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	<title>Schlange &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Dreibein &#038; Co</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Mar 2019 07:30:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Affe]]></category>
		<category><![CDATA[Garten]]></category>
		<category><![CDATA[Hund]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Heute habe ich eine Geschichte eingestellt, die ich vor langer Zeit geschrieben habe und die ich Euch nun vorstellen möchte: Wir frühstücken auf unserer Terrasse. Es ist Wochenende und die Sonne strahlt vom Himmel. Ich träume noch ein bisschen vor mich hin, da meint mein Mann: „Hier ist ganz schön was los!“ Verwirrt schaue ich ihn an. Irgendwie scheine ich gerade etwas verpasst zu haben. „Hörst du nichts?“ Ich lausche! Schulterzucken! Kopfschütteln! „Hör einfach genau hin!“ Wieder lausche ich. Es ist kein Krach oder Lärm zu vernehmen, weder der Rasenmäher unseres Nachbarn noch das Motorgeräusch eines Autos ist zu hören. Nichts! Jedenfalls nichts Außergewöhnliches. Und jetzt erkenne ich plötzlich was mein Mann meint: Dort oben im Baum zwitschert ein Vogel, davor sitzt lauernd unsere Katze Lottchen und macht gurrende Laute. Aus unserem Teich, der nebenbei bemerkt etwas mehr ist als eine überdimensionale Pfütze, höre ich einen Frosch quaken. Eine Wespe ist gerade im Anflug auf mein Nutellabrötchen, im Gras zirpst eine Grille und gerade kommt ein kleines Wollknäuel, Nachbars Mischlingshund, schwanzwedelnd und freudig bellend &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Heute habe ich eine Geschichte eingestellt, die ich vor langer Zeit geschrieben habe und die ich Euch nun vorstellen möchte:</strong></p>
<p><span class="dropcap">W</span>ir frühstücken auf unserer Terrasse. Es ist Wochenende und die Sonne strahlt vom Himmel. Ich träume noch ein bisschen vor mich hin, da meint mein Mann:</p>
<p>„Hier ist ganz schön was los!“<br />
Verwirrt schaue ich ihn an. Irgendwie scheine ich gerade etwas verpasst zu haben.<br />
„Hörst du nichts?“<br />
Ich lausche! Schulterzucken! Kopfschütteln!<br />
„Hör einfach genau hin!“<br />
Wieder lausche ich. Es ist kein Krach oder Lärm zu vernehmen, weder der Rasenmäher unseres Nachbarn noch das Motorgeräusch eines Autos ist zu hören. Nichts! Jedenfalls nichts Außergewöhnliches. Und jetzt erkenne ich plötzlich was mein Mann meint:<br />
Dort oben im Baum zwitschert ein Vogel, davor sitzt lauernd unsere Katze Lottchen und macht gurrende Laute. Aus unserem Teich, der nebenbei bemerkt etwas mehr ist als eine überdimensionale Pfütze, höre ich einen Frosch quaken. Eine Wespe ist gerade im Anflug auf mein Nutellabrötchen, im Gras zirpst eine Grille und gerade kommt ein kleines Wollknäuel, Nachbars Mischlingshund, schwanzwedelnd und freudig bellend auf mich zu gerannt. Unser Lottchen, das sich vorsichtshalber in eine andere Ecke verkrochen hat, erhält auch Besuch, nämlich von Kater Samy, den wir liebevoll Dreibein nennen, da ihm ein Bein amputiert werden musste.<br />
„Ja“, sage ich, „hier ist tatsächlich was los! Das reinste Biotop!“<br />
Ich habe noch nicht ausgeredet, da klingelt auch schon das Handy meines Göttergatten und er verzieht sich ins Haus. Mir ist jedoch gerade ein Gedanke gekommen:<br />
„Fehlt nur noch eine Schlange!“<br />
Aber das hatten wir ja auch schon. Damals spielte unser Sohn T. mit den Nachbarjungs vor dem Haus, mein Mann war ebenfalls draußen zugange und ich kümmerte mich um das Mittagessen. Plötzlich klopfte es am Fenster und gleichzeitig klingelte es an der Haustür.<br />
„Was ist denn? Ich kann gerade nicht!“, rief ich und rührte weiter in meinem Gulasch.<br />
Jetzt klopfte es auch noch an der Terrassentür im Esszimmer. Leicht genervt ging ich hin und sah Peter gestikulierend draußen vor der Scheibe stehen.<br />
„Da!“, rief er aufgeregt. „Eine Schlange!“<br />
„Immer diese Spielchen“, dachte ich und zeigte ihm einen Vogel. Als ich mich gerade umdrehen und weggehen wollte, klopfte er abermals, aber mittlerweile sehr energisch.<br />
Inzwischen waren unser Sohn und die Nachbarjungen ins Wohnzimmer gestürmt und suchten in allen Ecken.<br />
„Seid ihr gerade auf Großwildjagd oder was ist los?“, fragte ich sie.<br />
„Nein“, erklärte mir das Nachbarskind. „Frau Berg, hier ist eine Schlange drin!“<br />
Ich kam zu keiner Antwort mehr, denn schon stürmten sie alle in eine Ecke und tatsächlich lag dort eine Schlange. (Sie war durch die gekippte Terrassentür hereingekrochen und dabei von meinem Mann und den Jungs beobachtet worden.)<br />
„Geht mal alle zurück!“, rief ich besorgt. „Es könnte eine Giftschlange sein, die aus einem Terrarium ausgebüxt ist.“<br />
Während T. nach oben in sein Zimmer gerannt war, um sein Tier- und Pflanzenbestimmungsbuch zu holen, erschien mein Mann mit einer Schaufel in der Hand. Ich hatte es allerdings auch vorgezogen einige Schritte zurückzutreten, aber Peter nahm mutig, wie mir in diesem Moment schien, den Kampf mit der Schlange auf. Er nahm sie auf die Schaufel, ging auf uns zu und hielt sie uns unter die Nase. Sie lebte und bewegte sich. T., der mir das aufgeschlagene Buch unter die Nase hielt, meinte:<br />
„Sieht aus wie die hier!“<br />
„Schaff die aus unserem Wohnzimmer raus und nach draußen!“<br />
„Ist doch ganz harmlos!“, meinte jetzt auch der Nachbar, der alles mitbekommen und ins Haus gekommen war.<br />
Ja, ich hatte es inzwischen selbst erkannt, es war nur eine Ringelnatter, doch die wollte ich auch nicht im Wohnzimmer haben.<br />
Ebenso wenig mag ich die Mäuse im Haus haben, die Lottchen fängt. Zum Glück bringt sie uns keine, denn wir haben eine schlaue und lernfähige Katze. Peter, der Mitleid mit den armen Mäuschen hat, nimmt sie ihr nämlich jedes Mal ab. Daher bringt unser Lottchen die Mäuse seither zur Nachbarsfamilie.<br />
Manchmal missglückt eine solche Rettungsaktion allerdings auch, wie zum Beispiel die mit dem armen Maulwurf. Selbst sofortige Reanimationsversuche meines Gatten schlugen fehl und wir mussten dem kleinen Kerl neben unseren beiden Kaninchen und den beiden Meerschweinchen ein Grab schaufeln und ihn würdevoll beerdigen.<br />
Oder die zu rettende Maus wehrte sich mit allen Leibeskräften, die ihr zur Verfügung standen. Nachdem Peter sie aus Lottchens Fängen befreit hatte und sie behutsam in eine andere Ecke des Gartens tragen wollte, biss sie ihn aus lauter Panik in die Hand. Das wiederum hatte zur Folge, dass er sie mit sofortiger Wirkung auf die Erde setzte und sie um ihr Leben lief. Ob sie sich vor unserer Katze in Sicherheit bringen konnte, entzieht sich meiner Kenntnis. Peter jedenfalls stellte für die Maus keine Gefahr mehr dar.<br />
Peters Körperteile haben schon des Öfteren die Selbstverteidigungsmechanismen verschiedener Tiere zu spüren bekommen. So beispielsweise an unserer Hochzeit. Wir waren gerade mal ein oder zwei Stündchen vermählt und befanden uns im Kurpark zum Fototermin. Der Fotograf machte in dieser schönen Natur, mitten im Sommer, bei strahlendem Sonnenschein Aufnahmen von uns. Doch plötzlich schrie Peter auf:<br />
„Au! Verflixt! Was war das jetzt?“<br />
Eine Biene hatte sich unbemerkt auf meinem Brautkleid niedergelassen und als Peter seinen Arm um meine Taille legte, fühlte sie sich bedroht und stach zu.<br />
Dieses Körperteil schwoll damals zwar etwas an, bereitete aber ansonsten keinerlei Probleme. Ganz im Gegensatz zu dem Körperteil, das sich Jahre später ein anderes Tier aussuchte:<br />
Ich kann mich nicht mehr erinnern, welches Ersatzteil wir für unser Auto benötigten. Auf jeden Fall wollte Peter dieses Teil von einem Schrottplatz holen, um es dann selbst einzubauen. Der Eigentümer des besagten Platzes erklärte uns, dass er dieses vorrätig habe, allerdings müsse mein Mann es sich aus einem alten Auto erst ausbauen. So ging er voran, Peter hinterher und dahinter lief der Schäferhund des Schrottplatzbesitzers. So liefen sie im Entenmarsch über den Platz. Aus heiterem Himmel, ohne dass sich mein Mann etwas zu Schulden kommen hätte lassen und ohne Vorwarnung, biss der Hund ihn einfach in seinen Allerwertesten.<br />
„Au!“, schrie er auf. „Der hat mich gerade gebissen!“<br />
„Quatsch!“, antwortete das Herrchen. „Der beißt nicht!“<br />
Der Schäferhund schaute lässig von einem zum anderen, als könne er kein Wässerchen trüben.<br />
„Na, doch! Er hat mich aber gerade gebissen!“<br />
„Kann überhaupt nicht sein! Schauen Sie sich ihn doch an, der ist total lieb!“<br />
„Ist ja möglich, aber trotzdem hat er mich in mein Hinterteil gebissen.“<br />
So kam es, dass mein Mann außer dem Ersatzteil vom Schrottplatzbesitzer auch noch eine Tetanusspritze vom Arzt bekam.<br />
Aber nicht immer waren unsere Begegnungen mit fremden Tieren von Schmerz und Pein überlagert, wir hatten oft auch schon viel Spass mit folgenden (vierbeinigen) Lebewesen. Ich will hierbei gar nicht von meinen Ritten auf einem Esel, Kamel oder Elefanten erzählen, obwohl die sehr lustig waren und von vielen Schreien meinerseits begleitet wurden. Ich denke hierbei eher an zwei Ereignisse auf der schönen Insel Mallorca:<br />
Unser Sohn war noch im Grundschulalter, als wir auf unserer Lieblingsinsel Urlaub machten. Wir hatten einen Mietwagen und fuhren auf der Insel kreuz und quer. So kamen wir auch zu einem Safaripark. Die Tiere liefen frei herum und wir fuhren im Auto über das Gelände. T. freute sich riesig, die Löwen, Zebras oder Kängurus neben, vor und hinter uns in freier Wildbahn zu sehen. Wir waren ja im Inneren des Wagens gut geschützt. Doch wir hatten nicht mit den Affen gerechnet. Die sprangen nämlich auch auf das Auto und nicht nur auf die Motorhaube.<br />
„Achtung, Papa!“, schrie T. auf einmal voller Panik. „Die sind auf dem Dach!“<br />
„Ja und?“<br />
Wir schauten nach oben. Oh, verflixt! Wir hatten vergessen das Schiebedach zu schließen.<br />
„Los, alle Mann zu machen!“, befahl Peter.<br />
Mit vereinten Kräften zerrten wir am Schiebedach von innen, aber gleichzeitig zerrten auch zwei Affen von außen. Jetzt war die Frage, wer war schneller, beziehungsweise, wer hatte die größte Kraft. Wir siegten!!! Zum Glück schafften wir es, bevor einer der Affen in das Innere des Wagens dringen konnte. Da hätte der Spaß nämlich ein Ende gehabt.<br />
Spaß hatten mein Mann und ich auch viele Jahre später, als wir ohne unseren inzwischen erwachsenen Sohn diese Sonneninsel besuchten. Wir waren zur kulturellen Besichtigung auf dem Privatgut „La Granja“ und standen auf einmal etwas abseits des Weges vor einem Hundezwinger. Der süße Mischling kam auch sofort wedelnd an das Zwingergitter und ließ sich durch die Stäbe hindurch streicheln.<br />
„Du bist aber ein süßer kleiner Hund!“, sprach Peter auf ihn ein.<br />
Der Hund signalisierte ganz deutlich, dass er gerne rauskommen wollte.<br />
„Ich darf dich nicht rauslassen“, redete mein Mann weiter. „Aber die Tür kann ich ein bisschen aufmachen, das Schloss ist nämlich offen.“<br />
„Lass das lieber!“, rief ich noch aus, aber da war es auch schon zu spät.<br />
Peter hatte die Tür nur einen Spalt breit geöffnet, das reichte jedoch aus. Der Hund schlüpfte schnell hindurch. Zack, war er weg und Peter rannte hinterher. Das ging eine ganze Weile so, denn wir versuchten ihn dazu zu bewegen, wieder zurück in den Zwinger zu laufen. Leider vergeblich. Er entwischte uns! Aber da er auf das Gut gehörte, kannte er sich aus und fand alleine wieder zurück.</p>
<p>„Du sitzt ja immer noch hier draußen!“, stellt mein Mann fest, als er sein Telefonat beendet hat und wieder in den Garten kommt.<br />
„Ach“, entgegne ich. „Mir sind da gerade ein paar Erinnerungen in den Sinn gekommen.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2014/10/1200px-DSC02150.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-159" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2014/10/1200px-DSC02150-150x150.jpg" alt="1200px-DSC02150" width="164" height="164" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2014/10/1200px-DSC02150-150x150.jpg 150w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2014/10/1200px-DSC02150-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 164px) 100vw, 164px" /></a></p>
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		<title>Ein Falke, zwei Prinzessinnen und meine Heimatstadt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Sep 2016 18:56:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Dies & Das und sonst noch Was]]></category>
		<category><![CDATA[Dies & Das und sonst noch Was 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Schlange]]></category>
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		<category><![CDATA[Wolf]]></category>
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					<description><![CDATA[Was ich Euch heute berichte, ist nicht einfach nur eine Geschichte. Es ist die Legende von einem bestimmten Ort, von meiner alten Heimat, von hier ganz weit fort. Sie erzählt ein Geschehen vor langer Zeit, weit, weit zurück in der Vergangenheit. Ich kenne die Legende seit Kindheitstagen schon, drum lauscht, wenn ich jetzt erzähle Euch davon: Einst vor vielen, vielen hunderten von Jahren, zwei Königstöchter aus Schottland waren. Rosamund und Dichamund ihre Namen, sie nach Germanien kamen. Sie wollten die Heiden bekehren und ihnen das Christentum lehren. Sie nach Buchonia kamen, dem Buchenland, wie die Gegend des Vogelsberges damals genannt. An einem Bach sie verweilten und zu dessen Ufer durstig eilten. Eine Hirschkuh mit ihren Jungen sie sahen, aber auch einen bösen Wolf sich nahen. Dieser wollte die Jungen ihr entreißen, aber die Hirschkuh begann zu beißen und er fiel hinein in den reißenden Bach, besiegt von der Hirschkuh, so schwach. Einen Augenblick nur später, sie sahen eine Schlange als Übeltäter. Diese kroch heimlich einen Baum hinauf und schon nahm das Schicksal seinen Lauf. In &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was ich Euch heute berichte,<br />
ist nicht einfach nur eine Geschichte.<br />
Es ist die Legende von einem bestimmten Ort,<br />
von meiner alten Heimat, von hier ganz weit fort.</p>
<p>Sie erzählt ein Geschehen vor langer Zeit,<br />
weit, weit zurück in der Vergangenheit.<br />
Ich kenne die Legende seit Kindheitstagen schon,<br />
drum lauscht, wenn ich jetzt erzähle Euch davon:</p>
<p>Einst vor vielen, vielen hunderten von Jahren,<br />
zwei Königstöchter aus Schottland waren.<br />
Rosamund und Dichamund ihre Namen,<br />
sie nach Germanien kamen.</p>
<p>Sie wollten die Heiden bekehren<br />
und ihnen das Christentum lehren.<br />
Sie nach Buchonia kamen, dem Buchenland,<br />
wie die Gegend des Vogelsberges damals genannt.</p>
<p>An einem Bach sie verweilten<br />
und zu dessen Ufer durstig eilten.<br />
Eine Hirschkuh mit ihren Jungen sie sahen,<br />
aber auch einen bösen Wolf sich nahen.</p>
<p>Dieser wollte die Jungen ihr entreißen,<br />
aber die Hirschkuh begann zu beißen<br />
und er fiel hinein in den reißenden Bach,<br />
besiegt von der Hirschkuh, so schwach.</p>
<p>Einen Augenblick nur später,<br />
sie sahen eine Schlange als Übeltäter.<br />
Diese kroch heimlich einen Baum hinauf<br />
und schon nahm das Schicksal seinen Lauf.</p>
<p>In einem Vogelnest die kleinen Meisen,<br />
gedacht sie geschwind zu verspeisen.<br />
Die Meisenmutter machte ihr den Garaus<br />
und hackte ihr wütend die Augen aus.</p>
<p>Wolf und Schlange nun im Bach drin liegen,<br />
die Schwachen konnten die Starken besiegen.<br />
Rosamund und Dichamund nächtigen unter dem Baum,<br />
als der Herr erschien ihnen im Traum.</p>
<p>Am nächsten Morgen die Beiden waren in großen Nöten.<br />
Zwei heidnische Fürsten voller Zorn sie wollten töten.<br />
Im Zweikampf unter den Buchen,<br />
sie wollten ihr Leben zu retten versuchen.</p>
<p>Plötzlich ein Falke aus den Wolken ganz weit oben,<br />
kam herunter zu ihrer beider Hilfe geflogen.<br />
Er hackte den bösen Fürsten die Augen aus,<br />
diese fielen zu Boden und hauchten ihr Leben aus.</p>
<p>Große Angst überfiel der Fürsten Gefolge,<br />
sie alle sich taufen ließen infolge.<br />
Rosamund und Dichamund lobten und priesen Gottes Wort<br />
und gründeten eine Niederlassung an diesem Ort.</p>
<p>Die beiden Königstöchter waren aus Schottland gekommen<br />
und so später der Ort den Namen Schotten hat bekommen.<br />
Der Falke ist zu der Stadt Wappentier fortan ernannt,<br />
damit die Legende auch weiterhin ist bekannt.</p>
<p>Weil ich in dieser Stadt bin geboren,<br />
diese Legende soll nicht gehen verloren.<br />
Darum schrieb ich dieses kleine Gedicht,<br />
das von einem Falken und zwei Prinzessinnen spricht.</p>
<p>Wer mir dies und die Legende nicht glauben mag,<br />
der komme und schaue nach Schotten einen Tag.<br />
Sucht den Falken und haltet die Augen offen dort,<br />
denn auch ich bin noch oft an diesem Ort.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Zwischen Kampf und Unterhaltung</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/zwischen-kampf-und-unterhaltung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Feb 2016 22:22:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Automat]]></category>
		<category><![CDATA[Flaschen]]></category>
		<category><![CDATA[Getränke]]></category>
		<category><![CDATA[Kampf]]></category>
		<category><![CDATA[Kaugummi]]></category>
		<category><![CDATA[Schlange]]></category>
		<category><![CDATA[Sortiment]]></category>
		<category><![CDATA[Trick]]></category>
		<category><![CDATA[Überredung]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Welt wird mehr und mehr von Automaten beherrscht. Überall stehen sie rum und warten darauf von uns bedient zu werden. Meist funktionieren sie auf Knopfdruck, aber manchmal auch nicht. Dann wehren sie sich irgendwie gegen unsere Behandlung. Vielleicht haben wir die falschen Knöpfe gedrückt, zu leicht, zu fest oder zu lange gedrückt oder die Automaten sind in die Jahre gekommen und reagieren einfach nicht mehr. Möglicherweise führen sie auch eine Art Eigenleben. Ich denke gerade so vor mich hin: „Früher als Kind war unser erster Kontakt mit der Welt der heimtückischen Automaten, derjenige mit den Kaugummiautomaten. Zehner rein, gedreht und schon kullerte der Kaugummi heraus, Klappe auf, Kaugummi raus, in den Mund gesteckt und losgekaut.“ Vor meinem inneren Auge sehe ich mich mit meinen Freundinnen vor einem solchen Kaugummiautomat stehen. „So einfach war das damals“, überlege ich weiter. „Der nächste Kontakt war dann mit den Briefmarkenautomaten, was sich eigentlich auch ganz einfach gestaltete.“ Ich erinnere mich, dass man hierbei eine Kurbel drehen musste. „Dann waren da noch die Zigarettenautomaten, die ebenfalls einfach zu bedienen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Welt wird mehr und mehr von Automaten beherrscht. Überall stehen sie rum und warten darauf von uns bedient zu werden. Meist funktionieren sie auf Knopfdruck, aber manchmal auch nicht. Dann wehren sie sich irgendwie gegen unsere Behandlung. Vielleicht haben wir die falschen Knöpfe gedrückt, zu leicht, zu fest oder zu lange gedrückt oder die Automaten sind in die Jahre gekommen und reagieren einfach nicht mehr. Möglicherweise führen sie auch eine Art Eigenleben.</strong><br />
<span class="dropcap">I</span>ch denke gerade so vor mich hin: „Früher als Kind war unser erster Kontakt mit der Welt der heimtückischen Automaten, derjenige mit den Kaugummiautomaten. Zehner rein, gedreht und schon kullerte der Kaugummi heraus, Klappe auf, Kaugummi raus, in den Mund gesteckt und losgekaut.“ Vor meinem inneren Auge sehe ich mich mit meinen Freundinnen vor einem solchen Kaugummiautomat stehen.<br />
„So einfach war das damals“, überlege ich weiter. „Der nächste Kontakt war dann mit den Briefmarkenautomaten, was sich eigentlich auch ganz einfach gestaltete.“<br />
Ich erinnere mich, dass man hierbei eine Kurbel drehen musste.<br />
„Dann waren da noch die Zigarettenautomaten, die ebenfalls einfach zu bedienen waren“, wandere ich in Gedanken weiter.<br />
Selbst ich als Nichtraucher weiß, dass man das Geld in den Schlitz warf und dann die betreffende Schublade aufziehen musste und schon war die Zigarettenpackung greifbar. Heutzutage weiß ich allerdings nicht mehr, wie diese Automaten überhaupt funktionieren. Ich rauche nicht und habe mich deshalb auch nie mit einem solchen Automat, der jetzt den Personalausweis verlangt, auseinander gesetzt.<br />
Inzwischen bin ich total in Gedanken versunken und stelle so für mich fest, dass ich immer öfter Gespräche oder Kämpfe mit diversen Automaten ausführe.<br />
„Ja“, wandern meine Gedanken weiter, „ich unterhalte mich beispielsweise immer mit dem Ticketautomat am Bahnhof. Beim ersten Mal hat sich dieses Gespräch noch etwas schwierig gestaltet und ich musste ihm alles immer mehrmals sagen, bevor wir unser Gespräch mit dem entsprechenden Erfolg beenden konnten. Inzwischen funktioniert es manchmal auch wortlos. Keine Ahnung, an wem dies nun liegt. Vielleicht hat sich der Automat an mich oder ich mich an ihn gewöhnt. Aber wir kommen miteinander klar.“<br />
Bei diesen Überlegungen muss ich in mich hinein lächeln, anscheinend aber auch nach außen für jedermann sichtbar, denn mein Mann fragt mich plötzlich:<br />
„Was gibt es hier zu grinsen?“<br />
„Ach, eigentlich nichts. Das erzähle ich dir später, aber jetzt muss ich noch schnell in den Supermarkt Getränke holen!“<br />
„Prima, ich komme mit, denn ich will eben noch mal schnell in den Baummarkt.“<br />
Jetzt stelle ich noch Körbe und Taschen mit meinem Leergut in den Kofferraum und schon kann unsere Einkaufstour beginnen.<br />
„Lass mal!“, sagt Peter als wir am Parkplatz vor dem offenen Kofferraum stehen, „das mache ich schon!“<br />
Ich greife mir die Taschen mit den leeren Plastikflaschen und ihm überlasse ich die schweren Glasflaschen. Irgendwie merke ich schon, dass sich seine Schritte beschleunigen, je näher wir den beiden Leergutautomaten kommen. Ich glaube es macht ihm Spaß, die Flaschen in den Automat zu schieben. Nun gut, er macht es ja auch selten, also lasse ich ihm die Freude. Aber eigentlich will ich auch! Absolut kindisch ist das, ich weiß es. Wahrscheinlich ist das noch so ein Relikt aus der Sandkastenzeit, als jeder das Schippchen des anderen haben wollte.<br />
„Mit Sicherheit weiß Peter nicht, dass man diesen Automat mit Vorsicht genießen und diverse Überredungskünste beherrschen muss, damit dieser das Geforderte tut“, überlege ich noch.<br />
Da stehen wir auch schon vor ihm und stecken die Flaschen abwechselnd in die Öffnung. Das klappt aber nur bei den ersten drei Flaschen, dann weigert sich der Automat schon.<br />
„Also auf in den Kampf!“, denke ich mir und sage dann zu meinem Peter:<br />
„Lass mich mal!“ Du machst das nicht richtig. Der Automat ist dein Tempo nicht gewohnt, du machst das viel zu schnell.“<br />
„Ach Quatsch!“, meint mein Göttergatte. „So ein Automat muss das können, immerhin ist er dafür konstruiert.“<br />
„Trotzdem ist er wohl anderer Meinung. Warum sonst schiebt er immer wieder die Flasche zurück?!“<br />
Ich entnehme also die Flasche, um sie ganz vorsichtig und langsam wieder hinein zu legen. Ich warte ab, bis sie fast verschwunden ist und erst dann schiebe ich die nächste langsam nach.<br />
„Siehst du! Klappt doch!“<br />
Denkste! Schon verweigert er wieder den Gehorsam.<br />
„Was ist denn jetzt schon wieder los?“, richte ich meine Frage an den Flaschenautomat.<br />
„Hier steht es doch!“, sagt Peter und deutet mit dem Finger auf das Display. „Die Flasche gehört nicht in das Sortiment des Marktes“, liest er vor. „Wer weiß, wo du die gekauft hast?!“<br />
„Ach so ein Blödsinn“, erkläre ich. „Die habe ich hier gekauft.&#8220; Und zum Automaten gerichtet, füge ich hinzu: „Also nimm sie gefälligst auch wieder zurück!“<br />
Ganz vorsichtig schiebe ich die Bierflasche wieder in die Öffnung. Trotzdem erzählt er mir wieder dasselbe.<br />
„Aha“, kommt mir eine Idee. „Du willst also, dass ich diese Bügelflasche zumache. Okay, aber jetzt nimmst du sie!“<br />
Ja genau! Das funktioniert. Also machen wir jetzt alle Flaschen mit Bügelverschluss erst einmal zu und dann legt mein Mann siegessicher die nächste Flasche rein.<br />
„Die Flasche gehört nicht in das Sortiment des Marktes“, wiederholt der Automat.<br />
„Was willst du denn noch von mir?“, frage ich ihn. „Der Flaschenboden war zuerst drin, der Bügelverschluss ist zu. Was also magst du jetzt nicht?“<br />
Ich überlege kurz, dann erkläre ich meinem Mann: „Wirf erst einmal eine ganz andere Flasche ein und dann wieder eine von den Bierflaschen!“<br />
„Und was soll das bringen? Glaubst du etwa, dass er sich ablenken lässt?“<br />
Trotzdem befolgt mein Mann meine Anweisungen. Und was passiert? Mit diesem Trick funktioniert es plötzlich.<br />
„Du kennst dich wirklich aus!“, sagt Peter jetzt anerkennend zu mir und steckt die nächste Wasserflasche in die runde Öffnung.<br />
Wer glaubt, dass der Automat nun ergeben zu unseren Diensten ist, der täuscht sich gewaltig. Jetzt erklärt er uns nämlich, dass wir uns doch bitte an das Verkaufspersonal wenden sollen, denn der Auffangbehälter sei voll.<br />
„Komm, wir gehen zu dem anderen Automat“, sage ich und deute auf das zweite Exemplar gleich nebenan.<br />
Wir haben Glück, denn niemand steht davor, so dass wir sofort wechseln können. Das geht dann auch bei den ersten vier Flaschen recht flott, doch dann mokiert sich der Herr Automat darüber, dass die Flasche deformiert sei.<br />
„Jetzt hab dich mal nicht so“, versuche ich ihn einzuschüchtern. Vorsichtshalber drehe ich jedoch die Flasche so, dass der Scanner die deformierte Seite nicht erkennt. Ich habe Glück und der Automat ist mit diesem Trick einverstanden. Seltsamerweise akzeptiert er auch die nächsten fünf Flaschen ohne Probleme. Doch dann ist er schon wieder der Meinung, dass das Objekt in seiner Öffnung nicht aus dem Sortiment des Marktes stammt. Allerdings ist er schon befriedigt, als Peter den Scancode nach oben dreht.<br />
Völlig eingeschüchtert beseitigen wir die Deformierung der nächsten Plastikflasche, bevor wir sie mit angehaltenem Atem in die Öffnung schieben.<br />
„Uff!“, atme ich erleichtert auf. „Das wäre wieder einmal geschafft!“<br />
Als wir uns umdrehen, erkennen wir, dass sich hinter uns eine Schlange gebildet hat, die fast bis zum Ausgang des Marktes reicht. Außerdem blicken wir auch noch geradewegs in ein uns bekanntes Augenpaar.<br />
„Seid ihr verantwortlich für diese Schlange?“, fragt uns eine Frau aus dem Nachbarhaus in unserer Straße.<br />
Schnell schütteln wir den Kopf und lächeln total unschuldig. Im Grunde genommen sind wir das ja auch nicht, denn immerhin war es der Automat, der alles so verkompliziert hat.<br />
Aber ehrlich gesagt, hat es auch Spaß gemacht, denn: Wer außer uns führt schon eine solch interessante und anregende Unterhaltung mit einem Getränkeautomat?</p>
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		<title>Hilfe!!!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2015 22:10:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Bügelbrett]]></category>
		<category><![CDATA[Bügeleisen]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Idee zu dieser Geschichte lieferte mir ein anderer eifriger Leser meines Blogs. Er berichtete mir von einer wahren Begebenheit, die allerdings schon einige Jahrzehnte zurückliegt. Da sowohl er als auch seine Gattin mit Humor gesegnet sind und beide dieses Ereignis mittlerweile auch mit Fassung tragen, erlaubten sie mir daraus eine Geschichte für meinen Blog zu machen, vermischt wiederum mit ein bisschen Fantasie. Nennen wir die Protagonisten einfach mal: Sabine, Klaus, Hartmut und Max und schon kann es losgehen: Sabine und Klaus sind inzwischen in einem Alter, in dem man gerne einmal in Erinnerungen schwelgt. Vor einem Jahr haben sie ihre Silberhochzeit gefeiert und einen Enkelsohn, den fünfjährigen Max haben sie auch schon. „Opa!“, ruft Max aus seiner Spielecke, die der Großvater für ihn im Gästezimmer eingerichtet hat. „Komm schnell! Meine Eisenbahn ist kaputt!“ Klaus begutachtet sogleich die Lokomotive, deren Kontakte sich nur ein wenig verbogen haben und schon kann sie wieder über die Gleise flitzen. „Du bist ein richtiger Held!“, ruft Max aus, drückt seinen Opa ganz fest und gibt ihm einen Kuss auf &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Idee zu dieser Geschichte lieferte mir ein anderer eifriger Leser meines Blogs. Er berichtete mir von einer wahren Begebenheit, die allerdings schon einige Jahrzehnte zurückliegt. Da sowohl er als auch seine Gattin mit Humor gesegnet sind und beide dieses Ereignis mittlerweile auch mit Fassung tragen, erlaubten sie mir daraus eine Geschichte für meinen Blog zu machen, vermischt wiederum mit ein bisschen Fantasie. Nennen wir die Protagonisten einfach mal: Sabine, Klaus, Hartmut und Max und schon kann es losgehen:</strong></p>
<p><span class="dropcap">S</span>abine und Klaus sind inzwischen in einem Alter, in dem man gerne einmal in Erinnerungen schwelgt. Vor einem Jahr haben sie ihre Silberhochzeit gefeiert und einen Enkelsohn, den fünfjährigen Max haben sie auch schon.<br />
„Opa!“, ruft Max aus seiner Spielecke, die der Großvater für ihn im Gästezimmer eingerichtet hat. „Komm schnell! Meine Eisenbahn ist kaputt!“ Klaus begutachtet sogleich die Lokomotive, deren Kontakte sich nur ein wenig verbogen haben und schon kann sie wieder über die Gleise flitzen.<br />
„Du bist ein richtiger Held!“, ruft Max aus, drückt seinen Opa ganz fest und gibt ihm einen Kuss auf die Wange. Noch bevor Großvater Klaus sich stolz seiner Heldentat rühmen kann, hört er Großmutter Sabine laut lachen. Klaus und Max sehen sie verwundert und fragend an:<br />
„Ja, ja ich dachte auch einmal, dass Opa so ein Held ist wie Superman. Aber dann … naja, damals war er vielleicht einfach nur noch etwas zu jung.“<br />
„Was war denn damals?“, will Max wissen.<br />
„Warte mal!“, sagt Großmutter Sabine und geht zum Bücherregal. Sie zieht ein altes Fotoalbum hervor, setzt sich in einen Sessel und blättert darin herum, bis sie die entsprechenden Fotos gefunden hat.<br />
Max schlüpft ganz schnell auf ihren Schoß und steckt seinen Kopf zwischen die Albumseiten.<br />
„Wieso habt ihr einen Wäschekorb fotografiert und was liegt da auf der Schaufel?“<br />
„Lass dir das mal von Opa erzählen, der kann sich bestimmt auch noch erinnern!“<br />
„Bitte Opa! Erzähl!“, bettelt Max.<br />
„Großvater Klaus kann seinem Enkel keinen Wunsch abschlagen und so beginnt er zu erzählen:<br />
„Du kennst doch meinen Bruder Hartmut!“<br />
„Na klar!“, bestätigt Max. „Der bringt mir doch immer was mit, wenn er zu Besuch kommt.“<br />
„Hartmut war damals auch zu Besuch hier. Es war ein wunderschöner Samstagmorgen und wir hatten zu dritt auf der Terrasse gefrühstückt. Alles begann also ganz harmlos. Wir lachten und waren guter Dinge, aber das sollte sich bald ändern.<br />
Nach dem Frühstück ging ich ins Badezimmer um mich zu rasieren und Hartmut wollte oben in seinem ehemaligen Kinderzimmer ein wenig lesen.“<br />
„Und Oma? Was hast du gemacht?“, will Max wissen.<br />
„Ich lief erst in den Garten, um die Wäsche, die ich schon am Abend zuvor aufgehängt hatte, wieder abzuhängen. Danach ging ich in die Küche, holte Bügelbrett und Bügeleisen und begann die Wäsche zu bügeln.“<br />
„Alles war ganz friedlich doch plötzlich durchbrach ein Schrei die Stille im Haus“, erzählt Opa Klaus weiter.<br />
„Ahh! Hilfe! Und sofort kam der nächste Aufschrei: Hilfe, eine Schlange!“<br />
Max Augen werden immer größer und er hört dem Großvater gebannt zu.<br />
„ Ich dachte erst, ich hätte mich getäuscht oder es käme aus dem Radio. Aber es war eindeutig Oma Sabines Stimme. Ich dachte mir allerdings, dass meine Sabine ganz schön schlau war und es ein netter Versuch sei mich aus dem Badezimmer zu locken.“<br />
„Ich habe mir fast die Kehle aus dem Hals geschrien!“, ergänzt Großmutter Sabine.<br />
„Zugegeben, die Hilfeschreie wurden immer lauter und schriller. Ich wurde dann doch etwas skeptisch. Also beschloss ich meine Morgentoilette zu beenden und den Schreien auf den Grund zu gehen. Da vernahm ich auch Schritte auf der Treppe. Das schien Hartmut, mein Bruder, zu sein. Anscheinend war auch er neugierig geworden.<br />
Gemeinsam schlichen wir zur Küche, aus der recht deutliche Ansagen an uns zwei junge Männer kamen. Der genaue Wortlaut ist mir leider entfallen, doch ich glaube Oma Sabine erhoffte sich dringend Hilfe von uns.“<br />
„Aber sicher!“, ereifert sich Großmutter Sabine. „Ich arme Frau sah mich plötzlich einer Schlange gegenüber. Was sollte ich denn anders machen, als die beiden starken Männer zu Hilfe zu rufen, die im Haus waren. Sie mussten mich doch erretten.“<br />
„Und Opa?! Hast du das getan?“<br />
„Naja, mit Schlangen und Männern ist das so eine Sache“, versucht der Großvater auszuweichen.<br />
„Wenn da tatsächlich eine Schlange in der Küche ist, dann könnte sie auch irgendwo aus einem Terrarium ausgebüxt sein, dachte ich mir so und mein Bruder schien die gleichen Gedanken zu hegen.<br />
Auf jeden Fall ließen wir zunächst einmal Vorsicht walten. Man kann ja nie wissen…“<br />
Oma Sabine beginnt zu lachen: „Ich weiß nicht, wer sich hinter wem versteckte. Aber du kannst es dir so vorstellen, Max: Ich sah zwei Köpfe übereinander vorsichtig in die Küche spähen. Nur zu meiner Rettung kam keiner der beiden Superhelden zu mir in die Küche. Glaube mir, ich hatte richtig Angst, wagte mich kaum zu bewegen und mein Herz klopfte wie wild. Dein Opa und Hartmut konnten sich anscheinend aber auch nicht bewegen, denn sie standen die ganze Zeit über wie angewurzelt im Türrahmen.“<br />
„Zunächst konnten wir keine Gefahr erkennen, doch dann sahen wir sie“, übernimmt Großvater Klaus wieder die Erzählung. „Hinter dem Wäschekorb kam sie hervor gekrochen. Tatsächlich, es war eine Schlange.“<br />
Max schlägt sich die Hände vor den Mund und hält kurz die Luft an, so spannend findet er Opas und Omas Erzählung.<br />
„Beim zweiten Blick erkannten wir dann allerdings, dass es sich lediglich um eine Blindschleiche handelte. Also eine ganz harmlose Schlange.“<br />
„Gott sei Dank, denn jetzt konnten die beiden Männer getrost mutig sein“, erklärt Oma Sabine dem kleinen Max. „Ich wage mir nicht vorzustellen, was passiert wäre, wenn es eine Giftschlange gewesen wäre.“<br />
Opa Klaus ignoriert diese letzte Bemerkung seiner Frau, die ohnehin gleich weiter erzählt:<br />
„Wahrscheinlich war die Blindschleiche im Garten in den Korb und unter die Wäsche gekrochen. In den Garten hat sie Opa dann auch wieder befördert. Dafür hat er die Schaufel gebraucht. Und sein Bruder Hartmut hat den Wäschekorb und die Schaufel mit der Schlange darauf, schnell noch fotografiert. Und so kamen die beiden Fotos hier in das Album.“<br />
Eigentlich hatte sich Sabine damals mit zwei Männern im Haus etwas mehr Heldentum erhofft. Und ein bisschen enttäuscht war sie auch gewesen, dass sich ihr Liebster nicht wie Superman zu ihrer sofortigen Rettung in die Küche geschwungen hatte. Doch davon sagte sie ihrem Enkelsohn nichts, sondern meinte nur:<br />
„Ja, so ein kleiner Held war Opa damals ja vielleicht doch. Denn immerhin hat er mich im Endeffekt doch noch vor der harmlosen Schlange errettet und ihr auch noch das Leben geschenkt, indem er sie in die hinterste Ecke im Garten verbannte.“</p>
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<p>Vielleicht interessiert Euch auch noch meine Bloggeschichte, die den Leser dazu veranlasste mir über dieses Schlangenerlebnis zu berichten:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/dreibein-co-2/">Dreibein&amp; Co</a></p>
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