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	<title>Speck &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Das Wiedersehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Sep 2017 22:56:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Geburt]]></category>
		<category><![CDATA[Halunke]]></category>
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					<description><![CDATA[Ted marschierte gerade von Bord eines großen Kreuzfahrtschiffes, um den Hafen und die fremde Stadt zu erkunden. Schön, war die Reise bisher gewesen. Noch nie zuvor war er so lange an Bord eines Schiffes gewesen und durch das Mittelmeer geschippert. Er war sich gar nicht so vorgekommen wie auf einem Schiff, eher wie in einer schwimmenden Stadt. So viele Menschen hatte er getroffen, nicht allen konnte man vertrauen. Den meisten musste man die eigene Existenz verheimlichen. So lebte er meist ein wenig abseits. Tagsüber hielt er sich gut versteckt, wie es sich für einen blinden Passagier gehörte und nachts machte er seine Streifgänge durch die Flure und durch die Vorratskammern, wo er sich Nacht für Nacht den Bauch vollschlug. Ein Leben in Saus und Braus, waren die vergangenen zwei Wochen gewesen. Obwohl er sich wie im Schlaraffenland gefühlt hatte, brauchte er für den heutigen Tag mal wieder richtigen und nicht wankenden Boden unter seinen Füßen. So trippelte er die Gangway hinunter und schaffte gerade noch den Absprung, bevor diese wieder entfernt wurde. Er atmete tief &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ted marschierte gerade von Bord eines großen Kreuzfahrtschiffes, um den Hafen und die fremde Stadt zu erkunden. Schön, war die Reise bisher gewesen. Noch nie zuvor war er so lange an Bord eines Schiffes gewesen und durch das Mittelmeer geschippert.</strong> <strong>Er war sich gar nicht so vorgekommen wie auf einem Schiff, eher wie in einer schwimmenden Stadt. </strong></p>
<p><span class="dropcap">S</span>o viele Menschen hatte er getroffen, nicht allen konnte man vertrauen. Den meisten musste man die eigene Existenz verheimlichen. So lebte er meist ein wenig abseits. Tagsüber hielt er sich gut versteckt, wie es sich für einen blinden Passagier gehörte und nachts machte er seine Streifgänge durch die Flure und durch die Vorratskammern, wo er sich Nacht für Nacht den Bauch vollschlug. Ein Leben in Saus und Braus, waren die vergangenen zwei Wochen gewesen. Obwohl er sich wie im Schlaraffenland gefühlt hatte, brauchte er für den heutigen Tag mal wieder richtigen und nicht wankenden Boden unter seinen Füßen.<br />
So trippelte er die Gangway hinunter und schaffte gerade noch den Absprung, bevor diese wieder entfernt wurde. Er atmete tief die warme Sommerluft ein und schaute sich erst einmal in alle Richtungen um. Niemand nahm von ihm Notiz und das war auch gut so, denn er hasste es Aufmerksamkeit zu erregen. Männer sahen ihn meist grimmig an und Frauen reagierten eher hysterisch oder sogar panisch, wenn sie ihn erblickten. Dabei fand er, dass er gar nicht so schrecklich und furchteinlösend aussah. Gut es gab hübschere Exemplare, das mag wohl sein. Seine Gesichtszüge waren nicht besonders markant, aber auch nicht gerade fein geschnitten. Eine dicke Narbe zierte außerdem sein Gesicht, was ihn grimmiger wirken ließ, als er tatsächlich war. Diese Narbe war ein Andenken an einen heftigen Kampf, den er sich einst in einer Spelunke mit einem kleinen, aber bösartigen Halunken geliefert hatte. Und das nur, weil er der süßen Susi imponieren wollte, die sich jedoch weder für ihn noch für den anderen Anwärter interessierte.<br />
„Sei es, wie es sei!“, dachte Ted gerade als er auf der gegenüberliegenden Seite der Promenade jemand zu erkennen glaubte.<br />
„Hey!“, rief er hinüber. „Bist du es alter Kumpel?“<br />
Tatsächlich, als dieser sich umdrehte, erkannte er seinen alten Freund Fred.<br />
Schnell gesellten sich die Beiden zueinander und kamen miteinander ins Gespräch.<br />
„Lange haben wir uns nicht gesehen. Das ist aber eine Freude, dich so unerwartet auf dieser Insel mitten im Mittelmeer zu treffen!“, rief Ted aus.<br />
„Was machst du? Wie geht es Dir?“<br />
„Hallo Ted“, freute sich auch Fred, doch an seiner kleinlauten Stimme war zu erkennen, dass es dem Kumpel gar nicht gut zu gehen schien.<br />
„Was ist mit dir?“, erkundigte sich Ted auch sofort besorgt bei Fred.<br />
„Ach, mich hat es der Liebe wegen hierher verschlagen. Ich habe eine süße Spanierin getroffen und habe mich hier niedergelassen. Aber bei der Geburt unseres Kindes ist sie gestorben. Und das Baby auch“, berichtete der alte Freund mit Tränen in den Augen. „Jetzt friste ich hier ganz alleine mein Dasein. Naja, der Jüngste bin ich nun auch nicht mehr und die paar Tage bekomme ich auch noch rum.“<br />
„Du siehst sehr schlecht und auch abgemagert aus“, gab ihm Ted unumwunden zu verstehen. „Es scheint mir, als hättest du schon seit längerer Zeit keine vernünftige Mahlzeit mehr bekommen.“<br />
„Ach ja, ich bin kein so gern gesehener Gast bei meinen angeheirateten Verwandten. Sie geben mir die Schuld an dem ganzen Unglück mit meiner Frau und dem Baby. Ab und zu bekomme ich mal ein kleines Almosen. Ich bin mittlerweile auch schon zu schwach, um mich selbst um meinen Lebensunterhalt zu kümmern.“<br />
„Das tut mir aber unheimlich leid“, sagte Ted mit einem bekümmerten Gesichtsausdruck.<br />
„Meine größte Freude wäre es wieder in die alte Heimat zurück zu können. Aber ich glaube, die weite Reise wäre doch zu anstrengend für mich. Außerdem frage ich mich, wovon ich auf dieser Reise leben sollte. Nur immer betteln. Nein, das möchte ich nicht. Dann bleibe ich doch lieber hier und warte auf mein sicheres Ende. Allzu lange wird es nicht mehr dauern.“<br />
Fred senkte traurig den Kopf und in das betroffene Schweigen, das zwischen den beiden alten Kumpels eingetreten war, ertönte das laute Knurren von Freds leerem Bauch. Nach einer Weile, in der Ted hin und her überlegte, wie er seinem Kamerad helfen könnte, erhellte sich Teds Gesicht und er meinte:<br />
„Wir besorgen uns jetzt hier noch schnell einen kleinen Happen und während des Essens erzähle ich dir meinen Plan!“<br />
Den kleinen Happen mussten sich die beiden Freunde letztendlich aus einem Mülleimer stehlen, in dem sie ein altes angebissenes und weggeworfenes Sandwich entdeckten. Nun gut, es war vielleicht nicht die feinste Art zu speisen, aber immer noch besser als nichts.<br />
„Ich nehme dich jetzt einfach mit!“, erklärte Ted. „Nimm all deinen Mut zusammen und komm mit mir auf das Schiff. In zwei Wochen wirst du im Land deiner Träume sein und in der Zwischenzeit zeige ich dir all die Köstlichkeiten, die man an Bord finden kann und du wirst keinen Hunger mehr leiden müssen. Das verspreche ich dir hiermit hoch und heilig. Wo ein blinder Passagier unterkommt, ist auch Platz für einen zweiten blinden Passagier.“<br />
Obwohl Fred etwas skeptisch war und auch vor einer möglichen Seekrankheit Angst hatte, erkannte er, dass er keine andere Wahl hatte. Damals mit Susi war er noch jung gewesen und sie hatten ihre Reise hauptsächlich zu Fuß, per Anhalter und nur das letzte kleine Stückchen mit dem Schiff zurückgelegt.<br />
„Soll ich auf meine alten Tage noch einmal ein solches Wagnis eingehen?“, fragte er sich insgeheim. Aber es war seine einzige Chance seine geliebte Heimat wiederzusehen und etwas Schlimmeres als den Tod konnte ihm auf dem Schiff auch nicht erwarten. Hier auf der Insel wären seine Tage auf alle Fälle gezählt, soviel war sicher.<br />
„Okay, abgemacht, ich komme mit!“, entschied sich Fred. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, dachte er sich.<br />
Was ihn jetzt erwartete, hatte er jedoch in seinen kühnsten Träumen nicht zu denken gewagt. Ted und Fred lebten wie die Maden im Speck und erfreuten sich ihres Lebens.<br />
„Dass ich das noch erleben darf“, freute sich Fred und lief zwei Wochen später neben seinem alten Kumpel Ted die Gangway herunter.<br />
„Mama! Schau mal!“, rief in diesem Moment ein kleines Mädchen aus, das mit ihrer Mutter an Land stand und auf die Ankunft der Großeltern wartete. „Dort kommen zwei dicke fette Mäuse vom Schiff!“</p>
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