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	<title>Mitleid &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>So eine Aufregung! (2)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jan 2016 22:15:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich liege also hier in meinem Gefängniskorb und schiele durch die Gitter. Mein Frauchen rennt kreuz und quer durch das Haus. Jetzt steht sie vor mir und zieht ihre Jacke und ihre Schuhe an und ich stelle so meine Überlegungen an. „Wenn sie ihre Jacke und ihre Schuhe anzieht, dann geht es jetzt nach draußen“, überlege ich mir so. „Spazierengehen scheint allerdings nicht angesagt zu sein, denn sonst würde ich nicht in diesem dummen Korb sitzen.“ Wenn Frauchen einen Spaziergang unternimmt, dann gehe ich auch immer mit. Ich laufe dann ganz einfach hinterher, nur wenn sie die Grenzen meines Reviers überschreitet, dann bleibe ich sitzen und rufe sie. Meistens dreht sie sich dann wieder um und bringt mich nach Hause. Heute allerdings geht sie mit dem Körbchen und seinem wertvollen Inhalt, damit meine ich meine Wenigkeit, direkt zum Auto. „Oh nein!“, schießt es mir durch den Kopf. „Jetzt ist auch noch Autofahren angesagt. Aber vielleicht überlegt sie es sich ja noch.“ Tut sie nicht. Sie stellt mich auf den Beifahrersitz und schnallt meinen Korb an. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich liege also hier in meinem Gefängniskorb und schiele durch die Gitter. Mein Frauchen rennt kreuz und quer durch das Haus. Jetzt steht sie vor mir und zieht ihre Jacke und ihre Schuhe an und ich stelle so meine Überlegungen an. </strong><br />
<strong>„Wenn sie ihre Jacke und ihre Schuhe anzieht, dann geht es jetzt nach draußen“, überlege ich mir so. „Spazierengehen scheint allerdings nicht angesagt zu sein, denn sonst würde ich nicht in diesem dummen Korb sitzen.“</strong><br />
<span class="dropcap">W</span>enn Frauchen einen Spaziergang unternimmt, dann gehe ich auch immer mit. Ich laufe dann ganz einfach hinterher, nur wenn sie die Grenzen meines Reviers überschreitet, dann bleibe ich sitzen und rufe sie. Meistens dreht sie sich dann wieder um und bringt mich nach Hause. Heute allerdings geht sie mit dem Körbchen und seinem wertvollen Inhalt, damit meine ich meine Wenigkeit, direkt zum Auto.<br />
„Oh nein!“, schießt es mir durch den Kopf. „Jetzt ist auch noch Autofahren angesagt. Aber vielleicht überlegt sie es sich ja noch.“<br />
Tut sie nicht. Sie stellt mich auf den Beifahrersitz und schnallt meinen Korb an. Noch bin ich ganz still und harre den Dingen, die da auf mich zukommen.<br />
Frauchen sitzt neben mir und dann höre ich auch schon das Geräusch. Ich spitze meine Ohren.<br />
„Du siehst aus wie eine Eule“, lacht Frauchen. „Das ist nur der Motor, der tut dir nichts.“<br />
„Der vielleicht nicht!“, rufe ich ihr zu. „Aber jetzt steigen wir wieder aus, ja?!“<br />
Nichts da! Frauchen fährt einfach los und ich muss ganz dringend etwas tun, um sie zum Anhalten zu bewegen. Wütend schreien und kratzen hilft nichts, das weiß ich schon. Ich versuche es auf eine andere Tour, nämlich auf die Mitleidstour. Die kommt immer ganz gut an. Also mache ich ganz große Augen und bettele einfach ein bisschen.<br />
„Ist alles gut!“, sagt sie zu mir. „Du brauchst keine Angst zu haben!“<br />
„Ich habe aber Angst. Bitte bleib stehen ich will nach Hause!“, antworte ich ihr, aber sie versteht mich wieder einmal nicht.<br />
Ich jammere lauter und lauter, aber außer ein paar tröstenden Worten ändert sich nichts. Ich kann überhaupt nicht sehen, wo sie entlang fährt und manchmal bleibt sie kurz stehen, um dann gleich wieder weiter zu fahren. Mal fährt sie nach links, mal biegt sie nach rechts ab. Mir ist schon ganz wirr im Kopf.<br />
„Mama!“, rufe ich und strecke meine Pfote durch die Gitterstäbe. Ich will zu ihr.<br />
„Mama, Mama, Mama!“, jammere ich herzerbarmend.<br />
„Ist schon gut! Wir sind gleich da!“, versucht sie mich zu beruhigen und streichelt meine Pfote.<br />
„Bleib doch endlich stehen! Bitte, bitte, bitte!“<br />
Wie laut und wie viel muss ich denn noch jammern, bis sie endlich macht, was ich sage?<br />
„Mama! Mama, bitte!“, jetzt versuche ich es ein bisschen kleinlauter, vielleicht ist das die richtige Tonart.<br />
„Du hörst dich an wie ein kleines Baby, das nach seiner Mama ruft!“, sagt Frauchen lachend.<br />
„Na also, sie versteht mich doch!“, denke ich mir und jammere noch viel intensiver weiter.<br />
„So!“, sagt Frauchen, das Auto hält an und sie steigt aus. Ich verstumme schlagartig.<br />
Frauchen holt mich mitsamt dem Korb aus dem Auto und irgendetwas Seltsames steigt mir sofort in die Nase. Es ist eine Mischung von vielen verschiedenen Gerüchen und je näher wir dem Haus kommen, vor dem das Auto parkt, desto stärker werden diese Gerüche. Ich muss wachsam sein, denn es riecht gefährlich. Ich liege ganz still, kein Laut dringt aus meiner Kehle.<br />
Jetzt betreten wir einen Raum und Frauchen stellt den Korb auf einen Stuhl. Ich halte es fast nicht mehr aus, so intensiv ist der Geruchsmix. Da schiebt sich doch plötzlich eine Hundeschnauze an meinen Korb heran. Mir sträuben sich sofort alle Haare und ich fauche diesen Feind tüchtig an. Hier ist jetzt kein Jammern mehr angesagt, hier muss ich zeigen, dass ich mich wehren kann. Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen froh, dass ich hinter den Gitterstäben sitze. Jetzt verschwindet diese Hundeschnauze endlich wieder und gibt mir den Blick frei auf alle diese Wesen, die ihre markanten Düfte aussenden. Dort drüben sitzt ein Pudel, dort ein Kater, hier eine Dogge und da ein Papagei. Und was ist das dort für eine seltsame Maus?<br />
„Ach ist der Hamster aber süß!“, sagt mein Frauchen gerade.<br />
„Zum Fressen süß!“, denke ich mir.<br />
„Wer ist jetzt an der Reihe?“, fragt eine weibliche fremde Stimme nach einer Weile und Frauchen steht auf, schnappt meinen Korb und marschiert der Frau hinterher.<br />
„Interessant hier!“, denke ich mir, da öffnet sie auch schon das Gitter.<br />
Ich rieche neben vielen anderen Gerüchen auch die Freiheit. Leider nur für einen Bruchteil einer Sekunde, denn dann packt mich eine Hand und dreht und wendet mich. Man schaut mein Fell an, schaut mir in den Mund und steckt mir hinten was rein, das ich gar nicht leiden kann.<br />
„Sieht gut aus und die Temperatur ist auch okay!“, höre ich den fachmännischen Bericht.<br />
Im selben Moment pickst mich etwas und gleich darauf befinde ich mich schon wieder im Gefängniskorb. Da ich aber durch die vielen Gerüche so eingeschüchtert bin, fange ich erst gar nicht zu jammern an.<br />
Das tue ich erst wieder, wenn Frauchen mit mir im Auto sitzt und losfährt. Da lasse ich dann den ganzen Katzenjammer raus. Aber tüchtig! Und so schnell fahre ich kein Auto mehr und hierher will ich schon gar nicht mehr.<br />
„Lass mich jetzt endlich aus dem blöden Korb raus!“, schimpfe ich erst einmal mit Frauchen.<br />
Aber als sie wieder mal links und mal rechts fährt und mir schon ganz komisch im Kopf ist, da jammere ich ihr die Ohren erneut voll. Und wie!<br />
„So, armes kleines Lottchen, jetzt hast du es wieder einmal überstanden“, versucht sie mich zu trösten und schaltet den Motor ab. Sie stellt meinen Gefängniskorb auf die Treppe vor unserem Haus und öffnet das Gitter. Zackzack bin ich draußen.<br />
„Jetzt will ich aber eine Belohnung!“, fordere ich Frauchen auf, die mich scheinbar auch verstanden hat, denn sie zaubert Leckerlies hervor.<br />
Ich lasse mich noch ausgiebig von Frauchen streicheln und schmiege mein Köpfchen an sie.<br />
Aber jetzt muss ich mich erst einmal von der ganzen Aufregung erholen. Ich tigere in den Garten und suche mir dort ein schattiges und ruhiges Plätzchen.<br />
„Frauchen ist doch die Beste“, denke ich so und schlafe auch gleich selig ein.</p>
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		<title>Der Einzelgänger (3)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2015 23:21:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Adoption]]></category>
		<category><![CDATA[Dame]]></category>
		<category><![CDATA[Einzelgänger]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrrad]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Gärtner]]></category>
		<category><![CDATA[Hund]]></category>
		<category><![CDATA[Mitleid]]></category>
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					<description><![CDATA[Hannes Findel hatte sich also mit 19 Jahren, &#8211; gerade das Abitur in der Tasche, aber noch keine Idee, wie es beruflich weitergehen sollte, &#8211; auf die Suche nach einer geeigneten Familie zwecks Adoption gemacht. Das hatte sich als gar nicht so einfach entpuppt. In seiner Vorstellung sollte es am besten ein Ehepaar sein, das so in die Fünfzig, besser vielleicht sogar schon Mitte Sechzig war, denn er wollte sie als Adoptivsohn auch in nicht allzu ferner Zukunft beerben. Kinderlos sollte das Ehepaar auf jeden Fall sein und möglichst keine Verwandtschaft mehr besitzen. „Ich muss mir eine Strategie überlegen, wie ich an ein geeignetes Ehepaar herankomme. Ich kann ja schlecht eine Anzeige aufgeben: ‚Suche kinderloses Ehepaar zwecks Adoption‘.“ Das mit der Anzeige war vielleicht gar nicht so schlecht, nur nicht in dieser Art und Weise. “Vielleicht sollte ich meine Dienste als Gärtner oder so anbieten. Da ein bisschen schnippeln, dort ein bisschen hacken und die Blumen gießen. Nur in Arbeit sollte es nicht ausarten, außerdem sind meine gärtnerischen Fähigkeiten etwas begrenzt“, dachte er. Gärtner, so &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hannes Findel hatte sich also mit 19 Jahren, &#8211; gerade das Abitur in der Tasche, aber noch keine Idee, wie es beruflich weitergehen sollte, &#8211; auf die Suche nach einer geeigneten Familie zwecks Adoption gemacht. Das hatte sich als gar nicht so einfach entpuppt. In seiner Vorstellung sollte es am besten ein Ehepaar sein, das so in die Fünfzig, besser vielleicht sogar schon Mitte Sechzig war, denn er wollte sie als Adoptivsohn auch in nicht allzu ferner Zukunft beerben. Kinderlos sollte das Ehepaar auf jeden Fall sein und möglichst keine Verwandtschaft mehr besitzen.</strong></p>
<p><span class="dropcap">„I</span>ch muss mir eine Strategie überlegen, wie ich an ein geeignetes Ehepaar herankomme. Ich kann ja schlecht eine Anzeige aufgeben:</p>
<p style="text-align: center;">‚Suche kinderloses Ehepaar zwecks Adoption‘.“</p>
<p style="text-align: left;">Das mit der Anzeige war vielleicht gar nicht so schlecht, nur nicht in dieser Art und Weise.<br />
“Vielleicht sollte ich meine Dienste als Gärtner oder so anbieten. Da ein bisschen schnippeln, dort ein bisschen hacken und die Blumen gießen. Nur in Arbeit sollte es nicht ausarten, außerdem sind meine gärtnerischen Fähigkeiten etwas begrenzt“, dachte er.<br />
Gärtner, so hatte sich Hannes Findel überlegt, wurden meist von gutbetuchten Leuten gesucht. Erstens hatte Haus und Garten nur derjenige, der es sich auch leisten konnte und zweitens hielt man nach einem Gärtner Ausschau, wenn man es nicht selbst machen konnte oder wollte und diesen Dienst zu bezahlen in der Lage war.<br />
So hatte er sich mehr oder weniger zielstrebig in Villenvierteln herumgetrieben, ohne jedoch auch nur ansatzweise seinem Ziel näherzukommen. Dann war es allerdings der Zufall gewesen, der ihm zu Hilfe gekommen war und der alles veränderte:</p>
<p style="text-align: left;">Es war an einem Tag Ende April gewesen. Die Sonne lachte fröhlich vom Himmel, als sei der letzte Regenschauer nicht gerade mal erst zwei Stunden her. Hannes Findel war auf dem Rückweg von einem Villenviertel rauchend und gedankenverloren im Stadtpark umhergeschlendert. Es waren viele Leute unterwegs gewesen, die durch den plötzlichen Sonnenschein aus den Häusern gelockt worden waren. Vor ihm war ein älterer Herr mit seinem Hund gelaufen, dessen Interesse durch irgendetwas geweckt worden war, so dass er ruckartig an seiner Leine zog. Der Rentner, der darauf nicht gefasst gewesen war, hatte die Leine fallen lassen und der Hund war quer über den Weg in Richtung einer Baumgruppe gerannt. Just in diesem Moment hatte eine ältere Fahrradfahrerin den Hundehalter überholen wollen und hatte so stark und unvermittelt bremsen müssen, dass sie über die Lenkstange ins Gras gefallen war. Etwas benommen hatte sie aufzustehen versucht, was ihr aber durch einen stechenden Schmerz im Unterschenkel, der sie aufschreien hatte lassen, nicht gelungen war.<br />
„Um Gottes Willen, haben sie sich verletzt?“, hatte der Hundehalter überflüssigerweise gefragt. „Kommen Sie ich helfe Ihnen auf!“<br />
Tja, das war leichter gesagt, als getan, denn der Mann hatte selbst Mühe gehabt auf seinen eigenen Beinen zu stehen.<br />
„Lassen Sie das mal den jungen Herrn dort machen“, meinte die Radfahrerin.<br />
Hannes hätte dies ohnehin getan, denn hilfsbereit konnte er schon sein.<br />
„Kommen Sie, setzen Sie sich erst einmal auf die Bank“, hatte er die Radfahrerin aufgefordert. „Mit dem Rad können Sie nicht mehr fahren und ich fürchte mit Ihrem Bein können Sie nicht auftreten, geschweige denn laufen. Ich rufe erst einmal einen Krankenwagen und ihr Rad bringe ich zu Ihnen nach Hause, wenn Sie mir sagen wo Sie wohnen.“<br />
„Ich werde natürlich für den Schaden an Ihrem Fahrrad aufkommen und für die Arztkosten selbstverständlich auch. Wenn ich dem jungen Mann meinen Namen und die Anschrift nennen darf, damit meine Versicherung alles regeln kann“, hatte der Hundehalter angeboten.</p>
<p style="text-align: left;">Tja, so war Hannes Findler zu einer Familie gekommen, wie die Jungfrau zum Kind. Er hatte der Fahrradfahrerin geholfen und sie anschließend fast jeden Tag zu Hause besucht. Sie hatte ihr Bein zwar nicht gebrochen, aber ruhig halten musste sie es trotzdem und er hatte ihr aus freien Stücken geholfen, wo er nur konnte, im Haushalt, beim Einkauf und im Garten. Er hatte sie auf seine Art gemocht, aber er hatte auch sein Ziel nicht ganz aus den Augen verloren. Die Frau hieß Janna Ziegler, war geschieden, alleinlebend und hatte einen Bruder, der ebenso wie sie gut betucht war.<br />
Hannes hatte Janna erzählt, dass er als Findelkind immer in Heimen gelebt und niemals eine Familie gehabt hatte, was selbstverständlich ihr Mitleid erregte. Gleichzeitig hatte er sie sozusagen umgarnt, ihr gesagt, dass er sich immer eine Mutter wie sie gewünscht hatte, was nicht einmal gelogen war. Janna und auch ihr älterer Bruder sahen in Hannes, den vom Schicksal benachteiligten jungen Mann, dem die Chance auf eine erfolgreiche Zukunft von Geburt an genommen war.<br />
„Ich habe gelernt und das Abitur geschafft, erzählte er ihnen nicht ganz ohne Stolz. „Wäre ich in einer Familie aufgewachsen, wäre alles anders gekommen. Ich könnte studieren, aber so muss ich jetzt einfach nur sehen, dass ich Geld verdiene, egal mit welcher Arbeit. Vielleicht kann ich mir jeden Monat etwas zurücklegen und irgendwann meinen Traum vom Studium erfüllen.“</p>
<p style="text-align: left;">Sein Plan ging auf, zumindest fast. Janna Ziegler hatte den jungen Mann inzwischen ins Herz geschlossen, er tat ihr von Herzen leid. Und Hannes selbst entwickelte ebenfalls eine Art Zuneigung zu der älteren Dame. Letzteres hatte allerdings nicht zu seinem Plan gehört.</p>
<p style="text-align: left;">„Du bist verrückt“, hatte ihr Bruder trotz allen Mitleids versucht ihr die aufkeimende Idee auszureden. „Du kennst ihn doch gar nicht. Die paar Wochen, die er zu dir kommt und die Kleinigkeiten, bei denen er dir geholfen hat, stehen doch in keinem Verhältnis zu deinem Vorhaben. Ich weiß nicht, ob es richtig ist, was du dir da in den Kopf gesetzt hast.“<br />
Richtige Argumente für seine Skepsis hatte er allerdings nicht nennen können; es war einfach nur ein Bauchgefühl gewesen.<br />
„Vielleicht täusche ich mich ja, vielleicht auch nicht.“</p>
<p style="text-align: left;">Janna Ziegler hatte sich durchgesetzt und Hannes Findel ein Universitätsstudium finanziert. Nachdem Hannes einmal gewechselt hatte, von der Psychologie zur Philosophie, entschied er sich für den Journalismus, der schließlich sein echtes Interesse geweckt hat und der ihm hoffentlich ein besseres Leben ermöglichen wird.</p>
<p style="text-align: left;">Doch die Tatsache ungeliebt, ungewollt und verstoßen worden zu sein, wird ihn niemals ganz zur Ruhe kommen lassen und weiterhin einen Schatten auf sein Leben werfen.</p>
<p style="text-align: left;">Bei einer seiner Recherchen zu einem Artikel über nicht sesshafte Volksgruppen vor 20-30 Jahren in unserem Land, stieß er zufällig auf ein Foto. Dieses war ca. 50 Kilometer von seinem „Fundort“ entfernt und wenige Wochen vor seinem vermuteten Geburtstag aufgenommen worden. Es zeigte eine junge schwangere Frau, deren Gesichtszüge &#8230;</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Vielleicht möchtet Ihr noch diese Geschichten lesen:</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/chaotische-familie/">Meine ganz normale, chaotische Familie</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/das-familien-b-c-2/">Das Familien &#8211; A B C</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/chaotischer-umzug/">Chaotischer Umzug</a></p>
<p style="text-align: left;">
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