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	<title>Sprache &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Bubis Sprachkünste</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Apr 2017 22:01:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Konfusi-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Klingel]]></category>
		<category><![CDATA[Ostereier]]></category>
		<category><![CDATA[Osterhase]]></category>
		<category><![CDATA[Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[Papagei]]></category>
		<category><![CDATA[Schimpfwort]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[In meiner ersten Professor-Konfusi-Geschichte habe ich Euch erzählt, wie der nette ältere Herr zu einem Papagei kam. Sicher könnt Ihr Euch noch erinnern. Bubi hat sich vom ersten Tag an in seiner neuen Familie wohlgefühlt und Herr und Frau Konfusi sind glücklich einen solch lustigen Vogel zu besitzen.  Leider hatte der Papagei einen eher etwas seltsamen Vorbesitzer, der keinen guten Einfluss auf den Papagei ausübte. Bubis erstes Herrchen drückte beispielsweise seine Gefühle und Regungen nicht gerade in einer gehobenen Artikulation aus. Das heißt schlicht und einfach, dass er seine Sprache oftmals mit derben Schimpfwörtern spickte, was der bunte Vogel nachahmte. Als sein Herrchen verstarb, wollte niemand für den armen Papagei sorgen und die Erben brachten ihn in die Tierhandlung. Dort sah ihn glücklicherweise Professor Konfusi und verliebte sich auf den ersten Blick in das gefiederte Tier. Der Bubi ist sehr redselig und quasselt manchmal den ganzen lieben langen Tag. Am liebsten schnappt er irgendwelche Gesprächsfetzen auf und gibt sie dann irgendwann zu passender oder manchmal auch unpassender Gelegenheit wieder. Leider fallen ihm auch manchmal noch die Schimpfwörter &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In meiner ersten <a href="http://lifetellsstories.de/professor-konfusi/">Professor-Konfusi-Geschichte</a> habe ich Euch erzählt, wie der nette ältere Herr zu einem Papagei kam. Sicher könnt Ihr Euch noch erinnern. Bubi hat sich vom ersten Tag an in seiner neuen Familie wohlgefühlt und Herr und Frau Konfusi sind glücklich einen solch lustigen Vogel zu besitzen. </strong></p>
<p><span class="dropcap">L</span>eider hatte der Papagei einen eher etwas seltsamen Vorbesitzer, der keinen guten Einfluss auf den Papagei ausübte. Bubis erstes Herrchen drückte beispielsweise seine Gefühle und Regungen nicht gerade in einer gehobenen Artikulation aus. Das heißt schlicht und einfach, dass er seine Sprache oftmals mit derben Schimpfwörtern spickte, was der bunte Vogel nachahmte. Als sein Herrchen verstarb, wollte niemand für den armen Papagei sorgen und die Erben brachten ihn in die Tierhandlung. Dort sah ihn glücklicherweise Professor Konfusi und verliebte sich auf den ersten Blick in das gefiederte Tier.<br />
Der Bubi ist sehr redselig und quasselt manchmal den ganzen lieben langen Tag. Am liebsten schnappt er irgendwelche Gesprächsfetzen auf und gibt sie dann irgendwann zu passender oder manchmal auch unpassender Gelegenheit wieder. Leider fallen ihm auch manchmal noch die Schimpfwörter seines früheren Besitzers ein.<br />
Professor Konfusi gibt sich alle erdenkliche Mühe, um ihm seine schlechte Angewohnheit abzugewöhnen, was nicht gerade eine einfache Aufgabe ist. Mit Erklärungen kommt man nämlich bekannterweise bei einem Papagei nicht sehr weit. Auch ist Bubi sehr eigenwillig. Was er nicht will, das will er einfach nicht und das tut er auch nicht. Leckerlies und Belohnungen nimmt er zwar immer gerne entgegen, aber sie scheinen keinen Einfluss auf seinen Willen zu haben.<br />
Da sowohl der ältere Herr als auch seine Frau sehr auf ihre Sprache achten, keine Schimpfwörter benutzen und es in der Familie Konfusi sehr zivilisiert und geruhsam zugeht, erhält Bubi keinerlei Übungsmöglichkeiten für eine derbe Ausdrucksweise. Im Gegenteil, Professor Konfusi erteilt dem redseligen Papagei gerne Sprachunterricht und versucht mit ihm neue Wörter, Sätze und Redewendungen einzuüben. Wenn Bubi Lust hat, dann arbeitet er fleißig mit und lernt immer mehr sich gewählter auszudrücken. Aber manchmal gehen eben doch die Pferde mit ihm durch und er erinnert sich an die schlimmsten Ausdrücke, die er dann auch sogleich zum Besten geben muss.<br />
Heute übt Professor Konfusi alle möglichen Begriffe rund um das Osterfest mit Bubi, doch der Papagei hat nur lauter Unfug im Kopf.<br />
„Os-ter-ei! Os-ter-ei!“, spricht der Professor laut und deutlich vor.<br />
„Ei, Ei, Rührei! Bubi will Rührei!“<br />
„Nein Bubi. Der Osterhase bringt gekochte bunte Ostereier!“<br />
„Bunt, bunt sind alle meine Federn!“, trällert der Papagei fröhlich vor sich hin.<br />
„Na, was macht ihr heute denn für einen Unfug?“, erkundigt sich Frau Konfusi, die Bubis Singsang angelockt hat.<br />
„Bubi sag mal: Frohe Ostern!“, fordert sie den Vogel auf.<br />
„Bubi wünscht frohe Weihnachten!“, quatscht der Papagei fröhlich drauf los.<br />
„Nein, Weihnachten ist vorbei, jetzt ist Ostern. Da sagt man: Frohe Ostern!“, korrigiert Herr Konfusi.<br />
„Osterei!“<br />
Professor Konfusi lobt den Papagei und gibt ihm ein paar Körner als Belohnung, woraufhin Bubi wieder ein Rührei fordert.<br />
Anscheinend macht der heutige Sprachunterricht keinen Sinn mehr und somit beendet Professor Konfusi die Übung und vertagt alles Weitere auf einen der nächsten Tage.<br />
Als die beiden älteren Herrschaften beim Mittagessen sitzen, macht Bubi ein Nickerchen. Das Läuten der Türklingel reißt ihn aus seinen Träumen und als er Marco erkennt, ruft er ihm fröhlich zu:<br />
„Frohe Weihnachten! Hast du Ostereier?“<br />
„Frohe Ostern, Bubi!“ lacht Marco und an Frau Konfusi gerichtet sagt er:<br />
„Sie haben doch zu Ostern immer frische Hühnereier von meiner Oma direkt aus ihrem Hühnerstall bekommen. Sie lässt fragen, wieviel Eier sie denn dieses Jahr brauchen.“<br />
Frau Konfusi überlegt kurz und nennt dem Jungen die gewünschte Anzahl.<br />
„Gut, ich spiele dann sozusagen Osterhase und bringe sie höchstpersönlich vorbei!“, bestätigt ihr Marco.<br />
„Osterhase, Pfeffernase!“, tönt es aus Bubis Käfig.<br />
Damit Bubi sich wieder ein bisschen beruhigen kann, verlassen alle das Zimmer. Herr und Frau Konfusi nutzen das schöne Sonnenwetter aus und machen einen kleinen Spaziergang. Sie sind froh, dass der Frühling endlich eingekehrt ist, die Bäume und Blumen zu blühen beginnen und die Vögel zwitschern. Die Osterwoche ist eingeläutet und die beiden älteren Herrschaften freuen sich auf den Osterbesuch, der ins Haus steht und für den sie die vielen Eier noch färben und verzieren wollen.<br />
Drei Tage später betritt Marco beladen mit mehreren Papplagen voller roher frischer Hühnereier das Haus. Er balanciert alles ganz vorsichtig die Treppenstufen hinauf bis zu Familie Konfusis Wohnungstür. Da er beide Hände zum Festhalten seiner kostbaren Fracht benötigt, nutzt er seinen Ellenbogen, um die Wohnungsklingel zu betätigen. Er muss zweimal drücken, denn anscheinend hört niemand die Klingel. Wartend lehnt er sich mit dem Rücken an die Tür und positioniert sein Eierpaket auf seinen angewinkelten Unterarmen, als sich unvermittelt die Wohnungstür hinter seinem Rücken öffnet. Jetzt geht alles ganz schnell:<br />
Marco kippt ein wenig nach hinten, gerät ins Stolpern und seine Eierfracht beginnt verdächtig zu wackeln. Der Junge versucht sich selbst und seine kostbare Ladung auszubalancieren. Immerhin kann er sich auf den Beinen halten, doch das Päckchen auf seinen Unterarmen gerät verdächtig in Schieflage.<br />
„Hoppla!“, ruft Professor Konfusi ebenfalls erschrocken aus.<br />
Er erkennt die Gefahr und greift auch gleich beherzt zu. Es gelingt ihm das kippende Eierpaket gerade noch rechtzeitig zu übernehmen. Allerdings haben trotz der schnellen Reaktion des Professors einige Eier den Karton verlassen und purzeln Richtung Fußboden. Dort zerschmettern sie und ihr roher Inhalt verbreitet sich fließend im Eingangsbereich der Wohnung.<br />
„Zum Kuckuck &#8230;!!!“, schimpft Bubi.<br />
„Psst!!!“, zischt ihm Professor Konfusi zu, doch der Papagei plappert freudig weiter:</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ff0000;">„Rührei !!! Rührei!!!</span></strong><br />
<strong> <span style="color: #008000;">Osterrührei!!!</span></strong><br />
<strong> <span style="color: #0000ff;">Bubi will Rührei!!!</span></strong><br />
<strong> <span style="color: #ff00ff;">Frohes Osterrührei!“</span></strong></p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;"><span style="color: #0000ff;"><em><strong>Ich wünsche allen meinen Lesern ein frohes Osterfest und bedanke mich recht herzlich bei Euch für die vielen treuen Besuche. Habt auch vielen Dank für Eure Kommentare, die ich mit Freude lese und auch immer gerne beantworte.</strong></em></span></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em><span style="color: #ff00ff;">F</span>   <span style="color: #008000;">R</span>  <span style="color: #ffff00;"> O</span>   <span style="color: #ff6600;">H</span>   <span style="color: #0000ff;">E</span>      <span style="color: #ff0000;"> O</span>   <span style="color: #008000;">S  </span> <span style="color: #0000ff;">T</span>   <span style="color: #ff6600;">E</span>   <span style="color: #ff00ff;">R</span>   <span style="color: #008000;">N</span> <span style="color: #00ccff;">!!!</span></em></strong></p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: left;">Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/mein-verhaeltnis-zu-meinen-beiden-lieblingsschraenken/">Mein Verhältnis zu meinen beiden Lieblingsschränken</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/toepfe-die-es-sich-haben/">Töpfe, die es in sich haben</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/der-geist-des-weines/">Der Geist des Weines</a></p>
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		<title>Kleidersammlung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Jan 2017 22:01:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Fleck]]></category>
		<category><![CDATA[Frack]]></category>
		<category><![CDATA[Kleider]]></category>
		<category><![CDATA[Kragen]]></category>
		<category><![CDATA[Pantoffelheld]]></category>
		<category><![CDATA[Schlaf]]></category>
		<category><![CDATA[Schlips]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Heute möchte ich es einmal wagen und sozusagen ein As im Ärmel haben. Ob ich es kann aus dem Ärmel schütteln, daran wage ich zu rütteln. Alles unter einen Hut zu bringen, wird mir dies in meinem Gedicht gelingen? Es kann nicht mehr als in die Hose gehen, so sag ich mir, ihr werdet es schon sehen. Gut, ich gebe es ja schon zu, ich bekomme Fracksausen im Nu. Ich werde einfach darauf vertrauen, dass mir niemand wird den Frack verhauen. Auf die Socken mache ich mich, zu betrachten unsere Sprache an sich. Ihre Redewendungen sind hier zu nennen, die wir wie aus der Westentasche kennen. Nicht um Kopf und Kragen reden, niemals jemand auf den Schlips zu treten, nicht sein Mäntelchen hängen nach dem Wind, so lernt es schon jedes Kind. Niemand unter dem Pantoffel stehen will, oder gar an Mutters Rockzipfel hängen will, nicht aus den Puschen kippen oder sich ducken, um nicht am Ende dumm aus der Wäsche zu gucken. Sich in kein Korsett zwängen lassen, etwas mit Samthandschuhen anfassen, sich &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Heute möchte ich es einmal wagen<br />
und sozusagen ein As im <strong>Ärmel</strong> haben.<br />
Ob ich es kann aus dem <strong>Ärmel</strong> schütteln,<br />
daran wage ich zu rütteln.</p>
<p>Alles unter einen <strong>Hut</strong> zu bringen,<br />
wird mir dies in meinem Gedicht gelingen?<br />
Es kann nicht mehr als in die <strong>Hose</strong> gehen,<br />
so sag ich mir, ihr werdet es schon sehen.</p>
<p>Gut, ich gebe es ja schon zu,<br />
ich bekomme <strong>Frack</strong>sausen im Nu.<br />
Ich werde einfach darauf vertrauen,<br />
dass mir niemand wird den <strong>Frack</strong> verhauen.</p>
<p>Auf die <strong>Socken</strong> mache ich mich,<br />
zu betrachten unsere Sprache an sich.<br />
Ihre Redewendungen sind hier zu nennen,<br />
die wir wie aus der <strong>Weste</strong>ntasche kennen.</p>
<p>Nicht um Kopf und <strong>Kragen</strong> reden,<br />
niemals jemand auf den <strong>Schlips</strong> zu treten,<br />
nicht sein <strong>Mäntelchen</strong> hängen nach dem Wind,<br />
so lernt es schon jedes Kind.</p>
<p>Niemand unter dem <strong>Pantoffel</strong> stehen will,<br />
oder gar an Mutters <strong>Rock</strong>zipfel hängen will,<br />
nicht aus den <strong>Puschen</strong> kippen oder sich ducken,<br />
um nicht am Ende dumm aus der <strong>Wäsche</strong> zu gucken.</p>
<p>Sich in kein <strong>Korsett</strong> zwängen lassen,<br />
etwas mit Samt<strong>handschuh</strong>en anfassen,<br />
sich einfach nicht in die <strong>Hose</strong> machen,<br />
auch keinen Fleck ins <strong>Hemd</strong> machen.</p>
<p>Weil in der Kasse kein Überschuss,<br />
mancher den <strong>Gürtel</strong> enger schnallen muss.<br />
Ein anderer greift tief in die <strong>Tasche</strong> hinein,<br />
weil er ein <strong>Schürze</strong>njäger will sein.</p>
<p><strong>Pantoffel</strong>held in Spendier<strong>hose</strong>n,<br />
vielleicht ein <strong>Schürze</strong>njäger mit roten Rosen,<br />
eine Plauder<strong>tasche</strong> oder eine Schlaf<strong>mütze</strong>,<br />
<strong>Kleidung</strong> ist auch für Sprache nütze.</p>
<p>Dies ist ein alter <strong>Hut</strong> nur?<br />
Geht ganz gewaltig über die <strong>Hut</strong>schnur?<br />
Reißt niemand mehr von den <strong>Socken</strong>?<br />
Unsere Sprache ist keineswegs trocken.</p>
<p>Unter die <strong>Haube</strong> kommen,<br />
oder vielleicht eins auf den <strong>Hut</strong> bekommen,<br />
jemand wie die eigene <strong>Weste</strong>ntasche kennen,<br />
soll ich noch mehr Beispiele nennen?</p>
<p>Sprache kann lebendig sein,<br />
man braucht keine Plauder<strong>tasche</strong> zu sein.<br />
Doch jetzt möchte ich mich bequemen<br />
und eine <strong>Mütze</strong> voll Schlaf nehmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/ein-suesses-hoernchen-und-zwei-kleine-diebe/">Ein süßes Hörnchen und zwei kleine Diebe</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/anton/">Anton</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/im-garten-meines-opas/">Im Garten meines Opas</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>&#8222;Deutsche Sprache, &#8211; schwere Sprache&#8220;</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/deutsche-sprache-schwere-sprache/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/deutsche-sprache-schwere-sprache/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2015 21:44:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Hesse]]></category>
		<category><![CDATA[Hessenland]]></category>
		<category><![CDATA[Hessisch]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[Als neulich ein Telekomtechniker bei uns war, um unser langsames Internet in ein schnelles Internet zu verwandeln, brachte er mich unbeabsichtigt auf die Idee mit dieser kleinen Geschichte. Eigentlich ist es weniger eine Geschichte, als die Erklärung bestimmter „Fachbegriffe“. Nein, das ist auch nicht vollkommen korrekt. Vielmehr handelt es sich an dieser Stelle um die Feinheiten der deutschen Sprache oder das Spiel mit der Sprache oder genauer ausgedrückt, um „eine lokale oder regionale Sprachvarietät“. *  Er meinte nämlich zu uns: „Sie sind aber auch nicht von hier!“ Der Grund hierfür war ein kleines ihm völlig unbekanntes Wörtchen, das ich benutzt hatte. Keine Ahnung, was ich zu meinem Mann gesagt hatte, aber ich fügte gewissermaßen zur Bestätigung des Gesagten an das Ende des Satzes ein „Gelle?!“ (nicht wahr?!) an. Vielleicht kam mir das Wörtchen gerade jetzt zur Faschingszeit so spontan über die Lippen. In meiner Kindheit sang nämlich die gebürtige Frankfurterin Margot Sponheimer auf der Mainzer Fastnacht das Lied „Gell, du hast mich gelle gern, gelle ich dich aach …“ Lange Rede, kurzer Sinn: Wir, also &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als neulich ein Telekomtechniker bei uns war, um unser langsames Internet in ein schnelles Internet zu verwandeln, brachte er mich unbeabsichtigt auf die Idee mit dieser kleinen Geschichte. Eigentlich ist es weniger eine Geschichte, als die Erklärung bestimmter „Fachbegriffe“. Nein, das ist auch nicht vollkommen korrekt. Vielmehr handelt es sich an dieser Stelle um die Feinheiten der deutschen Sprache oder das Spiel mit der Sprache oder genauer ausgedrückt, um „eine lokale oder regionale Sprachvarietät“. * </strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>r meinte nämlich zu uns: „Sie sind aber auch nicht von hier!“<br />
Der Grund hierfür war ein kleines ihm völlig unbekanntes Wörtchen, das ich benutzt hatte. Keine Ahnung, was ich zu meinem Mann gesagt hatte, aber ich fügte gewissermaßen zur Bestätigung des Gesagten an das Ende des Satzes ein „Gelle?!“ (nicht wahr?!) an. Vielleicht kam mir das Wörtchen gerade jetzt zur Faschingszeit so spontan über die Lippen. In meiner Kindheit sang nämlich die gebürtige Frankfurterin Margot Sponheimer auf der Mainzer Fastnacht das Lied „Gell, du hast mich gelle gern, gelle ich dich aach …“<br />
Lange Rede, kurzer Sinn: Wir, also Peter, Astrid und Timo, sind gebürtige Hessen. Wir sind also im schönen Hessenland geboren, was ich dem Techniker mit einer etwas verschlüsselten Antwort anzudeuten versuchte:<br />
„Wir kommen von da, wo man Ebbelwoi trinkt und Håndkees mit Musigg<br />
isst!“<br />
Als ich sein verdutztes Gesicht sah, musste ich lachen, doch ich klärte ihn auf:<br />
„Ebbelwoi ist Apfelwein, den man üblicherweise aus einem Bembel, also einem Apfelweinkrug ins Glas schüttet. Håndkees mit Musigg ist Handkäse mit Zwiebeln in Essig und Öl &#8211; die Musik kommt dann später von allein!“<br />
Den Ebbelwoi trinkt man in Hessen in verschiedenen Variationen, während einige ihn pur zu sich nehmen, ziehen andere den Gespritzten vor. Diesen gibt es wiederum in zwei Varianten, so existiert hier der Sauer- Gespritzte (Apfelwein mit Mineralwasser gemischt) oder der Süß-Gespritzte (Apfelwein mit Limonade). Ich gestehe, dass zwar mein Mann dieses hessische Nationalgetränk und den dazugehörigen Handkäse liebt und überaus köstlich findet, mir hingegen sträuben sich allein schön beim Anblick und Geruch die Haare. Ich bereite meinem Peter zwar hin und wieder eine derartige Mahlzeit zu, aber ich verschmähe beides, &#8211; lieber hungere und durste ich. So sind eben die Geschmäcker der Gestecker verschieden (war das auch ein hessischer Ausspruch? Keine Ahnung! ).<br />
Eigentlich hört man bei uns Drei nur hauptsächlich bei meinem Mann den hessischen Dialekt heraus. Aber auch ich benutze in meiner Sprache gelegentlich Wörter, die meine Herkunft verraten oder zumindest erahnen lassen.<br />
So benutze ich zum Beispiel zum Kartoffeln schälen oder Zwiebeln schneiden ein Kneippche, das aber keiner aus meinem hiesigen Bekanntenkreis mangels hessischer Sprachkenntnisse in meiner Schublade findet, obwohl mindestens ein Kneippche ( kleines Küchenmesser) darin liegt.<br />
Als wir erst kurz hier in Cottbus wohnten, ging ich in der Faschingszeit zum Bäcker und verlangte drei Kräbbel. Die konnte mir die Dame hinter der Theke allerdings nicht verkaufen, da sie nur achselzuckend vor mir stand und meinte, dass sie diese Backware nicht im Sortiment hätten. Da ich aber genau das von mir Verlangte in der Auslage liegen sah, versuchte ich es mit dem Wort „Krapfen“, das aber ebenfalls ein Fremdwort zu sein schien. Selbst mit dem Begriff „Berliner“ konnte sie nichts anfangen. Jetzt blieb mir nur noch die Zeichensprache übrig und ich deutete auf das entsprechende Gebäck in der Thekenauslage.<br />
„Ah!“, meinte sie erleichtert. „Sie wollen Pfannkuchen haben!“<br />
„Nun gut“, dachte ich mir, „das muss ich mir merken!“ Leider rutschte mir auch beim nächsten und übernächsten Mal der Begriff „Kräbbel“ (Schmalzgebäck) wieder heraus. Da ich aber lernfähig war und bin, verbesserte ich mich sofort und heute verlange ich nur noch Pfannkuchen, wenn ich eigentlich „Kräbbel“ will. Trotzdem muss ich sagen, dass Pfannkuchen für mich plattgedrückt sind und keine Kräbbel, sondern einfach nur Pfannkuchen.<br />
Aber auch neben diesen Bezeichnungen für spezielles Essen und Getränke haben in unserem Sprachgebrauch noch einige Wörter überlebt. So gibt es in unserem Bekanntenkreis zum Beispiel einen richtigen Lulatsch (großer Mensch) und ein Mann mit Glatze ist ein Plattkopp. Das sind keineswegs abfällige Bemerkungen, sondern einfach nur hessische und lieb gemeinte Ausdrücke.<br />
Ich kann mich noch gut an meine Schulzeit erinnern. So gab es am Halbjahresende und am Schuljahresende immer Giftzeddel mit Schlagsahne, &#8211; gemeint waren dann die Schulzeugnisse. Was wir als Kinder besonders liebten, das war das sogenannte „Schelleklobbe“, aber ich glaube, dass auch heute noch jedes Kind dieses Klingeln an fremden Türen und das anschließende Wegrennen kennt und gerne macht. Dabei ist es egal, ob man dieses Spielchen in der Stadt betreibt oder in einem kleinen Kaff (Dorf). Es macht in jedem Fall Spaß. Wer sich dabei allerdings erwischen lässt, ist eben ein bisschen dabbisch ( ungeschickt) oder noch ein kleiner Dobsch (kleiner Junge), dessen Beine zu kurz sind, um schnell wegzurennen.<br />
Wenn sich mein Peter über das spärliche Licht beschwert, das in einer Kammer zwar brennt, aber kaum ausreicht, um wirklich etwas erkennen zu können, dann beschwert er sich manchmal mit den Worten:<br />
„Was ist das denn für eine Funsel? Kann man hier keine vernünftige Lampe hinhängen?“ (Funsel = schlechte oder schwache Beleuchtung)<br />
Abends, wenn unser Lottchen in ihr Körbchen gehen soll, um zu schlafen, sage ich oft: „Geh mal schön in die Heija!“ Lottchen jedenfalls versteht mich, denn sie marschiert brav in ihr Zimmerchen und legt sich dann entweder in ihr Körbchen oder auf die Heizung. (Heija = Bett)<br />
Von einer Sache möchte ich mich jedoch distanzieren. Dies ist ein Spruch, den ich allerdings erst hier in Brandenburg kennengelernt habe und zwar hat mir diesen eine Nicht &#8211; Hessin aus den alten Bundesländern erzählt, als wir uns hier in Cottbus kennengelernt haben:<br />
„Alle Hesse sin Verbrescher, die klaue Aschebescher!“<br />
Ich kann nur sagen: Dieser Spruch entspricht nicht der Wahrheit!!! Ich habe noch nie einen Aschenbecher geklaut, &#8211; wofür auch, ich bin Nichtraucher. Und ich kenne auch niemand aus dem schönen Hessenland, der das jemals getan hat. Da lässt sich abschließend nur sagen:</p>
<p>„Das gibt’s doch net! Wir Hesse klaue nix!“<br />
Anmerkungen:</p>
<p>* Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Dialekt Stand: 9.2.2015</p>
<p>Die Schreibweise und Übersetzung der hessischen Wörter habe ich übernommen aus: http://www.aeppelsche-homepage.de/hessisch.htm#b<br />
„Hessisch für Auswerrdische“ (Stand: 3.1.15)</p>
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