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	<title>schauen &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Schau Dir das mal an!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Aug 2017 22:18:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Konfusi-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Jeans]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Idee zur heutigen Geschichte steht im Zusammenhang mit einer Aufforderung meiner Mutter: „Schau Dir das mal an!“, aber letztendlich gab ein späteres Erlebnis und Gespräch mit meinem Mann den eigentlichen Ausschlag: Wir waren in Berlin und fuhren durch die Straßen, als wir an der Ampel eine junge Frau stehen sahen, deren Bekleidung uns auffiel… „Das ist schon eigenartig“, meinte mein Mann,“früher hätte man gesagt, dass diese Aufmachung schlampig sei. Naja, so ändern sich die Zeiten!“ Keine Ahnung, was oder ob ich überhaupt geantwortet habe, denn meine Gedanken waren in diesem Moment schon ganz wo anders. In diesem Augenblick wurde nämlich die neue „Professor Konfusi-Geschichte geboren: Herr und Frau Konfusi sind gerade mit dem Flugzeug auf dem Heimatflughafen gelandet. Sie waren für zwei Wochen im Urlaub. Da sie beide nicht mehr so gut die Hitze vertragen, hatten sie für ihren Urlaub ein nordisches Land ausgesucht, Schweden. Es hat ihnen sehr gut gefallen und so steigen sie nun rundum zufrieden und erholt aus dem Flieger. „So, jetzt wollen wir nur noch hoffen, dass auch unsere Koffer &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Die Idee zur heutigen Geschichte steht im Zusammenhang mit einer Aufforderung meiner Mutter: „Schau Dir das mal an!“, aber letztendlich gab ein späteres Erlebnis und Gespräch mit meinem Mann den eigentlichen Ausschlag:<br />
Wir waren in Berlin und fuhren durch die Straßen, als wir an der Ampel eine junge Frau stehen sahen, deren Bekleidung uns auffiel…</b><br />
<span class="dropcap">„D</span>as ist schon eigenartig“, meinte mein Mann,“früher hätte man gesagt, dass diese Aufmachung schlampig sei. Naja, so ändern sich die Zeiten!“<br />
Keine Ahnung, was oder ob ich überhaupt geantwortet habe, denn meine Gedanken waren in diesem Moment schon ganz wo anders. In diesem Augenblick wurde nämlich die neue „Professor Konfusi-Geschichte geboren:<br />
Herr und Frau Konfusi sind gerade mit dem Flugzeug auf dem Heimatflughafen gelandet. Sie waren für zwei Wochen im Urlaub. Da sie beide nicht mehr so gut die Hitze vertragen, hatten sie für ihren Urlaub ein nordisches Land ausgesucht, Schweden. Es hat ihnen sehr gut gefallen und so steigen sie nun rundum zufrieden und erholt aus dem Flieger.<br />
„So, jetzt wollen wir nur noch hoffen, dass auch unsere Koffer heil angekommen sind“, meint Frau Konfusi, als sie gemeinsam mit ihrem Mann vor dem Gepäckband steht.<br />
„Ich glaube, dort vorne liegt schon dein Koffer“, sagt Professor Konfusi beruhigend und und deutet auf ein rotes Gepäckstück. „Deine Kleidung wäre also schon einmal gerettet!“<br />
Nachdem er auch den zweiten Koffer vom Band gehoben hat, marschieren die Beiden in Richtung Ausgang, wo sie auch schon Marcos Vater erblicken, der die zwei älteren Herrschaften abholt und nach Hause in die Villa bringt.<br />
„Gut sehen Sie aus“, verteilt dieser sofort Komplimente. Sogar eine leichte schöne Bräune haben Sie.“<br />
„Oh ja, wir hatten ja auch herrliches Wetter,- nicht zu heiß und nicht zu kalt“, erklärt Frau Konfusi. „Aber lassen wir den Wetterbericht beiseite, mich würde brennend interessieren, ob es hier Neuigkeiten gibt“, fügt sie schnell hinzu.<br />
„Wirklich viel ist hier nicht passiert“, gesteht Marcos Vater und überlegt krampfhaft, was er an Neuigkeiten berichten könnte.<br />
„Ach ja, das wissen Sie noch gar nicht“, ruft er plötzlich aus und schlägt sich gegen die Stirn. „Oma Schmidt hat überraschend Besuch bekommen.“<br />
Als er merkt, dass vier Augen gebannt auf ihn gerichtet sind, kostet er noch ein paar Sekunden die scheinbare Neugierde von Herrn und Frau Konfusi aus, bevor er weiter spricht:<br />
„Die jüngste Enkelin von Oma Schmidt ist aus Amerika ganz überraschend hier eingetrudelt.“<br />
„Ach, die Mary ist da!“, ruft Frau Konfusi freudestrahlend aus. „Das ist aber eine schöne Überraschung!“ Doch plötzlich hält sie in ihrer Freudensbekundung inne. „Es ist doch hoffentlich nichts passiert?! Die gesamte Familie wollte doch erst zum 90. Geburtstag von Oma Schmidt in ein paar Monaten anreisen.“<br />
„Nein, nein. Es ist alles in Ordnung. Mary möchte in Deutschland studieren und schaut sich hier die Uni ein bisschen genauer an. Sie nimmt sogar schon an ein paar Vorlesungen als Gasthörerin teil,“ erklärt Marcos Vater, während er die beiden älteren Leutchen nach Hause chauffiert.<br />
„Wir sollten Oma Schmidt und Mary in den nächsten Tagen zum Kaffee einladen“, schlägt Frau Konfusi vor. „Ach, am besten Sie kommen mit ihrer Frau und Marco auch gleich mit. Ich backe uns einen schönen Kuchen.“<br />
„Lass uns doch gleich klingeln und uns zurück melden“, sagt Professor Konfusi als sie das Haus betreten. Er bleibt vor Oma Schmidt’s Tür stehen und drückt den Klingelknopf.<br />
Ihnen öffnet eine verzweifelt dreinblickende Oma Schmidt.<br />
„Gut, dass Sie wieder da sind!“, stöhnt sie und bittet das Ehepaar auf einen Sprung in die Wohnung zu kommen.<br />
Herr und Frau Konfusi, die sich nicht erklären können, was Oma Schmidt so aus der Fassung gebracht hat, erkundigen sich sofort, ob alles in bester Ordnung ist und wo denn Mary stecke.<br />
„Das Kindchen ist in der Uni“, erklärt die Großmutter. „Sie ist ja so ein nettes Persönchen. Ein bisschen mehr essen müsste sie schon, so dünn wie sie ist. Und die Kleidung, die sie aus Amerika mitgebracht hat, lässt wirklich zu wünschen übrig. Ich muss unbedingt ein paar Ausbesserarbeiten vornehmen, aber ich sehe so schlecht, dass ich den Nähfaden fast nicht mehr durch das Nadelöhr bekomme. Außerdem zittern meine Hände auch ein bisschen. Liebe Frau Konfusi, wenn sie bitte…“<br />
Mit diesen Worten hält ihr Oma Schmidt Nadel und Faden hin.<br />
„Heute Vormittag habe ich schon eine Hose geflickt. Sie ahnen ja nicht wie die ausgesehen hat. Es war eine ziemlich aufwendige Arbeit, das alles wieder einigermaßen hinzubekommen. Schauen Sie sich das nur mal an!“<br />
Frau Konfusi nimmt die ihr hingehaltene Hose in die Hand und betrachtet die notdürftig zugenähten Löcher und Risse rund um das Knie. Danach reicht sie die Hose an ihren Mann weiter. Doch bevor irgendjemand etwas sagen kann, hat sie schon ein weiteres Exemplar von Oma Schmidt in die Hand gedrückt bekommen.<br />
„Schauen Sie sich das nur mal an! Unzählige aufgescheuerte Stellen und auch noch ausgefranste Hosensäume, da kann ich ja bis heute Nacht sitzen und nähen. Meine Enkelin wird sich wundern, wenn sie die geflickten Hosen morgen in ihrem Zimmer vorfindet. Aber was tut man nicht alles für die Enkel…“,erklärt Oma Schmidt. „Oder meinen Sie, die Arbeit lohnt sich gar nicht und ich sollte die Hosen zur Altkleidersammlung geben und Mary einfach Geld für neue Hosen schenken.“<br />
Professor Konfusi, der sich bis jetzt zurückgehalten hat, nimmt seiner Frau die Hosen aus der Hand und betrachtet Oma Schmidt&#8217;s Näharbeit.<br />
„Ich glaube wirklich, dass Sie sich viel Mühe gegeben haben, liebe Oma Schmidt. Aber mit Sicherheit wird sich ihre Enkelin nicht darüber freuen. Möglicherweise bekommt sie sogar einen Wutanfall.“<br />
„Den habe ich schon beim Nähen bekommen“, erklärt die alte Dame.<br />
„Schauen Sie, diese Löcher und Risse sind sehr modern, man nennt solche Hosen „Destroyed Jeans“ und diese verfranzten Hosen sind sogenannte „Distressed Jeans“, versucht Professor Konfusi aufzuklären.<br />
„Hören Sie auf mit diesen amerikanischen Worten, die ich sowieso nicht verstehe! Das ist alles billiges „Gelump“ und taugt nichts“, schimpft Oma Schmidt.<br />
In dem Moment, als Professor Konfusi Oma Schmidt vorsichtig zu erklären versucht, dass sie wohl gemeinsam ihre Näharbeit wieder auftrennen müssen, bemerken sie Mary. Diese steht vollkommen entgeistert im Türrahmen und ruft erschrocken aus:<br />
„Oh grandma, you have destroyed my brandnew &#8222;Destroyed Jeans!“</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/professor-konfusi/">Professor Konfusi</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/nobody-is-perfect/">Nobody is perfect!?</a></p>
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