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	<title>Andenken &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Geschmacksveränderung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Sep 2018 17:04:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Plauderecke]]></category>
		<category><![CDATA[Andenken]]></category>
		<category><![CDATA[Geschmack]]></category>
		<category><![CDATA[Nerven]]></category>
		<category><![CDATA[plaudern]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
		<category><![CDATA[Wein]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie heißt es denn so schön: &#8222;Über Geschmack lässt sich streiten!&#8220; Oder lustiger ausgedrückt: &#8222;Die Geschmäcker der Gestecker  sind unterschiedlich.&#8220; Streiten möchte ich mich nicht, aber trotzdem möchte ich ein bisschen über den Geschmack mit Euch plaudern. Hierbei geht es mir nicht darum, ob das Kleid der Nachbarin gefällt oder nicht. Es geht auch nicht darum, ob Ihr einen ähnlichen Weingeschmack habt wie ich. Trotzdem beginne ich dieses Thema mit dem Wein: Genießt man in fröhlicher Runde, im Urlaub, in einer schönen Umgebung oder Atmosphäre etc. ein Gläschen Wein, das besonders gut mundet, möchte man diesen Geschmack gerne mit nach Hause nehmen und das Geschmackserlebnis sozusagen wiederholen. Man besorgt sich ein Fläschchen des köstlichen Weins, nimmt es mit, um dieses Getränk an einem gemütlichen Abend gemeinsam mit dem Partner im Wohnzimmer zu genießen. Und siehe da: Irgendetwas hat sich verändert. Der Wein schmeckt anders. Gut? Naja, eigentlich hat man schon besseren Wein getrunken. Seltsam!? Oder ein anderes Beispiel: Man ist beispielsweise im Ausland und kauft sich ein Andenken. Einen traditionell verzierten Krug, ein gemaltes Bild, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie heißt es denn so schön:</strong><br />
<strong>&#8222;Über Geschmack lässt sich streiten!&#8220;</strong><br />
<strong>Oder lustiger ausgedrückt:</strong><br />
<strong>&#8222;Die Geschmäcker der Gestecker  sind unterschiedlich.&#8220;</strong><br />
<span class="dropcap">S</span>treiten möchte ich mich nicht, aber trotzdem möchte ich ein bisschen über den Geschmack mit Euch plaudern.<br />
Hierbei geht es mir nicht darum, ob das Kleid der Nachbarin gefällt oder nicht. Es geht auch nicht darum, ob Ihr einen ähnlichen Weingeschmack habt wie ich. Trotzdem beginne ich dieses Thema mit dem Wein:</p>
<p>Genießt man in fröhlicher Runde, im Urlaub, in einer schönen Umgebung oder Atmosphäre etc. ein Gläschen Wein, das besonders gut mundet, möchte man diesen Geschmack gerne mit nach Hause nehmen und das Geschmackserlebnis sozusagen wiederholen. Man besorgt sich ein Fläschchen des köstlichen Weins, nimmt es mit, um dieses Getränk an einem gemütlichen Abend gemeinsam mit dem Partner im Wohnzimmer zu genießen. Und siehe da:</p>
<p>Irgendetwas hat sich verändert. Der Wein schmeckt anders.</p>
<p>Gut?</p>
<p>Naja, eigentlich hat man schon besseren Wein getrunken.</p>
<p>Seltsam!?</p>
<p>Oder ein anderes Beispiel:</p>
<p>Man ist beispielsweise im Ausland und kauft sich ein Andenken. Einen traditionell verzierten Krug, ein gemaltes Bild, eine handgefertigte Decke oder ein ähnliches Mitbringsel. Manchmal hat man auch schon eine Idee, wo es im eigenen Heim einen Platz finden soll. Nur, wenn man dieses besagte Etwas dann zu Hause auspackt, ist eine sonderbare Geschmacksveränderung eingetreten:</p>
<p>Das Mitbringsel passt überhaupt nicht in das eigene Heim, gefällt auch nicht mehr so richtig und man fragt sich, wie und wann diese Geschmacksveränderung eingetreten ist.</p>
<p>Habt Ihr auch schon dieses Phänomen erlebt?</p>
<p>Woran mag das liegen?</p>
<p>Haben wir unseren Geschmack so schnell verändert?</p>
<p>Sind unsere Geschmacksnerven irgendwie umprogrammiert?</p>
<p>Warum passiert das immer wieder?</p>
<p>Was macht Ihr im Falle einer Geschmacksveränderung mit dem jeweiligen Mitbringsel? Entsorgen? Im Keller oder auf dem Dachboden deponieren,&#8230;?</p>
<p>Trifft das immer zu oder gibt es auch Ausnahmen, bei denen keine Geschmacksveränderung eintritt?</p>
<p>Lasst uns einfach ein bisschen darüber plaudern!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/ausgedient/">Ausgedient</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/durch-die-luefte-getragen/">Durch die Lüfte getragen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/dumme-socke/">Dumme Socke</a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Fundstück aus vergangenen Zeiten</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/fundstueck-aus-vergangenen-zeiten/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/fundstueck-aus-vergangenen-zeiten/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Aug 2018 15:22:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Plauderecke]]></category>
		<category><![CDATA[Andenken]]></category>
		<category><![CDATA[Fund]]></category>
		<category><![CDATA[Garten]]></category>
		<category><![CDATA[Pflaumenbaum]]></category>
		<category><![CDATA[Zwetschgenmann]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn ich bei meiner Mutter zu Besuch bin, dann stöbere ich gerne in meinem Jugendzimmer, in dem meine Mutter nicht viel verändert hat. So passiert es, dass ich Dinge finde, die für mich einen Erinnerungswert haben und schöne Andenken sind.  Auch am vergangenen Wochenende habe ich meine Mutter besucht und Erinnerungen waren ebenfalls wieder mit von der Partie. Dieses Mal fiel mir ein Geschenk von meiner längst verstorbenen Tante in die Hände. Wie es dazu kam, erzähle ich Euch jetzt:   Da der Zwetschgenbaum im Garten meiner Mutter über und über voll war mit reifen Früchten, machte ich mich an die Ernte:  Bäumchen rüttel dich, Bäumchen schüttel dich, fällt herab ein Pfläumchen für mich. Erst eins, dann zwei, dann drei und noch viele mehr, bis mein Eimer ist voll und schwer. Eigentlich musste ich nicht schütteln und rütteln. Die Äste hingen voll und waren dadurch enorm schwer, so dass sie sich bis zum Boden hinab neigten. Ohne Mühe und ohne Leiter konnte ich die Zwetschgen ernten und die Eimer befüllen.  Bring sie nach Haus, esse &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn ich bei meiner Mutter zu Besuch bin, dann stöbere ich gerne in meinem Jugendzimmer, in dem meine Mutter nicht viel verändert hat. So passiert es, dass ich Dinge finde, die für mich einen Erinnerungswert haben und schöne Andenken sind.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p><span class="dropcap">A</span>uch am vergangenen Wochenende habe ich meine Mutter besucht und Erinnerungen waren ebenfalls wieder mit von der Partie. Dieses Mal fiel mir ein Geschenk von meiner längst verstorbenen Tante in die Hände. Wie es dazu kam, erzähle ich Euch jetzt:</p>
<p><span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Da der Zwetschgenbaum im Garten meiner Mutter über und über voll war mit reifen Früchten, machte ich mich an die Ernte:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>Bäumchen rüttel dich, Bäumchen schüttel dich,</em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>fällt herab ein Pfläumchen für mich.</em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>Erst eins, dann zwei, dann drei und noch viele mehr,</em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>bis mein Eimer ist voll und schwer.</em></strong></p>
<p>Eigentlich musste ich nicht schütteln und rütteln. Die Äste hingen voll und waren dadurch enorm schwer, so dass sie sich bis zum Boden hinab neigten. Ohne Mühe und ohne Leiter konnte ich die Zwetschgen ernten und die Eimer befüllen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>Bring sie nach Haus, esse sie einfach auf,</em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>wenn ich hab Appetit darauf.</em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>Backe Kuchen, den einen, dann noch den zweiten,</em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>versinke in Gedanken in alten Zeiten.</em></strong></p>
<p style="text-align: left;">Bald schon war uns klar, dass wir diese Unmengen an Zwetschen nicht verwerten konnten. Egal ob Mus oder Kuchen, zuviel des Guten ist einfach zuviel. Also überlegten wir, wer aus der Nachbarschaft und Bekanntschaft wohl noch Zwetschgen haben möchte.</p>
<p style="text-align: left;">Obwohl inzwischen viele Eimer abgeerntet sind, werden wohl noch einige Früchte für die Vögel übrig sein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Bevor wir uns mit Zwetschgen im Gepäck wieder auf den Heimweg machten, fiel mir etwas ein. Also rannte ich sogleich in mein ehemaliges Jugendzimmer und fand auch sofort, wonach ich suchte.</p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>Zwetschgenmann klein, Zwetschgenmann fein,</em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>bist schon so lange mein.</em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>Mit Zwetschgen, Korken und auch noch der Nuss,</em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>bist du ziemlich gut in Schuss.</em></strong></p>
<p>Nachdem ich diesen Zwetschgenmann ein wenig vom Staub befreit hatte, erstrahlte er wieder wie neu.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>Deine Augen so groß, Deine Augen so rund,</em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>dazu Nase und roter Mund.</em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>Weiße Haare, schwarzer Zylinder, die Laterne in der Hand,<span class="Apple-converted-space"> </span></em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>bist du bekannt im ganzen Land.</em></strong></p>
<p style="text-align: left;">Damals wie heute freue ich mich über diesen schönen Zwetschgenmann.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>Bäumchen rüttel dich, Bäumchen schüttel dich,</em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>fällt herab ein Pfläumchen für mich.</em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>Erst eins, dann zwei, dann drei und noch viele mehr,</em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>Zwetschgenmann, erfreust mich sehr.</em></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-5368 size-large aligncenter" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/08/1200px-IMG_4909-1024x768.jpg" alt="" width="840" height="630" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/08/1200px-IMG_4909-1024x768.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/08/1200px-IMG_4909-300x225.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/08/1200px-IMG_4909-768x576.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/08/1200px-IMG_4909.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/4549-2/">Das Wiedersehen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/scherben/">Scherben</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/filmreif/">Filmreif</a></p>
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		<title>Schau mal!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jun 2018 18:49:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Akten]]></category>
		<category><![CDATA[Andenken]]></category>
		<category><![CDATA[Gold]]></category>
		<category><![CDATA[Opa]]></category>
		<category><![CDATA[Ruhe]]></category>
		<category><![CDATA[schau]]></category>
		<category><![CDATA[Schloss]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich sitze in meinem Arbeitszimmer am Schreibtisch.  Um mich herum liegen Unterlagen und Papiere, die ich bearbeiten muss. Doch eine Akte, die ich hierfür dringend benötige, fehlt mir noch. Ein Blick zu meinem teilweise geöffneten Bücher- und Aktenschrank bestätigt mir, dass ich sie dort finden kann. Ich stehe auf, um mir die Akte zu holen, doch bevor ich diese ergreife, öffne ich aus einem mir unerfindlichen Grund die mittlere der drei Schranktüren. Hier befinden sich neben unserem Familienstammbuch auch die Bibel, die wir zur Hochzeit bekommen haben, mein Gesangsbuch, das mich bei meiner Erstkommunion begleitet hat und das alte Stammbuch meiner Uroma. Doch alles das interessiert mich im Moment herzlich wenig. Meine Augen erblicken nämlich etwas, das ganz unscheinbar neben diesem Stapel liegt.  Ich nehme dieses Etwas vorsichtig heraus, als wäre es ein besonderer Schatz, der sehr zerbrechlich ist. Tatsächlich handelt es sich um eine Kostbarkeit. Nicht im herkömmlichen Sinne. Kein Mensch würde dafür auch nur einen Euro hinlegen. Trotzdem ist dieses Etwas sehr wertvoll. Man kann seinen Wert nicht in Geld oder Gold aufwiegen, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich sitze in meinem Arbeitszimmer am Schreibtisch.<span class="Apple-converted-space">  </span>Um mich herum liegen Unterlagen und Papiere, die ich bearbeiten muss. Doch eine Akte, die ich hierfür dringend benötige, fehlt mir noch. Ein Blick zu meinem teilweise geöffneten Bücher- und Aktenschrank bestätigt mir, dass ich sie dort finden kann.</strong></p>
<p><span class="dropcap">I</span>ch stehe auf, um mir die Akte zu holen, doch bevor ich diese ergreife, öffne ich aus einem mir unerfindlichen Grund die mittlere der drei Schranktüren. Hier befinden sich neben unserem Familienstammbuch auch die Bibel, die wir zur Hochzeit bekommen haben, mein Gesangsbuch, das mich bei meiner Erstkommunion begleitet hat und das alte Stammbuch meiner Uroma. Doch alles das interessiert mich im Moment herzlich wenig. Meine Augen erblicken nämlich etwas, das ganz unscheinbar neben diesem Stapel liegt.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Ich nehme dieses Etwas vorsichtig heraus, als wäre es ein besonderer Schatz, der sehr zerbrechlich ist. Tatsächlich handelt es sich um eine Kostbarkeit. Nicht im herkömmlichen Sinne. Kein Mensch würde dafür auch nur einen Euro hinlegen. Trotzdem ist dieses Etwas sehr wertvoll. Man kann seinen Wert nicht in Geld oder Gold aufwiegen, denn es ist eine Kostbarkeit des Herzens. <span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Ich habe diesen Schatz seit mehr als fünfundzwanzig Jahren gut gehütet und dafür gesorgt, dass ihm nichts geschieht. Auch wenn wir dieses Etwas zeitweise vergessen haben, so war es immer gut verwahrt.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Gerade als auf meiner Handfläche der Schatz mit seinem kaum spürbaren Gewicht liegt und ich mit meinen Gedanken weit, weit weg in der Vergangenheit, bei wohlbekannten Orten und Personen weile, dringt an meine Ohren ein vertrautes Geräusch.<br />
Unten an der Haustür wird gerade der Schlüssel im Schloss umgedreht. Mein Göttergatte kommt nach Hause. Ich spurte die Treppen hinunter und begrüße ihn.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Ich muss dir unbedingt etwas zeigen“, trällere ich ihm begeistert entgegen.<br />
„Jetzt lass mich doch erst einmal richtig heim kommen“, meint er und stellt seine Laptoptasche im Flur ab. „Hat das nicht noch einen Moment Zeit?!“<br />
„Hmmm!“, antworte ich sichtlich enttäuscht.<br />
„Nachher, &#8211; ich will erst mal entspannen,- es war heute ziemlich stressig.“<br />
„Es wird dich aber interessieren“, versuche ich ihn neugierig zu machen. „Schau es dir doch wenigstens mal an!“<br />
„Na gut, sonst lässt du mir eh’ keine Ruhe!“, gibt mein Peter nach.<br />
„Ich muss nur schnell nach oben und es holen“, rufe ich begeistert und sause auch schon los.<br />
Er lässt sich in den Sessel fallen und wartet ab. Doch lange muss er nicht warten, denn ich bin in Nullkommanichts wieder da und stehe vor ihm. Leider sind meinem Mann inzwischen die Augen zugefallen. Ich frage mich, wie man von einer Sekunde zur anderen einschlafen und auch noch schnarchen kann. Es hilft aber alles nichts. So trolle ich mich still und leise davon und bereite schon mal das Abendessen vor.<br />
Und wie das so ist, habe ich die Sache bis zum späten Abend vergessen. Erst als mein Mann meint:<br />
„Was wolltest du mir eigentlich vorhin so dringend zeigen?“,<br />
fällt mir dieses kostbare Etwas wieder ein.<br />
„Schau mal, was ich hier habe“, sage ich und zeige ihm auf meiner flachen Hand meinen gutgehüteten Schatz.<br />
„Sieht aus wie ein altes, vergilbtes und gefaltetes kariertes Blatt Papier“, begutachtet Peter das Etwas.<br />
„So weit, so gut“, stimme ich ihm zu. „Aber jetzt warte mal ab!“<br />
„Mach es nicht so spannend und gib mir es einfach mal.“<br />
„Nein, ganz sicher nicht!“, entgegne ich. „Du machst es nur kaputt!“<br />
„Was soll an dem Papier schon kaputt gehen. Wie alt ist es denn, wenn du befürchtest, dass es zerfällt?“<br />
Ich kläre meinen Mann darüber auf, dass das Blatt Papier schon über fünfundzwanzig Jahre alt ist. Das bewirkt bei ihm allerdings nur ein verständnisloses Achselzucken. Ich gebe zu, dass dies auch keine Besonderheit ist und falte es langsam und vorsichtig auseinander.<br />
„Aha, da ist also was eingewickelt!“, schlussfolgert er und trifft damit ins Schwarze. Nachdem ich die letzte Lage entfaltet habe, liegt vor uns ein nahezu unbeschädigtes vierblättriges Kleeblatt.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Ein bisschen verblasst. Aber man kann es kaum glauben, dass das Chlorophyll doch so über die Jahrzehnte hinweg erhalten geblieben ist!“, staunt er nun. „Und nur, weil das Kleeblatt lichtgeschützt war.“<br />
Und gleich schiebt er eine Frage hinterher:<br />
„Woher stammt das Kleeblatt?“<br />
„Als T. so ungefähr drei oder vier Jahre alt war, ist er mal mit deinem Vater spazieren gegangen. Du kennst doch unseren Sohn: Er braucht nur auf eine Wiese herabzublicken und schon findet er ein vierblättriges Kleeblatt. Das war damals auch schon so. Dein Vater hatte einen Zettel dabei und hat es sorgfältig darin eingeschlagen. Nach dem Spaziergang hat er es mir gegeben und gesagt: ‚Das hat T. für die Mama gefunden!‘ “<br />
„Und du hast es all die Jahre aufgehoben. Wo hattest du es eigentlich?“, will Peter nun noch wissen.<br />
&#8222;Ich habe es damals in mein Führerscheinmäppchen gelegt. Dort lag es bis wir diesen grauen ‚Lappen‘ gegen den neuen Führerschein in Kartenform eingetauscht haben. Dann lag es eine Weile im Tresor und nun schon seit vielen Jahren im Schrank in meinem Arbeitszimmer neben dem Familienstammbuch, wo ich es auch gleich wieder hinlege und weiterhin aufhebe.“<br />
„Eine schöne Erinnerung!“, sagt Peter.<br />
Ich nicke und nehme mir vor diesen kleinen Schatz unseren Sohn am nächsten Wochenende zu zeigen. Ich bin mir sicher, dass er sich noch daran erinnern kann und sich über dieses kleine Andenken an einen gemeinsamen Spaziergang mit seinem längst verstorbenen Opa freut.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-5226 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/06/1200px-IMG_4184-1024x768.jpg" alt="" width="840" height="630" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/06/1200px-IMG_4184-1024x768.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/06/1200px-IMG_4184-300x225.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/06/1200px-IMG_4184-768x576.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/06/1200px-IMG_4184.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/beschuetzer-einbrecher-holzfaeller-und-ein-ungeliebtes-haustier/">Beschützer, Einbrecher, Holzfäller und ein ungeliebtes Haustier</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-familien-b-c-2/">Das Familien A-B-C</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/vaters-lieblingsfilm/">Vater und Sohn</a></p>
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