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	<title>Hosentasche &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Lilly, Milly und der freche Billy</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Dec 2016 20:57:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weihnachten & Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[basteln]]></category>
		<category><![CDATA[Christkind]]></category>
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					<description><![CDATA[An den Namen erkennt man ja schon, dass Lilly und Milly Mädchen sind. Zu ihnen gehört allerdings noch ihr Bruder Billy, der immerzu allerlei Flausen im Kopf hat. Die drei sind nicht nur Geschwister, sondern Drillinge. Seit Sommer besuchen die drei Kinder die erste Klasse der Grundschule. Lilly und Milly haben stets viel Spaß miteinander, denn sie gleichen sich nicht nur wie ein Ei dem anderen, was oftmals zu lustigen Verwechslungen führt, sondern sie verstehen sich auch prächtig. Billy hingegen ist ein kleiner Filou und ziemlich vorlaut und manchmal auch ein bisschen altklug. Er hat pausenlos irgendwelche Streiche im Kopf und seine Lieblingsbeschäftigung ist es, die beiden Mädchen zu ärgern. Deshalb wird er von allen immer nur „der freche Billy“ genannt. „Wir wollen noch ein Weihnachtsgeschenk für unsere Eltern basteln und dafür müssen wir noch einmal kurz in den Dorfladen gehen, um ein bisschen Klebstoff, Farben und Glanzpapier zu besorgen. Kommst du mit? Du kannst doch mit uns basteln. Wir haben sogar schon eine prima Idee“, schlägt Lilly vor. „Wir müssen uns auch beeilen, dass &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>An den Namen erkennt man ja schon, dass Lilly und Milly Mädchen sind. Zu ihnen gehört allerdings noch ihr Bruder Billy, der immerzu allerlei Flausen im Kopf hat. Die drei sind nicht nur Geschwister, sondern Drillinge. Seit Sommer besuchen die drei Kinder die erste Klasse der Grundschule. Lilly und Milly haben stets viel Spaß miteinander, denn sie gleichen sich nicht nur wie ein Ei dem anderen, was oftmals zu lustigen Verwechslungen führt, sondern sie verstehen sich auch prächtig. Billy hingegen ist ein kleiner Filou und ziemlich vorlaut und manchmal auch ein bisschen altklug. Er hat pausenlos irgendwelche Streiche im Kopf und seine Lieblingsbeschäftigung ist es, die beiden Mädchen zu ärgern. Deshalb wird er von allen immer nur „der freche Billy“ genannt.<br />
„Wir wollen noch ein Weihnachtsgeschenk für unsere Eltern basteln und dafür müssen wir noch einmal kurz in den Dorfladen gehen, um ein bisschen Klebstoff, Farben und Glanzpapier zu besorgen. Kommst du mit? Du kannst doch mit uns basteln. Wir haben sogar schon eine prima Idee“, schlägt Lilly vor.<br />
„Wir müssen uns auch beeilen, dass das Geschenk bis heute Abend fertig ist, denn immerhin ist heute schon Heiligabend. Weihnachten steht ja quasi schon vor der Tür, wie Mama heute beim Frühstück gesagt hat“, erklärt Milly.<br />
„Pah, was juckt mich Weihnachten“, entgegnet Billy frech. „Und das Basteln ist nichts für mich, so was kommt überhaupt nicht in die Tüte. Vielleicht wenn Weihnachten und Ostern zusammenfallen, dann könnte ich mich dazu herablassen etwas zu basteln.“<br />
„Du bist doof!“, ruft Milly verärgert. „Weihnachten und Ostern fallen nie zusammen.“<br />
„Doch, doch!“, beteuert Billy ernst. „Am Sankt Nimmerleinstag ist das so!“<br />
Die beiden Mädchen werden jetzt doch ein wenig unsicher und so fragt Milly vorsichtshalber noch einmal nach:<br />
„Wann genau ist dieser Sankt Nimmerleinstag denn?“<br />
„Schaut einfach mal im Kalender nach. Und wenn es dort nicht steht, dann steht es vielleicht in den Sternen“, antwortet der Bruder und grinst wie ein Honigkuchenpferd.<br />
„Ach, du bist gemein, immerzu musst du uns veralbern!“ Milly ist ein bisschen beleidigt. „Deshalb bekommst du sicher dieses Jahr auch keine Geschenke vom Christkind.“<br />
„Haha, das haut ja den stärksten Eskimo vom Schlitten. Ihr glaubt auch noch an das Christkind!“ Billy hält sich den Bauch vor Lachen. „Ihr seid wohl vom Baum der Dummheit gefallen! Hihi, vom Weihnachtsbaum, hihi!“ Billy fühlt sich richtig gut und freut sich wie ein Schneekönig, wenn sich die beiden Schwestern ärgern. Es macht ihm einfach riesigen Spaß die Mädchen zu verschaukeln.<br />
Während die beiden Mädchen am Nachmittag basteln, die Mutter das Essen vorbereitet, ist der Vater verschwunden. Angeblich muss er dem Christkind behilflich sein, das die Geschenke nicht alleine schleppen kann.<br />
„Da lachen ja die Hühner“, denkt sich Billy. Aber irgendwie ist er doch neugierig, was dort wohl hinter der verschlossenen Tür im Wohnzimmer so vor sich geht. Er schleicht sich schon mal an die Tür heran, doch die Mutter bemerkt ihn und sofort ruft sie ihm zu, dass er dort nichts zu suchen hat. Aber in einem unbemerkten Moment gelingt es ihm dann trotzdem ein wenig an der Tür zu lauschen. Seltsame Klänge dringen an sein Ohr. Ein Rascheln und ein leises Flüstern und ein ganz zartes Läuten von kleinen Glöckchen. Letztes Jahr hat Billy vor der Wohnzimmertür sogar ganz feine weiße Härchen gefunden, wie eine kleine Locke sahen sie aus.<br />
„Das ist Engelshaar!“, hat der Vater damals gesagt. „Das hat wohl das Christkind verloren!“<br />
„Ja, damals hab ich das auch noch geglaubt“, denkt Billy. „Aber jetzt bin ich doch schon ein großer Schuljunge und das ist doch alles Kinderkram, diese Sache mit dem Christkind!“, denkt sich Billy. „Ich will einmal durch das Schlüsselloch schauen, dann sehe ich ja, ob es ein Christkind gibt oder nicht.“<br />
Vorsichtig hält er nach der Mutter und den Schwestern Ausschau, aber niemand ist zu sehen. Alle sind beschäftigt und befinden sich irgendwo im Haus.<br />
„Jetzt kann ich die Gunst der Stunde nutzen und dann weiß ich es sicher, was es mit dem  Christkind auf sich hat.“<br />
Billy drückt das rechte Auge zu und presst das linke Auge auf das Schlüsselloch.<br />
„Ah!, entfährt es ihm vor Schreck.<br />
Das, was er sieht erschreckt und überrascht ihn gleichzeitig. Eigentlich sieht er gar nichts und doch etwas. Er wird regelrecht geblendet. Ein großes Licht erstrahlt in dem Raum, aber es blendet, so dass er nichts als weißes Licht erkennt. Und seltsam, er verspürt einen leichten Hauch. Er hat das Gefühl, dass sich etwas direkt vor seinem Auge bewegt hat, allerdings ohne dass er es erkennen oder sehen kann. Ihm läuft es eiskalt den Rücken hinunter. Billy wendet sich geblendet und erschrocken von dem Schlüsselloch ab. Fast ehrfürchtig geht er einen großen Schritt rückwärts. Als er auf seinen Arm blickt, erkennt er, dass dieser überzogen ist mit einer Gänsehaut.<br />
„War das das Christkind?“, durchfährt es ihn.<br />
Der Vater hatte im vergangenen Jahr auf das Drängen der Kinder hin erzählt:<br />
„Das Christkind ist ganz und gar von Licht umgeben.“<br />
Billy ist durcheinander. Sollten Milly und Lilly mit ihrem Glauben an das Christkind doch Recht haben? Er hat sie vorhin ausgelacht, doch jetzt ist er unsicher geworden.<br />
„Irgendetwas Geheimnisvolles geht da drinnen vor sich!“, denkt er gerade, als die Mutter mit Lilly und Milly die Treppe herunter kommt.<br />
„Was machst du denn da?“, fragt Lilly fast erschrocken. „Du darfst nicht hinein schauen. Das ist streng verboten.“<br />
„Du vertreibst doch das Christkind!“, ruft nun auch Milly aus.<br />
„Komm mit in die Küche“, sagt die Mutter. „Wir machen uns eine heiße Schokolade und ich lese euch noch die Weihnachtsgeschichte vor. Das Christkind ist bestimmt bald fertig.“<br />
„Billy bekommt sowieso nichts, weil er immer so gemein ist zu uns und außerdem glaubt er nicht an das Christkind“, erklärt Milly.<br />
„Naja“, gibt Billy kleinlaut zu. „Ich hab’ es ja nicht so gemeint.“<br />
„Was?“, will nun Lilly genau wissen. „Die Sache mit dem Ärgern oder die mit dem Christkind?“<br />
Billy zuckt mit den Schultern und geht mit gesenktem Blick in die Küche. Irgendwie fühlt er sich nicht ganz so wohl in seiner Haut. So richtig kann er sich dann auch nicht auf die Geschichte konzentrieren.<br />
Plötzlich ertönt ein intensives Glockenläuten aus dem Wohnzimmer und der Vater ruft:<br />
„Schnell, schnell kommt herein! Vielleicht könnt ihr noch kurzen Blick auf das Christkind erhaschen. Es ist gerade hier zum Fenster hinaus. Seht ihr, dort am Himmel…? Schade, jetzt ist es weg!“<br />
Billy betritt ganz vorsichtig und fast andächtig das Wohnzimmer, wo der geschmückte Weihnachtsbaum in einem strahlenden Glanz steht. Darunter liegen die eingepackten Geschenke. Doch diese erregen im Moment nicht Billys Aufmerksamkeit. Sein Blick heftet sich auf einen Punkt auf dem Fußboden, &#8211; genau auf eine Stelle vor seinem rechten Fuß. Dort liegt ein Büschel weißes Engelshaar. Billy bückt sich und hebt die Locke auf.<br />
„Eine Locke vom Christkind!“, denkt er und steckt es schnell und heimlich in seine Hosentasche.</p>
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<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/santa-claus/">Santa Claus</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/liebes-christkind/">Liebes Christkind</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/die-begegnung/">Die Begegnung</a></p>
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		<title>Sachen gibt&#8217;s, die gibt&#8217;s gar nicht!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Oct 2016 22:09:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Auto]]></category>
		<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Gemälde]]></category>
		<category><![CDATA[Hosentasche]]></category>
		<category><![CDATA[Sachen]]></category>
		<category><![CDATA[Schlüssel]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>
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					<description><![CDATA[Nachdem ich Euch neulich einige Fotos von unserem Urlaub auf Rhodos gezeigt habe, möchte ich Euch heute wieder einmal eine Geschichte erzählen. Ihr könnt es mir wirklich glauben, es ist nicht geflunkert. Wir hatten tatsächlich dieses Erlebnis auf der schönen griechischen Insel. Ich sage nur: Sachen gibt&#8217;s, die gibt&#8217;s gar nicht! Oder passiert so etwas nur uns? Es ist einer der letzten Abende auf Rhodos. Die Luft ist warm und es ist bereits dunkel. Wir haben gerade unser Abendessen eingenommen und überlegen, was wir jetzt tun sollen. „Lass uns noch ein bisschen mit dem Auto auf der Insel umherfahren“, schlägt mir mein Mann vor. „Morgen müssen wir den Wagen wieder abgeben, also ist jetzt die beste Gelegenheit ihn noch einmal zu benutzen.“ „Okay und hast du eine Idee, wo unser abendlicher Ausflug hingehen soll?“, erkundige ich mich. „Wir fahren einfach drauf los und irgendwo werden wir schon landen.“ Dieser Vorschlag gefällt mir und so setzen wir uns ins Auto und los geht die Fahrt. Wir landen in einem Ort, in dem wir bereits vor zwei &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nachdem ich Euch neulich einige Fotos von unserem Urlaub auf Rhodos gezeigt habe, möchte ich Euch heute wieder einmal eine Geschichte erzählen. Ihr könnt es mir wirklich glauben, es ist nicht geflunkert. Wir hatten tatsächlich dieses Erlebnis auf der schönen griechischen Insel. Ich sage nur: Sachen gibt&#8217;s, die gibt&#8217;s gar nicht! Oder passiert so etwas nur uns?</strong><br />
<span class="dropcap">E</span>s ist einer der letzten Abende auf Rhodos. Die Luft ist warm und es ist bereits dunkel. Wir haben gerade unser Abendessen eingenommen und überlegen, was wir jetzt tun sollen.<br />
„Lass uns noch ein bisschen mit dem Auto auf der Insel umherfahren“, schlägt mir mein Mann vor. „Morgen müssen wir den Wagen wieder abgeben, also ist jetzt die beste Gelegenheit ihn noch einmal zu benutzen.“<br />
„Okay und hast du eine Idee, wo unser abendlicher Ausflug hingehen soll?“, erkundige ich mich.<br />
„Wir fahren einfach drauf los und irgendwo werden wir schon landen.“<br />
Dieser Vorschlag gefällt mir und so setzen wir uns ins Auto und los geht die Fahrt. Wir landen in einem Ort, in dem wir bereits vor zwei Jahren schon einmal waren. Hier flanieren ebenfalls Urlauber an den unterschiedlichen Geschäften, Bars, Restaurants und Hotels vorbei.<br />
„Die Souveniers und der ganze Krimskrams ist doch in jedem Ort der gleiche“, sagt Peter. „Da müssen wir nicht wieder irgendeinen Mist kaufen.“<br />
Er hat absolut recht, denn hier gibt es nichts, was man wirklich gebrauchen kann oder was wir unbedingt haben müssten. Also nehmen wir uns vor, einfach nur die Straße entlang zu spazieren und eventuell irgendwo für einen Drink einzukehren, wozu es allerdings nicht mehr kommen soll. Bereits nach ungefähr hundert Metern, erblickt mein Göttergatte nämlich einen Laden, der dann doch seine Aufmerksamkeit erregt. Auch ich bin nicht abgeneigt dieses Geschäft zu besuchen und ein wenig umherzuschnüffeln.<br />
Hier gibt es Gemälde. Sicherlich sind es keine kostbaren Gemälde und auch nicht von namhaften Künstlern, aber schauen kann man ja mal.<br />
„Vielleicht finden wir ja etwas für unsere Diele oder den Treppenaufgang zum oberen Stockwerk“, überlege ich laut, während mein Peter schon einige Bilder unter die Lupe nimmt.<br />
„Schau mal, wie gefällt dir dieses Bild?“, fragt er mich plötzlich und ich stelle mich zum Betrachten des Gemäldes neben ihn.<br />
„Nicht schlecht und es würde auch farblich gut passen“, erkläre ich. „Allerdings müssten wir uns noch einen geeigneten Bilderrahmen beschaffen, denn es ist schon recht groß. Und denk bitte daran, dass wir mit unserem Gewicht schon am Limit sind“, gebe ich zu bedenken.<br />
„Das ist ja wohl kein Problem“,entgegnet mein Mann. „Das Bild wiegt ja nichts und den Rahmen kaufen wir eh in Deutschland.&#8220;<br />
Wir betrachten das Gemälde noch einmal ausgiebig, das übrigens eine Tänzerin abbildet, und entschließen uns dann für den Kauf.<br />
Und damit nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Allerdings ist es nicht das Gemälde, das zur allgemeinen oder besser gesagt, zu unserer Verwirrung beiträgt, sondern…</p>
<p>Aber lasst mich einfach weiter erzählen:<br />
Der Verkäufer und Peter schreiten zur Bezahlung. Mein Mann zückt seine Kreditkarte und legt sein Portemonnaie auf den Verkaufstresen. Das Einschieben der Karte in das Kartenlesegerät ist kein Problem, doch dann meint der griechische Verkäufer: „PIN!“<br />
„Brauche ich dabei nicht, nur unterschreiben muss ich!“, erklärt Peter und gestikuliert dabei, so dass der Verkäufer zufrieden und freundlich nickt. Dann kommt er allerdings mit einer Schere und will den Zettel, den das Gerät ausspuckt durchschneiden. Allerdings wird er dabei etwas unsicher und greift zum Telefon.<br />
Mein Mann und ich sehen uns verwirrt an, aber er erklärt dann in gebrochenem Deutsch: „Bruder kommt, er weiß.“<br />
Wir wissen es auch, aber irgendwie ist der Verkäufer verunsichert und will nichts falsch machen. Innerhalb von zwei Minuten steht der Bruder da, schneidet den Zettel durch und erklärt auf griechisch vermutlich genau das, was auch wir schon wissen. Nämlich, dass man beim Bezahlen mit der Kreditkarte ohne PIN einfach nur unterschreiben muss. Das ist übrigens auch der Grund, warum mein Mann immer lieber mit Kreditkarte bezahlt und nicht mit der EC-Karte. Er kann sich einfach die PIN nicht merken, wie ihr ja schon aus einer früheren Geschichte wisst.<br />
Okay, jetzt klappt also auch die Bezahlung, der Bruder geht wieder, der Verkäufer rollt uns das Bild zusammen und steckt es in eine Tüte, die er uns überreicht. Peter steckt die Kreditkarte wieder in seine Geldbörse, nimmt diese und den Autoschlüssel vom Tresen und steckt beides in seine Hosentaschen. Wir verabschieden uns und fahren wieder freudig zu unserem Hotel zurück. Immerhin haben wir gerade ein schönes Andenken an unseren Rhodosurlaub erstanden.<br />
Am Hotelparkplatz angekommen, erklärt Peter:<br />
„Ich räume gleich alles aus dem Auto und schaue nach, dass wir nichts im Wagen vergessen haben, dann geben wir gleich den Schlüssel an der Rezeption ab.“<br />
Soweit, &#8211; so gut!<br />
Als wir zwei Schritte vom Wagen entfernt sind, frage ich: „Hast du das Auto auch zugesperrt?“<br />
„Ach, ich glaube, das hab ich jetzt vergessen.“<br />
Mein Mann greift in seine rechte Hosentasche, um den Schlüssel herauszunehmen. Während er auf den Schließer drückt, fummelt er mit der anderen Hand an seiner linken Hosentasche herum.<br />
„Was ist los?“, frage ich verwundert.<br />
„<strong>Keine Ahnung!</strong>“, sagt er und zieht einen Autoschlüssel aus der linken Hosentasche.<br />
„Wo kommt der denn her? Wieso hast du zwei?“<br />
„Das frage ich mich jetzt auch! Ich hab&#8216; <strong>keine Ahnung!</strong>“<br />
Ratlos stehen wir da und schauen sprachlos auf die  Schlüssel in der rechten und linken Hand meines Mannes.<br />
Der Schlüssel in seiner rechten Hand gehört zu einem Fiat, also zu unserem Mietwagen. Der Schlüssel in seiner linken Hand gehört allerdings zu einem Lancia. Doch wie kommt er in die Hand meines Mannes und wem gehört der Lancia?<br />
„Lag der im Auto? Gehörte er vielleicht dem Vormieter dieses Wagens?“ Peter zuckt ratlos mit den Schultern. &#8222;<strong>Keine Ahnung!</strong>&#8220;<br />
„Ist der vielleicht in der Tüte mit dem Bild gewesen? Die ist nämlich vorhin vom Sitz gefallen. Vielleicht hast du ihn aufgehoben und beim Autoaufräumen in die Hosentasche gesteckt.<br />
Peter zuckt mit den Schultern: &#8222;<strong>Keine Ahnung</strong>!&#8220;<br />
„Oder lag der auf dem Tresen und du dachtest, es sei dein Schlüssel?“<br />
Peter zuckt mit den Schultern.<br />
„<strong>Keine Ahnung</strong>“, sagt mein Mann nun zum fünften Mal an diesem Abend. „Ich kann es mir beim besten Willen nicht erklären.“<br />
Wir schauen auf die Uhr. Inzwischen ist es schon nach Mitternacht. Also hat es keinen Zweck zurückzufahren und in dem besagten Geschäft nachzufragen. Wir gehen zur Hotelrezeption, wo ein Grieche dahinter und ein Grieche davor steht. Wir erklären unser Problem und zeigen unseren Kassenbon vor, in der Hoffnung dass dort irgendein Name oder eine Telefonnummer vermerkt ist. Tatsächlich wird der Herr von der Rezeption fündig und ruft auch sofort bereitwillig an, allerdings meldet sich nur ein anderes Hotel.<br />
„Jetzt ist guter Rat teuer“, sage ich und werfe sofort die Frage hinterher: „Was machen wir denn jetzt?“<br />
Der Grieche vor dem Rezeptionstresen, der übrigens deutsch spricht, mischt sich ein und erkundigt sich, was wir gekauft haben und, ob wir das Geschäft beschreiben können. Dies versuchen wir. Danach zückt dieser Mann sein Handy und wählt eine Nummer. Wir verstehen kein Wort des Telefonats, aber zum Schluss erklärt er, dass er ungefähr wisse, wo wir das Bild gekauft haben und morgen gehe jemand zu dem Verkäufer und frage nach, ob ihm ein Autoschlüssel fehle. Das beruhigt uns.<br />
Auf unser Nachfragen am nächsten Morgen an der Rezeption weiß keiner irgendetwas von irgendeinem Schlüssel. Seltsam. Ein Blick hinter den Tresen lässt meinen Mann jedoch erkennen, dass der Schlüssel achtlos zwischen Bleistiften, Notizzetteln, Radiergummis und anderen Utensilien liegt. Leider lässt sich nichts Weiteres in Erfahrung bringen. Doch am Abend treffen wir wieder den besagten Griechen ( der am Abend zuvor vor dem Tresen stand) und dieser erzählt uns, dass der Schlüssel tatsächlich dem Verkäufer gehöre. Dieser habe aber noch einen Ersatzschlüssel. Alles sei kein Problem und überhaupt sei er am nächsten Tag in dem besagten Ort und bringe dem Mann seinen Autoschlüssel. Wir sollen uns keine Sorgen machen, denn alles sei gut.<br />
Wir sind echt froh, dass sich alles so gut geregelt hat und auch alles scheinbar recht unkompliziert gesehen wird. Allerdings weiß mein Mann bis heute nicht, wie dieser Schlüssel in seine Hosentasche kam.</p>
<p>&#8222;<strong>Keine Ahnung!</strong>&#8222;, ist alles, was er dazu sagen kann.</p>
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<p>Vielleicht möchtet Ihr das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/stock-und-weisser-bart/">Stock und weißer Bart</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/den-schuhen-des-anderen/">In den Schuhen des Anderen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/1174-knut-knopf/">Knut Knopf</a></p>
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