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	<title>Werkzeug &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Liselotte, Heinrich und zwei Marzipanschweinchen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Jan 2021 13:12:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Rekord]]></category>
		<category><![CDATA[Reporter]]></category>
		<category><![CDATA[Schwein]]></category>
		<category><![CDATA[Werkzeug]]></category>
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					<description><![CDATA[Er kennt sie nun schon sein ganzes Leben, denn sie war einst die beste Freundin seiner Mutter. Liselotte mag Heinrich schon immer, aber als er vor mehr als vierzig Jahren seine Berufswahl traf, geriet sie regelrecht ins Schwärmen. Diese Begeisterung hält bis zum heutigen Tag an. „Sie freute sich immer, wenn sie mich während meiner Arbeit traf, das hat sich bis heute nicht geändert. Sie ist sozusagen mein größter Fan“, überlegt Heinrich und schmunzelt in sich hinein.  „Wenn ich in meiner Arbeitsmontur durch das Dorf marschierte und von Haus zu Haus ging, öffneten sie mir alle gerne die Türen. Aber sah Liselotte mich zum Beispiel auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig, so wechselte sie sofort die Straßenseite und ließ es sich nicht nehmen, mich wenigstens am Arm zu berühren.“ Als Heinrichs Mutter vor zwanzig Jahren starb, wurde Liselotte für ihn so etwas wie eine Ersatzmutter. Inzwischen ist er selbst schon im Rentenalter, aber ihre Bewunderung für ihn und seinen Berufsstand ist geblieben. „Und heute ist nun ihr hundertster Geburtstag“, denkt Heinrich, als er seinen Arbeitsanzug aus dem &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Er kennt sie nun schon sein ganzes Leben, denn sie war einst die beste Freundin seiner Mutter. Liselotte mag Heinrich schon immer, aber als er vor mehr als vierzig Jahren seine Berufswahl traf, geriet sie regelrecht ins Schwärmen. Diese Begeisterung hält bis zum heutigen Tag an.</strong></p>
<p><span class="dropcap">„S</span>ie freute sich immer, wenn sie mich während meiner Arbeit traf, das hat sich bis heute nicht geändert. Sie ist sozusagen mein größter Fan“, überlegt Heinrich und schmunzelt in sich hinein.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Wenn ich in meiner Arbeitsmontur durch das Dorf marschierte und von Haus zu Haus ging, öffneten sie mir alle gerne die Türen. Aber sah Liselotte mich zum Beispiel auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig, so wechselte sie sofort die Straßenseite und ließ es sich nicht nehmen, mich wenigstens am Arm zu berühren.“<br />
Als Heinrichs Mutter vor zwanzig Jahren starb, wurde Liselotte für ihn so etwas wie eine Ersatzmutter. Inzwischen ist er selbst schon im Rentenalter, aber ihre Bewunderung für ihn und seinen Berufsstand ist geblieben.<br />
„Und heute ist nun ihr hundertster Geburtstag“, denkt Heinrich, als er seinen Arbeitsanzug aus dem Schrank holt. „Da muss ich unbedingt zu ihr. Sie wird sich sicherlich freuen, wenn ich in voller Montur vor ihr stehe.“<br />
Mittlerweile lebt sie schon viele Jahre in einem Altenheim, erfreut sich aber noch recht guter Gesundheit und auch geistig ist sie noch auf der Höhe, nur ihre Beine wollen nicht mehr so, wie sie es gerne hätte.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Heinrich schlüpft in seine „Uniform“, wie er selbst seine Arbeitskleidung nennt. Selbstverständlich gehört auch das Arbeitswerkzeug dazu.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Im Altenheim, in dem Liselotte lebt, ist er allseits bekannt und jederzeit herzlich willkommen. Besonders die Frauen freuen sich ihn zu sehen. Heinrich muss schmunzeln, wenn er daran denkt.<br />
„Ich weiß selbst, dass ich nicht der Frauenschwarm bin oder war. Der Grund, warum ich es Liselotte und ihren Gefährtinnen angetan habe, liegt wohl eher an meiner „Uniform“ und das was man dieser nachsagt.“<br />
Bevor Heinrich das Haus verlässt nimmt er zwei Marzipanschweinchen aus der Schublade des Wohnzimmerschrankes. Außerdem holt er noch von der Hutablage der Flurgarderobe die passende Kopfbedeckung.<br />
„Das ist heute ein unbedingtes Muss!“, sagt er zu seinem Spiegelbild.<br />
Als er beim Altenheim ankommt, verlässt gerade der Bürgermeister das Gebäude.<br />
„Grüß Gott, Heinrich! Da wird sich die Jubilarin aber tüchtig freuen Dich zu sehen! Sie ist heute ein bisschen aufgeregt, aber das ist an einem solchen Tag ja verständlich.“<br />
Als Heinrich das Zimmer von Liselotte betritt, breitet die hochbetagte Frau die Arme weit aus.<br />
„Ist das schön!“, ruft sie aus. „Das Glück kommt soeben zur Tür herein. Komm her, damit ich es auch zu fassen bekomme! Sogar mit Zylinder besuchst du mich heute, mein lieber Herr Schornsteinfeger! Da kann ja nichts mehr schiefgehen!“<br />
„Liselotte glaubt fest daran, dass der Schornsteinfeger Glück bringt, man muss ihn nur berühren“, erklärte Heinrich der Reporterin, die über die Hundertjährige einen Artikel in der Tageszeitung schreiben will.<br />
„Ja, das glaube ich schon mein Leben lang und das stimmt auch“, bestätigt die alte Dame. „Wäre ich sonst so alt geworden?! Also los, &#8211; einfach zugreifen!“, feuert sie die Umstehenden an.<br />
„Schau mal, was ich Dir noch mitgebracht habe“, meint Heinrich und legt ihr zwei Marzipanschweinchen auf den Tisch.<br />
„Stell eins davon gleich in das Regal und das andere werde ich dann verspeisen, wenn sich hier die ganze Aufregung gelegt hat“, sagt sie zu Heinrich.<br />
Die Reporterin folgt Heinrich mit ihren Blicken, der das Glücksschwein ins Regal zu mindestens zwanzig anderen Marzipanschweinchen stellt. Als Liselotte ihren fragenden Blick sieht, erklärt sie schelmisch grinsend:<br />
„Ein bisschen Aberglaube muss einfach sein. Die Marzipanschweinchen und Heinrich, der  als Schornsteinfeger das Glückbringen zu seinem Beruf gemacht hat, sind sozusagen mein Geheimrezept. Das können Sie ruhig schreiben. Beide bringen mir Glück und das gehört auf alle Fälle dazu, dass man hundert Jahre alt wird. Vielleicht schaffe ich so auch noch die einhundertzehn! Dann komme ich ins Buch der Rekorde, das wäre doch was, oder?!“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter wp-image-6931 size-medium" src="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7832-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7832-300x225.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7832-1024x768.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7832-768x576.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7832-1536x1152.jpg 1536w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7832-2048x1536.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/purzel/">Purzel</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/glueck-gehabt/">Glück gehabt</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/aerger-mit-dem-verflixten-kleinen-ding/">Ärger mit dem verflixten kleinen Ding</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Hermann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2020 10:11:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Hermann]]></category>
		<category><![CDATA[Höhenangst]]></category>
		<category><![CDATA[Luft]]></category>
		<category><![CDATA[Neugierde]]></category>
		<category><![CDATA[Ohnmacht]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer]]></category>
		<category><![CDATA[Werkzeug]]></category>
		<category><![CDATA[Wurm]]></category>
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					<description><![CDATA[Einen schönen guten Tag, wünsche ich. Vermutlich kennt mich jedes Kind. Trotzdem möchte ich mich ganz offiziell bei Euch vorstellen: Ich bin Hermann und meine Welt ist der Garten. Dort führe ich die Oberaufsicht. Alle meine Kollegen, die mir übrigens sehr ähneln, hören auf mein Kommando. Sie arbeiten mit Hacke, Schaufel, Spaten, Besen, Gießkanne und Schubkarre unter meiner Aufsicht im Garten. Bestimmt habt Ihr uns mit unseren roten Zipfelmützen und den langen weißen Bärten schon entdeckt. Nein, nein, wir sind keine Weihnachtsmänner! Wir sind das sehr fleißige Völkchen der Gartenzwerge, das die Natur mit all ihren Pflanzen und Tieren liebt. Doch nun zurück zu mir und meinen Erlebnissen: Am frühen Morgen, wenn die Sonne aufgeht und viele von Euch noch schlummern, dann gehe ich auf leisen Sohlen im Garten umher.  Es herrscht noch ein gewisser Ruhemodus, den ich mit tiefen Atemzügen genieße und in mich aufnehme.  Irgendwie erscheint alles langsamer und friedlicher. Auch sind die lästigen Mücken noch nicht unterwegs, die nichts anderes im Sinn haben als uns mit ihren gemeinen Stichen zu ärgern und &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Einen schönen guten Tag, wünsche ich. Vermutlich kennt mich jedes Kind. Trotzdem möchte ich mich ganz offiziell bei Euch vorstellen:</strong></p>
<p><span class="dropcap">I</span>ch bin Hermann und meine Welt ist der Garten. Dort führe ich die Oberaufsicht. Alle meine Kollegen, die mir übrigens sehr ähneln, hören auf mein Kommando. Sie arbeiten mit Hacke, Schaufel, Spaten, Besen, Gießkanne und Schubkarre unter meiner Aufsicht im Garten. Bestimmt habt Ihr uns mit unseren roten Zipfelmützen und den langen weißen Bärten schon entdeckt. Nein, nein, wir sind keine Weihnachtsmänner! Wir sind das sehr fleißige Völkchen der Gartenzwerge, das die Natur mit all ihren Pflanzen und Tieren liebt.</p>
<p>Doch nun zurück zu mir und meinen Erlebnissen:<br />
Am frühen Morgen, wenn die Sonne aufgeht und viele von Euch noch schlummern, dann gehe ich auf leisen Sohlen im Garten umher.<span class="Apple-converted-space">  </span>Es herrscht noch ein gewisser Ruhemodus, den ich mit tiefen Atemzügen genieße und in mich aufnehme.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Irgendwie erscheint alles langsamer und friedlicher. Auch sind die lästigen Mücken noch nicht unterwegs, die nichts anderes im Sinn haben als uns mit ihren gemeinen Stichen zu ärgern und manchmal fast in den Wahnsinn treiben.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Langsam erwacht das Leben. Die Vögel beginnen ihr Konzert und zwitschern aus allen Bäumen und Sträuchern. Die Käferchen krabbeln aus ihren Verstecken und die Blumen öffnen ihre Blütenblätter, um sie der Sonne entgegenzurecken. Es dauert nicht lange, dann wuselt es in allen Ecken.<br />
Ja, so beginnt mein Tag. So war es immer, bis auf neulich:</p>
<p>Ich wunderte mich schon, als sie kamen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Nanu?! Was ist denn jetzt los?“<br />
Fremde, die ich noch nie gesehen hatte. Sie schleppten alle möglichen Werkzeuge an, brachten Bretter und Stangen am Haus an, stiegen auf das Dach und machten überall in meiner heilen Welt Unordnung. Sie rannten kreuz und quer und ehe ich mich in Sicherheit bringen konnte, wurde ich angerempelt.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Hoppla!“, sagte eine Männerstimme. „Was steht denn hier rum?!“<br />
Ich geriet ins Schwanken und befürchtete schon mir alle Gliedmaßen zu brechen. Immerhin bin ich nicht mehr der Jüngste, da kann es ganz schnell zu einem Bruch kommen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Mir ist ganz schwindelig und bestimmt bin ich einer Ohnmacht nahe“, dachte ich ängstlich.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Plötzlich spürte ich, dass mich jemand unsanft ergriff und in die Höhe hob.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Halt! Hilfe!“, wollte ich schreien, doch ich brachte keinen Ton heraus.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
So verfrachtete man mich in das Gartenhaus, bevor ich mich beschweren oder um Hilfe rufen konnte. Dort fand ich mich in einem Regal an der obersten Stelle wieder.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Und das bei meiner ausgeprägten Höhenangst“, jammerte ich leise vor mich hin.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Ich wagte mich nicht zu bewegen. Stocksteif stand ich da und schloss die Augen. Jetzt sah ich zwar nichts mehr, doch ich hörte fremde Stimmen und geschäftiges Treiben. Das machte mich neugierig. Diese Neugierde besiegte meine Höhenangst und so öffnete ich zuerst vorsichtig das eine Auge, dann auch noch das andere.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Schade“, dachte ich enttäuscht.<br />
Unglücklicherweise hatte man mich so positioniert, dass ich nicht aus dem Fenster schauen konnte.<span class="Apple-converted-space">  </span>So konnte ich nicht feststellen, was da draußen vor sich ging. Es wurde gearbeitet, das war den Geräuschen und Stimmen zu entnehmen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Nach und nach erschienen alle meine Bekannten aus dem Garten und gesellten sich zu mir auf das Regal. Ich war nicht mehr allein und so gelang es mir in einen tiefen Schlaf zu fallen.<br />
Ich erwachte erst, als mich jemand an meiner roten Zipfelmütze packte. Mir wurde ein nasser Lappen ins Gesicht gedrückt und auch über meine Kleidung wurde feucht gewischt.<br />
„Hey!“, rief ich erschrocken aus. „Was soll das?“<br />
Da hörte ich die Stimme der Hausherrin:<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„So, jetzt bist du wieder chic und nun suchen wir ein schönes Plätzchen für Dich, lieber Hermann.“<br />
Damit war ich einverstanden. Sie stellte mich auf den Rasen, direkt vor ein Blumenbeet. Ich atmete die warme Sommerluft tief ein und mich überfiel ein unbeschreibliches Glücksgefühl.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Hier gehöre ich hin!“, hätte ich am liebsten aller Welt verkündet. „Hier fühle ich mich wohl! Hier bin ich Zuhause!“<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
So stehe ich nun wieder in meinem geliebten Garten und alles war wohl nur ein Alptraum. Schmetterlinge und Bienchen umringen mich, die Sonne kitzelt mich an meiner dicken Knollennase und der leichte Sommerwind pustet eine Ameise von meinem rechten Ohr. Von irgendwo trällert ein alter Schlager:<br />
„Schön ist es auf der Welt zu sein!“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Oder ist das mein eigener Ohrwurm?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/tim-und-tom/">Tim und Tom</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/tims-wunsch-und-dessen-auswirkungen/">Tim’s Wunsch</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/anton/">Anton</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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