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	<title>Uroma &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Hat Astrid denn kein Schmuckkästchen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Aug 2021 12:37:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Bekannte]]></category>
		<category><![CDATA[Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Schmuck]]></category>
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					<description><![CDATA[Diese Frage stellte vor mehr als zwanzig Jahren die Tochter einer Bekannten. Das kleine Mädchen dachte, ich würde immer meinen gesamten Schmuck am Leibe tragen, denn das kannte sie von ihrer Mutter, die eher selten Schmuck trug, nicht. Ganz so schlimm war und ist es allerdings nicht, aber ich konnte und kann meine Liebe zu Schmuck nicht verleugnen. Und die begann schon im zarten Kindesalter. Bei unseren alljährlichen Besuchen bei meiner Omaur (sprich: Uroma, von der ich schon an anderer Stelle berichtet habe) in Rottach – Egern, lernte ich mit ungefähr zwei oder drei Jahren auch deren Schwester kennen. Von ihr ging für mich eine derartige Faszination aus, dass ich sie nie mehr vergessen sollte. Diese Frau war über und über behangen mit Schmuck. An ihr glitzerte und klimperte sprichwörtlich alles. Sie trug an jedem Finger einen oder teilweise sogar mehrere Ringe, mehrere Armbänder und Ketten. Von den Ohrringen und der Uhr ganz zu schweigen. Ich konnte meinen Blick von dieser Frau gar nicht abwenden, dies fiel auch meinen Eltern auf. Von diesem Zeitpunkt an, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Diese Frage stellte vor mehr als zwanzig Jahren die Tochter einer Bekannten. Das kleine Mädchen dachte, ich würde immer meinen gesamten Schmuck am Leibe tragen, denn das kannte sie von ihrer Mutter, die eher selten Schmuck trug, nicht. Ganz so schlimm war und ist es allerdings nicht, aber ich konnte und kann meine Liebe zu Schmuck nicht verleugnen. Und die begann schon im zarten Kindesalter.</b></p>
<p><span class="dropcap">B</span>ei unseren alljährlichen Besuchen bei meiner Omaur (sprich: Uroma, von der ich schon an anderer Stelle berichtet habe) in Rottach – Egern, lernte ich mit ungefähr zwei oder drei Jahren auch deren Schwester kennen. Von ihr ging für mich eine derartige Faszination aus, dass ich sie nie mehr vergessen sollte. Diese Frau war über und über behangen mit Schmuck. An ihr glitzerte und klimperte sprichwörtlich alles. Sie trug an jedem Finger einen oder teilweise sogar mehrere Ringe, mehrere Armbänder und Ketten. Von den Ohrringen und der Uhr ganz zu schweigen. Ich konnte meinen Blick von dieser Frau gar nicht abwenden, dies fiel auch meinen Eltern auf. Von diesem Zeitpunkt an, war meine Freude über jedes einzelne Schmuckstück, das ich geschenkt bekam riesengroß, doch Ohrringe und Ringe liebe ich bis heute am allermeisten.</p>
<p>„Ohne Ohrringe gehe ich nie aus dem Haus“, erklärte ich einmal einer Bekannten. „Denn sonst würde ich mich irgendwie nackt fühlen.“</p>
<p>Man kann jetzt sagen, dass diese Leidenschaft vererbt sein mag oder vielleicht auch nur abgeschaut. Egal, ich mag einfach Schmuck, ob echt, ob unecht, ob aus Gold oder Silber oder einfach nur Modeschmuck.</p>
<p>Deshalb passe ich auch auf meinen Schmuck besonders gut auf. Doch als ich neulich im Internet den Aufruf von Stern TV las, in welchem die Besitzerin eines Eherings gesucht wurde, die diesen verloren hatte, musste ich doch der Tochter meiner Bekannten recht geben:</p>
<p>„Mit Schmuckkästchen wäre das nicht passiert!“ (Jedenfalls nicht, wenn sich das Schmuckstück darin befindet.)</p>
<p>Ich fragte mich allerdings auch: „Wie kann man seinen Ehering verlieren?“</p>
<p>„Wie kann man überhaupt einen Ring verlieren?“, grinste mich mein Mann an. „Oder weißt du, wie so was passieren kann?“</p>
<p>Da traf mich plötzlich der Schlag oder besser gesagt ein Geistesblitz, mit dem schlagartig meine Erinnerung einsetzte:</p>
<p>Es ist schon ein paar Jahre her. Ich weiß, dass es ein sehr stressiger Tag war, an dem ich viel zu erledigen hatte. Ich musste dort und hier hinfahren und dies und das erledigen. Zum Schluss war dann noch der Wocheneinkauf angesagt.</p>
<p>„Wollen wir heute in die Sauna gehen?“, fragte mich mein Mann dann auch noch am Abend.</p>
<p>„Ich bin total geschafft von diesem Tag heute“, meinte ich. „Aber warum nicht?“</p>
<p>Also wurden die beiden Sporttaschen für die Sauna gepackt, ich legte meinen Schmuck auf den Küchentisch und los ging es. Es war ein schöner und gemütlicher Abend. Und anschließend saßen wir mit Bekannten noch ein Weilchen in der „Saunabar“. Beim Abschied fiel mein Blick auf meine Hände. „Ich habe meinen Ring verloren!“ (Wohlgemerkt: Meine Ringe trage ich Tag und Nacht, die ziehe ich nie aus, ich wechsele sie höchstens.)</p>
<p>„Ach Quatsch!“, sagte mein Mann. „Welchen überhaupt? Sag jetzt nicht, dass es der ist, den du schon zweimal verloren hast!“</p>
<p>Ich nickte vorsichtig, denn genau um diesen Ring handelte es sich. Einmal hatte ich ihn im Urlaub verloren und ihn zwischen den schmutzigen Handtüchern gefunden und ein anderes Mal fiel er mir sogar in die Toilette. Ich konnte jetzt allerdings nur hoffen, dass alle guten Dinge drei sind, denn die beiden anderen Male hatte ich ihn ja wieder gefunden. Oder sollte ich besser Antonius von Padua anrufen, dieser Heilige gilt nämlich auch als Wiederbringer von verlorenen Sachen. Zunächst einmal beschloss ich allerdings selbst zu suchen, denn weit konnte der Ring meiner Meinung nach nicht sein.</p>
<p>Wir marschierten noch einmal in die inzwischen leeren Saunakabinen, in die Dusche und die Umkleide. In jeder Ritze schauten wir nach, konnten aber nichts finden. Frustriert beschrieb ich dem Saunabesitzer das Aussehen meines Ringes.</p>
<p>„Ich melde mich, wenn wir ihn finden!“, versprach er mir, doch ich glaubte nicht so recht daran, ihn in der Sauna verloren zu haben. Mein Mann hatte mich mittlerweile auch total verunsichert. Ich fragte mich insgeheim, ob ich ihn wirklich getragen hatte. Also fuhren wir nach Hause und suchten dort alles ab. Nichts! Der Ring blieb verschwunden. Ich war tieftraurig.</p>
<p>„Wo warst du denn heute überall?“, erkundigte sich Peter.</p>
<p>Ich berichtete von meinem Tag und fügte zum Schluss hinzu: „Als ich meine Jacke anzog, um noch einkaufen zu fahren, da hatte ich ihn noch, denn ich bemerkte, dass er rutschte!“</p>
<p>„Da haben wir es doch!“,stellte er fest. „Den hast du wahrscheinlich beim Einkaufen verloren! Dann liegt er irgendwo zwischen den Regalen.“</p>
<p>„Oder auf dem Parkplatz!“, überlegte ich weiter.</p>
<p>„Ruf einfach morgen im Markt an, vielleicht hat ihn ja jemand gefunden und abgegeben.“</p>
<p>Damit wollte ich mich jedoch nicht zufrieden geben und beschloss: „Ich fahre jetzt noch mal hin und suche auf dem Parkplatz.“</p>
<p>Der Blick meines Mannes auf unsere Küchenuhr sprach Bände. Er schien mich für total verrückt zu halten, denn die Uhr zeigte kurz vor Mitternacht an.</p>
<p>„Ich fahre. Kommst du mit?“</p>
<p>Da er mich um diese Zeit nicht alleine auf einem Parkplatz bei tiefster Finsternis herumlaufen lassen wollte, setzte er sich murrend hinter das Steuer und wir fuhren los.</p>
<p>„Wie willst du hier was finden?“</p>
<p>Peter leuchtete mit den Scheinwerfern des Autos den Parkplatz ab und ich lief suchend kreuz und quer. Selbst bei den Einkaufswagen, die brav in der Parkstation standen, suchte ich. Allerdings überall vergeblich.</p>
<p>„Lass uns endlich heimfahren! Der ist weg und bleibt weg!“</p>
<p>Männer, wie können die nur so gefühllos sein! Ich wollte einfach noch nicht aufgeben. Sicher, er konnte ebenso schon gefunden worden sein oder ich hatte ihn an einer anderen Stelle verloren.</p>
<p>„Nur noch ein Versuch! Bitte!“</p>
<p>Ich ging nochmals zu der Stelle, von der ich annahm, dass ich auf einem dieser 3 oder 4 Parkplätze geparkt hatte. Peter fuhr mir hinterher und erleuchtet wieder alles. Zentimeter für Zentimeter suchte ich alles mit meinen Augen ab.</p>
<p>„Lass doch endlich!“</p>
<p>„Nur noch hier drüben. Komm mal mit dem Auto ein Stückchen näher, damit ich mehr Licht habe!“</p>
<p>Widerwillig folgte Peter meinen Anweisungen: „Dann ist aber endgültig Schluss!“</p>
<p>„Ich weiß“, dachte ich noch, da sah ich im Scheinwerferlicht etwas glitzern.</p>
<p>„Das wird nur ein kleines Kieselsteinchen sein“, schoss es mir durch den Kopf. Ich ging aber doch zu der Stelle hin und bückte mich. Da lag er! Mein Ring! Ganz friedlich lag er in einer Fuge zwischen den Pflastersteinen. Vollkommen unbeschadet. Überglücklich hob ich ihn auf. Wahrscheinlich strahlte ich ebenso wie damals als Kind, als meine Puppe Rita wieder zu sprechen anfing (habe ich bereits in einer anderen Geschichte beschrieben.)</p>
<p>„Da hast du aber Glück gehabt!“, kommentierte Peter meine Freude. „Stell dir mal vor, er wäre dir in den Altglasbehälter oder in den Müll gefallen. Ich will mir gar nicht erst ausmalen, wie unsere Suche dann heute Nacht ausgesehen hätte.“</p>
<p>„Meinst du, es war wirklich nur Glück?“, fragte ich ihn. „Vielleicht war es aber auch Zauber, Magie oder doch einfach nur Zufall“, philosophierte ich strahlend.</p>
<p>„Das ist mir im Moment vollkommen egal, ich will jetzt einfach nur nach Hause und endlich in mein Bett.“</p>
<p>Da ich mich noch nicht dazu entschließen konnte diesen Ring verkleinern zu lassen, liegt er seither wohlbehütet in meinem Schmuckkästchen. Vielleicht sollte ich ihn jedoch als Glücksbringer an einer Kette um den Hals tragen. Das muss ich mir noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Aber wofür habe ich dann ein Schmuckkästchen und wie war die Frage der Tochter meiner Bekannten noch einmal???</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/emma/">Emma</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/anton/">Anton</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/herzlichen-glueckwunsch/">Herzlichen Glückwunsch!</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Hängemattengedanken</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/haengemattengedanken/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Aug 2016 22:01:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Ahnen]]></category>
		<category><![CDATA[Brief]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Handschrift]]></category>
		<category><![CDATA[Hängematte]]></category>
		<category><![CDATA[Jahre]]></category>
		<category><![CDATA[Uroma]]></category>
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					<description><![CDATA[Manchmal sollte man sich ein paar Minuten für sich nehmen. Dazu braucht man aber Muße. Ich glaube ich bin im Moment in der richtigen Laune und ein bisschen Zeit habe ich jetzt auch gerade. Also marschiere ich in den Garten und lege mich in meine Hängematte. Die Sonne strahlt vom Himmel und ich genieße mit geschlossenen Augen das sanfte Schaukeln der Hängematte.  Lange währt meine innere Ruhe allerdings nicht, denn meine Gedanken beginnen zu wandern wie die Wolken über mir. Ich hatte schon als Kind eine Hängematte, die viel schöner war als es die heutigen Exemplare sind. Ein bisschen erinnerte sie an ein Fischernetz. Sie war ganz aus Sisal geflochten und auch wesentlich größer als meine jetzige. Sie wurde zwischen zwei große starke Bäume gebunden und dann konnte ich mich hinein legen und schaukeln. Vor meinem inneren Auge sehe ich alles noch vor mir, aber diese Vorstellung nimmt mir auch die Ruhe. Warum? Weil sich meine Gedanken zu überstürzen beginnen. Ich springe auf und laufe in unser Gartenhaus. „Was ruschelst du denn so rum?“, ruft &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Manchmal sollte man sich ein paar Minuten für sich nehmen. Dazu braucht man aber Muße. Ich glaube ich bin im Moment in der richtigen Laune und ein bisschen Zeit habe ich jetzt auch gerade. Also marschiere ich in den Garten und lege mich in meine Hängematte. Die Sonne strahlt vom Himmel und ich genieße mit geschlossenen Augen das sanfte Schaukeln der Hängematte. </strong><br />
<span class="dropcap">L</span>ange währt meine innere Ruhe allerdings nicht, denn meine Gedanken beginnen zu wandern wie die Wolken über mir.<br />
Ich hatte schon als Kind eine Hängematte, die viel schöner war als es die heutigen Exemplare sind. Ein bisschen erinnerte sie an ein Fischernetz. Sie war ganz aus Sisal geflochten und auch wesentlich größer als meine jetzige. Sie wurde zwischen zwei große starke Bäume gebunden und dann konnte ich mich hinein legen und schaukeln.<br />
Vor meinem inneren Auge sehe ich alles noch vor mir, aber diese Vorstellung nimmt mir auch die Ruhe. Warum? Weil sich meine Gedanken zu überstürzen beginnen. Ich springe auf und laufe in unser Gartenhaus.<br />
„Was ruschelst du denn so rum?“, ruft mir mein Mann zu, der bemerkt hat, dass ich etwas suche.<br />
„Irgendwo muss sie doch sein!“, sage ich.<br />
„Was?“<br />
„Na, meine alte Hängematte!“, rufe ich zurück, aber im selben Moment halte ich sie auch schon in den Händen.<br />
„Sie ist noch einwandfrei“, strahle ich über meinen Fund. „Ob sie mich wohl noch trägt oder ob sie vielleicht doch schon ein bisschen altersschwach ist?“, überlege ich.<br />
Ich will es ausprobieren, aber das Gestell ist zu klein und die alte Hängematte zu groß. Also lege ich mich wieder in meine neue Hängematte und träume von damals.<br />
Damals war ich noch ein kleines Kind und wir fuhren nach Rottach-Egern, um meine Uroma und meine Großtante (väterlicherseits) zu besuchen. Ich war gerne dort und ich war stolz noch eine Uroma zu haben. Liebevoll nannte ich sie meine Omaur. Auch Erklärungen meines Grundschullehrers, dass es Uroma heißen würde, konnten mich nicht davon abbringen, dass sie meine Omaur war. Aber davon habe ich schon erzählt und meine Gedanken sind schon wieder weiter.<br />
Meine Uroma sah genauso aus, wie man sich eine Uroma vorstellt: Zart von Statur, nicht sehr groß, weißes Haar, das zu einem Dutt zusammen gesteckt war. Die Falten in ihrem Gesicht gehörten auch dazu und machten sie nur noch liebenswerter.<br />
Ich kann mich erinnern, dass sie noch im hohen Alter (über 80 Jahre) mit mir Federball gespielt hat. Naja, es war wahrscheinlich kein sehr flottes Spiel, aber ich habe es nie vergessen.<br />
Meine Uroma war die Mutter meines Opas. Sie hatte 4 oder 5 Kinder, auf jeden Fall drei Söhne und eine Tochter. Ich habe nur meinen Opa, meine Uroma und meine Großtante noch kennengelernt. Ihre anderen Söhne sind im Krieg gefallen. Ich kennen auch nur vier Namen: Anton, Karl, Leo und Maria. Mutter und Tochter hatten den gleichen Vornamen, das war wohl damals gar nicht so unüblich und Leo war mein Opa.<br />
Ja und plötzlich springe ich wieder auf. Mir ist da noch etwas eingefallen. Meine Großtante hat mir irgendwann mal ein altes Familienbuch geschenkt. Ich renne nach oben in mein Arbeitszimmer und öffne den Schrank, in dem ich diverse Dokumente verstaut habe.<br />
„Da ist es ja!“, denke ich und halte ein altes Büchlein in der Hand, das schon einige Gebrauchsspuren aufweist.<br />
„Der Ahnenpaß“ steht in roten und schwarzen Buchstaben darauf.<br />
Ich öffne das Büchlein und lese was da steht:</p>
<p style="text-align: center;">„ Der Ahnenpaß<br />
des/ der<br />
Karl P. ….“</p>
<p>Name, Ort, Anschrift und man staune auch der Fernsprecher ( allerdings ist hier nur das nächste Postamt angegeben) sind handschriftlich eingetragen.<br />
Der Pass gehörte Karl P., also einem Sohn meiner Uroma, die unverheiratet noch Maria Schwab hieß und am 9.7.1907 Emil P. geheiratet hat, der also mein Uropa war. Der Sohn Karl wurde am 13.11.1922 geboren.<br />
Alle Eintragungen sind handschriftlich in altdeutscher Schrift vorgenommen. Ich muss mich schon ein bisschen anstrengen, denn obwohl ich diese Schrift in der Schule innerhalb von ein paar Sonderstunden auch lesen und schreiben gelernt habe, bin ich ihr nicht mehr so ganz mächtig. Immerhin haben wir es ja nur neben der lateinischen Schrift gelernt.<br />
Das älteste Geburtsdatum, das in diesem Ahnenpass vermerkt ist, lautet: 16.11.1783.<br />
„Wer ist das nur?“, frage ich mich, denn der Name sagt mir gar nichts. Neben dem Namen steht der Vermerk: „Mutter von 12“.<br />
Ich blättere zurück zur Eintragung Nr.12. und stoße damit auf den Vater von Nr. 6 und der wiederum war der Vater von Nr.3 und diese Nr.3 war meine Uroma. Also jetzt muss ich scharf nachdenken. Mein Kopf qualmt, die Räder meines Gehirns rattern. Ich komme zu dem Schluss, dass die Nr.12 der Opa meiner Uroma war. Aber  es geht ja noch weiter zurück, nämlich zur Mutter des Opas meiner Uroma, also die Uroma meiner Uroma.<br />
„Stimmt das jetzt und in welchem Verwandtschaftsverhältnis steht jetzt diese Unbekannte zu mir?“<br />
„Das sollten wir uns mal aufschreiben!“, sagt mein Mann und spitzt seinen Bleistift.<br />
„Das ist doch dann wohl meine Ururururoma!“, rufe ich begeistert aus, &#8222;sagt man das eigentlich so? Ich habe keine Ahnung. Egal! Meine Wurzeln reichen also schon mal bis 1783! Unvorstellbar!!! Sie wurde 177 Jahre vor meiner Geburt geboren, also vor 233 Jahren und ich bin die 6. Generation.&#8220;</p>
<p>„Da stehen aber noch mehr Eintragungen“, gibt mein Mann zu bedenken. „Sie reichen bis zur Nr.51, allerdings gibt es nur die Namen und keinerlei Daten. Man könnte jetzt weiter forschen…“</p>
<p>„Schau mal hier!“, sage ich und halte einen handgeschriebenen Brief hoch, der auf den 7. Januar 1945 datiert ist.</p>
<p>Der Brief ist schon sehr vergilbt, aber gut erhalten und mit schwarzer Tinte geschrieben.<br />
Ich kann ihn allerdings nicht lesen, denn soweit reichen meine Kenntnisse der altdeutschen Schrift nicht mehr. In Druckschrift hätte es ja noch funktioniert, aber nicht in einer ausgeschriebenen, aber trotzdem sehr schönen Handschrift.<br />
Gut, dass meine Mutter da ist. Sie liest ihn mir vor. Es ist ein Brief von der Schwiegermutter des Sohnes Karl meiner Uroma. In diesem Brief bedankt sie sich bei meiner Uroma für deren große Hilfe, speziell bei den Hochzeitsfeierlichkeiten der Kinder. Weiterhin bekundet sie, dass sie meine Uroma sehr ins Herz geschlossen und liebgewonnen hat.<br />
Bevor ich diesen Ahnenpass wieder schließe, entdecke ich noch ein kleines altes Schwarzweißfoto. Es zeigt einen Mann, der gewisse Ähnlichkeiten mit meinem Opa aufweist. Ich nehme also an, dass es sein Vater, also mein Uropa ist, &#8211; der Mann meiner Uroma und der Vater von Karl, dem damaligen Inhaber des Ahnenpasses. Leider steht kein Vermerk auf der Rückseite.<br />
Nachdenklich klappe ich den Ahnenpass wieder zu, gehe zurück zu meiner Hängematte und versinke in meinen Gedanken.</p>
<p>Das ist übrigens meine alte Hängematte:</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-3604 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/08/1200px-_DSC3885-1024x682.jpg" alt="1200px-_DSC3885" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/08/1200px-_DSC3885-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/08/1200px-_DSC3885-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/08/1200px-_DSC3885-768x511.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/08/1200px-_DSC3885-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/08/1200px-_DSC3885.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/und-noch-mehr-kindheitserinnerungen/">Und noch mehr Kindheitserinnerungen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/astrid-opa-und-das-eis/">Astrid, Opa und das Eis</a></p>
<p>Erinnerungen an die Schulzeit</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Im Garten meines Opas</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/im-garten-meines-opas/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/im-garten-meines-opas/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Apr 2016 22:53:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Dies & Das und sonst noch Was]]></category>
		<category><![CDATA[Dies & Das und sonst noch Was 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Bekannte]]></category>
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		<category><![CDATA[Opa]]></category>
		<category><![CDATA[Puppe]]></category>
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		<category><![CDATA[Uroma]]></category>
		<category><![CDATA[Vater]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich habe die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und den Besuch meiner Mutter zum Schwelgen in Erinnerungen genutzt. So bin ich im Garten meines Großvaters gelandet. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es dort aussah, aber auch noch an das eine oder andere Erlebnis in diesem Garten. Mein Erinnerungsvermögen diesbezüglich endet mit ungefähr acht Jahren.  Meine Oma (väterlicherseits) durfte ich nur zwei Jahre kennenlernen, dann ist sie leider verstorben und bei meinem Opa (väterlicherseits) war ich acht Jahre. Die Eltern meiner Mutter habe ich leider nie kennengelernt, da sie beide bei meiner Geburt bereits verstorben waren. In den Garten meines Opas konnte man durch ein Tor gelangen, das mit einem Rosenbogen überbaut war. Wenn man durch dieses Tor schritt, wie beispielsweise meine Eltern an ihrem Hochzeitstag, dann war rechts ein langes schmales Rosenbeet. Leider waren die Fotos zu dieser Zeit noch schwarzweiß, aber man kann trotzdem die Farbenpracht der Rosen erahnen. Sie erblühten in rosa, rot und weiß. Auf der dahinterliegenden Wiese spielte ich oft. Manchmal tat ich dies mit meiner Puppe und meinem &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich habe die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und den Besuch meiner Mutter zum Schwelgen in Erinnerungen genutzt. So bin ich im Garten meines Großvaters gelandet. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es dort aussah, aber auch noch an das eine oder andere Erlebnis in diesem Garten. Mein Erinnerungsvermögen diesbezüglich endet mit ungefähr acht Jahren. </strong></p>
<p><span class="dropcap">M</span>eine Oma (väterlicherseits) durfte ich nur zwei Jahre kennenlernen, dann ist sie leider verstorben und bei meinem Opa (väterlicherseits) war ich acht Jahre. Die Eltern meiner Mutter habe ich leider nie kennengelernt, da sie beide bei meiner Geburt bereits verstorben waren.<br />
In den Garten meines Opas konnte man durch ein Tor gelangen, das mit einem Rosenbogen überbaut war. Wenn man durch dieses Tor schritt, wie beispielsweise meine Eltern an ihrem Hochzeitstag,</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-3083 size-full" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01445-Kopie.jpg" alt="1200px-DSC01445 Kopie" width="631" height="427" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01445-Kopie.jpg 631w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01445-Kopie-300x203.jpg 300w" sizes="(max-width: 631px) 100vw, 631px" /></p>
<p>dann war rechts ein langes schmales Rosenbeet. Leider waren die Fotos zu dieser Zeit noch schwarzweiß, aber man kann trotzdem die Farbenpracht der Rosen erahnen. Sie erblühten in rosa, rot und weiß.</p>
<p>Auf der dahinterliegenden Wiese spielte ich oft. Manchmal tat ich dies mit meiner Puppe und meinem Teddy und natürlich mit meiner Mutter.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-3084 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01443-Kopie-1024x710.jpg" alt="1200px-DSC01443 Kopie" width="840" height="582" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01443-Kopie-1024x710.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01443-Kopie-300x208.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01443-Kopie-768x532.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01443-Kopie.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-3086 size-full" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01460-Kopie.jpg" alt="1200px-DSC01460 Kopie" width="566" height="393" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01460-Kopie.jpg 566w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01460-Kopie-300x208.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 566px) 100vw, 566px" /></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-3088 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01489-Kopie-1024x788.jpg" alt="1200px-DSC01489 Kopie" width="840" height="646" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01489-Kopie-1024x788.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01489-Kopie-300x231.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01489-Kopie-768x591.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01489-Kopie.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
<p>Als kleine Gärtnerin gehörte selbstverständlich auch das Gießen der Gänseblümchen dazu, was ich selbst im Sonntagskleidchen sehr gewissenhaft tat.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-3089 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01455-Kopie-1024x725.jpg" alt="1200px-DSC01455 Kopie" width="840" height="595" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01455-Kopie-1024x725.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01455-Kopie-300x213.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01455-Kopie-768x544.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01455-Kopie.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
<p>Ich kann mich noch an die zwei Fliederbäumchen erinnern, vor denen ich mich dann auch ganz keck fotografieren ließ. Ich hatte zuvor ein ähnliches Foto gesehen, auf dem meine Tante abgebildet war. Also habe ich versucht es ihr gleich zu tun. Mit der Sonnenbrille in der Hand, einer Rüschenbluse, einem feschen Rock und den weißen Schleifen im Haar war ich schon recht elegant.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-3090 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01452-Kopie-1024x682.jpg" alt="1200px-DSC01452 Kopie" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01452-Kopie-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01452-Kopie-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01452-Kopie-768x511.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01452-Kopie-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01452-Kopie.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /><br />
Sehr gerne erinnere ich mich an den Hund meines Opas.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-3091 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01450-1024x642.jpg" alt="1200px-DSC01450" width="840" height="527" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01450-1024x642.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01450-300x188.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01450-768x481.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01450.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
<p>Er hieß Bazi und fraß mir angeblich immer die Brötchen und Kekse aus der Hand, wenn ich meine Hand aus dem Kinderwagen streckte. Er war aber immer lieb zu mir. Auch weiß ich, dass er im Sommer in einer Zinkbadewanne auf dieser Wiese gebadet wurde.</p>
<p>Toll fand ich es immer, dass ich noch eine Uroma hatte. Auf sie war ich richtig stolz.</p>
<p>Ich habe ein Foto entdeckt, auf dem meine Oma und meine Uroma (sie ist allerdings die Mutter meines Opas) zu sehen sind.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-3092 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01485-1024x742.jpg" alt="1200px-DSC01485" width="840" height="609" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01485-1024x742.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01485-300x218.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01485-768x557.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01485.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /><br />
Aber auf meinem absoluten Lieblingsfoto sind 4 Generationen zu sehen. Dieses Foto erschien zum 80sten Geburtstag meiner Uroma in einer Zeitung (ich glaube sie hieß Saazer Heimatblatt oder so ähnlich, das konnte ich leider nicht mehr feststellen).</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-3093 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01478-861x1024.jpg" alt="1200px-DSC01478" width="840" height="999" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01478-861x1024.jpg 861w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01478-252x300.jpg 252w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01478-768x914.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01478.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
<p>Zu sehen sind von links nach rechts: Mein Vater, meine damals 80jährige Uroma mit meiner Wenigkeit auf dem Arm und mein Opa. (Leider hatte ich bei der Erstellung nicht das Originalfoto zur Hand, doch ich weiß, dass ich es besitze und werde noch auf die Suche danach gehen.)<br />
Auf der anderen Seite des Hauses war die Einfahrt und der Parkplatz für das Auto. Dort habe ich auch das Fahrradfahren gelernt. Mein Opa hielt mich am Gepäckträger fest, doch irgendwann ließ er heimlich los und ich fuhr ohne Stützräder den Weg entlang.<br />
Außerdem gab es dort ebenfalls ein Stück Rasen mit Blumenbeeten. In einer Ecke, so kann ich mich erinnern, stand ein „Tränendes Herz“.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-3094 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01416-1024x682.jpg" alt="1200px-DSC01416" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01416-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01416-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01416-768x511.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01416-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01416.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
<p>Für mich war es ein unbedingtes Muss in unserem Garten ebenfalls diese Pflanze zu haben, denn sie erinnert mich immer wieder an meinen Großvater und den Garten meines Opas.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-3095 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01418-1024x682.jpg" alt="1200px-DSC01418" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01418-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01418-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01418-768x511.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01418-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01418.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /><br />
Auf der dem Haus gegenüberliegenden Seite stand ein Nebengebäude, in dem zum Beispiel auch die Kohlen gelagert wurden, aber auch Gartengeräte. Ich weiß noch, dass in einer dieser Türen zwei Haken für meine Schaukel hingen.<br />
Auch einen sogenannten Grabgarten mit Kartoffeln und anderem Gemüse gab es. Auch Sträucher mit Brombeeren waren dort zu finden.<br />
Als unser Hund Bazi mit 13 Jahren starb, fand er in einer der hinteren Ecken des Gartens seine letzte Ruhestätte.<br />
Ich denke gerne an Opas Garten zurück, aber auch an die Menschen, die in diesem Garten ein und aus gegangen sind, &#8211; meine Eltern, meine Großeltern, meine Uroma, Freunde und Bekannte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht interessiert Euch auch noch das:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/aus-der-schulzeit-meiner-mutter/">Aus der Schulzeit meiner Mutter</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/hat-astrid-denn-kein-schmuckkaestchen/">Hat Astrid denn kein Schmuckkästchen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/kindheitserinnerungen/">Kindheitserinnerungen</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Kindheitserinnerungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Oct 2014 11:32:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[Als ich neulich meiner Mutter erzählte, dass wir mit Freunden auf einem Oktoberfest gewesen waren, zeigte sie mir ein wunderschönes kleines Dirndl. Es war mein Dirndl, das ich als Kleinkind getragen hatte. Auf einmal begann ich mein Gedächtnis nach Kindheitserinnerungen zu durchforsten. Und das ist dabei herausgekommen: Kein Kind mag das Haarewaschen besonders gern, aber heutzutage ist es nur halb so schlimm wie früher. Schon allein die Tatsache, das Wasser über den Kopf laufen zu lassen, ist nicht jedermanns Sache. Außerdem kann es zu dem unerwünschten Nebeneffekt kommen, dass Shampoo in die Augen gerät. Als ich noch ein kleines Kind war, hatte ich sehr lange Haare und somit war auch noch das Auskämmen nach dem Waschen eine Qual. Spülungen, die die Haare leichter kämmbar machten, gab es damals noch nicht. Es ziepte und zog an den Haaren. Ich schrie aus Leibeskräften: „Hilfe, Hilfe!“ Meine liebevolle Mutter war zwar sehr vorsichtig und versuchte mich auch zu beruhigen, aber leider vergeblich. Das hatte zur Folge, dass unsere damalige Vermieterin an der Wohnungstür klopfte: „Was machen Sie denn &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als ich neulich meiner Mutter erzählte, dass wir mit Freunden auf einem Oktoberfest gewesen waren, zeigte sie mir ein wunderschönes kleines Dirndl. Es war mein Dirndl, das ich als Kleinkind getragen hatte. Auf einmal begann ich mein Gedächtnis nach Kindheitserinnerungen zu durchforsten. Und das ist dabei herausgekommen:</strong></p>
<p><span class="dropcap">K</span>ein Kind mag das Haarewaschen besonders gern, aber heutzutage ist es nur halb so schlimm wie früher. Schon allein die Tatsache, das Wasser über den Kopf laufen zu lassen, ist nicht jedermanns Sache. Außerdem kann es zu dem unerwünschten Nebeneffekt kommen, dass Shampoo in die Augen gerät. Als ich noch ein kleines Kind war, hatte ich sehr lange Haare und somit war auch noch das Auskämmen nach dem Waschen eine Qual. Spülungen, die die Haare leichter kämmbar machten, gab es damals noch nicht. Es ziepte und zog an den Haaren. Ich schrie aus Leibeskräften: „Hilfe, Hilfe!“ Meine liebevolle Mutter war zwar sehr vorsichtig und versuchte mich auch zu beruhigen, aber leider vergeblich. Das hatte zur Folge, dass unsere damalige Vermieterin an der Wohnungstür klopfte:<br />
„Was machen Sie denn mit Ihrem Kind?“ fragte sie meine Mutter.<br />
„Ach“, meinte diese, „kommen Sie ruhig herein! Ich wasche meiner Tochter nur die Haare und das kann sie nicht leiden!“ Die Vermieterin sah mich mit meinen nassen und verzausten Haaren und lächelte:<br />
„Ja, ja das zieht ganz schön! Aber da bin ich beruhigt, dass alles in Ordnung ist!“</p>
<p><span class="dropcap">I</span>ch kann mich noch genau erinnern als mein Grundschullehrer uns Zweitklässler fragte:<br />
“Na, was habt ihr in den Sommerferien denn so gemacht? Erzählt doch mal!“ Sofort schnellte mein Finger in die Höhe, denn auch ich wollte von meinen Ferienerlebnissen erzählen. Irgendwann war es dann auch soweit, mein Lehrer forderte mich auf: „So, Astrid dann erzähle mal!“<br />
„Wir sind nach Rottach &#8211; Egern gefahren, das ist 600 Kilometer entfernt und liegt in der Nähe von München.“<br />
Vor inzwischen mehr als 40 Jahren war dies nahezu eine Weltreise und es würde mich nicht wundern, wenn ich eines der wenigen Kinder war, die damals schon so weit weg gereist waren.<br />
Interessiert fragte mein Lehrer auch weiter: „Was habt ihr denn dort gemacht?“<br />
„Wir haben dort die Tante meines Vaters und seine Oma besucht. Das ist nämlich meine Omaur“, berichtete ich stolz.<br />
„Astrid, das heißt ‚Uroma‘“, berichtigte mich der Lehrer.<br />
„Nein“, erklärte ich ihm inbrünstig, „das ist meine Omaur!“<br />
Das war sie und das bleib sie für mich zeitlebens. Auch wenn ich heute an meine Urgroßmutter zurückdenke, die mit ihren fast neunzig Jahren noch mit mir Federball gespielt hat, dann denke ich liebevoll an meine „Omaur“.</p>
<p>„<span class="dropcap">N</span>ein, ich esse meine Suppe nicht!“<br />
Diesen Satz des Suppenkaspers kennt wohl jeder aus dem Struwwelpeter. Ich war auch so ein kleiner Suppenkasper, denn ich kann mich genauestens erinnern, wenn meine Mutter ihre Lieblingssuppe auftischte. „Die schmeckt echt lecker!“, versuchte sie mir die Gemüsesuppe im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft zu machen. Ich versuchte auch artig meinen ohnehin nur halb vollen Teller zu leeren, was allerdings für mich unmöglich war. Ich konnte alle Zutaten in dieser Suppe sehen und genau dies ließ sich meinen Magen schon beim Anblick derselben umdrehen. Meine Mutter befürchtete schon, dass ich die drei oder vier mühsam und mit geschlossenen Augen in mich hinein beförderten halb gefüllten Löffel wieder von mir geben würde. Sie war meist auch mit ihren Überredungskünsten am Ende und kochte mir einen Grießbrei. Dann allerdings kam sie auf einen anderen Trick: Sie pürierte einfach die Zutaten und machte daraus eine Cremesuppe und siehe da, Klein-Astrid aß ohne zu murren ihren ganzen Teller Suppe auf und es schmeckte sogar. Bis zum heutigen Tag gibt es bei uns nur pürierte Suppen, denn auch unser Sohn ist ein solcher Suppenkasper.</p>
<p><span class="dropcap">D</span>en Reim vom Teddybär beim Seilspringen kennt bestimmt noch jeder, denn eigentlich wird er von Generation zu Generation mündlich überliefert:</p>
<p>„Teddybär, Teddybär dreh dich um!<br />
Teddybär, Teddybär mach dich krumm!<br />
Teddybär, Teddybär heb ein Bein….“<br />
Ich kann mich noch gut erinnern, wenn wir Kinder uns in unserer Straße zum Spielen trafen. Wir waren mehr als zehn Kinder im gleichen oder ähnlichen Alter und im Grundschulalter gingen wir nicht nur in die gleiche Schule, nein, zum Teil auch in die selbe Klasse. Damals fuhren kaum Autos durch unsere Straße, die in einem Neubaugebiet lag und außerdem noch eine Sackgasse mit Wendehammer war. Genau dieser Wendehammer bot uns ausreichend Platz für unsere Gummitwist-, Federball-, Versteck- und Seilspringspiele. Besonders, wenn es an Sommerabenden lange hell war oder auch, wenn es schon leicht dämmrig wurde, dann spielten wir Versteck im Dunkeln oder ließen unseren Federball über die über die Straße gespannte Beleuchtung fliegen.</p>
<p><span class="dropcap">H</span>aarige Geschichten kann ich außer der obigen noch mehrere erzählen. In den sechziger Jahren, zu deren Beginn ich geboren wurde, trugen die Mädchen ihre langen Haare selten offen. So hatte ich anfangs lange Zöpfe, einen dicken Zopf, einen Knoten auf dem Kopf oder einen Knoten am Hinterkopf, aus dem ein Pferdeschwanz herausfiel. Diese letzte Frisur entstammte dem Film „Bezaubernde Jeannie“ mit Barbara Eden und Larry Hagman. Sah auch wirklich bezaubernd bei mir aus, aber der Nachteil war, dass sich diese Frisur durch das Hüpfen beim Gummitwist regelmäßig auflöste. So saß ich dann oftmals im Schulunterricht mit offenen Haaren. Man wird es nicht glauben, aber ich schämte mich dann richtig und traute mich nicht nach vorne zu schauen. Wenn ich mich auf Fotos mit den bis zum Po reichenden offenen Haaren sehe, dann kann ich jetzt jedoch nur staunen. Sah einfach toll aus und ich kann selbst nicht verstehen, warum ich mich dessen geschämt habe. Immer wenn sich meine Mutter ihre Haare beim Frisör schneiden und frisieren ließ, fragte man mich aus Spaß, ob sie denn meine Zöpfe auch abschneiden sollten. Ich verneinte dies immer, bis zu dem Tag an dem ich ja sagte und alle versuchten mich umzustimmen. Trotzdem wagte ich diesen entscheidenden Schritt und die Zöpfe kamen ab. Ich erzählte allen, ich würde mir später davon einmal ein Haarteil machen lassen. Bis heute liegen diese beiden Zöpfe eingewickelt in Zeitungspapier in einer Schublade bei meiner Mutter. Sie haben all die Jahrzehnte unbeschadet überstanden und sehen aus, als hätte man sie mir gestern erst abgeschnitten.</p>
<p><span class="dropcap">E</span>ine Freundin von der Post hatte ich auch. Damals gab es noch ein Postamt und der Chef der ansässigen Post wohnte mit seiner Familie direkt über dem Postamt. Er war der Vater meiner Freundin und zugleich der Bruder meines Grundschullehrers. Wir waren richtig dicke Freundinnen und besuchten uns mehrmals in der Woche nach der Schule zum Spielen. Eines Tages ging meine Freundin gleich mit mir nach Hause ( wir wohnten an entgegengesetzten Enden der Stadt ). Auf die Nachfrage meiner Mutter, ob denn ihre Eltern Bescheid wüssten, antwortete sie nur, es sei schon in Ordnung. Damals hatten wir noch kein Telefon, also konnte meine Mutter auch die Eltern meiner Freundin nicht informieren. Doch dieses Problem sollte sich lösen. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was wir spielten, aber ich weiß noch genau, dass es Rahmspinat zum Mittagessen gab. Wir saßen gerade beim Essen, als es vor unserem Haus hupte. Vor der Tür stand ein Postauto: „Ist denn die Anne da?“, fragte der Briefträger. „Ihre Eltern haben sich schon gedacht, dass sie bei Astrid ist!“</p>
<p><span class="dropcap">I</span>ch war vielleicht zwei oder drei Jahre, als meine Eltern wieder einmal mit mir nach Rottach &#8211; Egern zu meiner Omaur (Uroma) fuhren. Ob ich mich selbst noch an diese Geschichte erinnern kann oder nur, weil man sie mir immer wieder erzählt hat, kann ich nicht mit Gewissheit sagen. Auf jeden Fall ging die Tante meines Vaters mit mir zu einem Bauern. Sie wollte mir eine Freude machen und so holten wir dort frische Milch, die wir in der Milchkanne transportierten. In der Küche setzte ich mich dann an den Tisch und die Tante stellte mir ein Glas Milch hin.<br />
„So Astrid, trink mal schön, die ist ganz frisch und lecker!“<br />
Ich sah sie mit großen Augen an. Zu Hause hatten wir auch eine Milchkanne und damit holten wir immer unsere Milch von Herrn und Frau Bickert, die in der Stadt umherfuhren und von einem Auto aus Milch, Eier, Butter, Käse usw. verkauften. Sie selbst hatten diese aus der Molkerei unserer Stadt geholt, die von den ortsansässigen Bauern beliefert wurde. Und so schaute Klein &#8211; Astrid jetzt von dem Glas Milch zu der Tante und meinte ganz ernst:<br />
„Nein, ich trinke keine Kuhmilch, &#8211; ich trinke nur Bickertsmilch!“</p>
<p><span class="dropcap">T</span>egernsee und Rottach &#8211; Egern sind für mich mit sehr schönen Erinnerungen verbunden. Zum einen, weil ich dort alljährlich mit meinen Eltern meine Omaur besuchte und zum anderen, weil ich dort auch Freunde gefunden hatte. Die Nachbarin der Tante bekam nämlich in den Ferien ebenfalls Besuch von ihrer Nichte und ihrem Neffen. Wir spielten dann immer zusammen und hatten sehr viel Spaß. Wir wateten mit den Füßen durch das eiskalte Bergwasser der Weißach, spazierten durch die Heide oder schwammen im Strandbad des Tegernsee. Während wir beiden Mädchen in einem Alter waren, gehörte der Neffe einer jüngeren Altersgruppe an. Er lernte erst noch das Schwimmen und Tauchen. Jetzt sollte man meinen, dass er dies im Strandbad geübt hätte, was für das Schwimmen auch zutraf, aber nicht für das Tauchen. Das übte er fleißig bei seiner Tante auf dem Grundstück in einem Regenfass.</p>
<p><span class="dropcap">S</span>chokolade und Kaugummi lieben alle Kinder. Auch hieran habe ich eine Kindheitserinnerung. Da ich aus Hessen komme, also aus den alten Bundesländern, waren bei uns die Amerikaner als Alliierte stationiert. Immer wenn diese Manöver hatten und mit den Panzern und ihren Jeeps durch die Gegend fuhren, standen wir Kinder am Straßenrand und riefen: „Chewinggum, Chewinggum!“<br />
Die Amerikaner strahlten uns dann an und warfen uns tatsächlich Kaugummi und Schokolade von ihren Fahrzeugen herunter. Das war für uns Kinder immer ein tolles Erlebnis.</p>
<p><span class="dropcap">E</span>rinnern kann ich mich noch ganz genau an Fahrten mit einem ganz besonderen Auto, das heute ein seltener, aber toller Oldtimer ist. Dieses Gefährt besaßen unsere damaligen Vermieter, ein älteres Ehepaar. Wir wohnten zu dieser Zeit am Rande der Kleinstadt Schotten und so fuhren die Beiden immer mit ihrem Auto zum Einkaufen in die Stadt. Wenn sie zurückkamen, liefen wir Kinder ihnen entgegen, um die letzten Meter mitgenommen werden zu können. Leider konnte sich dieser Wunsch immer nur für einen, höchstens zwei von uns erfüllen, denn normalerweise passen in eine Isetta ( das laut Lexikon übrigens ein Rollermobil von BMW ist und als Gefährt zwischen Motorrad und Automobil eingeordnet wird ) nur zwei Personen, Fahrer und Beifahrer. So wurde die vordere und einzige Flügeltür geöffnet und man ließ mich auf den Schoss des Fahrers. Ob zu diesem Zeitpunkt noch ein weiteres Kind auf dem Schoss der Beifahrerin saß, entzieht sich meiner Erinnerung.</p>
<p><span class="dropcap">R</span>egelmäßig hielten wir an der gleichen Stelle, an der wir auf die Amerikaner mit ihren Panzern und auf die Vermieter mit ihrer Isetta warteten, auch noch ein anderes Auto an. Hierbei handelte es sich um das Postauto und zwar um einen Transporter. Auch hier ließ man uns freudig zusteigen und wir durften die letzten paar Meter mitfahren. Wir waren sozusagen schon in zartem Kindesalter Tramper.<br />
Man muss dazu sagen, dass mich rückblickend meine Kindheit ein bisschen an Astrid Lindgrens Bullerbü erinnert, denn auch wir Kinder waren eine eingeschworene Gemeinschaft, wohl behütet, bei Postboten, Milchmann und Milchfrau etc. bekannt und verbrachten viel Zeit in der freien Natur. Eine Kindheit, die man nur jedem Kind wünschen kann.</p>
<p><span class="dropcap">I</span>nteressant fand ich auch immer die Fahrten mit meinem Vater. Manchmal nahm er mich sonntags im Auto mit, während meine Mutter zu Hause das Mittagessen vorbereitete. Dann hatte ich als Kind meinen Vater für ein oder zwei Stunden für mich ganz allein. Er war es auch, bei dem ich meine ersten Lenk- und Fahrversuche auf abgelegenen Feldwegen machen durfte. Wir redeten bei unseren kurzen Sonntagsausflügen über dies und das. Ich weiß nicht mehr, worüber wir redeten, aber es ist mir in sehr schöner und harmonischer Erinnerung geblieben. Leider habe ich nicht mehr die Gelegenheit dies meinem Vater zu sagen, denn er ist jetzt schon seit mehr als dreißig Jahren tot und hat zwar noch Peter kennengelernt und auch unsere Verlobung mitgefeiert, aber unsere Heirat und die Geburt unseres Sohnes Timo nicht mehr miterlebt.</p>
<p><span class="dropcap">N</span>eulich fing mein Mann plötzlich an zu husten. „Ist bei dir eine Erkältung im Anmarsch“, fragte ich ihn. Er konnte mich jedoch beruhigen, denn er hatte sich nur sozusagen an seiner eigenen Spucke verschluckt. Trotzdem fiel mir etwas aus meiner Kindheit ein:<br />
Ich denke, damals war ich ungefähr vier Jahre ( ich sollte nochmals bei meiner Mutter das genaue Alter erfragen). Ebenso wie in Bullerbü steckten wir Kinder immer zusammen und damit steckten wir uns auch gegenseitig mit Kinderkrankheiten an. Eine meiner kleinen Spielkameradinnen hatte ihren Cousin besucht und hatte sich bei ihm mit Keuchhusten angesteckt. Das brachte sie uns anderen dann gewissermaßen als Geschenk mit. So husteten und spuckten wir alle, was zur Folge hatte, dass niemand alleine war. Wir konnten alle getrost weiter miteinander spielen.<br />
Die Impfung gegen Keuchhusten gab es anscheinend damals noch nicht oder war noch nicht so verbreitet und als Timo geboren wurde, war sie noch etwas umstritten, soweit ich mich erinnere. Auch er machte den Keuchhusten durch. Das bewirkte dann allerdings, dass auch mein Mann einen seltsamen Husten etc. bekam, der jedoch laut Untersuchungen und Labortests kein Keuchhusten gewesen sein sollte. Es wunderte uns nur, dass im Endeffekt die halbe Firma, in der Peter damals arbeitete, ebenfalls von dieser Huster- und Spuckerei befallen war.</p>
<p><span class="dropcap">N</span>och immer existieren meine beiden Lieblingspuppen, ich glaube sie liegen auf dem Dachboden meiner Mutter. Die eine hieß Moni und hatte dunkle lockige Haare und die andere war eine Lauf- und Sprechpuppe mit langen braunen geraden Haaren. Sie war eigenhändig von mir über dem Waschbecken auf den Namen Rita getauft worden. Wenn ich sie auf den Boden stellte, sie wie ein kleines Kind an ihrer linken Hand hielt und ihren Arm leicht nach oben und unten bewegte, machte sie kleine Schritte und lief somit neben mir her. Zwischen ihren Schulterblättern konnte man eine Schnur herausziehen und beim Zurückziehen sprach sie Sätze wie:<br />
„Ich hab dich lieb, Mama!“<br />
Eines Tages jedoch zog sich der Faden nicht mehr zurück und Rita sprach kein Wort mehr. Ich war tieftraurig und weinte. Immer wieder fragte ich:<br />
„Wann kommt Papa nach Hause? Er muss mir meine Puppe wieder reparieren.“<br />
Mein Papa konnte nämlich alles wieder reparieren und „Geht nicht, &#8211; gibt’s nicht!“ war sein Leitspruch. Doch dieses Mal schienen seine Künste zu versagen, er konnte machen, was er wollte, aber das Schnürchen zog sich nicht zurück und Rita blieb stumm. Auch mein Bitten und Betteln half nichts. Meine Eltern waren angesichts meiner Trauer selbst schon geknickt, da legte mein Vater die Puppe auf den Rücken. Und siehe da! Das Wunder geschah und Rita sagte:<br />
„Ich bin sooo müde!“<br />
Jeder kann sich jetzt sicherlich das Strahlen im Gesicht der kleinen Astrid vorstellen!</p>
<p><span class="dropcap">E</span>igentlich kann ich mich nur noch an meinen Opa väterlicherseits erinnern. Meine Omi, also die Mutter meines Vaters, starb als ich gerade einmal zwei Jahre alt war. Meine Erinnerungen an sie stammen von Fotografien und Erzählungen. Die Eltern meiner Mutter habe ich leider nie kennengelernt, da sie lange vor meiner Geburt schon verstarben.<br />
Meinen Opa hatte ich sehr gerne und ich freute mich auch, wenn ich manchmal das Wochenende bei ihm verbringen durfte. Bei uns in der Stadt gab es damals ein kleines Café, in dem man auch Eis kaufen konnte. Ich glaube es hieß Café Rennstrecke. Immer wenn mein Opa dort einen Kaffee trank, bekam ich ein Eis. Ich dachte jedenfalls es sei ein Eis, da man mir das so erzählte, doch eigentlich war es Sahne. Aber eines Tages schickte mich mein Opa alleine ins Cafe hinein und er wartete draußen. Ich bestellte mir ein Eis in der Waffel und bekam auch ein Eis, aber es sah anders aus als sonst. Logisch! Später am Abend war es mir ganz schlecht, ich hatte Bauchschmerzen und spuckte. „Das kommt von dem komischen Eis!“, erklärte ich und aß fortan kein Eis mehr. Viele, viele Jahre vergingen quasi eislos und ich war schon in der Grundschule als ich es doch eines Tages mit einem Schokoladeneis versuchte. Es schmeckte mir und es blieb auch bei mir. Somit wurde Schokoladeneis bis zum heutigen Tage zu meinem Lieblingseis.</p>
<p><span class="dropcap">R</span>ichtig Spaß hat mir anscheinend das Ostereiersuchen im Kleinkindalter gemacht. Eigentlich weiß ich die Geschichte aus Erzählungen meiner Mutter. Demzufolge waren wir Kinder eingeladen im Garten eines Nachbarn nach Ostereiern zu suchen. Also nahm ich mein Körbchen und marschierte mit den anderen mit. Irgendwie scheine ich eine Art siebten Sinn gehabt zu haben, denn ich ging einfach nur von einem Nest zum anderen. Ich fand eigentlich alle versteckten Ostereier. Die anderen wären leer ausgegangen, hätten die Nachbarn nicht unauffällig für Nachschub gesorgt, damit die anderen Kinder auch noch ein paar Ostereier in ihre Körbchen legen konnten. Zum Schluss hatte ich ungefähr 30 bunte Eier gefunden und mir mussten die Erwachsenen helfen alles nach Hause zu tragen.</p>
<p>„<span class="dropcap">U</span>nd wollen wir mit den Rollschuhen fahren?“, fragte mich eine Schulkameradin. Ich liebte es und konnte es auch ziemlich gut, nicht so wie mein Mann, der es anscheinend nie gelernt hat. Und auch Timo tat sich mit den vier Rollen unter jedem Fuß etwas schwer als Kind, Inlineskaten stellte für ihn allerdings kein Problem dar.<br />
Doch zurück zu meiner Kindheit: Besagte Freundin stürzte an diesem Nachmittag. Sie lag auf dem Bauch und gab glucksende Laute von sich. Wir anderen standen um sie herum und lachten, denn wir deuteten diese Laute als Lachen. Doch schon bald merkten wir, dass es sich um Weinen handelte, das auch nach gutem Zureden nicht versiegte. Kurzum, sie hatte sich beide Arme gebrochen. Mir klingt noch heute dieses Weinen in den Ohren.</p>
<p><span class="dropcap">N</span>och eine Erinnerung habe ich an meinen Opa. Immer wenn wir das Haus verließen und in die Stadt gingen, setzte er seinen Hut auf. Begegneten wir auf unserem Weg Bekannten, so lüftete er seinen Hut und machte einen Diener. Dies war allerdings zu den damaligen Zeiten üblich. Eigentlich eine schöne Geste, doch heute längst überholt. Übrigens: Ich habe als kleines Mädchen auch gelernt einen Knicks zu machen, den ich noch heute einwandfrei beherrsche. Ob ich dabei jedoch in königlichen Kreisen bestehen könnte, bezweifele ich allerdings. Ich denke hierbei müsste ich doch noch ein wenig üben.</p>
<p><span class="dropcap">G</span>erüche können Erinnerungen hervorrufen. Dies ist eigentlich allbekannt und das habe ich auch am eigenen Leibe schon erfahren. Als ich mit meiner Familie vor fast zwei Jahrzehnten vom Westen in den Osten Deutschlands zog, erreichte meine Nase gar mancher „Duft“, der mich an meine Kindheit erinnerte. So zum Beispiel der Geruch von Rauch, der aus manchen Schornsteinen in den Himmel zog, weil die Bewohner des Hauses mit Holz und Kohle heizten. Oder der Geruch in dem alten Schulgebäude, das unser Sohn in den ersten Jahren seiner Schulzeit besuchte, war genau der Geruch des Schulgebäudes meiner Schulzeit. Zumindest meinte ich regelrecht meine Kindheit zu riechen.</p>
<p><span class="dropcap">E</span>in anderer Geruch wurde von meiner Mutter immer hochgepriesen. Wer jetzt denkt, dass ich hier von der Weihnachtsbäckerei schreibe, irrt sich gewaltig. Nein, die Rede ist von einem sogenannten Duft der Natur. Jedes Mal wenn wir durch eines der Dörfer fuhren, die rund um unsere Kleinstadt angesiedelt waren, meinte meine Mutter:<br />
„Tief durchatmen! Das ist gute Landluft! Die ist gesund!“<br />
Ich für meinen Teil konnte nichts Gutes daran finden. Ich fand einfach nur, dass diese Misthaufen ekelig stanken.</p>
<p><span class="dropcap">N</span>och Jahre bevor ich in die Schule kommen sollte, war ich auf einem Kindergeburtstag eingeladen. Der Onkel des Geburtstagskindes war auch anwesend. Als ich bei ihm saß und er sich mit mir unterhielt, fragte er mich, was ich einmal werden wolle:<br />
„Ich will einmal Lehrerin werden!“, verkündete ich stolz. Von diesem Zeitpunkt an stand mein Berufsziel fest. Aber nicht nur, dass ich tatsächlich Grundschullehrerin geworden bin, sondern auch, dass ich damals auf den Knien meines zukünftigen Grundschullehrers gesessen hatte, wird mir immer in Erinnerung bleiben.</p>
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