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	<title>Hunger &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Das fliegende Ei</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Apr 2023 14:28:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten & Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[Besuch]]></category>
		<category><![CDATA[Ei]]></category>
		<category><![CDATA[Flug]]></category>
		<category><![CDATA[Hunger]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir sitzen im Flieger von Teneriffa zurück nach Berlin. Schade, denn wir lassen das schöne sonnige Wetter zurück und tauschen es gegen Temperaturen von ungefähr 6 Grad ein, allerdings mit der Hoffnung auf Sonnenschein an Ostern. Ich überlege, welche Geschichte aus unserem Leben zum Osterfest passen könnte, aber da hilft mir Peter auf die Sprünge. Es gibt eine lustige Begebenheit aus der Familie meines Vaters, die ich allerdings auch nur aus Erzählungen kenne. Es ist also sozusagen eine alte familiäre Überlieferung.“ „Und das ist eine Ostergeschichte?“, frage ich zurück. „Das kann ich dir jetzt nicht sagen, aber es geht um ein fliegendes Ei.“ Logisch, dass ich jetzt neugierig werde, denn fliegende Eier kenne ich nicht. Seinem schelmischen Grinsen merke ich jedoch an, dass ich vielleicht den Ausspruch nicht ganz so wörtlich nehmen sollte. „Das ist jetzt aber kein nachträglicher Aprilscherz, oder?“ „Nein, nein. Pass mal auf!“, beginnt Peter mir diese Geschichte zu erzählen. Er beschreibt eine Szene, die ich mir nun auch bildlich genau vorstellen kann. Sein Vater Heinz, der damals wohl selbst noch ein &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir sitzen im Flieger von Teneriffa zurück nach Berlin. Schade, denn wir lassen das schöne sonnige Wetter zurück und tauschen es gegen Temperaturen von ungefähr 6 Grad ein, allerdings mit der Hoffnung auf Sonnenschein an Ostern. Ich überlege, welche Geschichte aus unserem Leben zum Osterfest passen könnte, aber da hilft mir Peter auf die Sprünge.</strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>s gibt eine lustige Begebenheit aus der Familie meines Vaters, die ich allerdings auch nur aus Erzählungen kenne. Es ist also sozusagen eine alte familiäre Überlieferung.“</p>
<p>„Und das ist eine Ostergeschichte?“, frage ich zurück.<br />
„Das kann ich dir jetzt nicht sagen, aber es geht um ein fliegendes Ei.“<br />
Logisch, dass ich jetzt neugierig werde, denn fliegende Eier kenne ich nicht. Seinem schelmischen Grinsen merke ich jedoch an, dass ich vielleicht den Ausspruch nicht ganz so wörtlich nehmen sollte.<br />
„Das ist jetzt aber kein nachträglicher Aprilscherz, oder?“<br />
„Nein, nein. Pass mal auf!“, beginnt Peter mir diese Geschichte zu erzählen.<br />
Er beschreibt eine Szene, die ich mir nun auch bildlich genau vorstellen kann. Sein Vater Heinz, der damals wohl selbst noch ein Kind war und sein Bruder Wilhelm sitzen mit den Eltern Hermann und Käthe und einem weiteren Pärchen rund um den Küchentisch. Bei diesem Paar, das zu Besuch ist, handelt es sich um die Schwester von Käthe und deren Ehemann, genannt Tante Elsa und Onkel Peter.<br />
„Also saßen da deine Großeltern väterlicherseits, dein Großonkel und deine Großtante.“<br />
Mein Peter nickt und ergänzt mich in meinen Überlegungen:<br />
„Leider ist keiner von diesen Menschen mehr am Leben. Wenn du jetzt diese Geschichte aufschreibst, dann gerät sie wenigstens nicht in Vergessenheit.“<br />
„Darf ich mal raten?“, frage ich, allerdings warte ich nicht auf eine Antwort, sondern rede gleich weiter. „Wahrscheinlich wollten sie gerade frühstücken.“<br />
„Das nehme ich an“, bestätigt mich mein Mann.<br />
Ich sehe alles genau vor mir: Der Tisch ist gedeckt. Natürlich hat die Mutter meines Schwiegervaters extra die Damasttischdecke aufgelegt, die sie noch von ihrer Aussteuer hat. Wahrscheinlich hat sie auch das gute Geschirr benutzt, denn immerhin ist Besuch da. Bestimmt hat die Mutter von Peters Vater selbst gemachte Erdbeermarmelade und frischgebackenes Brot auf dem Tisch stehen. Weiße und frisch gestärkte Servietten liegen auf den Frühstückstellern und die gesamte Küche duftet nach frischem Kaffee. Vor dem kleinen Heinz und vor dem etwas älteren Bruder steht jeweils ein Glas mit frischer Milch. Die Mutter hat bei einem bekannten Bauern am Tag zuvor neben der Milch auch noch etwas Wurst besorgt und auch der Käse fehlt nicht. Während sich die beiden Jungs den Kakao in die Milch rühren, kocht die Mutter schnell noch ein paar Frühstückseier. Selbstverständlich hat sie diese nicht genau abgezählt, sondern lieber noch ein paar mehr gekocht. Immerhin soll es dem Besuch ja gut gehen und man will nicht knausrig erscheinen.<br />
Die Frühlingssonne lacht zum Fenster herein und kitzelt den kleinen Heinz an der Nase. „Beeil dich und komm raus zum Fahrradfahren!“, flüstert sie ihm scheinbar zu und so isst er auch artig sein Marmeladenbrot und sein Frühstücksei. Während die Erwachsenen sich unterhalten, müssen er und sein Bruder still sein und nicht dazwischen reden. Einmal stützt er sich während des Essens gedankenverloren auf seinem Ellbogen auf, doch da hört er auch schon Mutters ermahnende Stimme:<br />
„Heinz, setz dich gerade hin!“<br />
Gerne würde er aufstehen, doch er weiß genau, dass er dies noch nicht darf beziehungsweise erst um Erlaubnis fragen muss.<br />
„Dürfen wir…?“, setzt er einmal zu der Frage an, doch Vaters strenger Blick verrät ihm, dass sie beide noch abwarten müssen. „Die Erwachsenen finden aber auch kein Ende“, denkt er. Andauernd reden sie von irgendwelchen langweiligen Dingen und immerzu greift sich noch ein Erwachsener eine Brotscheibe, ein bisschen Wurst oder Käse. Die gekochten Eier tragen auch nicht gerade zu einem schnellen Ende des Frühstücks bei.<br />
Auf einmal erregt allerdings etwas die Aufmerksamkeit des kleinen Heinz. Obwohl er den Gesprächen der Erwachsenen nicht zugehört hat, bemerkt er, dass Unruhe am Tisch entstanden ist. Worum geht es hier eigentlich?</p>
<p>„Ach“, sagt seine Mutter gerade. „Ein einziges Ei ist noch übrig. Peter, das kannst du dir noch nehmen“, erklärt sie und richtet sich an ihren Schwager.</p>
<p>„Nein, nein!“, protestiert dieser. „Das gebührt dem Gastgeber.“<br />
Und denkt sich dabei: „Ich würde es ja gerne noch essen, aber das gehört sich nicht. Es sieht sonst so aus, als hätten wir nichts zu essen zu Hause.“</p>
<p>„Ich bin vollkommen satt!“, sagt der Vater. „Bei uns ist der Gast König!“<br />
Und er denkt sich: „Lecker dieses Ei. Wäre ja nicht schlecht, aber das kann ich nicht machen, sieht sonst so aus, als wolle ich es unserem Besuch vorenthalten.“</p>
<p>„Dann iss es du, Elsa!“, sagt die Mutter.</p>
<p>„Ich habe keinen Hunger mehr. Nein, Kätha! Nimm es dir doch! Du bist die Hausfrau und hast uns so gut bewirtet.“<br />
Und sie denkt sich: „So ein Ei zum Abschluss wäre schon gut. Aber lieber nicht, sonst denkt jeder, ich könne nicht genug haben!“<br />
Die Mutter aber sagt jetzt: „Ach, ich kann doch morgen wieder eins essen! Jetzt möchte ich keins mehr.“<br />
Und sie denkt sich: „Warum eigentlich nicht? Wenn ich es schon gekocht habe, dann kann ich es eigentlich auch essen. Aber das tut man nicht, man isst dem Besuch nichts vor der Nase weg!“</p>
<p>Der kleine Heinz und sein Bruder würden gerne das Ei essen, aber niemand fragt sie und so sitzen sie still und lauschen dem Hin und Her im Streit um das letzte Ei auf dem Frühstückstisch. Die Erwachsenen können sich einfach nicht entscheiden.</p>
<p>„Na los!“, sagt der Vater. „Jetzt nimm sich doch endlich jemand dieses Ei!“<br />
Eigentlich zuckt es jedem in den Fingern, aber keiner wagt es einfach zuzugreifen.</p>
<p>Die Namen werden hin und her geworfen und jeder meint, der andere solle sich des Eies erbarmen. Die Unruhe steigt in der vor ein paar Minuten noch so friedlichen Frühstücksrunde. Aber mit der Unruhe steigt auch der Unmut des Vaters. Diese Streiterei um ein kleines Ei geht ihm sichtlich auf die Nerven. Der kleine Heinz kann dies genau an der strengen Falte erkennen, die sich auf der Stirn des Vaters zu vertiefen beginnt.<br />
Und dann greift der Vater urplötzlich nach dem Ei, das einsam und verlassen in dem Körbchen auf der Mitte des Tisches liegt. Fest und energisch umschließt seine Hand dieses kleine Ei. Er steht abrupt auf und marschiert mit festen und donnernden Schritten zum Fenster, öffnet dieses, holt aus und wirft das Ei hinaus.<br />
„So, soll sich das Ei doch holen, wer will!“, sagt er bestimmt.</p>
<p>Alle sind wie erstarrt und beobachten von ihren Plätzen aus den Flug des Eies und dessen Landung im Blumenbeet im Garten des Nachbarn.<br />
Die Mutter ist die Erste, die aus ihrem schockähnlichen Zustand erwacht und ihren Gatten mit den strengen und zurechtweisenden Worten ermahnt:</p>
<p>„Aber Herrmann, wie kannst du nur! Und dann auch noch vor den Kindern!&#8220;</p>
<p>Der kleine Heinz hat dieses einprägsame Erlebnis nie vergessen.</p>
<p>„Ja und irgendwann einmal hat er mir davon erzählt und tüchtig gelacht“, berichtet mir nun abschließend mein Peter.</p>
<p>Ich wünsche allen meinen Lesern ein schönes Osterfest mit vielen bunten Eiern und keinen Streit um das letzte Ei!!!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/04/1200px-Osterhase-.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-thumbnail wp-image-459" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/04/1200px-Osterhase--150x150.jpg" alt="1200px-Osterhase" width="150" height="150" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/04/1200px-Osterhase--150x150.jpg 150w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/04/1200px-Osterhase--120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>*</p>
<p style="text-align: center;">*vom DHL Paket abfotografiert</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/bubis-sprachkuenste/">Bubis Sprachkünste</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/unsere-persoenliche-ostergeschichte/">Unsere persönliche Ostergeschichte</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/hops-und-die-osterhasenkunst/">Hops und die Osterhasenkunst</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ein gewöhnlicher Donnerstag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jan 2020 13:12:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Alkohol]]></category>
		<category><![CDATA[Becher]]></category>
		<category><![CDATA[Donnerstag]]></category>
		<category><![CDATA[Haltung]]></category>
		<category><![CDATA[Hunger]]></category>
		<category><![CDATA[Tür]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgenosse]]></category>
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					<description><![CDATA[Sein Name war Anton Helfer.* Er war Oberamtsrat und sehr korrekt. Das drückte auch seine ganze Haltung und sein gesamtes Verhalten aus. Er ging aufrecht, erhobenen Hauptes und mit dem Blick geradeaus. Stellte man ihm eine Frage, so konnte man sicher sein, dass er sie wahrheitsgemäß beantwortete. Man konnte nicht behaupten, dass er viel lachte, doch hin und wieder huschte auch bei ihm ein sympathisches Schmunzeln über das Gesicht.  Ob er bei seinen Mitmenschen beliebt war? Zumindest war er nicht unbeliebt. Doch durch seine sehr zurückhaltende und recht introvertierte Art begegnete man ihm nicht mit überschwänglichen Gefühlen. Man akzeptierte und respektierte ihn und mochte ihn auf eine ganz eigene Art. Anton war auf keinen Fall ein unangenehmer Zeitgenosse, doch man musste ihn zu nehmen wissen. Er war unverheiratet. Nein, das entsprach nicht ganz der Wahrheit. Einst war er es, aber inzwischen geschieden von der Frau, die ihn auch heute noch nicht losließ. Sie führten gewissermaßen eine Wochenendbeziehung, die inzwischen allerdings nur noch auf platonische Art stattfand. Der Tag, an dem es sich ereignete, war ein &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sein Name war Anton Helfer.* Er war Oberamtsrat und sehr korrekt. Das drückte auch seine ganze Haltung und sein gesamtes Verhalten aus. Er ging aufrecht, erhobenen Hauptes und mit dem Blick geradeaus. Stellte man ihm eine Frage, so konnte man sicher sein, dass er sie wahrheitsgemäß beantwortete. Man konnte nicht behaupten, dass er viel lachte, doch hin und wieder huschte auch bei ihm ein sympathisches Schmunzeln über das Gesicht.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p><span class="dropcap">O</span>b er bei seinen Mitmenschen beliebt war? Zumindest war er nicht unbeliebt. Doch durch seine sehr zurückhaltende und recht introvertierte Art begegnete man ihm nicht mit überschwänglichen Gefühlen. Man akzeptierte und respektierte ihn und mochte ihn auf eine ganz eigene Art. Anton war auf keinen Fall ein unangenehmer Zeitgenosse, doch man musste ihn zu nehmen wissen.<br />
Er war unverheiratet. Nein, das entsprach nicht ganz der Wahrheit. Einst war er es, aber inzwischen geschieden von der Frau, die ihn auch heute noch nicht losließ. Sie führten gewissermaßen eine Wochenendbeziehung, die inzwischen allerdings nur noch auf platonische Art stattfand.<br />
Der Tag, an dem es sich ereignete, war ein gewöhnlicher Donnerstag. Anton packte um Schlag 18 Uhr am Abend seine Aktentasche und schloss sein Büro im Amt ab. Exakt mit dem letzten Schlag der Turmuhr der benachbarten Kirche hörte er noch ein anderes Geräusch. Es war sein Magen, der knurrend kund gab, dass er Hunger hatte.<br />
Anton horchte in sich hinein und erkannte, dass er nicht nur Hunger, sondern auch noch Appetit hatte. Ihm gelüstete es nach einer Spezialität aus einem Schnellrestaurant, das angeblich niemand besuchte, wo man sich allerdings immer in einer Schlange anstellen musste.<br />
Anton Helfer marschierte in die Fußgängerzone und freute sich auf ein richtig deftiges Essen.<br />
Unvermittelt trat ihm ein Mann in den Weg und hielt ihm die ausgestreckte Hand entgegen. Anton stoppte unwillkürlich und blickte auf diese etwas schmutzige Hand, die der Fremde ihm nicht zum Grüße reichen wollte, sondern um etwas hineingelegt zu bekommen.<br />
„Bitte! Haben Sie ein paar Euro?! Ich habe Hunger“, sagte der Mann, der ähnlich schmutzig aussah wie seine Hand.<br />
„Nein“, sagte Anton. „Das wird doch nur in Alkohol angelegt.“<br />
Bevor der Bittende etwas erwidern konnte, erklang Antons raue befehlende Stimme erneut: „Mitkommen!“<br />
Verdutzt sah ihn der Fremde an, doch Anton wandte sich schon zum Weitergehen. So blieb dem Mann nichts anderes übrig, als ihm nachzulaufen.<br />
Verwundert betrat er dann nach Anton das besagte Schnellrestaurant und stellte sich hinter ihm in der Schlange an.<br />
„Suchen Sie sich etwas aus,- egal was auch immer. Nur kein Alkohol“, meinte Anton Helfer bestimmt und ohne jegliche erkennbare Regung.<br />
Als sie dann gemeinsam vor Speis und Trank saßen, herrschte zwischen ihnen totale Stille. Der Fremde aß so gierig, als hätte man ihm ein feudales Menü vorgesetzt.<br />
„Was können Sie?“, wollte Anton irgendwann wissen.<br />
„Nichts mehr“, lautete die Antwort.<br />
„Das gibt es nicht!“, schmetterte der Oberamtsrat ihm entgegen.<br />
„Früher war ich einmal Schreiner, aber nach dem Tod meiner Frau hat mich der Lebensmut verlassen und ich kann alles nur noch mit Alkohol ertragen.“<br />
Anton blickte auf die zitternden Hände, die den Becher mit Limonade umklammerten und dann in das Gesicht des Fremden. Was er sah, waren ehrliche und unsagbar traurige Augen.<br />
„Hier“, sagte Anton und reichte ihm eine Visitenkarte. „Kommen Sie morgen nüchtern und sauber in mein Büro. Dann reden wir weiter und vielleicht finden wir eine Lösung. Aber Sie müssen dem Alkohol für immer abschwören.“<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Daraufhin erhob sich Anton Helfer, schenkte dem Fremden ein kurzes freundliches Lächeln und verschwand ohne ein weiteres Wort durch die Restauranttür nach draußen…</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/4549-2/">Das Wiedersehen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/die-mausefalle/">Die Mausefalle</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/chaotische-familie/">Meine ganz normale, chaotische Familie</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>*Name ist frei erfunden und hat nichts mit lebenden oder gestorbenen Personen zu tun</p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Glück im Unglück</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/glueck-im-unglueck/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/glueck-im-unglueck/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Feb 2018 22:01:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Brot]]></category>
		<category><![CDATA[erschrocken]]></category>
		<category><![CDATA[Freund]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Hunger]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Nachschub]]></category>
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					<description><![CDATA[Egon läuft gerade den Bürgersteig entlang. Er hat heute gar keine gute Laune, denn sein Bauch knurrt unüberhörbar. Er hat seit vorgestern nichts Anständiges mehr gefuttert und jetzt ist es bereits Mittag. „Also wird es langsam mal Zeit einen kleinen Bissen zu sich zu nehmen“,sagt er sich selbst. Mit gesenktem Blick läuft er den Weg entlang. Er sieht sich schon dem Hungertod nahe, da erblickt er einen gefüllten Abfallbehälter. Schnell ein Rundumblick und schon steuert er zielstrebig auf den verheißungsvollen Schatz zu. Stück für Stück arbeitet er sich durch den Müll. „So ein Pech“, denkt er frustriert, als er mit seiner Schatzsuche am Boden des Behälters angekommen ist. „Nichts drin heute, auch nicht der kleinste Krümel. Alles nur leere Dosen, Papier und ausgetrunkene Kaffeebecher.“ Egon versteht die Welt nicht mehr. Das gab es ja noch nie. „Ich werde wohl den nächsten Tag nicht mehr erleben, wenn mich mein Glück so verlassen hat. Aber vielleicht wartet es ja schon an der nächsten Ecke“, spricht er sich selbst im Stillen Mut zu. An der nächsten Ecke passiert &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Egon läuft gerade den Bürgersteig entlang. Er hat heute gar keine gute Laune, denn sein Bauch knurrt unüberhörbar. Er hat seit vorgestern nichts Anständiges mehr gefuttert und jetzt ist es bereits Mittag.</strong><br />
<span class="dropcap">„A</span>lso wird es langsam mal Zeit einen kleinen Bissen zu sich zu nehmen“,sagt er sich selbst.<br />
Mit gesenktem Blick läuft er den Weg entlang. Er sieht sich schon dem Hungertod nahe, da erblickt er einen gefüllten Abfallbehälter. Schnell ein Rundumblick und schon steuert er zielstrebig auf den verheißungsvollen Schatz zu. Stück für Stück arbeitet er sich durch den Müll.<br />
„So ein Pech“, denkt er frustriert, als er mit seiner Schatzsuche am Boden des Behälters angekommen ist. „Nichts drin heute, auch nicht der kleinste Krümel. Alles nur leere Dosen, Papier und ausgetrunkene Kaffeebecher.“<br />
Egon versteht die Welt nicht mehr. Das gab es ja noch nie.<br />
„Ich werde wohl den nächsten Tag nicht mehr erleben, wenn mich mein Glück so verlassen hat. Aber vielleicht wartet es ja schon an der nächsten Ecke“, spricht er sich selbst im Stillen Mut zu.<br />
An der nächsten Ecke passiert allerdings gar nichts und an der übernächsten Ecke auch nicht. Frustriert lässt er sich auf einer Bank nieder. Irgendwann muss doch mal jemand vorbei kommen, der ihm eine Kleinigkeit hinlegt.<br />
Als nach einer gefühlten Ewigkeit endlich jemand kommt, um sich auf die Bank zu setzten, verscheucht dieser den armen Egon mit groben Worten:<br />
„Was machst du denn hier? Mach, dass du verschwindest! Du machst alles nur schmutzig und niemand mag sich dann mehr auf die Bank setzen.“<br />
Erschrocken sucht Egon das Weite. Von solchen Menschen kann er keine Hilfe erwarten.<br />
„Sie haben kein Mitleid mit armen Geschöpfen, wie ich es bin“, denkt er traurig.<br />
Inzwischen fühlt sich Egon schon ganz schwach und seine sowieso dünnen Beine können ihn kaum noch tragen.<br />
„Aber das Jammern hilft mir auch nicht weiter, ich muss eben anderswo mein Glück suchen. Wenn ich nur nicht so alleine wäre…“<br />
Tief in seine Gedanken versunken, vernimmt Egon inmitten des Straßenlärms auf einmal eine bekannte Stimme.<br />
„Egon, Egon! So warte doch auf mich. Wo willst du denn hin und warum torkelst du so?“<br />
„Ach Lieschen, du bist es. Schön dich zu treffen. Ich finde heute einfach kein Essen, mir ist schon ganz schlecht und Kraft habe ich auch keine mehr. Wenn ich nur wüsste, wo ich etwas finden kann.“<br />
„Schau mal, dort drüben sitzen die anderen. Die wissen bestimmt wo es etwas gibt. Ich habe nämlich auch schon großen Hunger.“<br />
„Lieschen, ich schaffe es nicht mehr bis zu den anderen rüber. Ich bleibe jetzt hier und warte auf den sicheren Tod“ verkündet Egon.<br />
„Nein, warte nicht auf den Tod, warte auf mich. Ich bin gleich wieder da“, verspricht Lieschen ihm.<br />
Mit diesen Worten macht sie sich auf den Weg. Egon sieht, wie sie sich ein Weilchen zu den anderen Freunden gesellt und dann entschwindet. Es dauert gar nicht so lange, wie Egon vermutet hätte, da taucht Lieschen wieder auf. Sie hat etwas Eßbares dabei. Viel ist es nicht, aber es verleiht Egon wieder Kraft und den Mut nicht aufzugeben.<br />
„Komm mit!“, sagt Lieschen. „Ich weiß jetzt, wo es etwas für uns zu essen gibt. Dort herrscht der reinste Überfluss und stell dir vor, es reicht sogar für uns alle.“<br />
„Das hört sich vielversprechend an“, denkt sich Egon und folgt fix seiner Freundin.<br />
„Oh!“, entfährt es ihm. „Das ist ja das reinste Paradies!“<br />
„Ja genau! Und das Schöne daran ist, dass es immer wieder Nachschub gibt“, erklärt ihm Lieschen.<br />
„Wie hast du diese Goldgrube nur ausfindig gemacht?“, will Egon von seiner Freundin wissen.<br />
„Haha“, lacht Lieschen. „Das pfeifen die Spatzen von den Dächern! Du musst nur auf sie hören und aufpassen, wenn die Tür aufgeht. Dann huscht du ganz schnell hinein und schnappst dir etwas.“<br />
„Mama, Mama! Schau nur! Zwei kleine Spatzen! Sind die niedlich. Ich werfe ihnen gleich ein paar Krümel von meinem Brötchen hin“, begeistert sich ein kleines Mädchen.<br />
Doch schon kommt aus einer anderen Ecke die schrille Stimme der Bedienung.<br />
„Macht, dass ihr rauskommt! Sch! Sch!“<br />
Sie fuchtelt mit den Händen, reißt die Tür auf und scheucht die beiden Spatzen nach draußen. Egon und Lieschen können sich gerade noch jeder einen kleinen Brocken in den Schnabel stecken, bevor sie flatternd die Bäckerei verlassen.<br />
Doch schon beim nächsten Kunden öffnet sich Tür erneut und die Beiden huschen wieder hinein. Dieses Mal stellen sie es schlauer an. Sie fliegen auf die Lampe und lassen sich dort nieder. Von dort oben haben sie den besten Blick und sobald sie ein Krümelchen fallen sehen, schnappen sie sich den Leckerbissen und flüchten sich in eine Ecke, in der sie sich unbeobachtet fühlen. Mit der Zeit werden sie wagemutiger und setzen sich auch schnell mal auf die Stuhllehne oder den Tisch, was allerdings nicht alle Kunden erfreut. Und so werden sie zum wiederholten Male nach draußen gescheucht, aber inzwischen haben sie sich den Bauch schon tüchtig voll geschlagen.<br />
„Uff!“, stöhnt Egon. „Ich platze gleich. Jetzt muss ich erst einmal eine Pause einlegen, sonst bin ich zu schwer zum Fliegen.“<br />
„Komm, lass uns eine Runde um den Block fliegen, dann holen wir uns die nächste Essensration ab“, schlägt Lieschen vor. „In der Zwischenzeit können sich unsere anderen Freunde daran gütlich tun.“<br />
Als Egon und Lieschen am späten Nachmittag wieder auf der Lampe in der Bäckerei sitzen und auf die nächsten Krümelchen hoffen, verlassen gerade zwei andere Spatzen den Laden.<br />
„Ach, ist das Leben schön“, zwitschert Egon vergnügt vor sich hin und teilt sich dann mit Lieschen einen dicken Brotkrumen.</p>
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<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-5004 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/02/1200px-IMG_1702-1024x753.jpg" alt="" width="840" height="618" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/02/1200px-IMG_1702-1024x753.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/02/1200px-IMG_1702-300x221.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/02/1200px-IMG_1702-768x564.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/02/1200px-IMG_1702.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
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		<title>Professor Konfusi</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Aug 2015 22:41:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Konfusi-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Brötchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Mein Schwiegervater kannte vor vielen Jahrzehnten einen Herrn, aus dessen Leben er meinem Mann irgendwann einmal eine kleine wahre Begebenheit erzählte. Als sich diese ereignete, war mein Peter noch gar nicht geboren, aber ihm fiel sie erst neulich auf Mallorca wieder ein. Ich habe mir gedacht, dass sie euch bestimmt gefällt und habe kurzerhand eine Geschichte daraus gemacht und Erzähltes mit Erdachtem vermischt. Lest selbst, was dabei herausgekommen ist: Er war ein untersetzter Mann. Genauer gesagt, war er von etwas kleinerer Statur mit einem gut sichtbaren sich vorwölbenden Bauch. Sein Gesicht war rundlich mit niedlichen Pausbacken, immer glatt rasiert und einem rundlich wirkenden Mund. Die dunklen Augen hatten ein Strahlen, so dass er wohlwollend auf seine Mitmenschen blickte. Nicht von oben herab, sondern eher von unten nach oben. Auf seiner dicklichen Nase saß meist eine Brille, über deren Rand er allerdings immer hinweg sah. Die wenigen Härchen, die seinen Kopf zierten, waren erstaunlich dunkel, allerdings nur noch kranzförmig von einem Ohr zum anderen angeordnet. Der Rest des Kopfes offenbarte eine glänzende Glatze. Diese schützte er &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mein Schwiegervater kannte vor vielen Jahrzehnten einen Herrn, aus dessen Leben er meinem Mann irgendwann einmal eine kleine wahre Begebenheit erzählte. Als sich diese ereignete, war mein Peter noch gar nicht geboren, aber ihm fiel sie erst neulich auf Mallorca wieder ein. Ich habe mir gedacht, dass sie euch bestimmt gefällt und habe kurzerhand eine Geschichte daraus gemacht und Erzähltes mit Erdachtem vermischt. Lest selbst, was dabei herausgekommen ist:</strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>r war ein untersetzter Mann. Genauer gesagt, war er von etwas kleinerer Statur mit einem gut sichtbaren sich vorwölbenden Bauch. Sein Gesicht war rundlich mit niedlichen Pausbacken, immer glatt rasiert und einem rundlich wirkenden Mund. Die dunklen Augen hatten ein Strahlen, so dass er wohlwollend auf seine Mitmenschen blickte. Nicht von oben herab, sondern eher von unten nach oben. Auf seiner dicklichen Nase saß meist eine Brille, über deren Rand er allerdings immer hinweg sah.<br />
Die wenigen Härchen, die seinen Kopf zierten, waren erstaunlich dunkel, allerdings nur noch kranzförmig von einem Ohr zum anderen angeordnet. Der Rest des Kopfes offenbarte eine glänzende Glatze. Diese schützte er im Winter vor Kälte durch eine karierte Schirmmütze und im Sommer vor der Sonne mit einem lustigen roten Hütchen.<br />
Professor Konfusi war ein netter stets freundlicher Geselle. Intelligent war er auf jeden Fall, doch keineswegs eingebildet und vor allen Dingen hatte er für jedermann ein offenes Ohr. Seine Studenten mochten ihn und seine manchmal etwas zerstreut wirkende Art, die ihn nur noch liebenswerter machte. Das hatte natürlich auch auf seine Vorlesungen Auswirkungen, bei denen er oftmals auch abschweifte und kleine Anekdoten zum Besten gab.<br />
Er hatte den Ruf seinem Namen alle Ehre zu machen, so dass die Studenten oft vom zerstreuten oder konfusen Professor sprachen. Allerdings taten sie dies in einer sehr liebevollen Art und Weise. Alle hatten Professor Konfusi in ihr Herz geschlossen, denn er konnte über seine eigene Schusseligkeit am herzlichsten lachen.<br />
Bei Präsentationen und Konsultationen legten die Studenten ihm ihre Aufzeichnungen nur vor, wenn keine gefüllte Kaffeetasse in der Nähe war. Man munkelte nämlich, dass er früher mehr als einmal seinen Kaffee über irgendwelche schriftlichen Ausarbeitungen gekippt hätte. Nicht etwa aus Boshaftigkeit oder aus Absicht. Nein, das hätte ihm keiner nachsagen können. Im Grunde genommen passierte es aus Unachtsamkeit, oder wie man so schön sagt, in der Hektik des Gefechtes. Er deutete mal hier und mal da hin, diskutiere und fuchtelte mit den Händen in der Gegend herum. Tja und schwuppdiwupp war ein Kaffeefleck auf der Dokumentation.<br />
Wie gesagt, das erzählte man sich so innerhalb der Studentenschaft. Was daran Wahrheit und was eher geflunkert war, lässt sich nicht richtig feststellen, denn niemals wurde ein Student Zeuge beim Überschwappen des Kaffees aus der Tasse. Jedoch waren einige seiner eigenen Unterlagen mit bräunlichen Flecken bedeckt, so dass man sich lächelnd und augenzwinkernd anblickte.<br />
Mein Schwiegervater, der ihn bei verschiedenen Projekten kennenlernen durfte, berichtete meinem Peter eine lustige Geschichte aus dem Leben des Professor Konfusi, die ihm dieser einst selbst erzählt hatte. Diese kleine Episode war keineswegs erfunden, um seine Mitmenschen zu belustigen, sondern sie ereignete sich wahrhaftig:</p>
<p>Wie man sich denken kann, gehörte zu Professor Konfusi auch noch eine bessere zweite Hälfte, nämlich Frau Konfusi. Seine Gemahlin war ebenso liebenswert und von freundlicher Natur, wie er selbst. Sie hatte seine Größe, war schlank und immer adrett gekleidet.</p>
<p>Eines morgens, sie wollte gerade den Frühstückstisch decken, da hatte Professor Konfusi eine Idee.<br />
„Ich könnte doch schnell zum Bäcker um die Ecke gehen und uns ein paar Brötchen kaufen. Was hältst du davon?“<br />
„Ja“, sagte sie. „Das wäre eine schöne Abwechslung. Ich habe gestern leckere Erdbeermarmelade gekocht, die schmeckt bestimmt herrlich auf frischen knusprigen Brötchen.“<br />
„Ich bin in zehn Minuten wieder da!“, rief er seiner Gemahlin zu, setzte sich sein rotes Hütchen auf und verschwand durch die Haustür.<br />
Zum Bäcker war es wirklich nicht weit, denn dessen Geschäft befand sich schon vor der nächsten Straßenecke. Dort angekommen, wunderte sich Professor Konfusi, dass die Ladentür verschlossen war und ein Schild an der Türklinke hing, auf dem folgende Mitteilung zu lesen war:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Heute wegen Familienfeier geschlossen!</strong></p>
<p style="text-align: left;">Etwas ratlos stand er nun da. Seine Gemahlin würde enttäuscht sein, denn sie hatte sich sichtlich auf die frischen Brötchen gefreut. Er übrigens auch.<br />
Nach kurzem Überlegen, beschloss er zum nächsten Bäckerladen zu marschieren, was allerdings bedeutete, dass er eine Viertelstunde strammen Schrittes in die entgegengesetzte Richtung laufen musste. Da einfach nur laufen ja bekanntlich langweilig ist, vertrieb sich Professor Konfusi die Zeit mit einigen Denkaufgaben.<br />
Bald schon konnte er auch die Menschenschlange vor dem angestrebten Bäckerladen sehen, als ein Geschäft auf der gegenüberliegenden Straßenseite seine Aufmerksamkeit erregte. Letzte Woche war dies noch nicht dort gewesen und deshalb wechselte er jetzt neugierig auf die andere Straßenseite.<br />
Frau Konfusi wunderte sich allerdings, dass ihr Gemahl nach einer halben Stunde immer noch nicht zurück war. Sie schaute aus dem Fenster, konnte aber ihren Mann nirgendwo erblicken. Nach weiteren 15 Minuten lief sie nach unten vor die Haustür. Nichts war zu sehen. Da der Kaffee inzwischen schon kalt geworden war und ihr Magen knurrte, hätte sie eigentlich verärgert sein müssen. Aber Frau Konfusi machte sich weder um den Kaffee noch um die fehlenden Brötchen Gedanken, sondern sie sorgte sich um ihren Gemahl.<br />
„Es wird ihm doch nichts passiert sein!?“, überlegte sie.<br />
Doch was sollte sie tun? Da es zu dieser Zeit noch kein Handy gab, beschloss Frau Konfusi sich auf die Suche nach ihrem Mann zu machen. Also marschierte sie wieder nach oben in die Wohnung, um sich ihre Strickjacke und ihre Handtasche zu holen.<br />
Gerade als sie auch noch nach ihrem Regenschirm greifen wollte, denn es hatte inzwischen ein wenig angefangen zu nieseln, klingelte es an der Haustür. Schnell riss sie diese auf und stand einem freudestrahlenden Professor Konfusi gegenüber.<br />
„Gott sei Dank, da bist du ja!“, stieß sie glücklich hervor. „Wo warst du denn so lange? Ist etwas passiert?“<br />
„Nein, nein!“, meinte er nur beruhigend. „Ich habe dir was mitgebracht!“<br />
„Mir ist vor Angst und Aufregung der Appetit auf Marmeladebrötchen vergangen!“, entgegnete sie.<br />
„Welche Brötchen?“, fragte er und schüttelte plötzlich den Kopf. „Ich habe was viel Schöneres für dich!“<br />
„Bubi hat Hunger! Bubi hat Hunger und Durst!“, hörte Frau Konfusi plötzlich jemand sagen.<br />
Verwirrt sah sie sich um, konnte aber den besagten Bubi nicht sehen.<br />
„Hast du noch jemand mitgebracht?“, erkundigte sie sich bei ihrem Mann.<br />
Dieser strahlte über das ganze Gesicht und hob wortlos nur seinen rechten Arm hoch. In seiner Hand hielt er einen großen Vogelkäfig, in dem ein rot-gelb-blau gefiederter wunderschöner Papagei saß und nochmals sein Anliegen unmissverständlich vorbrachte:</p>
<p style="text-align: center;">&#8222;Bubi hat Hunger! Bubi hat Hunger und Durst!&#8220;</p>
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