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	<title>Freundschaft &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Mr. Stoneman’s friend</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Mar 2017 22:35:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenplatz]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich traf Mr. Stoneman durch Zufall auf einer Sonneninsel im Atlantik. Er lag dort faul am Strand und sonnte sich. Bis zu diesem besagten Tag hätte ich nicht im Entferntesten gedacht, dass mir einmal die Ehre zuteilwerden würde seine Bekanntschaft zu machen, zumal mir bis dato auch noch nie etwas von seiner Existenz zu Ohren gekommen ist. Aber das Schicksal geht manchmal seltsame Wege, führt zusammen und trennt aber auch wieder. Trotzdem bin ich froh seine Bekanntschaft gemacht zu haben und ich muss sagen, dass ich ohne ihn nicht da wäre, wo ich heute bin. Zum Zeitpunkt unseres Kennenlernens war ich ein Niemand, verloren unter vielen Gleichgesinnten. Allein die Tatsache in seiner Nähe zu sein, war ein Glückstreffer, der meinen weiteren Lebensweg bestimmen sollte. Zuvor war mein Leben nicht immer einfach gewesen, es gab viele Höhen und Tiefen und verlief ziemlich planlos. Ich erwartete nichts mehr vom Leben und glaubte nicht mehr daran, dass das Leben mir noch bessere Tage bescheren sollte. Ich würde in alle Ewigkeit irgendwo vor mich hinexistieren. Doch das Zusammentreffen mit &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich traf Mr. Stoneman durch Zufall auf einer Sonneninsel im Atlantik. Er lag dort faul am Strand und sonnte sich. Bis zu diesem besagten Tag hätte ich nicht im Entferntesten gedacht, dass mir einmal die Ehre zuteilwerden würde seine Bekanntschaft zu machen, zumal mir bis dato auch noch nie etwas von seiner Existenz zu Ohren gekommen ist. Aber das Schicksal geht manchmal seltsame Wege, führt zusammen und trennt aber auch wieder. Trotzdem bin ich froh seine Bekanntschaft gemacht zu haben und ich muss sagen, dass ich ohne ihn nicht da wäre, wo ich heute bin.</strong></p>
<p><span class="dropcap">Z</span>um Zeitpunkt unseres Kennenlernens war ich ein Niemand, verloren unter vielen Gleichgesinnten. Allein die Tatsache in seiner Nähe zu sein, war ein Glückstreffer, der meinen weiteren Lebensweg bestimmen sollte. Zuvor war mein Leben nicht immer einfach gewesen, es gab viele Höhen und Tiefen und verlief ziemlich planlos. Ich erwartete nichts mehr vom Leben und glaubte nicht mehr daran, dass das Leben mir noch bessere Tage bescheren sollte. Ich würde in alle Ewigkeit irgendwo vor mich hinexistieren. Doch das Zusammentreffen mit Mr. Stoneman gab mir wieder Hoffnung, die sich auch erfüllen sollte, allerdings anders als gedacht.<br />
Wer das Foto von Mr. Stoneman genau betrachtet, kann mich sogar entdecken. Ich befinde mich in der äußersten linken Ecke und bin einer der drei unscheinbaren Steine.<br />
Einst war ich Bestandteil eines gewaltigen Felsens im Atlantik. Dieser Fels trotzte allen Naturgewalten, egal ob es sich um Stürme, unwetterartige Regengüsse, den Himmel durchzuckende Blitze oder riesige Wellen handelte, die ihn zu zerstören drohten. Die Jahrhunderte vergingen, doch dann kam der Tag, an dem die Naturgewalten siegten. Der Fels wurde durch ein Seebeben in seinen Grundfesten erschüttert und verlor an Substanz. Gestein bröckelte ab und fiel ins tiefe dunkle Meer. Auch ich brach von dem Fels ab. Viele Jahrhunderte lag ich in den Tiefen und wurde vom Meer überspült. Weitere Seebeben kamen und gingen. Ich wurde weiter und weiter gespült und meine Form veränderte sich. Ich wurde kleiner, runder und glatter geschliffen. Fische und Schiffe schwammen über mich hinweg. Ich ahnte nicht, dass ich mich nach vielen weiteren Jahrhunderten in der Nähe einer Atlantikinsel befand. Bei einem gewaltigen Sturm, der ein erneutes Seebeben auslöste, wurde ich kurz vor die Küste gespült. Inmitten von vielen anderen tausend und abertausenden von Steinen wurde ich immer wieder durchgerüttelt. Bedingt durch die Wellen prallte ich mit den anderen Steinen zusammen und landete nach einer halben Ewigkeit am Strand. Inzwischen war ich nur noch handtellergroß. Ich war keine besondere Schönheit, schlicht und einfach nur ein grauer Stein. Ich glitzerte nicht im Sonnenlicht und war mehr als nur unscheinbar. Doch das Schicksal meinte es gut mit mir.<br />
Wie ich schon bald erkennen sollte, war ich auf einer Urlaubsinsel gestrandet. So kam es, dass eine Familie mit einem etwa fünfjährigen Jungen den Strand entlang spazierte.<br />
„Mir ist langweilig und mir tun die Füße weh“, hörte ich den Jungen zu seinen Eltern sagen.<br />
„Ich hab da eine Idee“, meinte der Vater zu dem Jungen, um ihn von seinen schmerzenden Füßen und der Müdigkeit abzulenken. „Du musst aber ganz viele große und kleine Steine sammeln, aus denen wir dann etwas bauen.“<br />
Der Junge war sofort Feuer und Flamme und sammelte in seinem Eimerchen ein paar Steine. Auch mich legte er in seinen Eimer, allerdings ohne mir große Beachtung zu schenken. Vater und Mutter trugen ebenfalls Steine zum Sandstrand und legten sie an einer Stelle ab.<br />
„Was wollen wir bauen?“, fragte der Vater, „Einen Turm oder wollen wir nur eine Sandburg bauen und die Steine als Mauer benutzen?“<br />
„Nein!“, sagte der Junge entschieden. „Ich will, dass wir einen Steinmann bauen.“<br />
Tja, was soll ich lange erzählen? So entstand Mr. Stoneman. Für mich hatte man allerdings keinerlei Verwendung. Mr. Stoneman war auch ohne mich vollkommen und perfekt. Achtlos ließ man mich mit zwei anderen Steinen einfach links liegen. Eigentlich war ich zufrieden und schloss mit Mr. Stoneman eine wunderbare Freundschaft. Doch das Schicksal hatte noch etwas anderes mit mir vor.<br />
Viele Menschen marschierten an Mr. Stoneman vorbei und bewunderten ihn. Niemand beachtete mich. Doch das sollte sich ändern, als ein Studentenpärchen unweit von uns auf einer Bank saß. Ich konnte ihre Unterhaltung hören, denn der Wind trug die Worte zu mir herüber.<br />
„Unser Geld geht langsam zur Neige“, sagte die junge Frau. „Wenn wir unsere Reise nicht abbrechen wollen, sollten wir uns überlegen, wie wir ein bisschen Geld verdienen können.“<br />
„Du hast recht. Lass uns Ideen sammeln!“, pflichtete der junge Mann seiner Freundin bei.<br />
„Ich hab’s!“, rief er plötzlich aus.<br />
Leider konnte ich seine Worte jetzt nicht mehr verstehen, da sich der Wind gedreht hatte und sie nun in eine andere Richtung trug. Doch ich sollte seine Idee sozusagen am eigenen Leib erfahren. Ein paar Minuten später hob mich nämlich die Frau auf und betrachtete mich eingehend. Sie warf mich mit ein paar anderen ausgewählten Steinen in ihren Rucksack. Hier herrschte ein heilloses Durcheinander. Ich konnte allerdings nicht erkennen, was alles so herum lag, denn es war sehr dunkel in diesem Rucksack.<br />
Nach einer kleinen Weile wurde ich mit den anderen Steinen ausgepackt und neben einen Pinsel und mehrere Farbtöpfe gelegt. Nun fing die Frau an mich zu bemalen. Sie malte eine Landschaft, bestehend aus einem Berg, dem Meer, Palmen auf einer Wiese und einem kleinen weißen Haus. Auch die anderen Steine wurden derartig verziert. Nachdem wir alle in der Sonne getrocknet waren, wurden wir wieder im Rucksack verstaut. Am nächsten Tag breitete man uns auf einer Decke in der Fußgängerzone aus.<br />
„Schau mal, die sind aber hübsch!“, rief plötzlich eine Frau aus und kam auf uns zu.<br />
„Wollen wir uns ein kleines Mitbringsel mit nach Hause nehmen?“, fragte ihr Mann. „Schau mal dieser hier ist doch sehr hübsch und würde sich sicherlich auf der Fensterbank oder sogar in einem Blumentopf sehr schön machen.“<br />
Der Mann nahm mich in die Hand und reichte mich nach ausgiebiger Betrachtung an seine Frau weiter, die mich ebenfalls als hübsch befand. Für ein paar Münzen kauften sie mich dem Studentenpärchen ab und schon wurde ich wieder in eine Tasche gesteckt. Dieses Mal war es die Hosentasche des Mannes. Von dort wanderte ich auf einen Tisch in einem Hotelzimmer, danach in einen Koffer, der zuerst im Laderaum eines Flugzeuges und danach im Kofferraum eines Autos verstaut wurde. Als ich wieder aus dem Koffer heraus genommen wurde, befand ich mich in einem anderen Land. Jetzt legte man mich mal da hin und mal dort hin, bis man meinen endgültigen Platz fand. Nun liege ich unter einer wunderschönen grünen Zimmerpflanze. Ich bin angekommen, rundum glücklich und freue mich meines Lebens. Und das habe ich alles nur meiner Freundschaft mit Mr. Stoneman zu verdanken. Ohne ihn wäre ich sicherlich nicht das, was ich heute bin, &#8211; ein wunderschöner Stein an einem Ehrenplatz.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Emma</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jun 2016 23:47:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
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					<description><![CDATA[Meine heutige Geschichte gehört zwar in die Kategorie &#8222;Erdachtes&#8220;, beinhaltet aber trotzdem einige wahre Momente. So hat mir eine gute Freundin ein Handyfoto zugeschickt, das ich als heutiges Beitragsfoto genommen habe. Weiterhin hatten wir am letzten Tag unseres Kurzurlaubes an der Ostsee ein schönes Erlebnis. Beide Begebenheiten haben mich dazu veranlasst die folgende Geschichte zu schreiben. Mehr verrate ich Euch heute noch nicht. Na, neugierig geworden? Dann lest einfach weiter und kommt auch das nächste Mal wieder vorbei:  „Hey! Wer bist du denn?“ &#160; „Sag nur du kennst mich nicht?“ „Bist du etwa die Ateliersmaus?“ „Na also, du kennst mich ja doch!“ So begann eine großartige Freundschaft. Eine Freundschaft zwischen mir und einer kleinen Maus. Sie lebte in einem Atelier, ganz hinten in einer Ecke. In der Fußbodenleiste war ein kleines Loch und dort hinein verkroch sie sich immer, wenn Trubel im Atelier herrschte. Vorsichtig guckte sie immer heraus und beobachtete das Treiben. Nichts entging ihr. Und so merkte sie auch sofort als ich einen Teller mit leckerem Kuchen auf meinen Arbeitstisch stellte. Doch schon &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Meine heutige Geschichte gehört zwar in die Kategorie &#8222;Erdachtes&#8220;, beinhaltet aber trotzdem einige wahre Momente. So hat mir eine gute Freundin ein Handyfoto zugeschickt, das ich als heutiges Beitragsfoto genommen habe. Weiterhin hatten wir am letzten Tag unseres Kurzurlaubes an der Ostsee ein schönes Erlebnis. Beide Begebenheiten haben mich dazu veranlasst die folgende Geschichte zu schreiben. Mehr verrate ich Euch heute noch nicht. Na, neugierig geworden? Dann lest einfach weiter und kommt auch das nächste Mal wieder vorbei: </strong></p>
<p><span class="dropcap">„H</span>ey! Wer bist du denn?“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Sag nur du kennst mich nicht?“<br />
„Bist du etwa die Ateliersmaus?“<br />
„Na also, du kennst mich ja doch!“<br />
So begann eine großartige Freundschaft. Eine Freundschaft zwischen mir und einer kleinen Maus. Sie lebte in einem Atelier, ganz hinten in einer Ecke. In der Fußbodenleiste war ein kleines Loch und dort hinein verkroch sie sich immer, wenn Trubel im Atelier herrschte. Vorsichtig guckte sie immer heraus und beobachtete das Treiben. Nichts entging ihr. Und so merkte sie auch sofort als ich einen Teller mit leckerem Kuchen auf meinen Arbeitstisch stellte. Doch schon nach dem zweiten Bissen klingelte mein Handy und ich verließ kurz zum Telefonieren das Atelier. Immerhin wollte ich die anderen nicht beim Arbeiten stören.<br />
Als ich wieder zu meinem Arbeitsplatz zurückkehrte, musste ich feststellen, dass sich ein kleines niedliches Tierchen an meinem Kuchen gütlich tat. Vorsichtig trat ich näher und stellte das süße kleine Mäuschen zur Rede.<br />
„Schämst du dich denn gar nicht, dich so einfach über meinen Kuchen herzumachen?“<br />
„Bitte, bitte, tu mir nichts! Ich hab doch so großen Hunger!“<br />
Ja, da saß sie nun und beobachtete mich mit ihren Knopfäuglein ganz ängstlich. Und auch ich konnte meinen Blick nicht von ihr wenden. Ich gestehe, auch ich hatte ein wenig Angst. Warum nur, frage ich mich. Was sollte mir dieses kleine Wesen tun? Nichts! Und das tat sie auch. Aber auch ich tat ihr nichts. Ich ließ sie einfach weiter meinen Kuchen futtern.<br />
Von diesem Tag an brachte ich immer eine kleine Leckerei mit und stellte sie so auf meinen Arbeitstisch, dass das Mäuschen sie auch von ihrem Mauseloch aus sehen konnte. Und tatsächlich sie wagte sich aus ihrem Versteck und krabbelte auf meinen Arbeitstisch. Mit der Zeit verlor sie die Angst vor mir und ich vor ihr.<br />
„Wie heißt du eigentlich?“, fragte ich sie eines Tages.<br />
„Emma, ich bin Emma!“, antwortete sie mir und fiepte dabei ein kleines bisschen.<br />
Emma wuchs mir sehr ans Herz und ich glaube, ich ihr auch. Sie verlor vollkommen jegliche Angst und Scheu auch den anderen Ateliersbesuchern und -mitarbeitern gegenüber. Und von allen erhielt sie Leckereien. Es ging ihr richtig gut, wären da nicht die herannahenden Ferien gewesen.<br />
„Was, ihr wollt alle weg und lasst mich ganz alleine hier?“<br />
„Wir kommen doch wieder!“, versuchte ich sie zu trösten, aber ich verstand ihren Kummer. Auch mir tat der Abschied leid. Doch ich konnte sie nicht einfach mitnehmen.<br />
Als könne Emma meine Gedanken lesen, fiepte sie mir eine Bitte ins Ohr. Sie saß auf meiner Schulter und piepste in den höchsten Mäusetönen.<br />
„Bitte, bitte nimm mich mit! Ich will nicht alleine sein und außerdem muss ich ja dann verhungern!“<br />
„Solltest du dir nicht lieber einen Mäusemann suchen und eine Familie gründen?“, fragte ich Emma.<br />
„Oh ja, das wäre schön!“, meinte sie leise und sah ganz verträumt aus.<br />
„Aber wo soll ich den denn finden? Da draußen werde ich nur gefangen oder totgefahren. Hier war ich die ganze Zeit in Sicherheit und hier geht es mir doch gut.“<br />
„Alleine kannst du hier nicht bleiben und mitnehmen kann ich dich auch nicht einfach. Das wäre auch kein schönes Mäuseleben“, erklärte ich ihr.<br />
Da ich allerdings ihren tieftraurigen Blick sah, fügte ich schnell hinzu:<br />
„Ich komme morgen vor meiner Abreise noch einmal vorbei. Vielleicht ist mir bis dahin eine Lösung eingefallen.“<br />
Die ganze Nacht konnte ich nicht schlafen, denn meine Gedanken kreisten ständig um Emma. Was sollte ich nur mit ihr machen. Am nächsten Morgen schon wollte ich an die Ostsee fahren. Einen Zwischenstopp würde ich bei meiner Oma einlegen. Ob sie sich vielleicht um Emma kümmern könnte? Ganz früh am Morgen griff ich nach dem Telefon und wählte die Nummer meiner Oma.<br />
„Ach Markus, das ist aber schön, dass du mich besuchen möchtest. Ich freue mich schon!“<br />
„Ich freue mich auch, aber da gibt es im wahrsten Sinne des Wortes ein klitzekleines Problem.“<br />
Ich erzählte meiner Oma von Emma. Sie hörte mir stillschweigend zu. Noch bevor ich sie fragen konnte, ob sie vielleicht für ein paar Wochen Emma in Pflege nehmen könnte, machte sie mir einen Vorschlag.<br />
„Ach Markus, bring Emma ruhig mit. Ich glaube ich habe da eine ganz prima Idee.“<br />
Mehr verriet mir meine Großmutter nicht, aber ich war mir sicher, dass sie Emma helfen würde. Also besorgte ich mir in der Zoohandlung einen kleinen Käfig, holte Emma aus dem Atelier und verfrachtete den Käfig mitsamt der kleinen süßen Maus auf dem Rücksitz meines Autos.<br />
Als ich bei meiner Oma ankam, stand sie schon in ihrem schönsten Sonntagskleid und der Handtasche um den Arm in ihrem Hausflur.<br />
„Lass Emma gleich im Auto, wir wollen mit ihr einen Ausflug machen. Sie wird sich freuen!“<br />
Ich hatte keine Ahnung, was meine Großmutter vor hatte, aber ich war mir sicher, dass es nur zu Emmas Besten sein würde.<br />
Oma dirigierte mich durch die Stadt hindurch und auf einem großen Parkplatz außerhalb der Stadt sollte ich mein Fahrzeug abstellen und Emma gut geschützt in meine Hand nehmen. Meine Oma führte uns durch einen Wald und ich befürchtete schon ich solle Emma hier aussetzen und den wilden Tieren zum Fraß da lassen. Das hätte ich niemals über das Herz gebracht.<br />
Nach einer Viertelstunde kamen wir an ein Holzhäuschen und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich verstand jetzt, was meine Oma beabsichtigte. An dem Haus war nämlich ein Schild angebracht. Hierauf stand mit großen Buchstaben geschrieben:</p>
<p style="text-align: center;">Hier in diesem Haus<br />
wohnt Familie Maus.</p>
<p>Die Tür stand sperrangelweit offen und so traten wir gemeinsam mit Emma ein. Was ich sah, übertraf meine kühnsten Erwartungen. Wir standen direkt im Wohnzimmer von Familie Maus. Es war anscheinend eine Großfamilie, denn in allen Ecken wimmelte es von Mäusen. Im Schrank, unter dem Tisch, auf dem Tisch, auf den Stühlen, im Fernseher und aus den Mauselöchern schauten ebenfalls lauter kleine süße Mäuschen hervor.<br />
Emmas Augen wurden immer größer und sie zappelte unruhig in meiner Hand. Und das Schönste war, dass es aus allen Richtungen zu fiepen und zu piepsen begann. Es schien mir als würden alle ganz laut rufen:<br />
„Herzlich willkommen, kleine Emma. Lass dich ruhig bei uns nieder. Hier kannst du bleiben und ein Mitglied unserer Familie werden. Komm schnell zu uns!“<br />
Emma sprang mir fast aus der Hand. Mit sehnsüchtigen Blicken verfolgte sie das Treiben rund um uns herum. Danach warf sie mir einen flehenden Blick zu.<br />
„Ich glaube, liebe Emma, hier kann ich dich getrost lassen. Hier bist du willkommen und hier fühlst du dich wohl!“<br />
Emma fiepte mir ein „Dankeschön!“ und ein „Leb wohl!“ zu.<br />
Sanft setzte ich sie auf den Tisch und streichelte zart über ihr Mausefell.<br />
„Mach es gut, kleine Emma!“<br />
In Sekundenschnelle war Emma umringt von den anderen Mäusen, die sie zu einem festlichen Willkommensmahl mit Brot, Käse, Gemüse und vielen anderen Leckereien einluden. Emma war angekommen und hatte eine Familie gefunden.<br />
„Ich werde dich nie vergessen!“, rief sie mir nach, als ich mit meiner Oma das Haus der Familie Maus verließ.</p>
<p>Das nächste Mal werde ich Euch dieses Haus der Familie Maus zeigen. Ich war nämlich dort und habe ganz viele Fotos mitgebracht. Lasst Euch überraschen. Es wird Euch dort gefallen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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