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	<title>suchen &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Herbstgeflüster</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Nov 2023 09:40:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[festhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Herbst]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist ein schöner Herbsttag. Die Sonne lacht vom blauen Himmel und lässt die bunten Blätter im Sonnenlicht golden leuchten. Es weht ein Wind, der genau richtig ist zum Drachensteigenlassen. Ein Herbsttag wie aus dem Bilderbuch.  Flori marschiert hinüber zur großen Wiese und lässt seinen bunten Drachen, den er übrigens selbstgebastelt hat, hoch in die Lüfte steigen. Dort tanzt dieser hin und her und der Junge hat seine helle Freude daran. Doch schon bald ziehen Wolken am Himmel auf. Das wäre ja nicht so schlimm, wenn es Schönwetterwolken wären, aber leider versprechen diese nur Regen. So packt Flori seinen Drachen wieder ein, doch bevor er sich endgültig auf den Heimweg macht,  setzt er sich für ein Weilchen auf die Bank am Wegesrand. „Bestimmt müssen wir bald wieder Blätter sammeln und zum Unterricht mitbringen“, denkt er. „Jedes Jahr dasselbe. Im Kindergarten hat es angefangen und jetzt in der dritten Klasse ist es immer noch so. Eigentlich mag ich das nicht.“ Floris Gedanken werden unterbrochen. Er vernimmt ein zartes Stimmchen: „Ich halte mich fest! Das kannst du &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ein schöner Herbsttag. Die Sonne lacht vom blauen Himmel und lässt die bunten Blätter im Sonnenlicht golden leuchten. Es weht ein Wind, der genau richtig ist zum Drachensteigenlassen. Ein Herbsttag wie aus dem Bilderbuch.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Flori marschiert hinüber zur großen Wiese und lässt seinen bunten Drachen, den er übrigens selbstgebastelt hat, hoch in die Lüfte steigen. Dort tanzt dieser hin und her und der Junge hat seine helle Freude daran.</p>
<p>Doch schon bald ziehen Wolken am Himmel auf. Das wäre ja nicht so schlimm, wenn es Schönwetterwolken wären, aber leider versprechen diese nur Regen. So packt Flori seinen Drachen wieder ein, doch bevor er sich endgültig auf den Heimweg macht,<span class="Apple-converted-space">  </span>setzt er sich für ein Weilchen auf die Bank am Wegesrand.</p>
<p>„Bestimmt müssen wir bald wieder Blätter sammeln und zum Unterricht mitbringen“, denkt er. „Jedes Jahr dasselbe. Im Kindergarten hat es angefangen und jetzt in der dritten Klasse ist es immer noch so. Eigentlich mag ich das nicht.“</p>
<p>Floris Gedanken werden unterbrochen. Er vernimmt ein zartes Stimmchen:</p>
<p>„Ich halte mich fest! Das kannst du mir glauben.“</p>
<p>„Hallo, ist da jemand?“, fragt der Junge und blickt sich suchend um, kann aber niemand sehen.</p>
<p>„Na klar! Ich bin hier!“</p>
<p>„Wo denn? Ich kann dich nicht entdecken.“</p>
<p>„Hier bin ich, da wo ich hingehöre. Und da bleibe ich auch. Ich gebe mir alle erdenkliche Mühe.“</p>
<p>Noch immer weiß Flori nicht, wer da mit ihm spricht. Für einen Moment ist nichts zu hören, nur das Rauschen der Blätter im Herbstwind. Eine Windböe wirbelt einen kleinen Blätterhaufen durcheinander und als es wieder windstill ist, hört Flori auch die zarte Stimme wieder.</p>
<p>„Er kann mir nichts anhaben, wenn ich mich nur gut genug festhalte.“</p>
<p>„Das schaffst du nicht!“, mischt sich eine andere Stimme ein. „Das haben schon viele vor dir versucht. Das ist der Mühe nicht wert, denn es ist sowieso vergeblich.“</p>
<p>„Oh nein, das ist es nicht!“, ruft das zarte Stimmchen trotzig. „Ich will etwas Besonderes aus meinem Leben machen und nicht wie alle anderen sein.“</p>
<p>„Das ist doch Quatsch! Verstehe das doch endlich!&#8220;</p>
<p>„Wovon redet ihr eigentlich und wo seid ihr?“</p>
<p>„Hier oben!“, erklingt es im Chor.</p>
<p>Flori blinzelt nach oben. Erst jetzt bemerkt er, dass er unter einem Baum sitzt und dort wohl kurz eingenickt sein muss. Über ihm ist die Baumkrone mit ihren bunten Blättern, die vom Wind kräftig durchgeschüttelt werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>An einem Zweig, direkt über Flores Kopf hängen einsam zwei bunte Blätter.</p>
<p>„Habe ich mir das alles nur eingebildet? Blätter können nicht reden. Ich muss geträumt haben“, überlegt der Junge genau in dem Moment, als ein erneuter Windstoß kommt und ihm zwei wunderschöne Blätter in den Schoß wirbelt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Als sein Blick wieder nach oben wandert, stellt er fest, dass der Zweig nun komplett kahl ist.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Flori kratzt sich verwundert am Kopf.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Würde in diesem Augenblick ein Spaziergänger vorbeikommen, so könnte er vielleicht die geflüsterten Worte des Jungen vernehmen:</p>
<p>„Auch wenn es tatsächlich mit dem Festhalten nicht geklappt hat, seid ihr Zwei für mich etwas ganz Besonderes. Ich habe auch schon eine Idee, was nun mit euch passieren soll. Was haltet ihr davon, wenn ich euch nach dem Pressen gemeinsam mit einem gemalten Bild in einem schönen Bilderrahmen meiner Oma zum Geburtstag schenke?! Sie wird sich sicherlich freuen und ihr bekommt einen Ehrenplatz in ihrem Wohnzimmer.“</p>
<p>Flori hat es auf einmal ziemlich eilig nach Hause zu kommen und das nicht nur, weil es plötzlich zu tröpfeln beginnt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/mein-schoenstes-herbstkleid/">Mein schönstes Herbstkleid</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/vom-winde-verweht-2/">Vom Winde verweht</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/herbstliche-kinderwelt/">Herbstliche Kinderwelt</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Gesucht&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Apr 2021 16:48:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Drehung]]></category>
		<category><![CDATA[Schritt]]></category>
		<category><![CDATA[Strecke]]></category>
		<category><![CDATA[suchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir holen uns Coffee to go, trinken beim Laufen. Ich marschiere vorneweg, mein Mann ist wenige Schritte hinter mir. Nach zehn Metern bleibe ich stehen, drehe mich um und kann Peter nicht mehr entdecken. &#8222;Wie kann man sich auf einer solch kurzen Strecke verlieren?&#8220;, überlege ich. Ich blicke nach links, nach rechts: Nichts! Mein Blick schweift umher. Dann mache ich eine Hundertachtzig &#8211; Grad &#8211; Drehung. Grinsend blickt mir Peter direkt in die Augen. &#8222;Wie damals im Supermarkt mit unserem kleinen Sohn&#8220;, lache ich. &#8222;Ich suchte und rief. Es zupfte an meiner Jacke. Mein Blick fiel nach unten. Da stand er.&#8220; &#160; Vielleicht möchtet ihr auch das noch lesen: Filines Liebe auf den ersten Blick Auch das bin ich Fräulein Tussnelda &#160;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir holen uns Coffee to go, trinken beim Laufen. Ich marschiere vorneweg, mein Mann ist wenige Schritte hinter mir. Nach zehn Metern bleibe ich stehen, drehe mich um und kann Peter nicht mehr entdecken.</p>
<p>&#8222;Wie kann man sich auf einer solch kurzen Strecke verlieren?&#8220;, überlege ich.</p>
<p>Ich blicke nach links, nach rechts: Nichts!</p>
<p>Mein Blick schweift umher. Dann mache ich eine Hundertachtzig &#8211; Grad &#8211; Drehung. Grinsend blickt mir Peter direkt in die Augen.</p>
<p>&#8222;Wie damals im Supermarkt mit unserem kleinen Sohn&#8220;, lache ich. &#8222;Ich suchte und rief. Es zupfte an meiner Jacke. Mein Blick fiel nach unten. Da stand er.&#8220;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/6829-2/">Filines Liebe auf den ersten Blick</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/auch-das-bin-ich/">Auch das bin ich</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/fraeulein-tussnelda/">Fräulein Tussnelda</a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Bermudadreieck und andere Mysterien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2015 11:26:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Bermudadreieck]]></category>
		<category><![CDATA[Eventualitäten]]></category>
		<category><![CDATA[finden]]></category>
		<category><![CDATA[Handtasche]]></category>
		<category><![CDATA[Kugelschreiber]]></category>
		<category><![CDATA[Mysterium]]></category>
		<category><![CDATA[spurlos verschwinden]]></category>
		<category><![CDATA[suchen]]></category>
		<category><![CDATA[Verdacht]]></category>
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					<description><![CDATA[Gerade lese ich eine Abhandlung über das Bermudadreieck. So nennt man ein bestimmtes Gebiet, „das sich im westlichen Atlantik nördlich der Karibik befindet.“ * Da sich in dieser Gegend einige Schiffs- und Flugzeugunglücke abgespielt haben und diese Schiffe bzw. Flugzeuge nicht mehr auffindbar waren, erhielt dieses Gebiet den Ruf, dass dort mysteriöse Dinge geschehen würden.  „Wo soll dieses Bermudadreieck sein?“, frage ich mich in Gedanken und gebe mir auch gleich selbst die Antwort darauf: „Das kann nicht stimmen!“ Wie ich auf diese Idee komme, könnte man jetzt fragen. Das lässt sich ganz einfach erklären, denn immer öfter habe ich das Gefühl, dass sich dieses Bermudadreieck hier bei uns befindet. In unserem Umfeld gibt es Dinge, die eine Eigendynamik zu entwickeln scheinen. Dinge, die verschwinden und eine geraume Zeit nicht mehr auffindbar sind, allerdings tauchen sie auch manchmal wieder aus der Versenkung auf. Eine Erklärung für dieses Phänomen gibt es jedoch nicht. Während ich so in meinen Gedanken verloren bin, dringt eine Stimme an mein Ohr, die ich als die meines Mannes identifiziere. „Wo kann ich denn &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gerade lese ich eine Abhandlung über das Bermudadreieck. So nennt man ein bestimmtes Gebiet, „das sich im westlichen Atlantik nördlich der Karibik befindet.“ * </strong><strong>Da sich in dieser Gegend einige Schiffs- und Flugzeugunglücke abgespielt haben und diese Schiffe bzw. Flugzeuge nicht mehr auffindbar waren, erhielt dieses Gebiet den Ruf, dass dort mysteriöse Dinge geschehen würden. </strong></p>
<p><span class="dropcap">„W</span>o soll dieses Bermudadreieck sein?“, frage ich mich in Gedanken und gebe mir auch gleich selbst die Antwort darauf: „Das kann nicht stimmen!“<br />
Wie ich auf diese Idee komme, könnte man jetzt fragen. Das lässt sich ganz einfach erklären, denn immer öfter habe ich das Gefühl, dass sich dieses Bermudadreieck hier bei uns befindet. In unserem Umfeld gibt es Dinge, die eine Eigendynamik zu entwickeln scheinen. Dinge, die verschwinden und eine geraume Zeit nicht mehr auffindbar sind, allerdings tauchen sie auch manchmal wieder aus der Versenkung auf. Eine Erklärung für dieses Phänomen gibt es jedoch nicht.<br />
Während ich so in meinen Gedanken verloren bin, dringt eine Stimme an mein Ohr, die ich als die meines Mannes identifiziere.<br />
„Wo kann ich denn in diesem Haus einen Kugelschreiber finden?“<br />
„Gestern lagen noch mindestens fünf Stück dort drüben in der Schatulle“, erkläre ich ihm.<br />
„Wo? In welcher Schatulle? Hier, in der ist jedenfalls kein einziger Kugelschreiber zu finden.“ Peter klingt leicht verärgert.<br />
„Das ist schon seltsam: Bei uns sind entweder alle Kugelschreiber da oder alle sind weg. Die müssen doch irgendwo sein“, meckert er weiter und kramt erfolglos in einer Schublade.<br />
„Seltsam, diese Dinger scheinen ein Eigenleben zu führen. Ich bin mir hundertprozentig sicher: Gestern waren sie noch alle da“, sage ich und beteilige mich jetzt an seiner Suche. Zum Glück finde ich meinen Lieblingskugelschreiber, den ich nebenbei bemerkt schon seit Wochen vermisst habe, in meiner Handtasche.<br />
Diese bezeichne ich übrigens als mein ganz persönliches Bermudadreieck. In den Tiefen meiner Handtasche verschwinden immer wieder auf mysteriöse Weise Dinge, die aber auch irgendwann einmal wieder ganz unverhofft auftauchen. Mir ist es jedes Mal schleierhaft, wie in meiner Handtasche dieses Phänomen vonstatten geht. Hierbei spielt die Größe dieser Tasche nur eine mehr oder weniger untergeordnete Rolle, denn vollgestopft ist sie im Grunde genommen immer.<br />
„Hast du zufälligerweise auch noch meine Uhr in deiner Tasche gefunden?“, fragt er mich, doch damit kann ich ihm nicht dienen. Meine Handtasche ist zwar ein überaus wichtiges Utensil für mich geworden, denn alles Notwendige befindet sich darin, aber Peters Uhr ist nicht darunter, dessen bin ich mir ganz sicher. Trotzdem leere ich deren Inhalt aus, um nachzusehen und meinem Peter zu beweisen, dass sich seine Uhr nicht in diesem meinem Heiligtum befindet.<br />
Peter, der mich dabei beobachtet fragt nur: „Willst du damit auf Weltreise gehen oder nur mal schnell zum Einkaufen?“<br />
Als ich ihn verständnislos anschaue meint er: „ Du hast auch wirklich vom Lippenstift und Parfüm über das Pflaster und Schreibsachen bis hin zum Knopf und Nähzeug alles dabei.“<br />
„Du vergisst meine Lesebrille, mein Portemonnaie, meine Haarbürste und…“<br />
„Schon gut, schon gut!“, stoppt Peter meine Aufzählung. „Ich sehe schon, du bist schlichtweg für alle Eventualitäten des Alltags gewappnet. Aber wo ist meine Uhr?“<br />
Nachdem wir sie im Badezimmer aufgespürt haben, wo er sie am gestrigen Abend vom Handgelenk genommen und auf die Ablage gelegt hat, müssen wir uns jetzt tatsächlich beeilen, denn wir wollen heute noch nach Berlin zu einer offiziellen Veranstaltung. Zuvor aber wollen wir noch einige Besorgungen machen.<br />
Als wir vom Einkaufen zurück sind und vor der Haustür stehen, krame ich in meiner Handtasche herum, um meinen Schlüssel zu suchen. Ich suche und suche.<br />
„Mein Schlüssel ist weg!“, rufe ich entsetzt aus.<br />
Peter reagiert überhaupt nicht auf meinen verzweifelten Ausruf. Ich wühle immer noch in den Tiefen meiner Tasche und habe bereits das Unterste nach Oben gekramt.  „Nichts!“, verkünde ich sichtlich aufgeregt. „Den hab ich irgendwo verloren!“<br />
„Das behauptest du immer“, beruhigt mich Peter und schließt mit seinem Haustürschlüssel auf.<br />
„Da ist er!“, freue ich mich, während ich einen dicken Schlüsselbund aus einer Seitentasche meiner Handtasche angele.<br />
„Vielleicht solltest du etwas weniger Ballast mit dir rumschleppen, dann findest du auch eher, das was du suchst. Du hast viel zuviel Krimskrams da drin.“<br />
„Quatsch!“, protestiere ich. „Das brauche ich alles! Hin und wieder zumindest oder im Notfall.“<br />
„Wieviel Handtaschen hast du überhaupt?“, werde ich jetzt von meinem Göttergatten gefragt.<br />
„Lass mich mal überlegen, &#8211; ach ist doch auch egal. Hauptsache die Tasche passt immer zu meinem entsprechenden Outfit, also Ton in Ton zu meiner Kleidung und meinen Schuhen,“ beantworte ich seine Frage und füge schnell noch hinzu: „Gut, dass du mich daran erinnerst, für die Veranstaltung heute Abend muss ich selbstverständlich noch eine andere Handtasche mitnehmen.“<br />
Als ich alles für unseren Aufenthalt in Berlin eingepackt habe und mit einem Handgebäckskoffer wieder nach unten komme, sehe ich mit einem Seitenblick, dass Peter in seinem Arbeitszimmer auf der Suche nach etwas ist.<br />
„Ich kann meine Ersatzbrille nicht finden“, ruft er mir zu.<br />
„Wozu brauchst du die denn jetzt? Oder hast du gerade deine Brille kaputt gemacht?“<br />
„Nein, das nicht, aber mir fiel das nur eben so ein.“<br />
„Ich erinnere mich noch genau, dass ich sie dort hinlegen wollte, wo sich auch unsere Impfpässe und Gesundheitsunterlagen befinden. Das erschien mir irgendwie logisch, dir aber nicht. Du hast sie an eine Stelle gelegt, wo du sie mit hundertprozentiger Sicherheit wieder finden würdest,- zumindest laut deiner Worte“, kläre ich Peter auf und füge schnell noch hinzu: „Können wir die Suche nicht auf ein anderes Mal vertagen?“<br />
Nun gut, wir können aus rein zeitlichen Gründen jetzt nicht weitersuchen und fahren dann auch nach Berlin. Dort verbringen wir einen schönen Abend, aber irgendwie verfolgt uns dieses Mysterium, das unsere Sachen immerzu verschwinden lässt sogar bis Berlin. Am nächsten Morgen beim Auschecken im Hotel müssen wir feststellen, dass die zweite Karte, die sozusagen als Zimmerschlüssel dient, spurlos verschwunden ist.<br />
„Die hast du!“, wird mir sofort erklärt.<br />
Schuldbewusst öffne ich meine Tasche und durchsuche wieder einmal hektisch alle Ecken. Ich bin schon sichtlich nervös, weil ich dieses Ding nicht finden kann.<br />
„Ich hab die nicht!“<br />
„Musst du aber, wo soll sie sonst sein? Du steckst doch immer alles in deine Handtasche.&#8220;<br />
„Ich kann mich gar nicht erinnern, dass ich diese zweite Karte jemals in der Hand hatte,“ verteidige ich mich.<br />
Da sich alle Blicke auf mich richten, vertiefe ich mich erneut in den unendlichen Weiten meiner Tasche. Ich schiebe ein paar Kassenbons zu Seite, nehme die Haarbürste heraus, lege die Handcreme in das andere Fach und entdecke ein längst vergessenes Passfoto unseres Sohnes aus Kindheitstagen hinter einem geschlossenen Reißverschluss. Was ich allerdings nicht finde, ist die gesuchte Karte. Mittlerweile fällt mir auf, dass es rund um mich herum ziemlich still geworden ist. Unvermittelt blicke ich auf, um in das strahlende Gesicht meines Mannes zu schauen. Mein zweiter Blick lässt mich den Grund für sein Grinsen erkennen. In seiner hochgehaltenen Hand hält er nämlich die Schlüsselkarte.<br />
„Ist die mir jetzt beim Suchen aus meiner Tasche gefallen?“, erkundige ich mich doch etwas scheinheilig.<br />
„Ausnahmsweise warst du jetzt mal nicht für alle Eventualitäten gerüstet. Ich hatte sie in der Innentasche meines Jacketts.“<br />
„Aha! Und wie ist sie wohl da hin gekommen?“, frage ich meinen Peter. Ich habe nämlich so einen Verdacht….</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>* (aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Bermudadreieck Stand: 28.2.15)</p>
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