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	<title>Pause &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Oma Hildis nächster Streich (2)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Feb 2021 13:28:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Füße]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Morgen versammelt sich die Familie gemeinsam rund um den Frühstückstisch. Oma Hildi sitzt ihrem Enkel gegenüber, der heute erst zur dritten Stunde Unterricht hat. „Hast du gut geschlafen, Oma?“, erkundigt sich dieser. „Danke der Nachfrage“, erwidert sie ohne wirklich eine Antwort zu geben. „Ist irgendetwas nicht in Ordnung?“, will jetzt auch ihre Tochter wissen und der Schwiegersohn blickt von der Morgenlektüre der Tageszeitung auf. „Ach“, erwidert Oma Hildi. „Anscheinend hat mich die gestrige Gutenachtgeschichte für meinen Enkel innerlich doch etwas aufgewühlt. Ich war heute Nacht weit in der Vergangenheit.“ Es herrscht Schweigen in der Runde, denn alle vermuten, dass sie sich wahrscheinlich in ihrer Kindheit befunden hat, die aber ab ihrem zehnten Lebensjahr leider vom Krieg begleitet war.  „Aber eigentlich war es ein schöner Traum. Ich war nämlich bei meiner Schwester.“ Leicht irritiert schaut die Familie sie an. Oma Hildis Schwester verstarb bereits im Alter von zehn Jahren an Diphtherie, eine Krankheit gegen die heutzutage jeder geimpft wird. Und der Bruder wurde leider ein Opfer des Krieges. Deshalb können sie sich alle nicht vorstellen, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am Morgen versammelt sich die Familie gemeinsam rund um den Frühstückstisch. Oma Hildi sitzt ihrem Enkel gegenüber, der heute erst zur dritten Stunde Unterricht hat.</strong></p>
<p><span class="dropcap">„H</span>ast du gut geschlafen, Oma?“, erkundigt sich dieser.</p>
<p>„Danke der Nachfrage“, erwidert sie ohne wirklich eine Antwort zu geben.<br />
„Ist irgendetwas nicht in Ordnung?“, will jetzt auch ihre Tochter wissen und der Schwiegersohn blickt von der Morgenlektüre der Tageszeitung auf.<br />
„Ach“, erwidert Oma Hildi. „Anscheinend hat mich die gestrige Gutenachtgeschichte für meinen Enkel innerlich doch etwas aufgewühlt. Ich war heute Nacht weit in der Vergangenheit.“<br />
Es herrscht Schweigen in der Runde, denn alle vermuten, dass sie sich wahrscheinlich in ihrer Kindheit befunden hat, die aber ab ihrem zehnten Lebensjahr leider vom Krieg begleitet war.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Aber eigentlich war es ein schöner Traum. Ich war nämlich bei meiner Schwester.“<br />
Leicht irritiert schaut die Familie sie an. Oma Hildis Schwester verstarb bereits im Alter von zehn Jahren an Diphtherie, eine Krankheit gegen die heutzutage jeder geimpft wird. Und der Bruder wurde leider ein Opfer des Krieges. Deshalb können sie sich alle nicht vorstellen, dass dieser Traum schön war. Doch Oma Hildi klärt auf und betont, dass es sich tatsächlich damals so abgespielt hat:<br />
„Meine Schwester ging bereits schon zur Schule, als ich noch ein kleines Kind war. Logisch, dass ich sie bewunderte. Es machte mich neugierig, was es mit der Schule auf sich hat und was dort so alles passiert.“<br />
„Hat sie dir das nicht erzählt?“, will der Enkel wissen.<br />
„Doch schon, aber ich wollte es sozusagen mit eigenen Augen sehen. Aber alle erklärten mir, dass ich noch nicht alt genug wäre, um in die Schule zu gehen. Ich sollte noch ein Weilchen warten, dann wäre ich auch dran.“<br />
„Das konntest du aber nicht akzeptieren, oder?“, mutmaßt der Enkel.<br />
„Nicht so recht“, bestätigt die Großmutter. „Und so kam es, dass ich meiner Schwester eines morgens von der Haustür aus hinterher sah, als sie sich auf den Schulweg machte. Ohne zu überlegen oder jemand Bescheid zu sagen, schlich ich ihr nach.“<br />
„Oh, hat sie das nicht bemerkt?“, erstaunt sich der Enkelsohn.<br />
„Zunächst einmal nicht, denn sie drehte sich nicht um, sondern ging immer weiter ihres Weges. Es war ziemlich weit und mir taten irgendwann die Füße weh. Auch kannte ich mich nicht mehr aus. So hätte ich gar nicht mehr umkehren und nach Hause gehen können, denn ich hätte mich sicherlich verlaufen.“<br />
„Hast du geweint?“<br />
„Das weiß ich nicht mehr, aber wahrscheinlich war mir mulmig zumute. Vielleicht habe ich ja doch ein bisschen gejammert oder meine Schwester gerufen. Auf jeden Fall hat sie mich plötzlich bemerkt. Inzwischen war es aber zu spät und zu weit, um wieder umzukehren und mich nach Hause zu bringen. Sie wäre keinesfalls noch rechtzeitig vor Schulbeginn wieder zurück gewesen. Also nahm sie mich mit in die Schule.“<br />
„Bestimmt haben sie sofort deine Eltern verständigt!“, überlegt sich der Enkelsohn.<br />
„Das ging doch nicht. Wir hatten weder Telefon noch Handy, so wie es heutzutage selbstverständlich ist.“<br />
„Deine Eltern müssen wahnsinnig vor Angst um dich geworden sein, als sie dein Verschwinden bemerkt haben.“<br />
„Darüber machen sich kleine Kinder anscheinend keine Gedanken. Die Lehrerin wusste sich auch nicht anders zu helfen, als mich am Unterricht teilhaben zu lassen. Ich musste mich ganz hinten in die letzte Reihe setzen und vollkommen still sein. Bitte fragt mich nicht, ob meine Schwester und ich schon früher heimgehen durften. An die ganzen Kleinigkeiten kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern. Auch nicht, ob meine Eltern mit mir geschimpft haben oder einfach nur froh waren, dass ich wieder da war, ist mir entfallen. Jedenfalls wusste ich jetzt, was es mit der Schule auf sich hatte und wollte so schnell wie möglich auch da hin. Besonders gut hat mir das Melden imponiert, nur das stillsitzen hat mir nicht so gefallen. Die Lehrerin war sehr nett und die Klassenkameraden meiner Schwester waren begeistert endlich mal einen Gast zu haben. Sie kümmerten sich in der Pause rührend um mich. Das konnte mir nur gefallen.“<br />
„Wenn du dich doch in der Schule so wohlgefühlt hast“, meint der Enkel, „dann solltest du gleich mit mir dorthin marschieren. Hinten bei Markus ist nämlich noch ein Platz frei. Da kannst du dich hinsetzen und ihm beim Aufsatz helfen, den wir heute schreiben sollen. Du kannst doch so gut Geschichten erzählen.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr das auch noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/die-christel-von-der-post/">Die Christel von der Post</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/der-luemmel-aus-der-letzten-bank/">Der Lümmel aus der letzten Bank</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/aus-der-schulzeit-meiner-mutter/">Aus der Schulzeit meiner Mutter</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Juhuu!!!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Aug 2018 12:54:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[juhuu]]></category>
		<category><![CDATA[Kindskopf]]></category>
		<category><![CDATA[Luftsprung]]></category>
		<category><![CDATA[Pause]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Zeigefinger]]></category>
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					<description><![CDATA[Die folgende Geschichte gehört wieder einmal in die Sparte „Erinnerungen“. Sie passt hervorragend in diese Jahreszeit und ganz speziell sogar zu der momentan vorherrschenden Hitze. Eigentlich kann ich nur wiedergeben, was mir mein Mann seit Jahren in regelmäßigen Abständen erzählt, denn nicht ich, sondern er hat diesem Ereignis beigewohnt. Lange Rede, kurzer Sinn: Heute ist es wieder einmal soweit und mein Mann beginnt zu erzählen: „Eigentlich ist es schade, dass die Kinder zur Zeit keine Schule haben?“ Noch ahne ich nicht, worauf mein Peter hinaus will und frage deshalb leicht irritiert: „Wieso das denn? Jetzt sind Sommerferien, &#8211;  genau richtig bei dieser Affenhitze.“ „So entgeht ihnen aber die schönste Seite des Schullebens.“ „Und die wäre?“ „Na, das ist doch ganz klar. Bei Hitze gibt es Hitzefrei. Und da fällt mir auch sogleich ein gemeinsamer Schulkamerad von uns ein.“ „Aha und wer soll das sein?“ Mein Gatte kratzt sich am Kopf und erklärt mir mit todernster Miene: „Den Namen kann ich Dir leider nicht nennen. Nicht, weil ich ihn nicht mehr wüsste, aber die neuen Datenschutzrichtlinien &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Die folgende Geschichte gehört wieder einmal in die Sparte „Erinnerungen“. Sie passt hervorragend in diese Jahreszeit und ganz speziell sogar zu der momentan vorherrschenden Hitze. Eigentlich kann ich nur wiedergeben, was mir mein Mann seit Jahren in regelmäßigen Abständen erzählt, denn nicht ich, sondern er hat diesem Ereignis beigewohnt.</strong><br />
<span class="dropcap">L</span>ange Rede, kurzer Sinn: Heute ist es wieder einmal soweit und mein Mann beginnt zu erzählen:<br />
„Eigentlich ist es schade, dass die Kinder zur Zeit keine Schule haben?“<br />
Noch ahne ich nicht, worauf mein Peter hinaus will und frage deshalb leicht irritiert:<br />
„Wieso das denn? Jetzt sind Sommerferien, &#8211;<span class="Apple-converted-space">  </span>genau richtig bei dieser Affenhitze.“<br />
„So entgeht ihnen aber die schönste Seite des Schullebens.“<br />
„Und die wäre?“<br />
„Na, das ist doch ganz klar. Bei Hitze gibt es Hitzefrei. Und da fällt mir auch sogleich ein gemeinsamer Schulkamerad von uns ein.“<br />
„Aha und wer soll das sein?“<br />
Mein Gatte kratzt sich am Kopf und erklärt mir mit todernster Miene:<br />
„Den Namen kann ich Dir leider nicht nennen. Nicht, weil ich ihn nicht mehr wüsste, aber die neuen Datenschutzrichtlinien verbieten es mir. Nennen wir ihn einfach mal V. !“<br />
Inzwischen ist mir schon ziemlich klar, um welche Begebenheit es sich handelt und von wem Peter spricht.<br />
„Ach, du meinst V…!“<br />
„Psst!“<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Mit gespieltem Entsetzen hält er den Zeigefinger vor den Mund, um mir anzudeuten, keinen Namen zu nennen. In der nächsten Sekunde jedoch beginnen wir beide zu grinsen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Man sollte es nicht für möglich halten, aber im selben Moment springt bei mir das Kopfkino an und ich sehe unseren ehemaligen Klassenkameraden in unserer Schule, die wir in der Oberstufe gemeinsam besuchten, vor mir. Schon damals, ungefähr zwei Jahre vor dem Abitur, war unser Klassenkamerad ein großer und kräftiger junger Mann, der allerdings noch in einer fast kindlichen Art einigen Unfug im Kopf hatte, also irgendwie ein sogenannter Kindskopf war. Besonders in dieser Situation, ließ er seinen manchmal überschwänglichen Gefühlen freien Lauf.<br />
„Wir hatten gerade Pause, glaube ich“, beginnt Peter seine Erzählung. „Zumindest waren wir im Gang vor dem Klassenzimmer. Wahrscheinlich war es uns draußen zu warm oder die Pause näherte sich dem Ende. So genau weiß ich das alles nicht mehr.“<br />
„Ist auch völlig belanglos!“, treibe ich ihn zum Weitererzählen an. Auch wenn er mir die Geschichte schon unzählige Male ausgemalt hat, höre ich ihm erwartungsvoll zu.<br />
&#8222;In dem Moment, als ich noch zwei Schritte vor der Tür und er genau im Türrahmen stand, ertönte eine Durchsage aus dem Lautsprecher.“<br />
„Ich nehme an, dass niemand ins Lehrerzimmer gerufen wurde“, vermute ich.<br />
„Da vermutest du richtig. Es kam die Durchsage, dass es an diesem besagten Tag hitzefrei gibt.“<br />
„Da freut sich jedes Schülerherz!“<br />
„Ja und V. auch. Man kann seine Reaktion am besten folgendermaßen beschreiben:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p style="text-align: center;">Juhu!!!<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p style="text-align: center;">Hüpf!!!<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p style="text-align: center;">Peng!!!<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p style="text-align: center;">Boing!!!“</p>
<p>„Und was bedeutet diese Comicsprache übersetzt? Wenn schon, dann will ich jetzt auch die ausführliche Version hören“, gebe ich meinem Mann zu verstehen.<br />
„Wie gesagt, V. stand direkt im Türrahmen, als sich seine überschwänglichen Gefühle bezüglich der Durchsage äußerten. Er schrie voller Freude und Begeisterung<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p style="text-align: center;">‚Juhuu!!!‘</p>
<p>Im selben Moment hüpfte er mit Schwung und Elan hoch, also:</p>
<p style="text-align: center;">‚Hüpf!!!‘</p>
<p>Dabei knallte er mit ungehinderter Wucht mit dem Kopf an den oberen Türrahmen, also:</p>
<p style="text-align: center;">‚Peng!!!‘</p>
<p>Eine Sekunde später fiel er stangenlang um, also:</p>
<p style="text-align: center;">‚Boing!!!’</p>
<p>Obwohl man in einem solchen Fall nicht lachen, sondern den armen V. bedauern sollte, können wir uns im Nachhinein einen Lacher nicht verkneifen.<br />
„Damals hat keiner gelacht. Wir hatten alle einen tüchtigen Schreck bekommen und machten uns Sorgen um V.<span class="Apple-converted-space">  </span>Das Ende vom Lied, beziehungsweise von seinem Begeisterungssprung, war nämlich ein Loch im Kopf. Am nächsten Tag kam er mit einem Verband in die Schule. Die Wunde musste genäht werden.“<br />
„Ohje, der Arme!“, schäme ich mich meines Lachers. „Das hat bestimmt höllisch weh getan!“<br />
„Inzwischen lacht er wahrscheinlich selbst darüber. Dieses Hitzefrei war für ihn sicherlich unvergesslich und möglicherweise erzählt er längst seinen Enkelkindern diese Geschichte.&#8220;<br />
&#8222;Auf alle Fälle schaut V. erst einmal nach, ob nichts über ihm schwebt, bevor er einen begeisterten Luftsprung macht“, füge ich hinzu.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/4395-2/">Verwunschener Garten (Teil 1)</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/verwunschener-garten-teil-2/">Verwunschener Garten (Teil 2)</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/verwunschener-garten-teil-3/">Verwunschener Garten (Teil 3)</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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