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	<title>Zöpfe &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Mitbringsel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Oct 2018 19:35:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dies & Das und sonst noch Was 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Plauderecke]]></category>
		<category><![CDATA[Bier]]></category>
		<category><![CDATA[Hausstand]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Mitbringsel]]></category>
		<category><![CDATA[Schaufenster]]></category>
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					<description><![CDATA[Wieder einmal sind wir in meiner alten Heimat und schlendern durch die Straßen meiner Geburtsstadt. Hier gibt es viele alte Fachwerkhäuser zu bestaunen. Eines davon ist vor kurzem verkauft worden. Es ist ein relativ großes Haus, das über mehrere Stockwerke verfügt. Im Erdgeschoss befanden sich in meiner Kindheit nacheinander verschiedene Geschäfte. Ich erinnere mich, dass es dort unter anderem Sirup zu kaufen gab, den man mit Wasser zu einem köstlichen Erfrischungsgetränk mixte. Es schmeckte nach Holunder und war echt lecker. Ich blicke in das Schaufenster, das an diesem Tag ebenfalls dekoriert ist. Allerdings befinden sich hinter der Glasscheibe diverse Haushalts- und Geschirrartikel. Sie sind alle gebraucht und entstammen der Haushaltsauflösung, die mit dem Verkauf des Hauses einhergeht. &#8222;Lasst uns mal reingehen!&#8220;, schlage ich meinem Mann und meiner Mutter vor. Drinnen empfängt uns die ehemalige Besitzerin und wir kommen ins Gespräch. &#8222;Kaufen Sie nichts, nur weil sie etwas kaufen wollen&#8220;, rät sie uns. &#8222;In unserem Alter sollte man nämlich eher ausmisten, als Dinge zu erwerben. Glauben Sie mir, ich weiß wovon ich rede. So einen Hausstand &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wieder einmal sind wir in meiner alten Heimat und schlendern durch die Straßen meiner Geburtsstadt. Hier gibt es viele alte Fachwerkhäuser zu bestaunen. Eines davon ist vor kurzem verkauft worden. Es ist ein relativ großes Haus, das über mehrere Stockwerke verfügt. Im Erdgeschoss befanden sich in meiner Kindheit nacheinander verschiedene Geschäfte.<br />
Ich erinnere mich, dass es dort unter anderem Sirup zu kaufen gab, den man mit Wasser zu einem köstlichen Erfrischungsgetränk mixte. Es schmeckte nach Holunder und war echt lecker.<br />
Ich blicke in das Schaufenster, das an diesem Tag ebenfalls dekoriert ist. Allerdings befinden sich hinter der Glasscheibe diverse Haushalts- und Geschirrartikel. Sie sind alle gebraucht und entstammen der Haushaltsauflösung, die mit dem Verkauf des Hauses einhergeht.<br />
&#8222;Lasst uns mal reingehen!&#8220;, schlage ich meinem Mann und meiner Mutter vor.<br />
Drinnen empfängt uns die ehemalige Besitzerin und wir kommen ins Gespräch.<br />
&#8222;Kaufen Sie nichts, nur weil sie etwas kaufen wollen&#8220;, rät sie uns. &#8222;In unserem Alter sollte man nämlich eher ausmisten, als Dinge zu erwerben. Glauben Sie mir, ich weiß wovon ich rede. So einen Hausstand aufzulösen ist nicht einfach.&#8220;<br />
&#8222;Ja, das glaube ich&#8220;, sage ich zu ihr und zu meiner Mutter gerichtet, meine ich: &#8222;Schau mal , so ein ähnliches Service hast du auch noch!&#8220;<br />
Noch bevor meine Mutter etwas antworten kann, kommt aus einer Ecke die Stimme meines Mannes: &#8222;Gefällt die dir?&#8220;<br />
Er hält eine Puppe in die Höhe</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-5475 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6216-1024x1024.jpg" alt="" width="840" height="840" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6216-1024x1024.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6216-150x150.jpg 150w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6216-300x300.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6216-768x767.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6216-120x120.jpg 120w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6216.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
<p>und greift mit der anderen Hand zu einer zweiten Puppe.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-5476 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6214-1024x1016.jpg" alt="" width="840" height="833" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6214-1024x1016.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6214-150x150.jpg 150w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6214-300x298.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6214-768x762.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6214-120x120.jpg 120w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6214.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
<p>Wir stöbern noch ein bisschen hier und ein bisschen dort, aber mir geht die Puppe mit den Zöpfen nicht mehr aus dem Sinn. Sie erinnert mich an mich selbst als Kind. Auch ich hatte braune lange Zöpfe und bin in dieser Stadt aufgewachsen. Insgeheim nenne ich die Puppe schon längst &#8222;Klein Astrid&#8220;.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-5477 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_6217-1024x768.jpg" alt="" width="840" height="630" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_6217-1024x768.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_6217-300x225.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_6217-768x576.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_6217.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
<p>Nach einer Weile gehe ich zu den beiden Püppchen und betrachte sie mir genauer. &#8222;Klein Astrid&#8220; nehme ich auf alle Fälle mit, das ist für mich schon beschlossene Sache. Die Puppe mit den blonden Haaren hat sooooo ein hübsches Gesicht, dass ich es nicht über das Herz bringen könnte sie zurückzulassen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-5478 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6211-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6211-768x1024.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6211-225x300.jpg 225w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6211-420x560.jpg 420w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6211.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></p>
<p>Also erstehe ich beide Puppen, die übrigens handgefertigt sind. Die Oma der ehemaligen Besitzerin hatte eine Bekannte, die die Puppen hergestellt, alle Kleider selbst genäht und sogar die Strümpfchen gestrickt hat. Überall steckt sehr viel Liebe zum Detail drin, das sieht und spürt man.<br />
&#8222;Ich werde sie in Ehren halten&#8220;, verspreche ich der Frau, die mir bestätigt:<br />
&#8222;Ich weiß die Puppen bei Ihnen in guten Händen und das freut mich.&#8220;<br />
Inzwischen hat auch mein Mann noch etwas gefunden, das er gerne in seinem Besitz haben möchte,- einen kleinen Licher-Bier-Krug mit einem Zinndeckel.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-5481 size-medium" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6407-1-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6407-1-300x225.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6407-1-768x576.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6407-1-1024x768.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E6407-1.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>Die kleine Blondine ist noch immer namenlos und ich denke, das wird sie auch noch ein Weilchen bleiben. Sollten wir irgendwann einmal eine Enkeltochter bekommen, dann darf diese den Namen aussuchen. Doch die Puppe mit den Zöpfen ist und bleibt &#8222;Klein-Astrid&#8220;.<br />
Mittlerweile sitzen die Beiden im Wohnzimmer auf der Couch, die eine Puppe auf der linken Seite und die andere auf der rechten Seite.<br />
&#8222;Ich bin gespannt, ob sich demnächst unsere Katze dazu gesellt und dann in der Mitte liegt.&#8220;<br />
&#8222;Abwarten&#8220;, sagt mein Mann und genießt einen Schluck aus seinem neuen alten Bierkrug.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/herbstliche-kinderwelt/">Herbstliche Kinderwelt</a></p>
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		<title>Auf großer Fahrt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Nov 2017 18:15:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Koffer]]></category>
		<category><![CDATA[Muse]]></category>
		<category><![CDATA[Rücksitz]]></category>
		<category><![CDATA[Zöpfe]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir waren jetzt nicht gerade auf großer Fahrt, nur auf einer kleinen, bei der mir die große Fahrt einfiel. Klingt irgendwie kompliziert, oder? Ist es aber eigentlich gar nicht. Um Euch das zu erklären, fange ich am besten von vorne an. Nein, ich zäume das Pferd von hinten auf und somit fange ich bei unserer Fahrt am letzten Freitag nach Berlin an: „Wir haben ganz vergessen etwas zum Trinken mitzunehmen“, meint mein Mann, während er den Blinker auch schon nach rechts setzt, um auf den Parkplatz abzubiegen. „Spring doch bitte mal rein und vielleicht haben sie auch noch von den leckeren belegten Baguette.“ So komme ich ein paar Minuten später wieder voll beladen heraus. Da ich keine Tasche dabei habe, balanciere ich alles auf meinen beiden vor dem Körper verschränkten Armen. Jetzt ist allerdings guter Rat teuer, denn ich habe keine Hand mehr frei, um die Autotür zu öffnen. Von meinem Göttergatten kann ich auch keine Hilfe erwarten, denn er bemerkt mein Kommen anscheinend gar nicht, da er in ein Telefongespräch vertieft ist. Mir bleibt &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir waren jetzt nicht gerade auf großer Fahrt, nur auf einer kleinen, bei der mir die große Fahrt einfiel. Klingt irgendwie kompliziert, oder? Ist es aber eigentlich gar nicht. Um Euch das zu erklären, fange ich am besten von vorne an. Nein, ich zäume das Pferd von hinten auf und somit fange ich bei unserer Fahrt am letzten Freitag nach Berlin an:</strong><br />
<span class="dropcap">„W</span>ir haben ganz vergessen etwas zum Trinken mitzunehmen“, meint mein Mann, während er den Blinker auch schon nach rechts setzt, um auf den Parkplatz abzubiegen. „Spring doch bitte mal rein und vielleicht haben sie auch noch von den leckeren belegten Baguette.“<br />
So komme ich ein paar Minuten später wieder voll beladen heraus. Da ich keine Tasche dabei habe, balanciere ich alles auf meinen beiden vor dem Körper verschränkten Armen. Jetzt ist allerdings guter Rat teuer, denn ich habe keine Hand mehr frei, um die Autotür zu öffnen. Von meinem Göttergatten kann ich auch keine Hilfe erwarten, denn er bemerkt mein Kommen anscheinend gar nicht, da er in ein Telefongespräch vertieft ist. Mir bleibt nichts anderes übrig, als eine der Flaschen auf das Autodach zu stellen. Und genau in diesem Moment erwischt mich die Erinnerung. Sie hat mich vollkommen fest im Griff und lässt mich auch nach dem Einsteigen nicht mehr los. Ich will sie unbedingt loswerden, aber dazu muss ich sie jemand mitteilen. Nur gut, dass Peter sein Telefonat noch vor der Weiterfahrt beendet und mir damit die Gelegenheit für mein dringendes Mitteilungsbedürfnis bietet.<br />
„Ich habe doch eben gerade die Flasche auf dem Autodach abgestellt. Das hast du doch sicher gesehen.“<br />
„Nö! Wieso, was ist daran so interessant?“, fragt er mich und fährt auf die Autobahn auf.<br />
„Das hat mich an meine Kindheit erinnert.“<br />
„Upps! Und schon hast du wieder eine neue Geschichte.“<br />
„Könnte sein“, grinse ich vor mich hin. „Willst du solange warten oder soll ich dir meine Erinnerung gleich erzählen?“, frage ich ihn hoffnungsvoll.<br />
„Ich denke, es wird besser sein, wenn du mir alles jetzt und sofort erzählst, denn sonst platzt du noch. Das merke ich dir doch an!“<br />
Mein Mann scheint mich gut zu kennen, denn er hat mit seiner Vermutung genau ins Schwarze getroffen.<br />
„Also,“ hole ich tief Luft. „Meine Eltern und ich sind doch in meiner Kindheit jedes Jahr nach Rottach-Egern an den Tegernseer gefahren und haben dort die Großtante und die Oma meines Vaters besucht. Genauer gesagt: Tante Ritsch und meine Oma-Ur. Da wir die Strecke über Nürnberg gefahren sind und dies für uns so ziemlich die Hälfte der Fahrt bedeutete, machten wir immer auf dem Rastplatz Nürnberg-Feucht eine Pause. Und jedes Mal erzählte meine Mutter mir die selbe Geschichte.“<br />
„Die du mir jetzt zum Besten gibst!“, erkennt mein Peter vollkommen richtig.<br />
„Ich war ein kleines Mädchen mit langen Zöpfen, die ich noch nicht selbst flechten konnte. Wir waren mitten in der Nacht losgefahren und ich wurde sozusagen direkt aus dem Schlaf gerissen. Ich hatte also ungekämmt auf dem Rücksitz Platz genommen, wo ich vermutlich auch noch ein bisschen weiter geschlafen habe. Somit war ich sichtlich verwuschelt. Meine Mutter kämmte mir auf dem Rastplatz die langen Haare und machte mir wieder zwei schöne Zöpfe. Immerhin sollte ich chic und ordentlich vor unsere Verwandtschaft treten.“<br />
„Ich verstehe aber noch nicht so ganz den Zusammenhang mit der Flasche von vorhin“, wundert sich Peter.<br />
„Ganz einfach. Sie hat die Bürste auf das Autodach gelegt und sie komplett vergessen. Erst auf der Autobahn ist es ihr wieder eingefallen. Mein Vater hat zwar bei der nächsten Möglichkeit angehalten und nachgesehen, aber von der Bürste fehlt bis zum heutigen Tag jegliche Spur. Wahrscheinlich ist sie schon auf dem Rastplatz beim Ausparken von uns unbemerkt vom Dach gerutscht.“<br />
„Wahrscheinlich!“, pflichtet mir mein Mann bei. „Aber ich kann deine Geschichte noch toppen.“<br />
Da ich nicht weiß, worauf er hinaus will, entfacht er natürlich meine Neugierde.<br />
„Du kennst doch P., meinen ehemaligen Arbeitskollegen.“<br />
Da ich schweigend nicke, führt er gleich seine Erzählung weiter aus.<br />
„Als wir an der Uni gemeinsam promoviert haben, kam er eines Tages mit einem total verbeulten Aktenordner zur Arbeit. Auf unsere Nachfrage hin, was er denn angestellt hätte, erklärte er uns, dass er in der Hektik des Gefechtes versehentlich seine Aktentasche überfahren hatte. Diese hatte er auch hinten auf das Auto gelegt, vergessen und als sie beim Rangieren und Rückwärtsfahren herunter rutschte, geriet sie unter die Räder.“<br />
„Hihi, so schnell geht es!“, lache ich. „Und schon hat sie mich wieder geküsst!“, füge ich hinzu.<br />
„Wer hat dich geküsst?“, will Peter nun leicht verwirrt wissen.<br />
„Na, die Muse!“</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Hui!!!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Feb 2017 22:01:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[einmal]]></category>
		<category><![CDATA[Hui]]></category>
		<category><![CDATA[Kalender]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[lachen]]></category>
		<category><![CDATA[Opa]]></category>
		<category><![CDATA[Schaukel]]></category>
		<category><![CDATA[Spielplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Zöpfe]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich sitze an meinem Schreibtisch, als mein Blick auf einen Gegenstand auf dem Regal fällt. Eigentlich müsste er schon längst entsorgt sein. Es ist nämlich ein thailändischer Kalender* aus dem vergangenen Jahr. „Ohje!“, denke ich. „Wieso steht der noch dort?“ Im Grunde ist mir die Antwort schon klar: „Weil ich ihn nicht weggeworfen habe, logisch!“, erkläre ich mir die Sachlage selbst. Die Frage sollte vielleicht eher so lauten: „Wieso habe ich ihn immer wieder an seinen Platz zurück gestellt?“ Tja, auch das kann ich mir erklären: „Weil etwas an ihm so niedlich aussieht!“ Ich stehe auf, gehe zum Regal und nehme den Kalender in die Hand. Er ist gefertigt, wie ein gleichschenkeliges Dreieck, so dass er stehen kann. Die Kalenderblätter sind auf die Rückseite geklappt und auf der Vorderseite erscheint somit ein Bild. Dieses zeigt einen Wald und viele verschiedene Tiere. Ein kleines Mädchen hat an einem Ast eine Schaukel befestigt, auf der sie fröhlich hin und her schwingt. Plötzlich macht es „Klick!“ und mein Kopfkino startet seinen Film. Ich tauche in eine andere Welt &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich sitze an meinem Schreibtisch, als mein Blick auf einen Gegenstand auf dem Regal fällt. Eigentlich müsste er schon längst entsorgt sein. Es ist nämlich ein thailändischer Kalender* aus dem vergangenen Jahr.</strong><br />
<strong> „Ohje!“, denke ich. „Wieso steht der noch dort?“</strong><br />
<strong> Im Grunde ist mir die Antwort schon klar: „Weil ich ihn nicht weggeworfen habe, logisch!“, erkläre ich mir die Sachlage selbst.</strong><br />
<span class="dropcap">D</span>ie Frage sollte vielleicht eher so lauten:<br />
„Wieso habe ich ihn immer wieder an seinen Platz zurück gestellt?“<br />
Tja, auch das kann ich mir erklären:<br />
„Weil etwas an ihm so niedlich aussieht!“<br />
Ich stehe auf, gehe zum Regal und nehme den Kalender in die Hand. Er ist gefertigt, wie ein gleichschenkeliges Dreieck, so dass er stehen kann. Die Kalenderblätter sind auf die Rückseite geklappt und auf der Vorderseite erscheint somit ein Bild. Dieses zeigt einen Wald und viele verschiedene Tiere. Ein kleines Mädchen hat an einem Ast eine Schaukel befestigt, auf der sie fröhlich hin und her schwingt.<br />
Plötzlich macht es „Klick!“ und mein Kopfkino startet seinen Film. Ich tauche in eine andere Welt ein, in der sich Gegenwart und Vergangenheit, Realität und Phantasie miteinander vermischen, Entfallenes auf einmal zur Erinnerung wird und meine Gedanken wie Wölkchen auf die Reise gehen:<br />
Die Eichhörnchen tummeln sich in den Baumkronen und hüpfen von Ast zu Ast. Ich höre das Gezwitscher der Vögel und den Ruf der Eule. Alles ist harmonisch und friedvoll, obwohl die Tiere des Waldes keineswegs zusammenpassen.<br />
„Ein seltsames Trio“, denke ich. „Ein Hirsch, ein Elefant und ein Pfau!“<br />
Irgendetwas scheint ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. In diesem Moment kann ich es auch vernehmen. Es ist ein fröhliches Lachen und Jauchzen, das die Luft durchdringt und selbst die Vögel für ein Weilchen verstummen lässt. Alle lauschen mit angehaltenem Atem. Mein Blick wandert in die Richtung aus der diese alles um sich herum vergessende Fröhlichkeit kommt, &#8211; nämlich zu dem Mädchen auf der Schaukel. Ich sehe wie sie begeistert die Beine in die Lüfte schwingt, damit die Schaukel höher und höher mit ihr fliegt. Ihre langen Zöpfe schwingen im gleichen Rhythmus mit. Und jetzt erkenne ich auch das Mädchen. Es ist Klein-Astrid. Ich bin das Mädchen. Ich sitze auf meiner Schaukel und genieße das Leben gerade in vollen Zügen.<br />
„Hui!“ , rufe ich aus. „Höher! Höher!“<br />
Auf einmal hängt die Schaukel nicht mehr am Ast eines Baumes, sondern dort, wo sie hingehört. Ich bin bei meinem Opa. Er steht auf der Eingangstreppe seines Hauses und schaut mir lächelnd zu, wie ich in der offenen Tür des Nebengebäudes lachend und quietschend auf meiner Schaukel vor und zurück schwinge. Ich lasse die Schaukel langsam auspendeln, springe dann ab und laufe zu dem Hund meines Opas, der faul auf dem Hof in der Sonne liegt.<br />
„Braver Bazi!“, sage ich und streichele ihm über das schwarzweiße Fell. Danach gehe ich zu meinem Opa und nehme ihn an der Hand.<br />
„Geh’n wir auf den Spielplatz?“, frage ich und ziehe ihn schon in Richtung Gartentor.<br />
Auf dem Spielplatz gibt es zwei Schaukeln, eine Rutschbahn, eine Wippe, ein Klettergerüst, selbstverständlich ganz viel Sand und einen großen Fliegenpilz. Zu groß für mich. Selbst wenn ich mich auf die Zehenspitzen stelle, komme ich nicht an seinen roten Pilzhut heran.<br />
„Bitte heb mich hoch!“, bettele ich und hüpfe ungeduldig vor meinem Opa von einem Bein auf das andere.<br />
„Hopp!“, ruft er aus und schwingt mich in die Höhe. „Halt dich gut fest! Ich drehe und wenn du dich nicht mehr halten kannst, dann sag es.“<br />
Opa dreht langsam den großen Fliegenpilz und läuft mit, damit er mich rechtzeitig auffangen kann.<br />
„Schneller!, rufe ich und zappele mit den Beinen. Doch lange kann ich mich nicht mehr halten und lasse mich in die Arme meines Opas fallen. Schnell laufe ich zur Schaukel, denn ich muss ausprobieren, ob ich mit ihr genauso hoch schaukeln kann, wie mit derjenigen bei meinem Opa. Das Mädchen, das neben mir schaukelt, ist schon größer und mutiger als ich. Sie springt sogar während des Schaukelns ab, aber das traue ich mich noch nicht. Ich bin ja auch noch nicht groß.<br />
Selbstverständlich muss ich auch alle anderen Spielgeräte noch ausprobieren, bevor ich mit meinem Opa wieder nach Hause gehe. Gerade als ich von der untersten Sprosse des Klettergerüstes hüpfe, gibt es ein seltsames Geräusch, das mich irritiert. Noch bevor ich merke, was es mit diesem Geräusch auf sich hat, höre ich es wieder. Es ist ein Schnipsen. Ich reise die Augen weit auf und…<br />
… sehe meinen Mann mit den Fingern schnipsend und grinsend vor mir stehen.<br />
„Du träumst wohl! Wo warst du denn gerade?“<br />
„Ziemlich weit weg“, sage ich und stelle den Kalender wieder ins Regal, wodurch die Schaukel mit dem Mädchen sanft hin und her schwingt. Fast ist es mir, als rufe sie mir die zwei Worte zu, die unser Sohn immer rief, wenn er nicht von der Schaukel steigen wollte, um vom Spielplatz nach Hause zu gehen.<br />
Kaum hörbar wiederhole ich diese Worte und gebe dem Kalendermädchen auf der Schaukel einen leichten Schups.<br />
„Noch einmal!“</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-4021 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/02/1200px-IMG_5401-768x1024.jpg" width="768" height="1024" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/02/1200px-IMG_5401-768x1024.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/02/1200px-IMG_5401-225x300.jpg 225w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/02/1200px-IMG_5401-420x560.jpg 420w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/02/1200px-IMG_5401.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>*Leider ist mir der Name des Künstlers nicht bekannt. Der Kalender ist ein Geschenk von der Firma PTT Public Company Limited aus Bangkok.</p>
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