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	<title>Brötchen &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Biergartenerlebnis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Jul 2016 22:31:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Bier]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir sind in Bad Saarow am Scharmützelsee, denn meine Mutter liegt dort im Krankenhaus. Letzte Woche wurde bei ihr im Alter von 87 Jahren eine große Knieoperation durchgeführt. Ihr wurde erfolgreich ein künstliches Kniegelenk eingesetzt. Jetzt muss sie wieder fit werden und seit gestern übt sie das Laufen. Nach unseren mehrmals am Tag stattfindenden Besuchen an ihrem Krankenbett, wollen wir den herrlichen Sommerabend direkt am See genießen. Dort gibt es unter anderem einen winzigen Biergarten, wo man zu seinem Bierchen Gegrilltes und auch andere Kleinigkeiten zu essen bekommt. Die Atmosphäre mit dem malerischen Blick auf den Scharmützelsee gefällt uns und so wollen wir uns dort auch niederlassen. Während ich einen kleinen runden Tisch ergattere  und die Plätze nun für uns reserviere, was im Übrigen gar nicht so einfach ist, stellt sich mein Mann schon mal in der Schlange an, um Speis und Trank zu ordern. Das scheint allerdings auch nicht so ohne Weiteres zu klappen, denn es dauert eine gefühlte Ewigkeit. Ich lasse meinen Blick währenddessen umherschweifen und genieße den wunderschönen Sommerabend. Ich bin schon &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir sind in Bad Saarow am Scharmützelsee, denn meine Mutter liegt dort im Krankenhaus. Letzte Woche wurde bei ihr im Alter von 87 Jahren eine große Knieoperation durchgeführt. Ihr wurde erfolgreich ein künstliches Kniegelenk eingesetzt. Jetzt muss sie wieder fit werden und seit gestern übt sie das Laufen.</strong></p>
<p><span class="dropcap">N</span>ach unseren mehrmals am Tag stattfindenden Besuchen an ihrem Krankenbett, wollen wir den herrlichen Sommerabend direkt am See genießen. Dort gibt es unter anderem einen winzigen Biergarten, wo man zu seinem Bierchen Gegrilltes und auch andere Kleinigkeiten zu essen bekommt. Die Atmosphäre mit dem malerischen Blick auf den Scharmützelsee gefällt uns und so wollen wir uns dort auch niederlassen. Während ich einen kleinen runden Tisch ergattere  und die Plätze nun für uns reserviere, was im Übrigen gar nicht so einfach ist, stellt sich mein Mann schon mal in der Schlange an, um Speis und Trank zu ordern. Das scheint allerdings auch nicht so ohne Weiteres zu klappen, denn es dauert eine gefühlte Ewigkeit. Ich lasse meinen Blick währenddessen umherschweifen und genieße den wunderschönen Sommerabend. Ich bin schon halb verhungert und verdurstet, als mein Mann endlich mit zwei Bierchen an den Tisch kommt.<br />
„Ich muss dir gleich mal eine lustige Geschichte erzählen!“, sagt er zu mir und ist auch schon wieder weg, um in der nächsten Schlange anzustehen.<br />
Sehnsüchtig warte ich auf seine Rückkehr und das nicht nur wegen der beiden gefüllten Teller, die er dann mitbringt.<br />
„Du wolltest mir doch was erzählen“, fordere ich ihn kauend auf.<br />
„Ja, also erst einmal hast du mir überhaupt nicht mitgeteilt, was du essen möchtest. Das war schon mein erstes Problem. Wie soll ich wissen, worauf du Appetit hast.“<br />
„Och“, sage ich. „Es war mir eigentlich egal, ob du mir eine Bratwurst, eine Currywurst, ein Steak oder sonst was mitbringst. Ich wollte nur kein…“<br />
„Ich habe dann dort drüben an der Tafel gelesen, dass es Lachsbrötchen gibt. Die isst du doch so gerne!“<br />
„Richtigen Lachs schon, aber…!“, fange ich meinen Satz an, werde aber sofort wieder unterbrochen.<br />
„Hab ich dann auch gemerkt, aber lass mich der Reihe nach berichten. Da kannst du echt eine Geschichte daraus machen und in deinen Blog stellen.“<br />
Jetzt bin ich aber neugierig geworden und unterbreche sogar mein Essen. Gebannt lausche ich nun meinem Mann:<br />
„Ich stehe mir also dort vorne in der Schlange schon fast die Füße platt. Vielleicht bin ich auch etwas ins Träumen geraten, denn auf einmal drängelt sich ein Mann vor, gefolgt von einer Frau und einem weiteren Mann. Ich drehe mich um und frage die Leute hinter mir:</p>
<p>&#8222;Sind Sie auch vor mir?&#8220;</p>
<p>&#8222;Ach, das wäre aber nett, wenn Sie uns auch noch vorlassen würden!&#8220; , erhalte ich als Antwort.</p>
<p>Zum Glück war dies eher lustig gemeint, so dass ich dann doch endlich an die Reihe komme und meine Bestellung aufgebe. Um dir eine Freude zu machen, habe ich also zwei Lachsbrötchen bestellt, weil du die doch so magst.“<br />
„Ja, aber…!“<br />
„Warte!“, bremst mich mein Peter aus. „Nach dem Bezahlen erhalte ich zwei rote Kärtchen, mit denen ich mich an der Essensausgabe anstellen muss. Nachdem ich auch hier warten muss, überstürzen sich auf einmal die Ereignisse. Ein Mann kommt aus dem Häuschen heraus, übergibt mir die zwei Lachsbrötchen mit der einen Hand und entreißt mir die zwei roten Karten mit der anderen Hand. So weit, so gut! Ich drehe mich mit den Brötchen in der Hand um und eine herbeieilende Frau, die sich übrigens kurz zuvor bei mir vorgedrängelt hat, entreißt mir nun die beiden Lachsbrötchen mit den Worten:<br />
„Das sind meine!“<br />
Ich bin vor Schreck erst einmal vollkommen sprachlos, was bei mir eher selten vorkommt. Jetzt stehe ich also ohne Lachsbrötchen und ohne Kärtchen da.<br />
„Dann müssen Sie mir aber ihre zwei roten Kärtchen geben!“, erkläre ich der Frau, nachdem ich meine Sprachlosigkeit wieder überwunden habe.<br />
„Ich? Nein! Wieso?“, erwidert diese.<br />
„Na, weil meine Kärtchen schon der Mann von der Essensausgabe hat“, meine ich.<br />
„Wieso? Die müssen Sie ihm doch erst geben, wenn Sie Ihre Brötchen bekommen“, will sie mich aufklären.<br />
„Das habe ich ja, aber Sie haben mir die Brötchen doch weggenommen!“, versuche ich ihr die Sachlage darzulegen. Endlich, nach einigem Hin und Her gibt sie mir die geforderten roten Karten und verschwindet zu ihrem Sitzplatz. Jetzt habe ich aber gesehen, dass die Lachsbrötchen gar keinen echten Lachs enthalten. Das war sozusagen Glück im Unglück. Also habe ich mir gedacht, dass ich da wohl was falsch gemacht habe. Der Herr an der Essensausgabe meinte jedoch, das sei kein Problem, ich müsse nur die Kärtchen dort vorne umtauschen und gegebenenfalls noch etwas darauf zahlen. Ich marschiere also wieder zur ersten Schlange und erstehe auch relativ zeitnah zwei braune Karten für jeweils ein gegrilltes Kräutersteak. Damit gehe ich nun zur Schlange am Grill. Der Grillspezialist ist aber irgendwo mal kurz um die Ecke gegangen und lässt gerade die Würstchen verbrennen. Vorsichtshalber drehe ich hilfsbereit, wie ich eben bin, die Würstchen lieber mal um. Bei dieser Aktion gelangen vermutlich meine beiden braunen Kärtchen mit der Aufschrift ‚STEAK‘ auf den Grillrost, ohne dass ich es merke. Im selben Moment biegt der Grillexperte um die Ecke und wundert sich über das Chaos auf seinem Grill.</p>
<p>&#8222;Was ist denn hier los!&#8220;, ruft er entsetzt aus und sammelt die braunen Kärtchen auf. Nachdem ich ihm mit unschuldigem Blick auf seine Frage nach meinen Kärtchen erklärt habe, dass es anscheinend die Meinigen sind, die dort auf den Rost geflattert sind, legt er mir bereitwillig die Steaks auf meine beiden Teller. So und nun bin ich endlich hier und wir können essen“, beendet mein Mann seine Erzählung.<br />
Ich kann mich kaum noch vor Lachen halten und habe schon richtig Bauchweh.<br />
„Das war ja ganz schön kompliziert!“, kommentiere ich seine Berichterstattung. Gerade als ich mir ein weiteres Stückchen des wirklich leckeren Steaks in den Mund schiebe, fällt mein Blick auf seinen Teller.<br />
„Wieso sind eigentlich auf deinem Teller drei Steaks?“, frage ich total verwundert meinen Peter.<br />
Er zuckt nur mit den Schultern und meint: „Die hat mir der Grillmeister freundlicherweise einfach so auf meinen Teller gelegt. Keine Ahnung warum. Er sagte nur, dass das schon in Ordnung wäre so.“<br />
„Na, dann lassen wir es uns schmecken!“, beschließe ich.<br />
„Prost!“, sagt mein Mann lachend und hebt sein Bierglas, um mit mir anzustoßen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr noch folgende Geschichten lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/immer-rund-herum/">Immer rund herum</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/kleiner-filou/">Mopsi und Filou</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/die-sache-mit-der-vorahnung/">Die Sache mit der Vorahnung</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Professor Konfusi</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Aug 2015 22:41:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Konfusi-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Brötchen]]></category>
		<category><![CDATA[Hunger]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffeefleck]]></category>
		<category><![CDATA[konfus]]></category>
		<category><![CDATA[liebenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Mann]]></category>
		<category><![CDATA[Papagei]]></category>
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					<description><![CDATA[Mein Schwiegervater kannte vor vielen Jahrzehnten einen Herrn, aus dessen Leben er meinem Mann irgendwann einmal eine kleine wahre Begebenheit erzählte. Als sich diese ereignete, war mein Peter noch gar nicht geboren, aber ihm fiel sie erst neulich auf Mallorca wieder ein. Ich habe mir gedacht, dass sie euch bestimmt gefällt und habe kurzerhand eine Geschichte daraus gemacht und Erzähltes mit Erdachtem vermischt. Lest selbst, was dabei herausgekommen ist: Er war ein untersetzter Mann. Genauer gesagt, war er von etwas kleinerer Statur mit einem gut sichtbaren sich vorwölbenden Bauch. Sein Gesicht war rundlich mit niedlichen Pausbacken, immer glatt rasiert und einem rundlich wirkenden Mund. Die dunklen Augen hatten ein Strahlen, so dass er wohlwollend auf seine Mitmenschen blickte. Nicht von oben herab, sondern eher von unten nach oben. Auf seiner dicklichen Nase saß meist eine Brille, über deren Rand er allerdings immer hinweg sah. Die wenigen Härchen, die seinen Kopf zierten, waren erstaunlich dunkel, allerdings nur noch kranzförmig von einem Ohr zum anderen angeordnet. Der Rest des Kopfes offenbarte eine glänzende Glatze. Diese schützte er &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mein Schwiegervater kannte vor vielen Jahrzehnten einen Herrn, aus dessen Leben er meinem Mann irgendwann einmal eine kleine wahre Begebenheit erzählte. Als sich diese ereignete, war mein Peter noch gar nicht geboren, aber ihm fiel sie erst neulich auf Mallorca wieder ein. Ich habe mir gedacht, dass sie euch bestimmt gefällt und habe kurzerhand eine Geschichte daraus gemacht und Erzähltes mit Erdachtem vermischt. Lest selbst, was dabei herausgekommen ist:</strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>r war ein untersetzter Mann. Genauer gesagt, war er von etwas kleinerer Statur mit einem gut sichtbaren sich vorwölbenden Bauch. Sein Gesicht war rundlich mit niedlichen Pausbacken, immer glatt rasiert und einem rundlich wirkenden Mund. Die dunklen Augen hatten ein Strahlen, so dass er wohlwollend auf seine Mitmenschen blickte. Nicht von oben herab, sondern eher von unten nach oben. Auf seiner dicklichen Nase saß meist eine Brille, über deren Rand er allerdings immer hinweg sah.<br />
Die wenigen Härchen, die seinen Kopf zierten, waren erstaunlich dunkel, allerdings nur noch kranzförmig von einem Ohr zum anderen angeordnet. Der Rest des Kopfes offenbarte eine glänzende Glatze. Diese schützte er im Winter vor Kälte durch eine karierte Schirmmütze und im Sommer vor der Sonne mit einem lustigen roten Hütchen.<br />
Professor Konfusi war ein netter stets freundlicher Geselle. Intelligent war er auf jeden Fall, doch keineswegs eingebildet und vor allen Dingen hatte er für jedermann ein offenes Ohr. Seine Studenten mochten ihn und seine manchmal etwas zerstreut wirkende Art, die ihn nur noch liebenswerter machte. Das hatte natürlich auch auf seine Vorlesungen Auswirkungen, bei denen er oftmals auch abschweifte und kleine Anekdoten zum Besten gab.<br />
Er hatte den Ruf seinem Namen alle Ehre zu machen, so dass die Studenten oft vom zerstreuten oder konfusen Professor sprachen. Allerdings taten sie dies in einer sehr liebevollen Art und Weise. Alle hatten Professor Konfusi in ihr Herz geschlossen, denn er konnte über seine eigene Schusseligkeit am herzlichsten lachen.<br />
Bei Präsentationen und Konsultationen legten die Studenten ihm ihre Aufzeichnungen nur vor, wenn keine gefüllte Kaffeetasse in der Nähe war. Man munkelte nämlich, dass er früher mehr als einmal seinen Kaffee über irgendwelche schriftlichen Ausarbeitungen gekippt hätte. Nicht etwa aus Boshaftigkeit oder aus Absicht. Nein, das hätte ihm keiner nachsagen können. Im Grunde genommen passierte es aus Unachtsamkeit, oder wie man so schön sagt, in der Hektik des Gefechtes. Er deutete mal hier und mal da hin, diskutiere und fuchtelte mit den Händen in der Gegend herum. Tja und schwuppdiwupp war ein Kaffeefleck auf der Dokumentation.<br />
Wie gesagt, das erzählte man sich so innerhalb der Studentenschaft. Was daran Wahrheit und was eher geflunkert war, lässt sich nicht richtig feststellen, denn niemals wurde ein Student Zeuge beim Überschwappen des Kaffees aus der Tasse. Jedoch waren einige seiner eigenen Unterlagen mit bräunlichen Flecken bedeckt, so dass man sich lächelnd und augenzwinkernd anblickte.<br />
Mein Schwiegervater, der ihn bei verschiedenen Projekten kennenlernen durfte, berichtete meinem Peter eine lustige Geschichte aus dem Leben des Professor Konfusi, die ihm dieser einst selbst erzählt hatte. Diese kleine Episode war keineswegs erfunden, um seine Mitmenschen zu belustigen, sondern sie ereignete sich wahrhaftig:</p>
<p>Wie man sich denken kann, gehörte zu Professor Konfusi auch noch eine bessere zweite Hälfte, nämlich Frau Konfusi. Seine Gemahlin war ebenso liebenswert und von freundlicher Natur, wie er selbst. Sie hatte seine Größe, war schlank und immer adrett gekleidet.</p>
<p>Eines morgens, sie wollte gerade den Frühstückstisch decken, da hatte Professor Konfusi eine Idee.<br />
„Ich könnte doch schnell zum Bäcker um die Ecke gehen und uns ein paar Brötchen kaufen. Was hältst du davon?“<br />
„Ja“, sagte sie. „Das wäre eine schöne Abwechslung. Ich habe gestern leckere Erdbeermarmelade gekocht, die schmeckt bestimmt herrlich auf frischen knusprigen Brötchen.“<br />
„Ich bin in zehn Minuten wieder da!“, rief er seiner Gemahlin zu, setzte sich sein rotes Hütchen auf und verschwand durch die Haustür.<br />
Zum Bäcker war es wirklich nicht weit, denn dessen Geschäft befand sich schon vor der nächsten Straßenecke. Dort angekommen, wunderte sich Professor Konfusi, dass die Ladentür verschlossen war und ein Schild an der Türklinke hing, auf dem folgende Mitteilung zu lesen war:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Heute wegen Familienfeier geschlossen!</strong></p>
<p style="text-align: left;">Etwas ratlos stand er nun da. Seine Gemahlin würde enttäuscht sein, denn sie hatte sich sichtlich auf die frischen Brötchen gefreut. Er übrigens auch.<br />
Nach kurzem Überlegen, beschloss er zum nächsten Bäckerladen zu marschieren, was allerdings bedeutete, dass er eine Viertelstunde strammen Schrittes in die entgegengesetzte Richtung laufen musste. Da einfach nur laufen ja bekanntlich langweilig ist, vertrieb sich Professor Konfusi die Zeit mit einigen Denkaufgaben.<br />
Bald schon konnte er auch die Menschenschlange vor dem angestrebten Bäckerladen sehen, als ein Geschäft auf der gegenüberliegenden Straßenseite seine Aufmerksamkeit erregte. Letzte Woche war dies noch nicht dort gewesen und deshalb wechselte er jetzt neugierig auf die andere Straßenseite.<br />
Frau Konfusi wunderte sich allerdings, dass ihr Gemahl nach einer halben Stunde immer noch nicht zurück war. Sie schaute aus dem Fenster, konnte aber ihren Mann nirgendwo erblicken. Nach weiteren 15 Minuten lief sie nach unten vor die Haustür. Nichts war zu sehen. Da der Kaffee inzwischen schon kalt geworden war und ihr Magen knurrte, hätte sie eigentlich verärgert sein müssen. Aber Frau Konfusi machte sich weder um den Kaffee noch um die fehlenden Brötchen Gedanken, sondern sie sorgte sich um ihren Gemahl.<br />
„Es wird ihm doch nichts passiert sein!?“, überlegte sie.<br />
Doch was sollte sie tun? Da es zu dieser Zeit noch kein Handy gab, beschloss Frau Konfusi sich auf die Suche nach ihrem Mann zu machen. Also marschierte sie wieder nach oben in die Wohnung, um sich ihre Strickjacke und ihre Handtasche zu holen.<br />
Gerade als sie auch noch nach ihrem Regenschirm greifen wollte, denn es hatte inzwischen ein wenig angefangen zu nieseln, klingelte es an der Haustür. Schnell riss sie diese auf und stand einem freudestrahlenden Professor Konfusi gegenüber.<br />
„Gott sei Dank, da bist du ja!“, stieß sie glücklich hervor. „Wo warst du denn so lange? Ist etwas passiert?“<br />
„Nein, nein!“, meinte er nur beruhigend. „Ich habe dir was mitgebracht!“<br />
„Mir ist vor Angst und Aufregung der Appetit auf Marmeladebrötchen vergangen!“, entgegnete sie.<br />
„Welche Brötchen?“, fragte er und schüttelte plötzlich den Kopf. „Ich habe was viel Schöneres für dich!“<br />
„Bubi hat Hunger! Bubi hat Hunger und Durst!“, hörte Frau Konfusi plötzlich jemand sagen.<br />
Verwirrt sah sie sich um, konnte aber den besagten Bubi nicht sehen.<br />
„Hast du noch jemand mitgebracht?“, erkundigte sie sich bei ihrem Mann.<br />
Dieser strahlte über das ganze Gesicht und hob wortlos nur seinen rechten Arm hoch. In seiner Hand hielt er einen großen Vogelkäfig, in dem ein rot-gelb-blau gefiederter wunderschöner Papagei saß und nochmals sein Anliegen unmissverständlich vorbrachte:</p>
<p style="text-align: center;">&#8222;Bubi hat Hunger! Bubi hat Hunger und Durst!&#8220;</p>
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