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	<title>Frühstück &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Und noch mehr Kindheitserinnerungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Jun 2024 19:13:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Bäcker]]></category>
		<category><![CDATA[Einkauf]]></category>
		<category><![CDATA[Frühstück]]></category>
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		<category><![CDATA[Kindheitserinnerungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir sitzen gerade vor einer Bäckerei in einem kleinen Städtchen. Es ist nicht irgendeine Stadt. Nein, es ist meine alte Heimatstadt, das heißt: Hier habe ich meine Kindheit und Jugend verbracht. Es ist kurz nach zehn Uhr und wir haben uns hier gemütlich niedergelassen, um ein verspätetes Frühstück einzunehmen. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel und auch wir sind guter Dinge. Es ist ein ganz gewöhnlicher Wochentag und so verfolgen wir das Treiben auf dem kleinen Platz vor uns. Menschen gehen in der gemütlichen Bäckerei ebenso ein und aus wie in der angrenzenden Apotheke. Während wir das Hin und Her beobachten und unser Frühstück genießen, fliegen meine Gedanken ganz weit zurück in meine Vergangenheit. „Dort vorne am Eck war der Zuckerbäcker“, erkläre ich meinem Mann, der meine Heimatstadt auch seit seiner eigenen Kindheit kennt, da unsere Elternhäuser nur fünfzehn Kilometer auseinander liegen. „Ach ja“, fällt es ihm ein, „den haben wir doch neulich getroffen.“ Ich nicke ihm zustimmend zu und erliege weiter meinen Erinnerungen. So sitzen wir ein oder zwei Minuten schweigend vor unserem Frühstück. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir sitzen gerade vor einer Bäckerei in einem kleinen Städtchen. Es ist nicht irgendeine Stadt. Nein, es ist meine alte Heimatstadt, das heißt: Hier habe ich meine Kindheit und Jugend verbracht.</strong><br />
<strong>Es ist kurz nach zehn Uhr und wir haben uns hier gemütlich niedergelassen, um ein verspätetes Frühstück einzunehmen. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel und auch wir sind guter Dinge.</strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>s ist ein ganz gewöhnlicher Wochentag und so verfolgen wir das Treiben auf dem kleinen Platz vor uns. Menschen gehen in der gemütlichen Bäckerei ebenso ein und aus wie in der angrenzenden Apotheke.<br />
Während wir das Hin und Her beobachten und unser Frühstück genießen, fliegen meine Gedanken ganz weit zurück in meine Vergangenheit.<br />
„Dort vorne am Eck war der Zuckerbäcker“, erkläre ich meinem Mann, der meine Heimatstadt auch seit seiner eigenen Kindheit kennt, da unsere Elternhäuser nur fünfzehn Kilometer auseinander liegen.<br />
„Ach ja“, fällt es ihm ein, „den haben wir doch neulich getroffen.“<br />
Ich nicke ihm zustimmend zu und erliege weiter meinen Erinnerungen. So sitzen wir ein oder zwei Minuten schweigend vor unserem Frühstück. Doch dann breche ich das Schweigen, denn ich möchte meinem Peter etwas erzählen:<br />
„Als ich noch ein Kind war, ging ich mit meiner Mutter freitags immer einkaufen. Freitag vormittags, wenn ich in der Schule war, wurde bei uns das Haus von oben bis unten geputzt und am Nachmittag war dann einkaufen angesagt.“<br />
Mein Mann hört mir gespannt zu, denn er hat mir angemerkt, dass ich jetzt mit Sicherheit noch mehr aus meiner Kindheit erzählen möchte.<br />
„Wir hatten immer eine ganz bestimmte Route, die wir liefen und auf diesem Weg lagen alle Geschäfte, die es für uns zu besuchen galt. Da man zum Einkaufen Geld braucht, gingen wir zuerst auf die Sparkasse und meine Mutter hob das benötigte Geld vom Girokonto ab.“<br />
Damals gab es nämlich noch keine EC- oder Kreditkarten. Man hat mit Bargeld bezahlt. Das hatte den Vorteil, dass man niemals mehr Geld ausgab, als man in der Tasche hatte. Man musste sogar noch für die kommende Woche Geld übrig behalten, denn erst am nächsten Freitag ging es wieder zur Bank.<br />
„Ach, das habe ja ganz vergessen zu erzählen: Bevor wir auf die Sparkasse gingen, gab meine Mutter ihren Lottoschein in der Annahmestelle ab und dann kaufte sie noch eine Zeitschrift im Schreibwarenladen“, erinnere ich mich genauer.<br />
„Und welche Station seid ihr dann angelaufen?“, fragt mein Mann neugierig.<br />
„Wenn wir nicht zur Post marschieren mussten, die ja noch weiter entfernt war, als die Sparkasse, dann traten wir den Rückweg an.“<br />
„Naja, auf der Post warst du ja sowieso ziemlich oft“, sagt mein Peter, „da du mit der ‚Christel von der Post‘ befreundet warst.“<br />
Ich gehe jetzt gar nicht darauf ein, sondern erzähle von unserer weiteren Einkaufsroute:<br />
„Meine Mutter und ich gingen dann zu B., die hatten ein Lebensmittelgeschäft.“<br />
Mein Mann kann alles genau nachvollziehen, da er das damalige Geschäft, aber auch die ehemalige Besitzerin kennt. Das Lebensmittelgeschäft war weder ein Tante-Emma-Laden noch ein Supermarkt, aber es war ein Selbstbedienungsgeschäft. Man konnte durch die Reihen marschieren und sich alles in den Korb legen, was man benötigte.<br />
„An der Kasse dann wurde alles in einem großen Karton verstaut und Herr B. brachte die Waren am Abend samt den Getränken mit dem Auto zu uns nach Hause. Anfangs war es ein kostenloser Service, später dann zahlte man  50 Pfennige. Wo gibt es das heute noch?“, frage ich und nehme einen Schluck von meinem Schokocappuccino.<br />
Mein Peter lauscht weiterhin andächtig und unterbricht meinen Redefluss nicht.<br />
„Ich kann mich noch erinnern, dass meine Mutter mal vergessen hat, Geld abzuheben. Wahrscheinlich haben wir auf unserer Einkaufstour Bekannte getroffen und vor lauter Quatscherei sind wir sozusagen aus dem Tritt gekommen oder sie hat ihre Geldbörse vergessen, so genau weiß ich es nicht mehr. Ach, keine Ahnung, ist ja auch egal“, sage ich, denn eigentlich will ich nur etwas berichten, was damals ganz selbstverständlich war und heutzutage nicht mehr denkbar wäre.<br />
„Auf jeden Fall stand sie ohne Geld an der Kasse. Frau B. reichte ihr dann einfach einen gelben Auszahlungsbeleg von der Sparkasse und sie füllte ihn aus, bezahlte sozusagen damit und erhielt das Restgeld in bar. So ähnlich, wie es zum Beispiel der R…-Markt heutzutage mit der EC-Karte macht, nur eben mit einem normalen Auszahlungsformular von der Sparkasse.“<br />
„Ach“, sagt mein Mann, „was war damals alles noch so unkompliziert und hat doch alles auch geklappt.“<br />
„So und dann gingen wir weiter zum Zuckerbäcker“, berichte ich. „Dort kauften wir ein bemehltes Mischbrot, ein paar Brötchen und ich durfte mir ein Stückchen aussuchen. Meist entschied ich mich für ein Mohnstückchen. Ich esse heute immer noch gerne Mohnkuchen, das ist wohl so ein Überbleibsel aus meiner Kindheit. Übrigens hat uns der selbe Bäcker jeden Morgen drei Brötchen vor die Tür gelegt, so dass ich immer ein frisch gebackenes belegtes Brötchen mit in die Schule nehmen konnte. Damals konnte man diesen Brötchenbringservice noch bestellen.“<br />
Tja und jetzt sitzen wir wieder vor einer Bäckerei, die nur ein paar Meter von dem damaligen Zuckerbäckerladen entfernt ist. Aber hier kam ich mit meiner Mutter auch immer vorbei. Die Apotheke nebenan gab es damals auch schon und wenn wir Schuhe brauchten, dann bogen wir einfach rechts um die Ecke und schon konnte das Probieren losgehen. Elektroartikel, Schmuck und Bekleidung gab es zwischen dem Lebensmittelgeschäft und dem Bäcker. Es war also alles sehr zentral gelegen.<br />
„An einem normalen Freitag, an dem kein Kauf von Schmuck, Bekleidung, Schuhe oder Elektroartikeln etc. anstand, folgte nach dem Bäcker der Gang in den Metzgerladen“, erkläre ich meinem Mann und füge noch andere Details hinzu:<br />
„Klein- Astrid bekam dort selbstverständlich auch noch ein Stückchen Fleischwurst. Und wenn wir dann wieder zu Hause waren, dann saßen meine Mutter und ich gemeinsam in der Küche und es gab es eine kalte Rindswurst und ein Brötchen aus der Hand. Manchmal wollte ich auch nur ein Stückchen Camembert aus der Hand. Auf jeden Fall hat es super lecker geschmeckt.“<br />
In meinen Gedanken sehe ich alles noch genauso vor mir. Einiges hat sich in meiner alten Heimatstadt verändert, einiges ist geblieben. Ein paar der Geschäfte, die auf unserem Weg lagen, gibt es heute nicht mehr. Schade, aber im Leben gibt es eben immer Veränderungen, manches verschwindet und anderes kommt hinzu. Das ist gut so, denn sonst wäre es auch zu langweilig.<br />
„Hallo Ihr Zwei!“, ruft uns gerade ein Bekannter zu. „Ich habe gerade das Cottbuser Nummernschild gesehen, da dachte ich mir doch, dass Ihr hier seid und hab mich gleich nach Euch umgeschaut.“<br />
„Hallo!“, rufen wir ihm freudig entgegen.<br />
„Willst du einen Kaffee?“, fragt mein Peter und schon sitzen wir zu dritt vor dem Bäckerladen.</p>
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		<title>Gesprächsstoff</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Aug 2017 22:15:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Konfusi-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Frühstück]]></category>
		<category><![CDATA[Gesprächsstoff]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffeekränzchen]]></category>
		<category><![CDATA[Lachs]]></category>
		<category><![CDATA[Rücken]]></category>
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					<description><![CDATA[Frau Konfusi steht im Schlafzimmer und wendet und dreht sich vor dem großen Spiegel, als ihr Mann ebenfalls den Raum betritt. Sie trägt ihr neues Sommerkleid und begutachtet gerade ihr Spiegelbild. „Na meine Schöne!“, schmeichelt ihr Professor Konfusi. „Bist du zufrieden mit dem, was du siehst? Ich bin es jedenfalls. Das Kleid steht dir hervorragend.“ „Meinst du nicht, dass es etwas zu bunt ist?“ „Nein ganz und gar nicht. Zum Sommer gehören Farben.“ Frau Konfusi lächelt ihren Mann dankbar an und dreht sich noch einmal um die eigene Achse, bevor sie zufrieden nickt: „Du hast recht. Ich bin ja noch nicht scheintot, also kann ich auch farbenfroh und munter durch die Welt marschieren.“ „Und wo willst du jetzt hinmarschieren, wenn ich dich fragen darf?“, will ihr Gatte wissen. „Na zu meinem Kaffeekränzchen, aber das habe ich dir doch schon heute Morgen beim Frühstück erzählt.“ „Mmmh!“, brummt sich Professor Konfusi in seinen Bart und wühlt in der untersten Schublade seines Schrankteils. „Ich möchte nur wissen, wo meine neue Strickjacke hin ist. Gestern Abend habe ich sie &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Frau Konfusi steht im Schlafzimmer und wendet und dreht sich vor dem großen Spiegel, als ihr Mann ebenfalls den Raum betritt. Sie trägt ihr neues Sommerkleid und begutachtet gerade ihr Spiegelbild.<br />
„Na meine Schöne!“, schmeichelt ihr Professor Konfusi. „Bist du zufrieden mit dem, was du siehst? Ich bin es jedenfalls. Das Kleid steht dir hervorragend.“<br />
„Meinst du nicht, dass es etwas zu bunt ist?“<br />
„Nein ganz und gar nicht. Zum Sommer gehören Farben.“<br />
Frau Konfusi lächelt ihren Mann dankbar an und dreht sich noch einmal um die eigene Achse, bevor sie zufrieden nickt:<br />
„Du hast recht. Ich bin ja noch nicht scheintot, also kann ich auch farbenfroh und munter durch die Welt marschieren.“<br />
„Und wo willst du jetzt hinmarschieren, wenn ich dich fragen darf?“, will ihr Gatte wissen.<br />
„Na zu meinem Kaffeekränzchen, aber das habe ich dir doch schon heute Morgen beim Frühstück erzählt.“<br />
„Mmmh!“, brummt sich Professor Konfusi in seinen Bart und wühlt in der untersten Schublade seines Schrankteils. „Ich möchte nur wissen, wo meine neue Strickjacke hin ist. Gestern Abend habe ich sie dort auf den Stuhl gelegt und heute ist sie verschwunden. Bestimmt hast du sie wieder irgendwo hingeräumt und ich kann sie jetzt nicht finden.“<br />
„Mein lieber Mann“, holt Frau Konfusi Luft, „ich habe sie nicht verräumt, sondern gewaschen und sie hängt zum Trocknen auf einem Bügel im Hauswirtschaftsraum. Das habe ich dir ebenfalls heute beim Frühstück mitgeteilt.“<br />
„Aha!“<br />
Frau Konfusi verlässt das Schlafzimmer und geht zur Garderobe, um ihre Handtasche zu holen. Ihr Gatte folgt ihr auf Schritt und Tritt, was sie etwas misstrauisch werden lässt.<br />
„Ist noch etwas, womit ich dir im Moment behilflich sein kann?“, fragt sie ihn lächelnd.<br />
„Ja, ja. Da war doch so ein Notizzettel in der Jackentasche. Den wirst du doch nicht mitgewaschen haben?“<br />
„Du weißt doch, dass ich vor dem Waschen immer alle deine Taschen auf Schrauben, Kulis, Zettel und Kleingeld durchforste.“<br />
„Mmmh,- und wo ist er jetzt?“<br />
„Ich habe dir doch gesagt, dass ich ihn auf deinen Schreibtisch gelegt habe.“<br />
„Den brauche ich nämlich jetzt ganz dringend. Da steht eine wichtige Telefonnummer darauf. Wo sagtest du, dass er liegt?“<br />
„Auf deinem Schreibtisch! Sag ich doch!“<br />
„Ach ja, ich hab im Moment so viele Dinge im Kopf, da hab ich das wohl überhört“, entschuldigt sich Professor Konfusi.<br />
„Ach, besorge uns doch bitte eine Flasche Sekt für heute Abend“, bittet ihn seine Frau und greift nach dem Türdrücker.<br />
Bevor Professor Konfusi in Richtung seines Büros geht, wendet er sich nochmals seiner Frau zu:<br />
„Willst du weg?“<br />
Doch das hört seine Frau nicht mehr, weil bereits die Wohnungstür ins Schloss gefallen ist. Professor Konfusi, der zwar gefragt hat, aber mit seinen Gedanken schon wieder bei seinem aktuellen Forschungsauftrag ist, hätte die Antwort sowieso nicht wahrgenommen. Er setzt sich an seinen Schreibtisch, greift sich den Notizzettel und tippt die dort vermerkte Telefonnummer seines Kollegen ein. Er ist ganz in seiner Wissenschaftswelt abgetaucht und bemerkt daher auch nicht, dass die Stunden vergehen. Erst als er ein Klopfen an der Bürotür hört, taucht er aus dieser Welt wieder auf und sieht verwundert zu seiner Frau, die im Türrahmen steht.<br />
„Ich bin wieder da!“, verkündet sie vergnügt.<br />
„Du warst weg?“, fragt er sie, setzt seine Lesebrille ab und reibt sich seine Augen.<br />
„Ja, stell dir vor, ich war bei unserem Kaffeekränzchen“, langsam wird Frau Konfusi etwas ungeduldig.<br />
„Hast du dich über irgendetwas geärgert?“, wird ihr Gemahl nun skeptisch, da ihm der seltsame Tonfall in der Stimme seiner Frau aufgefallen ist.<br />
„Ist schon gut, &#8211; halb so wild. Aber bist du gut voran gekommen?“<br />
„Ja, der Antrag für das neue Forschungsprojekt ist erstellt. Jetzt wollen wir hoffen, dass alles genehmigt wird.“<br />
Professor Konfusi schaltet seine Schreibtischlampe aus und geht zu seiner Frau in die Küche. Sie deckt dort gerade den Abendbrottisch, legt Lachsscheiben auf eine Servierplatte und gibt Toastbrot in den Toaster.<br />
„Oh es gibt Lachs! Lecker. Da brauchen wir nur noch ein Fläschchen Sekt dazu!“<br />
„Genau und den solltest du doch besorgen! Darum habe ich dich doch vor ein paar Stunden noch gebeten!“<br />
„Oh, das muss ich wohl überhört haben!“, unschuldig zuckt Professor Konfusi mit den Schultern.<br />
„Trotzdem machen wir uns jetzt einen gemütlichen Abend und du erzählst mir ein bisschen von eurem Kaffeekränzchen. Ich bin ganz für dich da und lausche andächtig deinen Worten“, verspricht er seiner Frau. „Ihr habt euch bestimmt viel zu erzählen gehabt!“<br />
„Das kann man schon sagen, jedenfalls ging uns der Gesprächsstoff nicht aus!“, bestätigt seine Gemahlin und will zum Erzählen ansetzen.<br />
Doch ihr Mann kommt ihr zuvor.<br />
„Weißt du, was ich neulich gelesen habe? Und zwar hat eine Untersuchung ergeben, dass Frauen viel mehr reden als Männer.“<br />
„Ach nein! Das kann gar nicht sein!“, versucht Frau Konfusi diesem Untersuchungsergebnis zu widersprechen.<br />
„Doch, doch!“, beteuert ihr Gatte. „Weil ihr lieben leidgeprüften Frauen nämlich immer alles mehrfach zu uns sagen müsst“, sagt er schelmisch und zieht eine Flasche Sekt hinter seinem Rücken hervor.</p>
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		<title>Ei, Ei, Ei und noch ein Ei</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/ei-ei-ei-und-noch-ein-ei/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Apr 2017 11:44:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weihnachten & Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[Ei]]></category>
		<category><![CDATA[Frühstück]]></category>
		<category><![CDATA[Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[rollen.]]></category>
		<category><![CDATA[Test]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist Wochenende und wir haben uns ein Stündchen länger Schlaf gegönnt. Auf dem Weg in die Küche erkundigt sich mein Mann bei mir nach meinen Geschichten, die ich im Blog eingestellt habe. „Du schreibst doch gerade Ostergeschichten, oder?“ Das fliegende Ei /Unsere persönliche Ostergeschichte „Ja, ich habe erst neulich von meiner Ostereiersuche als Kleinkind erzählt“, antworte ich ihm. „Wieso fragst du?“ „Du hast doch schon mehrere „Eiergeschichten“ geschrieben, stimmt&#8217;s?“, kommt wiederum eine Frage zurück. (Sorbische Ostereier) „Ich hätte da noch eine Idee für eine neue Eiergeschichte!“ „Hast du die heute Nacht geträumt?“ will ich grinsend wissen und erwarte jetzt eine Traumerzählung. In diesem Punkt habe ich mich allerdings getäuscht, denn mein Mann schüttelt den Kopf und gibt mir einen Tipp, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. „Nein, es ist eine wahre Begebenheit. Du kannst dich sicherlich noch an meinen Chef aus meiner Industriezeit erinnern.“ Ich nicke, denn genau jetzt erklingt sozusagen in meinem Ohr dessen George-Clooney-Stimme. Trotzdem weiß ich nicht, was er mit meinen (Oster)eiergeschichten zu tun haben könnte. Doch mein Mann gibt mir sofort den nächsten &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist Wochenende und wir haben uns ein Stündchen länger Schlaf gegönnt. Auf dem Weg in die Küche erkundigt sich mein Mann bei mir nach meinen Geschichten, die ich im Blog eingestellt habe.</strong></p>
<p><span class="dropcap">„D</span>u schreibst doch gerade Ostergeschichten, oder?“ <a href="http://lifetellsstories.de/das-fliegende-ei/">Das fliegende Ei</a> /<a href="http://lifetellsstories.de/unsere-persoenliche-ostergeschichte/">Unsere persönliche Ostergeschichte</a><br />
„Ja, ich habe erst neulich von meiner <a href="http://lifetellsstories.de/4093-2/">Ostereiersuche als Kleinkind</a> erzählt“, antworte ich ihm. „Wieso fragst du?“<br />
„Du hast doch schon mehrere „Eiergeschichten“ geschrieben, stimmt&#8217;s?“, kommt wiederum eine Frage zurück. (<a href="http://lifetellsstories.de/sorbische-ostereier/">Sorbische Ostereier</a>) „Ich hätte da noch eine Idee für eine neue Eiergeschichte!“<br />
„Hast du die heute Nacht geträumt?“ will ich grinsend wissen und erwarte jetzt eine Traumerzählung. In diesem Punkt habe ich mich allerdings getäuscht, denn mein Mann schüttelt den Kopf und gibt mir einen Tipp, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.<br />
„Nein, es ist eine wahre Begebenheit. Du kannst dich sicherlich noch an meinen Chef aus meiner Industriezeit erinnern.“<br />
Ich nicke, denn genau jetzt erklingt sozusagen in meinem Ohr dessen George-Clooney-Stimme. Trotzdem weiß ich nicht, was er mit meinen (Oster)eiergeschichten zu tun haben könnte. Doch mein Mann gibt mir sofort den nächsten Hinweis:<br />
„Er hat in München gelebt und wenn ich dort auf Dienstreise war, hat er mich immer vom Hotel abgeholt. Meistens saß ich noch beim Frühstück, wenn er eintraf. Er hat sich dann zu mir gesetzt und sich ebenfalls einen Kaffee, Brötchen und ein Frühstücksei bestellt.“<br />
Ich sehe meinen Mann ein wenig verwirrt an, weil bei mir immer noch nicht der Groschen gefallen ist. Irgendwie scheine ich im Moment auf dem Schlauch zu stehen.<br />
„Ich sage nur Eierstichtest!“, erklärt er und löst bei mir nicht nur die Erinnerung aus, sondern auch einen regelrechten Lachkrampf, in den mein Mann unweigerlich einstimmt.<br />
Nachdem wir uns einigermaßen beruhigt haben und auch wieder Luft bekommen, fordere ich Peter auf, mir alles noch einmal ganz genau zu berichten, da möglicherweise in meinem Gedächtnis doch einige Lücken vorhanden sind. Aber auch, weil ich es liebe, wenn er mir lustige Geschichten erzählt.<br />
„Wir sind gemeinsam häufig nach England geflogen und haben dann im selben Hotel übernachtet. Demzufolge haben wir auch morgens gemeinsam unser Frühstück eingenommen. Du weißt, wie gerne ich ein leckeres Frühstücksei esse, obwohl ich in England auch häufig „bacon and egg“ verspeist habe. An dem besagten Morgen hatte ich gerade mein Frühstücksei vor mir, als mein Chef erschien. Ich köpfte es und das Eigelb, aber auch das Eiweiß ergoss sich über das Tischtuch. Sowohl mein Chef als auch ich schauten ungläubig auf das zerflossene Ei.<br />
‚Was ist denn das?“, fragte ich. ‚Das ist doch kein Frühstücksei!‘<br />
Ich war total empört und auch mein Chef verwunderte sich sehr über die Konsistenz des Eis. Er zögerte nicht lange, beschwerte sich und bestellte für mich und ihn noch einmal jeweils ein Frühstücksei. Das auch prompt freundlich und mit Entschuldigungen von Seiten der Bedienung serviert wurde.“<br />
„Und jetzt kommt der Eierstichtest!?“ lache ich.<br />
„Genau! Mein Chef hat sein Messer genommen und damit in das Ei gestochen. Mit meinem Frühstücksei verfuhr er ebenso. Angeblich war er in der Lage so Rückschlüsse auf die Konsistenz des Eis zu schließen. Auf jeden Fall ließ er umgehend beide Eier wieder zurückgehen. Sein Test habe bewiesen, dass beide Eier wiederum zu weich gewesen seien. Auf seine Reklamation hin, erhielten wir kurz darauf wieder zwei frisch gekochte Eier. Du kannst dir sicherlich vorstellen, was er sogleich gemacht hat“, richtet Peter die rhetorische Frage an mich.<br />
„Einen erneuten Eierstichtest!“, kommt es blitzschnell aus meiner Richtung.<br />
„Richtig!“, bestätigt Peter meine Vermutung.<br />
„Und?“<br />
„Stell dir vor, die Eier waren laut seines Eierstichtests nun zu hart. So langsam war mir die Sache schon etwas unangenehm. Ihm jedoch in keiner Weise, denn er verbot mir regelrecht das Ei zu verzehren und orderte erneut zwei Frühstückseier. Anscheinend gab sich der Koch in der Küche jetzt besondere Mühe, denn der Test meines Chefs ergab, dass diese Eier genau die richtige Konsistenz aufweisen würden.“<br />
„Lass mich jetzt raten“, bitte ich meinen Mann. „Ihr hattet nach all dem Hin und Her überhaupt keinen Appetit mehr auf Frühstückseier?!“<br />
„Oh doch und wie. Jetzt erst recht. Jedenfalls ich. Immerhin hatte ich ja außer Kaffee noch nichts weiter zu mir genommen. Mir hing der Magen bereits in der Kniekehle. Meinem Chef allerdings schien der Appetit vollkommen vergangen zu sein. Er verweigerte nämlich sein Ei und schmierte sich nur ein Butterbrötchen. Er spendierte mir sozusagen sein Frühstücksei. Aber ich muss gestehen, dass der Eierstichtest meines Chefs vollkommen korrekt war. Die beiden Frühstückseier waren hervorragend, &#8211; nicht zu hart und nicht zu weich. Wenn ich ihn wieder einmal treffe, muss ich unbedingt fragen, ob er diesen Test immer noch durchführt.“<br />
„Wenn ich mich nicht verzählt habe, waren das jetzt sechs Eier!“<br />
„Neun vielleicht sogar! Ich glaube es ist noch einmal passiert und du musst mein allererstes Frühstücksei auch noch mitzählen. Aber immerhin habe ich die beiden letzten genüsslich verspeist“, rechnet Peter mir vor.<br />
Inzwischen haben wir in unserer Küche schon den Tisch gedeckt und während Peters Erzählung habe ich auch unsere Frühstückseier gekocht. Als ich sie auf den Tisch stelle, warne ich meinen Gatten lachend:<br />
„Unterstehe dich und mache auch den Eierstichtest. Hier gibt es keine Reklamationen. Wenn dir die Konsistenz des Eis nicht behagen sollte, so ist dir freigestellt, ein neues Ei zu kochen.“<br />
„Apropo Ei und Reklamation! Da fällt mir noch eine Geschichte aus unserem Leben ein“, ereifert sich Peter plötzlich.<br />
„Jetzt fang ja nicht mit diesen ollen Kamellen an, das ist doch schon fast vierzig Jahre her und niemals wieder vorgekommen“, kontere ich energisch.<br />
„Du gibst also zu, dass das Ei damals verdorben war?!“<br />
„Du hast es behauptet“, gestehe ich. „Das war mein letztes Ei, das ich im Kühlschrank in meiner Studentenbude hatte. Du wolltest es unbedingt essen. Ich weiß nicht wie lange es schon in meinem Kühlschrank gelegen hatte. Ich muss es total übersehen haben“, gebe ich zu.<br />
„Naja, das war ja auch nicht schlimm. Ich habe mich eigentlich mehr über dich geärgert“, erzählt Peter.<br />
„Ich frage mich nur wieso. Ich habe dir ja nicht absichtlich ein verdorbenes Ei gegeben.“<br />
„Das wohl nicht“, grinst mein Mann. „Aber als ich mich über den seltsamen Geruch beschwerte, hast du mir das nicht glauben wollen und dich aufgeführt, als hättest du das Ei selbst gelegt.“<br />
„Gack, gack, gaaaack!“, mache ich ein Huhn nach und lasse ein gekochtes Ei über den Tisch in Richtung Peter rollen.</p>
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