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	<title>Haltung &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Ein gewöhnlicher Donnerstag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jan 2020 13:12:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Alkohol]]></category>
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					<description><![CDATA[Sein Name war Anton Helfer.* Er war Oberamtsrat und sehr korrekt. Das drückte auch seine ganze Haltung und sein gesamtes Verhalten aus. Er ging aufrecht, erhobenen Hauptes und mit dem Blick geradeaus. Stellte man ihm eine Frage, so konnte man sicher sein, dass er sie wahrheitsgemäß beantwortete. Man konnte nicht behaupten, dass er viel lachte, doch hin und wieder huschte auch bei ihm ein sympathisches Schmunzeln über das Gesicht.  Ob er bei seinen Mitmenschen beliebt war? Zumindest war er nicht unbeliebt. Doch durch seine sehr zurückhaltende und recht introvertierte Art begegnete man ihm nicht mit überschwänglichen Gefühlen. Man akzeptierte und respektierte ihn und mochte ihn auf eine ganz eigene Art. Anton war auf keinen Fall ein unangenehmer Zeitgenosse, doch man musste ihn zu nehmen wissen. Er war unverheiratet. Nein, das entsprach nicht ganz der Wahrheit. Einst war er es, aber inzwischen geschieden von der Frau, die ihn auch heute noch nicht losließ. Sie führten gewissermaßen eine Wochenendbeziehung, die inzwischen allerdings nur noch auf platonische Art stattfand. Der Tag, an dem es sich ereignete, war ein &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sein Name war Anton Helfer.* Er war Oberamtsrat und sehr korrekt. Das drückte auch seine ganze Haltung und sein gesamtes Verhalten aus. Er ging aufrecht, erhobenen Hauptes und mit dem Blick geradeaus. Stellte man ihm eine Frage, so konnte man sicher sein, dass er sie wahrheitsgemäß beantwortete. Man konnte nicht behaupten, dass er viel lachte, doch hin und wieder huschte auch bei ihm ein sympathisches Schmunzeln über das Gesicht.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p><span class="dropcap">O</span>b er bei seinen Mitmenschen beliebt war? Zumindest war er nicht unbeliebt. Doch durch seine sehr zurückhaltende und recht introvertierte Art begegnete man ihm nicht mit überschwänglichen Gefühlen. Man akzeptierte und respektierte ihn und mochte ihn auf eine ganz eigene Art. Anton war auf keinen Fall ein unangenehmer Zeitgenosse, doch man musste ihn zu nehmen wissen.<br />
Er war unverheiratet. Nein, das entsprach nicht ganz der Wahrheit. Einst war er es, aber inzwischen geschieden von der Frau, die ihn auch heute noch nicht losließ. Sie führten gewissermaßen eine Wochenendbeziehung, die inzwischen allerdings nur noch auf platonische Art stattfand.<br />
Der Tag, an dem es sich ereignete, war ein gewöhnlicher Donnerstag. Anton packte um Schlag 18 Uhr am Abend seine Aktentasche und schloss sein Büro im Amt ab. Exakt mit dem letzten Schlag der Turmuhr der benachbarten Kirche hörte er noch ein anderes Geräusch. Es war sein Magen, der knurrend kund gab, dass er Hunger hatte.<br />
Anton horchte in sich hinein und erkannte, dass er nicht nur Hunger, sondern auch noch Appetit hatte. Ihm gelüstete es nach einer Spezialität aus einem Schnellrestaurant, das angeblich niemand besuchte, wo man sich allerdings immer in einer Schlange anstellen musste.<br />
Anton Helfer marschierte in die Fußgängerzone und freute sich auf ein richtig deftiges Essen.<br />
Unvermittelt trat ihm ein Mann in den Weg und hielt ihm die ausgestreckte Hand entgegen. Anton stoppte unwillkürlich und blickte auf diese etwas schmutzige Hand, die der Fremde ihm nicht zum Grüße reichen wollte, sondern um etwas hineingelegt zu bekommen.<br />
„Bitte! Haben Sie ein paar Euro?! Ich habe Hunger“, sagte der Mann, der ähnlich schmutzig aussah wie seine Hand.<br />
„Nein“, sagte Anton. „Das wird doch nur in Alkohol angelegt.“<br />
Bevor der Bittende etwas erwidern konnte, erklang Antons raue befehlende Stimme erneut: „Mitkommen!“<br />
Verdutzt sah ihn der Fremde an, doch Anton wandte sich schon zum Weitergehen. So blieb dem Mann nichts anderes übrig, als ihm nachzulaufen.<br />
Verwundert betrat er dann nach Anton das besagte Schnellrestaurant und stellte sich hinter ihm in der Schlange an.<br />
„Suchen Sie sich etwas aus,- egal was auch immer. Nur kein Alkohol“, meinte Anton Helfer bestimmt und ohne jegliche erkennbare Regung.<br />
Als sie dann gemeinsam vor Speis und Trank saßen, herrschte zwischen ihnen totale Stille. Der Fremde aß so gierig, als hätte man ihm ein feudales Menü vorgesetzt.<br />
„Was können Sie?“, wollte Anton irgendwann wissen.<br />
„Nichts mehr“, lautete die Antwort.<br />
„Das gibt es nicht!“, schmetterte der Oberamtsrat ihm entgegen.<br />
„Früher war ich einmal Schreiner, aber nach dem Tod meiner Frau hat mich der Lebensmut verlassen und ich kann alles nur noch mit Alkohol ertragen.“<br />
Anton blickte auf die zitternden Hände, die den Becher mit Limonade umklammerten und dann in das Gesicht des Fremden. Was er sah, waren ehrliche und unsagbar traurige Augen.<br />
„Hier“, sagte Anton und reichte ihm eine Visitenkarte. „Kommen Sie morgen nüchtern und sauber in mein Büro. Dann reden wir weiter und vielleicht finden wir eine Lösung. Aber Sie müssen dem Alkohol für immer abschwören.“<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Daraufhin erhob sich Anton Helfer, schenkte dem Fremden ein kurzes freundliches Lächeln und verschwand ohne ein weiteres Wort durch die Restauranttür nach draußen…</p>
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<p>Vielleicht möchtet Ihr das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/4549-2/">Das Wiedersehen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/die-mausefalle/">Die Mausefalle</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/chaotische-familie/">Meine ganz normale, chaotische Familie</a></p>
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<p>*Name ist frei erfunden und hat nichts mit lebenden oder gestorbenen Personen zu tun</p>
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