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	<title>Handy &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Nobody is perfect!?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Sep 2016 09:04:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Konfusi-Geschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[Der nette ältere Herr aus meinen Geschichten, den ich Professor Konfusi genannt habe, ist mir inzwischen richtig ans Herz gewachsen. Vielleicht geht es Euch ähnlich.  Tanja (fruendliche scherereien) fragte neulich, ob der liebenswerte Professor denn auch Macken habe. Lasst mich heute eine weitere Geschichte erzählen und entscheidet selbst, ob es da doch eine klitzekleine Macke bei ihm gibt. Professor Konfusi hält alle seine beruflichen Termine schriftlich in seinem Terminkalender fest. Darin ist er sehr genau und hat auch noch keinen der Termine vergessen, geschweige denn hat er sich jemals verspätet. Aber mit seinen privaten Terminen ist das so eine ganz spezielle Sache: Professor Konfusi sitzt in seinem Arbeitszimmer und schreibt an einer Veröffentlichung, während seine Frau vor ihrem Kleiderschrank steht. Sie sucht sich das passende Outfit für ihr Treffen mit ihren Freundinnen aus. Sie sind zu viert und treffen sich regelmäßig in einem kleinen Café am Stadtrand. Heute freut sie sich besonders darauf, denn sie möchte den Freundinnen die Fotos von der letzten Reise mit ihrem Mann zeigen. Die anderen haben auch versprochen ein paar &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der nette ältere Herr aus meinen Geschichten, den ich Professor Konfusi genannt habe, ist mir inzwischen richtig ans Herz gewachsen. Vielleicht geht es Euch ähnlich.  Tanja</strong> (fruendliche scherereien)<strong> fragte neulich, ob der liebenswerte Professor denn auch Macken habe. Lasst mich heute eine weitere Geschichte erzählen und entscheidet selbst, ob es da doch eine klitzekleine Macke bei ihm gibt.</strong><br />
<strong>Professor Konfusi hält alle seine beruflichen Termine schriftlich in seinem Terminkalender fest. Darin ist er sehr genau und hat auch noch keinen der Termine vergessen, geschweige denn hat er sich jemals verspätet. Aber mit seinen privaten Terminen ist das so eine ganz spezielle Sache:</strong></p>
<p><span class="dropcap">P</span>rofessor Konfusi sitzt in seinem Arbeitszimmer und schreibt an einer Veröffentlichung, während seine Frau vor ihrem Kleiderschrank steht. Sie sucht sich das passende Outfit für ihr Treffen mit ihren Freundinnen aus. Sie sind zu viert und treffen sich regelmäßig in einem kleinen Café am Stadtrand.<br />
Heute freut sie sich besonders darauf, denn sie möchte den Freundinnen die Fotos von der letzten Reise mit ihrem Mann zeigen. Die anderen haben auch versprochen ein paar Fotos von ihren Reisen und Ausflügen mitzubringen.<br />
„Das wird sicherlich sehr interessant und auch kurzweilig“, denkt sie und nimmt ein geblümtes Sommerkleid aus dem Schrank.<br />
„Das passt perfekt zu dem heutigen Sonnenwetter und zu meiner guten Laune. Nur schade, dass es wahrscheinlich einer der letzten sommerlichen Tage des Jahres sein wird“, überlegt sie sich während sie in das Kleid schlüpft.<br />
Beschwingt dreht sie sich vor dem Spiegel und greift danach noch nach einem leichten Sommerjäckchen, &#8211; nur für den Fall, dass es am Spätnachmittag doch schon etwas abkühlen sollte.<br />
Bevor Frau Konfusi das Haus verlässt, schaut sie noch einmal kurz zu ihrem Mann ins Arbeitszimmer hinein. Sie öffnet die Tür und bleibt im Türrahmen stehen. Sie will ihn nicht stören, aber trotzdem noch schnell Bescheid sagen, dass sie dann gleich weg ist.<br />
„Ich geh dann mal“, sagt sie mit gesenkter Stimme. „Bis nachher!“<br />
„Ja, ja!“, antwortet ihr Gatte, ohne seine Arbeit zu unterbrechen und aufzublicken, da er vollkommen vertieft in seine Veröffentlichung ist.<br />
Frau Konfusi ist gerade im Begriff die Tür wieder zu schließen, da fällt ihr noch etwas ein. Doch sie will nicht weiter stören. Deshalb geht sie schnell in die Küche und schreibt ihrem Mann noch eine kurze Botschaft auf einen Zettel, den sie auf den Küchentisch legt und dann ist sie auch schon verschwunden.<br />
„Hallo meine Liebe“, wird sie wenig später von ihrer Freundin Gertrud begrüßt. „Hast du eigentlich dein Handy dabei?“<br />
„Ja natürlich. Das habe ich immer in meiner Handtasche, aber das weißt du doch“, antwortet Frau Konfusi und grinst.<br />
„Na, dann wird es wohl auch heute wieder klingeln!“, freut sich Mathilde und klatscht begeistert in die Hände.<br />
„Wollen wir eine Wette abschließen?“, erkundigt sich Anna.<br />
„Was soll das?“, fragt Frau Konfusi zurück. „Ich weiß genau, was du wetten willst, aber wer von uns soll denn dagegen wetten. Wir wissen doch alle, was spätestens in einer Stunde passieren wird.“<br />
Die vier Frauen brechen in Vorfreude auf das bevorstehende Ereignis in schallendes Gelächter aus und lassen sich dann Kaffee und Kuchen schmecken.<br />
Fast hätten sie über dem Austausch von Neuigkeiten und dem Betrachten der Fotos Frau Konfusis Handy vergessen, doch plötzlich ertönt ein unüberhörbarer Klingelton aus deren Handtasche.<br />
„Na also!“, rufen alle vier Frauen im Chor.<br />
Alle verstummen schlagartig, nur Frau Konfusi holt das Handy aus der Tasche und meldet sich mit einem einfachen, aber freundlichen:<br />
„Hallo, mein lieber Göttergatte!“<br />
„Wo bist du denn?“, tönt die Stimme von Herrn Konfusi aus dem Telefon.<br />
„Na da, wo ich jeden zweiten Mittwoch im Monat bin“, antwortet sie und grinst ihre Freundinnen an, die sich kaum das Lachen verkneifen können.<br />
„Und wo ist das?“<br />
„Ach mein Lieber, seit drei Jahren rufst du mich jeden zweiten Mittwoch an, stellst mir die selbe Frage und ich gebe dir auch immer wieder gerne die selbe Antwort: Ich bin bei meinem Damenkränzchen.“<br />
„Ach so! Und ich dachte schon, du seist beim Frisör.“<br />
„Aber nein, dort bin ich jeden Samstag.“<br />
„Als wenn ich das nicht wüsste“, kommt jetzt eine leicht verärgerte Antwort.<br />
„Natürlich weißt du das, aber es ist dir anscheinend gerade entfallen.“<br />
„Ich nehme an, dir ist aber etwas anderes entfallen“, kontert jetzt Professor Konfusi. „Und daran möchte ich dich jetzt erinnern. Du kannst heute nicht so lange bei deinem Kaffeekränzchen bleiben, denn du musst nachher noch zum Zahnarzt.“<br />
„Ach!“, ist das einige, was Frau Konfusi beim Versuch ihr eigenes Lachen zu unterdrücken, hervorbringt.<br />
„Gut, dass ich deinen Notizzettel auf dem Küchentisch gefunden habe. Dort hast du dir nämlich folgendes notiert: 17 Uhr Zahnarzt.“<br />
„Das hast du aber missverstanden“, antwortet Frau Konfusi inzwischen wieder mit ganz ruhiger Stimme. „Das ist nicht mein Termin, sondern deiner!“<br />
„Ohje, den hätte ich jetzt glatt vergessen. Gut, dass ich dich angerufen habe. Diese privaten Termine machen mich ganz konfus. Vielleicht sollte ich sie mir mal aufschreiben.“<br />
Gerade will Frau Konfusi ihrem Gatten beipflichten, als dieser seiner Feststellung noch einen Satz nachschiebt.<br />
„Oder besser noch: Du erinnerst mich immer an meine privaten Termine!“<br />
„So machen wir es!“, kichert Frau Konfusi.<br />
„Aber sag mal, ihr seid wirklich eine sehr lustige Truppe. Man hört euch immer nur lachen“, stellt der Professor fest. „Ihr werdet doch wohl nicht über mich und meine kleine Macke lachen.“<br />
„Nein nein!“, rufen alle vier Damen in das Handy.<br />
„Übrigens, Gertrud!“, ruft Professor Konfusi aus. „Ich gratuliere dir recht herzlich nachträglich zu deinem gestrigen Geburtstag und haben nicht Anna und Erwin nächsten Monat 30jährigen Hochzeitstag und Mathildes Tochter wird am nächsten Samstag 45?!“<br />
Frau Konfusi ist mindestens so baff wie Gertrud, Mathilde und Anna.<br />
„Woher weißt du das alles?“, fragt Frau Konfusi sichtlich überrascht. „Das habe ich dir doch gar nicht erzählt!“<br />
„Oh, ich weiß noch viel mehr. Zum Beispiel weiß ich ganz genau, dass du jeden zweiten Mittwoch mit deinen Damen zusammen sitzt, aber man kann doch nicht einfach so zugeben, dass man seine Frau vermisst. Außerdem habe ich mir bereits vor ungefähr einem Jahr schon einen Terminkalender extra für private Termine zugelegt und da steht auch dein Mittwochnachmittagtreff drin! Aber es hat dir und deinen Freundinnen immer so viel Freude bereitet, wenn ich jeden Mittwoch angerufen habe, da wollte ich euch den Spaß nicht nehmen. Außerdem erinnerst du mich immer so lieb an alle privaten Termine.“<br />
„Du Schlawiner!“, sagt Frau Konfusi jetzt nicht ganz ohne Rührung.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Zahlensalat</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2016 22:32:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Eselsbrücke]]></category>
		<category><![CDATA[Gesicht]]></category>
		<category><![CDATA[Handy]]></category>
		<category><![CDATA[merken]]></category>
		<category><![CDATA[Nummer]]></category>
		<category><![CDATA[PIN]]></category>
		<category><![CDATA[Telefonbücher]]></category>
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					<description><![CDATA[Manchmal habe ich den Eindruck, dass mein lieber Mann mich für ein wandelndes Telefonbuch oder einen Rechtschreibduden auf zwei Beinen hält. Auch das Merken von Zahlenkombinationen überlässt er vollkommen mir. Er ist überhaupt nicht gewillt sich diese Dinge zu merken. Braucht er diesbezüglich eine Auskunft, dann fragt er einfach mich. Anfangs dachte ich, er würde vielleicht kein Zahlengedächtnis besitzen. So etwas soll es ja geben. Also machte ich ihm folgenden Vorschlag: „Ich kann dir eine Eselsbrücke nennen, wie du dir beispielsweise diese Telefonnummer besser merken kannst!“ „Nur nicht!“, wehrte er sich dagegen. „Ich will sie mir nicht merken.“ Wann immer ich ihn darauf ansprach, warum er dies nicht möchte, erhielt ich dieselbe Antwort: „Ich will nicht unnötige Speicherkapazität in meinem Gehirn für das Merken von diesen Zahlen und PIN’s verschwenden. Damit blockiere ich nur mein Gehirn für andere wichtige Dinge, die ich mir merken will oder muss.“ Nun gut, über den Sinn und Unsinn solcher Zahlenkombinationen lässt sich streiten. Fakt ist allerdings, dass auch mein Göttergatte diese hin und wieder benötigt. „Aber für das Merken &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Manchmal habe ich den Eindruck, dass mein lieber Mann mich für ein wandelndes Telefonbuch oder einen Rechtschreibduden auf zwei Beinen hält. Auch das Merken von Zahlenkombinationen überlässt er vollkommen mir. Er ist überhaupt nicht gewillt sich diese Dinge zu merken. Braucht er diesbezüglich eine Auskunft, dann fragt er einfach mich.</strong></p>
<p><span class="dropcap">A</span>nfangs dachte ich, er würde vielleicht kein Zahlengedächtnis besitzen. So etwas soll es ja geben. Also machte ich ihm folgenden Vorschlag:<br />
„Ich kann dir eine Eselsbrücke nennen, wie du dir beispielsweise diese Telefonnummer besser merken kannst!“<br />
„Nur nicht!“, wehrte er sich dagegen. „Ich will sie mir nicht merken.“<br />
Wann immer ich ihn darauf ansprach, warum er dies nicht möchte, erhielt ich dieselbe Antwort:<br />
„Ich will nicht unnötige Speicherkapazität in meinem Gehirn für das Merken von diesen Zahlen und PIN’s verschwenden. Damit blockiere ich nur mein Gehirn für andere wichtige Dinge, die ich mir merken will oder muss.“<br />
Nun gut, über den Sinn und Unsinn solcher Zahlenkombinationen lässt sich streiten. Fakt ist allerdings, dass auch mein Göttergatte diese hin und wieder benötigt.<br />
„Aber für das Merken habe ich doch <em><strong>dich</strong></em>!“, schmeichelte er sich bei mir ein. „<em><strong>Du</strong></em> kannst dir das sowieso viel besser merken und dann brauche <em><strong>ich</strong></em> den jeweiligen Zahlencode oder die erforderliche Telefonnummer nur bei <em><strong>dir</strong></em> abzufragen. Ist doch vollkommen unnötig, dass wir uns beide die Nummern merken.“<br />
„Egal“, dachte ich mir. „Auch so kann sich <em><strong>Frau</strong></em> unentbehrlich machen!“<br />
Laut sagte ich dann allerdings: „Es gibt aber auch Telefonbücher!“<br />
„Ja, aber da muss man nachschlagen und das kostet Zeit“, suchte er nach der nächsten Ausrede. „Und das mit dem Alphabet passt wiederum besser zu dir als Grundschullehrerin. Macht doch Sinn!“<br />
„Was soll man dazu sagen?“, dachte ich mir und ergab mich zunächst wortlos meinem Schicksal. Ich konnte es dann aber doch nicht unterlassen, noch einen Satz nachzuschieben:<br />
„Naja, ein bisschen Gehirnjogging hat noch niemand geschadet. Aber wenn <em><strong>du</strong></em> nicht willst, dann mache <em><strong>ich</strong></em> eben diesen Sport.“<br />
Nun ist es ja allgemein bekannt, dass auch das Handy ein Telefonregister besitzt. Aber dieses sollte man auch pflegen, sprich die Nummern den entsprechenden Namen zuordnen und umgekehrt. Und das ist schon wieder eher mein Bereich, denn mein Mann besitzt hierfür keinerlei Muse, wie man so schön sagt. Es gibt eben wichtigere Dinge im Leben, womit er gar nicht so unrecht hat. Allerdings kommt es immer auf die jeweilige Situation an. Manchmal können sich Dinge, die zunächst unwichtig erscheinen und denen man keinerlei Beachtung schenkt, durchaus in den entsprechenden Situationen als äußerst wichtig erweisen.<br />
Gerade an Ostern hatten wir wieder einmal ein Schlüsselerlebnis in Bezug auf die Wichtigkeit oder Unwichtigkeit solcher Zahlenkombinationen in unserem Leben.<br />
Wir waren bei den Müttern in Hessen und kamen gerade von einem Ausflug nach Bad Homburg zurück. Die Tankanzeige ermahnte uns doch noch schnell einmal an eine Tankstelle ran zu fahren. Unser Auto war vollbesetzt. Mein Göttergatte saß am Steuer, ein Bekannter von uns saß auf dem Beifahrersitz und ich war auf dem Rücksitz mehr oder weniger eingequetscht zwischen den beiden Müttern. Mein Peter stieg aus und befüllte den Tank und wollte dann zum Bezahlen mit der EC-Karte schreiten. Doch halt, da war doch noch etwas! Genau! &#8211; Die PIN! Und hier kam <em><strong>ich</strong></em> wieder ins Spiel. Allerdings konnte ich nicht aussteigen, da meine Sitzposition äußerst ungünstig war.<br />
„Wie war noch mal die PIN?“, fragte Peter mich und steckte seinen Kopf zur hinteren Tür herein. Ich beugte mich vor und flüsterte sie ihm ins Ohr.<br />
„Kann Peter sich Nummern immer noch nicht merken?“, fragte unser Bekannter mit grinsendem Gesicht.<br />
„Nö, wieso?“, fragte ich zurück.<br />
„Kannst du dich nicht mehr erinnern?“, antwortete er wiederum mit einer Frage. Da wir allerdings durch diese Hin- und Herfragerei nicht weiter kamen, fügte er erklärend hinzu:<br />
„Ich war vor vielleicht 10 Jahren mal mit Peter in Berlin und uns ereilte eine ähnliche Situation wie gerade eben hier, nur warst <em><strong>du</strong></em> damals nicht dabei. Deshalb hat er <em><strong>dich</strong></em> direkt von der Tankstelle aus angerufen. Nach zwei fehlgeschlagenen Versuchen bei der Eingabe seiner PIN, war ihm die Sache wohl zu riskant und er wollte lieber bei <em><strong>dir</strong></em> nachfragen.“<br />
„Stimmt, jetzt fällt es mir auch wieder ein“, kicherte ich. „Nur gut, dass <em><strong>ich</strong></em> die Zahlen alle im Kopf habe.“<br />
Und dann fiel mir plötzlich noch eine andere Begebenheit ein, die gar nicht so lange zurücklag.<br />
„Neulich habe ich ihm schon mal dieselbe PIN ins Ohr geflüstert. Es war auch an einer Tankstelle. Allerdings habe ich ihm mit der Zahlenkombination sozusagen einen Ohrwurm eingepflanzt. Während der gesamten Tankaktion hat er sich still in Gedanken die Zahlen immer wieder vorgesagt, damit er sie ja auch nicht vergisst“, erzählte ich.<br />
„Und hat es geklappt oder musstest du doch noch zum Bezahlen aussteigen?“, erkundigte sich jetzt auch meine Mutter, die neugierig geworden war.<br />
„Also das war so“, berichtete ich weiter. „Er hat sich immer wieder im Kopf die Kombination &#8218;<em><strong>ABCD</strong></em>&#8218; vorgesagt. Den gesamten Tankvorgang über und auf dem Weg zum Bezahlen. Er öffnete die Tür zum Kassenhäuschen und sagte sich immer noch still und leise &#8218;<em><strong>ABCD</strong></em>&#8218; vor. Er schritt auf den Kassierer zu und jetzt sollte sich dieser eigentlich nach der Tanksäulennummer erkundigen. Mein Peter jedoch war schneller und schmetterte ihm ungefragt und ohne zu überlegen die Nummer hin. Nur nannte er nicht die Säulennummer <em><strong>1, 2, 3 oder 4</strong></em>. Er rief ihm schon einige Schritte von der Kasse entfernt &#8218;<em><strong>ABCD</strong></em>!&#8216; zu. Im selben Moment hat er wohl registriert, was er da so vor sich hin posaunt hatte.“<br />
„Und was hat der Kassierer gesagt?“, wollte meine Schwiegermutter wissen und erklärte sofort: „So etwas darf man nämlich niemals tun!“<br />
„Ach“, sagte ich, „es war zum Glück sonst niemand da und der Kassierer war entweder leicht schwerhörig oder etwas schwer von Kapee. Er hat auf jeden Fall weder verwundert noch entsetzt oder sonst irgendwie auf die Äußerung von Peter reagiert.“<br />
Als ich diese Begebenheit unseren Mitfahrern erzählte, war selbstverständlich das Gelächter groß. Und unser Bekannter meinte nur trocken:<br />
„Typisch Peter! Aber das ist noch gar nichts gegen meinen Bruder. Der hat keinerlei Zahlengedächtnis und auch keine Frau, die sich diese Dinge merkt. Deshalb hat er sich die PIN sinnigerweise gleich auf der EC-Karte vermerkt, was natürlich äußerst praktisch ist.“<br />
„Ja genau“, bestätigte ich ironisch diesen Nachsatz. „Besonders, wenn die EC-Karte verloren geht. So weiß der Finder wenigstens sofort, wie er Geld am EC-Automaten abheben kann. Klasse Erfindung!“<br />
„Mein Bruder war schon immer praktisch veranlagt!“, lachte unser Bekannter.<br />
„Ich will mitlachen“, sagte mein Peter, der gerade vom Bezahlen kam und wieder in unser vollbesetztes Auto einstieg.<br />
„Ach, im Grunde genommen ging es nur um die Wichtigkeit des Merkens von Zahlenkombinationen“, berichtete unser Bekannter.<br />
„Das brauche <em><strong>ich</strong></em> nicht, dafür ist <em><strong>Astrid</strong></em> zuständig!“, erklärte Peter.<br />
„Und hast du dir die PIN bis zur Kasse merken können?“, wollte ich noch wissen.<br />
„Es hat alles prima geklappt. Vorsichtshalber habe ich mir die Zahlenkombination mit dem Finger auf den Kofferraumdeckel geschrieben“, teilte er uns grinsend mit und blickte dabei in vier vollkommen verdutzte Gesichter.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Aus dem Leben meiner Küchenuhr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Nov 2014 21:41:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Computer]]></category>
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		<category><![CDATA[Handy]]></category>
		<category><![CDATA[Küche]]></category>
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		<category><![CDATA[Modelle]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich stehe um die Mittagszeit in meiner Küche und bereite gerade meinen Auflauf vor.  „So“, denke ich „in einer halben Stunde stelle ich ihn in den Ofen und dann habe ich noch ungefähr 35 &#8211; 40 Minuten Zeit bis das Essen fertig ist.“ Ein Blick auf meine Küchenuhr bestätigt mir, dass ich dann genau pünktlich fertig bin, wenn mein Mann seine Aufräumarbeiten in unserem Garten beendet haben will. Mein Blick bleibt weiter an meiner Küchenuhr hängen.  „Was die wohl schon alles erlebt hat?“, frage ich mich insgeheim. Von ihrem Vorleben weiß ich nichts, nur, dass sie eines hat. Ich fand sie in einer Kiste auf dem Flohmarkt. „Wahrscheinlich stammt sie aus einer Haushaltsauflösung“, überlege ich mir. „Und bestimmt war sie einst ein richtiges Schmuckstück.“ Da lag sie ganz unscheinbar und unbeachtet zwischen anderen altertümlichen Sachen. Mir fiel sie auf. Warum weiß ich selbst nicht so genau. Wahrscheinlich durch ihre grüne Farbe. Diese taucht auch in meiner Bucheküche auf, die Arbeitsplatte, der Apothekerschrank und die beiden kleinen Regale tragen ebenfalls diese Farbe zur Schau. Ich glaube, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich stehe um die Mittagszeit in meiner Küche und bereite gerade meinen Auflauf vor. </strong></p>
<p><strong>„So“, denke ich „in einer halben Stunde stelle ich ihn in den Ofen und dann habe ich noch ungefähr 35 &#8211; 40 Minuten Zeit bis das Essen fertig ist.“ Ein Blick auf meine Küchenuhr bestätigt mir, dass ich dann genau pünktlich fertig bin, wenn mein Mann seine Aufräumarbeiten in unserem Garten beendet haben will. Mein Blick bleibt weiter an meiner Küchenuhr hängen. </strong></p>
<p><strong>„Was die wohl schon alles erlebt hat?“, frage ich mich insgeheim.</strong></p>
<p><span class="dropcap">V</span>on ihrem Vorleben weiß ich nichts, nur, dass sie eines hat. Ich fand sie in einer Kiste auf dem Flohmarkt.<br />
„Wahrscheinlich stammt sie aus einer Haushaltsauflösung“, überlege ich mir. „Und bestimmt war sie einst ein richtiges Schmuckstück.“<br />
Da lag sie ganz unscheinbar und unbeachtet zwischen anderen altertümlichen Sachen. Mir fiel sie auf. Warum weiß ich selbst nicht so genau. Wahrscheinlich durch ihre grüne Farbe. Diese taucht auch in meiner Bucheküche auf, die Arbeitsplatte, der Apothekerschrank und die beiden kleinen Regale tragen ebenfalls diese Farbe zur Schau. Ich glaube, damals habe ich den Händler auf drei DM runtergehandelt. Immerhin konnte er mir noch nicht einmal glaubhaft versichern, ob sie tatsächlich noch funktionieren würde.<br />
Peter hat sie ebenfalls vom ersten Moment an gemocht, doch er sah auch, dass ihre ehemalige Schönheit zu verblassen begann. Er reinigte sie und polierte ihre Messingzeiger so lange bis sie glänzten. Dann malte er ihre Ziffern 1 bis 12 goldfarben an. Danach erstrahlte die Küchenuhr wieder in ihrem alten neuen Glanz.<br />
„Vielleicht hat ihr die liebevolle Behandlung gutgetan“, wandern meine Gedanken weiter, denn man glaubt es kaum, aber die Uhr funktioniert. Brav zeigt sie jedem der es wissen will, wieviel die Stunde geschlagen hat. Manchmal gleiten unsere Blicke in freudiger Erwartung einer bestimmten Uhrzeit auf ihr Zifferblatt, aber manchmal hängen sie auch ängstlich an ihren Zeigern. Dann nämlich, wenn wir uns wünschen, diese würden sich langsamer drehen und uns nicht ständig zur Eile antreiben.<br />
In ihrem Vorleben muss sie jedoch schon eine Art Herzinfarkt erlitten haben, denn man hat ihr mit einem neuen Uhrwerk sozusagen ein neues Herz transplantiert. Und es läuft und läuft, gesetzt den Fall man wechselt hin und wieder den Herzschrittmacher, sprich die Batterien aus.<br />
Inzwischen ist sie zwar schon ein bisschen in die Jahre gekommen, aber unbeirrt zeigt sie uns Tag für Tag die Zeit. Sie gehört noch zur alten Garde, denn sie ist weder digital noch über Funk gesteuert. Deshalb müssen wir ihr zweimal im Jahr ein bisschen auf die Sprünge helfen. Dann nämlich, wenn der Wechsel zur Sommerzeit und dann wieder zur Winterzeit angesagt ist. Doch sie dankt uns diesen Dienst mit ihrer Treue und Beständigkeit. Lautlos drehen sich ihre Zeiger, egal ob Tag oder Nacht. Sie stört uns nicht durch Ticken oder Schlagen, denn Bescheidenheit ist ihre Zier.<br />
Und so hängt sie in meiner Küche und wacht über das Leben innerhalb dieser vier Wände.<br />
Schmunzelnd muss ich mir eingestehen: „Mit Sicherheit ist ihr Leben bei uns nicht langweiliger als in einer Hexenküche oder sogar in des Teufels Küche, denn auch in meiner Küche ist immer etwas los.“<br />
Hier wird gebrodelt und gekocht, manchmal ist Dampf in der Bude und manchmal züngeln die Flammen aus einem Topf empor. Hier wird gekocht und gegessen, gelacht und diskutiert, gearbeitet und gespielt, getanzt und gesungen …. hier vibrieren die Wände voller Leben. Doch meine grüne Küchenuhr hängt fest an ihrem Nagel und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, egal was auch immer in meiner Küche passiert. Und hier passiert ständig was, so auch jetzt:<br />
Inzwischen sind die Zeiger meiner Küchenuhr auf ein Uhr mittags gewandert. Würde sie mit Glockenschlag diese volle Stunde anzeigen, dann wäre ihr Schlag exakt mit dem Klingeln an unserer Haustür zusammengefallen.<br />
Ich stelle den Auflauf in den Ofen und eile dann zur Tür, vor der unser Sohn und eine Kommilitonin stehen. Beide haben vollgepackte Tüten und Taschen in den Händen.<br />
„Hi“, sage ich, „was habt ihr denn vor?“<br />
„Erst mal was zu essen kochen und dann an unserem Projekt weiter arbeiten!“, erklärt mir Timo, während er in meine Küche stürmt und alles dort auf der Arbeitsplatte abstellt.<br />
Seine Kommilitonin begrüßt mich und marschiert ebenfalls in meine Küche. Sie packen ihre Einkäufe aus und beginnen zu werkeln. Wie ich die Sache überschaue, wollen sie sich Schnitzel in die Pfanne hauen, eine Pilzsoße mit Bandnudeln dazu machen und über alles Käse drüber. Innerhalb von zehn Minuten, wie mich meine Küchenuhr wissen lässt, hat sich meine Küche in das reinste Schlachtfeld verwandelt. Ich bin nur froh, dass ich eine Spülmaschine besitze, denn ich kann mir vorstellen, dass hinterher keiner mehr Lust auf den Abwasch verspürt. Ich verziehe mich erst einmal zu meinem Mann in den Garten, denn meine Ratschläge sind hier bestimmt nicht gefragt. Außerdem müssen die jungen Leute selbst ihre Kocherfahrungen machen. Ich werfe ihnen nur noch ein „Macht doch die Dunstabzugshaube an und ruft mich, wenn mein Auflauf im Backofen fertig ist!“ entgegen und verschwinde kurz nach draußen.<br />
Als ich wieder nach gefühlten 25 Minuten in meiner Küche erscheine, wo übrigens alle drei Fenster und die Tür sperrangelweit offen stehen, damit die Rauchentwicklung besser abziehen kann, sagt mir meine Küchenuhr, dass mein Auflauf schnellstens aus dem Ofen muss.<br />
Während Peter und ich auf unserer Terrasse speisen, lassen es sich die beiden jungen Leute in der Küche schmecken. Mir wird beim Anblick des Chaos in diesen vier Wänden fast schwindelig. Teller, Töpfe und Pfannen stapeln sich neben der Spüle.<br />
„Könnt ihr nicht die Sachen gleich in die Spülmaschine stellen?!“, frage ich, woraufhin Timos Kommilitonin die Teller einräumt und mein Sohn achselzuckend erklärt: „Schau doch mal auf die Uhr, es ist schon nach zwei und wir haben noch nicht angefangen.“<br />
„Ach, wie die Zeit vergeht“, sage ich nur und mache mich an die Säuberungsarbeit in meiner Küche.<br />
Plötzlich kommt mein Mann in die Küche gestürmt und starrt erschrocken auf die Küchenuhr. „Ich hab ja in einer halben Stunde eine Besprechung. Wieso ist es denn schon so spät? Das kann doch gar nicht sein. Geht die Uhr denn überhaupt richtig?“<br />
„Exakt“, bestätigt unser Sohn, der die Zeigerstellung der Wanduhr mit der digitalen Anzeige auf seinem Handy verglichen hat.<br />
Mein Mann stürmt nach oben ins Badezimmer und zehn Minuten später wieder in die Küche. Gerade will er zur Haustür hinaus marschieren, da klingelt unser Telefon. Die Besprechung ist abgesagt und weil sie auf einen anderen Termin verschoben wird, beschließt Peter von zu Hause aus zu arbeiten. Er packt seinen Laptop wieder aus und setzt sich zu den beiden jungen Leuten an unseren ausgezogenen Küchentisch. Diese haben neben ihren Laptops noch einen weiteren großen Bildschirm aufgebaut, damit sie ihre Konstruktionen (beide sind Architekturstudenten) besser begutachten und diskutieren können. Da ich jetzt auch noch meinen Laptop auspacke, um zu arbeiten, erinnert dieser Raum inzwischen eher an einen Computerpool als an eine Küche. Zwischendrin schleicht unsere Katze von einem zum anderen, um sich Milch und Leckerlies verabreichen zu lassen.<br />
Mehr als drei Stunden später, ich war mittlerweile noch schnell beim Bäcker um Brot für das Abendessen zu holen, betrete ich wieder meine Küche, um festzustellen, dass sich mein Mann in sein heimisches Büro verzogen und die Anzahl der Studenten sich verdoppelt hat. Zu Viert wird jetzt an mehreren Modellen gearbeitet.<br />
„Wann müsst ihr denn eigentlich fertig sein?“, frage ich die Studenten.<br />
„Morgen haben wir Präsentation und bis genau null Uhr müssen alle CAD Daten via E-mail übermittelt sein“, erklären sie mir.<br />
„Naja, das sind noch gute fünf Stunden und wenn ihr schon beim Modellbau seid, dann reicht euch die Zeit ja“, erwidere ich.„Hoffentlich!“, meint Timo, wir haben da noch ein paar Änderungen in der Konstruktion zu machen.“<span style="line-height: 1.73;">„Und damit läuft wieder einmal der Countdown“, denke ich mir und packe meine Einkäufe aus.</span></p>
<p>„Habt ihr denn keinen Hunger?“, richte ich meine neue Frage an die Studenten.<br />
„Keine Zeit!“, klingt es fast gleichzeitig aus allen Richtungen, d.h. vom Fußboden her, auf dem die Bauteile für die Modelle zugeschnitten werden und vom Küchentisch her, wo man diese Teile zusammenbaut.<br />
Um unsere Studenten, meinen Mann und mich nicht verhungern zu lassen und so wenig wie möglich zu stören, schmiere ich leckere Brote, viertele Tomaten und richte diese mit Gürkchen auf einem Teller an. Der einzige freie Platz in meiner Küche ist jetzt nur noch mein Cerankochfeld, also stelle ich hier alles zusammen mit Getränken hin und lade alle ein zuzugreifen.<br />
Kauend wird weitergearbeitet und immer wieder wandern die Blicke zu unserer Küchenuhr. Irgendwie ahne ich jetzt schon, dass es wieder einmal spannend und ein Wettlauf mit der Zeit wird.<br />
Während Peter und ich uns ins Wohnzimmer verziehen, dringen aus der Küche unterschiedliche Laute herüber. Anscheinend läuft der Küchenfernseher und gleichzeitig die Stereoanlage. Hin und wieder höre ich irgendwelche Diskussionen, die sich um das eine oder andere Bauteil drehen, zwischendurch ertönen in gewissen Abständen immer wieder Zeitdurchsagen, bis dann eine Dreiviertelstunde vor Abgabetermin laute Schimpfkanonen losgelassen werden. Verwundert schauen wir uns an und erkennen, dass sich dort in der Küche irgendwelche Probleme auftun, die anscheinend den Zeitplan in Frage stellen. Schon stürmen auch Timo und seine Kommilitonen in unser Wohnzimmer. Ihnen ist die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben.<br />
„Werdet ihr nicht rechtzeitig fertig oder was ist los?“, will ich wissen.<br />
„Das wird nichts“, erklärt Timo und als ich stirnrunzelnd auf die betrübten Gesichter blicke, fügt ein Student hinzu: „Wir sind fertig, aber die E-mail geht nicht raus! Das „nudelt“ jetzt schon 5 Minuten, aber die Datenmenge ist zu groß und die Verbindung zu langsam.“<br />
„Los, auf!“, kommandiert Timo plötzlich. „Packt zusammen, wir düsen in die Uni und schicken von dort die Mail raus!“<br />
In Windeseile schultern alle ihre Rucksäcke und schnappen sich ihre Laptops, Timo sitzt schon im Auto und startet den Motor, dann rasen sie los. Ich marschiere in die Küche, werfe einen Blick auf meine Küchenuhr, die genau 15 Minuten vor Mitternacht anzeigt, bevor mich fast der Schlag trifft. Hier liegt alles kreuz und quer: Papierschnitzel, Kleber, fast fertige Modelle, aufgeschlagene Notizblöcke und Bücher, dazwischen Getränke und verstreute Gummibärchen. So gut es geht versuche ich etwas Ordnung in das Chaos zu bringen. Zwischendurch heftet sich mein Blick immer wieder an meiner Küchenuhr fest. Unbarmherzig gleiten die Zeiger der Zwölf entgegen. Noch drei Minuten. Noch zwei Minuten. Mein Mann fängt meinen Blick auf und sagt nur:<br />
„Wird schon!“<br />
„Noch eine Minute!“, entgegne ich nur.<br />
Ich wage kaum zu atmen, da stehen auch schon beide Zeiger übereinander. Ich lasse mich gerade auf einen Küchenstuhl sinken, da piepst mein Handy:<br />
„Geschafft!“, steht auf dem Display und ich hole erst einmal tief Luft und ein Strahlen erscheint auf meinem Gesicht.<br />
Zehn Minuten später erscheinen die Studenten wieder und bauen bis in die frühen Morgenstunden an ihren Modellen weiter, um nach drei Stunden Schlaf in unseren Gästebetten und einem kurzen Frühstück zur Präsentation in die Uni aufzubrechen.<br />
Unaufhaltsam drehen sich währenddessen die Zeiger unserer treuen Küchenuhr weiter.</p>
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