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	<title>Flohmarkt &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Tickt ihr noch richtig?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Jan 2017 13:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Abend]]></category>
		<category><![CDATA[Flohmarkt]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist Samstagabend und wir wollen uns mit unseren Freunden Conny und Peter treffen. Wir gehen dorthin, wo es Gerümpel und Kostbarkeiten gibt, nämlich auf einen Flohmarkt. Zu dieser Jahreszeit ist es immer ein ganz besonderes Erlebnis, denn es handelt sich um einen Nachtflohmarkt, der in den Messehallen stattfindet. „Bestimmt sind Frank und Regina auch da. Die beiden lieben solche Flohmärkte auch“, sage ich, ziehe meinen Mantel an und öffne auch schon die Haustür. Draußen hat es gerade begonnen zu schneien und glatt ist es obendrein, doch die Hauptstraßen sind zum Glück frei. Somit steht unserer Unternehmung nichts im Wege. „Ich rufe gleich mal Conny an“, teile ich meinem Peter mit und zücke auch schon mein Handy. „Macht Euch keinen Stress, wir fahren auch gerade erst los“, teilt mir diese mit. „Wir finden uns dann schon.“ So ist es auch. Kaum haben wir die große Halle betreten, teilen wir uns auf, gehen also sozusagen getrennte Wege. Schon nach wenigen Schritten kommt eine Frau auf mich zu. „Hallo Astrid. Schön, dass ihr auch da seid.“ „Hallo Regina. Habt &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist Samstagabend und wir wollen uns mit unseren Freunden Conny und Peter treffen. Wir gehen dorthin, wo es <a href="http://lifetellsstories.de/geruempel-oder-kostbarkeiten/">Gerümpel und Kostbarkeiten</a> gibt, nämlich auf einen Flohmarkt. Zu dieser Jahreszeit ist es immer ein ganz besonderes Erlebnis, denn es handelt sich um einen Nachtflohmarkt, der in den Messehallen stattfindet.</strong><br />
<strong>„Bestimmt sind Frank und Regina auch da. Die beiden lieben solche Flohmärkte auch“, sage ich, ziehe meinen Mantel an und öffne auch schon die Haustür. Draußen hat es gerade begonnen zu schneien und glatt ist es obendrein, doch die Hauptstraßen sind zum Glück frei. Somit steht unserer Unternehmung nichts im Wege.</strong><br />
<span class="dropcap">„I</span>ch rufe gleich mal Conny an“, teile ich meinem Peter mit und zücke auch schon mein Handy.<br />
„Macht Euch keinen Stress, wir fahren auch gerade erst los“, teilt mir diese mit. „Wir finden uns dann schon.“<br />
So ist es auch. Kaum haben wir die große Halle betreten, teilen wir uns auf, gehen also sozusagen getrennte Wege. Schon nach wenigen Schritten kommt eine Frau auf mich zu.<br />
„Hallo Astrid. Schön, dass ihr auch da seid.“<br />
„Hallo Regina. Habt ihr schon etwas gefunden?“<br />
„Ich noch nicht und Frank kauft hoffentlich auch nicht die ganzen Stände auf“, meint sie mit einem Zwinkern.<br />
„Das hoffe ich von Peter auch“, pflichte ich ihr bei, danach läuft jeder für sich weiter. Wir wissen auch ohne Worte, dass wir schon bald in der einen Ecke der Halle zusammen sitzen werden und gegenseitig unsere erstandenen Kostbarkeiten bewundern werden. Das machen wir immer so.<br />
Eine Reihe weiter treffe ich auf Peter und Conny. Wohlweißlich hat Peter schon einen Rucksack auf dem Rücken, in den er seine Fundstücke packen kann. Dieser sieht allerdings noch ziemlich leer aus, aber noch ist ja nicht aller Tage Abend, wie man so schön sagt.<br />
Da sehen wir auch schon meinen Mann zwei Reihen weiter.<br />
„Na, Peter scheint schon etwas ergattert zu haben“, grinst mir Conny’s Peter zu. „Er hat nämlich schon eine Tüte in der Hand.“<br />
„Oh je!“, rufe ich aus. „Wir könnten doch schon selbst einen eigenen Flohmarkt veranstalten. Wenn ich die Sachen hier so betrachte, dann gibt es davon schon Einiges bei meiner Mutter und bei uns. Für mich habe ich das Jahr 2017 als persönliches Jahr des Ausmistens deklariert. Erst heute habe ich eine riesengroße Tüte mit Jacken und Westen aussortiert.“<br />
„Von meinen Sachen aus dem Keller und der Garage wird nichts weggeworfen“, sagt mein Mann, der plötzlich neben uns auftaucht. „Kleidung kannst du von mir aus aussortieren, aber auf keinen Fall Werkzeug oder irgendwelche Ersatzteile.“<br />
„Was hast du denn in deiner Tüte“, will ich wissen und schon hängen vier Köpfe über der geöffneten Tüte. „Ein Auto!“, rufe ich aus und verdrehe die Augen.<br />
„Aber was für eins!“, klingt Conny’s Peter begeistert. „Ein Jaguar E &#8211; Baujahr 1961!“<br />
„Seit wann spielst du mit Modellautos? Du sammelst doch richtige Oldtimer“, fragt Conny.<br />
„Ich habe gerade viel, viel Geld gespart, weil ich den Jaguar nur als Modell gekauft habe. Außerdem kann irgendwann das Enkelchen damit spielen. Also habe ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen“, erklärt mein Peter.<br />
Unsere Wege trennen sich dann wieder und jeder stöbert durch die Reihen. Zuerst sitzen Regina, mein Peter und ich am Rande und betrachten das Treiben. Regina und ich haben dieses Mal nichts gefunden. Auch Frank gesellt sich zu uns, er hat allerdings einen Wecker mit zwei Glocken. Ich erzähle ihm gleich meine Erfahrungen aus meiner Studentenzeit mit einem solchen Wecker und empfehle ihm diesen am besten auf eine Glasplatte zu stellen.<br />
„Dann sitzt du hundertprozentig senkrecht im Bett, wenn er läutet“, grinse ich.<br />
„Was liegt denn hier alles rum?“, wollen Conny und Peter wissen, die jetzt hinzu kommen. Interessiert betrachten sie unseren Nachbartisch.<br />
„Das sind meine Errungenschaften“, verkündet mein Mann ganz stolz.<br />
Neben dem Jaguar liegen vier schöne, alte und gerahmte Grafiken, die irgendjemand vor langer Zeit per Hand erstellt hat.<br />
Wir plaudern und lachen und freuen uns, dass wir wieder einmal einen schönen gemeinsamen Abend verleben, da meint Frank plötzlich:<br />
„Ich muss noch an den einen Stand dort drüben gehen. Dort, wo es die vielen Uhren gibt. Die Frau wollte mir nämlich eine schenken.“<br />
„Hast du wieder einmal deinen Charme spielen lassen?“, frage ich ihn.<br />
„Ach, nein!“, wehrt er sofort ab. „Das Glas der Uhr ist kaputt und die Frau will alle Uhren loswerden, denn sie hat anscheinend ziemlich viele, auch zu Hause noch.“<br />
Kurz darauf kommt Frank mit einer schönen und funktionsfähigen Uhr zurück, die man auf eine Anrichte stellen kann und erntet selbstverständlich unser aller Begeisterung.<br />
„Und die hast du geschenkt bekommen?“, frage ich ungläubig.<br />
„Ja, du siehst doch, das Glas ist kaputt. Die Frau verkauft sowieso alle Uhren nur für ein paar Euro.“<br />
„Ich gehe da jetzt auch mal hin, denn ich habe dort vorhin ebenfalls eine schöne Uhr gesehen. Vielleicht ist sie ja noch da“, erklärt uns Conny und macht sich auf den Weg.</p>
<p>Sie kommt ein paar Minuten später zurück und hält eine etwas kleinere Version in der Hand. Sie soll ihren Platz im Flur des Hauses von Conny und Peter finden. Aber damit nicht genug! Conny’s Peter läuft schon begeistert in Richtung des Uhrenstandes und kommt tatsächlich mit noch einer weiteren Uhr der gleichen Art zurück. Nachdem sich Frank und Regina verabschiedet haben, erhebt sich auch noch mein Peter und richtet seine Schritte so aus, dass er ebenfalls an dem besagten Stand ankommt. Gefolgt von Conny’s Peter, der ihm den Weg weist, damit er den Uhrenstand auch ja nicht verfehlen kann.<br />
„Ich ahne schon, was jetzt kommt“, sage ich zu Conny.<br />
„Ich auch!“<br />
Aber wir ahnen es nicht, denn meistens kommt es anders als man denkt. Auch in unserem Fall. Mein Peter erscheint mit einer noch größeren Uhr und Conny’s Peter hält strahlend ebenfalls noch eine weitere Uhr in der Hand. Insgesamt sind jetzt Peter und Conny stolze Besitzer von drei Uhren, bei uns beziffert es sich zum Glück nur auf eine einzige.<br />
„Tickt ihr noch richtig?“, entfährt es mir und ich betrachte die beiden Männer mit ihren Errungenschaften etwas skeptisch.<br />
„Ja, klar!“, erklärt Conny’s Peter trocken. „Die funktionieren alle noch!“</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter wp-image-3966 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/01/1200px-IMG_5195-1024x768.jpg" width="840" height="630" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/01/1200px-IMG_5195-1024x768.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/01/1200px-IMG_5195-300x225.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/01/1200px-IMG_5195-768x576.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/01/1200px-IMG_5195.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
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<p><a href="http://lifetellsstories.de/geruempel-oder-kostbarkeiten/">Gerümpel und Kostbarkeiten</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/die-jahre-gekommen/">In die Jahre gekommen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/ach-du-liebe-zeit/">Ach du liebe Zeit!</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Aus dem Leben meiner Küchenuhr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Nov 2014 21:41:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Computer]]></category>
		<category><![CDATA[Flohmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Handy]]></category>
		<category><![CDATA[Küche]]></category>
		<category><![CDATA[Küchenuhr]]></category>
		<category><![CDATA[Laptop]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Modelle]]></category>
		<category><![CDATA[Studenten]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich stehe um die Mittagszeit in meiner Küche und bereite gerade meinen Auflauf vor.  „So“, denke ich „in einer halben Stunde stelle ich ihn in den Ofen und dann habe ich noch ungefähr 35 &#8211; 40 Minuten Zeit bis das Essen fertig ist.“ Ein Blick auf meine Küchenuhr bestätigt mir, dass ich dann genau pünktlich fertig bin, wenn mein Mann seine Aufräumarbeiten in unserem Garten beendet haben will. Mein Blick bleibt weiter an meiner Küchenuhr hängen.  „Was die wohl schon alles erlebt hat?“, frage ich mich insgeheim. Von ihrem Vorleben weiß ich nichts, nur, dass sie eines hat. Ich fand sie in einer Kiste auf dem Flohmarkt. „Wahrscheinlich stammt sie aus einer Haushaltsauflösung“, überlege ich mir. „Und bestimmt war sie einst ein richtiges Schmuckstück.“ Da lag sie ganz unscheinbar und unbeachtet zwischen anderen altertümlichen Sachen. Mir fiel sie auf. Warum weiß ich selbst nicht so genau. Wahrscheinlich durch ihre grüne Farbe. Diese taucht auch in meiner Bucheküche auf, die Arbeitsplatte, der Apothekerschrank und die beiden kleinen Regale tragen ebenfalls diese Farbe zur Schau. Ich glaube, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich stehe um die Mittagszeit in meiner Küche und bereite gerade meinen Auflauf vor. </strong></p>
<p><strong>„So“, denke ich „in einer halben Stunde stelle ich ihn in den Ofen und dann habe ich noch ungefähr 35 &#8211; 40 Minuten Zeit bis das Essen fertig ist.“ Ein Blick auf meine Küchenuhr bestätigt mir, dass ich dann genau pünktlich fertig bin, wenn mein Mann seine Aufräumarbeiten in unserem Garten beendet haben will. Mein Blick bleibt weiter an meiner Küchenuhr hängen. </strong></p>
<p><strong>„Was die wohl schon alles erlebt hat?“, frage ich mich insgeheim.</strong></p>
<p><span class="dropcap">V</span>on ihrem Vorleben weiß ich nichts, nur, dass sie eines hat. Ich fand sie in einer Kiste auf dem Flohmarkt.<br />
„Wahrscheinlich stammt sie aus einer Haushaltsauflösung“, überlege ich mir. „Und bestimmt war sie einst ein richtiges Schmuckstück.“<br />
Da lag sie ganz unscheinbar und unbeachtet zwischen anderen altertümlichen Sachen. Mir fiel sie auf. Warum weiß ich selbst nicht so genau. Wahrscheinlich durch ihre grüne Farbe. Diese taucht auch in meiner Bucheküche auf, die Arbeitsplatte, der Apothekerschrank und die beiden kleinen Regale tragen ebenfalls diese Farbe zur Schau. Ich glaube, damals habe ich den Händler auf drei DM runtergehandelt. Immerhin konnte er mir noch nicht einmal glaubhaft versichern, ob sie tatsächlich noch funktionieren würde.<br />
Peter hat sie ebenfalls vom ersten Moment an gemocht, doch er sah auch, dass ihre ehemalige Schönheit zu verblassen begann. Er reinigte sie und polierte ihre Messingzeiger so lange bis sie glänzten. Dann malte er ihre Ziffern 1 bis 12 goldfarben an. Danach erstrahlte die Küchenuhr wieder in ihrem alten neuen Glanz.<br />
„Vielleicht hat ihr die liebevolle Behandlung gutgetan“, wandern meine Gedanken weiter, denn man glaubt es kaum, aber die Uhr funktioniert. Brav zeigt sie jedem der es wissen will, wieviel die Stunde geschlagen hat. Manchmal gleiten unsere Blicke in freudiger Erwartung einer bestimmten Uhrzeit auf ihr Zifferblatt, aber manchmal hängen sie auch ängstlich an ihren Zeigern. Dann nämlich, wenn wir uns wünschen, diese würden sich langsamer drehen und uns nicht ständig zur Eile antreiben.<br />
In ihrem Vorleben muss sie jedoch schon eine Art Herzinfarkt erlitten haben, denn man hat ihr mit einem neuen Uhrwerk sozusagen ein neues Herz transplantiert. Und es läuft und läuft, gesetzt den Fall man wechselt hin und wieder den Herzschrittmacher, sprich die Batterien aus.<br />
Inzwischen ist sie zwar schon ein bisschen in die Jahre gekommen, aber unbeirrt zeigt sie uns Tag für Tag die Zeit. Sie gehört noch zur alten Garde, denn sie ist weder digital noch über Funk gesteuert. Deshalb müssen wir ihr zweimal im Jahr ein bisschen auf die Sprünge helfen. Dann nämlich, wenn der Wechsel zur Sommerzeit und dann wieder zur Winterzeit angesagt ist. Doch sie dankt uns diesen Dienst mit ihrer Treue und Beständigkeit. Lautlos drehen sich ihre Zeiger, egal ob Tag oder Nacht. Sie stört uns nicht durch Ticken oder Schlagen, denn Bescheidenheit ist ihre Zier.<br />
Und so hängt sie in meiner Küche und wacht über das Leben innerhalb dieser vier Wände.<br />
Schmunzelnd muss ich mir eingestehen: „Mit Sicherheit ist ihr Leben bei uns nicht langweiliger als in einer Hexenküche oder sogar in des Teufels Küche, denn auch in meiner Küche ist immer etwas los.“<br />
Hier wird gebrodelt und gekocht, manchmal ist Dampf in der Bude und manchmal züngeln die Flammen aus einem Topf empor. Hier wird gekocht und gegessen, gelacht und diskutiert, gearbeitet und gespielt, getanzt und gesungen …. hier vibrieren die Wände voller Leben. Doch meine grüne Küchenuhr hängt fest an ihrem Nagel und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, egal was auch immer in meiner Küche passiert. Und hier passiert ständig was, so auch jetzt:<br />
Inzwischen sind die Zeiger meiner Küchenuhr auf ein Uhr mittags gewandert. Würde sie mit Glockenschlag diese volle Stunde anzeigen, dann wäre ihr Schlag exakt mit dem Klingeln an unserer Haustür zusammengefallen.<br />
Ich stelle den Auflauf in den Ofen und eile dann zur Tür, vor der unser Sohn und eine Kommilitonin stehen. Beide haben vollgepackte Tüten und Taschen in den Händen.<br />
„Hi“, sage ich, „was habt ihr denn vor?“<br />
„Erst mal was zu essen kochen und dann an unserem Projekt weiter arbeiten!“, erklärt mir Timo, während er in meine Küche stürmt und alles dort auf der Arbeitsplatte abstellt.<br />
Seine Kommilitonin begrüßt mich und marschiert ebenfalls in meine Küche. Sie packen ihre Einkäufe aus und beginnen zu werkeln. Wie ich die Sache überschaue, wollen sie sich Schnitzel in die Pfanne hauen, eine Pilzsoße mit Bandnudeln dazu machen und über alles Käse drüber. Innerhalb von zehn Minuten, wie mich meine Küchenuhr wissen lässt, hat sich meine Küche in das reinste Schlachtfeld verwandelt. Ich bin nur froh, dass ich eine Spülmaschine besitze, denn ich kann mir vorstellen, dass hinterher keiner mehr Lust auf den Abwasch verspürt. Ich verziehe mich erst einmal zu meinem Mann in den Garten, denn meine Ratschläge sind hier bestimmt nicht gefragt. Außerdem müssen die jungen Leute selbst ihre Kocherfahrungen machen. Ich werfe ihnen nur noch ein „Macht doch die Dunstabzugshaube an und ruft mich, wenn mein Auflauf im Backofen fertig ist!“ entgegen und verschwinde kurz nach draußen.<br />
Als ich wieder nach gefühlten 25 Minuten in meiner Küche erscheine, wo übrigens alle drei Fenster und die Tür sperrangelweit offen stehen, damit die Rauchentwicklung besser abziehen kann, sagt mir meine Küchenuhr, dass mein Auflauf schnellstens aus dem Ofen muss.<br />
Während Peter und ich auf unserer Terrasse speisen, lassen es sich die beiden jungen Leute in der Küche schmecken. Mir wird beim Anblick des Chaos in diesen vier Wänden fast schwindelig. Teller, Töpfe und Pfannen stapeln sich neben der Spüle.<br />
„Könnt ihr nicht die Sachen gleich in die Spülmaschine stellen?!“, frage ich, woraufhin Timos Kommilitonin die Teller einräumt und mein Sohn achselzuckend erklärt: „Schau doch mal auf die Uhr, es ist schon nach zwei und wir haben noch nicht angefangen.“<br />
„Ach, wie die Zeit vergeht“, sage ich nur und mache mich an die Säuberungsarbeit in meiner Küche.<br />
Plötzlich kommt mein Mann in die Küche gestürmt und starrt erschrocken auf die Küchenuhr. „Ich hab ja in einer halben Stunde eine Besprechung. Wieso ist es denn schon so spät? Das kann doch gar nicht sein. Geht die Uhr denn überhaupt richtig?“<br />
„Exakt“, bestätigt unser Sohn, der die Zeigerstellung der Wanduhr mit der digitalen Anzeige auf seinem Handy verglichen hat.<br />
Mein Mann stürmt nach oben ins Badezimmer und zehn Minuten später wieder in die Küche. Gerade will er zur Haustür hinaus marschieren, da klingelt unser Telefon. Die Besprechung ist abgesagt und weil sie auf einen anderen Termin verschoben wird, beschließt Peter von zu Hause aus zu arbeiten. Er packt seinen Laptop wieder aus und setzt sich zu den beiden jungen Leuten an unseren ausgezogenen Küchentisch. Diese haben neben ihren Laptops noch einen weiteren großen Bildschirm aufgebaut, damit sie ihre Konstruktionen (beide sind Architekturstudenten) besser begutachten und diskutieren können. Da ich jetzt auch noch meinen Laptop auspacke, um zu arbeiten, erinnert dieser Raum inzwischen eher an einen Computerpool als an eine Küche. Zwischendrin schleicht unsere Katze von einem zum anderen, um sich Milch und Leckerlies verabreichen zu lassen.<br />
Mehr als drei Stunden später, ich war mittlerweile noch schnell beim Bäcker um Brot für das Abendessen zu holen, betrete ich wieder meine Küche, um festzustellen, dass sich mein Mann in sein heimisches Büro verzogen und die Anzahl der Studenten sich verdoppelt hat. Zu Viert wird jetzt an mehreren Modellen gearbeitet.<br />
„Wann müsst ihr denn eigentlich fertig sein?“, frage ich die Studenten.<br />
„Morgen haben wir Präsentation und bis genau null Uhr müssen alle CAD Daten via E-mail übermittelt sein“, erklären sie mir.<br />
„Naja, das sind noch gute fünf Stunden und wenn ihr schon beim Modellbau seid, dann reicht euch die Zeit ja“, erwidere ich.„Hoffentlich!“, meint Timo, wir haben da noch ein paar Änderungen in der Konstruktion zu machen.“<span style="line-height: 1.73;">„Und damit läuft wieder einmal der Countdown“, denke ich mir und packe meine Einkäufe aus.</span></p>
<p>„Habt ihr denn keinen Hunger?“, richte ich meine neue Frage an die Studenten.<br />
„Keine Zeit!“, klingt es fast gleichzeitig aus allen Richtungen, d.h. vom Fußboden her, auf dem die Bauteile für die Modelle zugeschnitten werden und vom Küchentisch her, wo man diese Teile zusammenbaut.<br />
Um unsere Studenten, meinen Mann und mich nicht verhungern zu lassen und so wenig wie möglich zu stören, schmiere ich leckere Brote, viertele Tomaten und richte diese mit Gürkchen auf einem Teller an. Der einzige freie Platz in meiner Küche ist jetzt nur noch mein Cerankochfeld, also stelle ich hier alles zusammen mit Getränken hin und lade alle ein zuzugreifen.<br />
Kauend wird weitergearbeitet und immer wieder wandern die Blicke zu unserer Küchenuhr. Irgendwie ahne ich jetzt schon, dass es wieder einmal spannend und ein Wettlauf mit der Zeit wird.<br />
Während Peter und ich uns ins Wohnzimmer verziehen, dringen aus der Küche unterschiedliche Laute herüber. Anscheinend läuft der Küchenfernseher und gleichzeitig die Stereoanlage. Hin und wieder höre ich irgendwelche Diskussionen, die sich um das eine oder andere Bauteil drehen, zwischendurch ertönen in gewissen Abständen immer wieder Zeitdurchsagen, bis dann eine Dreiviertelstunde vor Abgabetermin laute Schimpfkanonen losgelassen werden. Verwundert schauen wir uns an und erkennen, dass sich dort in der Küche irgendwelche Probleme auftun, die anscheinend den Zeitplan in Frage stellen. Schon stürmen auch Timo und seine Kommilitonen in unser Wohnzimmer. Ihnen ist die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben.<br />
„Werdet ihr nicht rechtzeitig fertig oder was ist los?“, will ich wissen.<br />
„Das wird nichts“, erklärt Timo und als ich stirnrunzelnd auf die betrübten Gesichter blicke, fügt ein Student hinzu: „Wir sind fertig, aber die E-mail geht nicht raus! Das „nudelt“ jetzt schon 5 Minuten, aber die Datenmenge ist zu groß und die Verbindung zu langsam.“<br />
„Los, auf!“, kommandiert Timo plötzlich. „Packt zusammen, wir düsen in die Uni und schicken von dort die Mail raus!“<br />
In Windeseile schultern alle ihre Rucksäcke und schnappen sich ihre Laptops, Timo sitzt schon im Auto und startet den Motor, dann rasen sie los. Ich marschiere in die Küche, werfe einen Blick auf meine Küchenuhr, die genau 15 Minuten vor Mitternacht anzeigt, bevor mich fast der Schlag trifft. Hier liegt alles kreuz und quer: Papierschnitzel, Kleber, fast fertige Modelle, aufgeschlagene Notizblöcke und Bücher, dazwischen Getränke und verstreute Gummibärchen. So gut es geht versuche ich etwas Ordnung in das Chaos zu bringen. Zwischendurch heftet sich mein Blick immer wieder an meiner Küchenuhr fest. Unbarmherzig gleiten die Zeiger der Zwölf entgegen. Noch drei Minuten. Noch zwei Minuten. Mein Mann fängt meinen Blick auf und sagt nur:<br />
„Wird schon!“<br />
„Noch eine Minute!“, entgegne ich nur.<br />
Ich wage kaum zu atmen, da stehen auch schon beide Zeiger übereinander. Ich lasse mich gerade auf einen Küchenstuhl sinken, da piepst mein Handy:<br />
„Geschafft!“, steht auf dem Display und ich hole erst einmal tief Luft und ein Strahlen erscheint auf meinem Gesicht.<br />
Zehn Minuten später erscheinen die Studenten wieder und bauen bis in die frühen Morgenstunden an ihren Modellen weiter, um nach drei Stunden Schlaf in unseren Gästebetten und einem kurzen Frühstück zur Präsentation in die Uni aufzubrechen.<br />
Unaufhaltsam drehen sich währenddessen die Zeiger unserer treuen Küchenuhr weiter.</p>
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		<item>
		<title>Gerümpel oder Kostbarkeiten?</title>
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					<comments>https://lifetellsstories.de/geruempel-oder-kostbarkeiten/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Oct 2014 10:08:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Flohmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Gerümpel]]></category>
		<category><![CDATA[Kostbarkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Nostalgie]]></category>
		<category><![CDATA[Ölkännchen]]></category>
		<category><![CDATA[Skateboard]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist ein schöner goldener Oktoberabend und wir sitzen noch ein Weilchen auf unserer Terrasse, vielleicht eine der letzten Gelegenheiten für dieses Jahr. „Sag mal“, fragt mich mein Mann aus heiterem Himmel. „Wieso heißt der Flohmarkt eigentlich Flohmarkt?“ Stirnrunzelnd schaue ich ihn an. Mir ist schleierhaft wie er auf diese Frage kommt. „Da gibt es doch gar keine Flöhe zu kaufen“, redet er unbeirrt weiter. „Heute vielleicht nicht mehr, aber früher schon“, erkläre ich ihm. „Wieso, wer braucht denn Flöhe?“, kommt seine nächste Frage, für die er sich aber sogleich selbst eine mögliche Antwort gibt: „Ach, vielleicht, wenn man Direktor in einem Flohzirkus ist.“ „Quatsch!“, antworte ich, denn ich weiß es besser, weil ich mich zufälligerweise erst kürzlich belesen habe. „Im Spätmittelalter erhielt das Volk von seinem Fürsten Kleidergaben“, kläre ich ihn auf. „Innerhalb des Volkes gab es dann natürlich einen Handel mit diesen Kleidern und mit der Übergabe der Kleidungsstücke erfolgte auch die Übergabe von Flöhen.“ „Klingt logisch“, sagt mein Gatte und schaut mich richtig überzeugt, aber auch gleichzeitig schelmisch an. Ich werde inzwischen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist ein schöner goldener Oktoberabend und wir sitzen noch ein Weilchen auf unserer Terrasse, vielleicht eine der letzten Gelegenheiten für dieses Jahr.</strong></p>
<p><strong>„Sag mal“, fragt mich mein Mann aus heiterem Himmel. „Wieso heißt der Flohmarkt eigentlich Flohmarkt?“</strong><br />
<strong>Stirnrunzelnd schaue ich ihn an. Mir ist schleierhaft wie er auf diese Frage kommt. </strong><br />
<strong>„Da gibt es doch gar keine Flöhe zu kaufen“, redet er unbeirrt weiter.</strong></p>
<p><span class="dropcap">„H</span>eute vielleicht nicht mehr, aber früher schon“, erkläre ich ihm.<br />
„Wieso, wer braucht denn Flöhe?“, kommt seine nächste Frage, für die er sich aber sogleich selbst eine mögliche Antwort gibt:<br />
„Ach, vielleicht, wenn man Direktor in einem Flohzirkus ist.“<br />
„Quatsch!“, antworte ich, denn ich weiß es besser, weil ich mich zufälligerweise erst kürzlich belesen habe.<br />
„Im Spätmittelalter erhielt das Volk von seinem Fürsten Kleidergaben“, kläre ich ihn auf. „Innerhalb des Volkes gab es dann natürlich einen Handel mit diesen Kleidern und mit der Übergabe der Kleidungsstücke erfolgte auch die Übergabe von Flöhen.“<br />
„Klingt logisch“, sagt mein Gatte und schaut mich richtig überzeugt, aber auch gleichzeitig schelmisch an.<br />
Ich werde inzwischen doch etwas stutzig und stelle jetzt meinerseits eine Frage: „Warum fragst du?“<br />
„Ach, nur so!&#8220;, zwinkert er mir zu.<br />
Plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen:<br />
„Klar, am Wochenende ist ja in den Messehallen wieder ein Nachtflohmarkt!“<br />
„Wie, ein Nacktflohmarkt? Super, da gehen wir hin!“, bricht die Begeisterung bei meinem Mann aus.<br />
„Das würde dir wohl so passen!“, antworte ich. „Leider findet der Flohmarkt nur nachts und nicht nackt statt!“, grinsend strecke ich ihm die Zunge raus.</p>
<p>Am Wochenende brechen wir dann tatsächlich auf, um uns das „Gerümpel“ anzusehen und eventuell auch zu kaufen.<br />
„Gerümpel gibt es im Grunde genommen schon zur Genüge in unserem eigenen Keller“, überlege ich mir so. „Trotzdem gehe ich recht gerne auf Flohmärkte und es ist ungerecht so zu denken“, verteidige ich mich vor mir selber.<br />
Auf Flohmärkten mag es Gerümpel geben, doch wenn man mit offenen Augen über einen solchen Markt geht, kann man schon die eine oder andere kleine oder große Kostbarkeit finden. Das Problem ist nur, wenn man irgendwann ein Zuviel von diesen Kostbarkeiten besitzt.<br />
„Im Grunde genommen müssten wir in unserem Keller auch einmal ausmisten, uns selbst hierher stellen und diese Sachen veräußern“, überlege ich mir weiter, als ich auf einem Tisch das gleiche Kaffeeservice sehe, das bei meiner Mutter zwar im Schrank steht, aber nicht mehr benutzt wird, weil es noch aus Großmutters Zeiten und daher altmodisch ist. Oder ist es mittlerweile schon zu kostbar und damit wieder modern? Oder ist der Goldrand nur nicht geeignet für die Spülmaschine?<br />
Ich marschiere weiter und verschaffe mir zunächst einen groben Überblick über das gesamte Angebot. Da gibt es Secondhand-Kleidung, Münzen, Schmuck, Spielsachen, Geschirr und manche bieten sogar kleinere oder größere Möbelstücke an, aber auch Fotoapparate, diverse kleinere Geräte und technische Utensilien sind zu finden.<br />
Die Lust zum Stöbern wächst immer weiter.<br />
„So ein Flohmarkt hat schon seine Vorteile“, sagt mein Mann und philosophiert gleich weiter: „Hier besteht keinerlei Notwendigkeit etwas zu kaufen, man braucht ja eigentlich nichts.&#8220;<br />
„Stimmt“, bestätige ich, „man kann einfach nur über diesen vielfältigen Markt bummeln, genießt die Geselligkeit, hier eine Bratwurst und dort ein Gläschen Bier.“<br />
Ähnlich wie früher in den Tante Emma Läden hält man ein Schwätzchen mit diesem oder jenem Anbieter, was in den heutigen Supermärkten nicht mehr gegeben ist. Es ist einfach nur schön hier, &#8211; Nostalgie pur!<br />
Beim Anblick des großen Angebots an Spielsachen kommen Erinnerungen in mir hoch:<br />
„Weißt du noch der alljährliche große Flohmarkt in Darmstadt, der sich immer durch die halbe Innenstadt zog?“, frage ich.<br />
Lange Jahre haben wir dort gelebt und als unser Sohn noch klein war, gehörte dieser Markt zu unserem Pflichtprogramm.<br />
„Klar!“, pflichtet mein Mann mir bei . „Immerhin haben wir damals dort einen tollen großen, gelben Playmobilkran und ein kleines Skateboard für Timo erstanden. Wie alt war er da?“<br />
„Vielleicht so vier oder fünf Jahre. Er saß ja meistens nur auf dem Skateboard oder fuhr damit auf dem Bürgersteig hin und her. Aber vor allen Dingen kann ich mich an das tolle Kunststückchen erinnern, das der Nachbar meiner Mutter ausprobiert hat.“<br />
Mittlerweile kann ich mich kaum noch vor Lachen halten.<br />
„Stimmt!“, kichert auch mein Mann.<br />
„Eigentlich wollte er nur seiner Oma Hildi das tolle rote Skateboard vorführen.“<br />
„Alle standen bewundernd um ihn herum, selbst der Nachbar kam interessiert herbeigeeilt“, erzähle ich weiter und erinnere mich, als sei es gestern gewesen:<br />
„Erst hat er ein kleines Weilchen zugeschaut und dann meinte er lässig: ‚Gib mir mal das Skateboard, ich zeig dir ein paar Tricks!‘&#8220;<br />
Timo hatte damals auch ganz bereitwillig dem erwachsenen Mann sein Skateboard überreicht, denn immerhin wollte er ja etwas lernen.<br />
Relativ sportlich wollte der Nachbar seinen Fuß auf das besagte rote Brett stellen, dem Kind und allen Umstehenden seine Künste zeigen.<br />
„Dann ging alles ganz schnell!“, malt mein Mann das damalige Geschehen aus. „Bedauerlicherweise kam er jedoch etwas unglücklich auf, so dass das Brett mit seinen Rollen schneller war als seine Beine.“<br />
Er hatte lediglich noch die letzten Zentimeter der Auftrittsfläche erreicht. Das Brett kippte, er knickte ein und schon lag er auf der Straße. Das war es dann auch. Typischer Vorführeffekt!<br />
Mit gesenktem Kopf und humpelnd hatte er sich wieder in seine Wohnung verzogen. Was soll ich sagen? Diese Vorführung brachte ihm lediglich einen sechswöchigen Gipsverband ein.</p>
<p>Zurück zu unserem Nachtflohmarkt: Inzwischen gehen mein Mann und ich getrennte Wege, &#8211; allerdings nur auf diesem Markt. Das macht Sinn, denn er durchsucht mit seinen Blicken die Angebotsvielfalt andersartig als ich. Er ist mehr an technischen Sachen, Uhren, Manometer, Werkzeug, alte Geräte und dergleichen interessiert, während ich eher an altem Geschirr, Figuren oder Dingen zur Dekoration interessiert bin. Am besten schlendert man die Reihen entlang, lässt die Blicke schweifen und schon werden die Wünsche geweckt. Meistens sind es solche, von denen man gar noch nicht wusste, dass man sie hat.<br />
Ich stehe gerade vor einem Stand und betrachte eine kleine Puppenwiege und nehme mir vor so ein Puppenbettchen zu erstehen, wenn ich irgendwann einmal eine Enkelin habe, da tippt mir jemand von hinten auf die Schulter.<br />
„Na, welche Errungenschaften hast du schon gemacht?“, fragt mich eine Freundin und zeigt mir stolz ihre eigenen Käufe. Nach einem kurzen Plausch beschließen wir gemeinsam am Bratwurststand etwas zu trinken. Es dauert auch gar nicht lange, da treffen unsere Männer ein, die sich inzwischen auch begegnet sind. Von weitem kann ich schon erkennen, dass auch diese Beiden fündig geworden sind.<br />
„Schaut mal, was wir haben, echt toll! Richtig alt! Das wird noch ein bisschen geputzt, aber nicht zu viel, denn Patina muss sein!“, schwärmt mein Mann und beide halten stolz jeder ein Ölkännchen hoch.<br />
„Na, da haben die zwei Oldtimerfans ja genau das Richtige gefunden“, lache ich und meine Freundin meint nur trocken:<br />
„Gründet doch ein Museum!“<br />
„Das ist die Idee!“, springt mein Mann sofort darauf an und schon sind die beiden Männer in ihrer Oldtimermuseumsplanung versunken. Keiner von ihnen interessiert sich für mein altes, aber tiptop erhaltenes Porzellanteekännchen, das ich direkt neben dem Bratwurststand gefunden habe.<br />
Übrigens: Diesem Besuch auf dem Flohmarkt schließt sich ein lustiges Beisammensein im Hause unserer Freunde an und endet erst um 2 Uhr nachts.<br />
Fazit: Ein Ausflug auf den Nachtflohmarkt macht Spaß und ist empfehlenswert und noch viel mehr, wenn man dabei liebe Freunde trifft!</p>
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