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	<title>Paradies &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Verdammt lang her!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Oct 2015 22:25:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[denken gerne an die Zeit zurück]]></category>
		<category><![CDATA[erste Wohnung]]></category>
		<category><![CDATA[glücklich]]></category>
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		<category><![CDATA[verdammt lang her]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Kinder, wie die Zeit vergeht.&#8220; &#8222;Verdammt lang her.&#8220; Diese Aussprüche hört man oft und sagt sie auch manchmal selbst. An den eigenen Kindern kann man dies am deutlichsten feststellen. Gerade erst gestern fand zum Beispiel ein wichtiger Abschnitt im Leben unseres Sohnes seinen krönenden Abschluss. Aber nicht nur Menschen zeigen uns auf, wie die Zeit vergeht und wie lange gewisse Begebenheiten schon zurückliegen. Selbst an leblosen Dingen nagt der Zahn der Zeit, doch auch hier ist gute Pflege das beste Mittel gegen das Altern.  Ich halte gerade ein Foto von einem Schrank in den Händen, der zwar immer noch in meinem Arbeitszimmer steht, aber auch schon in unserer ersten Wohnung vor fast 33 Jahren einen Platz hatte. Und das ist auch der Grund dafür, dass ich Euch heute von unserer ersten gemeinsamen Wohnung erzählen möchte, denn jedes einzelne Möbelstück hat seine ganz eigene Geschichte. Mein Mann studierte noch in Darmstadt und ich war gerade mit meinem Lehramtsstudium an der Justus-Liebig-Universität in Gießen fertig. Da wir uns immer nur am Wochenende sehen konnten, war es jetzt unser Wunsch &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Kinder, wie die Zeit vergeht.&#8220; &#8222;Verdammt lang her.&#8220; Diese Aussprüche hört man oft und sagt sie auch manchmal selbst. An den eigenen Kindern kann man dies am deutlichsten feststellen. Gerade erst gestern fand zum Beispiel ein wichtiger Abschnitt im Leben unseres Sohnes seinen krönenden Abschluss. Aber nicht nur Menschen zeigen uns auf, wie die Zeit vergeht und wie lange gewisse Begebenheiten schon zurückliegen. Selbst an leblosen Dingen nagt der Zahn der Zeit, doch auch hier ist gute Pflege das beste Mittel gegen das Altern. </strong></p>
<p><span class="dropcap">I</span>ch halte gerade ein Foto von einem Schrank in den Händen, der zwar immer noch in meinem Arbeitszimmer steht, aber auch schon in unserer ersten Wohnung vor fast 33 Jahren einen Platz hatte. Und das ist auch der Grund dafür, dass ich Euch heute von unserer ersten gemeinsamen Wohnung erzählen möchte, denn jedes einzelne Möbelstück hat seine ganz eigene Geschichte.<br />
Mein Mann studierte noch in Darmstadt und ich war gerade mit meinem Lehramtsstudium an der Justus-Liebig-Universität in Gießen fertig. Da wir uns immer nur am Wochenende sehen konnten, war es jetzt unser Wunsch gemeinsam eine Wohnung in Darmstadt zu mieten. Ich bemühte mich also um eine Referendarstelle in Darmstadt und wir fanden eine schöne gemütliche Zweizimmerwohnung in einem Mehrfamilienhaus in einem der Stadtteile.<br />
Betrat man diese Wohnung, so stand man zuerst in einem kleinen Flur. Von hier aus konnte man in die beiden Zimmer gehen. Es gab also ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer. Beide Räume hatten jeweils einen Zugang zu einem großen Balkon, der sich über die gesamte Breite der beiden Zimmer erstreckte. Weiterhin gab es eine komplett ausgestattete Kochnische und ein kleines Badezimmer mit Badewanne. Was wollten wir mehr?! Die Wohnung mit ihren 45 Quadratmetern erschien uns einfach riesig und war unser erstes gemeinsames Zuhause. Also gewissermaßen unser kleines Paradies.<br />
Dieses wollte allerdings auch eingerichtet sein. Viel Geld hatten wir beide nicht, da Peter ja noch studierte und ich gerade mit meinem Lehrerjob angefangen hatte. Somit waren wir für alles dankbar, das wir bekommen konnten. Die Eltern, Großeltern und Nachbarn freuten sich mit uns und so konnten wir hier etwas abgreifen und dort etwas ergattern. Nein, es ging nicht um Geld, sondern um Möbelstücke. Entsprechend zusammengewürfelt war die Einrichtung unserer Wohnung auch. Nichts, von wegen Ikea, &#8211; nein alles alte Stücke mit eigener Geschichte.<br />
Im Flur stand eine alte Kommode,</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Vitrine.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-2041 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Vitrine-1024x682.jpg" alt="1200px-Vitrine" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Vitrine-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Vitrine-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Vitrine-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Vitrine.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a>die wir als Schuhschrank deklarierten. Dann gab es da noch eine kleine Truhe, die eigentlich ursprünglich mal mit Wein gefüllt war und mein Schwiegervater einst geschenkt bekommen hatte. Im Grunde genommen war es nichts wert, aber für uns wurde es trotzdem zu einem wertvollen Möbelstück. Auch in unserer zweiten Wohnung fand es noch einen Platz im Flur und bot unserem kleinen Timo eine Sitzgelegenheit, wenn er seine Schuhchen angezogen bekam.<a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Weinkistchen2.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-2044 size-medium aligncenter" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Weinkistchen2-195x300.jpg" alt="1200px-Weinkistchen2" width="195" height="300" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Weinkistchen2-195x300.jpg 195w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Weinkistchen2-664x1024.jpg 664w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Weinkistchen2.jpg 1200w" sizes="(max-width: 195px) 100vw, 195px" /></a>Im Wohnzimmer hatten wir keine Couchgarnitur stehen, das konnten wir uns nicht leisten. Aber wir hatten noch das alte Sofa, das meine Eltern in ihrer ersten Wohnung in der Küche stehen hatten und auf dem ich als Kleinkind saß. Ich hatte in meiner Geschichte „<a href="http://lifetellsstories.de/das-sofa-der-kueche/">Das Sofa in der Küche</a>“ bereits davon erzählt. Ein kleines schmiedeeisernes Tischchen stand vor diesem Sofa und diente uns sozusagen als Wohnzimmertisch. Ein Nachbar von meinen Eltern hatte es uns geschenkt und wir waren dankbar und froh darüber.</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Das-Sofa-in-der-KÃ¼che-jPG-840x560.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-2045 size-medium aligncenter" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Das-Sofa-in-der-KÃ¼che-jPG-840x560-300x200.jpg" alt="1200px-Das-Sofa-in-der-KÃ¼che-jPG-840x560" width="300" height="200" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Das-Sofa-in-der-KÃ¼che-jPG-840x560-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Das-Sofa-in-der-KÃ¼che-jPG-840x560.jpg 840w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Aber dieser Nachbar schenkte uns noch etwas anderes, nämlich ein altes Radio. Wir nennen es noch heute liebevoll „unser altes Dampfradio“.<a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Radio.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-2042 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Radio-1024x705.jpg" alt="1200px-Radio" width="840" height="578" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Radio-1024x705.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Radio-300x207.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/10/1200px-Radio.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a><br />
Einen Fernseher gab es natürlich auch. Zuerst hatten wir einen alten Schwarzweißfernseher und dann vererbte uns Tante Leni, von der ich bereits in der Geschichte  „<a href="http://lifetellsstories.de/clown-august-und-der-ententanz/">Clown August und der Ententanz</a>“ erzählt habe, einen Farbfernseher.</p>
<p>Das Schwarzweißgerät hatte Knöpfe, die man zum Ein-/Aus- und Umschalten drücken musste. Da es schon etwas altersschwach war, blieben diese Knöpfe nicht in der entsprechenden Position. Also mussten wir sie mit dem Brieföffner sozusagen erstechen. Wir klemmten ihn so ein, dass der Knopf in der entsprechenden Position festhielt.<br />
Einen Schaukelstuhl leisteten wir uns irgendwann einmal von unserem Geld.<br />
Vor dem großen Fenster, das eine ganze Wand einnahm, stand die alte Nähmaschine von der ich in einer anderen Geschichte bereits berichtet habe (<a href="http://lifetellsstories.de/die-jahre-gekommen/">In die Jahre gekommen</a>). Die Oma von meinem Peter hatte sie von einem älteren Herrn aus dem Altenclub für ein paar Mark extra für uns gekauft. Seine Frau, die bis zum Schluss darauf genäht hatte, war verstorben und er benötigte die Nähmaschine nicht mehr.<br />
Als Wohnzimmerschrank diente uns ein alter Eicheschrank, den jemand zum Sperrmüll gestellt hatte und dem zunächst eine Schublade fehlte. Auf das Klingeln von Peter im betreffenden Haus, bot man ihm an für 50 DM die fehlende Schublade rauszurücken. Er nahm das Angebot an und somit war der Schrank komplett. Mein Schwiegervater, der vor seinem Architekturstudium eine Schreinerlehre absolviert hatte, erkannte dass er diesen Schrank einst bearbeitet hatte.<br />
Über diesen Eicheschrank hängten wir ein altes Küchenoberteil, das  Peters Oma noch auf dem Dachboden entdeckt hatte und das ich dann in mühevoller Kleinarbeit abgeschliffen und bearbeitet habe ( siehe Beitragsbild).<br />
Als Esszimmertisch diente uns ein einfacher Holztisch, welcher ehemals Peters Opa als Schlachttisch gedient hatte. Aber auch diesen hatten wir wieder so aufgemöbelt, dass er recht ansehnlich war. Die Stühle dazu steuerten Peters Eltern bei und meine Mutter gab uns die passenden Tischdecken.<br />
Ach ja, einen großen Schreibtisch, den Peter schon in seiner Studentenbude stehen hatte, platzierten wir auch noch in einer Ecke des Wohnzimmers.<br />
Ins Schlafzimmer gehört logischerweise ein Bett. Das hatten wir auch, aber es war das Bett aus meiner Studentenbude und es maß höchstens nur 90cm auf 190cm. Wenn man jung ist, reicht auch dieser Platz vollkommen aus. Wir drehten uns einfach synchron um und alles war in bester Ordnung. Später stiftete uns der Freund meiner damals zukünftigen Schwägerin ein größeres Bett, das er eigentlich zum Sperrmüll stellen wollte.<br />
Ansonsten gab es von Peters Opa einen alten Sessel im Schlafzimmer und an der Wand brachten wir uns über die gesamte Länge ein Regal aus einfachen Bauhausbrettern an, denn unsere Bücherschätze mussten ja auch einen Platz finden. Ein alter und heute vermutlich kostbarer Schrank stand bei Peters Eltern als Werkzeugschrank im Keller. Wir durften ihn uns als Kleider- und Schlafzimmerschrank wieder aufmöbeln. Perfekt! Diesen Schrank besitzen wir heute auch noch. Nachdem er in unserer zweiten Wohnung als Kinderzimmerschrank diente, durfte er danach Jahre lang im Büro meines Mannes stehen. Allerdings musste er irgendwann einer neueren Büroeinrichtung weichen und hat jetzt wieder seinen Platz bei uns in der Garage als Werkzeugschrank gefunden. Aber weggeben werden wir ihn nie. Irgendwo hing noch ein alter Spiegel, passend zum Schrank. Dieser befindet sich ebenfalls noch in unserem Besitz.<br />
So, nun gehen wir in unser kleines Badezimmer. Die Wandfliesen waren in einem sanften leicht geflammten Grünton, was damals als modern galt.<br />
Eine Waschmaschine war auch von Nöten. Das Glück war uns hold und wir fanden beim Sperrmüll eine alte „Untertischwaschmaschine“, die wir unter das Waschbecken stellen konnten. Sie leistete nicht nur zum Waschen gute Dienste. Da sie direkt gegenüber von der Toilettenschüssel stand, wurde sie zur Ablage, wenn mein Peter am stillen Örtchen bewaffnet mit Büchern, Block und Stiften saß.<br />
Sogar Teppiche gab es in jedem Zimmer, natürlich auch nur von den Eltern.  Überall gab es Pflanzen und an den Wänden Bilder.<br />
Ich weiß nicht, ob Ihr es Euch vorstellen könnt, aber wir fühlten uns sehr wohl in dieser Wohnung und fanden sie gemütlich. Heutige junge Pärchen sind anders eingerichtet und moderner, meist mit Möbel vom Schweden. Eins jedoch haben wir mit den jungen Leuten von Heute gemeinsam. Wir alle sind und waren sehr glücklich in der allerersten gemeinsamen Wohnung. Und wir denken gerne an die Zeit zurück.</p>
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<p>Vielleicht möchtet Ihr noch das lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-sofa-der-kueche/">Das Sofa in der Küche</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/kindheitserinnerungen/">Kindheitserinnerungen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/die-jahre-gekommen/">In die Jahre gekommen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/clown-august-und-der-ententanz/">Clown August und der Ententanz</a></p>
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