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	<title>vergessen &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Alt und vergessen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jul 2020 09:47:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Abschied]]></category>
		<category><![CDATA[Besuch]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Pfütze]]></category>
		<category><![CDATA[Spielfeld]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich weiß ja, dass man Dinge und leider auch Menschen vergessen kann, aber ich habe mir nie bewusst gemacht, dass auch mir so etwas passieren könnte. Mich jedenfalls hat man vergessen. Und das kam so: Ich war der beste Freund von Florian. Er holte mich jeden Tag ab und dann ging es auf den Sportplatz. Dort traf er sich mit Alex, seinem Kumpel. Wir Drei waren ein Team und spielten Fußball. Was auch sonst? Gut, mit einem Ball kann man auch Handball spielen, aber ich heiße ja ausdrücklich „Fußball“, weil ich gekickt werden will. Ich brauche den Jubel, wenn ich ins Tor gehe. Das klingt für mich so, wie für andere Musik. Wir waren glücklich miteinander,- bis zu jenem Tag. „So, alter Kumpel“, sagte Florian neulich zu mir. „Heute gehen wir das letzte Mal gemeinsam zum Sportplatz hier im Dorf. Dann geht es in die Stadt.“ Wie ich aus den Gesprächen zwischen Florian und Alex heraushören konnte, wollte mein Freund mit seiner Familie umziehen. Während Alex das mit großem Bedauern aufgenommen hat, war es mir &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich weiß ja, dass man Dinge und leider auch Menschen vergessen kann, aber ich habe mir nie bewusst gemacht, dass auch mir so etwas passieren könnte. Mich jedenfalls hat man vergessen. Und das kam so:</strong></p>
<p><span class="dropcap">I</span>ch war der beste Freund von Florian. Er holte mich jeden Tag ab und dann ging es auf den Sportplatz. Dort traf er sich mit Alex, seinem Kumpel. Wir Drei waren ein Team und spielten Fußball. Was auch sonst? Gut, mit einem Ball kann man auch Handball spielen, aber ich heiße ja ausdrücklich „Fußball“, weil ich gekickt werden will. Ich brauche den Jubel, wenn ich ins Tor gehe. Das klingt für mich so, wie für andere Musik.<br />
Wir waren glücklich miteinander,- bis zu jenem Tag.<br />
„So, alter Kumpel“, sagte Florian neulich zu mir. „Heute gehen wir das letzte Mal gemeinsam zum Sportplatz hier im Dorf. Dann geht es in die Stadt.“<br />
Wie ich aus den Gesprächen zwischen Florian und Alex heraushören konnte, wollte mein Freund mit seiner Familie umziehen. Während Alex das mit großem Bedauern aufgenommen hat, war es mir eigentlich egal. Ich dachte, dass Florian sicher in der neuen Heimat auch mit mir und einem anderen Freund zum Kicken gehen würde.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Doch dann gab ihm Alex ein Abschiedsgeschenk.<br />
„Hier, für dich. Immerhin ist dein alter Fußball schon ziemlich abgenutzt. Vergiss mich nicht und lass dich ab und zu mal wieder hier blicken.“<br />
„Oh, super!“, jubelte Florian. „Ich werde immer an dich denken, wenn ich mit dem Neuen trainiere.“<br />
Ja, was soll ich sagen? Sie legten mich an den Rand des Spielfeldes und kickten mit dem Neuen. Aber es kam noch schlimmer. Am Abend als sie sich verabschiedeten, vergass mich Florian mit nach Hause zu nehmen.<br />
„Das war es dann also“, dachte ich so bei mir.&#8220;Ich habe ausgedient.&#8220;<br />
Ich war traurig, einfach so abgelegt zu werden.<br />
In der Nacht kam Wind auf, um nicht zu sagen, es stürmte. So rollte ich auf dem Fußballplatz hin und her. Das war ja eigentlich ganz nett, aber ich war allein. Außerdem begann es zu regnen. Gegen Morgen ließen Wind und Regen nach und als die Sonne aufging, kam ich in einer Pfütze zum Liegen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Was wird mir wohl dieser Tag bescheren?“, fragte ich mich und jammerte still und leise vor mich hin.<br />
Die Sonne trocknete die Pfütze, in der ich lag. Auch ich war inzwischen wieder trocken, als ich Stimmen hörte. Ein paar fremde Jungs kamen vorbei.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Hey, da liegt ein Fußball!“, rief einer von ihnen aus.<br />
„Der sieht ja schon ganz schön ramponiert aus. Wurde wahrscheinlich viel benutzt“, meinte der andere und hob mich auf. „Aber Luft hat er noch und scheint auch so noch in Ordnung zu sein. Lass ihn uns mal ausprobieren!“<br />
Ja, und nun wurde ich wieder hin und her gekickt. Das machte nicht nur mir, sondern auch den Jungs Spaß.<br />
Aber das ist nicht alles, was an diesem Tag geschah. Plötzlich erschienen nacheinander noch zwei Jungs. Zuerst kam Florian.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Ha“, freute ich mich. „Er hat bemerkt, dass er mich vergessen hat und will mich nun holen.“<br />
Und dann kam auch noch Alex.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Hey, kommt her und spielt mit!“, riefen ihnen die Jungs auf dem Spielfeld zu. Jetzt klopften sich Alex und Florian freundschaftlich gegenseitig auf die Schultern, sozusagen als Abschiedsgruß. Dann wandte sich Florian zum Gehen, doch ich konnte seine letzten Worte noch verstehen:<br />
„Machs gut! Ich komme immer wieder mal zu Besuch. Halte unseren alten Fußball in Ehren. Und nun lauf schon und kicke mit den Jungs dort!“<br />
„Mach ich!“, nickte Alex. „Bis bald!“<br />
Kurz darauf spürte ich seinen Fuß, der mich auf direktem Weg ins Tor beförderte. Es war ein tolles Spiel und half Alex und mir die Traurigkeit über Florians Wegzug zu verarbeiten. Am Abend hob mich Alex auf und trug mich mit nach Hause.<br />
„Bis morgen!“, riefen ihm die Jungs zu. „Gleicher Ort, gleiche Zeit! Und vergiss den alten guten Fußball nicht!“</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Vergessen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jul 2019 22:21:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Duft]]></category>
		<category><![CDATA[Feier]]></category>
		<category><![CDATA[Glanz]]></category>
		<category><![CDATA[Magie]]></category>
		<category><![CDATA[Tafel]]></category>
		<category><![CDATA[vergessen]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Einst haben sie alle uns geliebt, denn wir waren überall beliebt. Gehütet und gepflegt wurden wir, denn man war stolz auf unsere Zier. &#160; Auf keiner Feier durften wir fehlen, darüber könnten wir viel erzählen. Wir waren gefragt jeden Sonntag, zum Jubiläum oder auch Geburtstag.  &#160; Wurde eine festliche Tafel bereitet und weißer Damast ausgebreitet, waren wir immer mit von der Partie und ließen spielen unsere Magie. &#160; Wir waren von schlichter Schönheit, oder auch edel, je nach Feierlichkeit. Ob einfach nur weiß oder verziert, unsere Beliebtheit war garantiert. &#160; Wurden gereicht von Hand zu Hand, ob in der Stadt oder auf dem Land, verströmten in des Räumen Luft des Kaffee besonders köstlichen Duft. &#160; Doch mussten wir warten zu lange, wurde der Hausfrau ganz bange. War der Kaffee dann wohl eiskalt, griff man zur Thermoskanne bald. &#160; Drum haben wir nun ausgedient. Womit haben wir das verdient? Stehen nun vergessen im Schrank, das ist eben der Welten Dank. &#160; Vielleicht in vielen, vielen Jubeljahren, wenn sie uns so lange aufbewahren und uns dann  &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Einst haben sie alle uns geliebt,</p>
<p style="text-align: center;">denn wir waren überall beliebt.</p>
<p style="text-align: center;">Gehütet und gepflegt wurden wir,</p>
<p style="text-align: center;">denn man war stolz auf unsere Zier.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Auf keiner Feier durften wir fehlen,</p>
<p style="text-align: center;">darüber könnten wir viel erzählen.</p>
<p style="text-align: center;">Wir waren gefragt jeden Sonntag,</p>
<p style="text-align: center;">zum Jubiläum oder auch Geburtstag.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Wurde eine festliche Tafel bereitet</p>
<p style="text-align: center;">und weißer Damast ausgebreitet,</p>
<p style="text-align: center;">waren wir immer mit von der Partie</p>
<p style="text-align: center;">und ließen spielen unsere Magie.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Wir waren von schlichter Schönheit,</p>
<p style="text-align: center;">oder auch edel, je nach Feierlichkeit.</p>
<p style="text-align: center;">Ob einfach nur weiß oder verziert,</p>
<p style="text-align: center;">unsere Beliebtheit war garantiert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Wurden gereicht von Hand zu Hand,</p>
<p style="text-align: center;">ob in der Stadt oder auf dem Land,</p>
<p style="text-align: center;">verströmten in des Räumen Luft</p>
<p style="text-align: center;">des Kaffee besonders köstlichen Duft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Doch mussten wir warten zu lange,</p>
<p style="text-align: center;">wurde der Hausfrau ganz bange.</p>
<p style="text-align: center;">War der Kaffee dann wohl eiskalt,</p>
<p style="text-align: center;">griff man zur Thermoskanne bald.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Drum haben wir nun ausgedient.</p>
<p style="text-align: center;">Womit haben wir das verdient?</p>
<p style="text-align: center;">Stehen nun vergessen im Schrank,</p>
<p style="text-align: center;">das ist eben der Welten Dank.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Vielleicht in vielen, vielen Jubeljahren,</p>
<p style="text-align: center;">wenn sie uns so lange aufbewahren</p>
<p style="text-align: center;">und uns dann<span class="Apple-converted-space">  </span>nicht mehr übersehen,</p>
<p style="text-align: center;">werden wir im Glanze auferstehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Unsere Anmut und die Nostalgie</p>
<p style="text-align: center;">vereinen sich zur Symphonie.</p>
<p style="text-align: center;">Man wird uns wieder begehren</p>
<p style="text-align: center;">und hochachtungsvoll ehren.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Lach mal wieder</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Jun 2018 16:11:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Gartenzaun]]></category>
		<category><![CDATA[lachen]]></category>
		<category><![CDATA[Prinzessin]]></category>
		<category><![CDATA[Sommertag]]></category>
		<category><![CDATA[Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Straße]]></category>
		<category><![CDATA[Telefon]]></category>
		<category><![CDATA[vergessen]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist einer jener Sommertage, an denen man von Vogelgezwitscher geweckt wird und die Sonnenstrahlen einen schon vor dem Aufstehen an der Nase kitzeln. Einfach herrlich! Da macht es gar nichts aus früher als gewöhnlich aus dem Bett zu hüpfen und in den Tag zu starten. „Du weißt schon, dass du mich jetzt gleich zur Uni fahren musst“, sagt mein Mann. „Na, so vergesslich bin ich nun auch noch nicht“, antworte ich lachend. „Wir haben doch erst gestern dein Auto in die Werkstatt gefahren.“ Das mit der Vergesslichkeit scheint allerdings eine ganz spezielle Sache zu sein. Manchmal überdecken die Geschehnisse des Alltags Dinge, an die man normalerweise ganz selbstverständlich denkt. Irgendwie passiert es dann, dass genau diese Selbstverständlichkeiten durch die Maschen des Gehirns fallen, irgendwo in den Gehirnwindungen verschwinden oder gar steckenbleiben. Und genau das ist an diesem so schönen Tag passiert. Ich habe meinen Mann vergessen. Nein, nicht ihn. An ihn denke ich doch immer. Während ich mit meiner Mutter am Spätnachmittag telefoniere, überlege ich, warum mein Mann noch nicht zu Hause ist, obwohl &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist einer jener Sommertage, an denen man von Vogelgezwitscher geweckt wird und die Sonnenstrahlen einen schon vor dem Aufstehen an der Nase kitzeln. Einfach herrlich! Da macht es gar nichts aus früher als gewöhnlich aus dem Bett zu hüpfen und in den Tag zu starten.</strong></p>
<p><span class="dropcap">„D</span>u weißt schon, dass du mich jetzt gleich zur Uni fahren musst“, sagt mein Mann.<br />
„Na, so vergesslich bin ich nun auch noch nicht“, antworte ich lachend. „Wir haben doch erst gestern dein Auto in die Werkstatt gefahren.“<br />
Das mit der Vergesslichkeit scheint allerdings eine ganz spezielle Sache zu sein. Manchmal überdecken die Geschehnisse des Alltags Dinge, an die man normalerweise ganz selbstverständlich denkt. Irgendwie passiert es dann, dass genau diese Selbstverständlichkeiten durch die Maschen des Gehirns fallen, irgendwo in den Gehirnwindungen verschwinden oder gar steckenbleiben. Und genau das ist an diesem so schönen Tag passiert. Ich habe meinen Mann vergessen.<br />
Nein, nicht ihn. An ihn denke ich doch immer. Während ich mit meiner Mutter am Spätnachmittag telefoniere, überlege ich, warum mein Mann noch nicht zu Hause ist, obwohl er eigentlich bereits da sein wollte oder zumindest jetzt bald nach Hause kommen sollte.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Wird es heute denn wieder so spät?“, hatte ich ihn noch am Morgen gefragt und er hatte diese Frage verneint und sogar gemeint, dass er heute nicht so viele Termine habe.<br />
Mitten im schönsten Telefonat mit meiner Mutter vernehme ich ein Klopfen in meinem Ohr.<br />
„Ach Mutti, es ruft gerade noch jemand an“, erkläre ich ihr.<br />
„Dann lass uns schnell auflegen“, sagt sie und wir beenden unser Gespräch.<br />
Ein Blick auf das Display meines Handys zeigt mir, dass mein Mann anruft. Nichtsahnend nehme ich das Gespräch an.<br />
„Hallo“, flöte ich fröhlich in das Gerät.<br />
„Sag mal, hast du mich vergessen? Wann holst du mich denn endlich ab?!“, dringt seine etwas unwirsche Stimme an mein Ohr.<br />
„Wieso? Ich warte hier schon die ganze Zeit, dass du endlich heimkommst“, antworte ich.<br />
„Du wartest?! Du musst mich abholen. Ich habe doch kein Auto. Denk mal nach: Mein Auto ist in der Werkstatt.“<br />
„Oh!“, lache ich verlegen in den Hörer. „Das hab dich tatsächlich vergessen.“<br />
Verwundert bin ich jedoch schon. Am wenigsten allerdings über meine Vergesslichkeit, sondern hauptsächlich über den leicht säuerlichen Ton in der Stimme meines Mannes. So kenne ich ihn ja gar nicht und die Situation, dass er auf mich warten muss auch nicht. Eher verhält sich normalerweise die Sache umgekehrt.<br />
„Ich bin in zehn Minuten da!“, rufe ich zum anderen Ende der Telefonverbindung. „Du kannst schon runtergehen und vor dem Gebäude auf mich warten.“<br />
„Okay, ich steh dann also draußen und warte“, kommt es etwas versöhnlicher von meinem Mann.<br />
Bevor ich losdüse, berichte ich allerdings noch schnell meiner Mutter, dass das Anklopfen im Handy von meinem Peter kam, den ich vergessen habe abzuholen.<br />
„Na, dann lass ihn nicht länger warten“, meint sie.<br />
Im selben Moment, in dem ich auflege, klingelt mein Handy erneut.<br />
„Wo bleibst du eigentlich? Ich stehe schon die ganze Zeit hier und warte!“<br />
„Ich komme ja schon und wieso bist du eigentlich so unfreundlich?“, will ich noch sagen, aber da hat er bereits aufgelegt.<br />
Schnell gehe ich noch einmal für kleine Prinzessinnen und dann schlüpfe ich in meine Schuhe, stecke das Handy in meine Handtasche, ziehe meine Lippen nach, suche fix meine Autoschlüssel und öffne auch schon die Haustür.<br />
Während ich den Schlüssel von außen im Schloss drehe, um die Tür zuzuschließen, höre ich unsere Nachbarin lauthals lachen.<br />
„Oh, B. hat mal wieder gute Laune“, denke ich. Mehr aber auch nicht, denn sie lacht gerne und viel.<br />
Als ich mich umdrehe, sehe ich sie am Auto stehen und den Kofferraum beladen. Sie lächelt mir zu. Ich lächele zurück und will geschwind zu meinem Auto, da fällt mein Blick ein Haus weiter auf die gegenüberliegende Straßenseite. Von dort blicken mich sechs Augenpaare überaus freundlich, um nicht zu sagen &#8222;fröhlich&#8220; an. An sich ist dies kein ungewöhnlicher Anblick für mich, jedoch jetzt und genau in diesem Moment schon. Ein Augenpaar gehört S. unserer anderen Nachbarin, die nun freudestrahlend zu mir herüber winkt. Das zweite Augenpaar gehört S. ihrem Mann, der jetzt ebenfalls die Hand zum Gruß hebt. Beide stehen in ihrem Vorgarten hinter dem Zaun. Und wer steht vor dem Gartenzaun?<br />
„Wie kommst du denn hier her?“, rufe ich erstaunt und renne auch schon zu den drei auf mich wartenden Personen.<br />
„Das hat jetzt aber lange gedauert“, lacht B., die erste Nachbarin und schließt ihren Kofferraumdeckel.<br />
„Wieso?“ frage ich sie verwirrt und schiebe gleich eine weitere Frage in Richtung der anderen Nachbarn hinterher: „Wie lange stehst du eigentlich schon hier?“, rufe ich der Person vor dem Gartenzaun entgegen.<br />
„Seit meinem ersten Anruf“, grinst mein Mann. Herr K. von gegenüber hat mich mitgenommen. Wolltest du mich nicht schon längst an der Uni abgeholt haben? Die zehn Minuten sind bereits deutlich überschritten und erst jetzt willst du losfahren?!“<br />
Die gesamte Nachbarschaft bricht in schallendes Gelächter aus, einschließlich meiner Wenigkeit. Und so beginnt wieder einmal ein lustiger und unterhaltsamer Plausch am Gartenzaun.</p>
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		<title>Gedankenverloren</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/gedankenverloren/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jul 2016 11:08:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Einkaufszettel]]></category>
		<category><![CDATA[gedankenverloren]]></category>
		<category><![CDATA[grillen]]></category>
		<category><![CDATA[Motor]]></category>
		<category><![CDATA[nachdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Regenschirm]]></category>
		<category><![CDATA[vergessen]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Nachdem wir in unserem Haus treppauf und treppab gerannt sind, alle Taschen und Koffer gepackt und im Kofferraum des Autos verstaut haben, sitzen wir nun endlich im Wagen. Eigentlich könnte es jetzt losgehen, doch mein Mann macht keinerlei Anstalten den Motor zu starten. „Jetzt fahr doch endlich!“, sage ich schon etwas leicht genervt. „Oder hast du was vergessen?“ „Ich? Nee!“ „Worauf wartest du denn dann?“, frage ich kopfschüttelnd. „Ich dachte nur, ich gebe dir noch ein bisschen Zeit zum Nachdenken.“ „Was soll ich denn nachdenken. Irgendwie sprichst du in Rätseln!“ „Naja, hast du alle Fenster zu? Ist die Vorder- und auch die Hintertür abgeschlossen?“, fragt mich mein Mann ab. „Das schon!“, antworte ich ihm. „Aber weißt du, ob in der Ankleide das Licht aus ist?“ „Als ich mir meine Jacke geholt habe, war es aus. Wenn du allerdings noch einmal drin warst…“ „Ich habe mein Tuch gesucht, das zu meiner Jacke gehört“, überlege ich laut. „Ob das jetzt vor dir oder nach dir war, kann ich nicht sagen.“ „Dann steig einfach noch einmal aus und &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nachdem wir in unserem Haus treppauf und treppab gerannt sind, alle Taschen und Koffer gepackt und im Kofferraum des Autos verstaut haben, sitzen wir nun endlich im Wagen. </strong><br />
<strong><br />
<span class="dropcap">E</span></strong>igentlich könnte es jetzt losgehen, doch mein Mann macht keinerlei Anstalten den Motor zu starten.<br />
„Jetzt fahr doch endlich!“, sage ich schon etwas leicht genervt. „Oder hast du was vergessen?“<br />
„Ich? Nee!“<br />
„Worauf wartest du denn dann?“, frage ich kopfschüttelnd.<br />
„Ich dachte nur, ich gebe dir noch ein bisschen Zeit zum Nachdenken.“<br />
„Was soll ich denn nachdenken. Irgendwie sprichst du in Rätseln!“<br />
„Naja, hast du alle Fenster zu? Ist die Vorder- und auch die Hintertür abgeschlossen?“, fragt mich mein Mann ab.<br />
„Das schon!“, antworte ich ihm. „Aber weißt du, ob in der Ankleide das Licht aus ist?“<br />
„Als ich mir meine Jacke geholt habe, war es aus. Wenn du allerdings noch einmal drin warst…“<br />
„Ich habe mein Tuch gesucht, das zu meiner Jacke gehört“, überlege ich laut. „Ob das jetzt vor dir oder nach dir war, kann ich nicht sagen.“<br />
„Dann steig einfach noch einmal aus und schau nach, sonst nervst du mich mit dieser Ungewissheit die ganze nächste Woche. Außerdem kannst du gleich noch nachsehen, ob die Katzenklappe auf ist und Lottchen raus und rein kann.“<br />
Was bleibt mir anderes übrig als alles noch einmal zu kontrollieren. Als wir dann jedoch tatsächlich um die Straßenecke biegen, fällt mir beim Blick in den Himmel doch noch etwas ein, an das ich beim Packen nicht gedacht habe.<br />
„Ich habe den Regenschirm vergessen!“<br />
„Wusste ich es doch!“, kommentiert mein Mann. „Soll ich nochmal umdrehen und zurück fahren?“<br />
„Ach lass mal! Vielleicht liegt ja doch einer im Kofferraum oder wir besorgen uns bei Bedarf halt einen neuen“, beschließe ich, weil ich langsam Bedenken habe, gar nicht mehr wegzukommen.<br />
„Wir haben schon eine beachtliche Anzahl von Regenschirmen, die wir irgendwo auf die Schnelle gekauft haben, weil wir keinen dabei hatten“, erklärt mir mein Mann und fährt rechts an den Fahrbahnrand, um anzuhalten und auszusteigen.<br />
„Ein kleiner schwarzer Schirm liegt ganz hinten im Kofferraum“, versichert er mir, nachdem er sich wieder auf den Fahrersitz setzt.<br />
„Glück gehabt!“, kommentiere ich erleichtert.<br />
„Wie man es nimmt!“, äußert sich mein Gatte etwas skeptisch. „Meistens bleibt er dann da auch liegen, auch wenn wir zu Fuß unterwegs sind und es anfängt zu regnen.<br />
„C’est la vie!“, erkläre ich ihm und zucke unschuldig mit den Schultern.<br />
Eine Woche später sind wir wieder zuhause und ich stelle fest, dass der Kühlschrank gähnende Leere aufweist. Also nichts wie ins Auto und ab in den nächsten Supermarkt. Vorher schreibe ich mir allerdings einen Einkaufszettel. In Gedanken gehe ich alle Gänge des Supermarktes durch und muss erkennen, dass auch das Waschpulver zur Neige geht, das Duschgel verbraucht, der Getränkekasten leer ist und auch noch andere Dinge fehlen.<br />
„Wollen wir heute Abend grillen?“ , kommt Peter spontan auf die Idee. „Vielleicht kommt unserer Sohn mit seiner Freundin auch vorbei. Also sollte der Grillvorrat nicht zu knapp und für jeden etwas dabei sein. Bring einfach was Leckeres zum Grillen mit!“<br />
Ich düse also los. Die Handtasche liegt neben mir auf dem Beifahrersitz und der Einkaufskorb ist im Kofferraum verstaut. Ich fahre auf die Ampel zu und verringere meine Geschwindigkeit. In meinem Kopf tauchen einige Bilder aus den vergangenen Tagen auf. Die Strecke kenne ich zur Genüge und so gebe ich mich meinen Gedanken hin. Irgendwie geht jetzt alles ganz automatisch. Ich bremse und bleibe vor der Ampel stehen. Plötzlich schrecke ich auf, denn mein Hintermann hat laut und vernehmlich gehupt. Mein Blick auf die Ampel lässt mich erkennen, dass diese ein grünes Licht zeigt. Ich bemerke, dass ich bei Grün ganz gedankenverloren angehalten habe. Wäre der liebe Fahrer im Auto hinter mir nicht gewesen, hätte ich wahrscheinlich bis zur nächsten Rotphase weiter geträumt und auf das erneute Grün warten müssen, um loszufahren. Deshalb bedanke ich mich auch mit einem freundlichen Winken bei dem netten Verkehrsteilnehmer, der mich so ganz selbstlos aus meiner gedanklichen Abwesenheit geholt hat.<br />
Endlich bin ich im Supermarkt und nehme mir einen Einkaufswagen.<br />
„Verflixt!“, denke ich. „Wo ist denn mein Einkaufszettel?“<br />
Nachdem ich meine Tasche mindestens dreimal durchwühlt und alle möglichen Utensilien gefunden habe, die ich schon seit ewigen Zeiten vermisst habe, muss ich eine sehr ärgerliche Tatsache feststellen: Ich habe meinen Einkaufszettel vergessen. Aller Wahrscheinlichkeit nach, liegt er noch zu Hause auf dem Küchentisch. Ich könnte jetzt natürlich meinen Mann anrufen und mir die Liste aufs Handy schicken lassen.<br />
„Naja ist auch egal!“, tröste ich mich selbst. „Ich weiß sowieso genau was ich brauche. Ich habe alles exakt im Kopf.“<br />
So schiebe ich nun meinen Einkaufswagen durch die Reihen. Ich packe alles Mögliche ein und auch noch viel mehr. Einige Dinge fallen mir ein, die noch in meinen Küchenschränken fehlen. Öl, zum Beispiel und Zwiebeln auch noch. Vielleicht sollte ich auch noch einen Sack Grillkohle einpacken. Wer weiß, ob mein Mann noch genügend davon hat. Inzwischen ist mein Einkaufswagen randvoll.<br />
Ich stehe schon in der Schlange an der Kasse, da fällt mir ein, dass ich das Duschgel vergessen habe. Also schiebe ich den Wagen zur Seite und marschiere strammen Schrittes wieder in die hintere Ecke des Marktes, in der die Drogerieabteilung ist.<br />
Alles hat einmal ein Ende und so geht auch dieser Einkauf zu Ende. Gut gelaunt komme ich daheim an und freue mich schon auf einen gemütlichen Grillabend mit meiner Familie. Mein Peter hilft mir sogar beim Ausräumen des Kofferraums. Noch ein Grund, um mich zu freuen.<br />
„Ach!“, sagt er. „Grillkohle hättest du gar nicht mitbringen brauchen, davon habe ich im Gartenhaus noch genügend stehen.“<br />
„Ein bisschen Vorrat kann nicht schaden!“, gebe ich zurück.<br />
Mein Peter nickt und trägt schon mal die Getränke ins Haus. Aus dem Flur höre ich nur wie er sagt:<br />
„Hauptsache du hast genügend Fleisch und Würstchen zum Grillen mitgebracht!“<br />
Mich trifft fast der Schlag!<br />
„Mach schon mal das Grillfeuer an! Ich bin gleich wieder da!“, rufe ich ihm noch schnell zu und schon starte ich den Motor.</p>
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