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	<title>Papagei &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Bubis Sprachkünste</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Apr 2017 22:01:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Konfusi-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Klingel]]></category>
		<category><![CDATA[Ostereier]]></category>
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		<category><![CDATA[Papagei]]></category>
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					<description><![CDATA[In meiner ersten Professor-Konfusi-Geschichte habe ich Euch erzählt, wie der nette ältere Herr zu einem Papagei kam. Sicher könnt Ihr Euch noch erinnern. Bubi hat sich vom ersten Tag an in seiner neuen Familie wohlgefühlt und Herr und Frau Konfusi sind glücklich einen solch lustigen Vogel zu besitzen.  Leider hatte der Papagei einen eher etwas seltsamen Vorbesitzer, der keinen guten Einfluss auf den Papagei ausübte. Bubis erstes Herrchen drückte beispielsweise seine Gefühle und Regungen nicht gerade in einer gehobenen Artikulation aus. Das heißt schlicht und einfach, dass er seine Sprache oftmals mit derben Schimpfwörtern spickte, was der bunte Vogel nachahmte. Als sein Herrchen verstarb, wollte niemand für den armen Papagei sorgen und die Erben brachten ihn in die Tierhandlung. Dort sah ihn glücklicherweise Professor Konfusi und verliebte sich auf den ersten Blick in das gefiederte Tier. Der Bubi ist sehr redselig und quasselt manchmal den ganzen lieben langen Tag. Am liebsten schnappt er irgendwelche Gesprächsfetzen auf und gibt sie dann irgendwann zu passender oder manchmal auch unpassender Gelegenheit wieder. Leider fallen ihm auch manchmal noch die Schimpfwörter &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In meiner ersten <a href="http://lifetellsstories.de/professor-konfusi/">Professor-Konfusi-Geschichte</a> habe ich Euch erzählt, wie der nette ältere Herr zu einem Papagei kam. Sicher könnt Ihr Euch noch erinnern. Bubi hat sich vom ersten Tag an in seiner neuen Familie wohlgefühlt und Herr und Frau Konfusi sind glücklich einen solch lustigen Vogel zu besitzen. </strong></p>
<p><span class="dropcap">L</span>eider hatte der Papagei einen eher etwas seltsamen Vorbesitzer, der keinen guten Einfluss auf den Papagei ausübte. Bubis erstes Herrchen drückte beispielsweise seine Gefühle und Regungen nicht gerade in einer gehobenen Artikulation aus. Das heißt schlicht und einfach, dass er seine Sprache oftmals mit derben Schimpfwörtern spickte, was der bunte Vogel nachahmte. Als sein Herrchen verstarb, wollte niemand für den armen Papagei sorgen und die Erben brachten ihn in die Tierhandlung. Dort sah ihn glücklicherweise Professor Konfusi und verliebte sich auf den ersten Blick in das gefiederte Tier.<br />
Der Bubi ist sehr redselig und quasselt manchmal den ganzen lieben langen Tag. Am liebsten schnappt er irgendwelche Gesprächsfetzen auf und gibt sie dann irgendwann zu passender oder manchmal auch unpassender Gelegenheit wieder. Leider fallen ihm auch manchmal noch die Schimpfwörter seines früheren Besitzers ein.<br />
Professor Konfusi gibt sich alle erdenkliche Mühe, um ihm seine schlechte Angewohnheit abzugewöhnen, was nicht gerade eine einfache Aufgabe ist. Mit Erklärungen kommt man nämlich bekannterweise bei einem Papagei nicht sehr weit. Auch ist Bubi sehr eigenwillig. Was er nicht will, das will er einfach nicht und das tut er auch nicht. Leckerlies und Belohnungen nimmt er zwar immer gerne entgegen, aber sie scheinen keinen Einfluss auf seinen Willen zu haben.<br />
Da sowohl der ältere Herr als auch seine Frau sehr auf ihre Sprache achten, keine Schimpfwörter benutzen und es in der Familie Konfusi sehr zivilisiert und geruhsam zugeht, erhält Bubi keinerlei Übungsmöglichkeiten für eine derbe Ausdrucksweise. Im Gegenteil, Professor Konfusi erteilt dem redseligen Papagei gerne Sprachunterricht und versucht mit ihm neue Wörter, Sätze und Redewendungen einzuüben. Wenn Bubi Lust hat, dann arbeitet er fleißig mit und lernt immer mehr sich gewählter auszudrücken. Aber manchmal gehen eben doch die Pferde mit ihm durch und er erinnert sich an die schlimmsten Ausdrücke, die er dann auch sogleich zum Besten geben muss.<br />
Heute übt Professor Konfusi alle möglichen Begriffe rund um das Osterfest mit Bubi, doch der Papagei hat nur lauter Unfug im Kopf.<br />
„Os-ter-ei! Os-ter-ei!“, spricht der Professor laut und deutlich vor.<br />
„Ei, Ei, Rührei! Bubi will Rührei!“<br />
„Nein Bubi. Der Osterhase bringt gekochte bunte Ostereier!“<br />
„Bunt, bunt sind alle meine Federn!“, trällert der Papagei fröhlich vor sich hin.<br />
„Na, was macht ihr heute denn für einen Unfug?“, erkundigt sich Frau Konfusi, die Bubis Singsang angelockt hat.<br />
„Bubi sag mal: Frohe Ostern!“, fordert sie den Vogel auf.<br />
„Bubi wünscht frohe Weihnachten!“, quatscht der Papagei fröhlich drauf los.<br />
„Nein, Weihnachten ist vorbei, jetzt ist Ostern. Da sagt man: Frohe Ostern!“, korrigiert Herr Konfusi.<br />
„Osterei!“<br />
Professor Konfusi lobt den Papagei und gibt ihm ein paar Körner als Belohnung, woraufhin Bubi wieder ein Rührei fordert.<br />
Anscheinend macht der heutige Sprachunterricht keinen Sinn mehr und somit beendet Professor Konfusi die Übung und vertagt alles Weitere auf einen der nächsten Tage.<br />
Als die beiden älteren Herrschaften beim Mittagessen sitzen, macht Bubi ein Nickerchen. Das Läuten der Türklingel reißt ihn aus seinen Träumen und als er Marco erkennt, ruft er ihm fröhlich zu:<br />
„Frohe Weihnachten! Hast du Ostereier?“<br />
„Frohe Ostern, Bubi!“ lacht Marco und an Frau Konfusi gerichtet sagt er:<br />
„Sie haben doch zu Ostern immer frische Hühnereier von meiner Oma direkt aus ihrem Hühnerstall bekommen. Sie lässt fragen, wieviel Eier sie denn dieses Jahr brauchen.“<br />
Frau Konfusi überlegt kurz und nennt dem Jungen die gewünschte Anzahl.<br />
„Gut, ich spiele dann sozusagen Osterhase und bringe sie höchstpersönlich vorbei!“, bestätigt ihr Marco.<br />
„Osterhase, Pfeffernase!“, tönt es aus Bubis Käfig.<br />
Damit Bubi sich wieder ein bisschen beruhigen kann, verlassen alle das Zimmer. Herr und Frau Konfusi nutzen das schöne Sonnenwetter aus und machen einen kleinen Spaziergang. Sie sind froh, dass der Frühling endlich eingekehrt ist, die Bäume und Blumen zu blühen beginnen und die Vögel zwitschern. Die Osterwoche ist eingeläutet und die beiden älteren Herrschaften freuen sich auf den Osterbesuch, der ins Haus steht und für den sie die vielen Eier noch färben und verzieren wollen.<br />
Drei Tage später betritt Marco beladen mit mehreren Papplagen voller roher frischer Hühnereier das Haus. Er balanciert alles ganz vorsichtig die Treppenstufen hinauf bis zu Familie Konfusis Wohnungstür. Da er beide Hände zum Festhalten seiner kostbaren Fracht benötigt, nutzt er seinen Ellenbogen, um die Wohnungsklingel zu betätigen. Er muss zweimal drücken, denn anscheinend hört niemand die Klingel. Wartend lehnt er sich mit dem Rücken an die Tür und positioniert sein Eierpaket auf seinen angewinkelten Unterarmen, als sich unvermittelt die Wohnungstür hinter seinem Rücken öffnet. Jetzt geht alles ganz schnell:<br />
Marco kippt ein wenig nach hinten, gerät ins Stolpern und seine Eierfracht beginnt verdächtig zu wackeln. Der Junge versucht sich selbst und seine kostbare Ladung auszubalancieren. Immerhin kann er sich auf den Beinen halten, doch das Päckchen auf seinen Unterarmen gerät verdächtig in Schieflage.<br />
„Hoppla!“, ruft Professor Konfusi ebenfalls erschrocken aus.<br />
Er erkennt die Gefahr und greift auch gleich beherzt zu. Es gelingt ihm das kippende Eierpaket gerade noch rechtzeitig zu übernehmen. Allerdings haben trotz der schnellen Reaktion des Professors einige Eier den Karton verlassen und purzeln Richtung Fußboden. Dort zerschmettern sie und ihr roher Inhalt verbreitet sich fließend im Eingangsbereich der Wohnung.<br />
„Zum Kuckuck &#8230;!!!“, schimpft Bubi.<br />
„Psst!!!“, zischt ihm Professor Konfusi zu, doch der Papagei plappert freudig weiter:</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ff0000;">„Rührei !!! Rührei!!!</span></strong><br />
<strong> <span style="color: #008000;">Osterrührei!!!</span></strong><br />
<strong> <span style="color: #0000ff;">Bubi will Rührei!!!</span></strong><br />
<strong> <span style="color: #ff00ff;">Frohes Osterrührei!“</span></strong></p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;"><span style="color: #0000ff;"><em><strong>Ich wünsche allen meinen Lesern ein frohes Osterfest und bedanke mich recht herzlich bei Euch für die vielen treuen Besuche. Habt auch vielen Dank für Eure Kommentare, die ich mit Freude lese und auch immer gerne beantworte.</strong></em></span></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em><span style="color: #ff00ff;">F</span>   <span style="color: #008000;">R</span>  <span style="color: #ffff00;"> O</span>   <span style="color: #ff6600;">H</span>   <span style="color: #0000ff;">E</span>      <span style="color: #ff0000;"> O</span>   <span style="color: #008000;">S  </span> <span style="color: #0000ff;">T</span>   <span style="color: #ff6600;">E</span>   <span style="color: #ff00ff;">R</span>   <span style="color: #008000;">N</span> <span style="color: #00ccff;">!!!</span></em></strong></p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: left;">Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/mein-verhaeltnis-zu-meinen-beiden-lieblingsschraenken/">Mein Verhältnis zu meinen beiden Lieblingsschränken</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/toepfe-die-es-sich-haben/">Töpfe, die es in sich haben</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/der-geist-des-weines/">Der Geist des Weines</a></p>
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		<title>Ohje, ohje</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2015 22:26:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Konfusi-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[älterer Herr]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerungsstücke]]></category>
		<category><![CDATA[Grammophon]]></category>
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		<category><![CDATA[Laus]]></category>
		<category><![CDATA[ohje]]></category>
		<category><![CDATA[Papagei]]></category>
		<category><![CDATA[Schatzkammer]]></category>
		<category><![CDATA[Schellackplatte]]></category>
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					<description><![CDATA[Neulich habe ich Euch eine Geschichte von Professor Konfusi erzählt und alle fanden den älteren Herrn sehr sympathisch. Tanja hatte eine Idee, die mich seither nicht mehr loslässt. Sie meinte, der nette alte Herr solle doch noch mehr Abenteuer erleben und sein Wissen an Kinder weitergeben. Warum eigentlich nicht? Wollen wir mal sehen, was er gerade so macht: Es ist ein gewöhnlicher Dienstagnachmittag. Manche ältere Menschen ziehen sich nach dem Mittagessen für gewöhnlich zurück, um ein Mittagsschläfchen zu machen. Herr und Frau Konfusi haben ein anderes Ritual. Während er sich in sein Arbeitszimmer zurückzieht, dort die Tageszeitung studiert, kuschelt sich seine Gemahlin mit einer Decke in ihre Leseecke und schmökert in einem Krimi oder einem Roman. Ein heimlicher Beobachter würde jedoch feststellen, dass beide hinter ihrer Lektüre nach einer gewissen Zeit ein kleines Nickerchen machen. Heute kommt jedoch Frau Konfusi ganz aufgeregt in das Arbeitszimmer ihres Mannes und hat eine Bitte an ihn: „Meine Leselampe funktioniert nicht mehr. Bist du so lieb und reparierst sie mir?! Ich lese gerade so ein spannendes Buch, einen Krimi und &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neulich habe ich Euch eine Geschichte von Professor Konfusi erzählt und alle fanden den älteren Herrn sehr sympathisch. <a href="https://fruendlichescherereien.wordpress.com">Tanja</a> hatte eine Idee, die mich seither nicht mehr loslässt. Sie meinte, der nette alte Herr solle doch noch mehr Abenteuer erleben und sein Wissen an Kinder weitergeben. Warum eigentlich nicht? Wollen wir mal sehen, was er gerade so macht:</strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>s ist ein gewöhnlicher Dienstagnachmittag. Manche ältere Menschen ziehen sich nach dem Mittagessen für gewöhnlich zurück, um ein Mittagsschläfchen zu machen. Herr und Frau Konfusi haben ein anderes Ritual. Während er sich in sein Arbeitszimmer zurückzieht, dort die Tageszeitung studiert, kuschelt sich seine Gemahlin mit einer Decke in ihre Leseecke und schmökert in einem Krimi oder einem Roman. Ein heimlicher Beobachter würde jedoch feststellen, dass beide hinter ihrer Lektüre nach einer gewissen Zeit ein kleines Nickerchen machen.<br />
Heute kommt jedoch Frau Konfusi ganz aufgeregt in das Arbeitszimmer ihres Mannes und hat eine Bitte an ihn:<br />
„Meine Leselampe funktioniert nicht mehr. Bist du so lieb und reparierst sie mir?! Ich lese gerade so ein spannendes Buch, einen Krimi und jetzt bin ich auf den letzten Seiten angelangt. Der Kommissar löst gerade den Fall.“<br />
„Ohje, ohje!“, plappert Bubi der Papagei, der sich angewöhnt hat immer auf Professor Konfusis Schulter zu sitzen und seinen Kommentar zu allem abzugeben. „Ohje, ohje!“ ist sein Lieblingskommentar, zumindest heute.<br />
Aber genau das sagt jetzt auch Professor Konfusi lächelnd zu seiner Frau. Der ältere Herr rückt seine Brille zurecht und steht auf, um der Bitte seiner Gemahlin nachzukommen.<br />
„Ach, da muss ich nur eine neue Glühbirne reinschrauben! Ich glaube ich habe noch eine passende dort in der Schublade“, erklärt er seiner Gattin.<br />
Doch so einfach gestaltet sich die Sache nicht, denn die Schublade klemmt. Sie öffnet sich nur einen kleinen Spalt. Der Professor rüttelt und schüttelt die Lade hin und her, aber sie lässt sich keinen Zentimeter weiter öffnen. Mit dem Stil eines Kochlöffels, den er seiner Frau aus der Küche stibitzt hat, stochert er in der Schublade herum und tatsächlich nach mühevoller Arbeit und zehn Minuten später öffnet sich diese. Allerdings findet er alle möglichen Utensilien in dieser Schublade, die schon lange in Vergessenheit geraten sind, aber leider keine Glühbirne. Aber immerhin die Schublade kann zur großen Freude von Bubi wieder einwandfrei geöffnet und geschlossen werden. Er pickt nämlich gleich mit dem Schnabel ein kleines Glöckchen an einem roten Band heraus und fliegt damit stolz im Zimmer umher.<br />
„Bubi! Jetzt hör aber mit diesem Blödsinn auf und geh in deinen Käfig. Ich habe jetzt keine Zeit für deine Spielchen!“, versucht Professor Konfusi seinem eigensinnigen Papagei zu erklären. Dieser lässt enttäuscht das Glöckchen fallen, ruft sein „Ohje, ohje!“ und versteckt sich beleidigt hinter dem großen Lesesessel.<br />
Nachdem der Professor sich nachdenklich am Kopf gekratzt hat, fällt ihm ein, dass in der Abstellkammer auch noch einige dieser Leuchtmittel auf Vorrat gelagert sein müssten. Damit hat er auch recht, doch sie befinden sich auf dem obersten Regalbrett. Tja und weil Professor Konfusi ein etwas kleinerer älterer Herr ist, kommt er ohne Leiter nicht da oben ran.<br />
„Wo ist denn jetzt wieder die Leiter!“, fragt er sich, um sich dann auch gleich die Antwort zu geben. „Die hat sich neulich mein Neffe ausgeliehen, aber natürlich nicht mehr zurückgebracht.“<br />
Im Keller gibt es jedoch noch eine kleinere Leiter mit nur zwei Trittstufen. Die wäre ausreichend. Also marschiert der Professor mit Bubi, der inzwischen wieder friedlich auf seiner Schulter sitzt, nach unten. Im Treppenhaus trifft er auf Marco, den Nachbarjungen.<br />
„Hallo Marco! Was machst du denn für ein verärgertes Gesicht?“, fragt ihn Professor Konfusi.<br />
„Ach ich wollte gerade mit dem Fahrrad zu meinem Kumpel zum Fußballspielen. Aber mein Fahrrad hat einen Platten und ich hab kein Flickzeug.&#8220;</p>
<p>&#8222;Ohje, ohje!&#8220;, meint Bubi.</p>
<p>„Na, da kann ich dir helfen. Komm einfach mit in den Keller. Dort hab ich irgendwo ganz sicher noch ein Reparaturset,“ fügt der hilfsbereite ältere Herr dem Kommentar seines vorlauten Papageis hinzu.<br />
Als er die Kellertür öffnet, blickt sich Marco neugierig um.<br />
„Wow! Das ist ja die reinste Schatzkammer!“<br />
„Ach, das sind alles Erinnerungsstücke!“, erklärt er dem Jungen und seine Augen leuchten, denn von diesen hier gelagerten alten und ein bisschen eingestaubten Dingen kann er sich nicht trennen.<br />
„Sie erzählen alle Geschichten, zum größten Teil aus meinem Leben!“<br />
„Ohje, ohje!“, kommentiert Bubi erneut.<br />
„Was ist das denn für ein altertümliches Gerät?“, fragt Marco und bleibt vor einem Kasten mit einem eigenartigen großen Trichter stehen.</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Beitragsfoto1.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-1740 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Beitragsfoto1-1024x682.jpg" alt="1200px-Beitragsfoto" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Beitragsfoto1-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Beitragsfoto1-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Beitragsfoto1-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Beitragsfoto1.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a>„Oh ja, das ist ein tolles Ding. Es ist ein Grammophon so etwas wie ein Plattenspieler und damit haben meine Eltern Musik gehört und dazu getanzt“, erzählt der Professor.</p>
<p>„Einen Plattenspieler hatte mein Vater früher auch. Aber der ist irgendwann mal kaputt gegangen. Er hat nur noch die Schallplatten, aber die brauchen wir nicht mehr. Wir haben ja einen CD-Player.“<br />
„Ja, ja, so ein Ding hat uns mein Neffe auch einmal geschenkt. Auf diese kleinen silbernen Platten passen viel mehr Lieder drauf als auf eine Schallplatte. Aber die Romantik fehlt!“<br />
„Ich lauf schnell hoch und hole ein paar Schallplatten von meinem Vater, dann können wir es ausprobieren“, begeistert sich Marco für das altertümliche Gerät. „Mögen Sie die Beatles?“</p>
<p>&#8222;Ohje, ohje!&#8220;, mischt sich Bubi, der Papagei, ein. Er hat sich inzwischen auf einem Regal niedergelassen.<br />
„Das brauchst du nicht!“, hält Professor Konfusi den Jungen zurück. „Eure Schallplatten funktionieren auf meinem Grammophon nicht, aber ich habe noch viele alte Schellackplatten.“</p>
<p>„Schellack?“<br />
Marco hat noch nie etwas davon gehört und deshalb fährt der ältere Herr in seinen Erklärungen fort.<br />
„Schellack, das hängt mit Läusen zusammen.“<br />
„Igitt!“, meint Marco und kratzt sich am Kopf.<br />
„In Asien und Indien wird Schellack in großen Mengen gewonnen. Auf den Pappelfeigen, das sind Bäume, die dort wachsen, leben Lackschildläuse. Diese ernähren sich von den Pflanzensäften, scheiden diese allerdings auch wieder aus. Sie schützen dadurch ihre Brut, die vollkommen darin eingeschlossen wird. Dies musst du dir so ähnlich wie Harz vorstellen, es ist also eine sehr klebrige Angelegenheit.“<br />
„Ich hatte mal Harz an den Fingern, &#8211; ist ziemlich eklig!“, bestätigt Marco.<br />
&#8222;Diese Läuse leben also zunächst wie in einer Harzblase, durch die sie sich dann durchbohren,“ fährt der Professor fort. „Die Zweige und Äste des Baumes sind dadurch ebenfalls mit einer Harzschicht umgeben. Diese Äste schneidet man ab und sammelt sie. Nachdem man das Harz vom Holz getrennt hat, wird es gemahlen, gewaschen und in der Sonne getrocknet“.<br />
„Was sie alles wissen!“, staunt Marco. „Und daraus hat man diese Platten hergestellt? Dann kleben die ja.“<br />
„Nein,nein &#8211; man hat diese Platten hauptsächlich aus Gesteinsmehl, Tierhaaren und Kohlenstaub hergestellt. Schellack ist nur das Mittel, das alle diese Stoffe miteinander verbindet.“<br />
„Und weil es ohne Schellack nicht geht, nennt man sie Schellackplatten“, folgert Marco. „Macht man auch noch andere Dinge daraus?“<br />
„Ja, man benutzt diese Ausscheidungen der Lackschildlaus beispielsweise auch für Möbelpolitur, als Überzugsmittel für Medikamente oder als Glanzüberzug für Süßigkeiten.“<br />
Marco hat mit großen Augen zugehört, denn von diesem Schellack und dieser Lackschildlaus hat er zuvor noch nie etwas gehört. Was ihm weniger gefällt ist die Sache mit den Süßigkeiten. Darüber muss er noch einmal nachdenken. Aber jetzt interessiert ihn das Grammophon:<br />
„Und wie funktioniert das jetzt? Können wir mal eine Platte abspielen?“, will Marco wissen.<br />
Professor Konfusi geht zu einem Regal und zieht ein Päckchen heraus. Hierin sind gut eingewickelt die kostbaren Schellackplatten, von denen der ältere Herr eine auf den Plattenteller des Grammophons legt.<br />
„Schau her“, fordert er Marco auf. &#8222;Die Platte hat ganz viele Rillen in denen sozusagen die Musik liegt.“<br />
„Ja und ich habe auch schon die Nadel an dem Hebelarm gesehen, die müssen wir nur in die Rillen der Platte setzen“, ereifert sich Marco.<br />
„Doch zuvor muss man an dieser Kurbel drehen, damit die Spiralfeder aufgezogen wird und die ganze Sache in Schwung kommt. Das heißt, damit sich der Plattenteller mit der Schallplatte dreht.“<br />
„Und was ist das für eine Dose an der die Nadel hängt?“, will Marco noch wissen.</p>
<p><strong><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-außen.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-1735 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-außen-1024x682.jpg" alt="1200px-Dose außen" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-außen-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-außen-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-außen-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-außen.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a></strong><br />
„Das ist die Schalldose“, erklärt Professor Konfusi dem Jungen. &#8222;Wenn die Nadel durch die Wellenlinie der Rillen fährt, dann entstehen Schwingungen. Das heißt die Nadel wird ganz leicht hin und her bewegt. Diese Schwingungen werden auf die Schalldose übertragen.&#8220;</p>
<p>Weil Marco großes Interesse zeigt, schraubt der Professor die Schalldose auf.</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-innen.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-1737 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-innen-1024x682.jpg" alt="1200px-Dose innen" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-innen-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-innen-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-innen-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-innen.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a>&#8222;Hier im Innern der Dose gibt es eine Membran, ein kleines dünnes Metallplättchen&#8220;, zeigt er dem Jungen. &#8222;Wenn sich die Schwingungen hierauf übertragen, dann werden sie in Schall, also in die Töne umgewandelt. Und du kannst die Musik hören.&#8220;</p>
<p>&#8222;Ach&#8220;, sagt Marco. &#8222;Und der Trichter verstärkt dann die Lautstärke?!“</p>
<p>&#8222;Richtig&#8220;, lobt ihn der ältere Herr.</p>
<p>„Darf ich kurbeln?“, fragt Marco, denn er möchte nun die Schellackplatte abspielen.</p>
<p>&#8222;Moment noch&#8220;, bittet ihn der Professor. &#8222;Erst stellen wir an diesem Regler die Geschwindigkeit ein, mit der sich die Platte drehen soll, damit die Musik weder zu schnell noch zu langsam abgespielt wird.&#8220;</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Geschwindigkeitsregler.-JPG.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1736 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Geschwindigkeitsregler.-JPG-1024x682.jpg" alt="1200px-Geschwindigkeitsregler. JPG" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Geschwindigkeitsregler.-JPG-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Geschwindigkeitsregler.-JPG-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Geschwindigkeitsregler.-JPG-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Geschwindigkeitsregler.-JPG.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a>Danach kurbelt Marco zuerst und setzt dann die Nadel in die Rille, der sich drehenden Schallplatte. Die Nadel fährt nun die Rille entlang und die Beiden hören jetzt eine etwas verkratzte, leicht verrauschte und ein wenig blechern klingende Melodie, gespielt von einem Tanzorchester.</p>
<p>„Die Qualität kann man nicht mit den Schallplatten deines Vaters oder deinen CDs vergleichen. Aber man kann damit Musik hören“, meint der liebenswerte Professor und Marco ist sichtlich überrascht, dass aus diesem altertümlichen Grammophon Musik zu vernehmen ist.<br />
Er hat seinen platten Fahrradreifen und sein Fußballspiel total vergessen, so spannend fand er diese Vorführung und die Erläuterungen des Herrn Konfusi. Aber auch Professor Konfusi ist in Erinnerungen versunken und denkt kein bisschen mehr an seine eigentliche Suche und die Bitte seiner Frau. Am liebsten würde er jetzt nur diesen Klängen aus der Vergangenheit lauschen.<br />
Doch plötzlich geht die Kellertür auf und Frau Konfusis Kopf erscheint in dem Spalt. Schlagartig fällt ihrem Gatten ein, warum er eigentlich in den Keller gegangen ist.<br />
Und fast gleichzeitig ertönt von ihm und Bubi der Kommentar:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>„Ohje, ohje!“</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wer die erste Geschichte von Professor Konfusi noch nicht kennt, kann sie hier nachlesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/professor-konfusi/">Professor Konfusi</a></p>
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		<title>Professor Konfusi</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/professor-konfusi/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Aug 2015 22:41:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Konfusi-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Brötchen]]></category>
		<category><![CDATA[Hunger]]></category>
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					<description><![CDATA[Mein Schwiegervater kannte vor vielen Jahrzehnten einen Herrn, aus dessen Leben er meinem Mann irgendwann einmal eine kleine wahre Begebenheit erzählte. Als sich diese ereignete, war mein Peter noch gar nicht geboren, aber ihm fiel sie erst neulich auf Mallorca wieder ein. Ich habe mir gedacht, dass sie euch bestimmt gefällt und habe kurzerhand eine Geschichte daraus gemacht und Erzähltes mit Erdachtem vermischt. Lest selbst, was dabei herausgekommen ist: Er war ein untersetzter Mann. Genauer gesagt, war er von etwas kleinerer Statur mit einem gut sichtbaren sich vorwölbenden Bauch. Sein Gesicht war rundlich mit niedlichen Pausbacken, immer glatt rasiert und einem rundlich wirkenden Mund. Die dunklen Augen hatten ein Strahlen, so dass er wohlwollend auf seine Mitmenschen blickte. Nicht von oben herab, sondern eher von unten nach oben. Auf seiner dicklichen Nase saß meist eine Brille, über deren Rand er allerdings immer hinweg sah. Die wenigen Härchen, die seinen Kopf zierten, waren erstaunlich dunkel, allerdings nur noch kranzförmig von einem Ohr zum anderen angeordnet. Der Rest des Kopfes offenbarte eine glänzende Glatze. Diese schützte er &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mein Schwiegervater kannte vor vielen Jahrzehnten einen Herrn, aus dessen Leben er meinem Mann irgendwann einmal eine kleine wahre Begebenheit erzählte. Als sich diese ereignete, war mein Peter noch gar nicht geboren, aber ihm fiel sie erst neulich auf Mallorca wieder ein. Ich habe mir gedacht, dass sie euch bestimmt gefällt und habe kurzerhand eine Geschichte daraus gemacht und Erzähltes mit Erdachtem vermischt. Lest selbst, was dabei herausgekommen ist:</strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>r war ein untersetzter Mann. Genauer gesagt, war er von etwas kleinerer Statur mit einem gut sichtbaren sich vorwölbenden Bauch. Sein Gesicht war rundlich mit niedlichen Pausbacken, immer glatt rasiert und einem rundlich wirkenden Mund. Die dunklen Augen hatten ein Strahlen, so dass er wohlwollend auf seine Mitmenschen blickte. Nicht von oben herab, sondern eher von unten nach oben. Auf seiner dicklichen Nase saß meist eine Brille, über deren Rand er allerdings immer hinweg sah.<br />
Die wenigen Härchen, die seinen Kopf zierten, waren erstaunlich dunkel, allerdings nur noch kranzförmig von einem Ohr zum anderen angeordnet. Der Rest des Kopfes offenbarte eine glänzende Glatze. Diese schützte er im Winter vor Kälte durch eine karierte Schirmmütze und im Sommer vor der Sonne mit einem lustigen roten Hütchen.<br />
Professor Konfusi war ein netter stets freundlicher Geselle. Intelligent war er auf jeden Fall, doch keineswegs eingebildet und vor allen Dingen hatte er für jedermann ein offenes Ohr. Seine Studenten mochten ihn und seine manchmal etwas zerstreut wirkende Art, die ihn nur noch liebenswerter machte. Das hatte natürlich auch auf seine Vorlesungen Auswirkungen, bei denen er oftmals auch abschweifte und kleine Anekdoten zum Besten gab.<br />
Er hatte den Ruf seinem Namen alle Ehre zu machen, so dass die Studenten oft vom zerstreuten oder konfusen Professor sprachen. Allerdings taten sie dies in einer sehr liebevollen Art und Weise. Alle hatten Professor Konfusi in ihr Herz geschlossen, denn er konnte über seine eigene Schusseligkeit am herzlichsten lachen.<br />
Bei Präsentationen und Konsultationen legten die Studenten ihm ihre Aufzeichnungen nur vor, wenn keine gefüllte Kaffeetasse in der Nähe war. Man munkelte nämlich, dass er früher mehr als einmal seinen Kaffee über irgendwelche schriftlichen Ausarbeitungen gekippt hätte. Nicht etwa aus Boshaftigkeit oder aus Absicht. Nein, das hätte ihm keiner nachsagen können. Im Grunde genommen passierte es aus Unachtsamkeit, oder wie man so schön sagt, in der Hektik des Gefechtes. Er deutete mal hier und mal da hin, diskutiere und fuchtelte mit den Händen in der Gegend herum. Tja und schwuppdiwupp war ein Kaffeefleck auf der Dokumentation.<br />
Wie gesagt, das erzählte man sich so innerhalb der Studentenschaft. Was daran Wahrheit und was eher geflunkert war, lässt sich nicht richtig feststellen, denn niemals wurde ein Student Zeuge beim Überschwappen des Kaffees aus der Tasse. Jedoch waren einige seiner eigenen Unterlagen mit bräunlichen Flecken bedeckt, so dass man sich lächelnd und augenzwinkernd anblickte.<br />
Mein Schwiegervater, der ihn bei verschiedenen Projekten kennenlernen durfte, berichtete meinem Peter eine lustige Geschichte aus dem Leben des Professor Konfusi, die ihm dieser einst selbst erzählt hatte. Diese kleine Episode war keineswegs erfunden, um seine Mitmenschen zu belustigen, sondern sie ereignete sich wahrhaftig:</p>
<p>Wie man sich denken kann, gehörte zu Professor Konfusi auch noch eine bessere zweite Hälfte, nämlich Frau Konfusi. Seine Gemahlin war ebenso liebenswert und von freundlicher Natur, wie er selbst. Sie hatte seine Größe, war schlank und immer adrett gekleidet.</p>
<p>Eines morgens, sie wollte gerade den Frühstückstisch decken, da hatte Professor Konfusi eine Idee.<br />
„Ich könnte doch schnell zum Bäcker um die Ecke gehen und uns ein paar Brötchen kaufen. Was hältst du davon?“<br />
„Ja“, sagte sie. „Das wäre eine schöne Abwechslung. Ich habe gestern leckere Erdbeermarmelade gekocht, die schmeckt bestimmt herrlich auf frischen knusprigen Brötchen.“<br />
„Ich bin in zehn Minuten wieder da!“, rief er seiner Gemahlin zu, setzte sich sein rotes Hütchen auf und verschwand durch die Haustür.<br />
Zum Bäcker war es wirklich nicht weit, denn dessen Geschäft befand sich schon vor der nächsten Straßenecke. Dort angekommen, wunderte sich Professor Konfusi, dass die Ladentür verschlossen war und ein Schild an der Türklinke hing, auf dem folgende Mitteilung zu lesen war:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Heute wegen Familienfeier geschlossen!</strong></p>
<p style="text-align: left;">Etwas ratlos stand er nun da. Seine Gemahlin würde enttäuscht sein, denn sie hatte sich sichtlich auf die frischen Brötchen gefreut. Er übrigens auch.<br />
Nach kurzem Überlegen, beschloss er zum nächsten Bäckerladen zu marschieren, was allerdings bedeutete, dass er eine Viertelstunde strammen Schrittes in die entgegengesetzte Richtung laufen musste. Da einfach nur laufen ja bekanntlich langweilig ist, vertrieb sich Professor Konfusi die Zeit mit einigen Denkaufgaben.<br />
Bald schon konnte er auch die Menschenschlange vor dem angestrebten Bäckerladen sehen, als ein Geschäft auf der gegenüberliegenden Straßenseite seine Aufmerksamkeit erregte. Letzte Woche war dies noch nicht dort gewesen und deshalb wechselte er jetzt neugierig auf die andere Straßenseite.<br />
Frau Konfusi wunderte sich allerdings, dass ihr Gemahl nach einer halben Stunde immer noch nicht zurück war. Sie schaute aus dem Fenster, konnte aber ihren Mann nirgendwo erblicken. Nach weiteren 15 Minuten lief sie nach unten vor die Haustür. Nichts war zu sehen. Da der Kaffee inzwischen schon kalt geworden war und ihr Magen knurrte, hätte sie eigentlich verärgert sein müssen. Aber Frau Konfusi machte sich weder um den Kaffee noch um die fehlenden Brötchen Gedanken, sondern sie sorgte sich um ihren Gemahl.<br />
„Es wird ihm doch nichts passiert sein!?“, überlegte sie.<br />
Doch was sollte sie tun? Da es zu dieser Zeit noch kein Handy gab, beschloss Frau Konfusi sich auf die Suche nach ihrem Mann zu machen. Also marschierte sie wieder nach oben in die Wohnung, um sich ihre Strickjacke und ihre Handtasche zu holen.<br />
Gerade als sie auch noch nach ihrem Regenschirm greifen wollte, denn es hatte inzwischen ein wenig angefangen zu nieseln, klingelte es an der Haustür. Schnell riss sie diese auf und stand einem freudestrahlenden Professor Konfusi gegenüber.<br />
„Gott sei Dank, da bist du ja!“, stieß sie glücklich hervor. „Wo warst du denn so lange? Ist etwas passiert?“<br />
„Nein, nein!“, meinte er nur beruhigend. „Ich habe dir was mitgebracht!“<br />
„Mir ist vor Angst und Aufregung der Appetit auf Marmeladebrötchen vergangen!“, entgegnete sie.<br />
„Welche Brötchen?“, fragte er und schüttelte plötzlich den Kopf. „Ich habe was viel Schöneres für dich!“<br />
„Bubi hat Hunger! Bubi hat Hunger und Durst!“, hörte Frau Konfusi plötzlich jemand sagen.<br />
Verwirrt sah sie sich um, konnte aber den besagten Bubi nicht sehen.<br />
„Hast du noch jemand mitgebracht?“, erkundigte sie sich bei ihrem Mann.<br />
Dieser strahlte über das ganze Gesicht und hob wortlos nur seinen rechten Arm hoch. In seiner Hand hielt er einen großen Vogelkäfig, in dem ein rot-gelb-blau gefiederter wunderschöner Papagei saß und nochmals sein Anliegen unmissverständlich vorbrachte:</p>
<p style="text-align: center;">&#8222;Bubi hat Hunger! Bubi hat Hunger und Durst!&#8220;</p>
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