<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	
	xmlns:georss="http://www.georss.org/georss"
	xmlns:geo="http://www.w3.org/2003/01/geo/wgs84_pos#"
	>

<channel>
	<title>Großvater &#8211; life tells stories</title>
	<atom:link href="https://lifetellsstories.de/tag/grossvater/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://lifetellsstories.de</link>
	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
	<lastBuildDate>Tue, 14 Apr 2020 19:14:51 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>
<site xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">123020734</site>	<item>
		<title>Opa erzähl mir eine Geschichte</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/opa-erzaehl-mir-eine-geschichte/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/opa-erzaehl-mir-eine-geschichte/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2020 19:08:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Großvater]]></category>
		<category><![CDATA[Stiel]]></category>
		<category><![CDATA[Teich]]></category>
		<category><![CDATA[Tür]]></category>
		<category><![CDATA[Zimmer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://lifetellsstories.de/?p=6432</guid>

					<description><![CDATA[Sabinchen ist bei ihren Großeltern zu Besuch. Papa und Mama haben sie am Wochenende zu Opa und Oma gebracht, wo sie eine ganze Woche bleiben darf. Nun ist sie schon den dritten Tag hier und es gefällt ihr richtig gut. Gemeinsam unternehmen sie viel und so kommt bei Sabinchen keine Langeweile auf. Mit ihren fünf Jahren ist sie an allem interessiert und fragt den Opa gerne Löcher in den Bauch, wie er immer so schön sagt.  Gerade haben sie draußen im Garten gegrillt, aber jetzt muss sie leider ins Bett, dabei fühlt sie sich kein bisschen müde. Wie Kinder nun mal so sind, probiert auch Sabine alle möglichen Ausreden aus, aber es hilft nichts. Die Großeltern schicken sie zum Zähneputzen ins Bad. „Wenn du fertig bist, dann rufst du. Ich komme zum Gute-Nacht-Sagen noch mal ganz kurz nach oben“,schlägt Opa Friedrich vor.  „Ich gebe dir jetzt schon den Gutenachtkuss“, meint Oma Erika und drückt Sabine einen zarten Kuss auf die Wange. „Ich muss nämlich noch das ganze Chaos in der Küche beseitigen und die Spülmaschine &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sabinchen ist bei ihren Großeltern zu Besuch. Papa und Mama haben sie am Wochenende zu Opa und Oma gebracht, wo sie eine ganze Woche bleiben darf. Nun ist sie schon den dritten Tag hier und es gefällt ihr richtig gut. Gemeinsam unternehmen sie viel und so kommt bei Sabinchen keine Langeweile auf. Mit ihren fünf Jahren ist sie an allem interessiert und fragt den Opa gerne Löcher in den Bauch, wie er immer so schön sagt.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p><span class="dropcap">G</span>erade haben sie draußen im Garten gegrillt, aber jetzt muss sie leider ins Bett, dabei fühlt sie sich kein bisschen müde. Wie Kinder nun mal so sind, probiert auch Sabine alle möglichen Ausreden aus, aber es hilft nichts. Die Großeltern schicken sie zum Zähneputzen ins Bad.</p>
<p>„Wenn du fertig bist, dann rufst du. Ich komme zum Gute-Nacht-Sagen noch mal ganz kurz nach oben“,schlägt Opa Friedrich vor.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Ich gebe dir jetzt schon den Gutenachtkuss“, meint Oma Erika und drückt Sabine einen zarten Kuss auf die Wange. „Ich muss nämlich noch das ganze Chaos in der Küche beseitigen und die Spülmaschine einräumen.“<br />
Es dauert gar nicht lange, da tönt der Ruf durch das Haus:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Opa, kommst du?!“</p>
<p>Wie versprochen erscheint der Großvater im alten Kinderzimmer von Sabines Mutter. Das Mädchen sitzt aufrecht im Bett und bettelt:</p>
<p>„Bitte, bitte erzähl mir noch eine Geschichte. Ich bin nämlich überhaupt noch nicht müde.“</p>
<p>„Aber höchstens für 5 Minuten“, lässt sich der Großvater erweichen. „Länger sollte eine Gute-Nacht-Geschichte nicht dauern.“</p>
<p>„Na gut“, willigt Sabinchen ein.</p>
<p>„Worüber soll ich denn erzählen?“, möchte Opa Friedrich wissen.</p>
<p>„Von einem Blümchen“, sagt die Kleine sofort. „Ich habe nämlich im Garten eine schöne gelbe Blume entdeckt. Sie wächst direkt bei dem kleinen Teich.“</p>
<p>Opa Friedrich überlegt. Im Moment gibt es ja nur wenige Frühlingsblüher und so weiß er eigentlich sofort welche Blume seine Enkeltochter meint.</p>
<p>„Hat sie viele kleine gelbe Blüten, die oben auf einem langen dünnen Stiel wachsen?“, vergewissert er sich.</p>
<p>„Ja, genau!“</p>
<p>„Das ist ein Schlüsselblümchen. Ich mag diese Frühlingsblümchen sehr gerne. Als ich noch ein Kind war, ungefähr so alt wie du“, beginnt er zu erzählen, „da gab es eine große Wiese in der Nähe meines Elternhauses. Dort durften wir Kinder immer spielen. Im Frühjahr war sie ganz gelb. Auf ihr blühten viele, viele Schlüsselblumen. Damals habe ich meiner Mutter einen dicken Strauß geschenkt. Heute sind diese Blümchen seltener geworden und stehen unter Naturschutz.“<br />
Sabine hört ganz genau zu und stellt dann eine Frage:</p>
<p>„Warum heißen sie denn eigentlich ‚Schlüsselblumen‘?“</p>
<p>„Weil sie gewissermaßen einem Schlüsselbund gleichen. Ihre kleinen Blüten sind so angeordnet wie die vielen einzelnen Schlüssel an einem Schlüsselbund. Manche Menschen nennen sie auch Himmelsschlüssel.“</p>
<p>„Ein Schlüssel, um den Himmel aufzuschließen. Wer soll das denn machen?“, fragt Sabine neugierig.</p>
<p>„Naja, es gibt eine Legende*, die sagt, dass der Heilige Petrus die Schlüssel zu der Himmelspforte besitzt. Er hat sie immer gut gehütet, damit sie ihm niemand wegnehmen kann. Trotzdem berichtete man ihm eines Tages, dass irgendwelche Übeltäter sich einen Nachschlüssel angefertigt hätten. Das war keine gute Nachricht und Petrus erschrak sehr. Er begann vor Schreck zu zittern und so entglitten ihm die Schlüssel. Der Schlüsselbund fiel und fiel. Immer tiefer und tiefer, bis er schließlich auf die Erde plumpste. Da lag er nun.“</p>
<p>„Oh nein!“, ruft Sabine erschrocken aus. „Das ist ja schrecklich. Mama hat mal ihren Autoschlüssel verloren. Sie war völlig verzweifelt und hat überall gesucht. Gefunden hat sie ihn schließlich in Papas Jackentasche. Da war Mama wieder glücklich und hat sich riesig gefreut.“</p>
<p>Sabinchen schaut ihren Opa an und hofft, dass die Geschichte weitergeht. Doch Opa Friedrich lächelt und schweigt. Er will damit seine Enkelin noch ein wenig auf die Folter spannen, was auch die Wirkung nicht verfehlt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Hat denn Petrus seinen Himmelsschlüssel auch wieder bekommen“, fragt Sabine aufgeregt.</p>
<p>„Naja, zuerst war er mal weg und guter Rat war teuer. Aber zum Glück hatte einer der Engel alles genau beobachtet und gesehen, wo der Schlüsselbund gelandet war“, berichtet Opa Friedrich.</p>
<p>“Er flog schnell und zielgerichtet hinunter zur Erde. Inmitten einer Wiese sah er ihn in der Frühlingssonne glitzern. Er hob ihn auf und brachte ihn Petrus wieder zurück in den Himmel.“</p>
<p>„Und was hat das mit den schönen gelben Schlüsselblümchen zu tun?“</p>
<p>„Stell dir vor!“, flüstert Opa Friedrich geheimnisvoll. „Dort, wo der Schlüssel die Erde berührt hat, genau an dieser Stelle blühten plötzlich wunderschöne gelbe Blümchen. Die Schlüsselblümchen. Die Himmelsschlüssel sind sozusagen zu Blumen geworden.“</p>
<p>„Ist das eine schöne Geschichte“, gähnt Sabinchen. „Morgen werde ich sie nochmal ganz genau betrachten und für Mama und Papa ein Bild malen“, beschließt das kleine Mädchen bevor es vom Schlaf übermannt wird. Großvater Friedrich schleicht sich leise aus dem Zimmer und schließt lächelnd die Tür.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/die-fliederbaeumchen/">Die Fliederbäumchen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/tim-und-tom/">Tim und Tom</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/im-garten-meines-opas/">Im Garten meines Opas</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>* Hier findet man die Legende und viel Wissenswertes zum Thema &#8222;Schlüsselblume&#8220;:</p>
<p>vgl.: https://www.beetfreunde.de/schluesselblumen-himmelsschluessel/</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://lifetellsstories.de/opa-erzaehl-mir-eine-geschichte/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>6</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">6432</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Knöpflein</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/knoepflein/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/knoepflein/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Mar 2019 09:19:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Baustelle]]></category>
		<category><![CDATA[Großvater]]></category>
		<category><![CDATA[Knopf]]></category>
		<category><![CDATA[Maus]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Treppe]]></category>
		<category><![CDATA[Zuhause]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://lifetellsstories.de/?p=5865</guid>

					<description><![CDATA[Flori ist sechs Jahre und besucht die erst Klasse. Seit ein paar Tagen darf er den Schulweg ganz alleine gehen. Zuerst hat ihn die Mutter immer bis zur Schule begleitet, dann bis zur großen Kreuzung und gewartet, bis er ordnungsgemäß den mit einer Ampel versehenen Fußgängerüberweg überquert hat. Dann aber hat sie gesagt: „Flori, ich möchte jetzt wieder halbtags arbeiten. Und weil ich schon vor dir aus dem Haus gehen werde, musst du von nun an alleine zur Schule marschieren. Du kennst den Weg und weißt, wo man besonders gut aufpassen sollte und auch wann du dort sein musst.“ „Endlich hat sie kapiert, dass ich inzwischen ein großes Schulkind bin“, hat Flora sich gedacht und ihr versprochen nicht zu trödeln und immer pünktlich zu sein. Fünf mal wöchentlich geht er nun den selben Weg, der ihn an einer Baustelle vorbeiführt. Das Haus jeen Tag ein bisschen mehr und er winkt den Bauarbeitern immer freundlich zu. Aber er bleibt nie stehen, denn er hat es ja eilig. Eines Tages jedoch ist die Baustelle verlassen, das Haus &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Flori ist sechs Jahre und besucht die erst Klasse. Seit ein paar Tagen darf er den Schulweg ganz alleine gehen. Zuerst hat ihn die Mutter immer bis zur Schule begleitet, dann bis zur großen Kreuzung und gewartet, bis er ordnungsgemäß den mit einer Ampel versehenen Fußgängerüberweg überquert hat. Dann aber hat sie gesagt:</strong></p>
<p><span class="dropcap">„F</span>lori, ich möchte jetzt wieder halbtags arbeiten. Und weil ich schon vor dir aus dem Haus gehen werde, musst du von nun an alleine zur Schule marschieren. Du kennst den Weg und weißt, wo man besonders gut aufpassen sollte und auch wann du dort sein musst.“</p>
<p>„Endlich hat sie kapiert, dass ich inzwischen ein großes Schulkind bin“, hat Flora sich gedacht und ihr versprochen nicht zu trödeln und immer pünktlich zu sein.</p>
<p>Fünf mal wöchentlich geht er nun den selben Weg, der ihn an einer Baustelle vorbeiführt. Das Haus jeen Tag ein bisschen mehr und er winkt den Bauarbeitern immer freundlich zu. Aber er bleibt nie stehen, denn er hat es ja eilig.</p>
<p>Eines Tages jedoch ist die Baustelle verlassen, das Haus erst halb fertig. Man erzählt sich, dass es einen Baustopp gegeben hat. Warum weiß Flora nicht, aber er versteht, dass das Haus vorerst nicht fertig gebaut wird.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Auf seinem Heimweg bleibt er stehen und schaut neugierig durch den Bauzaun. An der Hauswand neben der Eingangstür ist ein rundes kleines Loch zu sehen und hier entdeckt er etwas.</p>
<p>„Da schaut ja ein kleines Mäuschen heraus. Ob es dort wohnt?“, überlegt Flori.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Hey!“, ruft er und lächelt.</p>
<p>Das Mäuschen scheint ihn gehört zu haben, denn es schaut in seine Richtung, verschwindet dann aber ganz schnell in seinem Versteck.</p>
<p>Auch am nächsten und am übernächsten Tag geht es so. Allerdings bleibt das Mäuschen immer ein bisschen länger stehen und schaut Flori aus seinen kleinen süßen Augen an, bevor es sich wieder versteckt.</p>
<p>„Ach komm doch wieder hervor! Ich tu dir doch nichts!“, ruft Flori.</p>
<p>Und tatsächlich lugt es nochmals vorsichtig hervor.</p>
<p>„Morgen bringe ich dir ein Stück Käse mit“, verspricht Flori. „Du hast doch bestimmt Hunger, jetzt wo alle Bauarbeiter weg sind und niemand mehr ein Krümelchen fallen lässt.“</p>
<p>Als am nächsten Morgen die Mutter das Haus verlässt, stibitzt Flori einen Käsewürfel aus dem Kühlschrank und steckt ihn in seine Hosentasche.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Das ist für Köpflein!“, denkt er sich.</p>
<p>Weil ihm die schönen kleinen Knopfaugen des Mäuschens so gut gefallen haben, hat er ihr insgeheim den Namen „Knöpflein“ gegeben.</p>
<p>Auch heute ist Knöpflein wieder da und schaut aus seinem Versteck, als würde es auf Flori warten.</p>
<p>„Schau mal, was ich dir mitgebracht habe!“, ruft der Junge und versucht den Käsewürfel dem Mäuschen zuzuwerfen. Aber durch den Bauzaun hindurch geht es nicht so gut und so landet das Stückchen Käse kurz hinter dem Zaun und weit weg von Knöpflein.</p>
<p>„Hol dir den Käse!“, ruft Flori. Aber das traut sich das Mäuschen nicht. Es schaut immer wieder zwischen dem Jungen und dem Käse hin und her, bleibt aber in seinem Versteck.</p>
<p>„Morgen bekommst du wieder Käse“, verspricht der Junge und setzt seinen Heimweg fort.</p>
<p>„Hoffentlich holt sich Knöpflein das Stückchen und hoffentlich wird es davon satt.“</p>
<p>Flori ist ganz besorgt, dass die niedliche Maus verhungern könnte. Und so bringt er auch am nächsten und an allen weiteren Tagen ein Stückchen Käse mit. Immer wenn Flori wiederkommt, ist der Käse vom Vortag verschwunden und das Mäuschen erwartet ihn. Allerdings traut es sich auch jeden Tag ein bisschen weiter an den Bauzaun heran. So erwartet Knöplein Flori eines Tages direkt hinter dem Zaun. Die Beiden sind inzwischen richtige Freunde geworden und Flori hat sogar das Gefühl, dass das Mäuschen ihn ebenso mag wie er sein Knöpflein. Sogar auf den Namen hört es schon. Sollte Flori mal ein bisschen früher oder später an der Baustelle vorbei kommen, dann braucht er nur leise zu rufen und schon kommt Knöpflein angetrippelt.</p>
<p>Doch eines Tages gehen die Arbeiten an der Baustelle weiter. Das Haus wird verputzt und Knöpflein ist in seinem Versteck nicht mehr sicher, deshalb hat es sich irgendwo anders versteckt. Traurig schaut die Maus Flori an, als sie sich nur getrennt vom Zaun gegenüberstehen.</p>
<p>„Ich werde dir helfen, damit du ein neues Zuhause hast“, gibt Flori dem kleinen Mäuschen das Versprechen.</p>
<p>Den ganzen restlichen Tag grübelt Flori und kann sich gar nicht auf seine Hausaufgaben konzentrieren.</p>
<p>„Was ist denn mit dir los?“, fragt der Großvater, der Floris Mathematikhausaufgaben nachschaut. „Du rechnest doch sonst alles fehlerfrei!“</p>
<p>Da bricht es aus Flori heraus und er vertraut dem Großvater seine Sorgen an.</p>
<p>„Warte mal!“,meint der Opa. „Ich glaube, ich hab&#8216; da eine Idee!“</p>
<p>Langsam geht der Großvater die Kellertreppe hinunter. Flori weiß, das bereitet seinem Opa große Mühe, denn sein Knie mag keine Treppen mehr steigen und schmerzt bei jeder Stufe.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nach einer Weile kommt der Großvater mit einem kleinen Vogelbauer wieder zurück.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Was anderes habe ich in der Eile nicht gefunden, aber es müsste seinen Zweck erfüllen.“</p>
<p>Mit mehreren Käsestückchen bewaffnet, laufen Flori und sein Opa zur Baustelle.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Knöpflein!“, ruft Flori. Doch erst nach mehrmaligen Rufen sehen sie das Mäuschen hinter einem Stein hervorlugen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Komm! Wir bringen dich in dein neues Zuhause! Hab keine Angst! Alles wird gut!“</p>
<p>Es dauert ziemlich lange, doch endlich traut sich Knöpflein vor den Zaun und lässt sich mit Hilfe des leckeren Käse dazu verlocken in den Vogelbauer zu schlüpfen. Flori redet dem Mäuschen den ganzen Weg über gut zu und versucht ihm die Angst zu nehmen.</p>
<p>Zuhause angekommen, gehen sie gleich in den Garten. Dort hat der Großvater in einer Ecke ein Rohr hingelegt. Das war eigentlich am alten ausrangierten Briefkasten befestigt gewesen. Hierin hatte der Briefträger immer die Zeitungen abgelegt. Jetzt ist es mit ein bisschen Gras ausgelegt und soll nun als Unterschlupf für Knöpflein dienen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Flori öffnet den Vogelbauer und ehe er sich versieht, entschlüpft Knöpflein seinem Gefängnis und versteckt sich in dem Rohr. Hier fühlt es sich sicher und nach ein paar Minuten schaut das Mäuschen mit strahlenden Augen wieder heraus.</p>
<p>„Hier wohne ich jetzt!“, scheint es Flori und dem Großvater zuzublinzeln. „Danke für mein neues Zuhause!“</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://lifetellsstories.de/knoepflein/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>8</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">5865</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Der Weihnachtsbaum</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/der-weihnachtsbaum/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/der-weihnachtsbaum/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Dec 2017 09:01:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten & Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[Baby]]></category>
		<category><![CDATA[Gefahr]]></category>
		<category><![CDATA[Großvater]]></category>
		<category><![CDATA[Paar]]></category>
		<category><![CDATA[perfekt]]></category>
		<category><![CDATA[Rauch]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsbaum]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://lifetellsstories.de/?p=4766</guid>

					<description><![CDATA[Das kleine Städtchen liegt ruhig und friedlich da, fast ein wenig verträumt. Der Kirchturm ragt in den Himmel, auf den Dächern, Bäumen und Wegen liegt Schnee. Dem Besucher dieses Ortes erscheint alles wie eine vorweihnachtliche Bilderbuchlandschaft. Heute ist in dem kleinen Wäldchen am Stadtrand einiges los. Richtiger Trubel herrscht hier. Es ist der 3. Advent und in einer Woche ist Heiligabend. Die Leute, die es hierher geführt hat, möchten sich einen Weihnachtsbaum für das Fest aussuchen. Sie laufen kreuz und quer durch die Reihen und begutachten einen Baum nach dem anderen. „Was ist denn hier los? Warum stören diese Menschen unsere himmlische Ruhe?“, will Tänny von seinem Großvater Tan wissen, der neben ihm steht. „Ach weißt du, die Menschen suchen sich einen besonders schönen Baum aus und nehmen ihn dann mit nach Hause, um ihn für das Weihnachtsfest zu schmücken.“ „Warum bist du denn so traurig?“, will Tänny von seinem Großvater wissen, der schon etwas gebeugt ist und auch nicht mehr so frisch aussieht wie sein kleiner Enkel. „Ich muss an deine Großmutter denken, die &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das kleine Städtchen liegt ruhig und friedlich da, fast ein wenig verträumt. Der Kirchturm ragt in den Himmel, auf den Dächern, Bäumen und Wegen liegt Schnee. Dem Besucher dieses Ortes erscheint alles wie eine vorweihnachtliche Bilderbuchlandschaft.<br />
Heute ist in dem kleinen Wäldchen am Stadtrand einiges los. Richtiger Trubel herrscht hier. Es ist der 3. Advent und in einer Woche ist Heiligabend. Die Leute, die es hierher geführt hat, möchten sich einen Weihnachtsbaum für das Fest aussuchen. Sie laufen kreuz und quer durch die Reihen und begutachten einen Baum nach dem anderen.<br />
„Was ist denn hier los? Warum stören diese Menschen unsere himmlische Ruhe?“, will Tänny von seinem Großvater Tan wissen, der neben ihm steht.<br />
„Ach weißt du, die Menschen suchen sich einen besonders schönen Baum aus und nehmen ihn dann mit nach Hause, um ihn für das Weihnachtsfest zu schmücken.“<br />
„Warum bist du denn so traurig?“, will Tänny von seinem Großvater wissen, der schon etwas gebeugt ist und auch nicht mehr so frisch aussieht wie sein kleiner Enkel.<br />
„Ich muss an deine Großmutter denken, die du ja nie kennengelernt hast“, antwortet Tan seinem Enkel. „Sie war sehr schön und prachtvoll. Alle hatten sie bestaunt und schließlich wurde sie von einem jungen Paar mitgenommen. Sie war sehr stolz ein Weihnachtsbaum werden zu dürfen, aber leider war das auch ihr Verderben.“<br />
„Aber das ist doch eine Ehre, wenn man schön geschmückt mit den Menschen das Weihnachtsfest feiern darf“, meint Tänny und versteht nicht ganz warum der Großvater plötzlich alle seine Nadeln hängen lässt.<br />
„Leider haben wir deine Großmutter nie wieder gesehen“, erzählt er weiter. „Man hat sie von ihren Wurzeln getrennt und ihr damit das Leben genommen. Sicher, sie konnte noch in ihrer vollen Pracht und Schönheit im Lichterglanz das Weihnachtsfest erhellen, doch dann …“ , der Großvater verstummt.<br />
Tänny starrt seinen Opa mit großen fragenden Augen an, bevor er die ganze Tragweite verstanden hat.<br />
„Aber ohne ihre Wurzeln musste sie doch sterben. Wir alle können doch nur durch unsere Wurzeln leben und wachsen.“<br />
„Ja Tänny, so ist es und das alles nur um für die Menschen ein paar Tage lang glitzernd und leuchtend im Wohnzimmer zu stehen. Danach werden die einst so schönen Bäume alle auf einen großen Haufen geworfen und verbrannt. Ich selbst habe den Rauch in den Himmel empor steigen sehen, als deine Großmutter von uns gegangen ist.“<br />
Schweigend stehen Großvater Tan und Klein-Tänny nebeneinander. Jeder in seine Gedanken versunken.<br />
„Gerne wäre ich mit ihr zusammen gegangen, aber leider muss ich hier weiter verweilen. Mich hat nie jemand als Weihnachtsbaum gewollt, weil ich schon immer ein bisschen krumm gewachsen war. Für mich besteht keine Gefahr mehr, aber für Tänny schon. Er ist so ein hübscher und niedlicher Kerl. Hoffentlich darf er noch hier bleiben und ein bisschen wachsen und gedeihen“, denkt der Großvater.<br />
Auch Tänny schwirren die Gedanken durch den Kopf:<br />
„Ich glaube, ich mache mich ganz klein, damit mich niemand mitnimmt. Ich möchte gar kein Weihnachtsbaum werden. Hier ist es viel zu schön. Außerdem muss ich mich noch ein wenig um Großvater kümmern, damit er nicht mehr so traurig ist.“<br />
Bis jetzt hat alles ganz gut geklappt und der Tag neigt sich schon fast dem Ende zu. Es sind nur noch wenige Menschen in dem kleinen Wäldchen. Im Schutze von Großvater Tan ist der kleine Kerl niemandem aufgefallen. Doch plötzlich kommt ein junges Pärchen auf den kleinen Tannenbaum zu.<br />
„Schau doch mal, der ist ja zu niedlich!“, ruft die Frau aus.<br />
„Ja, der würde mir auch gefallen!“, bestätigt der junge Mann. „Aber findest du ihn nicht zu winzig. Wir sollten ihn noch ein Jahr wachsen lassen und ihn vielleicht nächstes Jahr holen, wenn unser Baby auf der Welt ist. Komm lass uns nach einem anderen Baum Ausschau halten!“<br />
„Nein, ich möchte ihn gleich mitnehmen. Er ist wunderschön, so schön wie unser ungeborenes Baby“, meint die junge Frau und streichelt sich zärtlich über ihren Bauch. „Vielleicht kommt es ja noch rechtzeitig vor dem Fest, dann kann es den strahlenden Weihnachtsbaum gleich sehen.“<br />
„Nein, nein, ich will nicht!“, schreit Tänny so laut er nur kann, aber leider hört ihn niemand.<br />
Großvater Tan versucht sich ächzend aufzurichten.<br />
„Mich sollten sie mitnehmen, ich bin schon alt und habe mein Leben gelebt, aber lasst den armen kleinen Tänny noch wachsen und gedeihen. Er ist doch noch so jung.“<br />
Niemand im Wald hört die Hilferufe und das Flehen der Beiden.<br />
„Gut“, sagt der Mann. „Dann sage ich dem Aufseher dort vorne Bescheid, damit das kleine Bäumchen für uns gefällt wird.“<br />
Tänny erschrickt, als der Mann sich zum Gehen abwenden will.<br />
„Nein, warte!“, ruft die schwangere Frau plötzlich aus. „Ich will nicht, dass er gefällt wird. Ich möchte ihn mit den Wurzeln haben, dann muss er nicht sterben. Wir werden ihn für das Weihnachtsfest schmücken und im Frühling können wir für ihn in unserem Garten ein hübsches Plätzchen suchen. Dort pflanzen wir ihn ein. Dann kann er mit unserem Kind aufwachsen und zu einem großen prächtigen Baum heranwachsen.“<br />
Der junge Mann nickt und umarmt seine Frau. Auch ihm gefällt dieser Gedanke.<br />
„Jedes Jahr zu Weihnachten werden wir ihn im Lichterglanz erstrahlen lassen“, meint er lächelnd.<br />
„Unser Kind wird fröhlich um ihn herum springen und wir werden uns an ihm und unserem Kind erfreuen“, strahlt die junge Frau.<br />
„Ja und den hier nehmen wir auch noch mit“, beschließt der junge Mann und deutet auf Großvater Tan. „Ihn lassen wir ebenso mit den Wurzeln ausgraben. Bestimmt macht auch er sich in unserem Garten recht gut. Er ist zwar schon ein wenig gebeugt und sieht nicht mehr ganz so frisch aus, aber es muss nicht immer alles perfekt sein, um etwas ganz Besonderes zu sein.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/lottchens-weihnachtsgedanken/">Lottchens Weihnachtsgedanken</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/zotti-im-weihnachtsland/">Zotti im Weihnachtsland</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/santa-claus/">Santa Claus</a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://lifetellsstories.de/der-weihnachtsbaum/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>16</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">4766</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Großvaters Haus</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/grossvaters-haus/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/grossvaters-haus/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 May 2017 22:56:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Plauderecke]]></category>
		<category><![CDATA[Ecke]]></category>
		<category><![CDATA[groß]]></category>
		<category><![CDATA[Großvater]]></category>
		<category><![CDATA[Haus]]></category>
		<category><![CDATA[klein]]></category>
		<category><![CDATA[Nähkästchen]]></category>
		<category><![CDATA[plaudern]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://lifetellsstories.de/?p=4226</guid>

					<description><![CDATA[Heute möchte ich eine neue Kategorie auf meinem Blog eröffnen. Ich nenne sie „Meine Plauderecke“. Hier wird sozusagen ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert. Es gibt viele Gedanken, die mir manchmal so durch den Kopf schwirren, aus denen ich momentan keine Geschichte machen möchte, aber trotzdem sind sie es wert festgehalten zu werden. Sie sollen in der Plauderecke ihren Platz finden. Als erstes Thema an dieser Stelle habe ich mir folgende zwei Worte ausgesucht: „Klein und Groß“ Ich sah neulich ein kleines Kind an der Hand der Mutter eine Treppe erklimmen und mir wurde bewusst, wie hoch diese Treppenstufen doch für ein Kind dieser Körpergröße sein müssen. Ja und auf einmal machten meine Gedanken einen riesigen Sprung zurück in meine eigene Kindheit. Das Kopfkino startete und schon liefen Bilder vor meinem geistigen Auge ab, von denen ich Euch berichten möchte. Ich fand mich nämlich plötzlich im Haus meines Großvaters wieder. Leider steht es heute nicht mehr, sondern an seinem Platz wurde ein neues Haus von mir fremden Menschen erbaut. Dieses Haus ist tatsächlich wesentlich größer, als &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Heute möchte ich eine neue Kategorie auf meinem Blog eröffnen. Ich nenne sie „Meine Plauderecke“. Hier wird sozusagen ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert. Es gibt viele Gedanken, die mir manchmal so durch den Kopf schwirren, aus denen ich momentan keine Geschichte machen möchte, aber trotzdem sind sie es wert festgehalten zu werden. Sie sollen in der Plauderecke ihren Platz finden.</strong><br />
<span class="dropcap">A</span>ls erstes Thema an dieser Stelle habe ich mir folgende zwei Worte<br />
ausgesucht:<br />
<em><strong>„Klein und Groß“</strong></em></p>
<p>Ich sah neulich ein kleines Kind an der Hand der Mutter eine Treppe erklimmen und mir wurde bewusst, wie hoch diese Treppenstufen doch für ein Kind dieser Körpergröße sein müssen. Ja und auf einmal machten meine Gedanken einen riesigen Sprung zurück in meine eigene Kindheit. Das Kopfkino startete und schon liefen Bilder vor meinem geistigen Auge ab, von denen ich Euch berichten möchte.<br />
Ich fand mich nämlich plötzlich im Haus meines Großvaters wieder. Leider steht es heute nicht mehr, sondern an seinem Platz wurde ein neues Haus von mir fremden Menschen erbaut. Dieses Haus ist tatsächlich wesentlich größer, als das Haus meines Großvaters war.<br />
Würde ich heute durch die Räume der großväterlichen Wohnung spazieren, so wäre ich sicherlich erstaunt darüber, dass sie größenmäßig nicht mit meinem Eindruck von damals übereinstimmen würden. Es kommt eben immer auf die Sichtweise an. So erscheinen für ein Kleinkind beispielsweise Treppenstufen hoch, Räume groß und weit, aber für uns Erwachsene wirken sie wahrscheinlich gar nicht so gigantisch.<br />
Wenn ich heute in Gedanken durch die Räume des Hauses meines Großvaters gehe, so schreite ich als Kind hindurch und sehe es mit meinen Kinderaugen:<br />
Um das Haus betreten zu können, musste man einige Treppenstufen hoch steigen und gelangte auf ein Podest. Hier habe ich manchmal meine Schultafel aufgestellt und mit meinen Freundinnen, die schon in die Schule gingen, gespielt. Sie zeigten mir, wie man die Buchstaben schreibt und auch was sie gerade im Rechenunterricht gelernt hatten. Das war wohl schon der erste Schritt zu meiner Lehrerausbildung.<br />
So und nun öffnen wir die Haustür:<br />
Man betrat einen Flur, der recht geräumig geschnitten war, zumindest in den Augen eines Kindes.  Linkerhand war das Badezimmer und auf der rechten Seite befand sich eine Holztreppe, die nach oben zu den Schlafräumen führte. Unter der Treppe gab es noch einen kleinen Abstellraum, den man durch eine Tür betreten konnte. Wenn ich recht überlege, weiß ich nicht, ob man sich beim Eintreten bücken musste. Ich musste es sicherlich nicht, aber die Erwachsenen vermutlich schon.<br />
Durchschritt man den Flur und ging einfach geradeaus, kam man in die Wohnküche. Ich erinnere mich an einen Esstisch mit Stühlen und unter dem Fenster stand ein Sofa, von dem ich Euch schon einmal berichtet habe. Dann gab es noch einen Küchenschrank und einen alten gußeisernen Herd, der die Stube beheizte und auf dem gekocht wurde. Opas Hund, genannt Bazi, hatte seinen Platz unter dem Herd, wo es immer schön warm war.<br />
Ein Spülbecken befand sich ebenfalls in der Küche, über dem ich meine beiden Lieblingspuppen auf den Namen Moni und Rita getauft habe.<br />
Der an die Küche angrenzende Raum war das Wohnzimmer. Ich erinnere mich an den Wohnzimmertisch und die Stühle, jedoch nicht mehr an den Schrank. Es gab einen Ölofen, eine Couch und einen Fernseher. In einer Ecke stand ein Sessel und an der Wand hing ein kleines Regal. Hierauf stand ein Bild meiner Omi, die leider als ich ungefähr zwei Jahre alt war, verstorben ist.<br />
Vom Wohnzimmer aus konnte man ein weiteres Zimmer betreten. Hierin stand ein Bett, wahrscheinlich auch ein Schrank, doch ich sehe nur noch das Bett. Hier lag meine Oma während ihrer schlimmen Krankheit, die ihr viele Schmerzen bereitete, so dass sie Morphium bekam.<br />
In das obere Stockwerk kam man über die Treppe im Flur, was ich ja schon erwähnt habe. Oben angekommen, befand sich geradeaus der Dachboden, den ich genauso ungern betrat wie den Keller des Hauses, der sehr niedrig und dunkel war und wo mein Opa eine kleine Bastelwerkstatt hatte.<br />
Links und rechts vom Dachboden befanden sich nur noch zwei Schlafräume.<br />
Möglicherweise gab es in dieser Etage noch eine kleine Abstellkammer, die aber nur gebückt betreten werden konnte. Hierbei bin ich mir allerdings nicht mehr ganz so sicher, ob diese Kammer tatsächlich existierte.<br />
Das Haus selbst war in einem zarten Grünton gestrichen und befand sich auf einem Grundstück mit Hof und Garten. Außerdem gab es noch ein großes Nebengebäude, wo sich auch in den ersten Jahren die Toilette befand.<br />
Egal, ob das Haus groß oder klein war, es war das Haus meines Opas und ich habe mich dort wohlgefühlt, bin dort gerne ein und aus gegangen. Ich habe dieses Haus einfach gemocht und ich bedauere noch heute, dass es nicht mehr existent ist. Wenn ich durch die Straße laufe, so schaue ich zwar hin, doch nur vor meinem geistigen Auge steht noch das Haus meines Großvaters.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/im-garten-meines-opas/">Im Garten meines Opas</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-sofa-der-kueche/">Das Sofa in der Küche</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/kindheitserinnerungen/">Kindheitserinnerungen</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>*Das Beitragsfoto habe ich in Erfurt in einem Schaufenster fotografiert. Der Künstler der Holzfigur ist mir unbekannt.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://lifetellsstories.de/grossvaters-haus/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>20</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">4226</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Purzel</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/purzel/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/purzel/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jul 2015 22:13:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Bauernhof]]></category>
		<category><![CDATA[Geburtstag]]></category>
		<category><![CDATA[Großmutter]]></category>
		<category><![CDATA[Großvater]]></category>
		<category><![CDATA[Kätzchen]]></category>
		<category><![CDATA[Katzchenbaby]]></category>
		<category><![CDATA[Purzel]]></category>
		<category><![CDATA[vermisst]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://lifetellsstories.de/?p=1618</guid>

					<description><![CDATA[Nina lebt mit ihren Eltern in Berlin, ist fünf Jahre und ein sehr hübsches Mädchen mit blonden Locken. Nur ein bisschen blass ist sie, denn sie hat gerade erst eine schwere Bronchitis überstanden und der Arzt meint, dass sie dringend eine Luftveränderung braucht. Die Mutter erinnert sich an ihre eigene Kindheit, in der sie mit ihren Eltern immer den Sommer auf dem Bauernhof des Ehepaars Berger in Bayern verbrachte. Sie stehen immer noch in Kontakt miteinander und schreiben sich hin und wieder Briefe. „Was meinst du, sollten wir mal bei den Bergers nachfragen, ob wir dieses Jahr die Sommerferien bei ihnen verbringen könnten?“, fragt sie ihren Mann eines Abends nachdem Nina schon im Bett liegt und schläft. „Daran habe ich auch schon gedacht, bestimmt tut ihr die Landluft und das Leben auf dem Bauernhof gut. Auch ich könnte ein wenig Entspannung brauchen und hätte auch nichts dagegen, den einen oder anderen Handgriff auf dem Bauernhof zu übernehmen.“ „Ich rufe gleich morgen mal bei den Bergers an!“, sagt die Mutter und freut sich schon auf das &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nina lebt mit ihren Eltern in Berlin, ist fünf Jahre und ein sehr hübsches Mädchen mit blonden Locken. Nur ein bisschen blass ist sie, denn sie hat gerade erst eine schwere Bronchitis überstanden und der Arzt meint, dass sie dringend eine Luftveränderung braucht. </strong></p>
<p><span class="dropcap">D</span>ie Mutter erinnert sich an ihre eigene Kindheit, in der sie mit ihren Eltern immer den Sommer auf dem Bauernhof des Ehepaars Berger in Bayern verbrachte. Sie stehen immer noch in Kontakt miteinander und schreiben sich hin und wieder Briefe.</p>
<p>„Was meinst du, sollten wir mal bei den Bergers nachfragen, ob wir dieses Jahr die Sommerferien bei ihnen verbringen könnten?“, fragt sie ihren Mann eines Abends nachdem Nina schon im Bett liegt und schläft.<br />
„Daran habe ich auch schon gedacht, bestimmt tut ihr die Landluft und das Leben auf dem Bauernhof gut. Auch ich könnte ein wenig Entspannung brauchen und hätte auch nichts dagegen, den einen oder anderen Handgriff auf dem Bauernhof zu übernehmen.“<br />
„Ich rufe gleich morgen mal bei den Bergers an!“, sagt die Mutter und freut sich schon auf das Gespräch mit den den Beiden und auf einen möglichen Urlaub auf deren Bauernhof.<br />
Die Bergers freuen sich riesig und überreden Ninas Eltern doch die ganzen Sommerferien bei ihnen zu verbringen. Das verspricht 6 Wochen Entspannung und Ruhe auf dem Bauernhof der Familie Berger.<br />
Bei der Ankunft gibt es ein großes Hallo und die Freude auf beiden Seiten ist unverkennbar. Da Nina die beiden inzwischen schon älteren Leutchen sehr sympathisch sind, rutscht ihr bei der Anrede ein „Großvater Berger“ und ein „Großmutter Berger“ heraus. Das leider kinderlose Ehepaar beschwichtigt sofort die Entschuldigungen von Ninas Eltern:<br />
„Lass mal“, sagt Herr Berger zu Ninas Mutter. „Wir duzen uns doch auch, da ist der Rest deiner Familie selbstverständlich mit eingeschlossen. Wir sind einfach nur glücklich, dass ihr da seid. Fühlt euch wohl und macht euch keine Gedanken um solche Förmlichkeiten.“<br />
„Nina blüht von Tag zu Tag mehr auf!“, stellt die Mutter eine Woche später fest, als sie bei Großmutter Berger mithilft das Abendbrot vorzubereiten.<br />
Ja, sie fühlen sich wohl hier, so als wären sie alle eine Familie. Nina darf bei Großvater Berger auf dem Traktor mitfahren und mit Großmutter Berger die Hühner und Schafe füttern. Das Landleben gefällt ihr sehr gut. Hier zwischen all den vielen Tieren und der gesunden Luft, ist schon nach einigen Tagen aus dem blassen Mädchen ein strahlendes Kind mit roten Wangen geworden. Singend springt sie über die Wiese und kommt mit einem großen Wiesenblumenstrauß ins Haus gelaufen:<br />
„Schaut her, was ich für euch habe!“, sagt sie zu ihrer Mutter und Großmutter Berger. Sie teilt den Strauß und reicht jeder Frau jeweils eine Hälfte.<br />
„Möchtest du mit mir Brot backen?“, fragt die Großmutter.<br />
„Oh ja, gerne!“, strahlt das Mädchen.<br />
Nina hat noch nie Brot gebacken. Ja, klar mit Mutter einen Kuchen, das hat sie schon oft gemacht. Großmutter Berger hat schon alles vorbereitet und zeigt Nina wie sie die Sonnenblumenkerne untermischen und wie sie den Teig formen muss. Aber genau wie Nina muss auch der Teig ein Weilchen ruhen. Am Abend dann darf das Mädchen diesen mit einem großen Schieber in den alten Steinbackofen schieben und ihn nach der Backzeit auch wieder heraus holen. Zum Abendbrot serviert sie dann stolz ihr selbstgebackenes Brot. Sie schafft drei Butterbrote und trinkt dazu ein Glas Milch. So froh und glücklich haben die Eltern ihre Nina lange nicht mehr erlebt. Und schon jetzt beschließen Vater und Mutter die nächsten Sommerferien wieder auf Bergers Bauernhof zu verbringen.<br />
Am nächsten Morgen wartet Großvater Berger schon ungeduldig auf das kleine Mädchen: „Wenn du gefrühstückt hast, kommst du mal zu mir in den Stall, ich muss dir dort nämlich etwas zeigen.“<br />
„Was willst du mir zeigen?“, fragt Nina neugierig, doch der Bauer meint nur:<br />
„Lass dich überraschen! Ich muss mich jetzt sowieso erst noch um die Kühe kümmern. Sie wollen nach dem Melken auf die Weide getrieben werden.“<br />
Und schon ist er durch die Tür nach draußen verschwunden. Nina ist total aufgeregt und rutscht die ganze Zeit während des Frühstücks unruhig auf ihrem Stuhl hin und her. So schnell sie nur kann, isst sie ihr Müsli und trinkt ihren Kakao.<br />
„Darf ich jetzt aufstehen?“, fragt sie die Eltern artig, die sich etwas mehr Zeit zum Frühstücken nehmen.<br />
„Na lauf schon!“, sagt die Mutter. „Und erzähl uns nachher, was der Großvater dir gezeigt hat.“<br />
Nina überlegt kurz, ob die Mutter vielleicht weiß, welche Überraschung Großvater Berger für sie bereithält. Sie entschließt sich jedoch nicht weiter nachzufragen, sondern eilt schnell hinaus in den Stall.<br />
„Großvater Berger!“, ruft sie schon von Weitem, doch sie kann ihn nirgends entdecken. Anscheinend ist er noch auf der Weide. Plötzlich hört sie jedoch seine Stimme:<br />
„Nina, komm zu mir. Ich bin hier hinten beim Heustapel. Aber sei leise, sonst erschrecken sie noch.“<br />
„Von wem spricht er? Wer erschrickt?“, fragt sie sich und geht auf den Heustapel zu, wo Großvater Berger auf der Erde kniet. Schlagartig werden ihr die Antworten auf ihre Fragen klar. Vor Großvater Berger liegen wie in einem kleinen Nestchen 3 kleine Katzenbabies bei ihrer Katzenmama Minka.<br />
„Sind die aber niedlich!“, ruft Nina aufgeregt aus.<br />
„Ja“, erklärt der Bauer. „Sie sind heute Nacht geboren und sie sind noch blind. Wir müssen uns ein bisschen um sie kümmern, denn Minka ist schon alt und hat nicht mehr genügend Milch für alle. Auch hat sie die Geburt ziemlich angestrengt.“<br />
Behutsam streicht der Bauer mit seiner Hand über die kleinen Kätzchen.<br />
„Müssen sie jetzt verhungern?“, fragt Nina mitleidig. „Nein, das darfst du nicht zulassen!“<br />
Schon kullern die Tränchen.<br />
„Nein Nina, ich hab schon mit Bauer Hubert telefoniert. Er kommt gleich und holt zwei Babies ab.“<br />
Erschrocken blickt Nina Großvater Berger mit großen verweinten Augen an.<br />
„Hab keine Angst, ihnen passiert nichts. Bauer Hubert hat auch eine Katze. Das Mienchen. Sie hat vor einer Woche ebenfalls Junge bekommen und wir werden alles tun, damit sie zwei unserer Babies mitsäugt. Das dritte kann unsere Minka selbst versorgen. Du darfst dir aussuchen, welches Kätzchen hier bei uns auf dem Hof bleiben darf.“<br />
„Und wenn das Mienchen die beiden Babies nicht haben will?“, möchte Nina wissen.<br />
„Dann müssen wir sie alle zwei Stunden mit einem kleinen Fläschchen füttern“, erklärt der Bauer.<br />
Nina sucht sich ein kleines Kätzchen aus, was ihr aber total schwer fällt, weil sie alle drei ganz süß findet. Und bald schon ist Bauer Hubert auch da.</p>
<p>Ich kann es euch ja verraten, sein Mienchen hat die Babies angenommen und sie trinken lassen. Minka hat dann das dritte Katzenbaby gesäugt.</p>
<p>Doch jetzt zurück zu Nina und dem kleinen Kätzchen:<br />
Nina läuft jeden Tag mehrmals zu Minka und ihrem Baby. Nach zehn Tagen öffnet es die Augen und von Tag zu Tag wird es größer, kräftiger und lebendiger. Nina gibt dem Kätzchen den Namen „Purzel“ und schenkt ihm ihre ganze Liebe. Doch auf einmal ist der Tag der Abreise da und Nina muss von Großvater und Großmutter Berger, aber auch von Purzel Abschied nehmen.<br />
„Wir passen gut auf Purzel auf und du kommst doch nächstes Jahr wieder. Wir schicken dir auch immer Fotos, damit du sehen kannst, wie er gewachsen ist. Jetzt braucht er jedoch noch seine Mutter …“<br />
Der Bauer lächelt Nina an und dann blinzelt er ihren Eltern zu. Doch davon merkt Nina nichts, denn sie verabschiedet sich ausgiebig von Purzel, der leise schnurrt und sich an Nina schmiegt.<br />
Wieder zu Hause, muss Nina viel an das Kätzchen denken. Sie vermisst es sehr.<br />
An ihrem Geburtstag klingelt der Postbote und bringt für Nina ein Päckchen.<br />
„Von Großmutter und Großvater Berger!“, ruft Nina freudig aus. Riesengroß ist die Freude als sie darin ein Fotoalbum mit ganz vielen Fotos von Minka und Purzel findet. Auf einem Foto sind sogar die anderen beiden Kätzchen mit Mienchen zu sehen.<br />
„Oh, ich vermisse den kleinen Purzel so! Meinst du Mama, er vermisst mich auch?“<br />
Noch bevor die Mutter antworten kann, klingelt es erneut an der Haustür.<br />
„Ich geh schon!“, ruft Nina ihrer Mutter zu, die in den Hausflur kommt. Einen Augenblick später reißt das Mädchen die Tür auf. Vor ihr stehen strahlend Großvater und Großmutter Berger. Nina fliegt ihnen in die Arme.<br />
„Alles Gute zum Geburtstag!“, sagen sie wie im Chor.<br />
Der Bauer tritt einen Schritt zurück, bückt sich und hebt seinen Strohhut von der letzten Treppenstufe auf.<br />
Nina wagt ihren Augen nicht zu trauen, denn sie erblickt Purzle in Großvater Bergers altem Strohhut.<br />
„Pass gut auf ihn auf!“, sagt der Bauer und die Bäuerin meint:<br />
„Er hat dich genauso vermisst wie du ihn.“</p>
<p>Vielleicht gefallen Euch auch noch diese Geschichten:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/auf-allen-vieren/">Auf allen Vieren</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/familienzuwachs/">Familienzuwachs</a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://lifetellsstories.de/purzel/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>13</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">1618</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Tim und Tom</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/tim-und-tom/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/tim-und-tom/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2015 22:11:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Figur]]></category>
		<category><![CDATA[Garten]]></category>
		<category><![CDATA[Gartenzwerg]]></category>
		<category><![CDATA[Großvater]]></category>
		<category><![CDATA[Hand]]></category>
		<category><![CDATA[Pfeife]]></category>
		<category><![CDATA[Tim und Tom]]></category>
		<category><![CDATA[Zauberer]]></category>
		<category><![CDATA[Zipfelmütze]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://lifetellsstories.de/?p=1186</guid>

					<description><![CDATA[Tim wohnt mit seinen Eltern im selben Haus wie die Großeltern. Es ist ein großes Haus, in dem zwei Familien ausreichend Patz haben. Unten ist die Wohnung von Opa und Oma. Oben leben Tim und seine Eltern. Der Gemüsegarten wird hauptsächlich von den Großeltern bewirtschaftet. Tims Vater allerdings kümmert sich um den Rasen, um die Obstbäume und die Sträucher. Tims Mutter pflügt die Erdbeeren, außerdem macht sie die Gurken und Bohnen ein. So hat jeder etwas zu tun. Und die Aufgaben rund um das Jahr sind verteilt. Heute ist der vierjährige Tim ganz aufgeregt und hüpft von einem Bein auf das andere. „Opa?“, fragt er. „Bekomme ich wirklich ganz alleine für mich ein eigenes Beet und darf ich da auch alles pflanzen, was ich möchte?“ „Ja, na klar, bekommst du ein eigenes Beet“; schmunzelt der Großvater. „Aber erst einmal müssen wir uns heute um Großmutters Blumenbeet kümmern. Schau mal, dort die schönen roten Knospen. Bald werden die Pfingstrosen blühen. Doch wir müssen sie auch tüchtig gießen, damit sie wachsen können und ihre Knospen aufspringen. Auch &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tim wohnt mit seinen Eltern im selben Haus wie die Großeltern. Es ist ein großes Haus, in dem zwei Familien ausreichend Patz haben. Unten ist die Wohnung von Opa und Oma. Oben leben Tim und seine Eltern. Der Gemüsegarten wird hauptsächlich von den Großeltern bewirtschaftet. Tims Vater allerdings kümmert sich um den Rasen, um die Obstbäume und die Sträucher. Tims Mutter pflügt die Erdbeeren, außerdem macht sie die Gurken und Bohnen ein. So hat jeder etwas zu tun. Und die Aufgaben rund um das Jahr sind verteilt.</strong></p>
<p><span class="dropcap">H</span>eute ist der vierjährige Tim ganz aufgeregt und hüpft von einem Bein auf das andere.<br />
„Opa?“, fragt er. „Bekomme ich wirklich ganz alleine für mich ein eigenes Beet und darf ich da auch alles pflanzen, was ich möchte?“<br />
„Ja, na klar, bekommst du ein eigenes Beet“; schmunzelt der Großvater. „Aber erst einmal müssen wir uns heute um Großmutters Blumenbeet kümmern. Schau mal, dort die schönen roten Knospen. Bald werden die Pfingstrosen blühen. Doch wir müssen sie auch tüchtig gießen, damit sie wachsen können und ihre Knospen aufspringen. Auch müssen wir die Erde ein wenig aufhacken.“<br />
Der Großvater öffnet die Tür des Gartenhauses und stöbert im Regal so lange, bis er fündig wird. Er reicht Tim ein kleines buntes Gießkännchen und eine kleine Hacke.<br />
„So nun bist du ein richtiger Gärtner und wir können uns gemeinsam an die Arbeit machen!“<br />
Doch Tim hat in dem Regal etwas entdeckt, das seine Aufmerksamkeit erregt. Er zupft an Opas Hosenbein, deutet auf das zweite Regalbrett von unten und fragt:<br />
„Darf ich den auch haben?“<br />
Der Großvater weiß zunächst nicht, was Tim meint, doch dann entdeckt er den alten Gartenzwerg, der Pfeife rauchend auf dem Regalbrett steht.<br />
„Na sicher kannst du den haben. Er ist nur schon ein wenig in die Jahre gekommen. Er stammt noch aus der Kindheit deines Vaters, als der etwa so alt war wie du jetzt.“<br />
Irgendwie sieht er total lieb aus mit seiner grünen Gärtnerhose und der roten Zwergenmütze, findet Tim. Auch wenn die Farbe an manchen Stellen schon etwas gelitten hat, macht er insgesamt gesehen noch einen recht guten Eindruck. Und das Schönste an ihm ist sein weißer langer Bart, wie er eben zu einem richtigen Gartenzwerg gehört.<br />
Tim holt den Zwerg aus dem Regal und bringt ihn zu Großmutters Blumenbeet. Dort stellt er ihn zwischen die Pfingstrosen und eine Pflanze, an der ganz viele kleine rote Herzen hängen. Oma hat ihm einmal erzählt, dass man diese Pflanze „das tränende Herz“ nennt, weil ihre herzförmigen kleinen Blüten so aussehen, als würde eine Träne von ihnen herunter fallen.<br />
„So“, sagt Tim zu dem Gartenzwerg. „Du passt jetzt gut auf die Blumen auf und sagst mir sofort Bescheid, wenn irgendetwas nicht in Ordnung ist!“<br />
„Mach ich doch glatt!“, antwortet der Gartenzwerg und zwinkert Tim mit einem Auge zu.<br />
Erschrocken springt der Junge zur Seite und schüttelt den Kopf.<br />
Nein, das hat er jetzt sicherlich geträumt, denn Gartenzwerge können gar nicht reden. Das ist doch total lächerlich, sie sind doch keine Menschen.<br />
„Nur Menschen können reden“, überlegt sich Tim gerade, als der kleine Winzling munter weiter plappert:<br />
„Ich heiße übrigens Tom!“<br />
Der Junge reibt sich zuerst die Augen und dann zieht er vorsichtig an seinem rechten und an seinem linken Ohr. Irgendetwas scheint hier nicht zu stimmen.<br />
„Und du bist der Tim, stimmt’s!?“<br />
Vorsichtig beugt sich der Junge zu der Figur hinunter.<br />
„Kannst du wirklich reden?“, fragt er leise, nachdem er sich nach allen Seiten hin vergewissert hat, dass ihn niemand sehen und hören kann.<br />
„Ja“, kommt die Antwort des zarten Stimmchens. „Aber nur auserwählte Menschen können uns Gartenzwerge an ganz bestimmten Tagen hören. Du bist ein solches Menschenkind und heute ist es wieder einmal soweit.“<br />
Der Zwerg zieht an seiner Pfeife und bläst Tim den Tabakrauch ins Gesicht. Dieser muss ein wenig husten, räuspert sich dann und richtet gleich zwei neue Fragen an den Winzling:<br />
„Wo kommst du her und wo sind denn alle anderen Gartenzwerge aus deiner Familie?“<br />
„Ach“, meint Tom. „Das ist eine lange Geschichte. Willst du sie hören?“<br />
Und ob das der Junge will. Er nickt zur Bestätigung mehrmals kräftig mit dem Kopf.<br />
„Alles fing kurz nach meiner Geburt vor genau dreihundertachtundsiebzig Jahren an“, erklärt Tom.<br />
Tim setzt sich im Schneidersitz vor den Gartenzwerg. Auch in seinem Zimmer setzt er sich immer auf den Teppich, wenn ihm der Großvater etwas aus seiner eigenen Kindheit erzählt.<br />
„Damals passte meine Mutter einen Moment lang nicht auf mich auf und schon war ich verschwunden. Eigentlich wollte ich nur mal ein paar Schritte um die Ecke laufen. Gartenzwerge können nämlich schon gleich nach der Geburt laufen“, erzählt der niedliche kleine Tom.<br />
„Ja und dann habe ich mich ganz fürchterlich verlaufen. Ich wusste einfach nicht mehr, wie ich in meinen Heimatgarten zurück komme.“</p>
<p>Der kleine Zwerg Tom sieht plötzlich aus, als wolle er weinen. Aber er erzählt trotzdem weiter:<br />
„Ich war sehr traurig. Rufen und Weinen half mir auch nicht weiter. Also blieb ich einfach stehen und hoffte, dass meine Mutter mich wieder finden würde.“<br />
Tim hört gespannt der Erzählung des Gartenzwerges zu, dessen Erlebnis ihn ebenfalls total traurig macht. Er hätte auch Angst und würde weinen, wenn er seine Mutter nicht mehr finden könnte, das weiß Tim ganz sicher. Sanft streicht er mitfühlend über den kleinen Zwerg, der aber sofort weiter plappert:<br />
„Als ich so wartete und wartete, sah ich plötzlich, dass jemand vor mir stand. Ich sah nach oben und blickte in ein grimmiges Gesicht. Es war der böse Gartenzwergzauberer, vor dem wir uns alle fürchten. Ich wollte flüchten, doch er hielt mich einfach fest.“<br />
Tim schlägt vor Schreck seine Hand vor den Mund. Seine Augen sind weit aufgerissen. Er ist wie gebannt und blickt sich schnell um, ob auch der böse Gartenzwergzauberer nirgendwo in der Nähe ist.<br />
„Und dann?“, fragt er ganz aufgeregt.<br />
„Dann hat er das Zaubersalz über mich gestreut und es war um mich geschehen. Ich bin einfach erstarrt. Ich konnte nicht mehr weglaufen. Aber das Schlimmste ist, dass es seither allen Gartenzwergen ebenso ergeht. Deshalb stehen wir immer nur unbeweglich, stumm und still in den Vorgärten.“<br />
Tim sitzt vor dem Gartenzwerg im Gras und fragt ihn:<br />
„Bist du tatsächlich schon so alt?“<br />
„Naja“, zwinkert ihm der Zwerg zu. „Ich habe heute sogar Geburtstag. Und als Geburtstagsgeschenk darf ich an diesem Tag für ein paar Minuten mit einem Menschenkind sprechen. Ich kann dir heute sogar einen Wunsch erfüllen. Du musst mir nur sagen, was du dir wünschst!“<br />
Jetzt ist Tim an der Reihe sprachlos zu sein. Einen Wunsch! Vater sagt immer, dass Tim eine ganze Menge Wünsche hat. Aber komisch, jetzt im Moment fällt ihm kein einziger Wunsch ein. Tim zieht seine Stirn in Falten. Das hat er bei Großvater gesehen. Er macht es nämlich immer, wenn er ganz scharf nachdenkt. Also denkt jetzt Tim auch ganz angestrengt nach.<br />
Und!? Halt! Da ist doch etwas, das er noch niemand verraten hat.<br />
„Sag es mir ganz schnell“, ermahnt ihn der Gartenzwerg Tom. „Meine Kräfte lassen schon nach!“<br />
Tom kann nur noch flüstern und auch seine kleine Pfeife raucht nur noch ein wenig.<br />
„Schnell, schnell!“, flüstert der Gartenzwerg. „Sag es mir geschwind oder denk ganz fest daran, sonst klappt es nicht mehr!“<br />
„Ich wünsche mir so sehr einen kleinen…“<br />
Das Pfeifchen ist erloschen. Es raucht nicht mehr und auch Tom der Gartenzwerg lächelt ihn nur stumm an, als sei nichts geschehen.<br />
Tim reibt sich seine Augen.<br />
„Hat er das alles eben nur geträumt oder hat der Gartenzwerg tatsächlich mit ihm gesprochen?“, fragt er sich insgeheim.<br />
Schade, er hat seinen Wunsch nicht mehr aussprechen können.<br />
Was hat er sich wohl gewünscht? Ihr seid neugierig geworden? Soll ich es euch verraten? Nein! Das müsst ihr schon selbst heraus finden.<br />
Schaut her, gerade nimmt Tim die kleine Figur mit der roten Zipfelmütze hoch, als ihn etwas winselnd an der Hand leckt…</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht wollt Ihr auch noch diese Geschichten lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/1174-knut-knopf/">Knut Knopf</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/mit-schaufel-und-eimer/">Mit Schaufel und Eimer</a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://lifetellsstories.de/tim-und-tom/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>12</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">1186</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Der gekaufte Bräutigam</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/der-gekaufte-braeutigam/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/der-gekaufte-braeutigam/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 May 2015 22:23:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Bräutigam]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Großvater]]></category>
		<category><![CDATA[heiraten]]></category>
		<category><![CDATA[Heiratsantrag]]></category>
		<category><![CDATA[kaufen]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://lifetellsstories.de/?p=910</guid>

					<description><![CDATA[Neulich habe ich Euch die Geschichte von Mopsi und Filou erzählt. Der selbe nette ältere Herr und eifrige Leser meines Blogs, der mir für diese Geschichte die Idee lieferte, beschrieb mir in einem anderen Brief noch eine weitere lustige und wahre Begebenheit. Ich habe wiederum eine Geschichte daraus gemacht, in welcher der inzwischen achtjährige Flori, der Großvater und selbstverständlich die allseits beliebte Mopsi mitspielen. Flori und seine Eltern sind heute bei Großvater zu Besuch. Während die Mutter in der Küche ihres Vaters steht und dessen Wäsche bügelt, kümmert sich ihr Mann um Opas alten Rasenmäher. Dieser muss dringend einer Inspektion unterzogen werden. Währenddessen gehen Flori und der Großvater mit Mopsi Gassi. Mopsi macht seit der schmerzhaften Bekanntschaft mit der Katze ganz kleinlaut und mit eingezogenem Stummelschwänzchen immer einen großen Bogen um diese Tiere. Auch heute läuft sie artig drei Schritte vor Flori, der sie an der Leine festhält. „Opa wollen wir nicht Mama und Papa mit einem leckeren Kuchen überraschen?“ schlägt Flori vor, als sie an Großvaters Lieblingsbäckerladen vorbeikommen. „Ja, du hast Recht, dann kann &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neulich habe ich Euch die Geschichte von Mopsi und Filou erzählt. Der selbe nette ältere Herr und eifrige Leser meines Blogs, der mir für diese Geschichte die Idee lieferte, beschrieb mir in einem anderen Brief noch eine weitere lustige und wahre Begebenheit. Ich habe wiederum eine Geschichte daraus gemacht, in welcher der inzwischen achtjährige Flori, der Großvater und selbstverständlich die allseits beliebte Mopsi mitspielen.</strong></p>
<p><span class="dropcap">F</span>lori und seine Eltern sind heute bei Großvater zu Besuch. Während die Mutter in der Küche ihres Vaters steht und dessen Wäsche bügelt, kümmert sich ihr Mann um Opas alten Rasenmäher. Dieser muss dringend einer Inspektion unterzogen werden. Währenddessen gehen Flori und der Großvater mit Mopsi Gassi. Mopsi macht seit der schmerzhaften Bekanntschaft mit der Katze ganz kleinlaut und mit eingezogenem Stummelschwänzchen immer einen großen Bogen um diese Tiere. Auch heute läuft sie artig drei Schritte vor Flori, der sie an der Leine festhält.<br />
„Opa wollen wir nicht Mama und Papa mit einem leckeren Kuchen überraschen?“ schlägt Flori vor, als sie an Großvaters Lieblingsbäckerladen vorbeikommen.<br />
„Ja, du hast Recht, dann kann ich mich damit gleich bei deinen Eltern für ihre Mühe bedanken, die sie sich immer machen. Ich bin so froh, dass deine Mutter sich um meine Wäsche kümmert, seitdem deine Oma nicht mehr da ist“, sagt Opa und wischt sich mit der Hand über die Augen. Flori weiß, dass der Großvater die Oma mindestens so sehr vermisst, wie er selbst. Deshalb legt er tröstend seine kleine Hand in die des Großvaters und meint:<br />
„Mama macht das doch gerne!“<br />
„Ja, ich weiß“, nickt der Großvater. „Lieb ist es auch, dass dein Vater mir den alten Rasenmäher wieder flott macht. Früher habe ich das ja alles selber gemacht. Aber weißt du Flori, wenn man so alt ist wie ich, dann wollen die Augen nicht mehr so richtig und meine Finger sind auch schon ein wenig steif“, erklärt der Großvater seinem Enkel.<br />
„Ach mach dir nichts daraus“, tröstet Flori. „Mein Freund Max hat auch eine Brille bekommen und der ist viel jünger als du. Wenn er die nicht trägt, dann kann er die Buchstaben und Zahlen in den Schulbüchern überhaupt nicht erkennen. Mit Brille kann er wieder besser lesen und rechnen und neulich hat er sogar das beste Diktat geschrieben.“<br />
Der Großvater streichelt seinem Enkel zärtlich über dessen Haare und fordert ihn auf:<br />
„Na komm, du darfst beim Bäcker die Kuchenstücke aussuchen!“<br />
Flori wählt für den Vater ein Stück Schwarzwälderkirschtorte, für die Mutter ein Stück Eierlikörtorte, für sich ein großes Stück vom Mamorkuchen und der Großvater entscheidet sich für den Quarksahnemandarinenkuchen. Da Mopsi keinen Süßkram essen darf, bekommt sie später zu Hause einen leckeren kleinen Fleischknochen, den hat der Großvater heute Morgen extra noch beim Metzger geholt.<br />
Großvater lässt sich von der Bäckersfrau noch einen Laib Brot einpacken und bezahlt dann. Plötzlich bemerkt er, dass auch Flori nach irgendetwas in seiner Hosentasche kramt und schließlich einen Fünfeuroschein heraus zieht und sich ein Softeis kaufen will.<br />
„Woher hast du denn soviel Geld?“, fragt er seinen Enkel, als sie wieder auf dem Bürgersteig vor dem Laden stehen. Er löst Mopsis Leine von dem Haken, der extra für wartende Hunde an der Hauswand angebracht wurde und blickt Flori erwartungsvoll an.<br />
„Ach das, &#8211; das hab ich…na ja, &#8211;  das war noch in meiner Hosentasche…  &#8211; ich weiß nicht…“<br />
Foris Blick ist gesenkt und er kickt verlegen ein Steinchen vom Gehweg.<br />
„Jetzt aber mal raus mit der Sprache und druckse nicht so rum!“<br />
„Also…“<br />
„Ja, &#8211; also?“, drängt der Großvater weiter.<br />
„Das hat mir die Franziska gegeben“, gibt er endlich sichtbar verlegen dem Drängen des Großvaters nach.<br />
„Wieso gibt dir deine Schulkameradin einfach Geld?“, erkundigt sich der Opa weiter und auf einmal sprudelt es aus Flori heraus:<br />
„Sie will mich heiraten!“, gesteht er dem verdutzten Großvater, der aber jetzt erst recht alles ganz genau wissen will. Flori ist inzwischen total verlegen und wird sogar ein bisschen rot, aber er erzählt seinem Großvater schließlich doch die etwas seltsame Angelegenheit. Zunächst etwas stockend beginnend, sagt er:<br />
„In unserer Klasse gibt es hauptsächlich Mädchen. Es sind 12 Mädchen, aber nur 7 Jungs. Die Mädchen wollen immer gleich heiraten. Mich wollen auch viele Mädchen heiraten. Sie haben mir dann Süßigkeiten geschenkt, damit ich sie auch heiraten will. Und Franziska hat mir sogar einen ganz langen Brief geschrieben und darin lag das Geld.“<br />
Der Großvater hat Flori genau zugehört und meint:<br />
„Aber einen Bräutigam kauft man sich nicht. Wenn man einen Heiratsantrag macht, dann sollte man diese Person auch lieben und von dieser auch geliebt werden. Liebe kann man nämlich nicht kaufen.“<br />
Flori scheinen Opas Worte nachdenklich gemacht zu haben, denn er läuft mit leicht gesenktem Kopf weiter. Als sie vor Opas Haustür stehen, meint er ein bisschen kleinlaut:<br />
„Bitte Opa, sag nichts zu Mama und Papa. Die schimpfen sonst vielleicht mit mir! Bitte Opa, das musst du mir ganz fest versprechen und was man versprochen hat, das muss man auch halten.“<br />
„Flori, ich verspreche dir, nichts zu verraten, aber das Geld musst du schon wieder zurückgeben. Das solltest du mir versprechen!“<br />
„Aber ich habe mir doch schon ein Eis gekauft!?“, erklärt Flori und sein schlechtes Gewissen ist ihm regelrecht ins Gesicht geschrieben.<br />
„Dann wirst du wohl ein bisschen von deinem Taschengeld sparen müssen, damit du ihr alles wiedergeben kannst.“<br />
Flori und Opa nehmen sich gegenseitig ein Versprechen ab: Opa wird nichts den Eltern verraten und Flori wird der verliebten Franziska das Geld komplett wieder zurückzahlen. Danach gehen sie ins Haus und keiner von beiden verliert mehr ein Wort über diese Sache.<br />
Aber wie das im Leben eben so ist, irgendwann kommt alles raus. So auch diese Sache vom gekauften Bräutigam. Und das dauert gar nicht so lange. Eigentlich passiert es direkt schon am nächsten Morgen.<br />
„Flori, ich habe dir auf die eine Hälfte deines Schulbrotes Käse gelegt und auf die andere Schinken mit Gurke und Tomate. Möchtest du auch noch eine Banane mitnehmen?“, fragt die Mutter und öffnet Floris Schulranzen, um die Brotbüchse zu verstauen. Sie schiebt das Lesebuch etwas zur Seite, um Platz für die Brotbüchse zu machen und hält auf einmal einen Geldschein in der Hand.<br />
„Florian!“</p>
<p>Schon an der Tatsache, dass Mutter Flori mit seinem richtigen und offiziellen Namen anspricht, lässt den Jungen erkennen, dass es um etwas Ernstes geht. Erschrocken und fragend blickt er die Mutter an.<br />
„Woher hast du diese 10 Euro?“<br />
Flori weiß, dass es jetzt keine Ausreden mehr gibt. Er muss die Wahrheit beichten:<br />
„Franziska aus meiner Klasse hat mir 15 Euro gegeben.“<br />
Er sieht Mutters strengen Blick und so berichtet er kleinlaut:<br />
„Sie hat mir in einem Brief einen Heiratsantrag gemacht und da lag auch das Geld dabei.“<br />
Noch bevor die Mutter irgendetwas sagen kann, erklärt er:<br />
„Den Brief habe ich weggeworfen und dann hab ich mir gestern ein Eis gekauft.“<br />
Flori öffnet seine Hand, in der einige Münzen liegen und ganz schnell fügt er noch hinzu:<br />
„Aber ich gebe Franziska alles wieder,- Opa meint auch, das soll ich unbedingt machen. Die Franziska soll sich einen anderen Bräutigam suchen und dem das Geld geben.“<br />
Voller Inbrunst gesteht er der Mutter seine Gefühle:<br />
„Ich will die Franziska nämlich nicht heiraten. Ich will überhaupt noch nicht heiraten.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://lifetellsstories.de/der-gekaufte-braeutigam/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>10</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">910</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Santa Claus</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/santa-claus/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/santa-claus/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Dec 2014 17:15:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weihnachten & Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Flugzeug]]></category>
		<category><![CDATA[Großvater]]></category>
		<category><![CDATA[Mützen]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbar]]></category>
		<category><![CDATA[Opa]]></category>
		<category><![CDATA[Santa Claus]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer]]></category>
		<category><![CDATA[Temperaturen]]></category>
		<category><![CDATA[Thailand]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsfeiertag]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Winter]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://lifetellsstories.de/?p=237</guid>

					<description><![CDATA[Wir sind wieder zurück in Deutschland, genauer gesagt in Berlin Tegel. Die Türen des Flugzeuges öffnen sich und wir treten hinaus. Wurden wir vor fast drei Wochen in Thailand von Temperaturen von über 30 Grad empfangen, so herrscht hier das andere Extrem vor. Der Pilot hatte uns bereits vorgewarnt, dass hier die Temperaturen um den Nullpunkt liegen. Trotzdem sind wir nahezu geschockt.  Sind zwei Grad wirklich so extrem kalt?“, frage ich, erwarte aber eigentlich keine Antwort, denn ich spüre es sozusagen am eigenen Leib. „Gut, dass wir schon vor dem Ausstieg in unsere Winterjacken geschlüpft sind“, denke ich nur und sehe zu, dass ich schnellstmöglich in dem Bus Platz finde, der uns von unserer Vorfeldposition zum Flughafengebäude bringt. Am Gepäckband werfe ich einen Blick auf den Monitor, auf dem einige Tagesnachrichten im Überblick erscheinen und stelle mit Schrecken fest: Übermorgen ist ja schon der erste Advent. Ich habe das Gefühl als seien wir mit katapultartiger Geschwindigkeit vom Hochsommer in den Winter geschleudert worden. Klar, in Bangkok war auch schon alles weihnachtlich geschmückt und man konnte &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir sind wieder zurück in Deutschland, genauer gesagt in Berlin Tegel. Die Türen des Flugzeuges öffnen sich und wir treten hinaus. Wurden wir vor fast drei Wochen in Thailand von Temperaturen von über 30 Grad empfangen, so herrscht hier das andere Extrem vor. Der Pilot hatte uns bereits vorgewarnt, dass hier die Temperaturen um den Nullpunkt liegen. Trotzdem sind wir nahezu geschockt. </strong></p>
<p><span class="dropcap">S</span>ind zwei Grad wirklich so extrem kalt?“, frage ich, erwarte aber eigentlich keine Antwort, denn ich spüre es sozusagen am eigenen Leib.<br />
„Gut, dass wir schon vor dem Ausstieg in unsere Winterjacken geschlüpft sind“, denke ich nur und sehe zu, dass ich schnellstmöglich in dem Bus Platz finde, der uns von unserer Vorfeldposition zum Flughafengebäude bringt.<br />
Am Gepäckband werfe ich einen Blick auf den Monitor, auf dem einige Tagesnachrichten im Überblick erscheinen und stelle mit Schrecken fest:<br />
Übermorgen ist ja schon der erste Advent. Ich habe das Gefühl als seien wir mit katapultartiger Geschwindigkeit vom Hochsommer in den Winter geschleudert worden.<br />
Klar, in Bangkok war auch schon alles weihnachtlich geschmückt und man konnte aus dem ein oder anderen Lautsprecher Weihnachtslieder vernehmen, aber so richtig ins Bewusstsein gerückt, ist uns die Weihnachtszeit dort nicht. Wie sollte das auch bei solchen Temperaturen der Fall sein?<br />
„Ich bin sozusagen vom Spagettiträgerkleid in den Wintermantel geschlüpft. Das ist schon ein seltsames Gefühl“, kommentiere ich den Temperaturunterschied. „Aber trotzdem ist der Weihnachtsmarkt am Sonntag Pflicht für uns.“<br />
Wir schaffen es dann am Adventssonntag auch gerade einmal vom Auto bis zum ersten Stand, an dem Mützen, Handschuhe und Schals verkauft werden. Dort stellen wir uns sofort in der Schlange an und erstehen jeder eine schöne warme Wintermütze.<br />
„Das tut meinen Ohren richtig gut“, erklärt Peter und ein Mann neben uns meint zu seiner Frau: „Perfekt, jetzt ist mir wieder warm.“<br />
So ausgerüstet schaffen wir es auch tatsächlich über den Weihnachtsmarkt nicht gerade zu schlendern, aber zügigen Schrittes ihn von einem Ende zum anderen zu überqueren. Danach zieht es uns magisch in das nächste Café.<br />
„Ich brauche jetzt einen schönen warmen Kaffee!“, stellt Peter fest und spricht mir dabei fast aus der Seele. Nur fast, weil ich Teetrinker bin.<br />
Mein Mann setzt seine neuerstandene Mütze ab und ich muss grinsen, woraufhin er mich nach dem Grund fragt.<br />
„Deine kurzen Haare haben mich nur gerade an den Friseurbesuch in Bangkok erinnert. Da hast du mit dem roten Handtuch um den Kopf und deinem weißen Bart ausgesehen wie Santa Claus höchstpersönlich.“<br />
Jetzt ist das Grinsen auf sein Gesicht gewandert:<br />
„Das ist ja auch mein Großvater“, sagt er sehr überzeugend.<br />
„Ich denke, das war Albert Einstein, dessen Foto hast du doch als Kind immer in deiner Geldbörse gehabt und irgendwann hat dich ein Klassenkamerad mal gefragt, ob das dein Opa sei“, erinnere ich mich an eine frühere Erzählung von Peter.<br />
„Na klar“, erklärt mir Peter. „Man hat immer zwei Großväter. Der eine war also Albert Einstein und der andere eben Santa Claus.“<br />
„Sag mal, war in deinem Kaffee ein großer Schuss Alkohol drin?“, frage ich ihn.<br />
„Kannst du dich denn nicht mehr erinnern?“, fragt mich Peter zurück und als er mein ratloses Gesicht sieht, fügt er hinzu:<br />
„Denk mal an deinen Heimtrainer und den Nachbarn deiner Eltern!“<br />
„Spielst du auf diese Geschichte vor über dreißig Jahren an?“, frage ich ihn, weil ich mich dunkel an etwas Lustiges erinnern kann. Peter anscheinend auch, denn er beginnt schon zu erzählen:<br />
„Es war glaube ich am ersten Weihnachtsfeiertag und ich war mit meinem Auto, einem Käfer, unterwegs zu dir und deinen Eltern.“<br />
„Stimmt“, bestätige ich ihn. „Damals waren wir noch Studenten, noch nicht verheiratet und feierten den Heiligen Abend jeder bei den eigenen Eltern.“<br />
Am ersten Weihnachtsfeiertag waren wir bei meinen Eltern und den zweiten verbrachten wir bei Peters Eltern. So war alles gerecht aufgeteilt.<br />
„Ich hatte damals einen Heimtrainer für dich zu Weihnachten gekauft und wollte ihn dir in einer originellen Art und Weise schenken. Deshalb kam ich auf die Idee mit dem Santa Claus“, ruft Peter die Ereignisse wieder zurück in sein Gedächtnis.<br />
„Hast du nicht sogar einen Pappweihnachtsmann gebastelt?“, frage ich ihn und auch bei mir erscheinen wieder die Bilder von damals vor meinem geistigen Auge. „Er sah richtig gut aus und du hast ihn auf den Heimtrainer gesetzt.“<br />
„Ich habe mir auch große Mühe gegeben und ihn in einen Bademantel gehüllt und gut ausgestopft.“<br />
„Und einen langen weißen Bart hatte er auch!“, erinnere ich mich.<br />
„Auf dem Heimtrainer saß er aber erst bei euch zu Hause“, erklärt Peter mir. „Da ich nicht wusste, wie ich ihn die 15 Kilometer von meinem Elternhaus zu deinem Zuhause transportieren sollte, ohne dass er Blessuren erleidet, habe ich ihn kurzerhand auf den Beifahrersitz meines Käfers gesetzt.“<br />
Die Erinnerungen sind auch jetzt bei mir wieder vollständig vorhanden: Peter klingelte damals an unserer Haustür, begrüßte mich und meine Eltern, bat aber mich für einen Moment in mein Zimmer zu verschwinden, weil er eine Überraschung für mich hatte. So schleppte er alles heimlich ins Haus und baute den Heimtrainer mit dem Weihnachtsmann bei uns im Wohnzimmer auf. Sowohl meine Eltern als auch ich hatten viel Spaß bei dieser gelungenen Überraschung.<br />
Nach dem Kaffeetrinken mit Christstollen ( den Peter noch heute zur Weihnachtszeit immer und überall vorgesetzt bekommt, weil er ihn angeblich so gerne mag ) ging Peter noch einmal nach draußen, um seine Geschenke ins Auto zu packen und danach den Bürgersteig vom Schnee zu befreien.<br />
„Schöne Weihnachten“, wünschte er dem Nachbarn meiner Eltern, der ebenfalls gerade dabei war den Schnee vom Gehweg zu schieben.<br />
„Danke! Euch auch schöne Feiertage!“<br />
Ein Wort gab das andere und schon waren die beiden Männer in ein Gespräch vertieft. Der Nachbar,der sich bereits im Rentenalter befand und mit seiner Frau alleine im Haus gegenüber lebte, war immer dankbar für ein bisschen Abwechslung. Anscheinend hatte er heute schon am Fenster gesessen und in das winterliche Treiben hinausgeschaut, denn er machte plötzlich die Feststellung:<br />
„Ich habe vorhin deinen Opa im Auto sitzen gesehen. Das ist ja schön von dir, dass du ihn mitgebracht hast. Wahrscheinlich sitzt er jetzt drinnen am Kaffeetisch.“<br />
Peter war zunächst etwas erstaunt, doch dann wurde ihm klar, wen der Nachbar in seinem Auto hatte sitzen sehen.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://lifetellsstories.de/santa-claus/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">237</post-id>	</item>
	</channel>
</rss>
