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	<title>Tomaten auf den Augen &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Kulinarische Köstlichkeiten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 May 2016 22:03:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dies & Das und sonst noch Was]]></category>
		<category><![CDATA[Dies & Das und sonst noch Was 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[beleidigte Leberwurst]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie Ihr ja wisst, liebe ich das Spiel mit der Sprache. Unsere deutsche Sprache ist reich an bildlichen Ausdrücken, Vergleichen und Redewendungen. Die meisten sind uns ganz geläufig. Wir benutzen sie, ohne viel darüber nachzudenken.  Martina (http://kluempche.blogspot.de) fragte neulich, ob wir die Redewendung &#8222;einmal um den Pudding gehen&#8220;, kennen würden. Ich kannte sie nicht. Mir fiel aber ein, dass manche Menschen gerne &#8222;um den heißen Brei herum reden&#8220;. Ich überlegte, ob unsere deutsche Sprache noch mehr bildliche Ausdrücke zu bieten hat, die den kulinarischen Bereich betreffen und wurde fündig. Folgende kleine Unterhaltung bastelte ich daraus: Erna und Paul haben ihre Freunde Anna und Fritz zum Grillen eingeladen. Eigentlich sind die Vier immer eine lustige Runde und man unterhält sich über dies und das und hat viel Spaß miteinander. Aber irgendwie liegt heute etwas in der Luft, das anfänglich keine richtige Stimmung aufkommen lässt. Die beiden Frauen bereiten in der Küche den Salat und die Beilagen zu, während sich die Männer draußen im Garten um das Grillen kümmern. Paul kommt herein und will das Fleisch und die &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie Ihr ja wisst, liebe ich das Spiel mit der Sprache. Unsere deutsche Sprache ist reich an bildlichen Ausdrücken, Vergleichen und Redewendungen. Die meisten sind uns ganz geläufig. Wir benutzen sie, ohne viel darüber nachzudenken.  Martina (<a href="http://kluempche.blogspot.de">http://kluempche.blogspot.de</a>) fragte neulich, ob wir die Redewendung &#8222;einmal um den Pudding gehen&#8220;, kennen würden. Ich kannte sie nicht. Mir fiel aber ein, dass manche Menschen gerne &#8222;um den heißen Brei herum reden&#8220;. Ich </strong><strong>überlegte, ob unsere deutsche Sprache noch mehr bildliche Ausdrücke zu bieten hat, die den kulinarischen Bereich betreffen und wurde fündig. Folgende kleine Unterhaltung bastelte ich daraus:</strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>rna und Paul haben ihre Freunde Anna und Fritz zum Grillen eingeladen. Eigentlich sind die Vier immer eine lustige Runde und man unterhält sich über dies und das und hat viel Spaß miteinander. Aber irgendwie liegt heute etwas in der Luft, das anfänglich keine richtige Stimmung aufkommen lässt.<br />
Die beiden Frauen bereiten in der Küche den Salat und die Beilagen zu, während sich die Männer draußen im Garten um das Grillen kümmern.<br />
Paul kommt herein und will das Fleisch und die Würstchen holen, dabei vergisst er die Terrassentür zu schließen. Da es gerade an der Haustür klingelt, beschließt er nachzusehen, wer davor steht. Als er die Haustür öffnet, gibt es Durchzug. Augenblicklich ertönt neben ihm die leicht verärgerte Stimme seiner Gattin, die ebenfalls Richtung Haustür geeilt ist:</p>
<p>„Mensch Paul, kannst du nicht die Terrassentür schließen, wenn du rein und rausgehst? <strong>Hier</strong> <strong>zieht es</strong> sonst <strong>wie Hechtsuppe</strong>!“</p>
<p>„Entschuldigung, kommt nicht wieder vor!“, antwortet Paul und im selben Moment schlägt die Terrassentür auch schon mit einem lauten Knall zu.</p>
<p>„Das hat ja ganz schön geknallt!“, sagt der vierjährige Jan aus der Nachbarschaft, der vor der Haustür steht und erschrocken zu Erna und Paul hoch blickt.</p>
<p>„Na, du <strong>Dreikäsehoch</strong>! Was willst du?“, fragt Paul, der leicht gereizt ist, weil ihn Erna zurecht gewiesen hat.</p>
<p>„Mama hat vergessen Schnittlauch und Petersilie zu kaufen und weil es doch in Eurem Garten so was gibt…“</p>
<p>„Na klar“, sagt Erna. „Geh gleich mit Paul in den Garten, er schneidet dir ein bisschen Schnittlauch und auch Petersilie ab.“</p>
<p>„Kannst du das nicht machen? Du kennst dich doch in deinem Kräutergarten viel besser aus!“, versucht Paul den Auftrag wieder an seine Frau zurückzuschieben.</p>
<p>„Wenn du keine <strong>Tomaten auf den Augen</strong> hast, dann findest du schon alles!“, erklärt Erna ihrem Gatten und zwinkert ihm zu.</p>
<p>„Tomaten hat die Mama auch eingekauft, die soll ich nicht holen!“, plappert Jan fröhlich weiter, woraufhin Paul in seinen Bart nuschelt:</p>
<p>„Der muss aber auch <strong>überall seinen Senf dazu geben</strong>!“</p>
<p>Der Kleine hat es allerdings gehört und meint nur ganz kleinlaut:<br />
„Das sagt Papa auch immer!“</p>
<p>„Du hast anscheinend keine<strong> Bohnen in den Ohren</strong>, denn hören kannst du ganz gut!“</p>
<p>„Was redest du da für einen Unsinn mit dem Jungen?“, weist ihn Erna schon zum zweiten Mal zurecht.</p>
<p>„Du kannst heute aber auch nur mit mir schimpfen!“, entgegnet Paul gereizt.</p>
<p>„Nun spiel mal nicht <strong>die beleidigte Leberwurst</strong>!“, kontert Erna.</p>
<p>„Wo bleibst du eigentlich mit den Würsten und dem Fleisch?“, ruft es plötzlich von draußen rein.<br />
Fritz wartet nämlich schon eine ganze Weile darauf, dass er endlich mit dem Grillen loslegen kann.</p>
<p>„Warum meckert heute jeder an mir rum?“, fragt sich Paul in Gedanken.</p>
<p>„Habt ihr gerade gestritten, oder warum siehst du so griesgrämig aus?“, erkundigt sich Fritz als Paul endlich mit Jan an der Hand Wurst und Fleisch bringt.</p>
<p>„Nee, wieso?“, gibt er nur mürrisch zurück.</p>
<p>„Naja, <strong>ist</strong> ja sowieso <strong>nicht mein Bier</strong>“, erwidert Fritz daraufhin schnippisch.<br />
„Apropo Bier! Kriegt man hier auch mal was zu trinken?“</p>
<p>„Ach, Entschuldigung! Das hab ich ja ganz vergessen. Ich hol schnell für jeden ein Bierchen!“</p>
<p>Es wird dann doch noch ein sehr gemütlicher und geselliger Nachmittag und Abend. Die beiden Grillmeister haben ihre Aufgabe hervorragend gemacht und deshalb spricht Erna zum Schluss noch einen Toast aus:</p>
<p>„Lasst uns das Glas erheben auf unsere Männer,<br />
denn sie sind der Grillkunst wahre Kenner!“</p>
<p>„Hört, hört!“, grinst Paul wie ein Honigkuchenpferd. „Jetzt <strong>schmiert</strong> sie <strong>mir</strong> wieder <strong>Honig ums Maul!“</strong></p>
<p>„Ach komm!“, schmiegt sich Erna an ihren Mann. „<strong>Es ist doch alles wieder in Butter</strong>! Wir waren wohl beide nur ein bisschen gereizt.“</p>
<p>„Und ich dachte schon, du würdest dir wünschen, <strong>dass ich endlich den Löffel abgebe</strong>!“</p>
<p>„So ein Quatsch, Paul! Ich brauch dich doch, wie <strong>mein tägliches Brot</strong>!“<br />
Erna gibt ihrem Paul zärtlich einen Kuss.</p>
<p>„Und ich brauche dich, wie <strong>das Salz in der Suppe</strong>!“, lacht er versöhnt zurück.</p>
<p>„Eure kulinarischen Liebeserklärungen sind köstlich“, erklärt Anna fast ein bisschen neidisch.</p>
<p>„Komm her, du <strong>Würze meines Lebens</strong>! Lass dich auch mal küssen!“, sagt jetzt Fritz lachend und zieht seine Frau zärtlich an sich.</p>
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<p>&nbsp;</p>
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