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	<title>Rucksack &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Nichts wie weg! (3)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Dec 2018 02:04:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten & Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[Fersen]]></category>
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					<description><![CDATA[Ja, ich hatte eine entscheidende Tatsache in meine Überlegungen nicht einbezogen, nämlich meine ziemlich kurzen Beine. Sie waren in zweierlei Hinsicht von Nachteil.  „Deine kurzen Beine lassen dich nur kleine Schritte machen“, wirst du jetzt denken, lieber Weihnachtsmann Willi. Stimmt, ich musste auf meiner Flucht ziemlich viele Schritte machen und kam trotzdem nur langsam vorwärts. Aber das Schlimmste war, dass der Fußball viel zu groß für mich war und ich ihn nicht mit Schwung in die Gläserabteilung schießen konnte. Auch verfehlte mein Schuss die Richtung. Er traf nicht die Gläser weit von mir entfernt, sondern eine Vase rechts direkt neben mir. &#8222;Ohje, ohje!&#8220;, dachte ich mir. Da begann diese auch schon zu wackeln und fiel mit lautem Getöse auf eine andere, die wiederum umfiel und gleich ein ganzes Sortiment an kleinen Porzellanväschen umwarf.  Durch die enorme Geräuschentwicklung wurden der Wachmann und sein Hund aufgescheucht. In Sekundenschnelle waren sie zur Stelle. Da ich hier kein einziges Wurststückchen versteckt hatte, schlug mein ausgeklügelter Plan damit fehl. Stattdessen waren sie mir auf den Fersen, da sie mich für &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ja, ich hatte eine entscheidende Tatsache in meine Überlegungen nicht einbezogen, nämlich meine ziemlich kurzen Beine. Sie waren in zweierlei Hinsicht von Nachteil.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong><br />
<strong>„Deine kurzen Beine lassen dich nur kleine Schritte machen“, wirst du jetzt denken, lieber Weihnachtsmann Willi.</strong><br />
<span class="dropcap">S</span>timmt, ich musste auf meiner Flucht ziemlich viele Schritte machen und kam trotzdem nur langsam vorwärts. Aber das Schlimmste war, dass der Fußball viel zu groß für mich war und ich ihn nicht mit Schwung in die Gläserabteilung schießen konnte. Auch verfehlte mein Schuss die Richtung. Er traf nicht die Gläser weit von mir entfernt, sondern eine Vase rechts direkt neben mir.<br />
&#8222;Ohje, ohje!&#8220;, dachte ich mir.<br />
Da begann diese auch schon zu wackeln und fiel mit lautem Getöse auf eine andere, die wiederum umfiel und gleich ein ganzes Sortiment an kleinen Porzellanväschen umwarf.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Durch die enorme Geräuschentwicklung wurden der Wachmann und sein Hund aufgescheucht. In Sekundenschnelle waren sie zur Stelle. Da ich hier kein einziges Wurststückchen versteckt hatte, schlug mein ausgeklügelter Plan damit fehl. Stattdessen waren sie mir auf den Fersen, da sie mich für einen flüchtenden Dieb hielten.<br />
„Fass, Hasso! Fass!“, rief der Wachmann seinem Hund ständig zu und ich fürchtete nicht nur um mein schönes Teddybärenfell, sondern auch um mein Leben.<br />
„Was soll ich nur tun?“, schoss es mir durch den Kopf. „Ich muss weg hier, bevor die Polizei eintrifft.“<br />
Die war allerdings schneller zur Stelle, als ich mir vorgestellt hatte. Aber, wie heißt es so schön?! Die Polizei, dein Freund und Helfer! Naja, so wirkliche Freunde waren es nicht, aber irgendwie haben sie mir doch letztendlich zur Flucht verholfen. Sie umzingelten mich und trieben mich in die Enge. Ich schlug wie ein Hase einen Haken nach dem anderen und landete in der Kofferabteilung. Im letzen Moment sah ich einen großen offenen Rucksack, in den ich hineinschlüpfte und mich ganz klein machte.<br />
&#8222;Das war Glück im Unglück&#8220;, dachte ich völlig außer Atem.<br />
Sie fanden mich nicht. Selbst Hasso konnte meine Fährte nicht mehr aufnehmen. Niemand entdeckte mich. Und so schlummerte ich vor lauter Erschöpfung ein. Ich erwachte wie mir schien erst Tage später wieder und befand mich mitsamt anderer Utensilien, die man auf mich geworfen hatte ohne mich in den Tiefen des Rucksackes zu entdecken, in einem Flugzeug hoch über den Wolken.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Ich bin auf dem Weg, lieber Weihnachtsmann Willi. Glaube mir, ich komme zu Dir! Ich weiß zwar noch nicht wie und wann, aber wir werden uns bald treffen, dessen bin ich mir jetzt ganz sicher!&#8220;<br />
Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich weder, wo das richtige Weihnachtsland ist, noch wer mir alles helfen würde dorthin zu gelangen…</p>
<p style="text-align: center;">Fortsetzung folgt&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p><a href="http://lifetellsstories.de/arme-kleine-gans/">Arme kleine Gans</a></p>
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		<title>Wetterprognosen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Oct 2018 14:25:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Aberglaube]]></category>
		<category><![CDATA[Herbst]]></category>
		<category><![CDATA[Küche]]></category>
		<category><![CDATA[Mist]]></category>
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					<description><![CDATA[Tanja hat Herbstferien. Es sind ihre ersten richtigen Schulferien, denn sie ist erst im Sommer eingeschult worden. Mit ihren Eltern macht sie Urlaub auf dem Bauernhof von Familie Sonnenschein in Bayern.  Für ein kleines Mädchen aus Berlin gibt es hier viel zu bestaunen. Auch ausprobieren und hier und da ein bisschen mithelfen darf sie, zum Beispiel beim Hühnerfüttern, beim Einsammeln der Eier oder beim Einsetzen der Tulpenzwiebeln. Bis jetzt wurde sie immer vom Bauer und der Bäuerin gelobt, denn sie hat alle ihr aufgetragenen Arbeiten sorgfältig und gewissenhaft erledigt. Obwohl der Korb mit den eingesammelten Eiern heute recht voll und auch schwer war, hat sie alle heil in der Küche bei der Bäuerin Hilde abgeliefert. „Das machst du toll, Tanja. Wie soll ich das alles nur bald wieder ohne dich schaffen?“ „Wenn du es nicht schaffst, komme ich einfach wieder hier her. Weihnachten sind doch Ferien und dann sind da auch noch die Winter,- Oster- und die großen Sommerferien“, meint Tanja. „Naja, das können  wir ja alles noch besprechen, aber jetzt setz dich schön mal &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Tanja hat Herbstferien. Es sind ihre ersten richtigen Schulferien, denn sie ist erst im Sommer eingeschult worden. Mit ihren Eltern macht sie Urlaub auf dem Bauernhof von Familie Sonnenschein in Bayern.<span class="Apple-converted-space">  </span>Für ein kleines Mädchen aus Berlin gibt es hier viel zu bestaunen.</strong><br />
<span class="dropcap">A</span>uch ausprobieren und hier und da ein bisschen mithelfen darf sie, zum Beispiel beim Hühnerfüttern, beim Einsammeln der Eier oder beim Einsetzen der Tulpenzwiebeln.<br />
Bis jetzt wurde sie immer vom Bauer und der Bäuerin gelobt, denn sie hat alle ihr aufgetragenen Arbeiten sorgfältig und gewissenhaft erledigt. Obwohl der Korb mit den eingesammelten Eiern heute recht voll und auch schwer war, hat sie alle heil in der Küche bei der Bäuerin Hilde abgeliefert.<br />
„Das machst du toll, Tanja. Wie soll ich das alles nur bald wieder ohne dich schaffen?“<br />
„Wenn du es nicht schaffst, komme ich einfach wieder hier her. Weihnachten sind doch Ferien und dann sind da auch noch die Winter,- Oster- und die großen Sommerferien“, meint Tanja.<br />
„Naja, das können<span class="Apple-converted-space">  </span>wir ja alles noch besprechen, aber jetzt setz dich schön mal hin und trinke deine Milch. Oder möchtest du lieber eine heiße Schokolade.“<br />
„Ohja eine Tasse heiße Schokolade, bitte! Die war gestern soooo lecker!“, sagt Tanja begeistert.<br />
„Die Milch und die frische Luft hier tun unserem Mädchen richtig gut“, meint Tanjas Mutter, die in diesem Moment die Küche betritt und ihrer Tochter zärtlich über die Haare streicht.<br />
Inzwischen sind alle um den Frühstückstisch versammelt. Bäuerin Hilde und Bauer Anton sitzen jeweils an der Stirnseite des großen Tisches. Tanja darf auf der Bank zwischen der „Ferienoma“ Maria und dem „Ferienopa“ Josef sitzen. Ihnen gegenüber nehmen Tanjas Eltern Platz.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Wir machen heute einen Ausflug, eine kleine Wanderung“, weiht Tanjas Vater alle Anwesenden ein.<br />
„Dann iss mal dein Frühstück ordentlich auf. Du hast doch bestimmt schon gemerkt, wenn man seinen Teller brav leerisst, dann scheint die Sonne. Und gutes Wetter brauche ich heute unbedingt. Ich habe mir nämlich eine weniger schöne Tätigkeit vorgenommen, das Fensterputzen. Aber es muss mal wieder sein“, erklärt die Bäuerin.<br />
„Ohje, Sie Arme!“, bedauert Tanjas Mutter die Bäuerin. „Wenn ich zu Hause meine Fenster putze, dann ist das Ergebnis immer nur von kurzer Dauer. Ich könnte fast jedes Mal wetten, dass es spätestens am nächsten Tag regnet.“<br />
„Das ist mir auch schon oft passiert!“, bestätigt die Bäuerin diesen Aberglauben.<br />
„Wartet mal!“, ruft da Oma Maria aus. „Ich muss euch unbedingt etwas mitgeben!“<br />
Sie verlässt die Küche, um eine Minute später wieder zu erscheinen.<br />
„Hier, den solltet ihr unbedingt mitnehmen!“<br />
Sie reicht Tanjas Vater einen Schirm und bittet ihn trotz momentanem Sonnenschein diesen in den Rucksack zu stecken.<br />
„Wenn ich den dabei habe regnet es nie. Nur wenn ich ihn zu Hause vergessen habe, dann regnet es ganz sicher. Das ist mir erst neulich wieder passiert!“, berichtet sie den Umstehenden.<br />
„Na, dann nehmen wir den Schirm selbstverständlich mit, damit unser Ausflug nicht ins Wasser fällt“, lenkt Tanjas<span class="Apple-converted-space">  </span>Vater ein und verstaut ihn in seinem Rucksack, obwohl er diese Sache mit dem Schirm für Zufall beziehungsweise Aberglauben hält.<br />
Als die drei Urlauber zur Haustür hinaus auf den Hof gehen, zeigt sich der Himmel in seinem schönsten Blau. Sie sind sich sicher, dass heute kein einziges Tröpfchen herabfallen wird und freuen sich auf den Tag. Die anderen wünschen ihnen eine schöne Wanderung und winken ihnen nach, als durch das Hoftor die Nachbarin herüber kommt.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Hoffentlich geht das gut“, meint sie skeptisch zu den Feriengästen und wirft einen Blick zum Himmel. „Ich nehme doch an, dass sie einen Regenschirm dabei haben.“<br />
Etwas verdutzt deutet Tanja auf den Rucksack, den ihr Vater geschultert hat.<span class="Apple-converted-space"> Irgendwie irritiert sie das ganze Gerede um das Wetter. Sagt der Vater sonst nicht immer, dass der Mensch das Wetter sowieso so nehmen muss, wie es eben ist?! Aber welche Vorahnung hat die Nachbarin nun schon wieder?</span><br />
„Ich habe heute so ein Ziehen in meinem Knie und das ist ein sicheres Zeichen, dass sich das Wetter ändert.“<br />
„Wir sind gewappnet!“, beteuert Tanjas Vater und schreitet mit Frau und Tochter frohgemut zum Hoftor hinaus. Hinter ihnen hören sie noch Opa Josef aus dem Küchenfenster rufen:<br />
„Ach Edith, du mit deinem Knie und dem Wetter. Du weißt doch:</p>
<p style="text-align: center;">„Kräht der Hahn auf dem Mist,<br />
ändert sich das Wetter oder bleibt wie es ist.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/jetzt-aergere-ich-mich-aber/">Jetzt ärgere ich mich aber&#8230;</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/durch-die-luefte-getragen/">Durch die Lüfte getragen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wenn-der-vater-mit-dem-sohn/">Wenn der Vater mit dem Sohn&#8230;</a></p>
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		<title>Karl und Pingy</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Jan 2017 15:54:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
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		<category><![CDATA[Traum]]></category>
		<category><![CDATA[Winter]]></category>
		<category><![CDATA[Zoo]]></category>
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					<description><![CDATA[Karl ist Tierpfleger. Er arbeitet in einem großen Zoo und kümmert sich um die Pinguine. Inzwischen ist er kurz vor der Rente, aber er kann sich ehrlich gesagt ein Leben ohne seine geliebten Pinguine nicht mehr vorstellen. Über vierzig Jahre kümmert er sich mittlerweile schon um diese niedlichen Tierchen. Mehrere Generationen dieser Tiere hat er inzwischen schon miterlebt, denn die Lebenserwartung der Kaiserpinguine beträgt gerade mal zwei Jahrzehnte, während die Zwergpinguine nur sechs Jahre zu erwarten haben. Karl ist immer traurig, wenn einer dieser Pinguine über die Regenbogenbrücke geht, aber er ist überglücklich, wenn sich Nachwuchs eingestellt hat. Diese Tiere sind sein Ein und Alles. Geheiratet hat er nie. „Sie sind meine Familie“, so pflegt er immer zu sagen. Mit den Jahren hat er sogar die „Sprache“ der Pinguine verstehen gelernt. Oft sitzt er einfach nur bei ihnen und erzählt ihnen Geschichten. Die lieben Tierchen scharen sich dann um ihn, wie die Zuhörerschaft um einen Vortragenden. Er erzählt ihnen von seinem kleinen Häuschen am Waldrand, seinem Garten und den Tieren, die dort leben oder aus &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Karl ist Tierpfleger. Er arbeitet in einem großen Zoo und kümmert sich um die Pinguine. Inzwischen ist er kurz vor der Rente, aber er kann sich ehrlich gesagt ein Leben ohne seine geliebten Pinguine nicht mehr vorstellen. Über vierzig Jahre kümmert er sich mittlerweile schon um diese niedlichen Tierchen. Mehrere Generationen dieser Tiere hat er inzwischen schon miterlebt, denn die Lebenserwartung der Kaiserpinguine beträgt gerade mal zwei Jahrzehnte, während die Zwergpinguine nur sechs Jahre zu erwarten haben.</strong></p>
<p><span class="dropcap">K</span>arl ist immer traurig, wenn einer dieser Pinguine über die Regenbogenbrücke geht, aber er ist überglücklich, wenn sich Nachwuchs eingestellt hat. Diese Tiere sind sein Ein und Alles. Geheiratet hat er nie.<br />
„Sie sind meine Familie“, so pflegt er immer zu sagen.<br />
Mit den Jahren hat er sogar die „Sprache“ der Pinguine verstehen gelernt. Oft sitzt er einfach nur bei ihnen und erzählt ihnen Geschichten. Die lieben Tierchen scharen sich dann um ihn, wie die Zuhörerschaft um einen Vortragenden. Er erzählt ihnen von seinem kleinen Häuschen am Waldrand, seinem Garten und den Tieren, die dort leben oder aus dem Wald zu ihm auf die Wiese kommen.<br />
Die Pinguine lieben Karl, denn er ist gut zu ihnen. Sie laufen ihm nach und freuen sich, wenn er ihnen Futter bringt. Er darf sie sogar streicheln und manchmal schwimmt er mit ihnen um die Wette. Das ist dann natürlich eine große Attraktion in dem Zoo und die Zuschauer applaudieren kräftig. Der Zoodirektor lässt Karl gewähren, denn dieses Schauspiel ist inzwischen schon im ganzen Land bekannt.<br />
„Karl und seine Pinguine bringen dem Zoo gute Besucherzahlen ein“, hat der Zoodirektor erst neulich in einem Zeitungsinterview gesagt.<br />
Einer der jungen Pinguine hat es Karl besonders angetan. Es ist Pingy, ein kleiner vorwitziger Kerl. Er folgt Karl auf Schritt und Tritt und hat schon mehrmals versucht mit ihm am Feierabend durch die Tür zu schlüpfen. Doch Karl hat immer gut aufgepasst und so ist es Pingy noch nie gelungen mit Karl den Zoo am Abend zu verlassen.<br />
Eines Tages im Winter erzählt Karl von seinem verschneiten Garten und dem zugefrorenen Teich, auf dem die Kinder aus dem Ort mit den Schlittschuhen ihre Runden drehen. Da erwacht in Pingy abermals die Sehnsucht die Welt außerhalb des Zoos kennenzulernen. Er schließt die Augen und beginnt einen Plan zu schmieden, wie ihm dies endlich gelingen könnte.<br />
„Der Rucksack!“, so denkt er, „Das ist die Lösung!“<br />
Er sieht Karls Rucksack in einer Ecke stehen und zu seiner Überraschung ist dieser ganz weit offen. Schnell schlüpft Pingy hinein und versteckt sich unter einem Schal und einer Mütze, die sich darin befinden. Es dauert eine halbe Ewigkeit bis der Rucksack endlich angehoben wird.<br />
„Hoffentlich schaut Karl nicht hinein und entdeckt mich“, denkt der kleine Pinguin.<br />
Seltsamerweise hat er sogar Glück, denn Karl schnappt sich nur den Rucksack und wirft ihn sich auf den Rücken.<br />
„Das war aber nicht sanft“, hätte Pingy beinahe gerufen, doch er verkneift es sich schnell. Der kleine Pinguin wundert sich zwar, dass Karl weder Schal noch Mütze zu benötigen scheint, aber seine Aufregung lässt nicht zu, dass er daran noch weitere Gedanken verschwendet.<br />
Karl verlässt mit raschen Schritten den Zoo und schwingt sich auf sein Moped. Er muss schnell nach Hause, um sich umzuziehen, denn am Abend will er zu seinem Kumpel Nils, der Pfleger im Eisbärengehege ist. Sie wollen gemeinsam mit Achim, der im Kassenhäuschen des Zoos arbeitet, eine Runde Skat spielen. Das tun sie jeden Mittwoch, seit nun fast dreißig Jahren.<br />
Als Karl auf seinem Moped durch die Straßen düst, muss er gehörig aufpassen, denn es ist glatt. Die Nachrichten haben sogar Blitzeis gemeldet.<br />
Karl wundert sich allerdings, dass ihm heute so viele Menschen freundlich zuwinken. Er ahnt nämlich nicht, dass aus seinem Rucksack ein kleiner Pinguin mit einer Mütze auf dem Kopf und einem Schal um den Hals heraus schaut.<br />
Zu Hause angekommen, wirft er seinen Rucksack auf die Gartenbank, springt schnell ins Haus und unter die Dusche. So kann Pingy unbemerkt aus dem Rucksack schlüpfen und in den Garten marschieren. Er hat auch sogleich den Teich gefunden, der verlassen im Mondlicht vor ihm liegt. Und noch etwas liegt da. Ein Paar klitzekleine Schlittschuhe.<br />
„Wie kommen die denn hierher?“, fragt Pingy und blinzelt hinauf zum Mond. „Ob mir die Schlittschuhe die kleine Mondfee geschickt hat?“<br />
Der Mond scheint plötzlich noch ein bisschen heller zu leuchten, so als wolle er Pingys Frage mit einem strahlenden Lächeln beantworten.<br />
Pingy schnallt sich schnell die Schlittschuhe an und dreht Runde um Runde auf dem kleinen Teich. Es ist herrlich und er jauchzt vor Vergnügen.<br />
„Ist das Leben schön! Ich komme mir vor wie in einem Traum!“, ruft er immer wieder begeistert aus.<br />
So fährt er bis ihn die Müdigkeit überfällt und plötzlich wie durch einen Zauber die Schlittschuhe unter seinen Füßen verschwunden sind. Mit letzter Kraft schafft er es noch in Karls Rucksack zu kriechen. Glücklich kuschelt er sich in den weichen Schal.<br />
„Guten Morgen, liebe Pinguine!“, ruft Karl seinen geliebten Tieren zu, zieht seine Mütze über beide Ohren und wickelt seinen Schal noch einmal mehr um den Hals. „Es gibt Frühstück!“<br />
Karl sieht den kleinen Pingy, der sich verschlafen die Augen reibt.<br />
„Na Kleiner, hast du schön geträumt?“<br />
„Oh ja, das habe ich“, antwortet Pingy.<br />
In Gedanken fügt er jedoch noch die Frage hinzu:<br />
„Oder war es vielleicht gar kein Traum? Aber schön war es auf alle Fälle.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/badetag/">Badetag</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/fraeulein-langhals/">Fräulein Langhals</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/im-land-der-affen/">Im Land der Affen</a></p>
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