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	<title>verflixt &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Ärger mit dem verflixten kleinen Ding</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Feb 2018 22:23:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Konfusi-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[fortschrittlich]]></category>
		<category><![CDATA[Freund]]></category>
		<category><![CDATA[Kontakt]]></category>
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					<description><![CDATA[Professor Konfusi ist auf dem Weg zu einem Freund. Sie kennen sich schon seit vielen Jahrzehnten. Obwohl das Leben sie in verschiedene Richtungen geschickt hat, sowohl beruflich als auch geografisch gesehen, haben sie sich nie aus den Augen verloren. Sie hegen zwar einen lockeren, aber regelmäßigen Kontakt. Heute hat sein Freund Uli, der nach Asien unterwegs ist, eine Zwischenlandung und einen vierstündigen Aufenthalt am Flughafen. Selbstverständlich nutzen sie diese seltene Gelegenheit für ein Treffen, auch wenn es für Professor Konfusi eine Anreise von einer Zugstunde bedeutet. „Du solltest dein Handy mitnehmen“, schlägt Frau Konfusi am Vorabend vor. „Muss das sein? Du weißt doch, dass ich mit diesem Ding auf Kriegsfuß stehe“, erklärt er ihr. „Und was machst du, wenn dein Zug Verspätung hat und du mit Uli Kontakt aufnehmen willst?“, versucht Frau Konfusi ihrem Gatten die Notwendigkeit der Mitnahme zu verdeutlichen. „Na gut, du hast wie immer recht, man kann ja nie wissen, wie man es gebrauchen kann. Allerdings muss ich mein Handy erst einmal suchen. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich es hingelegt &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Professor Konfusi ist auf dem Weg zu einem Freund. Sie kennen sich schon seit vielen Jahrzehnten. Obwohl das Leben sie in verschiedene Richtungen geschickt hat, sowohl beruflich als auch geografisch gesehen, haben sie sich nie aus den Augen verloren. Sie hegen zwar einen lockeren, aber regelmäßigen Kontakt.</strong></p>
<p><span class="dropcap">H</span>eute hat sein Freund Uli, der nach Asien unterwegs ist, eine Zwischenlandung und einen vierstündigen Aufenthalt am Flughafen. Selbstverständlich nutzen sie diese seltene Gelegenheit für ein Treffen, auch wenn es für Professor Konfusi eine Anreise von einer Zugstunde bedeutet.<br />
„Du solltest dein Handy mitnehmen“, schlägt Frau Konfusi am Vorabend vor.<br />
„Muss das sein? Du weißt doch, dass ich mit diesem Ding auf Kriegsfuß stehe“, erklärt er ihr.<br />
„Und was machst du, wenn dein Zug Verspätung hat und du mit Uli Kontakt aufnehmen willst?“, versucht Frau Konfusi ihrem Gatten die Notwendigkeit der Mitnahme zu verdeutlichen.<br />
„Na gut, du hast wie immer recht, man kann ja nie wissen, wie man es gebrauchen kann. Allerdings muss ich mein Handy erst einmal suchen. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich es hingelegt habe.“<br />
Professor Konfusi verschwindet in seinem Arbeitszimmer und sucht verzweifelt sein Handy. Nach über einer halben Stunde erscheint er freudestrahlend und verkündet, dass er es im Aktenschrank in der hintersten Ecke gefunden hat.<br />
„Der Akku ist leer, aber das Aufladekabel ist spurlos verschwunden“, gesteht er seiner Frau und hofft insgeheim das leidige Thema damit beendet zu haben. Doch er hat nicht mit Raffinesse seiner Frau gerechnet.<br />
„Na, dann nimm dieses hier, das passt auch“, lässt Frau Konfusi den Versuch einer Ausrede nicht gelten und reicht ihm ihr Aufladekabel.<br />
So verlässt Professor Konfusi bewaffnet mit seinem alten Handy in der Jackentasche am nächsten Morgen das Haus, um mit dem Taxi zum Bahnhof zu fahren.<br />
Kaum ist der ältere Herr mit dem Taxi um die Ecke gebogen, entdeckt Frau Konfusi auf dem Gaderobenschrank in der Diele einen Zettel mit der Handynummer von Uli.<br />
„Verflixt“, denkt sie. „Wie ich meinen Göttergatten kenne, hat er doch bestimmt die Nummer nicht in seinem Handy abgespeichert.“<br />
Frau Konfusi greift zu ihrem Handy und ruft ihren Mann an.<br />
„Ich könnte wetten, dass er nicht ran geht“, überlegt sie und muss sich auch schon sehr bald eingestehen, dass sie diese Wette gewonnen hätte.<br />
Eineinhalb Stunden später klingelt ihr Handy und das Display zeigt den Namen ihres Mannes an.<br />
„Hallo mein Schatz. Ich habe die Telefonnummer von Uli überhaupt nicht. Kannst du sie mir mal durchgeben. Wahrscheinlich liegt der Zettel noch irgendwo rum.“<br />
„Hast du sie denn nicht abgespeichert?“<br />
„Das ist mir zu umständlich gewesen. Wenn du den Zettel findest, dann schick mir einfach eine Sms.“<br />
„Das habe ich schon längst gemacht, nachdem ich dich vergeblich versucht habe zu erreichen.“<br />
„Ach, das habe ich gar nicht gehört und die Sms habe ich auch noch nicht gelesen. Ich schau gleich mal nach.“<br />
Kaum ist das Gespräch beendet, klingelt das Handy von Frau Konfusi wieder und zeigt den Namen ihres Gatten an. Sie nimmt das Gespräch sofort an, kann aber nur sehr seltsame Geräusche vernehmen.<br />
„Hallo?!“, ruft sie fragend.<br />
„Krrkrrrkrr!“, sind die einzigen Laute, die sie hört.<br />
Immer wieder nur:<br />
„Krrkrrrkrr!“<br />
Und wieder:<br />
„Krrkrrrkrr!“<br />
Aus Erfahrung weiß Frau Konfusi diese Geräusche jedoch zu deuten.<br />
„Typisch“, denkt sie. „Er telefoniert schon wieder aus der Hosentasche. Keine Ahnung, wie er das anstellt, aber wenn er ein Gespräch beendet hat und das Handy wieder in die Jacken- oder Hosentasche steckt, erfolgt ein erneuter Anruf.“<br />
Professor Konfusi allerdings ist überrascht als er sein Handy aus der Tasche zieht und die Telefonnummer seiner Frau sieht.<br />
&#8222;Hast du angerufen?&#8220;, erkundigt er sich sofort bei einem Rückruf.<br />
&#8222;Ich, nein du!&#8220;, lautet die Antwort seiner Frau.<br />
„Ich hasse diese Handys&#8220;, verteidigt er sich. &#8222;Sie machen nie das, was ich will, sondern verselbständigen sich immer irgendwie. Ich glaube ganz sicher, dass sie ein Eigenleben führen.“<br />
Nachdem er mit seinem Freund Uli telefoniert und einen Treffpunkt vereinbart hat, ist für den älteren Herrn das Handy eindeutig unnötig. Also überlegt er sich das verhasste kleine Ding in seinen kleinen Trolley zu verbannen. Dabei kommt er scheinbar mit dem Finger auf eine der Funktionen, denn plötzlich meldet sich Siri zu Wort:<br />
„Wie kann ich behilflich sein?“, erkundigt sie sich.<br />
„Gar nicht!“, entfährt es Professor Konfusi leicht verärgert.<br />
„Habe ich richtig verstanden? Du sagtest: ‚Gar nicht!?‘“<br />
Der ältere Herr lässt seinen Zeigefinger erfolglos über das Display gleiten, entscheidet sich dann jedoch das Handy kurzerhand auszuschalten, damit Siri endlich verstummt.<br />
Jetzt hat er allerdings ein Problem, denn um das nervende Gerät wieder einzuschalten, benötigt er seine PIN.<br />
„Meine Frau wüsste jetzt die notwendige Ziffernfolge, aber sie ist ja nicht hier. Ich kann und will mir diese Zahlenkombinationen nicht merken. Es gibt wichtigere Dinge, mit denen sich mein Gehirn beschäftigen kann“, sagt er im Stillen zu sich selbst.<br />
Zum Glück fällt ihm ein, dass in seiner Geldbörse ein kleiner Zettel sein muss, auf dem er irgendwann einmal vor längerer Zeit diese benötigte Nummer notiert hat. Den Zettel findet er auch, allerdings sind die Zahlen kaum noch erkennbar.<br />
„Ist das jetzt eine 3 oder eine 8? Oder vielleicht doch eine 9?“ Professor Konfusi versucht sich zu erinnern. „Eine 6 könnte es natürlich auch sein.“<br />
Am liebsten würde Professor Konfusi das verflixte Ding in die Ecke schmeißen, aber er hat seiner Frau versprochen, das Handy angeschaltet zu lassen. Er weiß, dass er jetzt nur drei Versuche hat, dann hat er die Möglichkeiten verspielt, dieses Telefon wieder in Gang zu setzen. Seine Super PIN kennt er nämlich erst recht nicht. So versucht er sein Glück und tatsächlich beim letzten Versuch klappt es und das Handy ist wieder nutzbar. Aufatmend steckt er es in seine Manteltasche.<br />
„Diese Dinger taugen einfach nichts. Man hat nur Ärger mit ihnen. Früher hatte wir so etwas auch nicht und sind dabei ganz gut über die Runden gekommen“, sagt er später zu Uli. Doch sein Freund kann ihn diesbezüglich gar nicht verstehen. Er besitzt das modernste und wohl auch teuerste Handy, das zur Zeit auf dem Markt ist und ist ein absoluter Fan der modernen Medien und Kommunikationsmittel.<br />
„Ich möchte nicht mehr darauf verzichten. Mit diesem kleinen Gerät bin ich immer und nahezu überall erreichbar und kann mit der Welt kommunizieren. Das ist doch fantastisch“, schwärmt er Professor Konfusi vor.<br />
Die beiden Freunde verleben ein paar wirklich nette Stunden miteinander, ehe sie sich wieder trennen müssen und jeder seines Weges geht. Während der eine in seinen Flieger steigt, das Land verlässt und in die große weite Welt reist, eilt der andere zum Zug, um wieder nach Hause zu fahren.<br />
„Wir bleiben in Verbindung!“, ruft Uli noch zum Abschied und hält sein Handy hoch.<br />
„Siehst du“, sagt seine Frau am Abend, „dein Freund ist viel fortschrittlicher als du. Vielleicht solltest du dir doch angewöhnen dein Handy immer dabei zu haben. Nur anschalten und aufladen musst du es eben auch.“<br />
„Naja“ zuckt Professor Konfusi mit den Schultern. „Es gibt Dinge, die sind mir irgendwie sympathischer als ein Handy.“<br />
„Ach, so ein Teufelswerkzeug ist es nun auch wieder nicht. Gib es doch gleich mal her, damit ich es für dich aufladen kann“, schlägt sie ihm vor.<br />
Jetzt beginnt Professor Konfusi seine Taschen zu durchsuchen. Weder in seiner Hosen-, noch in seiner Jackentasche steckt das Handy. Auch im Trolley liegt es nicht.<br />
„Überleg doch mal genau, wann du es zuletzt hattest“, versucht Frau Konfusi ihren Mann auf die Sprünge zu helfen.<br />
„Mmmh?! Ich glaube, als du mich angerufen hast und mich gefragt hast, ob ich bald zu Hause bin.“<br />
„Aber da standest du doch schon direkt vor dem Haus. Dann kann es ja nicht weit sein.“<br />
„Oh, oh!“, entfährt es Professor Konfusi. Er schlägt sich erst gegen die Stirn und dann presst er entsetzt die Hand auf seinen Mund.<br />
„Was ist los?“, will jetzt seine Frau wissen.<br />
„Ich fürchte, mein Handy geht gerade auf Reisen.“<br />
Weil er den verständnislosen Blick seiner Frau sieht, fügt er erklärend hinzu:<br />
„Als du mich angerufen hast, bin ich gerade aus dem Taxi gestiegen.“<br />
Seine Frau nickt bestätigend.<br />
„Ich musste nur noch bezahlen. Und damit ich die Hand frei hatte, um das Geld aus meinem Portemonnaie zu holen, haben wir das Gespräch beendet.“<br />
„Und du hast das Handy schnell in deine Jackentasche gesteckt“, schlussfolgert seine Gattin.„Mmh, naja, so was Ähnliches. Allerdings glaube ich, dass sich die Sache mit dem Handy jetzt wohl endgültig erledigt hat.“<br />
Still und leise grinst er vor sich hin.<br />
&#8222;Jetzt sag nicht, dass es im Taxi liegt!?&#8220;, befürchtet seine Frau.<br />
„Nein, nein!&#8220;, widerspricht Professor Konfusi sofort, fügt allerdings noch ein Geständnis hinzu:<br />
&#8222;Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass ich das verflixte Ding auf das Autodach gelegt habe….“</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Lieber Wettermacher!</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/lieber-wettermacher/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Apr 2017 22:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Frühling]]></category>
		<category><![CDATA[Laune]]></category>
		<category><![CDATA[verflixt]]></category>
		<category><![CDATA[Wetter]]></category>
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					<description><![CDATA[Was machst du für Sachen? Das ist jetzt aber gar nicht mehr zum Lachen. Du schickst deine Wetterkapriolen ständig. Findest Du das trendig? Was soll das Hin und Her? Langsam muss eine Entscheidung her. Schnee, Hagel, Regen und auch mal Sonne. Verstehst du das unter Wonne? Willst du zeigen Deine Macht? So langsam hege ich diesen Verdacht. Ständig ist von dir und deinem Werk die Rede. Beabsichtigst du eine Fehde? Sollen wir schimpfen auf dich? Das tun wir inzwischen schon heimlich. Und alle sind wir mittlerweile ziemlich empört. Bleiben unsere Wünsche ungehört? Sollen wir bitten inständig? Ich bin mir sicher, das wäre anständig. So bitten wir flehentlich um Frühlingswetter. Wird es dann endlich besser? Wirst du dich uns erbarmen? Wolltest uns sicherlich nur ermahnen, zu Geduld, Hoffen und auch zur Zuversicht. Steht Sonnenschein in Aussicht? Wirst du den Wunsch erfüllen? Wirst mit Sonne und Wärme uns gütig umhüllen, damit wir uns erfreuen an unserem Dasein. Werden wir dann glücklich sein? Zauberst du unser Wunschwetter? Regen, Sonne, Schnee, Hagel oder Donnerwetter. Jedem nach Wunsch und seiner &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was machst du für Sachen?<br />
Das ist jetzt aber gar nicht mehr zum Lachen.<br />
Du schickst deine Wetterkapriolen ständig.<br />
Findest Du das trendig?</p>
<p>Was soll das Hin und Her?<br />
Langsam muss eine Entscheidung her.<br />
Schnee, Hagel, Regen und auch mal Sonne.<br />
Verstehst du das unter Wonne?</p>
<p>Willst du zeigen Deine Macht?<br />
So langsam hege ich diesen Verdacht.<br />
Ständig ist von dir und deinem Werk die Rede.<br />
Beabsichtigst du eine Fehde?</p>
<p>Sollen wir schimpfen auf dich?<br />
Das tun wir inzwischen schon heimlich.<br />
Und alle sind wir mittlerweile ziemlich empört.<br />
Bleiben unsere Wünsche ungehört?</p>
<p>Sollen wir bitten inständig?<br />
Ich bin mir sicher, das wäre anständig.<br />
So bitten wir flehentlich um Frühlingswetter.<br />
Wird es dann endlich besser?</p>
<p>Wirst du dich uns erbarmen?<br />
Wolltest uns sicherlich nur ermahnen,<br />
zu Geduld, Hoffen und auch zur Zuversicht.<br />
Steht Sonnenschein in Aussicht?</p>
<p>Wirst du den Wunsch erfüllen?<br />
Wirst mit Sonne und Wärme uns gütig umhüllen,<br />
damit wir uns erfreuen an unserem Dasein.<br />
Werden wir dann glücklich sein?</p>
<p>Zauberst du unser Wunschwetter?<br />
Regen, Sonne, Schnee, Hagel oder Donnerwetter.<br />
Jedem nach Wunsch und seiner eigenen Laune.<br />
Gibt es dann nie wieder Geraune?</p>
<p>Machst du weiter wie immer?<br />
Anders wäre es vielleicht noch viel schlimmer,<br />
drum nehmen wir das Wetter, das du uns schickst.<br />
Was wollen wir mehr, &#8211; verflixt?!</p>
<p>&nbsp;</p>
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]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Verflixt, aber auch!</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/verflixt-aber-auch/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/verflixt-aber-auch/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Apr 2015 22:23:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[hoch und runter]]></category>
		<category><![CDATA[Jojo]]></category>
		<category><![CDATA[Knoten]]></category>
		<category><![CDATA[Pinocchio]]></category>
		<category><![CDATA[Schnur]]></category>
		<category><![CDATA[Spielzeug]]></category>
		<category><![CDATA[verflixt]]></category>
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					<description><![CDATA[„Ach“, sage ich als ich die Handtasche auspacke, die ich in unserem Sizilienurlaub benutzt habe. „Den hab ich ja ganz vergessen!“ „Wen hast du vergessen?“, fragt mich Peter, der gerade die Geschenke für unser Patenkind verpackt. „Den hier! Ich habe mir doch einen Pinocchio in Modica gekauft und der ist gerade aus den Tiefen meiner Handtasche aufgetaucht.“ Ich packe jetzt keine Pinocchio-Marionette aus, sondern zum Vorschein kommt lediglich das Gesicht dieser Holzfigur. Kreisrund ist dieses Gesicht und die lange Nase ist genau in dessen Mittelpunkt. Verschmitzt sieht er aus mit seinen kleinen Augen, seinem winzigen roten Mund und den schwarzen Franzen, die ihm in die Stirn hängen an. Sein Hinterkopf ist rot und wirkt so, als hätte der kesse Junge eine rote Mütze auf dem Kopf. Bei genauerer Betrachtung erkennt man noch die schwarze Schnur, die zwischen Gesicht und Hinterkopf, sprich Mütze, hervor kommt. „Ein Jojo!“, sagt Peter. „Das gehört übrigens zu den ältesten Spielzeugen der Welt!“ „Ja, und das muss ich auch gleich mal ausprobieren!“ „Das kannst du eh’ nicht!“, erklärt mir mein Mann. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Ach“, sage ich als ich die Handtasche auspacke, die ich in unserem Sizilienurlaub benutzt habe. „Den hab ich ja ganz vergessen!“</strong></p>
<p><strong>„Wen hast du vergessen?“, fragt mich Peter, der gerade die Geschenke für unser Patenkind verpackt.</strong></p>
<p><strong>„Den hier! Ich habe mir doch einen Pinocchio in Modica gekauft und der ist gerade aus den Tiefen meiner Handtasche aufgetaucht.“</strong></p>
<p><span class="dropcap">I</span>ch packe jetzt keine Pinocchio-Marionette aus, sondern zum Vorschein kommt lediglich das Gesicht dieser Holzfigur. Kreisrund ist dieses Gesicht und die lange Nase ist genau in dessen Mittelpunkt. Verschmitzt sieht er aus mit seinen kleinen Augen, seinem winzigen roten Mund und den schwarzen Franzen, die ihm in die Stirn hängen an. Sein Hinterkopf ist rot und wirkt so, als hätte der kesse Junge eine rote Mütze auf dem Kopf. Bei genauerer Betrachtung erkennt man noch die schwarze Schnur, die zwischen Gesicht und Hinterkopf, sprich Mütze, hervor kommt.<br />
„Ein Jojo!“, sagt Peter. „Das gehört übrigens zu den ältesten Spielzeugen der Welt!“<br />
„Ja, und das muss ich auch gleich mal ausprobieren!“<br />
„Das kannst du eh’ nicht!“, erklärt mir mein Mann. „Gib mal her!“<br />
„Wieso soll ich das nicht können? Immerhin habe ich als Kind auch Jojo gespielt.“<br />
Ich lasse mir dieses schöne Spielzeug nicht so einfach wegnehmen und außerdem will ich beweisen, dass ich dieses Spiel noch beherrsche, &#8211; so hoffe ich zumindest.<br />
Also schnappe ich mir dieses Holzjojo und lasse das Pinocchio-Gesicht an der langen Schnur nach unten schnellen, um es kurz vor dem Ende der Schnur mit einer ruckartigen Bewegung meines Handgelenkes wieder nach oben rollen zu lassen und wieder nach unten. Hier dreht es sich einmal, aber ich hole es trotzdem wieder nach oben und lasse es wiederum nach unten. Jetzt hat es sich eingespielt und das lustige runde Gesicht wandert immer wieder an der Schnur von oben nach unten und umgekehrt. Ich bin richtig stolz, denn ich kann dieses Spiel tatsächlich noch.<br />
„Jetzt lass mich mal, das kann ich auch“, sagt Peter.<br />
Etwas skeptisch gebe ich den kleinen kessen Holzkopf aus der Hand und überlasse ihn seinem Schicksal.<br />
Siegessicher steckt Peter seinen ausgestreckten Mittelfinger in die Schlaufe der schwarzen Schnur und lässt das Holzgesicht nach unten gleiten, wo es dann auch locker baumelnd und kreisend bleibt.<br />
„Ich muss mich erst einspielen!“, beteuert er mir, als ich ihn etwas skeptisch anschaue.<br />
Nun gut, kann ja passieren. Also versucht er es noch einmal und noch einmal.<br />
Beim dritten Mal funktioniert es dann auch. Peter schafft es halbwegs das runde Gesicht des lieben Pinocchio ein paarmal nach unten und wieder nach oben zu schicken. Doch dann passiert es! Der kleine Holzkopf flitzt nach unten, dreht sich einige Male, versucht nach oben zu klettern, doch anscheinend war die ruckartige Bewegung von Peters Hand zu schwach. Pinocchio kommt nur ein kleines bisschen hoch, dreht sich wieder und dann lassen sich seine Turnübungen nicht mehr nachvollziehen. Auf jeden Fall steckt er plötzlich mitten in seiner versuchten Kletteraktion fest. Peters Arm kann machen was er will, nichts geht mehr &#8211; „Rien ne va plus!“<br />
Baumelnd und traurig blickt der kleine Pinocchio aus seinen Augen.<br />
„Der hat sich verdreht und um den Mittelsteg verknotet!“, stellt mein Göttergatte fest.<br />
„Och!“<br />
Jetzt bin ich aber enttäuscht und beobachte, wie Peter an dem Teil zieht und zerrt.<br />
„Den kann man doch bestimmt einfach auseinander ziehen und entknoten. Dann funktioniert er auch wieder. Das war bei meinen Jojos früher auch immer so!“<br />
„Ja früher!“,sagt Peter und ich weiß schon, was jetzt kommt. „Früher war alles besser!“<br />
In diesem Fall hat er wohl auch Recht, denn so sehr man auch versucht, die beiden Holzscheiben voneinander zu trennen, &#8211; es funktioniert nicht.<br />
Inzwischen hängen wir beide mit dem Kopf über dem kleinen Spielzeug, was uns aber auch keinen Schritt weiter bringt. Man kann in dem Spalt rein gar nichts erkennen. Auch unter einer Lichtquelle und mit Brille sieht man zwar die schwarze Schnur, die um den Mittelsteg geschlungen ist, aber irgendwo ein Knoten oder dergleichen ist nicht auszumachen. Jetzt ist guter Rat teuer, doch mein Peter weiß einen.<br />
„Ich bohre einfach von hinten bis zum Mittelsteg ein etwas größeres Loch hinein, dann kann man diesen Mittelsteg entfernen und auch die Schnur entknoten. Dann setze ich einen neuen Holzzapfen ein und danach füge ich mit einer Schraube die beiden Scheiben wieder zusammen. Dadurch kannst du dann auch immer wieder das Jojo auf- und zuschrauben.“<br />
„Nein!“, protestiere ich sofort. „Das mag ja eine hervorragende Idee sein, aber dann ist mein Pinocchio kaputt.“<br />
Also müssen wir versuchen mit etwas Spitzem dem Problemknoten auf den Leib zu rücken. Ein Messer ist zwar spitz, aber es könnte auch die Schnur zertrennen. Peter entscheidet sich für eine Gabel. Leider bleiben seine Rettungsaktionen meines neuen Lieblingsspielzeuges erfolglos.<br />
„Gib es doch mal mir!“, sage ich und nehme Peter einfach die Gabel und das Jojo aus der Hand.<br />
„Du wirst auch kein Glück haben. Das geht nur so, wie ich es vorgeschlagen habe.“<br />
Inzwischen stochere ich tüchtig mit der Gabel in dem Schlitz herum. Eine kleine Schlaufe hat ja mein Mann schon vorziehen können, aber dann sitzt alles hilflos fest. Wahrscheinlich haben wir den Knoten mit unseren Versuchen nur noch fester zugezogen. Ich stochere, ich ziehe an der kurzen Schnur, an der kleinen Schlaufe. Alles vergeblich. Das einzige, was sich rührt, ist mein Ehrgeiz. Ich will diesen Knoten lösen und meinen kleinen Pinocchio wieder benutzen können. Also stochere ich weiter, mal von vorne nach hinten, mal von hinten nach vorne. Ich komme mir vor wie ein kleines Äffchen, das sich nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum irgendwo eine Banane heraus angelt. Mittlerweile stochere ich schon eine gute halbe Stunde in dem winzigen Spalt umher. Fast unmerklich hat sich jedoch urplötzlich die heraushängende Schlaufe etwas vergrößert.<br />
„Immerhin schon ein kleiner Erfolg!“, versuche ich mir einzureden und mich selbst anzufeuern. Ansonsten tut sich wirklich nichts. Die Schlaufe und auch die Schnur lassen sich weder in die eine noch in die andere Richtung ziehen.<br />
„Schmeiß das Ding doch in die Ecke! Ich bohre es dir morgen auf, jetzt habe ich keine Lust. Ich will fernsehen!“<br />
„Da kommt doch eh’ nur „Bauer sucht Frau“. Ich suche keinen Bauern und du doch hoffentlich auch keine Frau. Also kann ich auch noch weiter versuchen den Knoten zu lösen“, entgegne ich.<br />
Irgendwie habe ich nach einer weiteren Viertelstunde das Gefühl, dass sich etwas tut. Nur was, das kann ich noch nicht richtig deuten, denn es könnte tatsächlich auch nur meine eigene Fantasie sein. Ich stochere unermüdlich weiter.<br />
Halt, das Stückchen Schnur an dem ich ziehe, ist soeben einen Zentimeter länger geworden, hängt aber schon wieder fest. Ich ziehe, stochere und schiebe mit der Gabel die aufgewickelte Schnur von einer Richtung in die andere. Wieder lockert sich der Wirrwarr ein kleines Stückchen. Also weiter.<br />
„Geschafft!“, rufe ich aus!<br />
Ich habe mein Jojo entwirrt, wickele die Schnur wieder auf und los geht’s!</p>
<p>Einmal runter, einmal hoch und wieder runter…… Toll!!!</p>
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