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	<title>Schublade &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Opas Geburtstagsgeschenk</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Jan 2022 20:34:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Bär]]></category>
		<category><![CDATA[Geschenk]]></category>
		<category><![CDATA[Schatz]]></category>
		<category><![CDATA[Schublade]]></category>
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					<description><![CDATA[Karlchen liegt im Bett. Eigentlich ist er kein Langschläfer, aber irgendwie scheint heute alles anders zu sein. Er schläft noch tief und fest als die Sonne schon vom Himmel lacht. Der kleine Junge erwacht erst aus seinen Träumen, als ein Sonnenstrahl ihn an der Nase kitzelt. Doch dann ist er mit einem Schlag hellwach. Ihm ist es wieder eingefallen: „Opa kommt heute aus der Kur zurück und er hat Geburtstag. Ich muss mich noch um sein Geschenk kümmern“, erklärt er der Mutter beim Frühstück. „Hast du schon eine Idee, was du ihm schenken willst?“, erkundigt sie sich. „Ja, ja, aber ich verrate es nicht. Das ist mein Geheimnis. Es soll eine Überraschung für Opa werden.“ „Opa kommt doch erst heute Nachmittag. Wenn du meine Hilfe beim Basteln oder so brauchst, dann sag es mir. Jetzt ist noch Zeit.“, schlägt sie ihrem Sohn vor. „Nein, nein, das kann ich schon ganz alleine. „Ich weiß nämlich, was sich Opa schon lange wünscht.“ „Aha und was ist das?“ „Ich hab’ doch gesagt, dass ich es nicht verrate“, antwortet &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Karlchen liegt im Bett. Eigentlich ist er kein Langschläfer, aber irgendwie scheint heute alles anders zu sein. Er schläft noch tief und fest als die Sonne schon vom Himmel lacht. Der kleine Junge erwacht erst aus seinen Träumen, als ein Sonnenstrahl ihn an der Nase kitzelt</strong>.</p>
<p><span class="dropcap">D</span>och dann ist er mit einem Schlag hellwach. Ihm ist es wieder eingefallen:</p>
<p>„Opa kommt heute aus der Kur zurück und er hat Geburtstag. Ich muss mich noch um sein Geschenk kümmern“, erklärt er der Mutter beim Frühstück.</p>
<p>„Hast du schon eine Idee, was du ihm schenken willst?“, erkundigt sie sich.</p>
<p>„Ja, ja, aber ich verrate es nicht. Das ist mein Geheimnis. Es soll eine Überraschung für Opa werden.“</p>
<p>„Opa kommt doch erst heute Nachmittag. Wenn du meine Hilfe beim Basteln oder so brauchst, dann sag es mir. Jetzt ist noch Zeit.“, schlägt sie ihrem Sohn vor.</p>
<p>„Nein, nein, das kann ich schon ganz alleine. „Ich weiß nämlich, was sich Opa schon lange wünscht.“</p>
<p>„Aha und was ist das?“</p>
<p>„Ich hab’ doch gesagt, dass ich es nicht verrate“, antwortet Karlchen. „Du erzählst es sonst Papa und Nina.“</p>
<p>Karlchen glaubt nicht, dass Papa und Mama etwas verraten würden, aber Nina ist noch klein. Sie geht noch nicht in den Kindergarten, aber plappert wie ein Wasserfall. Das sagt jedenfalls Opa immer. Sie würde bestimmt das Geheimnis ausplaudern und dann wäre es keine Überraschung mehr.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Du darfst mich nicht aufhalten, ich muss mich nämlich beeilen“, erklärt er der Mutter. „Sonst wird nicht alles rechtzeitig fertig.“</p>
<p>Aufgeregt läuft Karlchen in sein Zimmer und holt einen seiner zwei Teddybären vom Regal. Es ist der kleinere, denn den großen nimmt er immer mit ins Bett. Zuerst bürstet er den Teddy bis er wieder richtig flauschig ist. Danach kramt er in seiner Schublade, denn hier liegen alle seine gesammelten Schätze. Endlich hat er etwas gefunden, das er für sein Vorhaben als passend empfindet. Es ist eine rote Schleife an einem breiten roten Band. Diese Schleife bindet er dem Teddy um den Hals.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Chic siehst du aus“, flüstert er ihm zu.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„So und jetzt kommt das Wichtigste. Uns darf niemand sehen, also sei schön still“, befiehlt er dem Bären.</p>
<p>Auf leisen Sohlen schleicht sich Karlchen mit dem Teddy, den er unter dem Pulli versteckt hat, in den Hauswirtschaftsraum. Dann geht alles ganz schnell. Zielsicher führt er seinen Plan aus. Allerdings hat er nicht mit seiner kleinen Schwester gerechnet, die ihn mit kleinen Trippelschritten verfolgt und alles beobachtet hat.</p>
<p>„Teddy!“, ruft sie laut. „Nina will Teddy!“</p>
<p>„Psst! Sei still!“</p>
<p>„Nina will Teddy!“, ruft seine kleine Schwester wieder. „Mama! Mama!“</p>
<p>„Nein, den kriegst du nicht!“, sagt Kerlchen ganz bestimmt.</p>
<p>„Mama! Ich will Teddy haben! Mama!!!!“</p>
<p>„Was ist denn hier los? Streitet ihr schon wieder?“, fragt der Vater, der gerade nach Hause gekommen ist und Ninas Geschrei vernommen hat.</p>
<p>Sofort ist Nina zur Stelle und zieht ihren Vater am Arm. „Komm mit!“, sagt sie und zieht ihn in den Hauswirtschaftsraum.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Hast du den Teddy versteckt?“, fragt der Vater seinen Sohn, der sich jetzt über seine Schwester ärgert.</p>
<p>„Nina macht die Überraschung für Opa kaputt!“, sagt er trotzig.</p>
<p>„Da! Teddy ist da!!“, ruft Nina und klopft gegen den Gefrierschrank.</p>
<p>„Du bist gemein!“ Karlchen gibt seiner Schwester einen Schubs.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Du bist gemein“, erklärt Nina und verzieht das Gesicht. „Teddy ist eingesperrt! Da!“, ruft Nina wieder und klopft abermals gegen den Gefrierschrank. „Teddy friert!“</p>
<p>„Ich glaube du solltest mir mal die ganze Sache erklären“, richtet sich der Vater nun an Karlchen und öffnet den Gefrierschrank, wo tatsächlich in einer der Schubladen der kleine Teddybär liegt.</p>
<p>Jetzt bleibt Karlchen nichts anderes mehr übrig, er muss nun mit der Sprache herausrücken:</p>
<p>„Opa hat mir erzählt, dass er sich als kleiner Junge einen Eisbären gewünscht hat, ihn aber nie bekommen hat. Und deshalb wollte ich ihm heute zum Geburtstag einen Eisbären schenken.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Mister Tremblehand</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Sep 2017 19:13:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Mister]]></category>
		<category><![CDATA[neu]]></category>
		<category><![CDATA[Richtung]]></category>
		<category><![CDATA[Schneckentempo]]></category>
		<category><![CDATA[Schublade]]></category>
		<category><![CDATA[tapfer]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich stelle mir manchmal vor, dass es in einer Ecke meines Gehirns einen riesigen Schrank mit unzähligen Fächern und Schubladen gibt. Manchmal öffnet sich ganz unvermittelt sozusagen auf Knopfdruck eine dieser Laden. Hierin liegen wahre Schätze verborgen. Sie verweilen dort zum Teil schon seit mehreren Jahrzehnten. Es sind meine Erinnerungen. Eine davon glaubte ich schon verloren zu haben, doch dann geschah etwas, das sie auf wundersame Weise wieder  zum Leben erweckte. Plötzlich stand diese Erinnerung wieder klar und deutlich vor meinem geistigen Auge. Es war als hätte man den passenden Schlüssel gefunden, das Fach öffnete sich und gab frei, was darin so lange verborgen war. So geschah es auch neulich mitten in Potsdam. Ich besuchte mit meinem Mann diese schöne Stadt und inzwischen waren wir mit einigen Tüten und Taschen bepackt. Als ich nur noch schnell einmal einen Blick in ein Schuhgeschäft werfen wollte, dachte mein Mann sich wohl, dass dies etwas länger dauern könnte und machte mir einen Vorschlag: „Ich bringe schon einmal die Einkäufe ins Auto, dann kannst du in aller Ruhe das &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich stelle mir manchmal vor, dass es in einer Ecke meines Gehirns einen riesigen Schrank mit unzähligen Fächern und Schubladen gibt. Manchmal öffnet sich ganz unvermittelt sozusagen auf Knopfdruck eine dieser Laden. Hierin liegen wahre Schätze verborgen. Sie verweilen dort zum Teil schon seit mehreren Jahrzehnten. Es sind meine Erinnerungen. </strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>ine davon glaubte ich schon verloren zu haben, doch dann geschah etwas, das sie auf wundersame Weise wieder  zum Leben erweckte. Plötzlich stand diese Erinnerung wieder klar und deutlich vor meinem geistigen Auge. Es war als hätte man den passenden Schlüssel gefunden, das Fach öffnete sich und gab frei, was darin so lange verborgen war.<br />
So geschah es auch neulich mitten in Potsdam.<br />
Ich besuchte mit meinem Mann diese schöne Stadt und inzwischen waren wir mit einigen Tüten und Taschen bepackt. Als ich nur noch schnell einmal einen Blick in ein Schuhgeschäft werfen wollte, dachte mein Mann sich wohl, dass dies etwas länger dauern könnte und machte mir einen Vorschlag:<br />
„Ich bringe schon einmal die Einkäufe ins Auto, dann kannst du in aller Ruhe das Schuhgeschäft durchforsten. Wir treffen uns gleich wieder hier.“<br />
&#8222;In Ordnung“, meinte ich zufrieden, denn ich brauchte unbedingt noch ein Paar Schuhe, die ich meinen vielen anderen Exemplaren zu Hause hinzufügen konnte. „Es dauert bestimmt nicht lange.“<br />
So ging jeder seines Weges. Unser Auto stand nur wenige Gehminuten entfernt und das Schuhgeschäft war relativ klein und überschaubar. Es würde also alles zeitlich hervorragend passen. So dachte ich es mir zumindest, doch es kommt im Leben meistens anders als man denkt.<br />
Ich probierte mal diesen und mal jenen Schuh an und wurde schließlich auch fündig.<br />
„Das klappt ja prima!“, überlegte ich als ich an der Kasse bezahlte. „Bestimmt steht Peter schon vor der Tür und wartet auf mich.“<br />
Als ich an diesem unerwartet sonnigen Tag wieder auf die Straße hinaus trat, sah ich mich nach allen Richtungen um. Weder links noch rechts konnte ich meinen Mann erblicken.<br />
„Ob er wohl selbst noch in einem Geschäft etwas besorgt?!“, stellte ich mir selbst die Frage.<br />
Die Minuten vergingen und langsam wurde ich ein bisschen ärgerlich. Immerhin hatte ich mich vorhin im Schuhgeschäft ziemlich beeilt und jetzt stand ich hier herum und musste auf ihn warten. Je länger ich meinen Blick in die Richtung schweifen ließ, aus der er kommen müsste, umso unwohler wurde es mir. Mittlerweile war es mir schon ganz flau im Magen. Gerade als ich dachte: „Da stimmt etwas nicht!“, sah ich ihn um die Straßenecke biegen. Ein freudiges Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus, das allerdings gleich in ein Stirnrunzeln überging.<br />
„Warum läuft er denn im Schneckentempo? Er kommt ja gar nicht voran.“, fragte ich mich insgeheim.<br />
Langsam und bedächtig kam er näher und ich konnte ihn auch besser erkennen. Sein Bewegungsapparat irritierte mich.<br />
„Was ist denn mit seinem Bein los? Wieso läuft er so komisch?“<br />
Mein Peter schleifte sein rechtes Bein irgendwie nach und setzte den Fuß sehr seltsam auf. Der Fuß war ziemlich schräg nach außen gerichtet.<br />
„Da ist was passiert!“, durchfuhr es schlagartig meine Gehirnwindungen.<br />
Beunruhigt ging ich ihm entgegen. Jetzt konnte ich auch sein schmerzverzerrtes Gesicht erkennen.<br />
„Was ist denn mit dir los? Warum läufst du so seltsam?“, überschüttete ich ihn mit Fragen.<br />
Er deutete allerdings nach unten auf seinen Fuß und meinte tapfer:<br />
„Och, halb so wild. Ich hab mir nur den Fuß angestoßen.“<br />
Als ich allerdings meinen Blick senkte, sah ich sofort das ganze Ausmaß. Aus seinen bequemen offenen Sommerschuhen, die er gern zu seinen kurzen Hosen trägt, ragte ein blutüberströmter großer Zeh hervor.<br />
„Um Himmels Willen!“, entfuhr es mir. „Du musst sofort zum Arzt! Das muss bestimmt genäht werden!“<br />
„Quatsch!“, erklärte mir mein Mann heldenhaft. „Ich brauch nur was zum Verbinden, sonst mach ich mir die ganzen Schuhe blutig. Wenn ich eine Art Druckverband mache, dann stillt sich die Blutung schon und das abstehende Stückchen Fußzeh wächst auch wieder an.“<br />
Während ich meinen Mann die Straße entlang schleifte und nach einem Hinweisschild für einen Arzt oder zumindest nach einer Apotheke Ausschau hielt, erzählte er mir, was ihm in den wenigen Minuten, die ich nicht an seiner Seite geweilt hatte, passiert war.<br />
„Ich lief zum Auto, das ja nur ungefähr drei Minuten von hier entfernt steht. Kurz bevor ich den Wagen erreichte, kollidierte meine große Fußzehe plötzlich mit einer riesigen quadratischen Betonplatte, die mitten auf dem Gehweg stand. Es war eine Betonplatte, in der normalerweise ein großer Sonnenschirm platziert wird. Da aber weder ein Sonnenschirm darin steckte, noch Tische oder Stühle darum herum standen, muss ich dieses Ding glatt übersehen haben. Die Kollision war derart heftig, dass ich stolperte und hinfiel. Passanten wollten mir sofort auf die Beine helfen, aber ich musste mich erst einmal mit dem Schmerz in meinem Zeh auseinandersetzen.“<br />
„Warum stand dieses Monstrum denn mitten auf dem Bürgersteig?“, wollte ich genauer wissen.<br />
„Da war vermutlich mal ein Café. Ich habe auch geklopft, aber es war niemand da. Es sah ziemlich leer und verlassen aus.“<br />
Inzwischen hatten wir zwar keinen Arzt, aber eine Apotheke ausfindig gemacht, wo ich Verbandsmaterial kaufte, man mir Desinfektionsmittel zur Verfügung stellte und die Fußzeh meines Mannes einen schönen dicken Verband erhielt.<br />
Als wir kurz danach den Zeh bewundernd wieder auf dem Gehweg standen, machte es plötzlich in meinem Kopf „Klick!“ und es öffnete sich einer dieser geheimnisvollen Schubladen in meinem Kopf. Vor dem geistigen Auge zeichnete sich sofort ein Bild aus einem ehemaligen Englischbuch aus meiner eigenen Schulzeit ab. Da wir unsere ersten Englischkenntnisse nur fünfzehn Kilometer voneinander entfernt, erlangt haben, benutzten wir auch die gleichen Bücher. Deshalb fragte ich meinen Mann, der mittlerweile mit seinem Verband wieder recht glücklich in die Welt blickte:<br />
„Kennst Du noch &#8222;Mister Tremblehand&#8220; aus unserem Englischunterricht? Zumindest sieht dein Fußzeh im Moment so aus, wie wohl seiner auch ausgesehen haben mag.“<br />
Ich konnte deutlich erkennen, wie es im Gehirn meines Mannes zu rattern begann. Anscheinend suchte er gerade nach der richtigen Schublade, in der auch bei ihm das Bild von Mister Tremblehand versteckt lag.<br />
Und stellt Euch vor: Er fand sie auch und konnte sie öffnen!<br />
„Das war doch der ängstliche Mann, der immer eine Pistole unter seinem Kopfkissen liegen hatte“, begann er.<br />
„Ja genau. Eines nachts wachte er auf und sah in der Dunkelheit etwas am Fußende des Bettes. Er dachte, es sei ein Einbrecher, zog die Pistole unter seinem Kopfkissen hervor und schoß mit zitternder Hand.“<br />
„Er traf seinen Fußzeh!“, grinste jetzt auch mein Mann und warf einen fast stolzen Blick auf seine eigene dick eingewickelte Fußzeh.<br />
Beide wissen wir nicht, was aus Mister Tremblehand und seinem dicken Onkel geworden ist, aber zumindest der Fußzeh meines Mannes sieht inzwischen fast wieder wie neu aus.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter wp-image-4610 size-medium" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/09/1200px-IMG_7926-e1506159459687-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/09/1200px-IMG_7926-e1506159459687-225x300.jpg 225w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/09/1200px-IMG_7926-e1506159459687-768x1024.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/09/1200px-IMG_7926-e1506159459687-420x560.jpg 420w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/09/1200px-IMG_7926-e1506159459687.jpg 900w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Goldglöckchen</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/goldgloeckchen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Apr 2016 22:13:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[analog]]></category>
		<category><![CDATA[digital]]></category>
		<category><![CDATA[geweckt]]></category>
		<category><![CDATA[Glasplatte]]></category>
		<category><![CDATA[Glöckchen]]></category>
		<category><![CDATA[Gold]]></category>
		<category><![CDATA[Nacht]]></category>
		<category><![CDATA[Schublade]]></category>
		<category><![CDATA[Töchterchen]]></category>
		<category><![CDATA[Wecker]]></category>
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					<description><![CDATA[Bestimmt denkt Ihr jetzt, dass Ihr Euch verlesen habt. Aber es hat schon alles seine Richtigkeit. Ich heiße nicht Goldlöckchen, sondern Goldglöckchen. Mein Name kommt von den beiden goldfarbenen Glöckchen auf meiner Oberseite. Ich bin nämlich ein Wecker. Funktionstüchtig bin ich zwar, aber doch schon ein wenig in die Jahre gekommen.  Abgesehen von den beiden Glöckchen, habe ich auch sonst schon ein fast nostalgisches Aussehen. Rundum goldig und manuell einstellbar mit analoger Anzeige, so würde ich mich beschreiben. Nichts mit dem modernen digitalen Schnickschnack und einfach nur einer Zahlenanzeige! Wenn man bei mir die Uhrzeit ablesen will, dann muss man noch genau nachsehen, was meine Zeiger anzeigen. Ich wette mit Euch, das kann heute nicht mehr jedermann. Zu meiner Zeit konnte jedes Kind mit Hilfe meiner Zeiger sehen, was die Stunde geschlagen hat. Weiße römische Ziffern, die jeweils schwarz hinterlegt sind, umrunden mein Zifferblatt, das ansonsten ebenfalls goldfarben ist und das den Aufdruck „Meister Anker“ trägt. Unter der Ziffer VI kann man lesen, dass ich in „West Germany“ hergestellt wurde. Über jeder Ziffer befindet sich &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bestimmt denkt Ihr jetzt, dass Ihr Euch verlesen habt. Aber es hat schon alles seine Richtigkeit. Ich heiße nicht Goldlöckchen, sondern Goldglöckchen. Mein Name kommt von den beiden goldfarbenen Glöckchen auf meiner Oberseite. Ich bin nämlich ein Wecker. Funktionstüchtig bin ich zwar, aber doch schon ein wenig in die Jahre gekommen. </strong></p>
<p><span class="dropcap">A</span>bgesehen von den beiden Glöckchen, habe ich auch sonst schon ein fast nostalgisches Aussehen. Rundum goldig und manuell einstellbar mit analoger Anzeige, so würde ich mich beschreiben. Nichts mit dem modernen digitalen Schnickschnack und einfach nur einer Zahlenanzeige! Wenn man bei mir die Uhrzeit ablesen will, dann muss man noch genau nachsehen, was meine Zeiger anzeigen. Ich wette mit Euch, das kann heute nicht mehr jedermann. Zu meiner Zeit konnte jedes Kind mit Hilfe meiner Zeiger sehen, was die Stunde geschlagen hat.<br />
Weiße römische Ziffern, die jeweils schwarz hinterlegt sind, umrunden mein Zifferblatt, das ansonsten ebenfalls goldfarben ist und das den Aufdruck „Meister Anker“ trägt. Unter der Ziffer VI kann man lesen, dass ich in „West Germany“ hergestellt wurde. Über jeder Ziffer befindet sich ein grüner fluoreszierender Punkt. Auch meine schwarzen Zeiger besitzen einen solchen Punkt und leuchten nachts. Das ist eine ganz prima Sache, denn so kann man auch bei Dunkelheit erkennen, wie spät es ist. Umrundet wird mein Gehäuse von einem filigran verziertem Band.<br />
So, jetzt wisst Ihr, wie hübsch ich bin und nun will ich Euch meine Geschichte erzählen.<br />
Ich wurde wie gesagt in Deutschland produziert und stand irgendwann in einem Kaufhaus im Regal. Ich stand dort nicht alleine, sondern war umrundet von vielen anderen Weckern. Hübsche und weniger schöne, kleine und große Wecker waren hier aufgereiht. Man schrieb das Jahr 1979 und somit stamme ich sozusagen noch aus dem letzten Jahrhundert, beziehungsweise sogar noch aus dem letzten Jahrtausend. Ehrlich gesagt, kann ich mich nicht mehr erinnern, ob neben mir auch schon digitale Wecker standen. Ich fühlte mich zwar nicht allein, aber etwas unnütz, denn niemand wollte von mir geweckt werden. So fieberte ich meinem großen Tag entgehen, an dem mich jemand aus dem Regal nehmen würde und mich endlich meine vorbestimmte Arbeit tun ließ.<br />
Die Tage vergingen und längst war mein Uhrwerk stehen geblieben, da sich niemand die Mühe machte dieses erneut aufzuziehen. Ach, das habe ich ja vergessen zu erwähnen. Auf meiner Rückseite befinden sich nämlich kleine Rädchen, an denen man die Zeiger verstellen, das Uhrwerk und das Weckerklingeln aufziehen und die Weckzeit einstellen kann.<br />
So, nun gehen wir wieder siebenunddreißig Jahre zurück: Eines Tages kam ein Ehepaar vorbei und blieb vor dem Regal stehen. Sie sahen sich sehr interessiert um und plötzlich griff eine Männerhand nach mir.<br />
„Schau mal!“, sagte der Herr zu seiner Frau. „Wäre das nicht etwas für unsere Tochter?“<br />
Er reichte mich nun weiter an seine Ehefrau, die mich drehte und wendete.<br />
„Ja, der ist wirklich hübsch und gefällt ihr bestimmt!“<br />
Ja und so wurde ich gekauft, hübsch verpackt und mitgenommen. Ich spürte die neidischen Blicke der anderen Wecker in dem Regal. Sie mussten nämlich noch auf ihre Käufer warten, während ich jetzt meiner eigentlichen Funktion entgegen ging.<br />
Ich wurde ein paar Stunden später wieder ausgepackt, bestaunt und anschließend in einen Koffer gelegt. Als ich abermals ausgepackt wurde, fand ich mich nicht nur in einem anderen Haus, sondern auch in einer anderen Stadt wieder. Das Ehepaar hatte mich an seine Tochter verschenkt, die in einer anderen Stadt studierte. Anscheinend hatten sie Angst, dass das Töchterchen verschlafen könnte und dann zu spät in den Vorlesungen und Seminaren erscheinen würde. Niemand außer mir würde sie in der Studentenbude wecken. Vielleicht würde sie irgendwann von der Sonne wachgekitzelt oder von einer Autohupe geweckt werden, aber das wäre ganz sicherlich viel zu spät. Auf mich jedoch war Verlass und so konnten die Eltern ganz beruhigt sein.<br />
Das Töchterchen stellte mich sofort auf einen Ehrenplatz, nämlich auf das Nachttischchen direkt neben dem Bett. Ich muss sagen, dort fühlte ich mich auch vom ersten Moment an wohl und ich nahm mir vor, sie immer pünktlich zu wecken. So wurde mein Uhrwerk aufgezogen und die Weckzeit eingestellt. Bedenkenlos schlief das Töchterchen ein, aber auch die Eltern daheim wussten, dass sie sich auf mich verlassen konnten.<br />
So zählte ich die Minuten und Stunden bis zum nächsten Morgen. Pünktlich um sieben Uhr ließ ich dann meine zwei kleinen goldfarbenen Glöckchen so laut ich nur konnte, erklingen.<br />
Schlagartig saß das Töchterchen senkrecht im Bett und sah mich bitterböse an. Ich war total irritiert und das hatte zwei Gründe. Ich war verwundert, dass sie mich nicht dankbar in die Hand nahm und streichelte, sondern mich unter Schimpfen in die Schublade warf und diese ganz fest zu machte.<br />
„Ich glaube doch, du spinnst!“, rief sie mir noch hinterher.<br />
Ich wusste nicht, was ich angestellt hatte. Ja, sicher ich hatte mich auch ein bisschen erschrocken, weil mein Klingeln sich doch etwas anders und viel lauter angehört hatte, als ich es kannte.<br />
Am nächsten Abend nahm sie mich jedoch wieder aus der Schublade heraus und murmelte etwas, das sich so anhörte:<br />
„Entschuldige, aber du kannst ja nichts dafür. Ich bin selbst schuld. Oder eigentlich ist die Glasplatte auf meinem Nachtschränkchen schuld. Sie hat dich noch zusätzlich vibrieren lassen und dein Klingeln verstärkt. Aber das kann jetzt nicht mehr passieren.“<br />
Das Töchterchen legte auf die Glasplatte ein kleines Deckchen, das einst die Uroma gehäkelt hatte. Darauf stellte sie nun mich und so ging es sozusagen in die nächste Runde.<br />
Am nächsten Morgen ertönten meine Glöckchen zum eingestellten Zeitpunkt erneut. Durch das Schlagen des kleinen Schlägels an die beiden Glocken begann ich freudig zu hüpfen. So arbeiteten sich meine Füßchen durch die Löcher des gehäkelten Deckchens auf die Glasplatte durch und ich erklang wieder in den schrillsten Tönen.<br />
Wie beim ersten Mal saß das Töchterchen wieder schlagartig senkrecht im Bett.<br />
„Jetzt reicht es aber!“, rief es aus und beförderte mich erneut in die Schublade. „Hier bist du und hier bleibst du, basta!“<br />
Mit diesen Worten schlug sie die Schublade zu und ich durfte fortan meinen Weckruf nur noch innerhalb dieser dunklen Schublade verrichten.<br />
Beim nächsten Besuch des Töchterchens bei seinen Eltern, fragte der Vater gleich bei der Begrüßung:<br />
„Na Astrid, hat dich dein schöner neuer Wecker auch immer pünktlich geweckt?“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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