<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	
	xmlns:georss="http://www.georss.org/georss"
	xmlns:geo="http://www.w3.org/2003/01/geo/wgs84_pos#"
	>

<channel>
	<title>Temperatur &#8211; life tells stories</title>
	<atom:link href="https://lifetellsstories.de/tag/temperatur/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://lifetellsstories.de</link>
	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
	<lastBuildDate>Sat, 24 Jun 2017 22:51:05 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>
<site xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">123020734</site>	<item>
		<title>Kleiderordnung</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/kleiderordnung/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/kleiderordnung/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Jun 2017 22:46:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Applaus]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitskollegie]]></category>
		<category><![CDATA[Bedauern]]></category>
		<category><![CDATA[Büro]]></category>
		<category><![CDATA[Idee]]></category>
		<category><![CDATA[Kleidung]]></category>
		<category><![CDATA[Schwimmbad]]></category>
		<category><![CDATA[Temperatur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://lifetellsstories.de/?p=4338</guid>

					<description><![CDATA[Auf die Idee zu meiner heutigen Geschichte brachte mich eine Radiomeldung, die ich allerdings nur am Rande vernahm. Doch das, was ich noch hörte, fand ich nicht nur witzig, sondern auch so direkt aus dem Leben gegriffen, dass es hier an dieser Stelle einen Platz finden muss. Da ich meinen Blog „lifetellsstories“ genannt habe, gehören Geschichten, die das Leben erzählt hierher. Selbstverständlich habe ich Ort, Personen und Ausschmückungen meiner Fantasie entspringen lassen und hoffe nun, dass Euch die Begebenheit genauso gut gefällt wie mir. Hans ist Ende Zwanzig, arbeitet bei einer Firma in der Verwaltung und sitzt mit einigen seiner Kollegen in einem Großraumbüro, allerdings mit regem Publikumsverkehr. Ihm macht die Arbeit viel Spaß, da er den Kontakt zu Menschen ebenso liebt, wie die Büroarbeit. Er ist sehr ordentlich und auch gewissenhaft in seinem ganzen Tun. Hans ist kein Griesgram oder gar Besserwisser, sondern ein lustiger und fröhlicher Mensch, der schnell Kontakt findet und mit dem man sowohl privat als auch beruflich gut auskommt. Er ist bei seinen Mitarbeitern ebenso beliebt, wie bei seinen Vorgesetzten. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auf die Idee zu meiner heutigen Geschichte brachte mich eine Radiomeldung, die ich allerdings nur am Rande vernahm. Doch das, was ich noch hörte, fand ich nicht nur witzig, sondern auch so direkt aus dem Leben gegriffen, dass es hier an dieser Stelle einen Platz finden muss. Da ich meinen Blog „lifetellsstories“ genannt habe, gehören Geschichten, die das Leben erzählt hierher. Selbstverständlich habe ich Ort, Personen und Ausschmückungen meiner Fantasie entspringen lassen und hoffe nun, dass Euch die Begebenheit genauso gut gefällt wie mir.</strong><br />
<span class="dropcap">H</span>ans ist Ende Zwanzig, arbeitet bei einer Firma in der Verwaltung und sitzt mit einigen seiner Kollegen in einem Großraumbüro, allerdings mit regem Publikumsverkehr. Ihm macht die Arbeit viel Spaß, da er den Kontakt zu Menschen ebenso liebt, wie die Büroarbeit. Er ist sehr ordentlich und auch gewissenhaft in seinem ganzen Tun. Hans ist kein Griesgram oder gar Besserwisser, sondern ein lustiger und fröhlicher Mensch, der schnell Kontakt findet und mit dem man sowohl privat als auch beruflich gut auskommt. Er ist bei seinen Mitarbeitern ebenso beliebt, wie bei seinen Vorgesetzten.<br />
Seit einer Woche herrschen hochsommerliche Temperaturen, leider nicht nur außerhalb der Firma, sondern seit zwei Tagen auch innerhalb der Räumlichkeiten. Die Klimaanlage ist im gesamten Gebäude ausgefallen und muss erneuert werden. Somit ist sogar das Bleistiftstemmen eine schweißtreibende Arbeit. Alle stöhnen über die extremen Temperaturen.<br />
„Wie gerne würde ich mir jetzt eine kühle Brise um die Nase wehen lassen“, sagt sein Arbeitskollege und öffnet das Fenster.<br />
„Mach das schnell wieder zu!“, ruft eine Kollegin. „Das Öffnen der Fenster bringt nur noch mehr Hitze und Schwüle herein.“<br />
So sitzen sie alle an ihren Schreibtischen und schnaufen.<br />
„Die Frauen haben es echt gut“, meint Hans zu seinem Gegenüber. „Die Damen der Schöpfung haben sich luftige und chice Sommerkleider angezogen, wir Herren jedoch sitzen hier in unseren langen Hosen, mit Hemd und Krawatte.“<br />
Hans findet von seinen männlichen Arbeitskollegen viel Zustimmung und von den weiblichen Mitarbeiterinnen erntet er nur ein mitleidiges Lächeln.<br />
„Das ist einfach eine Ungerechtigkeit“, empört er sich.<br />
Am nächsten Morgen beschließt er jedoch in kurzen Hosen und Poloshirt am Arbeitsplatz zu erscheinen.<br />
„Es fühlt sich wesentlich angenehmer an, als in den langen Hosen und bei diesen Temperaturen wird wohl jeder Verständnis dafür haben“, sagt er zu seiner Freundin, als sie ihn stirnrunzelnd ansieht. „Zumal ich nicht in irgendwelchen abgewetzten Klamotten komme, sondern die Sachen aus einem angesagten Herrenbekleidungsgeschäft stammen. Alles ordentlich, sauber und modern“, fügt er noch hinzu, gibt seiner Freundin einen Abschiedskuss und beide setzen sich in ihre Autos, um in entgegengesetzter Richtung zur Arbeit zu fahren.<br />
Kaum hat Hans seinen Computer angeschaltet, da steht sein Chef vor ihm. Hans kann schon an dessen Gesichtsausdruck ablesen, dass er etwas zu beanstanden hat. In Gedanken durchforstet er den letzten Tag und fragt sich, ob ihm irgendwo ein Fehler unterlaufen sein könnte. Doch da grollt der Donner schon auf ihn ein:<br />
„Was bilden Sie sich ein?! Erscheinen hier in kurzer Hose! Was glauben Sie denn wo Sie sind? Im Schwimmbad, im Urlaub oder vielleicht auf der Strandpromenade? Herr Hans Hansen, Sie arbeiten in einer angesehenen Firma und da zeigt man den Besuchern nicht seine nackten Beine!“<br />
„Ja, aber die Frauen haben doch auch …!“, will Hans zu bedenken geben, doch der Chef hat nur kurz Luft geholt und donnert weiter:<br />
„Sehen sie zu, dass Sie verschwinden und in einer Stunde sitzen Sie hier wieder in angemessener Kleidung, auf jeden Fall nicht in kurzer Hose und T-Shirt!“<br />
Hans ist so perplex, dass er es nicht wagt, zu widersprechen. Seine Arbeitskollegen räuspern sich und beginnen zu tuscheln, denn sie hatten schon gehofft am nächsten Tag ebenfalls in kurzer Hose und T-Shirt an ihren Schreibtischen sitzen zu können.<br />
Hans jedoch sputet sich und fährt mit seinem Auto, in dem die Klimaanlage zum Glück funktioniert, nach Hause, um sich umzuziehen.<br />
Ihm erscheint die ganze Sache etwas unlogisch und ungerecht. Warum in aller Welt, dürfen die Frauen sich in bunte, luftige Kleidchen werfen und ihre nackten Beine zeigen, aber die Herren müssen lange Hosen tragen.<br />
„Nun gut“, denkt sich Hans. „Wenn es nur an den kurzen Hosen und dem T-Shirt liegt, so kann hier Abhilfe geschaffen werden.“<br />
Zuhause angekommen, begibt er sich direkt zum Kleiderschrank. Allerdings öffnet er nicht die linke Seite des Schrankes, sondern …<br />
Eine Dreiviertelstunde später erscheint Hans umgezogen wieder im Büro. Die Blicke nicht nur seiner Arbeitskollegen sind ihm sicher, das ist ihm schon klar als er durch die Eingangstür marschiert. Getuschel, Gekichere und breites Grinsen kommt ihm entgegen. Einer seiner Arbeitskollegen kann es nicht unterdrücken ihm einen anerkennenden Pfiff hinterher zu schicken.<br />
„Wow!“, ruft seine Arbeitskollegin Ingrid aus.<br />
Eine andere Arbeitskollegin mustert ihn von oben bis unten und klatscht dann freudig in die Hände. Begeistert meint sie:<br />
„Immerhin kann sich der Chef jetzt nicht mehr über die kurzen Hosen beschweren. Elegant! Das muss ich schon sagen! Und Beine hast du!“<br />
Eine Sekunde später ist das gesamte Büro mit schallendem Gelächter ausgefüllt und Hans dreht sich grinsend und beschwingt um die eigene Achse, bevor er wie auf dem Laufsteg zwischen den Schreibtischen entlang stolziert.<br />
„Herr Hans Hansen, bitte sofort in mein Büro!“, tönt es da aus dem Lautsprecher.<br />
Erschrocken verstummt das Lachen der Arbeitskollegen, doch Hans marschiert hochgehobenen Hauptes in das Büro des Chefs. Im Großraumbüro herrscht Totenstille. Alle versuchen zu lauschen, ob etwas aus dem Chefzimmer zu vernehmen ist. Bestimmt bricht gleich ein erneutes Donnerwetter herein. Doch nichts passiert.<br />
Nach gefühlten zwei Stunden öffnet sich die Tür erneut und Hans tritt heraus.<br />
Mit ernster Miene stellt er sich vor seine Arbeitskollegen und bittet um Ruhe, obwohl kein einziger Mucks im Raum zu vernehmen ist.<br />
„Ich soll Euch vom Chef etwas ausrichten: Die Klimaanlage kann leider nicht mehr repariert werden und muss ausgetauscht werden.“<br />
Die Kollegen beginnen zu stöhnen.<br />
„Ich soll sofort verschwinden und das Kleid meiner Freundin wieder gegen eine Hose tauschen.“<br />
Die Mitarbeiter drücken sichtliches Bedauern aus, können sich ein Grinsen jedoch nicht verkneifen.<br />
„Eine kurze Hose!“, fügt Hans rasch hinzu. „Und ab der Mittagspause dürfen wir Männer alle in kurzen Hosen und Hemd erscheinen.“<br />
Lauter Jubel bricht im Büro aus und aus dem Nebenzimmer ertönt die Stimme des Chefs:<br />
„Dieser Sieg über die Kleiderordnung ist aber ein Ausnahmezustand und gilt nur solange bis die Klimaanlage wieder funktioniert!“<br />
Mit diesen Worten tritt der Chef grinsend und ebenfalls in kurzen Hosen und Hemd in das Großraumbüro. Donnernder Applaus empfängt ihn.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-4343 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/06/1200px-_DSC8377-1024x682.jpg" alt="" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/06/1200px-_DSC8377-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/06/1200px-_DSC8377-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/06/1200px-_DSC8377-768x511.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/06/1200px-_DSC8377-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/06/1200px-_DSC8377.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/dreibein-co-2/">Dreibein &amp; Co</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/aus-dem-leben-meiner-kuechenuhr/">Aus dem Leben meiner Küchenuhr</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/hat-astrid-denn-kein-schmuckkaestchen/">&#8222;Hat Astrid denn kein Schmuckkästchen?&#8220;</a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://lifetellsstories.de/kleiderordnung/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>8</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">4338</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Verdrehte Welt</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/verdrehte-welt/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/verdrehte-welt/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Mar 2016 00:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Haare]]></category>
		<category><![CDATA[Locken]]></category>
		<category><![CDATA[modern]]></category>
		<category><![CDATA[Ostereier]]></category>
		<category><![CDATA[T-Shirt]]></category>
		<category><![CDATA[Temperatur]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Zahnspange]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://lifetellsstories.de/?p=2819</guid>

					<description><![CDATA[„Irgendwie leben wir in einer verdrehten Welt“, meint mein Mann, als er vor einem Regal im Supermarkt steht. Ich schaue ihn verdutzt an, denn bei mir hat sich gerade nichts verdreht und ich finde meine kleine Welt auch ganz in Ordnung, so wie sie ist. Doch mein Peter scheint das irgendwie anders zu meinen. Er steht nämlich immer noch kopfschüttelnd vor dem besagten Regal. Da ich also momentan seine Gedankengänge nicht nachvollziehen kann, erkundige ich mich nach dem eigentlichen Grund seiner Aussage. „Was meinst du damit?“, frage ich ihn also und schaue ihn erwartungsvoll an. „Na, hier die Ostereier!“, entgegnet er und deutet auf die bunt bemalten und hart gekochten Eier, die es massenhaft in diesem Regal gibt. „Früher gab es das nur zu Ostern. Heutzutage kann man auch an Weihnachten Ostereier kaufen. Wenn das keine verdrehte Welt ist.“ Auch wenn man diese Eier nur zur Kennzeichnung und zur Unterscheidung von gekochten und rohen Eiern derartig bunt gefärbt hat, bleiben sie in unseren Augen und unserem Verständnis doch immer Ostereier. „Wahrscheinlich suchen wir sowieso dieses &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Irgendwie leben wir in einer verdrehten Welt“, meint mein Mann, als er vor einem Regal im Supermarkt steht.</strong></p>
<p><strong>Ich schaue ihn verdutzt an, denn bei mir hat sich gerade nichts verdreht und ich finde meine kleine Welt auch ganz in Ordnung, so wie sie ist. Doch mein Peter scheint das irgendwie anders zu meinen. Er steht nämlich immer noch kopfschüttelnd vor dem besagten Regal. Da ich also momentan seine Gedankengänge nicht nachvollziehen kann, erkundige ich mich nach dem eigentlichen Grund seiner Aussage.</strong><br />
<span class="dropcap">„W</span>as meinst du damit?“, frage ich ihn also und schaue ihn erwartungsvoll an.<br />
„Na, hier die Ostereier!“, entgegnet er und deutet auf die bunt bemalten und hart gekochten Eier, die es massenhaft in diesem Regal gibt.<br />
„Früher gab es das nur zu Ostern. Heutzutage kann man auch an Weihnachten Ostereier kaufen. Wenn das keine verdrehte Welt ist.“<br />
Auch wenn man diese Eier nur zur Kennzeichnung und zur Unterscheidung von gekochten und rohen Eiern derartig bunt gefärbt hat, bleiben sie in unseren Augen und unserem Verständnis doch immer Ostereier.<br />
„Wahrscheinlich suchen wir sowieso dieses Jahr die Ostereier im Schnee, denn Weihnachten hatten wir ja keine weiße Pracht. Ich sag doch, wir leben in einer verdrehten Welt“, schiebt Peter hinterher.<br />
Als wir später in unserem Auto wieder nach Hause fahren, greifen wir dieses Thema noch einmal auf.<br />
„Im Grunde genommen hast du recht“, bestätige ich die Aussage meines Mannes. „Diejenigen Frauen, die lockige Haare haben, wollen einfach nur gerades, ungelocktes Haar. Und umgekehrt wollen Frauen mit ungewellten Haaren plötzlich Locken haben.“<br />
„Ja, und Blondinen färben sie sich schwarz. Und inzwischen versuchen ja zum Beispiel auch schon die thailändischen Frauen ihre dunklen Haare zu blondieren, was überhaupt nicht zu ihnen passt und auch nicht richtig funktioniert. Warum seid ihr Frauen einfach nicht zufrieden mit dem, was ihr habt?“<br />
„Was heißt hier IHR FRAUEN?“, schieße ich zurück. „Denk doch mal an den Sandkasten: Wolltest du nicht auch immer das rote Eimerchen von dem anderen Kind haben, obwohl du kurz vorher noch dein eigenes blaues Eimerchen so toll fandest?“<br />
„Das liegt wohl in den Genen der Menschen, dass sie immer das erstreben, was sie als das Bessere erachten“, antwortet Peter.<br />
Jetzt überlegen wir, ob diese Welt tatsächlich so verdreht ist und finden überraschend viele Beispiele.<br />
Wie oft haben wir uns in Bangkok schon gefragt, warum die Thailänder ihre Wohnungen und öffentlichen Gebäude dermaßen herunter kühlen, dass man förmlich das Gefühl hat, in einem Kühlschrank zu sitzen. Temperieren ist die eine Sache, jedoch alles zu „unterkühlen“ eine andere und für uns Europäer anscheinend eine weitaus unangenehmere Sache als für die Thailänder.<br />
„Denk nur daran, als wir in Thailand mal mit dem Taxi gefahren sind und der Taxifahrer an einer Mautstation das Fenster herunter gekurbelt hat. Während ich zuerst dachte in einem Kühlschrank zu sitzen, stellte ich plötzlich ganz spontan die Frage, ob er die Heizung angestellt hat. Wer braucht in Thailand schon eine Heizung?!“, erinnere ich mich schmunzelnd.<br />
„Genau, und bei uns in Deutschland laufen dann die Thailänder bei 18 Grad Außentemperatur bereits mit Schal und Mütze herum. Das soll mal einer verstehen“, kommentiert mein Mann. „Dabei versuchen sie im eigenen Land alle Räume auf genau diese oder sogar auf eine noch tiefere Temperatur zu bringen.“<br />
Als ich später im Badezimmer stehe und die Sachen aus der Drogerieabteilung verstaue, fällt mein Blick auf die Sonnencreme. Ja, und das ist schon wieder ein Beispiel für die verdrehte Welt, in der wir leben. Wir streben es an, unseren Teint so braun wie nur möglich werden zu lassen. Das finden wir chic. Bei uns Europäern ist es auch irgendwie ein Zeichen dafür, dass man genügend Zeit und vielleicht auch Geld hat, um sich irgendwo auf der Welt bräunen zu lassen.<br />
„So ein Blödsinn“, denke ich. „Bei den Thailändern ist es chic ungebräunt zu sein. Dort kann man sogar eine sogenannte „Whiteningcreme“ kaufen, um die Haut in einem vornehmen hellen Ton erscheinen zu lassen. Oder man benutzt Puder.“<br />
Ich stelle die neuen Zahnbürsten in die entsprechenden Zahnputzbecher und schon fällt mir ein weiteres Beispiel ein:<br />
Im Allgemeinen sind die Jugendlichen froh und glücklich, wenn ihnen der Kieferorthopäde verkündet, dass sie keine feste Zahnspange mehr benötigen. In Thailand jedoch ist das Tragen von festen Zahnspangen ganz groß in Mode. Es ist gewissermaßen ein Zeichen von „Reichtum“, denn nur wer genügend Geld besitzt, kann sich die Zähne richten lassen. So wird es als chic empfunden und selbst, wenn man keine derartige Spange benötigt, kann man diese als Modeaccessoire in allen nur denkbaren Farben kaufen. Selbst Models strahlen auf großen Plakaten mit glitzernden Zahnspangen auf uns herab.<br />
Ich muss mir eingestehen, dass mein Mann irgendwie recht hat. Unsere Welt ist schon manchmal etwas verdreht. Oder besser gesagt: Wir Menschen sind es.<br />
Als ich das Badezimmer verlasse und die Treppe nach unten gehe, kommt mir mein Peter entgegen. Ich bemerke sofort, dass er sich ein frisches T-Shirt angezogen hat und muss augenblicklich anfangen zu lachen.<br />
„Deine Welt ist heute tatsächlich verdreht!“, kichere ich.<br />
Jetzt schaut er mich mit großen und überraschten Augen an.<br />
„Du hast dein T-Shirt links herum angezogen“, verkünde ich ihm. „Ist das jetzt modern so?“</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://lifetellsstories.de/verdrehte-welt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>16</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">2819</post-id>	</item>
	</channel>
</rss>
