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	<title>Aufsatz &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Ehrlich währt am längsten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jan 2020 18:31:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Aufsatz]]></category>
		<category><![CDATA[ehrlich]]></category>
		<category><![CDATA[Feder]]></category>
		<category><![CDATA[Katzenklo]]></category>
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					<description><![CDATA[Paulchen, wie ihn alle nennen, trottet langsam von der Schule nach Hause. Er hat es heute nicht eilig. Normalerweise ist seine Mutter nach Schulschluss schon daheim. Das Mittagessen steht dann dampfend auf dem Tisch und er kann sofort seinen Hunger stillen. Man muss wissen, dass Paulchen immer und zu jeder Tages- oder Nachtzeit Hunger hat. Er könnte immer essen. Es ist sozusagen sein Hobby. Seine Mutter meint deshalb immer lachend: „Dein erstes Wort war Hunger!“ Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum Paulchen nicht aussieht wie der Suppenkasper, sondern eher wie ein Rollmops, nämlich kugelrund.  Heute hat seine Mutter in seiner großen Pause angerufen und ihm erklärt, dass sie für eine Kollegin die Schicht übernehmen soll und erst am Abend heimkommt. Das Mittagessen müsse er sich aus der Kühltruhe holen und in der Mikrowelle warm machen.  Okay, das ist jetzt nicht der Grund für seinen Frust. Immerhin gibt es etwas zu essen. Genau für solche Fälle kocht Mutter nämlich vor und alles, was sie kocht schmeckt einfach lecker. Der Grund ist eher darin zu suchen, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Paulchen, wie ihn alle nennen, trottet langsam von der Schule nach Hause. Er hat es heute nicht eilig. Normalerweise ist seine Mutter nach Schulschluss schon daheim. Das Mittagessen steht dann dampfend auf dem Tisch und er kann sofort seinen Hunger stillen. Man muss wissen, dass Paulchen immer und zu jeder Tages- oder Nachtzeit Hunger hat. Er könnte immer essen. Es ist sozusagen sein Hobby. </strong></p>
<p><span class="dropcap">S</span>eine Mutter meint deshalb immer lachend:</p>
<p>„Dein erstes Wort war Hunger!“</p>
<p>Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum Paulchen nicht aussieht wie der Suppenkasper, sondern eher wie ein Rollmops, nämlich kugelrund.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Heute hat seine Mutter in seiner großen Pause angerufen und ihm erklärt, dass sie für eine Kollegin die Schicht übernehmen soll und erst am Abend heimkommt. Das Mittagessen müsse er sich aus der Kühltruhe holen und in der Mikrowelle warm machen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Okay, das ist jetzt nicht der Grund für seinen Frust. Immerhin gibt es etwas zu essen. Genau für solche Fälle kocht Mutter nämlich vor und alles, was sie kocht schmeckt einfach lecker.<br />
Der Grund ist eher darin zu suchen, dass die Mutter einen Satz nachgeschoben hat und die Lehrerin auch noch auf eine richtig blöde Idee gekommen ist.<br />
„Ich habe dir einen Zettel auf den Küchentisch gelegt und darauf steht alles, was du heute für mich erledigen musst“, hat die Mutter ihm gesagt und noch bevor er Einspruch erheben konnte, hat sie aufgelegt.<br />
„Schreibt mal bis übermorgen einen kleinen Aufsatz zum Thema ‚Ehrlich währt am längsten‘“, hat die Lehrerin dann am Ende der Deutschstunde gemeint.<br />
„Warum kommt eigentlich immer alles auf einmal?“, fragt sich Paulchen und kickt verärgert einen Stein gegen eine Mülltonne, die am Straßenrand steht.<br />
„Junger Mann, was sind das für Manieren?!“, meint eine vorübergehende ältere Frau kopfschüttelnd und Paulchen geht gleich einen Schritt schneller, damit sie nicht noch mehr sagen kann.<br />
Zuhause überfliegt er den Aufgabenzettel von seiner Mutter.<br />
„Naja, bis auf das stinkende Katzenklo, ist es gar nicht so schlimm“, sagt er halblaut. „Die Spülmaschine schalte ich jetzt gleich ein und dann wird erst mal was gegessen!“<br />
Gesagt, getan. Er sucht sich Spagetti Bolognese aus. Allerdings muss er feststellen, dass nur noch flache Teller im Küchenschrank stehen, die tiefen Teller sind in der Spülmaschine.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Spagetti Bolognese serviert die Mutter aber immer in tiefen Tellern, daran erinnert sich Paulchen in diesem Moment.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Na, dann nehme ich einfach einen Teller von dem guten Geschirr. Ich wasche ihn nachher gleich ab und stelle ihn wieder in den Wohnzimmerschrank. Dann merkt Mutter nichts.“<br />
Paulchen beeilt sich, dass er sein Vorhaben auch gleich nach dem Essen in die Tat umsetzt.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Für einen einzigen Teller lasse ich doch das Spülbecken nicht mit Wasser volllaufen. Das ist Wasserverschwendung!“, überlegt er sich.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
So stellt Paulchen den Teller ins Spülbecken und schüttet Spülmittel darauf, greift zur Spülbürste und fegt damit über das gute Geschirr.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„So und jetzt mit Wasser abspülen und alles ist perfekt“, denkt er und greift geschwind nach dem Teller.<br />
Vielleicht hantiert er im Eifer des Gefechts eine Kleinigkeit zu schnell und vielleicht auch zu unachtsam. So genau lässt sich das nicht sagen.<br />
Auf jeden Fall rutscht ihm der Teller aus der Hand, knallt in das Spülbecken, es macht „Klirr!“  und er zerbricht in zwei große Teile.<br />
„Oh nein!“, entfährt es Paulchen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Der Junge ist entsetzt und kann sich erst einmal nicht regen. Als er gewissermaßen aus seiner Schockstarre wieder erwacht, nimmt er eine Abfalltüte und legt die Scherben hinein.<br />
„Jetzt mache ich noch schnell das Katzenklo sauber und dann werfe ich beides in die Mülltonne“, beschließt er und hofft, dass die Mutter nichts merken wird.<br />
Als er den Müll entsorgen will, fällt ihm eine blaue Feder, die er vor der Katzentoilette gefunden hat aus der Hosentasche und landet neben der Tonne. Paulchen will sich gerade bücken, da steht die Nachbarin vor ihm.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Hallo Paulchen!“, sagt sie und der Junge wirft die Tüte in die Tonne.<br />
„Na, das klirrt ja ganz schön. Hast du Geschirr kaputt gemacht? Das solltest du deiner Mutter aber sagen, du weißt doch: Ehrlich währt am längsten!“<br />
Bevor Paulchen etwas sagen kann, redet die Nachbarin weiter:<br />
„Ich bin auch ganz traurig. Mein blauer Wellensittich ist mir entwischt. Einfach durch das offene Fenster geflogen und weg war er. Ihm wird doch nichts zugestoßen sein! Wenn du ihn siehst, dann sag mir Bescheid, vielleicht ist er ja bei euch im Garten und lässt sich von mir wieder einfangen.“<br />
Paulchen kombiniert in Gedanken: Die blaue Feder neben dem Katzenklo, &#8211; seine Katze und der Wellensittich, &#8211; das kann nichts Gutes bedeuten.<span class="Apple-converted-space">  </span>So unauffällig wie möglich schiebt er vorsichtig mit dem Fuß die blaue Feder hinter die Tonne, damit die Nachbarin sie nicht sieht.<br />
„Sag mir Bescheid!“, bittet die Nachbarin nochmals. „Und denk daran: Ehrlich währt am längsten!“ Sie deutet auf die Tüten in der Mülltonne, deren Deckel Paulchen nun schließt und schnell ins Haus geht.<br />
Am Abend vor dem Schlafengehen beichtet er seiner Mutter die Sache mit dem Teller, der übrigens schon einen Sprung hatte, wie sich während des Gesprächs rausstellt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Gut, dass ich es ihr erzählt habe“, schreibt er am nächsten Tag unter seinen Aufsatz.<br />
„Aber was mache ich mit der Nachbarin? Ehrlich währt am längsten hat sie auch gesagt, aber sie weiß noch nichts von der blauen Feder…“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/1174-knut-knopf/">Knut Knopf</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/ich-hab-da-eine-kleine-macke/">Ich hab‘ da eine kleine Macke</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wir-haben-noch-alle-tassen-im-schrank/">Wir haben noch alle Tassen im Schrank</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>*Beitragsfoto von M.T.Berg</p>
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		<title>Der Aufsatz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Feb 2019 17:25:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Aufsatz]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrrad]]></category>
		<category><![CDATA[Luft]]></category>
		<category><![CDATA[Pferd]]></category>
		<category><![CDATA[Schwangerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Spaziergang]]></category>
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					<description><![CDATA[Eva muss Hausaufgaben machen. Sie soll einen Aufsatz schreiben, aber das Thema gefällt ihr gar nicht. Die Lehrerin hat den Schülern einfach nur das Wort „Zahlen“ an die Tafel geschrieben und gesagt, dass sie ihre Fantasie spielen lassen sollen.  Jetzt sitzt Eva schon eine ganze Weile vor ihrer leeren Seite. Nichts, aber auch gar nichts will ihr einfallen, da kann sie sich ihr Gehirn noch so sehr zermartern. Doch plötzlich horcht sie auf, denn jemand betritt ihr Zimmer. „Ach Opa, du bist es“, sagt sie fast schon ein wenig erleichtert. „Gut, dass du kommst. Bestimmt kannst du mir helfen.“ „Um was geht es denn?“, erkundigt sich Opa Waldemar. „Hast du Probleme bei den Hausaufgaben?“ „Das kann man wohl sagen. Wir sollen einen Aufsatz schreiben, irgendetwas mit Zahlen.“ „Bei den Mathehausaufgaben könnte ich dir helfen, aber im Aufsatzschreiben war ich in der Schule nicht gerade eine Leuchte.“ Enttäuscht sieht Eva ihren Großvater an, doch bei seinem nächsten Satz beginnt sie zu strahlen. „Ich würde vorschlagen, wir machen einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft. Dann wird &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eva muss Hausaufgaben machen. Sie soll einen Aufsatz schreiben, aber das Thema gefällt ihr gar nicht. Die Lehrerin hat den Schülern einfach nur das Wort „Zahlen“ an die Tafel geschrieben und gesagt, dass sie ihre Fantasie spielen lassen sollen.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p><span class="dropcap">J</span>etzt sitzt Eva schon eine ganze Weile vor ihrer leeren Seite. Nichts, aber auch gar nichts will ihr einfallen, da kann sie sich ihr Gehirn noch so sehr zermartern. Doch plötzlich horcht sie auf, denn jemand betritt ihr Zimmer.</p>
<p>„Ach Opa, du bist es“, sagt sie fast schon ein wenig erleichtert. „Gut, dass du kommst. Bestimmt kannst du mir helfen.“</p>
<p>„Um was geht es denn?“, erkundigt sich Opa Waldemar. „Hast du Probleme bei den Hausaufgaben?“</p>
<p>„Das kann man wohl sagen. Wir sollen einen Aufsatz schreiben, irgendetwas mit Zahlen.“</p>
<p>„Bei den Mathehausaufgaben könnte ich dir helfen, aber im Aufsatzschreiben war ich in der Schule nicht gerade eine Leuchte.“</p>
<p>Enttäuscht sieht Eva ihren Großvater an, doch bei seinem nächsten Satz beginnt sie zu strahlen.</p>
<p>„Ich würde vorschlagen, wir machen einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft. Dann wird der Kopf frei und du kannst hinterher besser denken.“</p>
<p>Eva und Opa Waldemar gehen in den nahegelegenen Stadtpark. Auf der Parkbank unter der großen Linde sitzt ein Mann, den Opa kennt und mit dem er ins Gespräch kommt. Eva steht dabei und hört zunächst ein wenig gelangweilt zu. Allerdings je besser sie hinhört, umso interessanter wird die Sache auch für sie.</p>
<p>„Ich musste jetzt unbedingt mal Zuhause raus und einfach nur alle Viere von mir strecken. Bei uns ist mir im Moment zu viel Trubel. Du weißt doch, dass meine Tochter und ihr Mann für ein paar Wochen bei uns zu Besuch sind.“</p>
<p>„Das ist schön!“, meint Opa Waldemar.</p>
<p>„Ja, vom Prinzip schon, aber es dreht sich immer nur um ein Thema. Die Schwangerschaft unserer Tochter ist Gesprächsthema Nummer eins.“</p>
<p>„Schön!“, sagt Evas Großvater wieder, aber zu mehr Worten bleibt ihm keine Zeit, denn sein Gesprächspartner redet nahezu ohne Luft zu holen weiter.</p>
<p>„Die Beiden erwarten Zwillinge. Der Arzt meinte sogar, dass alle guten Dinge drei wären und er könne noch nicht mit Gewissheit sagen, ob sich vielleicht doch noch ein drittes Baby hinter den zwei anderen versteckt hält. Das könne erst der nächste Ultraschall eindeutig klären.“</p>
<p>„Toll! Drillinge!“, entfährt es Eva.</p>
<p>„Das sagen meine Frau und der Rest der Familie auch“, erklärt Opas Bekannter. „Sie sind alle total aus dem Häuschen und mir kommt es so vor, als hätte keiner von ihnen noch seine fünf Sinne beieinander. Sie führen sich auf, als hätten sie einen Sechser im Lotto und scheinen alle auf Wolke sieben zu schweben.“</p>
<p>„Da solltest du dich jetzt mal schnell auf dein Fahrrad schwingen, das übrigens einen Achter im Vorderrad hat und schon mal eine Babypuppe kaufen, um dich im Windelwechseln zu üben.“</p>
<p>„Ach du grüne Neune!“, entfährt es Opas Bekanntem. „Dazu kriegen mich keine zehn Pferde!“<br />
Seltsamerweise radelt er nun allerdings recht flott in Richtung Kaufhaus.</p>
<p>Opa Waldemar kommt heute jedoch aus dem Staunen nicht heraus, denn Eva erklärt ihm:<br />
„Ich muss jetzt auch ganz schnell nach Hause! Mir schwirrt nämlich der Kopf voller Zahlen!“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Habt Ihr die Zahlen 1-10 in der Geschichte entdeckt?</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr dies noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/taenzchen-gefaellig/">Tänzchen gefällig?</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/die-zwei-alten/">Die zwei Alten</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-meerjungfraeulein/">Das Meerjungfräulein</a></p>
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		<title>Igitt! Muss das sein?</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/igitt-muss-das-sein/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/igitt-muss-das-sein/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Feb 2016 22:09:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Konfusi-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Ärgernis]]></category>
		<category><![CDATA[Aufsatz]]></category>
		<category><![CDATA[igitt]]></category>
		<category><![CDATA[Kaugummi]]></category>
		<category><![CDATA[klebrig]]></category>
		<category><![CDATA[muss das sein]]></category>
		<category><![CDATA[Oma]]></category>
		<category><![CDATA[Strafe]]></category>
		<category><![CDATA[Tipp]]></category>
		<category><![CDATA[Topf]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Vorgarten der Villa, in der auch Professor Konfusi mit seiner Frau wohnt, steht ein Vogelhäuschen. Oma Schmidt aus dem Erdgeschoss schüttet gerade eine Handvoll Sonnenblumenkerne hinein und befestigt einen neuen Meisenknödel. „So“, sagt sie zufrieden. „Jetzt können sie alle wieder kommen. Es ist genügend für alle Vögelchen da!“ Sie wirft einen Blick nach oben zu den Fenstern im dritten Stock. Dort oben hämmert und rumort es schon seit Wochen. Die Handwerker bauen die Dachgeschosswohnung aus und um. Aber in ein paar Tagen sind sie endlich fertig. Und neue Mieter gibt es auch schon. Ein junges und unverheiratetes Pärchen soll angeblich einziehen. „Naja, so etwas gab es früher bei uns nicht. Aber die Zeiten haben sich geändert und manches ist einfach anders als früher“, denkt die alte Dame. Oma Schmidt schlurft über den Hof. Alles geht nicht mehr so schnell wie früher und die Beine, besser gesagt die Knie tun ihr bei jedem Schritt weh. Deshalb hebt sie die Füße auch nicht mehr so richtig. Schon als sie wieder das Treppenhaus betritt, merkt sie, dass &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Vorgarten der Villa, in der auch Professor Konfusi mit seiner Frau wohnt, steht ein Vogelhäuschen. Oma Schmidt aus dem Erdgeschoss schüttet gerade eine Handvoll Sonnenblumenkerne hinein und befestigt einen neuen Meisenknödel. </strong><br />
<strong>„So“, sagt sie zufrieden. „Jetzt können sie alle wieder kommen. Es ist genügend für alle Vögelchen da!“</strong><br />
<span class="dropcap">S</span>ie wirft einen Blick nach oben zu den Fenstern im dritten Stock. Dort oben hämmert und rumort es schon seit Wochen. Die Handwerker bauen die Dachgeschosswohnung aus und um. Aber in ein paar Tagen sind sie endlich fertig. Und neue Mieter gibt es auch schon. Ein junges und unverheiratetes Pärchen soll angeblich einziehen.<br />
„Naja, so etwas gab es früher bei uns nicht. Aber die Zeiten haben sich geändert und manches ist einfach anders als früher“, denkt die alte Dame.<br />
Oma Schmidt schlurft über den Hof. Alles geht nicht mehr so schnell wie früher und die Beine, besser gesagt die Knie tun ihr bei jedem Schritt weh. Deshalb hebt sie die Füße auch nicht mehr so richtig.<br />
Schon als sie wieder das Treppenhaus betritt, merkt sie, dass irgendetwas an ihrer Schuhsohle klebt. &#8222;Igitt!&#8220;, denkt sie und versucht es am Fußabstreicher abzustreifen, aber es gelingt ihr nicht. Nachsehen kann sie auch nicht, denn dafür muss sie sich hinsetzen und die Schuhe erst ausziehen.<br />
Als sie dann in ihrem Wohnungsflur auf dem Stuhl sitzt, den sie extra dort stehen hat, um die Schuhe an- und ausziehen zu können, entdeckt sie die eklige Angelegenheit an ihrer Schuhsohle. Nein, dieses Zeug, in das sie jetzt schon zum dritten Mal innerhalb einer Woche getreten ist, stinkt nicht. Aber es zieht sich in die Länge und klebt dermaßen fest, dass es eine Kunst ist, es von der Schuhsohle wieder zu entfernen.<br />
„Ach“, sagt Frau Konfusi, die gerade für Oma Schmidt einen kleinen Topf mit dampfender Erbsensuppe bringt. „Das ist mir letzte Woche auch zweimal passiert. Die Dinger liegen hier in unserem Hof und auf dem Bürgersteig direkt vor unserem Haus anscheinend massenhaft herum.“<br />
„Ihr Mann, der Herr Professor, sollte unbedingt mal mit Marco sprechen“, fordert Oma Schmidt. „Ich habe den Jungen in Verdacht, dass er überall seine Kaugummis einfach nur in die Gegend spuckt. Und Unsereins sieht nicht mehr so gut und tritt dann hinein. Das muss man den Kindern unbedingt erklären, dass das so nicht geht. Das ist einfach nur ekelig und muss wahrhaftig nicht sein. Früher gab es das nicht.“<br />
Frau Konfusi verspricht Oma Schmidt, dass sie ihrem Mann diese Bitte ausrichtet.  „Mein Mann versteht sich prima mit dem Jungen und er hält große Stücke auf ihn. Er betont immer wieder, dass Marco ein feiner Kerl ist, der genau weiß, was sich gehört. Deshalb kann ich mir gar nicht vorstellen, dass der Junge so rücksichtslos ist und seine Kaugummis einfach auf den Weg spuckt. Aber ich werde es meinem Mann ausrichten, dass Sie diesen Verdacht hegen.“<br />
„Irgendwie müssen die Dinger ja wohl bei uns auf den Weg kommen, vom Himmel fallen sie ja nicht“, sagt Oma Schmidt leicht verärgert. Doch dann löffelt sie ihre Suppe und hat das leidige Thema auch sogleich vergessen.<br />
Der Zufall will es, dass Marco schon am nächsten Tag an der Wohnungstür von Professor Konfusi und dessen Frau klingelt.<br />
„Herr Professor“, beginnt er etwas schüchtern. „Wir haben da in der Schule ein so komisches Aufsatzthema bekommen, mit dem ich nichts anfangen kann. Vielleicht könnten sie mir da einen Tipp geben.“<br />
„Ich bin zwar nicht Allwissend, aber vielleicht kann ich dir doch ein bisschen helfen. Aber erzählen musst du mir schon, worum es eigentlich geht und wie dein Aufsatzthema heißt“, ermuntert der ältere Mann den Jungen.<br />
„Unsere Lehrerin hat nur ein einziges Wort an die Tafel geschrieben und wir sollen was aus dem täglichen Leben dazu schreiben.“<br />
„Und wie lautet dieses Wort? Ich bin schließlich kein Gedankenleser“, zieht Professor dem Jungen sozusagen die Würmer aus der Nase.<br />
„<em><strong>Ärgernis</strong></em>!“, sagt Marco und zuckt mit den Schultern. „Da fällt mir nur ein, dass ich mich jeden Morgen ärgere, dass ich so früh aufstehen muss, um rechtzeitig in der Schule zu sein. Aber das will mein Banknachbar schon schreiben. Tina schreibt, dass sie sich ärgert, weil sie nicht so lange fernsehen darf und Tom erzählt von einem total verregneten Urlaub. Mir fällt aber rein gar nichts ein“, sprudelt es jetzt aus Marco heraus.<br />
„Na, das ist ja wohl auch schon ein Ärgernis!“, lacht Professor Konfusi. „Wenn auch ein ziemlich langweiliges.“<br />
„Sehen Sie“, bestätigt Marco, „mir fallen nur solche langweiligen Kinkerlitzchen ein. Aber wenn ich eine gute Note haben will, dann muss es schon etwas Besonderes sein. Immerhin war mein letzter Aufsatz nicht so berühmt. Ich brauche also was zum Ausgleich.“<br />
Marco sieht den Professor flehend an. Dieser kratzt sich nachdenklich am Kopf und fragt den Jungen:<br />
„Sag mal Marco, möchtest du einen Kaugummi?“<br />
„Wieso?“, antwortet Marco völlig verdutzt mit einer Gegenfrage und fügt dann kopfschüttelnd hinzu: „Ich trage doch eine Zahnspange und da hängt sich Kaugummi immer so rein und das ist total ärgerlich. Deshalb darf ich überhaupt keinen Kaugummi kauen.“<br />
„Siehst du, das wäre doch schon was“, meint Professor Konfusi, erntet aber von Marco nur ein einsilbiges<br />
„Mmmh?!“<br />
„Zugegeben, das ist auch noch nicht der Hit, aber ich habe da neulich was gelesen. Wo ist denn nur der Artikel. Irgendwo in einer Zeitung von meiner Frau stand das doch“, murmelt der Professor gedankenverloren vor sich hin und sucht im Zeitungsständer. „Wo hast du nur die Illustrierte von letzter Woche hingelegt?“, fragt er seine Frau, die gerade das Wohnzimmer betritt.<br />
„Ach“, antwortet Frau Konfusi, „die liegt auf dem Tischchen neben dem Fernsehsessel. Ich habe vorhin erst das Kreuzworträtsel darin gelöst.“<br />
„So, hier ist der Artikel!“<br />
Professor Konfusi reicht dem Jungen die aufgeschlagene Zeitung und meint nur:<br />
„In Großbritannien bezahlt jeder, der einen Kaugummi auf die Straße spuckt und dabei erwischt wird, umgerechnet 110 Euro Strafe. Lies mal, was hier in dem rot umrandeten Kasten steht! Wenn <em>das</em> kein Ärgernis ist!“<br />
Marco greift nach der Illustrierten und liest laut vor:</p>
<p><em><strong>„Kaugummi-Beseitigung kostet deutsche Kommunen jährlich 900 Millionen Euro. </strong></em></p>
<p><em><strong>Ein einziges Kaugummi zu entfernen dauert zwei Minuten. </strong></em></p>
<p><em><strong>Auf einem Quadratmeter Fußweg kleben im Schnitt 80 ausgespuckte Kaugummis.“*</strong></em></p>
<p>&#8222;Wahnsinn!&#8220;, schiebt Marco total überrascht hinterher.<br />
„Ja, ja!“, meint Frau Konfusi. „Und Oma Schmidt ist diese Woche in unserem Hof dreimal in so ein klebriges Ding getreten. Sie ist total verärgert.“<br />
„Ich auch!“, bestätigt Marco. „Das ist übrigens der Handwerkslehrling aus dem dritten Stock, der spuckt die ausgekauten Dinger überall rum. Total eklig ist das! Und obendrein ärgerlich, wenn man reintritt!“<br />
„Womit auch dieses Rätsel gelöst und Marco rehabilitiert wäre“, sagt Professor Konfusi lächelnd. Doch Marco hört dies schon gar nicht mehr. Er ist bereits an der Wohnungstür und ruft Herrn und Frau Konfusi nur noch ein<br />
„Dankeschön für den prima Tipp!“ zu. Dann fällt auch schon die Wohnungstür ins Schloss.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>*Zitat aus: Winnie Beckmann und Lena Köster, &#8222;Kaugummis gehören in den Müll, nicht auf die Straße&#8220;,  in: Bild der Frau, Nr. 47/2015 S. 82</p>
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