebevoll umarmt,</p>
<p style="text-align: center;">mit Kreide Herz und Buchstaben gemalt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Mit Hochzeitspaaren werde ich aufs Foto gebannt,</p>
<p style="text-align: center;">das dann später hängt gerahmt an der Wand.</p>
<p style="text-align: center;">Wenn das Paar kommt einst dann mit dem Kind,</p>
<p style="text-align: center;">werde ich zum riesigen Kletterfelsen geschwind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Eichhörnchen vergräbt die Nuss an meiner Seite</p>
<p style="text-align: center;">bevor es scheu und flink sucht das Weite.</p>
<p style="text-align: center;">Mäuschen vor der Katze sucht ganz ängstlich Schutz,</p>
<p style="text-align: center;">ist die Katze weg, macht ein Vogel seinen Federputz.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Über Langeweile kann ich wahrhaft nicht klagen,</p>
<p style="text-align: center;">denn man besucht mich in allen Lebenslagen.</p>
<p style="text-align: center;">Kommt vorbei bei Sonne, Regen oder Schnee,</p>
<p style="text-align: center;">bin zu finden in einem Wäldchen unweit der Spree.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/steine-der-erinnerungen/">Steine der Erinnerungen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/mr-stonemans-friend/">Mr. Stoneman’s friend</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/den-schuhen-des-anderen/">In den Schuhen des Anderen</a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Einzug mit Hindernissen</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/einzug-mit-hindernissen/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/einzug-mit-hindernissen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Jan 2019 11:20:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Bäcker]]></category>
		<category><![CDATA[Hindernis]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffee]]></category>
		<category><![CDATA[Verpackung]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnung]]></category>
		<category><![CDATA[Zwilling]]></category>
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					<description><![CDATA[Mona räkelt sich behaglichen in ihrem Bett. Neben ihr liegt Lisa, ihre Zwillingsschwester. Sie muss lächeln, denn ihr fällt beim Anblick ihres Ebenbildes wieder einmal ein, wie sie beide zu ihren Namen gekommen sind.&#160;Ihre Eltern waren sich vor dem berühmten Ölgemälde von Leonardo DaVinci im Louvre zum ersten Mal begegnet und hatten sich auf den ersten Blick ineinander verliebt. Als ein Jahr später die Zwillinge geboren wurden und es zwei Mädchen waren, kamen keine anderen Namen in Frage als Mona und Lisa. Mona lässt ihren Blick weiter durch das sonnendurchflutete Zimmer schweifen.&#160; „Das ist nun also meine neue Wohnung“, überlegt sie. „Und ich hatte sogar einen wunderschönen Traum, in dem ich meine große Liebe gefunden habe. Was man in der ersten Nacht im neuen Heim träumt, soll ja angeblich in Erfüllung gehen“, denkt Mona und steht leise auf.&#160; Sie schleicht sich aus dem Schlafzimmer, um ihre Schwester nicht zu wecken. Mona möchte ihr neues Zuhause noch ein kleines Weilchen alleine genießen. So schlängelt sie sich zwischen den Kisten, Koffern und Tüten hindurch, die überall verteilt &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><br></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mona räkelt sich behaglichen in ihrem Bett. Neben ihr liegt Lisa, ihre Zwillingsschwester. Sie muss lächeln, denn ihr fällt beim Anblick ihres Ebenbildes wieder einmal ein, wie sie beide zu ihren Namen gekommen sind.&nbsp;<br>Ihre Eltern waren sich vor dem berühmten Ölgemälde von Leonardo DaVinci im Louvre zum ersten Mal begegnet und hatten sich auf den ersten Blick ineinander verliebt. Als ein Jahr später die Zwillinge geboren wurden und es zwei Mädchen waren, kamen keine anderen Namen in Frage als Mona und Lisa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mona lässt ihren Blick weiter durch das sonnendurchflutete Zimmer schweifen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist nun also meine neue Wohnung“, überlegt sie. „Und ich hatte sogar einen wunderschönen Traum, in dem ich meine große Liebe gefunden habe. Was man in der ersten Nacht im neuen Heim träumt, soll ja angeblich in Erfüllung gehen“, denkt Mona und steht leise auf.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie schleicht sich aus dem Schlafzimmer, um ihre Schwester nicht zu wecken. Mona möchte ihr neues Zuhause noch ein kleines Weilchen alleine genießen. So schlängelt sie sich zwischen den Kisten, Koffern und Tüten hindurch, die überall verteilt sind.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wahnsinn, was sich in meinem neunundzwanzigjährigen Leben bisher alles so angesammelt hat. &#8211; Obwohl ich schon tüchtig aussortiert habe“, fügt sie noch ihrem Gedankengang hinzu. „Hoffentlich bekomme ich auch alles in den drei Zimmern unter.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Guten Morgen, Schwesterchen!“, wird Mona plötzlich von Lisas fröhlicher Stimme unterbrochen. „Bist du auch vom Kitzeln eines Sonnenstrahls geweckt worden? Herrlich, du hast die Morgensonne in deinem Schlafzimmer. &#8211; Komm her, ich muss dich umarmen!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lachend tänzeln die beiden Schwestern zwischen den Kisten hin und her. Am Ende ihres Tanzes sind sie im Badezimmer angekommen, wo sie sich nach einer wohltuenden Dusche in ihre Jogginganzüge werfen und sich der großen Herausforderung des Tages stellen wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Lass uns aber erst einmal auf deinem Balkon ein Tässchen Kaffee trinken“, schlägt Lisa vor und öffnet auch schon die Balkontür. Dort haben die Möbelpacker gestern gleich zwei Stühle und einen kleinen Tisch aufgebaut.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich habe in der Küche eine Tüte mit einer neuen Packung gemahlenen Kaffees!“, fällt es Mona jetzt ein. „Warte nur, in ein paar Minuten ist die Wohnung von frischem Kaffeeduft erfüllt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lisa hat auf einem Stuhl Platz genommen und reckt ihr Gesicht mit geschlossenen Augen der Sonne entgegen. Ihr süßes Näschen beginnt nach einer Weile zu schnüffeln, doch von dem versprochenen Duft kann diese nichts erkennen. Lisa öffnet die Augen und sieht eine enttäuschte Mona vor sich stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was ist? Wo ist der Kaffee? Ist die Kaffeemaschine kaputt?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das nicht! Aber ohne Schere bekomme ich die Packung nicht auf“, sagt Mona und hält das zugeschweißte kleine Päckchen hoch, in dem sich das braune Pulver befindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Frauen stürmen nun in das Wohnzimmer, um nach und nach die unterschiedlichsten Kisten aufzureißen und nach einer Schere zu suchen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich weiß genau, dass ich eine neue gekauft habe. Nur kann ich mich nicht erinnern, in welcher Kiste ich sie verstaut habe“, meint Mona, genau in dem Moment als Lisa das gesuchte Stück gefunden hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hier! Ich hab sie!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider ist die Freude der Schwestern nur von kurzer Dauer. Von der Suche erschöpft lassen sie sich wieder auf die Balkonstühle fallen. Auf dem Tisch zwischen ihnen liegt die Schere, die sie fassungslos anstarren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wie kann man nur als Hersteller eine Schere so verpacken und verkaufen, dass man eine Schere braucht, um sie aus der verschweißten Plastikverpackung wieder herauszuschneiden?!“, macht Lisa ihrer ehrlichen Entrüstung Luft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade als sich Mona und Lisa überlegen zum Bäcker auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu gehen, um dort aus einem Pappbecher ihren Kaffee zu trinken, klingelt es an der Wohnungstür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Erwartest du jemand?“, will Lisa wissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nein und außerdem kenne ich ja noch niemand hier.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neugierig laufen die Beiden zur Wohnungstür, um diese zu öffnen. Das Zwillingsschwesternpaar blickt entgeistert in die Augen zweier Zwillingsbrüder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir wohnen gleich nebenan und wollten die neue Mieterin begrüßen!“, sagt der Eine und überreicht Mona eine mit köstlichen Leckereien gefüllte Kuchenplatte. „Bestimmt habt ihr ein Tässchen Kaffee für uns. Danach helfen wir auch gerne beim Auspacken und Verräumen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch bevor Mona oder Lisa irgendetwas antworten können, zückt der andere Zwillingsbruder eine Schere und meint:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir haben unbeabsichtigt euer Gespräch auf dem Balkon mitbekommen. Das Problem mit dem Öffnen der Verpackungen dürfte somit gelöst sein.“ &nbsp;<br></p>
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		<title>Ein Tässchen Kaffee gefällig?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jul 2016 22:34:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Behälter]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffee]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist jetzt schon fast ein Jahr und acht Monate her. Damals stand ich mitten in einem großen Kaufhaus in Dresden. Besser gesagt man hatte mich zuerst mit dem LKW von „Ich-weiß-nicht-wo“ nach Dresden gefahren und mich eine ganze Weile warten lassen. Es war eine gefühlte Ewigkeit vergangen, bis sie mich endlich auspackten und in eines der vielen Regale stellten. Da stand ich nun und viele Menschen zogen an mir vorüber. Die meisten warfen nicht einmal einen Blick auf mich, sondern gingen zu den einfachen und herkömmlichen Modellen. Auch an meinen Nachbarn zogen sie vorüber. Hin und wieder jedoch blieben auch einige von ihnen stehen und plötzlich war mein Nachbar zur Rechten verschwunden. Die anderen erzählten, dass er nun ein Zuhause gefunden hätte. Ich wunderte mich schon ein wenig, denn eigentlich war er gar nicht so hübsch. Ich fand mich mit meinen silbernen Tasten viel schöner. Nicht mal ausprobieren durfte man mich. Ich konnte also niemand zeigen, was ich so alles drauf hatte. Ich fieberte dem Tag entgegen, an dem ich mein ganzes Können präsentieren &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist jetzt schon fast ein Jahr und acht Monate her. Damals stand ich mitten in einem großen Kaufhaus in Dresden. Besser gesagt man hatte mich zuerst mit dem LKW von „Ich-weiß-nicht-wo“ nach Dresden gefahren und mich eine ganze Weile warten lassen.</strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>s war eine gefühlte Ewigkeit vergangen, bis sie mich endlich auspackten und in eines der vielen Regale stellten. Da stand ich nun und viele Menschen zogen an mir vorüber. Die meisten warfen nicht einmal einen Blick auf mich, sondern gingen zu den einfachen und herkömmlichen Modellen. Auch an meinen Nachbarn zogen sie vorüber. Hin und wieder jedoch blieben auch einige von ihnen stehen und plötzlich war mein Nachbar zur Rechten verschwunden. Die anderen erzählten, dass er nun ein Zuhause gefunden hätte. Ich wunderte mich schon ein wenig, denn eigentlich war er gar nicht so hübsch. Ich fand mich mit meinen silbernen Tasten viel schöner. Nicht mal ausprobieren durfte man mich. Ich konnte also niemand zeigen, was ich so alles drauf hatte. Ich fieberte dem Tag entgegen, an dem ich mein ganzes Können präsentieren konnte. Inzwischen war es kurz vor Weihnachten und die Menschen suchten Geschenke für ihre Liebsten oder auch für sich selbst. Aber wie das eben so ist, gibt es beim Kauf auch eine Schmerzgrenze. Niemand will wirklich viel Geld ausgeben, aber trotzdem allen Luxus und Komfort bekommen.<br />
Auch nach Weihnachten stand ich noch traurig in dem Regal. Gerade als ich schon dachte, dass ich wohl ein Ladenhüter werden würde, tat sich etwas über mir. Man hängte Schilder auf und ich hörte die Kunden sagen, dass nun alles viel billiger wäre. Man würde jetzt Prozente bekommen, was auch immer das bedeuten sollte. Für mich jedoch sollte es das Glück bedeuten.<br />
Plötzlich standen nämlich ein Mann und eine Frau vor mir. Sie blieben doch tatsächlich interessiert vor mir stehen und drückten auf meinen Tasten herum. Doch was nutzte das? Nichts! Mir fehlten ganz bestimmte Vorraussetzungen, damit ich funktionieren konnte. Eine Verkäuferin pries mich in den höchsten Tönen an. Sie berichtete von meinem Können und zählte alle meine guten Eigenschaften auf. Zum Schluss betonte sie noch, dass es an diesem besagten Tag sogar noch Zusatzprozente gab und dass dies ein einmaliges Angebot wäre für so ein Prachtstück wie mich. Das schien ein sehr bedeutendes Argument zu sein, denn plötzlich hörte ich die Frau sagen:<br />
„Das ist doch <em>die</em> Gelegenheit. Wir wollten uns doch schon immer so etwas anschaffen.“<br />
„Ja, ich denke auch, den sollten wir nehmen!“, nickte der Mann und schon überschlugen sich die Ereignisse. Die Verkäuferin nahm mich vom Regal und packte mich wieder in den Karton aus dem man mich vor Weihnachten ausgepackt hatte. Der Mann und die Frau bezahlten und nun war ich <em>ihr</em> Eigentum. Total stolz und mit einem glücklichen Lächeln trugen sie mich zum Auto und fuhren mich in mein neues Zuhause.<br />
Jetzt ging die Hektik erst richtig los. Sie stellten mich hier hin und dort hin und endlich fanden sie den geeigneten Platz, nämlich in einer großen, aber gemütlichen Küche ganz nahe beim Fenster. Und dann bekam ich endlich Strom und alle anderen Zutaten, damit ich nun richtig loslegen konnte.<br />
Wer ich eigentlich bin, wollt Ihr wissen?!<br />
Na, ein Kaffeevollautomat.<br />
Ich kann ganz viele Kaffeeköstlichkeiten zubereiten. Man muss nur die entsprechenden Zutaten bereitstellen und die entsprechenden Tasten drücken. Aber man muss mich auch pflegen. Das ist wie bei den Menschen. Wer geliebt wird, wird gehegt und gepflegt, gedrückt und bedient. Ja, so ist das auch bei mir. Auch ich brauche viel Zuwendung und Aufmerksamkeit, sonst streike ich nämlich.<br />
„Ständig willst du etwas von uns“, sagt manchmal die Frau zu mir. „Aber wir ja auch von dir!“<br />
Durst habe ich ganz gewaltig und Hunger auch. Das ist wiederum so ähnlich wie bei den Menschen. Ich brauche hauptsächlich Wasser und Milch und verschlinge eine Unmenge von Kaffeebohnen.<br />
„Du machst einen ganz schönen Krach!“, sagt manchmal der Mann.<br />
Ja, er hat recht, aber den mache ich auch nur ganz kurz und zu einem ganz bestimmten Zweck. Ich kann die Kaffeebohnen nämlich nur gemahlen verwerten und das Mahlen macht eben Geräusche.<br />
Haben sie sich erst einmal zu Pulver verwandelt, rieselt das Wasser hindurch und erhält seinen köstlichen Kaffeegeschmack, den die Menschen so lieben. Dann kann ich ich auch noch Milch hinzufügen, egal ob flüssig oder als Milchschaum.<br />
Außer Wasser, Milch und Kaffeebohnen brauche ich auch noch Pflege. Von nichts kommt eben nichts. Man muss mich immer schön sauber halten und meinen Behälter mit dem verbrauchten Kaffeepulver leeren. Naja, ich gebe es ja zu, das muss man schon regelmäßig und auch häufig tun. Aber der Mann trägt den Behälter immer nach draußen in den Garten und leert ihn dort aus. Die Frau hat ihm nämlich erklärt, dass das verbrauchte Kaffeepulver gut für die Pflanzen ist und auch den Boden auflockert. Ha, was sie mir alles zu verdanken haben!<br />
Ich kommuniziere auch immer mit der Frau und dem Mann, denn sonst wissen sie ja nicht, was ich von ihnen will. Ich teile ihnen zum Beispiel mit, wenn der Kaffeebehälter geleert oder wenn der Wasserbehälter nachgefüllt werden muss. Wenn die Kaffeebohnen zur Neige gehen, dann erkennen sie es daran, dass ich seltsame Geräusche mache und nur Wasser in die Tassen fülle, aber keinen Kaffee. Wenn die Milch im Aufschäumbehälter fehlt, dann gibt es tüchtig Dampf in der Bude. Und wenn ich wieder einmal entkalkt werden will, dann schreibe ich ihnen einfach nur einen kurzen Befehl: „Entkalken!“<br />
Ihr solltet mal sehen, wie der Mann und die Frau dann springen und mir die entsprechende Pflege zuteil kommen lassen. Aber ich danke es ihnen auch, indem ich gleich wieder einen köstlichen Kaffeeduft durch das Haus ziehen lasse und allzeit bereit bin, wenn die Frau fragt:<br />
„Ein Tässchen Kaffee gefällig?“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/aus-dem-leben-meiner-kuechenuhr/">Aus dem Leben meiner Küchenuhr</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-sofa-der-kueche/">Das Sofa in der Küche</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/die-jahre-gekommen/">In die Jahre gekommen</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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