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	<title>Pudding &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Puddinggesicht und Spinatwachtel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Aug 2017 22:22:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Baggersee]]></category>
		<category><![CDATA[Bratwurst]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Kiosk]]></category>
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					<description><![CDATA[Ihr merkt es bestimmt schon: Heute geht es wieder einmal um unsere schöne bilderreiche Sprache und um unser Essen. Ich weiß ja, mit dem Essen spielt man nicht, aber auf der sprachlichen Ebene ist es erlaubt. Es mag zwar vorkommen, dass die Sprüche nicht immer die feine Art sind, aber das sollte man in diesem Fall verzeihen können: Georg und Frank sind Freunde. Sehr unterschiedliche Freunde, zumindest was das Aussehen betrifft, aber sie verstehen sich prima. &#8211; Meistens! Während Georg ziemlich rundlich geraten ist, weil er für sein Leben gerne isst, zählt Frank zu der schlanken Fraktion. So sind sie dann auch zu ihren Spitznamen gekommen: Puddinggesicht und Spinatwachtel. Es erübrigt sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, zu erläutern, wer welchen Namen trägt. Da die Beiden zum Glück mit Humor gesegnet sind, nehmen sie diese Namensgebungen nicht so ernst und können selbst darüber schmunzeln. Heute haben sie den ganzen Nachmittag am Baggersee verbracht. Die Sonne hat vom Himmel gebrannt und es waren fast dreißig Grad. „Hey, Puddinggesicht, was ist mit dir los? Ich hab dich &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ihr merkt es bestimmt schon: Heute geht es wieder einmal um unsere schöne bilderreiche Sprache und um unser Essen. Ich weiß ja, mit dem Essen spielt man nicht, aber auf der sprachlichen Ebene ist es erlaubt. Es mag zwar vorkommen, dass die Sprüche nicht immer die feine Art sind, aber das sollte man in diesem Fall verzeihen können:</strong><br />
<span class="dropcap">G</span>eorg und Frank sind Freunde. Sehr unterschiedliche Freunde, zumindest was das Aussehen betrifft, aber sie verstehen sich prima. &#8211; Meistens! Während Georg ziemlich rundlich geraten ist, weil er für sein Leben gerne isst, zählt Frank zu der schlanken Fraktion. So sind sie dann auch zu ihren Spitznamen gekommen: <strong>Pudding</strong>gesicht und <strong>Spinat</strong>wachtel. Es erübrigt sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, zu erläutern, wer welchen Namen trägt. Da die Beiden zum Glück mit Humor gesegnet sind, nehmen sie diese Namensgebungen nicht so ernst und können selbst darüber schmunzeln.<br />
Heute haben sie den ganzen Nachmittag am Baggersee verbracht. Die Sonne hat vom Himmel gebrannt und es waren fast dreißig Grad.<br />
„Hey, <strong>Pudding</strong>gesicht, was ist mit dir los? Ich hab dich jetzt schon dreimal gefragt, ob wir noch mal ins Wasser gehen wollen. Hast du <strong>Bohnen</strong> in den Ohren?“<br />
„Ach, ich weiß nicht, ich habe plötzlich so einen <strong>Mus</strong>kopf“, jammert Georg. „Und <strong>Pudding</strong> hab ich auch noch in den Knien!“<br />
„Bestimmt hast du einen Sonnenstich! Am besten gehen wir gleich nach Hause und du legst dich hin.“<br />
„Das ist doch alles <strong>Käse</strong>, ich soll einen Sonnenstich haben?! Den hast wohl eher du!“<br />
„Jetzt spiel mal nicht die beleidigte <strong>Leberwurst</strong>! Ich meine es doch nur gut mit dir.“<br />
„Na, dann ist ja alles <strong>Banane</strong>! &#8211; Apropo Banane, so eine Banane hätte ich jetzt gerne. Ich habe nämlich tierischen Hunger“, erklärt <strong>Pudding</strong>gesicht Georg.<br />
„Aha, da liegt also der Hase im <strong>Pfeffer</strong> begraben“, erkennt <strong>Spinat</strong>wachtel Frank. „Wenn du auch mit einer Bratwurst zufrieden bist, dann gehen wir rüben zum Kiosk!“<br />
Die beiden Freunde schultern ihre Rucksäcke und machen sich auf den Weg zum Kiosk, der am gegenüberliegenden Ufer des Baggersees liegt.<br />
„Ran an die <strong>Buletten</strong>!“, ruft Georg freudig aus und läuft zielstrebig los. Doch schon nach ein paar Minuten beginnt er zu jammern:<br />
„Mano, das ist ja ewig weit! Mir hängt der Magen schon in der Kniekehle und dieser blöde Weg zieht sich wie <strong>Kaugummi</strong>.“<br />
„Alles hat ein Ende, nur die <strong>Wurst</strong> hat zwei!“, tröstet <strong>Spinat</strong>wachtel Frank seinen Freund. „Komm mein <strong>Zucker</strong>schneckchen!“, „Wir haben es doch gleich geschafft.“<br />
Endlich haben sie den Kiosk erreicht, um festzustellen, dass er schon geschlossen ist.<br />
„Da haben wir den <strong>Salat</strong>!“, jammert Georg sofort wieder los. Immer muss ich in den sauren <strong>Apfel</strong> beißen. Du hast ja sowieso nie Hunger.“<br />
„Du musst mir nicht jedesmal, wenn du Hunger hast aufs <strong>Butterbrot</strong> schmieren, dass ich dünner bin als du und auch weniger esse als du!“, gibt ihm Frank zu verstehen.<br />
„Pah, der <strong>Apfel</strong> fällt eben nicht weit vom Stamm, dein Vater ist ja auch so dünn!“, stänkert Georg weiter.<br />
„Na warte!“, ruft <strong>Spinat</strong>wachtel Frank aus und ballt die Fäuste. „Gleich kriegst du dein <strong>Fett</strong> ab!“<br />
„Jetzt halt mal die Luft an Kleiner, sonst mache ich <strong>Hackfleisch</strong> aus dir! Überleg dir endlich, wie ich was zwischen die Zähne bekomme, sonst warst du die längste Zeit mein Freund!“, zischt Georg wütend.<br />
Frank, der seinen Freund genau kennt und weiß, dass dieser ziemlich ungemütlich werden kann, wenn er <strong>Kohl</strong>dampf schiebt, durchsucht seinen Rucksack nach etwas Essbaren. Tatsächlich wird er fündig. Es sind zwar nur ein paar Butterkekse, aber immerhin ist es ein bisschen <strong>Nahrung</strong> für die Seele.<br />
„Mit <strong>Speck</strong> fängt man Mäuse“, überlegt er sich und reicht Georg die Kekse. „Die hatte ich ganz vergessen. Sind halt schon ein bisschen älter.“<br />
„Besser als nichts“, gibt ihm Georg schmatzend zu verstehen.<br />
„Du siehst, es ist noch nicht <strong>Hopfen</strong> und <strong>Malz</strong> verloren“, lenkt Frank wieder ein.<br />
„Du brauchst mir nicht <strong>Honig</strong> ums Maul zu schmieren, das war eh nur für den hohlen Zahn.“<br />
Während Frank noch krampfhaft überlegt, wie er seinem Freund Georg schnellstmöglich zu einer ordentlichen Mahlzeit verhelfen kann, öffnet sich die Kiosktür.<br />
„Hey ihr Beiden! Müsst ihr hier so streiten?&#8220;, fragt der Kioskbesitzer. &#8222;Worum geht es eigentlich?“<br />
„Mein Freund Georg ist am verhungern“, erklärt Frank ohne um den heißen <strong>Brei</strong> herumzureden.<br />
„Das kann ich mir zwar nicht vorstellen&#8220;, sagt der Mann mit einem Blick auf Georg. &#8222;Aber bevor einer von Euch vom <strong>Fleisch</strong> fällt, will ich mal nicht so sein. Hier im Korb habe ich noch drei Würstchen, die niemand mehr gekauft hat, weil sie aufgeplatzt und leicht verbrannt sind. Ich wollte sie eigentlich meinem Hund mitbringen, aber wenn ihr wollt, könnt ihr sie haben. Nur Brot habe ich keines mehr.“<br />
„Der Mensch lebt nicht vom <strong>Brot</strong> allein!“, erklärt Georg und schiebt sich gleich zwei Würstchen auf einmal hinein. „Das war Rettung in letzter Minute!“<br />
„Alles wieder in <strong>Butter</strong>?“, erkundigt sich Frank und sieht Georg skeptisch an.<br />
„Klaro!“, meint <strong>Pudding</strong>gesicht Georg.<br />
Und <strong>Spinat</strong>wachtel Frank denkt sich:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>„Zum Glück wird nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird!“</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht wollt Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/tickt-ihr-noch-richtig/">Tickt Ihr noch richtig?</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/ein-taesschen-kaffee-gefaellig/">Ein Tässchen Kaffee gefällig?</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/zug-um-zug/">Zug um Zug</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Das Sofa in der Küche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2015 22:31:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Generationen]]></category>
		<category><![CDATA[gute Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Küche]]></category>
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		<category><![CDATA[Pudding]]></category>
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		<category><![CDATA[Sperrmüll]]></category>
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					<description><![CDATA[Neulich waren wir bei Freunden eingeladen. Da wir zwei Tage vorher bei meiner Mutter gewesen waren, hatte ich in meiner Handtasche noch ein paar alte Fotos, die ich mitgenommen hatte. Ich zeigte sie unseren Freunden und wir hatten beim Betrachten und Erzählen viel Spaß. Das Foto zu dieser Geschichte machte ebenfalls die Runde. „Bist du das?“, fragten mich unsere Freunde. „Ja, das ist meine Wenigkeit, &#8211; Prinzessin Astrid.“ Umrahmt von Kissen, die mich sicherlich stützen und vor dem Anecken schützen sollten, sitze ich da auf dem Sofa. Ich war damals gerade einmal 7 Monate alt, wie ich auf der Rückseite lesen kann. Schön, dass meine Mutter dies alles vermerkt hat. Die Rassel fest im Griff, erregt meine Aufmerksamkeit der Fotograf. Ich nehme an, es war mein Vater, der diesen Schnappschuss von mir machte. „Was hast du denn da auf dem Kopf?“, werde ich gefragt. „Na, das ist eine Tolle!“ „Stimmt, das hatte ich auch“, sagt unsere Bekannte. „Sieht ziemlich witzig aus, aber das war anscheinend damals modern“, erkläre ich zu meiner Verteidigung. Wenn ich das &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neulich waren wir bei Freunden eingeladen. Da wir zwei Tage vorher bei meiner Mutter gewesen waren, hatte ich in meiner Handtasche noch ein paar alte Fotos, die ich mitgenommen hatte. Ich zeigte sie unseren Freunden und wir hatten beim Betrachten und Erzählen viel Spaß. Das Foto zu dieser Geschichte machte ebenfalls die Runde.</strong></p>
<p><span class="dropcap">„B</span>ist du das?“, fragten mich unsere Freunde.<br />
„Ja, das ist meine Wenigkeit, &#8211; Prinzessin Astrid.“<br />
Umrahmt von Kissen, die mich sicherlich stützen und vor dem Anecken schützen sollten, sitze ich da auf dem Sofa. Ich war damals gerade einmal 7 Monate alt, wie ich auf der Rückseite lesen kann. Schön, dass meine Mutter dies alles vermerkt hat. Die Rassel fest im Griff, erregt meine Aufmerksamkeit der Fotograf. Ich nehme an, es war mein Vater, der diesen Schnappschuss von mir machte.<br />
„Was hast du denn da auf dem Kopf?“, werde ich gefragt.<br />
„Na, das ist eine Tolle!“<br />
„Stimmt, das hatte ich auch“, sagt unsere Bekannte.<br />
„Sieht ziemlich witzig aus, aber das war anscheinend damals modern“, erkläre ich zu meiner Verteidigung.<br />
Wenn ich das Foto so betrachte, tauchen Erinnerungen und andere Bilder in meinem Kopf auf. Ich glaube mich zu erinnern. Oder weiß ich manches nur aus Erzählungen? Aber ich sehe alles ganz deutlich vor mir.<br />
„Das Sofa stand in unserer Küche“, erzähle ich den anderen.<br />
Ich kann mich erinnern, dass ich auf diesem Sofa gesessen habe. Ich habe dort gespielt, allein oder mit meinen kleinen Spielkameraden oder ich betrachtete meine Bilderbücher. Vor dem Sofa stand der Küchentisch und somit saß ich wohl auch manchmal dort und habe gegessen.<br />
Und was essen alle Kinder gerne? Pudding. Meine Mutter kochte mir also eines Tages auch einen Pudding. Sie wollte mir eine Freude machen, zumal ich laut meiner Eltern eine schlechte Esserin war. Man glaubt es zwar kaum, wenn man das Foto betrachtet, aber so wurde mir berichtet und ich kann dies aus späteren Erinnerungen auch bestätigen. Meine Mutter stellte also den Pudding auf den Tisch und fütterte mich oder besser gesagt, sie versuchte es. Nach ihren Erzählungen zufolge habe ich wohl auch beim ersten Löffel brav den Mund aufgemacht, doch dann ließ ich ihn fest geschlossen.<br />
„Na, mach schön den Mund auf!“, forderte mich meine Mutter auf, aber ich presste die Lippen aufeinander.<br />
„Schmeckt ganz lecker!“<br />
Mein Mund blieb zu.<br />
„Na komm, einen Löffel für den lieben Papa…“<br />
Mein Mund blieb zu.<br />
„Ach Astrid, nur ein kleines Löffelchen für den Opa…“<br />
Meine Lippen blieben zusammen gepresst und ich wich mit dem Hin- und Herbewegen des Kopfes immer wieder erfolgreich dem Löffel aus. Sagen konnte ich damals noch nichts, aber irgendwelche Unmutslaute muss ich wohl von mir gegeben haben.<br />
Wenn man so ein kleines Kind hat, das sowieso schon immer schlecht isst, dann kann man als Mutter verzweifeln. Das weiß ich aus eigener Erfahrung als Mutter eines „Schlechtessers“. Nachdem alle Tricks erfolglos blieben, machte mir meine Mutter einen Vorschlag.<br />
„Schau mal, die Mama macht es dir vor!“ Meine Mutter wollte natürlich mit gutem Vorbild vorausgehen, dann würde ich es ihr schon nachmachen. So nahm sie jedenfalls an. Also lud sie den Löffel tüchtig voll.<br />
„Siehst du der Mama schmeckt das auch…“<br />
Sie schob sich den Löffel in den Mund und …<br />
„Der schmeckt ja widerlich! &#8211; Ach Gott! Kein Wunder willst du den Pudding nicht essen!“, sagte sie zu mir und streichelte mich. „Der ist ja total versalzen!“<br />
Meine Mutter hatte sich vergriffen und aus Versehen Salz anstelle von Zucker dem Puddingpulver zugefügt. Selbstverständlich hat sie der lieben kleinen Astrid einen neuen Pudding gekocht, den ich dann natürlich auch gefuttert habe, denn der schmeckte jetzt so wie Pudding schmecken soll, nämlich süß.<br />
In dieser Küche spielte sich unser Leben ab, denn wir waren wochentags immer nur zu zweit. Mein Vater arbeitete damals in Frankfurt am Main und kam immer nur zum Wochenende nach Hause. Uns beiden reichte die Wohnküche aus. Das Wohnzimmer war unsere gute Stube. Da man damals noch mit Holz und Kohle heizte, blieb an den Wochentagen das Wohnzimmer (fast) ungeheizt. Weil es in der Küche aber gemütlich warm war, gab es für uns auch keine Veranlassung extra noch das Wohnzimmer zu heizen. Im Wohnzimmer stand allerdings der Fernseher, aber damals sah man ja kaum fern. Wenn abends um sieben das Sandmännchen kam, machte meine Mutter die Tür zum Wohnzimmer auf und ich setzte mich im Schlafanzug und in den Bademantel gehüllt auf mein kleines blaues Stühlchen. Dies stand dann zwischen Küche und Wohnzimmer auf der Schwelle. Von dort aus schaute ich mir die Sandmännchensendung an. Danach war Schlafengehen angesagt. Dieses Ritual vollzog sich Abend für Abend und ich glaube mich noch daran erinnern zu können.<br />
Erinnern kann ich mich auch noch an das große Spülbecken gleich vorne links, wenn man die Küche betrat. Hier hat mir meine Mutter immer die Haare gewaschen. Das ist mir so gut im Gedächtnis geblieben, weil ich es hasste und demzufolge auch immer ein kleineres Drama vollführt habe, was man in meinen Kindheitserinnerungen unter dem Buchstaben „K“ nachlesen kann.<br />
Ich weiß auch noch genau, wie unsere Küche eingerichtet war. Das liegt vielleicht daran, dass die Küchenmöbel bis hinein ins Erwachsenenalter für mich eine bedeutende Rolle gespielt haben. Der Küchenschrank ist mittlerweile in Ober- und Unterteil zerlegt, aber beide Teile existieren noch. Sie stehen bei meiner Mutter im Keller und sind in ihrer Funktion zweckentfremdet, z. B. als eine Art Werkzeugschrank.<br />
„Der Küchentisch und das Sofa fand auch eine weitergehende Nutzung!“, sagt Peter.<br />
„Ja genau, der Tisch stand bei mir in meiner Studentenbude, die eigentlich nur aus einem Zimmer bestand“, ergänze ich.<br />
Und das Sofa wurde auch noch genutzt. Während meine Eltern unser Haus bauten, zogen wir zu meinem Opa ins Haus und dort stand das Sofa ebenfalls in der Küche. Später dann, in unserer ersten gemeinsamen Wohnung fand es als Couchersatz im Wohnzimmer seinen Platz.<br />
„Da es farblich nicht so gut zu unserer Einrichtung passte, es war gelb mit einem kleinen schwarzen Muster, legten wir eine schöne Decke darüber“, lasse ich die Erinnerungen zurück kommen. „Bequem war es immer noch und auch sonst noch gut in Schuss.“<br />
„Deshalb haben wir es auch beim Umzug in unsere zweite Wohnung mitgenommen“, erzählt Peter weiter.<br />
„Ja, aber dann konnten wir uns schon eine Couchgarnitur leisten und es stand nur noch für ein paar Wochen bis zu deren Anlieferung im Wohnzimmer. Als wir das Kinderzimmer eingerichtet haben, hat es dort seine neue Verwendung gefunden und noch einige Jahre seinen Dienst getan.“<br />
Damit hat also wieder ein kleines Kind, nämlich Timo, darauf gesessen, Bilderbücher betrachtet und mit seinen kleinen Freunden gespielt. Timo verbindet mit dem Sofa noch ein ganz besonderes Erlebnis, das ich aber irgendwann einmal in einer anderen Geschichte erzählen werde.<br />
Erst nachdem sich der Inhalt des Sofas auflöste und unten heraus rieselte, haben wir uns von diesem Möbelstück getrennt. Schweren Herzens haben wir es zum Sperrmüll gestellt. Es war über 30 Jahre alt und hat im Grunde genommen 3 Generationen (meinen Eltern, mir und meinem Mann und Timo) gute Dienste erwiesen.</p>
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