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	<title>Tante &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Tante Friedas Geheimnis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Feb 2020 09:46:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimnis]]></category>
		<category><![CDATA[Kostprobe]]></category>
		<category><![CDATA[lachen]]></category>
		<category><![CDATA[Laune]]></category>
		<category><![CDATA[Packung]]></category>
		<category><![CDATA[Schwester]]></category>
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					<description><![CDATA[Alle lieben Tante Frieda. Warum das so ist? Na, weil Tante Frieda die netteste und lustigste Frau ist, die ich kenne. Mutti meint oft: „Susi, du bist ihr sehr ähnlich!“ Das macht mich richtig stolz, obwohl ich der Meinung bin, dass Mama ebenfalls sehr viel Ähnlichkeit mit ihr hat und das kommt daher, weil Tante Frieda die kleine Schwester meiner Mutter ist.  Klein ist richtig, denn sie ist nicht sehr groß, gerade einmal einen Meter und sechsundfünfzig Zentimeter. Das steht nicht nur in ihrem Pass, sondern ist eindeutig bewiesen. Ich habe es nämlich erst letzte Woche höchstpersönlich nachgemessen. Ich bin inzwischen schon einhundertzweiundfünfzig Zentimeter, also muss ich noch zu ihr aufschauen. „Die vier Zentimeter schaffst du doch locker noch!“, hat Tante Frieda gesagt und mir dabei zugezwinkert. Sie ist immer quietschvergnügt, ihr Lachen schallt durch das ganze Haus und ist ansteckend. Wenn wir ein Fest feiern, dann singt und tanzt sie und reißt mit ihrer Fröhlichkeit alle mit. Ganz ehrlich, ich habe sie noch nie mit schlechter Laune erlebt und ich kenne sie nun schon mein &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Alle lieben Tante Frieda. Warum das so ist? Na, weil Tante Frieda die netteste und lustigste Frau ist, die ich kenne. Mutti meint oft: „Susi, du bist ihr sehr ähnlich!“ Das macht mich richtig stolz, obwohl ich der Meinung bin, dass Mama ebenfalls sehr viel Ähnlichkeit mit ihr hat und das kommt daher, weil Tante Frieda die kleine Schwester meiner Mutter ist.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p><span class="dropcap">K</span>lein ist richtig, denn sie ist nicht sehr groß, gerade einmal einen Meter und sechsundfünfzig Zentimeter. Das steht nicht nur in ihrem Pass, sondern ist eindeutig bewiesen. Ich habe es nämlich erst letzte Woche höchstpersönlich nachgemessen. Ich bin inzwischen schon einhundertzweiundfünfzig Zentimeter, also muss ich noch zu ihr aufschauen. „Die vier Zentimeter schaffst du doch locker noch!“, hat Tante Frieda gesagt und mir dabei zugezwinkert.<br />
Sie ist immer quietschvergnügt, ihr Lachen schallt durch das ganze Haus und ist ansteckend. Wenn wir ein Fest feiern, dann singt und tanzt sie und reißt mit ihrer Fröhlichkeit alle mit. Ganz ehrlich, ich habe sie noch nie mit schlechter Laune erlebt und ich kenne sie nun schon mein ganzes Leben. Insgesamt also 12 Jahre.<br />
Gut, gerade eben war sie nicht ganz so lustig. Da ist sie nämlich über einen blöden Ast gestolpert und kann jetzt nicht mehr aufstehen. Es ist beim Spazierengehen mit mir und unserem Hund Fridolin passiert. Wir sind auf einem Waldweg unterwegs, als Fridolin einen Hasen sieht und ihm nachrennen will. Er zieht an der Leine und da passiert es. Zum Glück hat sie ihr Handy dabei und so kann ich den Krankenwagen alarmieren.<br />
Ja, und nun sitze ich an ihrem Krankenbett im Krankenhaus. „Es ist ein komplizierter Beinbruch und sie haben mich operiert“, erklärt sie mir. „Ich muss noch eine ganze Weile hier bleiben.“<br />
„Dann bist du also bei Papas rundem Geburtstag nicht da?“, frage ich sie erschrocken.<br />
„Nein, das wird nicht klappen!“<br />
„Das macht dann auch nur halb soviel Spaß!“, gestehe ich.<br />
„Den versprochenen Kuchen kann ich auch nicht backen. Richte es bitte deiner Mutter aus“, meint sie.<br />
Man muss erklären, dass Tante Friedas Schokoladenkuchen berühmt ist. Keiner kann ihn so gut backen, wie sie. Alle werden enttäuscht sein, denn er ist wahnsinnig beliebt bei der ganzen Familie und allen Gästen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Alle werden dich und deinen Kuchen vermissen“, meine ich.<br />
„Da kann man leider nichts machen“, zuckt sie bedauernd mit den Schultern.<br />
„Aber du könntest mir das Rezept geben und ich backe ihn“, kommt mir die Idee.<br />
„Das geht leider nicht“, sagt sie bedauernd und versucht trotz ihrer Schmerzen ein bisschen zu lächeln. „Das ist mein Geheimnis!“<br />
„Ah, ein Familiengeheimnis!“, grinse ich. „Dann kennt es Mutti auch!“<br />
„Nein, mein Schatz, &#8211; es ist ganz allein mein Geheimnis und niemand weiß etwas davon.<br />
Auch auf mein Bitten und Betteln lässt sie sich nicht erweichen mir ihr großes Geheimnis zu verraten.<br />
„Dann müsst ihr halt mal auf meinen Schokoladenkuchen verzichten. Ich verspreche aber, dass ich sofort nach meiner Heimkehr aus dem Krankenhaus einen backen werde.&#8220;<br />
Auf dem Nachhauseweg überlege ich krampfhaft, was ich tun könnte. Und ich habe eine Idee.<br />
An Papas Geburtstag vermissen zwar alle Tante Frieda, aber sie sind begeistert, dass zumindest ihr Schokoladenkuchen nicht fehlt. Aus allen Ecken hört man:<br />
“Mmmh!“<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Der ist sooo lecker!“.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Einfach köstlich!“<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Niemand kann ihn so gut wie Tante Frieda!“<br />
„Ist sie denn nicht mehr im Krankenhaus?“, fragt man mich.<br />
„Doch! Und den Kuchen habe übrigens ich gebacken!“<br />
„Was?- Oh, sie hat dir ihr Rezept verraten!“, schlussfolgern alle.<br />
Im Nu bin ich von allen umringt und jeder will das Rezept haben.<br />
„Das ist mein und Tante Friedas Geheimnis“ sage ich schmunzelnd und laufe in die Küche.<br />
Dort öffne ich schnell und unbemerkt den Abfalleimer und hole etwas heraus. Dieses Etwas bringe ich sofort in mein Zimmer und packe es in Geschenkpapier ein.<br />
Leider finde ich kein Stückchen Kuchen mehr vor, als ich wieder in das Wohnzimmer komme. Tante Friedas, &#8211; oder soll ich sagen,- mein Schokoladenkuchen ist ratzeputz aufgefuttert?!<br />
Am nächsten Morgen, es ist zum Glück Sonntag und ich habe keine Schule, hält mich nichts mehr. Ich greife mir das kleine Päckchen und mache mich auf den Weg zum Krankenhaus.<br />
„Schade“, sage ich zu Tante Frieda. „Ich hätte dir gerne eine Kostprobe meines Schokoladenkuchens mitgebracht, aber es ist nichts mehr übrig geblieben. Allerdings habe ich dir etwas anderes mitgebracht&#8220;, verkünde ich und reiche ihr das Päckchen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Tante Frieda packt es aus und blickt zuerst entsetzt auf das Mitbringsel, doch dann schallt ihr fröhliches Lachen durch den Raum und die Gänge.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Jetzt haben wir wohl beide dasselbe Geheimnis!“, meint sie augenzwinkernd und zerreißt schnell die leere Packung der Fertigbackmischung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p><a href="http://lifetellsstories.de/verliebt-verlobt-verheiratet/">Verliebt, verlobt, verheiratet</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Tante Frieda</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Oct 2018 09:56:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Cafe]]></category>
		<category><![CDATA[Gräfin]]></category>
		<category><![CDATA[Likör]]></category>
		<category><![CDATA[Scherz]]></category>
		<category><![CDATA[Tante]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer wieder sonntags geschieht das selbe Spiel und man muss zugeben, Tante Frieda hat Stil. Sie holt ihr bestes Kleid aus dem Schrank, es passt ihr immer noch, Gott sei Dank. Legt um ihren Hals die kosbare Perlenkette, denn damit macht sie Eindruck, jede Wette. Fehlen darf auch nicht der chice große Hut, sie weiß, dieser kleidet sie besonders gut. Erhobenen Hauptes schreitet sie von dannen, biegt dann ab bei den drei großen Tannen. Der Bus bringt sie in die lebhafte Stadt, dort ein ganz bestimmtes Ziel sie hat. Hier gleich neben der Kirche auf dem Marktplatz, ist Tante Friedas angestammter Sonnenplatz. Sie ist bei allen beliebt und wohlbekannt und wird nur „Frau Gräfin“ dort genannt. Der Ober weiß, was sie sich gedenkt auszusuchen, ein Tässchen Kaffee, dazu ein Stückchen Kuchen. Und obendrauf gehört zum guten Schluss noch ein Tupfen Sahne, welch ein Genuss. „Frau Gräfin wünscht noch einen kleinen Likör?“, fragt geschwind der Ober, dieser nette Charmeur. Zu einem Glas Eierlikör sagt sie nicht nein, egal ob bei Regen oder bei Sonnenschein. Gut gelaunt &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Immer wieder sonntags geschieht das selbe Spiel<br />
und man muss zugeben, Tante Frieda hat Stil.<br />
Sie holt ihr bestes Kleid aus dem Schrank,<br />
es passt ihr immer noch, Gott sei Dank.</p>
<p style="text-align: center;">Legt um ihren Hals die kosbare Perlenkette,<br />
denn damit macht sie Eindruck, jede Wette.<br />
Fehlen darf auch nicht der chice große Hut,<br />
sie weiß, dieser kleidet sie besonders gut.</p>
<p style="text-align: center;">Erhobenen Hauptes schreitet sie von dannen,<br />
biegt dann ab bei den drei großen Tannen.<br />
Der Bus bringt sie in die lebhafte Stadt,<br />
dort ein ganz bestimmtes Ziel sie hat.</p>
<p style="text-align: center;">Hier gleich neben der Kirche auf dem Marktplatz,<br />
ist Tante Friedas angestammter Sonnenplatz.<br />
Sie ist bei allen beliebt und wohlbekannt<br />
und wird nur „Frau Gräfin“ dort genannt.</p>
<p style="text-align: center;">Der Ober weiß, was sie sich gedenkt auszusuchen,<br />
ein Tässchen Kaffee, dazu ein Stückchen Kuchen.<br />
Und obendrauf gehört zum guten Schluss<br />
noch ein Tupfen Sahne, welch ein Genuss.</p>
<p style="text-align: center;">„Frau Gräfin wünscht noch einen kleinen Likör?“,<br />
fragt geschwind der Ober, dieser nette Charmeur.<br />
Zu einem Glas Eierlikör sagt sie nicht nein,<br />
egal ob bei Regen oder bei Sonnenschein.</p>
<p style="text-align: center;">Gut gelaunt beobachtet sie das bunte Treiben<br />
und gedenkt noch ein Stündchen zu bleiben.<br />
Doch das Leben ist manchmal gemein,<br />
sie muss noch vor der Dunkelheit heim.</p>
<p style="text-align: center;">So haucht der Ober beim Abschied zum Schluss,<br />
ihr auf die dargereichte Hand einen zarten Kuss.<br />
„Gräfin, beehren Sie uns bald wieder!“<br />
Tante Frieda senkt beglückt die Augenlider.</p>
<p style="text-align: center;">Am nächsten Sonntag geschieht das selbe Spiel.<br />
Das Café am großen Platz ist ihr liebstes Ziel.<br />
Der Ober längst hat erobert ihr Herz,<br />
er hofft, es ist Liebe und kein Scherz.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-5443 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E5865-1024x728.jpg" alt="" width="840" height="597" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E5865-1024x728.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E5865-300x213.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E5865-768x546.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E5865.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>*Diese schöne Figur fand ich vor einem Restaurant in der Dresdener Innenstadt nahe der Frauenkirche. Ich konnte nicht anders, musste sie einfach fotografieren und ihr ein Gedicht widmen. Selbstverständlich handelt es sich hierbei um eine erfundene Geschichte. Mir ist weder diese Dame oder ihr mögliches Ebenbild, noch der Erschaffer dieser Figur bekannt. Gedicht und Inhalt entspringen meiner Fantasie und haben nichts mit lebenden oder verstorbenen Personen, bzw. stattgefunden Ereignissen oder dem betreffenden Restaurant zu tun. Mir hat diese Figur einfach nur gefallen und meine Fantasie beflügelt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
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<p><a href="http://lifetellsstories.de/sachen-gibts-die-gibts-gar-nicht/">Sachen gibt&#8217;s, die gibt&#8217;s gar nicht!</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/vom-winde-verweht/">Vom Winde verweht</a></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Die Dreivasengeschichte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Apr 2016 22:28:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Clown]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Historie]]></category>
		<category><![CDATA[Mitbringsel]]></category>
		<category><![CDATA[Polterabend]]></category>
		<category><![CDATA[Scherben]]></category>
		<category><![CDATA[Sprudel]]></category>
		<category><![CDATA[Tante]]></category>
		<category><![CDATA[Thailand]]></category>
		<category><![CDATA[Vasen]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich habe einen wunderschönen Blumenstrauß geschenkt bekommen und schon nimmt die Geschichte ihren Lauf. Was jetzt folgt kennt wahrscheinlich jeder und trotzdem ist es anders: Die Blumen sind eine Augenweide und das sollen sie auch noch lange bleiben. Also brauchen sie jetzt und sofort Wasser. Ich gehe zu meinem Schrank, um das passende Gefäß zu suchen. Vasen habe ich eigentlich genug, aber … Als erstes schiebe ich die große, schwere Glasvase zur Seite. „He!“, ruft sie mir entgegen. „Mich schiebst du immer nur zur Seite. Warum willst du mich nie?“ „Du bist zu groß“, antworte ich in Gedanken. „Nein, du magst mich einfach nicht. Dabei bin ich ein Erbstück und zwar von Tante Leni.“ „Genau“, denke ich. „Tante Leni!“ Ich schaue in eine andere Ecke meines Hauswirtschaftsraumes. Dort hängt ebenfalls ein Erbstück von ihr. Ein Bild, das einen Clown zeigt. Tante Leni gehörte zu der Familie meines Mannes. Sie war eine lustige Nudel, wie man so schön sagt. Untrennbar mit ihr verbunden ist der Clown August und der Ententanz, aber das ist eine andere Geschichte. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich habe einen wunderschönen Blumenstrauß geschenkt bekommen und schon nimmt die Geschichte ihren Lauf. Was jetzt folgt kennt wahrscheinlich jeder und trotzdem ist es anders:</strong><br />
<strong>Die Blumen sind eine Augenweide und das sollen sie auch noch lange bleiben. Also brauchen sie jetzt und sofort Wasser. Ich gehe zu meinem Schrank, um das passende Gefäß zu suchen. Vasen habe ich eigentlich genug, aber …</strong><br />
<span class="dropcap">A</span>ls erstes schiebe ich die große, schwere Glasvase zur Seite.<br />
„He!“, ruft sie mir entgegen. „Mich schiebst du immer nur zur Seite. Warum willst du mich nie?“<br />
„Du bist zu groß“, antworte ich in Gedanken.<br />
„Nein, du magst mich einfach nicht. Dabei bin ich ein Erbstück und zwar von Tante Leni.“<br />
„Genau“, denke ich. „Tante Leni!“<br />
Ich schaue in eine andere Ecke meines Hauswirtschaftsraumes. Dort hängt ebenfalls ein Erbstück von ihr. Ein Bild, das einen Clown zeigt.<br />
Tante Leni gehörte zu der Familie meines Mannes. Sie war eine lustige Nudel, wie man so schön sagt. Untrennbar mit ihr verbunden ist der <a href="http://lifetellsstories.de/clown-august-und-der-ententanz/">Clown August und der Ententanz</a>, aber das ist eine andere Geschichte.<br />
Leider benutze ich ehrlich gesagt, ihre Vase nicht sehr oft. Meistens ist sie zu groß, &#8211; und zu schwer ist sie mir auch. Obwohl ich sie also sehr, sehr selten in Gebrauch habe, möchte ich sie nicht entsorgen. Sie hat sozusagen als schönes Andenken ihre Daseinsberechtigung.<br />
Die Vase, die ich für meinen Blumenstrauß nehmen möchte, steht natürlich ganz hinten, &#8211; wie auch immer sie dort hin diffundiert ist, kann ich mir im Moment nicht erklären. Ist auch egal. Fakt ist, dass ich erst einmal das halbe Fach ausräumen muss, um sie herauszunehmen. Dabei stoße ich auf ein weiteres für uns kostbares Erinnerungsstück.<br />
„Mich hast du noch niemals benutzt!“, schreit es mir erbost entgegen. „Wenn deine Mutter mich damals nicht aufgehoben hätte, wäre ich schon längst nicht mehr da.“<br />
„Das stimmt“, überlege ich.<br />
Damals, das war am 26.6.1986, also vor dreißig Jahren. Wir hatten am Vormittag standesamtlich geheiratet und am Abend fand unser großer Polterabend statt. Wie es sich gehört, kamen alle Gäste mit Porzellanteilen zum Poltern, denn bekanntlich bringen diese Scherben ja Glück. Und genau das wünscht man dem Brautpaar, &#8211; ein gemeinsames Leben voller Glückseligkeit.<br />
„Du hattest aber einen großen Überlebenswillen“, schicke ich meine Gedanken der weißen Porzellanvase entgegen.<br />
Keiner von uns weiß mehr, wer diese Vase mitgebracht hat und ob derjenige oder jemand anders es überhaupt bemerkt hatte, dass sie beim Poltern nicht kaputt ging. Als wir alle Scherben gemeinsam wegkehrten, entdeckten wir die unversehrte Vase mit dem Hasia Sprudel Motiv auf der Vorderseite. Vielleicht hätten mein Mann und ich sie sogar entsorgt, hätte meine Mutter nicht vehement protestiert.<br />
„Die hat das Poltern überlebt und die hebe ich für Euch auf. Irgendwann freut ihr euch darüber!“<br />
Sie stellte sie mit unverwüstlichen Rosen in ihr Wohnzimmer. Auch diese Vase ist im Grunde genommen nicht unser Geschmack und wahrscheinlich war sie auch nicht der Geschmack unseres Polterabendgastes. Sonst wäre sie ja nicht auf dem Scherbenhaufen gelandet. Sie begleitet uns seither sozusagen als guter „Poltergeist“ durch unser Eheleben.*<br />
„Ach“, denke ich, „wenn ich schon einmal dabei bin und in Erinnerungen schwelge, dann gehört auch noch eine dritte Vase dazu.<br />
„Hier, ich bin jetzt an der Reihe!“, ruft mir eine kleine Bleikristallvase entgegen.<br />
„Ich habe ebenfalls eine schöne Geschichte!“<br />
Richtig, sie ist seit vielleicht drei oder vier Jahren in unserem Besitz.<br />
„Ich finde dich wunderschön und du zauberst mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht“, gestehe ich ihr in meinen Gedanken.<br />
Nein, eigentlich sollte ich nicht von einem Lächeln sprechen, sondern eher von einem breiten Grinsen. Ich muss mich und meine eigene Bl…heit belächeln:<br />
Wir waren, wie seit vielen Jahren regelmäßig, wieder einmal in Bangkok. An einem freien Nachmittag durchstreiften wir eine Mall. In einer der obersten Stockwerke dieses Einkaufsparadieses kamen wir in die Glas- und Porzellanabteilung. Hier standen herrliche Dinge, die sich auch hervorragend als Geschenke, beziehungsweise als Mitbringsel eigneten. So wollten wir für die beiden Mütter etwas aussuchen. Mein Mann wurde auch sogleich mit einem kleinen Glasschälchen mit Deckel fündig. Ich fand es irgendwie zu schwer für den Rückflug und entschloss mich daher für meine Mutter etwas anderes auszusuchen. Allerdings konnte ich mich zu nichts wirklich entschließen. Da ich allerdings ein paar Tage vor unserer Rückreise noch nichts Geeignetes für meine Mutter gefunden hatte, fuhren wir nochmals in die besagte Mall. Dieses Mal erstand ich eine tolle Bleikristallvase, die natürlich mindestens so schwer war wie das Geschenk meines Mannes für seine Mutter. Hoffentlich, so dachte ich mir damals würden wir keine Gewichtsprobleme beim Rückflug bekommen.<br />
Nun gut, ich war richtig stolz auf meinen tollen Kauf und betrachtete mir die Vase später in unserem Appartement noch eingehender. Von allen Seiten begutachtete ich sie und wurde dabei eines Etikettes gewahr, dessen Aufschrift ich allerdings ohne mein Nasenfahrrad nicht entziffern konnte. Also setzte ich mir unverzüglich meine Brille auf und las laut vor: „Bleikristall &#8211; Made in Germany“.<br />
Das ging ja nun überhaupt nicht. Ich konnte ja wohl schwer ein Mitbringsel aus Thailand verschenken, das in Deutschland hergestellt worden war. Jetzt war guter Rat teuer.<br />
Also nochmal hin in die Mall. Und was habe ich erstanden? Klar, das gleiche kleine Glasschälchen mit Deckel, das auch Peter seiner Mutter schenken wollte. Somit bekamen die beiden Mütter nicht nur genau das Gleiche geschenkt, sondern unser vermeintliches Gewichtsproblem hatte sich im Grunde genommen noch verschärft. So kam diese Bleikristallvase in meinen Besitz und im Nachhinein frage ich mich, wo eigentlich die kleinen Glasschälchen hergestellt worden waren.<br />
„Du bist eine schöne Vase“, sage ich nochmals gedanklich. „Und du wirst in Ehren gehalten, genau wie die beiden anderen auch, denn ihr seid und bleibt Vasen mit Geschichte.“<br />
Für meinen Blumenstrauß jedoch wähle ich eine ganz andere Blumenvase aus.<br />
Bevor ich meine Schranktür schließe, gebe ich jedoch meinen drei Vasen noch ein Versprechen:<br />
„Ihr seid meine drei Sonderexemplare und ich werde sogleich einen Ausdruck meiner „Dreivasengeschichte“ in euer Inneres legen, damit eure ganz persönliche und unverwechselbare Historie nicht verloren geht.“</p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>Gesagt! &#8211; Getan!</strong></em></p>
<p style="text-align: center;">*Zum Schluss verrate ich meinen lieben Lesern noch, dass ich an einer Stelle ein kleines bisschen geschummelt habe: Die Hasia-Sprudel-Vase steht noch immer bei meiner Mutter im Wohnzimmer und nicht bei mir im Schrank. Ansonsten entspricht alles der absoluten Wahrheit.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-3015 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC03052-1024x682.jpg" alt="1200px-DSC03052" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC03052-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC03052-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC03052-768x511.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC03052-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC03052.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch noch diese Geschichten lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/abenteuerliche-ausfahrt/">Abenteuerliche Ausfahrt</a></p>
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<p><a href="http://lifetellsstories.de/peinlich-peinlich/">Peinlich-peinlich</a></p>
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		<title>Was ist nur los?</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/ist-nur-los/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2015 22:15:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[anfühlt]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühl]]></category>
		<category><![CDATA[Heimweh]]></category>
		<category><![CDATA[Mutti]]></category>
		<category><![CDATA[Oma]]></category>
		<category><![CDATA[Onkel]]></category>
		<category><![CDATA[Papa]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspielerin]]></category>
		<category><![CDATA[Stimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Tante]]></category>
		<category><![CDATA[Tränen]]></category>
		<category><![CDATA[traurig]]></category>
		<category><![CDATA[was ist nur los]]></category>
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					<description><![CDATA[Sie saß in dem Zimmer, das man ihr zugewiesen hatte. Es war kein großes Zimmer, aber ausreichend und gemütlich war es auch. Es hatte ein großes Fenster zum Garten hin, in dem allerdings ohnehin gerade nichts passierte. Wenn sie hinaus schaute, sah sie nur wie der Regen auf die Wiese platschte und sie in einen großen See verwandelte. Es sah aus, als ob der Himmel weinen würde. Eine seltsame Stimmung breitet sich in ihrem Bauch aus. Ein Kribbeln, ein Ziehen und ein Zusammenkrampfen. Woran lag das? Und überhaupt, was war das? Noch nie hatte sie ein solches Gefühl verspürt. Es tat fast ein wenig weh. Nein, es tat ganz schrecklich weh. Sie warf sich auf das Bett und starrte an die Zimmerdecke. Im Haus war alles ruhig, nur von unten aus der Küche klang das Klappern der Töpfe. Seit drei Tagen war sie nun schon hier. Sie war ja selbst daran schuld. Man hatte sie auf die Situation ausdrücklich hingewiesen. Niemand außer ihr traf eine Schuld. Das war ihr klar. Und trotzdem hätte sie gerne &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sie saß in dem Zimmer, das man ihr zugewiesen hatte. Es war kein großes Zimmer, aber ausreichend und gemütlich war es auch. Es hatte ein großes Fenster zum Garten hin, in dem allerdings ohnehin gerade nichts passierte. Wenn sie hinaus schaute, sah sie nur wie der Regen auf die Wiese platschte und sie in einen großen See verwandelte. Es sah aus, als ob der Himmel weinen würde. </strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>ine seltsame Stimmung breitet sich in ihrem Bauch aus. Ein Kribbeln, ein Ziehen und ein Zusammenkrampfen. Woran lag das? Und überhaupt, was war das? Noch nie hatte sie ein solches Gefühl verspürt. Es tat fast ein wenig weh. Nein, es tat ganz schrecklich weh.<br />
Sie warf sich auf das Bett und starrte an die Zimmerdecke. Im Haus war alles ruhig, nur von unten aus der Küche klang das Klappern der Töpfe.<br />
Seit drei Tagen war sie nun schon hier. Sie war ja selbst daran schuld. Man hatte sie auf die Situation ausdrücklich hingewiesen. Niemand außer ihr traf eine Schuld. Das war ihr klar. Und trotzdem hätte sie gerne jemand die Schuld dafür in die Schuhe geschoben. Leichter wäre es trotzdem nicht geworden, aber man hätte vielleicht auf eine andere Person sauer sein können. Aber so musste sie alles mit sich selbst ausmachen. Nur wie, das wusste sie jetzt und in diesem Moment auch noch nicht. Alles, was sie wusste war, dass sie sich nichts anmerken lassen durfte. Sie musste einfach nur so tun, als sei alles ganz normal und in bester Ordnung. Doch wie macht man das, wenn innerlich alles rebelliert und vibriert? Gute Miene zum bösen Spiel, so hatte sie neulich in einer Geschichte gelesen. Sie setzte sich auf und verschränkte die Arme vor der Brust. Dann atmete sie dreimal tief durch, so als gelte es Kraft zu schöpfen und sich selbst Mut zu machen. Danach stand sie auf, durchquerte das Zimmer und öffnete die Tür. Von unten drang Essengeruch nach oben. Sie lief die Treppe nach unten und sah ihre Tante am Herd stehen. Auf der untersten Stufe blieb sie stehen und setzte, wie sie meinte, ein fröhliches Gesicht auf. Doch anscheinend war sie keine gute Schauspielerin, die von einer Sekunde auf die andere in eine neue Rolle schlüpfen konnte. Ihre Tante, die sich zu ihr umdrehte, erkannte sofort, dass etwas nicht stimmte:<br />
„Ist irgendetwas nicht in Ordnung mit dir?“<br />
„Doch, doch!“, versuchte sie die Situation zu überspielen und lächelte gequält.<br />
„Aber du siehst ganz blass aus. Geht es dir nicht gut? Tut dir etwas weh?“<br />
„Nein, nein! Es ist schon alles in Ordnung.“<br />
Tapfer schluckte sie, denn sie spürte, wie die Tränen aufsteigen wollten.<br />
„Nur nicht weinen!“, dachte sie und schluckte noch einmal.<br />
Jetzt stand die Tante direkt vor ihr und sah sie mitleidig an.<br />
„Bist du traurig?“, fragte sie sanft.<br />
Sie schluckte noch einmal, aber schon sackte sie zusammen und sank auf die Treppenstufe. Dort kauerte sie wie ein Häufchen Elend und verbarg das Gesicht hinter ihren Händen. Die Tante sollte es nicht sehen, denn ihr rannen die Tränen aus den Augen.<br />
„Es tut so weh!“, presste sie dann aber doch heraus.<br />
„Du hast Heimweh, stimmt es?“, fragte die Tante in einem ruhigen Ton und strich ihr über die Haare.<br />
Sie nickte kaum sichtbar. Ja, sie hatte Heimweh, ganz schreckliches sogar.<br />
„Wollen wir die Mutti anrufen?“<br />
Die Tante nahm sie an der Hand und ging mit ihr ins Arbeitszimmer, in dem das einzige Telefon im ganzen Haus stand. Die Tante wählte eine lange Nummer und reichte den Hörer weiter an <strong>Astrid</strong>.</p>
<p>Ja, dieses traurige kleine Mädchen war ich. Es ist ziemlich lange her, fast wie aus einem anderen Leben. Deshalb habe ich auch in der dritten Person geschrieben. Vielleicht auch, um meine damaligen Gefühle besser darstellen zu können.<br />
Ich war damals höchstens zehn Jahre alt. Meine Eltern und ich waren an einem Wochenende zu der Cousine meines Vaters und deren Familie gefahren, die in Nürnberg wohnten. Es waren von meinem Elternhaus aus etwas mehr als 250 Kilometer. Ein Katzensprung, würde man heute denken. Aber vor 40 Jahren war es noch eine Entfernung, die man nicht mal so spontan zurücklegte. Die Autos heutzutage fahren schneller und die Straßen und Autobahnen sind auch besser ausgebaut. So musste man damals mit guten drei Stunden Fahrtzeit rechnen. Für ein zehnjähriges Mädchen zu der damaligen Zeit bedeutete dies keine geringe Distanz.<br />
Ich freute mich zu Tante Christel und Onkel Toni zu fahren, wie ich die beiden nannte. Auch freute ich mich auf deren Söhne, die in einem ähnlichen Alter waren, wie ich. Wir verstanden uns prima und ich war von deren Rennbahn, die im obersten Zimmer des Hauses aufgebaut war, begeistert. Kein Wunder also, dass ich am Abreisetag nicht nach Hause fahren wollte. Außerdem waren gerade Ferien.<br />
Ich lag also meinen Eltern in den Ohren, sie mögen mich doch da lassen und erst am nächsten Wochenende wieder holen.<br />
„Eine Woche kann ziemlich lange sein“, meinte meine Mutter, die mich sicherlich auch gerne wieder mit nach Hause genommen hätte. Zumal ich zum damaligen Zeitpunkt noch nie alleine weg war und schon gar nicht so lange und so weit.<br />
„Die beiden Jungs fahren aber morgen schon zu ihrer Oma und Onkel Toni muss in einer anderen Stadt arbeiten und kommt auch erst am Freitag wieder. Du bist dann mit mir alleine. Wenn du dich nicht mit mir langweilst, darfst du gerne bleiben. Ich freue mich“, erklärte mir die Tante.<br />
„Ich muss auch die ganze Woche arbeiten und kann dich wirklich erst am nächsten Wochenende wieder holen“, meinte mein Vater. „Wirst du auch kein Heimweh bekommen?“<br />
„Ach Quatsch! Ich bin doch schon groß und bekomme kein Heimweh.“<br />
Davon war ich in diesem Moment felsenfest überzeugt. Und anscheinend brachte ich dies so glaubhaft rüber, dass sie mich tatsächlich in Nürnberg ließen. Und es ging ja auch gut, bis dann am dritten Tag das Heimweh so groß wurde, dass ich es nicht mehr verbergen und auch nicht mehr aushalten konnte. Tante Christl hatte viel mit mir unternommen. Wir besuchten die Burg, waren in der Stadt und machten dies und das. Sie kochte nur das, was ich auch gerne aß, denn sie wusste, dass ich ein schlechter Esser war. Sie war total lieb zu mir.<br />
Heute würde man über Festnetz oder Handy in telefonischer Verbindung bleiben, aber damals hatten meine Eltern noch kein Telefon. Also musste meine Tante bei den Nachbarn anrufen, die dann meine Mutter holten. So konnte ich ihre Stimme hören und sie mein herzzerreißendes Schluchzen.<br />
Was war also das Ende vom Lied? Meine Eltern setzten sich noch am selben Abend, nachdem mein Vater Feierabend hatte, ins Auto und fuhren nach Nürnberg. Da mein Vater keinen Urlaub hatte und meine Mutter keinen Führerschein besaß, fuhr er mit uns also noch in dieser Nacht wieder nach Hause, um dann morgens um sieben wieder zur Arbeit zu fahren. Was man nicht alles so für sein Töchterchen tut. Danke Papa!<br />
Ich weiß jetzt auf alle Fälle wie sich Heimweh anfühlt und dass es tatsächlich richtig weh tut. Da kann mir keiner mehr was vormachen!</p>
<p>* Das Beitragsfoto stammt von unserem Sohn, der es mir für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt hat.</p>
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