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	<title>Fahrrad &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Achtung Vogel!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jun 2022 13:05:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Auto]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrrad]]></category>
		<category><![CDATA[Straße]]></category>
		<category><![CDATA[Vogel]]></category>
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					<description><![CDATA[„Wie Vögel es doch meistens schaffen rechtzeitig wegzufliegen“, sage ich zu  meinem Mann, während unserer Autofahrt. „Ja, allerdings kam ich als Jugendlicher recht schmerzhaft zu dieser Erkenntnis“, erzählt er: „Ich war mit dem Fahrrad ziemlich flott unterwegs, als sich plötzlich ein kleiner Vogel kurz vor mir auf die Straße setzte. Anstatt auszuweichen, machte ich eine Vollbremsung. Das hatte zur Folge, dass ich im Sturzflug zu Boden ging. Im Augenwinkel erkannte ich jedoch, dass der Vogel sich unbeschadet in die Lüfte erhob.“ „Autsch!“ Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. „Also seid ihr Beide sozusagen geflogen, &#8211; du hingeflogen und der Vogel weggeflogen.“ &#160; &#160; Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Die Sache mit der Vorahnung Mopsi &#38; Filou Der Geist des Weines &#160;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Wie Vögel es doch meistens schaffen rechtzeitig wegzufliegen“, sage ich zu<span class="Apple-converted-space">  </span>meinem Mann, während unserer Autofahrt.</p>
<p>„Ja, allerdings kam ich als Jugendlicher recht schmerzhaft zu dieser Erkenntnis“, erzählt er:</p>
<p>„Ich war mit dem Fahrrad ziemlich flott unterwegs, als sich plötzlich ein kleiner Vogel kurz vor mir auf die Straße setzte. Anstatt auszuweichen, machte ich eine Vollbremsung. Das hatte zur Folge, dass ich im Sturzflug zu Boden ging. Im Augenwinkel erkannte ich jedoch, dass der Vogel sich unbeschadet in die Lüfte erhob.“</p>
<p>„Autsch!“ Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. „Also seid ihr Beide sozusagen geflogen, &#8211; du <strong><em>hingeflogen</em> </strong>und der Vogel <em><strong>weggeflogen.</strong></em>“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/die-sache-mit-der-vorahnung/">Die Sache mit der Vorahnung</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/kleiner-filou/">Mopsi &amp; Filou</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/der-geist-des-weines/">Der Geist des Weines</a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Der Aufsatz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Feb 2019 17:25:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Aufsatz]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrrad]]></category>
		<category><![CDATA[Luft]]></category>
		<category><![CDATA[Pferd]]></category>
		<category><![CDATA[Schwangerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Spaziergang]]></category>
		<category><![CDATA[Zahl]]></category>
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					<description><![CDATA[Eva muss Hausaufgaben machen. Sie soll einen Aufsatz schreiben, aber das Thema gefällt ihr gar nicht. Die Lehrerin hat den Schülern einfach nur das Wort „Zahlen“ an die Tafel geschrieben und gesagt, dass sie ihre Fantasie spielen lassen sollen.  Jetzt sitzt Eva schon eine ganze Weile vor ihrer leeren Seite. Nichts, aber auch gar nichts will ihr einfallen, da kann sie sich ihr Gehirn noch so sehr zermartern. Doch plötzlich horcht sie auf, denn jemand betritt ihr Zimmer. „Ach Opa, du bist es“, sagt sie fast schon ein wenig erleichtert. „Gut, dass du kommst. Bestimmt kannst du mir helfen.“ „Um was geht es denn?“, erkundigt sich Opa Waldemar. „Hast du Probleme bei den Hausaufgaben?“ „Das kann man wohl sagen. Wir sollen einen Aufsatz schreiben, irgendetwas mit Zahlen.“ „Bei den Mathehausaufgaben könnte ich dir helfen, aber im Aufsatzschreiben war ich in der Schule nicht gerade eine Leuchte.“ Enttäuscht sieht Eva ihren Großvater an, doch bei seinem nächsten Satz beginnt sie zu strahlen. „Ich würde vorschlagen, wir machen einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft. Dann wird &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eva muss Hausaufgaben machen. Sie soll einen Aufsatz schreiben, aber das Thema gefällt ihr gar nicht. Die Lehrerin hat den Schülern einfach nur das Wort „Zahlen“ an die Tafel geschrieben und gesagt, dass sie ihre Fantasie spielen lassen sollen.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p><span class="dropcap">J</span>etzt sitzt Eva schon eine ganze Weile vor ihrer leeren Seite. Nichts, aber auch gar nichts will ihr einfallen, da kann sie sich ihr Gehirn noch so sehr zermartern. Doch plötzlich horcht sie auf, denn jemand betritt ihr Zimmer.</p>
<p>„Ach Opa, du bist es“, sagt sie fast schon ein wenig erleichtert. „Gut, dass du kommst. Bestimmt kannst du mir helfen.“</p>
<p>„Um was geht es denn?“, erkundigt sich Opa Waldemar. „Hast du Probleme bei den Hausaufgaben?“</p>
<p>„Das kann man wohl sagen. Wir sollen einen Aufsatz schreiben, irgendetwas mit Zahlen.“</p>
<p>„Bei den Mathehausaufgaben könnte ich dir helfen, aber im Aufsatzschreiben war ich in der Schule nicht gerade eine Leuchte.“</p>
<p>Enttäuscht sieht Eva ihren Großvater an, doch bei seinem nächsten Satz beginnt sie zu strahlen.</p>
<p>„Ich würde vorschlagen, wir machen einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft. Dann wird der Kopf frei und du kannst hinterher besser denken.“</p>
<p>Eva und Opa Waldemar gehen in den nahegelegenen Stadtpark. Auf der Parkbank unter der großen Linde sitzt ein Mann, den Opa kennt und mit dem er ins Gespräch kommt. Eva steht dabei und hört zunächst ein wenig gelangweilt zu. Allerdings je besser sie hinhört, umso interessanter wird die Sache auch für sie.</p>
<p>„Ich musste jetzt unbedingt mal Zuhause raus und einfach nur alle Viere von mir strecken. Bei uns ist mir im Moment zu viel Trubel. Du weißt doch, dass meine Tochter und ihr Mann für ein paar Wochen bei uns zu Besuch sind.“</p>
<p>„Das ist schön!“, meint Opa Waldemar.</p>
<p>„Ja, vom Prinzip schon, aber es dreht sich immer nur um ein Thema. Die Schwangerschaft unserer Tochter ist Gesprächsthema Nummer eins.“</p>
<p>„Schön!“, sagt Evas Großvater wieder, aber zu mehr Worten bleibt ihm keine Zeit, denn sein Gesprächspartner redet nahezu ohne Luft zu holen weiter.</p>
<p>„Die Beiden erwarten Zwillinge. Der Arzt meinte sogar, dass alle guten Dinge drei wären und er könne noch nicht mit Gewissheit sagen, ob sich vielleicht doch noch ein drittes Baby hinter den zwei anderen versteckt hält. Das könne erst der nächste Ultraschall eindeutig klären.“</p>
<p>„Toll! Drillinge!“, entfährt es Eva.</p>
<p>„Das sagen meine Frau und der Rest der Familie auch“, erklärt Opas Bekannter. „Sie sind alle total aus dem Häuschen und mir kommt es so vor, als hätte keiner von ihnen noch seine fünf Sinne beieinander. Sie führen sich auf, als hätten sie einen Sechser im Lotto und scheinen alle auf Wolke sieben zu schweben.“</p>
<p>„Da solltest du dich jetzt mal schnell auf dein Fahrrad schwingen, das übrigens einen Achter im Vorderrad hat und schon mal eine Babypuppe kaufen, um dich im Windelwechseln zu üben.“</p>
<p>„Ach du grüne Neune!“, entfährt es Opas Bekanntem. „Dazu kriegen mich keine zehn Pferde!“<br />
Seltsamerweise radelt er nun allerdings recht flott in Richtung Kaufhaus.</p>
<p>Opa Waldemar kommt heute jedoch aus dem Staunen nicht heraus, denn Eva erklärt ihm:<br />
„Ich muss jetzt auch ganz schnell nach Hause! Mir schwirrt nämlich der Kopf voller Zahlen!“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Habt Ihr die Zahlen 1-10 in der Geschichte entdeckt?</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr dies noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/taenzchen-gefaellig/">Tänzchen gefällig?</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/die-zwei-alten/">Die zwei Alten</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-meerjungfraeulein/">Das Meerjungfräulein</a></p>
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		<title>Der Einzelgänger (3)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2015 23:21:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Adoption]]></category>
		<category><![CDATA[Dame]]></category>
		<category><![CDATA[Einzelgänger]]></category>
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		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Gärtner]]></category>
		<category><![CDATA[Hund]]></category>
		<category><![CDATA[Mitleid]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
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					<description><![CDATA[Hannes Findel hatte sich also mit 19 Jahren, &#8211; gerade das Abitur in der Tasche, aber noch keine Idee, wie es beruflich weitergehen sollte, &#8211; auf die Suche nach einer geeigneten Familie zwecks Adoption gemacht. Das hatte sich als gar nicht so einfach entpuppt. In seiner Vorstellung sollte es am besten ein Ehepaar sein, das so in die Fünfzig, besser vielleicht sogar schon Mitte Sechzig war, denn er wollte sie als Adoptivsohn auch in nicht allzu ferner Zukunft beerben. Kinderlos sollte das Ehepaar auf jeden Fall sein und möglichst keine Verwandtschaft mehr besitzen. „Ich muss mir eine Strategie überlegen, wie ich an ein geeignetes Ehepaar herankomme. Ich kann ja schlecht eine Anzeige aufgeben: ‚Suche kinderloses Ehepaar zwecks Adoption‘.“ Das mit der Anzeige war vielleicht gar nicht so schlecht, nur nicht in dieser Art und Weise. “Vielleicht sollte ich meine Dienste als Gärtner oder so anbieten. Da ein bisschen schnippeln, dort ein bisschen hacken und die Blumen gießen. Nur in Arbeit sollte es nicht ausarten, außerdem sind meine gärtnerischen Fähigkeiten etwas begrenzt“, dachte er. Gärtner, so &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hannes Findel hatte sich also mit 19 Jahren, &#8211; gerade das Abitur in der Tasche, aber noch keine Idee, wie es beruflich weitergehen sollte, &#8211; auf die Suche nach einer geeigneten Familie zwecks Adoption gemacht. Das hatte sich als gar nicht so einfach entpuppt. In seiner Vorstellung sollte es am besten ein Ehepaar sein, das so in die Fünfzig, besser vielleicht sogar schon Mitte Sechzig war, denn er wollte sie als Adoptivsohn auch in nicht allzu ferner Zukunft beerben. Kinderlos sollte das Ehepaar auf jeden Fall sein und möglichst keine Verwandtschaft mehr besitzen.</strong></p>
<p><span class="dropcap">„I</span>ch muss mir eine Strategie überlegen, wie ich an ein geeignetes Ehepaar herankomme. Ich kann ja schlecht eine Anzeige aufgeben:</p>
<p style="text-align: center;">‚Suche kinderloses Ehepaar zwecks Adoption‘.“</p>
<p style="text-align: left;">Das mit der Anzeige war vielleicht gar nicht so schlecht, nur nicht in dieser Art und Weise.<br />
“Vielleicht sollte ich meine Dienste als Gärtner oder so anbieten. Da ein bisschen schnippeln, dort ein bisschen hacken und die Blumen gießen. Nur in Arbeit sollte es nicht ausarten, außerdem sind meine gärtnerischen Fähigkeiten etwas begrenzt“, dachte er.<br />
Gärtner, so hatte sich Hannes Findel überlegt, wurden meist von gutbetuchten Leuten gesucht. Erstens hatte Haus und Garten nur derjenige, der es sich auch leisten konnte und zweitens hielt man nach einem Gärtner Ausschau, wenn man es nicht selbst machen konnte oder wollte und diesen Dienst zu bezahlen in der Lage war.<br />
So hatte er sich mehr oder weniger zielstrebig in Villenvierteln herumgetrieben, ohne jedoch auch nur ansatzweise seinem Ziel näherzukommen. Dann war es allerdings der Zufall gewesen, der ihm zu Hilfe gekommen war und der alles veränderte:</p>
<p style="text-align: left;">Es war an einem Tag Ende April gewesen. Die Sonne lachte fröhlich vom Himmel, als sei der letzte Regenschauer nicht gerade mal erst zwei Stunden her. Hannes Findel war auf dem Rückweg von einem Villenviertel rauchend und gedankenverloren im Stadtpark umhergeschlendert. Es waren viele Leute unterwegs gewesen, die durch den plötzlichen Sonnenschein aus den Häusern gelockt worden waren. Vor ihm war ein älterer Herr mit seinem Hund gelaufen, dessen Interesse durch irgendetwas geweckt worden war, so dass er ruckartig an seiner Leine zog. Der Rentner, der darauf nicht gefasst gewesen war, hatte die Leine fallen lassen und der Hund war quer über den Weg in Richtung einer Baumgruppe gerannt. Just in diesem Moment hatte eine ältere Fahrradfahrerin den Hundehalter überholen wollen und hatte so stark und unvermittelt bremsen müssen, dass sie über die Lenkstange ins Gras gefallen war. Etwas benommen hatte sie aufzustehen versucht, was ihr aber durch einen stechenden Schmerz im Unterschenkel, der sie aufschreien hatte lassen, nicht gelungen war.<br />
„Um Gottes Willen, haben sie sich verletzt?“, hatte der Hundehalter überflüssigerweise gefragt. „Kommen Sie ich helfe Ihnen auf!“<br />
Tja, das war leichter gesagt, als getan, denn der Mann hatte selbst Mühe gehabt auf seinen eigenen Beinen zu stehen.<br />
„Lassen Sie das mal den jungen Herrn dort machen“, meinte die Radfahrerin.<br />
Hannes hätte dies ohnehin getan, denn hilfsbereit konnte er schon sein.<br />
„Kommen Sie, setzen Sie sich erst einmal auf die Bank“, hatte er die Radfahrerin aufgefordert. „Mit dem Rad können Sie nicht mehr fahren und ich fürchte mit Ihrem Bein können Sie nicht auftreten, geschweige denn laufen. Ich rufe erst einmal einen Krankenwagen und ihr Rad bringe ich zu Ihnen nach Hause, wenn Sie mir sagen wo Sie wohnen.“<br />
„Ich werde natürlich für den Schaden an Ihrem Fahrrad aufkommen und für die Arztkosten selbstverständlich auch. Wenn ich dem jungen Mann meinen Namen und die Anschrift nennen darf, damit meine Versicherung alles regeln kann“, hatte der Hundehalter angeboten.</p>
<p style="text-align: left;">Tja, so war Hannes Findler zu einer Familie gekommen, wie die Jungfrau zum Kind. Er hatte der Fahrradfahrerin geholfen und sie anschließend fast jeden Tag zu Hause besucht. Sie hatte ihr Bein zwar nicht gebrochen, aber ruhig halten musste sie es trotzdem und er hatte ihr aus freien Stücken geholfen, wo er nur konnte, im Haushalt, beim Einkauf und im Garten. Er hatte sie auf seine Art gemocht, aber er hatte auch sein Ziel nicht ganz aus den Augen verloren. Die Frau hieß Janna Ziegler, war geschieden, alleinlebend und hatte einen Bruder, der ebenso wie sie gut betucht war.<br />
Hannes hatte Janna erzählt, dass er als Findelkind immer in Heimen gelebt und niemals eine Familie gehabt hatte, was selbstverständlich ihr Mitleid erregte. Gleichzeitig hatte er sie sozusagen umgarnt, ihr gesagt, dass er sich immer eine Mutter wie sie gewünscht hatte, was nicht einmal gelogen war. Janna und auch ihr älterer Bruder sahen in Hannes, den vom Schicksal benachteiligten jungen Mann, dem die Chance auf eine erfolgreiche Zukunft von Geburt an genommen war.<br />
„Ich habe gelernt und das Abitur geschafft, erzählte er ihnen nicht ganz ohne Stolz. „Wäre ich in einer Familie aufgewachsen, wäre alles anders gekommen. Ich könnte studieren, aber so muss ich jetzt einfach nur sehen, dass ich Geld verdiene, egal mit welcher Arbeit. Vielleicht kann ich mir jeden Monat etwas zurücklegen und irgendwann meinen Traum vom Studium erfüllen.“</p>
<p style="text-align: left;">Sein Plan ging auf, zumindest fast. Janna Ziegler hatte den jungen Mann inzwischen ins Herz geschlossen, er tat ihr von Herzen leid. Und Hannes selbst entwickelte ebenfalls eine Art Zuneigung zu der älteren Dame. Letzteres hatte allerdings nicht zu seinem Plan gehört.</p>
<p style="text-align: left;">„Du bist verrückt“, hatte ihr Bruder trotz allen Mitleids versucht ihr die aufkeimende Idee auszureden. „Du kennst ihn doch gar nicht. Die paar Wochen, die er zu dir kommt und die Kleinigkeiten, bei denen er dir geholfen hat, stehen doch in keinem Verhältnis zu deinem Vorhaben. Ich weiß nicht, ob es richtig ist, was du dir da in den Kopf gesetzt hast.“<br />
Richtige Argumente für seine Skepsis hatte er allerdings nicht nennen können; es war einfach nur ein Bauchgefühl gewesen.<br />
„Vielleicht täusche ich mich ja, vielleicht auch nicht.“</p>
<p style="text-align: left;">Janna Ziegler hatte sich durchgesetzt und Hannes Findel ein Universitätsstudium finanziert. Nachdem Hannes einmal gewechselt hatte, von der Psychologie zur Philosophie, entschied er sich für den Journalismus, der schließlich sein echtes Interesse geweckt hat und der ihm hoffentlich ein besseres Leben ermöglichen wird.</p>
<p style="text-align: left;">Doch die Tatsache ungeliebt, ungewollt und verstoßen worden zu sein, wird ihn niemals ganz zur Ruhe kommen lassen und weiterhin einen Schatten auf sein Leben werfen.</p>
<p style="text-align: left;">Bei einer seiner Recherchen zu einem Artikel über nicht sesshafte Volksgruppen vor 20-30 Jahren in unserem Land, stieß er zufällig auf ein Foto. Dieses war ca. 50 Kilometer von seinem „Fundort“ entfernt und wenige Wochen vor seinem vermuteten Geburtstag aufgenommen worden. Es zeigte eine junge schwangere Frau, deren Gesichtszüge &#8230;</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Vielleicht möchtet Ihr noch diese Geschichten lesen:</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/chaotische-familie/">Meine ganz normale, chaotische Familie</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/das-familien-b-c-2/">Das Familien &#8211; A B C</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/chaotischer-umzug/">Chaotischer Umzug</a></p>
<p style="text-align: left;">
]]></content:encoded>
					
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