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	<title>Plage &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Das ist ja zum Verrücktwerden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Oct 2021 09:05:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[bestimmt]]></category>
		<category><![CDATA[Murren]]></category>
		<category><![CDATA[Plage]]></category>
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		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist ein ganz normaler Tag. Nicht ganz, denn wir warten auf Handwerker, die uns wieder einmal versetzt zu haben scheinen. Mein Trockner ruft mich piepsend und ich öffne dessen Luke. Bis dahin ist meine Welt noch in Ordnung. Doch das soll sich schlagartig ändern.  Ich will meine Wäsche aus dem Trockner ziehen und habe plötzlich nur noch ein einziges Knäul vor mir. Ich traute meinen Augen nicht, schließe sie und öffne sie wieder. Das Knäul liegt tatsächlich in der Maschine. Ich ziehe es heraus und es plumpst in meinen Wäschekorb. „Oh nein!“, entfährt es mir verärgert und eindeutig zu laut. „Was ist denn passiert?“, kommt die Frage meines Mannes aus dessen gegenüberliegenden Arbeitszimmer. „Ein Bettbezug hat die gesamte andere Wäsche eingewickelt und verschlungen“, antwortet ich. „Dann hast du wohl den Reißverschluss nicht zugemacht? Einfach alles ausschütteln, da muss man sich doch nicht aufregen.“ „Soweit die Theorie“, gebe ich schnippisch  zurück. „Der Reißverschluss ist geschlossen, aber der Bettbezug hat sich um alles herumgewickelt und sich dann mehrfach in alle möglichen Richtungen verdreht. Das ist der &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist ein ganz normaler Tag. Nicht ganz, denn wir warten auf Handwerker, die uns wieder einmal versetzt zu haben scheinen. Mein Trockner ruft mich piepsend und ich öffne dessen Luke. Bis dahin ist meine Welt noch in Ordnung. Doch das soll sich schlagartig ändern.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p><span class="dropcap">I</span>ch will meine Wäsche aus dem Trockner ziehen und habe plötzlich nur noch ein einziges Knäul vor mir. Ich traute meinen Augen nicht, schließe sie und öffne sie wieder. Das Knäul liegt tatsächlich in der Maschine. Ich ziehe es heraus und es plumpst in meinen Wäschekorb.</p>
<p>„Oh nein!“, entfährt es mir verärgert und eindeutig zu laut.</p>
<p>„Was ist denn passiert?“, kommt die Frage meines Mannes aus dessen gegenüberliegenden Arbeitszimmer.</p>
<p>„Ein Bettbezug hat die gesamte andere Wäsche eingewickelt und verschlungen“, antwortet ich.</p>
<p>„Dann hast du wohl den Reißverschluss nicht zugemacht? Einfach alles ausschütteln, da muss man sich doch nicht aufregen.“</p>
<p>„Soweit die Theorie“, gebe ich schnippisch<span class="Apple-converted-space">  </span>zurück. „Der Reißverschluss ist geschlossen, aber der Bettbezug hat sich um alles herumgewickelt und sich dann mehrfach in alle möglichen Richtungen verdreht. Das ist der reinste Gordische Knoten!“</p>
<p>„Das schaffst du schon!“, ruft er mir aufmunternd zu. Mehr ist für die nächsten eineinhalb Stunden nicht von ihm zu hören. Ich bin mit meiner Aufgabe allein, die keineswegs ein Kinderspiel ist.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, denn alles ist in sich mehrmals verdreht und verknotet und im unteren Teil scheint das Spannbetttuch in noch feuchtem Zustand wie in einem Sack zu liegen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Einfach alles ausschütten“, klingen mir die Worte meines Mannes in den Ohren.</p>
<p>„Da passiert nichts. Es ist alles verwirrt, verdreht und verknotet!“, würde ich am liebsten brüllen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich halte mich zurück, aber ein Murren kann ich mir nicht verkneifen und versuche mit aller Kraft zu schütteln. Nichts. Überhaupt nichts.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Ich zerre an einer Ecke des Bettbezugs, dann an einer anderen. Nichts. Ich versuche zu entwirren, zu drehen, zu ziehen. Mit der Hand dringe ich in die Tiefen des Knotens vor, aber weit komme ich nicht. Allerdings habe ich<span class="Apple-converted-space">  </span>etwas Feuchtes in der Hand. Wieder heißt es ziehen. Der Zipfel eines Gästehandtuchs wird sichtbar, doch je mehr ich daran ziehe, umso mehr zieht sich der Knoten wieder zu. Ich dehne, ziehe, zerre, stampfe mit dem Fuß auf, versuche Wut und Frustration durch Schütteln loszuwerden. Plötzlich mit einem Dreh kann ich das kleine Handtuch herausziehen. Mir tut schon alles weh, so sehr spanne ich mich an. Doch ich gebe nicht auf. Einen kleinen Erfolg habe ich ja schon. Irgendwie muss ich dieses Ding entwirren. Logik hilft hier nichts, denn es gibt weder einen Anfang noch ein Ende das man irgendwie entknoten könnte. Ich muss es schaffen und ich weiß, dass dies nur durch Versuch und Irrtum gelingen kann. Jedoch war bisher eher der Irrtum auf meiner Seite.<br />
Erneutes und mehrmaliges Schütteln, Zerren, Ziehen, Drehen, Wenden und Eintauchen in irgendwelche Wicklungen folgen. Inzwischen steht mir der Schweiß auf der Stirn. Ich hole tief Luft und schüttele noch einmal tüchtig. Und da passiert es. Wie durch ein Wunder tut sich eine Öffnung auf und vor mir liegen eingewickelte Handtücher und das große Spannbetttuch. Schnell ziehe ich alles aus dieser Öffnung heraus, gerade so als sei es das Maul eines Krokodils, das sofort zuschnappen und alles wieder verschlingen könnte.<br />
Man glaubt es kaum, aber nach nochmaligem Schütteln und Drehen ist alles entwirrt und der Bettbezug liegt mit den anderen Sachen friedlich in meinem Wäschekorb, so als sei nichts gewesen.<br />
Völlig geschafft, aber sichtbar erleichtert lasse ich mich nach eineinhalb Stunden Plagerei und dem Gefühl fast verrückt geworden zu sein, auf einen Stuhl sinken. Und just in diesem Moment betritt mein Mann den Raum, schaut in den Wäschekorb und gibt seinen Kommentar ab:</p>
<p>„Na siehst du, ich wusste doch, dass du es schaffst. Mit ein bisschen Geduld ist das gar kein Problem.“</p>
<p>Meine Wortlosigkeit und die eintretende Stille wird durch ein Klappern hinter dem Rücken meines Mannes unterbrochen. Mit einem breiten Grinsen meint er:</p>
<p>„Ich dachte mir eine Packung mit vielen, vielen bunten S… als Nervennahrung tut dir jetzt bestimmt gut.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/waschmaschinengespraeche/">Waschmaschinengespräche</a></p>
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<p>&nbsp;</p>
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