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	<title>Otto &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Frech wie Oskar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Feb 2016 22:10:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Aussprüche]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute möchte ich Euch wieder einmal zeigen, wie facettenreich die deutsche Sprache doch ist. Ich habe mich dieses Mal einfach nur den Vor- und Nachnamen gewidmet, die sich als Redewendungen in unserer Sprache schon fest verankert haben. Vielleicht kennt Ihr diese Aussprüche auch. Möglicherweise sind sie auch regional etwas unterschiedlich und eventuell kennt Ihr noch andere. Ich habe versucht einige der Aussprüche im folgenden Gespräch festzuhalten.  Emil und Karl sind Zwillinge im besten pubertierenden Alter. Sie befinden sich momentan im Zimmer von Karl, als deren Vater auf dem Weg ins Bad an der Zimmertür vorbei kommt. Zufällig wird er Zeuge eines Gesprächs, über das er sich wie Bolle amüsiert. Die Zwillinge verstehen sich hervorragend, aber sie lieben Wortgefechte. Da Herr Müller allerdings seine Pappenheimer kennt, weiß er dass es sich um kein ernst gemeintes Streitgespräch handelt, sondern alles mit einem Augenzwinkern betrachtet werden kann. Emil scheint auf der Suche nach irgendetwas zu sein, denn er durchsucht auf dem Schreibtisch seines Bruders alle möglichen Unterlagen. „Was suchst du da eigentlich?“, erkundigt sich Karl. „Übrigens finde ich, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute möchte ich Euch wieder einmal zeigen, wie facettenreich die deutsche Sprache doch ist. Ich habe mich dieses Mal einfach nur den Vor- und Nachnamen gewidmet, die sich als Redewendungen in unserer Sprache schon fest verankert haben. Vielleicht kennt Ihr diese Aussprüche auch. Möglicherweise sind sie auch regional etwas unterschiedlich und eventuell kennt Ihr noch andere. Ich habe versucht einige der Aussprüche im folgenden Gespräch festzuhalten. </strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>mil und Karl sind Zwillinge im besten pubertierenden Alter. Sie befinden sich momentan im Zimmer von Karl, als deren Vater auf dem Weg ins Bad an der Zimmertür vorbei kommt. Zufällig wird er Zeuge eines Gesprächs, über das er sich <strong>wie Bolle amüsiert</strong>. Die Zwillinge verstehen sich hervorragend, aber sie lieben Wortgefechte. Da Herr Müller allerdings <strong>seine Pappenheimer kennt</strong>, weiß er dass es sich um kein ernst gemeintes Streitgespräch handelt, sondern alles mit einem Augenzwinkern betrachtet werden kann.<br />
Emil scheint auf der Suche nach irgendetwas zu sein, denn er durchsucht auf dem Schreibtisch seines Bruders alle möglichen Unterlagen.<br />
„Was suchst du da eigentlich?“, erkundigt sich Karl. „Übrigens finde ich, dass du <strong>frech wie Oskar</strong> bist, denn mein Schreibtisch geht dich nun mal gar nichts an.“<br />
„Jetzt hab dich mal nicht so. Ich will nur was wieder haben, was ich dir letzte Woche gegeben habe“, verteidigt sich sein Bruder Emil leicht aufgebracht.<br />
„Jetzt <strong>geh</strong> nicht gleich <strong>ab wie Schmidts Katze</strong>! Sag einfach, was du suchst!“<br />
„Ich habe dir doch ein Formular von diesem <strong>Markus Möglich</strong> gegeben.“<br />
Emil blickt seinen Zwillingsbruder fast verzweifelt an, denn heute muss er unbedingt dieses Formular ausfüllen und wegschicken. Er hat es sowieso schon viel zu lange heraus gezögert, da er Formulare hasst wie die Pest.<br />
„Ich kenne zwar <strong>Meier, Müller, Schulz</strong>“, zieht ihn sein Bruder auf, „aber einen <strong>Markus Möglich</strong> kenne ich nicht.“<br />
„Vielleicht heißt er ja auch <strong>Otto Normalverbraucher</strong>“, zieht Emil schulterzuckend in Erwägung.<br />
„Du solltest dich schon langsam entscheiden, wonach du suchst. Zum Schluss erklärst du mir noch, dass dieser <strong>Markus Möglich</strong> oder <strong>Otto Normalverbraucher</strong> eigentlich <strong>Max Mustermann</strong> heißt“, grinst ihn Karl frech an.<br />
„Jetzt weiß ich es wieder: Es war ein Frauenname. Genau:<br />
<strong>Erika Mustermann</strong>.“<br />
„Gut, jetzt wissen wir wenigstens schon mal, wonach wir suchen müssen. Damit sind wir wenigstens schon einen Schritt weiter “, versucht Karl den aufgeregten Emil zu beruhigen.<br />
„Aber bei deinem Durcheinander hier auf dem Schreibtisch können wir lange suchen.“ Emil wirkt keineswegs beruhigt. „Hier sieht es ja aus <strong>wie bei Hempels unter dem Sofa</strong>.“<br />
Während Emil vollkommen mit den Nerven am Ende zu sein scheint, ist Karl die Ruhe selbst und kontert zurück.<br />
„Das liegt daran, weil jeder <strong>Hinz und Kunz</strong> alles hier ablegt.“<br />
„Ich <strong>mach dich</strong> gleich <strong>zur Minna</strong>, wenn du mir jetzt auch noch <strong>den Schwarzen Peter</strong> zuschiebst. Das versuche gar nicht erst!“, droht Emil seinem Bruder augenzwinkernd. „Für deine Unordnung bist du schon selbst verantwortlich. Vielleicht solltest du mal einen Termin mit <strong>Meister Proper</strong> vereinbaren. Neulich habe ich ihn drüben bei <strong>Tante Emma</strong> gesehen. Ein Date mit ihm kostet gar nicht viel.“<br />
„Du riskierst gerade eine dicke Backe, mein lieber Bruder. Ich kann dafür sorgen, dass du aussiehst, als hättest du <strong>Ziegenpeter</strong>“ kommt die nicht ernst gemeinte Drohung von Karl zurück. „Also hör endlich auf zu meckern. Bei mir geht nichts verloren. Was auf meinem Schreibtisch liegt, ist normalerweise so <strong>sicher wie in Abrahams Schoß</strong>.“<br />
„Normalerweise“, murmelt Emil nicht gerade besonders überzeugt vor sich hin.<br />
Die beiden Brüder necken sich noch ein wenig, während sie weiter auf dem Schreibtisch das Unterste nach oben stülpen. Der Vater ist schmunzelnd weiter gegangen. Als er eine Viertelstunde später auf dem Weg nach unten wieder an der offenen Zimmertür der beiden Jungs vorbei kommt, hört er einen freudigen Aufschrei von Karl.<br />
„Ich hab es gefunden. Hier ist das Formular von <strong>Erika Mustermann</strong>.“<br />
Karl ist <strong>stolz wie Oskar</strong>, dass er endlich das besagte Stück Papier gefunden hat und hält es wedelnd seinem Bruder unter die Nase.<br />
„Jetzt gib mal nicht so an wie<strong> Graf Koks von der Gasanstalt</strong>“, dämpft Emil den Freudenausbruch seines Zwillingsbruders. „Immerhin hast du es verlegt.“<br />
„Ist doch egal“, entgegnet Karl. „Hauptsache es ist da. Jetzt <strong>setz</strong> endlich <strong>deinen Friedrich Wilhelm drunter</strong>, steck dein ausgefülltes Formular in einen Umschlag und bring es zur Post.“<br />
„Ach je, beinahe hätte ich tatsächlich vergessen <strong>meinen Otto darunter</strong> zu <strong>schreiben</strong>. Ich bin froh, dass ich das endlich erledigt habe. Beim Ausfüllen von diesen blöden Formularen, bekomme ich jedes Mal fast <strong>den flotten Otto</strong>, so regt mich das immer auf.“</p>
<p>&nbsp;</p>
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