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	<title>Ostereier &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Bubis Sprachkünste</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Apr 2017 22:01:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Konfusi-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Klingel]]></category>
		<category><![CDATA[Ostereier]]></category>
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					<description><![CDATA[In meiner ersten Professor-Konfusi-Geschichte habe ich Euch erzählt, wie der nette ältere Herr zu einem Papagei kam. Sicher könnt Ihr Euch noch erinnern. Bubi hat sich vom ersten Tag an in seiner neuen Familie wohlgefühlt und Herr und Frau Konfusi sind glücklich einen solch lustigen Vogel zu besitzen.  Leider hatte der Papagei einen eher etwas seltsamen Vorbesitzer, der keinen guten Einfluss auf den Papagei ausübte. Bubis erstes Herrchen drückte beispielsweise seine Gefühle und Regungen nicht gerade in einer gehobenen Artikulation aus. Das heißt schlicht und einfach, dass er seine Sprache oftmals mit derben Schimpfwörtern spickte, was der bunte Vogel nachahmte. Als sein Herrchen verstarb, wollte niemand für den armen Papagei sorgen und die Erben brachten ihn in die Tierhandlung. Dort sah ihn glücklicherweise Professor Konfusi und verliebte sich auf den ersten Blick in das gefiederte Tier. Der Bubi ist sehr redselig und quasselt manchmal den ganzen lieben langen Tag. Am liebsten schnappt er irgendwelche Gesprächsfetzen auf und gibt sie dann irgendwann zu passender oder manchmal auch unpassender Gelegenheit wieder. Leider fallen ihm auch manchmal noch die Schimpfwörter &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In meiner ersten <a href="http://lifetellsstories.de/professor-konfusi/">Professor-Konfusi-Geschichte</a> habe ich Euch erzählt, wie der nette ältere Herr zu einem Papagei kam. Sicher könnt Ihr Euch noch erinnern. Bubi hat sich vom ersten Tag an in seiner neuen Familie wohlgefühlt und Herr und Frau Konfusi sind glücklich einen solch lustigen Vogel zu besitzen. </strong></p>
<p><span class="dropcap">L</span>eider hatte der Papagei einen eher etwas seltsamen Vorbesitzer, der keinen guten Einfluss auf den Papagei ausübte. Bubis erstes Herrchen drückte beispielsweise seine Gefühle und Regungen nicht gerade in einer gehobenen Artikulation aus. Das heißt schlicht und einfach, dass er seine Sprache oftmals mit derben Schimpfwörtern spickte, was der bunte Vogel nachahmte. Als sein Herrchen verstarb, wollte niemand für den armen Papagei sorgen und die Erben brachten ihn in die Tierhandlung. Dort sah ihn glücklicherweise Professor Konfusi und verliebte sich auf den ersten Blick in das gefiederte Tier.<br />
Der Bubi ist sehr redselig und quasselt manchmal den ganzen lieben langen Tag. Am liebsten schnappt er irgendwelche Gesprächsfetzen auf und gibt sie dann irgendwann zu passender oder manchmal auch unpassender Gelegenheit wieder. Leider fallen ihm auch manchmal noch die Schimpfwörter seines früheren Besitzers ein.<br />
Professor Konfusi gibt sich alle erdenkliche Mühe, um ihm seine schlechte Angewohnheit abzugewöhnen, was nicht gerade eine einfache Aufgabe ist. Mit Erklärungen kommt man nämlich bekannterweise bei einem Papagei nicht sehr weit. Auch ist Bubi sehr eigenwillig. Was er nicht will, das will er einfach nicht und das tut er auch nicht. Leckerlies und Belohnungen nimmt er zwar immer gerne entgegen, aber sie scheinen keinen Einfluss auf seinen Willen zu haben.<br />
Da sowohl der ältere Herr als auch seine Frau sehr auf ihre Sprache achten, keine Schimpfwörter benutzen und es in der Familie Konfusi sehr zivilisiert und geruhsam zugeht, erhält Bubi keinerlei Übungsmöglichkeiten für eine derbe Ausdrucksweise. Im Gegenteil, Professor Konfusi erteilt dem redseligen Papagei gerne Sprachunterricht und versucht mit ihm neue Wörter, Sätze und Redewendungen einzuüben. Wenn Bubi Lust hat, dann arbeitet er fleißig mit und lernt immer mehr sich gewählter auszudrücken. Aber manchmal gehen eben doch die Pferde mit ihm durch und er erinnert sich an die schlimmsten Ausdrücke, die er dann auch sogleich zum Besten geben muss.<br />
Heute übt Professor Konfusi alle möglichen Begriffe rund um das Osterfest mit Bubi, doch der Papagei hat nur lauter Unfug im Kopf.<br />
„Os-ter-ei! Os-ter-ei!“, spricht der Professor laut und deutlich vor.<br />
„Ei, Ei, Rührei! Bubi will Rührei!“<br />
„Nein Bubi. Der Osterhase bringt gekochte bunte Ostereier!“<br />
„Bunt, bunt sind alle meine Federn!“, trällert der Papagei fröhlich vor sich hin.<br />
„Na, was macht ihr heute denn für einen Unfug?“, erkundigt sich Frau Konfusi, die Bubis Singsang angelockt hat.<br />
„Bubi sag mal: Frohe Ostern!“, fordert sie den Vogel auf.<br />
„Bubi wünscht frohe Weihnachten!“, quatscht der Papagei fröhlich drauf los.<br />
„Nein, Weihnachten ist vorbei, jetzt ist Ostern. Da sagt man: Frohe Ostern!“, korrigiert Herr Konfusi.<br />
„Osterei!“<br />
Professor Konfusi lobt den Papagei und gibt ihm ein paar Körner als Belohnung, woraufhin Bubi wieder ein Rührei fordert.<br />
Anscheinend macht der heutige Sprachunterricht keinen Sinn mehr und somit beendet Professor Konfusi die Übung und vertagt alles Weitere auf einen der nächsten Tage.<br />
Als die beiden älteren Herrschaften beim Mittagessen sitzen, macht Bubi ein Nickerchen. Das Läuten der Türklingel reißt ihn aus seinen Träumen und als er Marco erkennt, ruft er ihm fröhlich zu:<br />
„Frohe Weihnachten! Hast du Ostereier?“<br />
„Frohe Ostern, Bubi!“ lacht Marco und an Frau Konfusi gerichtet sagt er:<br />
„Sie haben doch zu Ostern immer frische Hühnereier von meiner Oma direkt aus ihrem Hühnerstall bekommen. Sie lässt fragen, wieviel Eier sie denn dieses Jahr brauchen.“<br />
Frau Konfusi überlegt kurz und nennt dem Jungen die gewünschte Anzahl.<br />
„Gut, ich spiele dann sozusagen Osterhase und bringe sie höchstpersönlich vorbei!“, bestätigt ihr Marco.<br />
„Osterhase, Pfeffernase!“, tönt es aus Bubis Käfig.<br />
Damit Bubi sich wieder ein bisschen beruhigen kann, verlassen alle das Zimmer. Herr und Frau Konfusi nutzen das schöne Sonnenwetter aus und machen einen kleinen Spaziergang. Sie sind froh, dass der Frühling endlich eingekehrt ist, die Bäume und Blumen zu blühen beginnen und die Vögel zwitschern. Die Osterwoche ist eingeläutet und die beiden älteren Herrschaften freuen sich auf den Osterbesuch, der ins Haus steht und für den sie die vielen Eier noch färben und verzieren wollen.<br />
Drei Tage später betritt Marco beladen mit mehreren Papplagen voller roher frischer Hühnereier das Haus. Er balanciert alles ganz vorsichtig die Treppenstufen hinauf bis zu Familie Konfusis Wohnungstür. Da er beide Hände zum Festhalten seiner kostbaren Fracht benötigt, nutzt er seinen Ellenbogen, um die Wohnungsklingel zu betätigen. Er muss zweimal drücken, denn anscheinend hört niemand die Klingel. Wartend lehnt er sich mit dem Rücken an die Tür und positioniert sein Eierpaket auf seinen angewinkelten Unterarmen, als sich unvermittelt die Wohnungstür hinter seinem Rücken öffnet. Jetzt geht alles ganz schnell:<br />
Marco kippt ein wenig nach hinten, gerät ins Stolpern und seine Eierfracht beginnt verdächtig zu wackeln. Der Junge versucht sich selbst und seine kostbare Ladung auszubalancieren. Immerhin kann er sich auf den Beinen halten, doch das Päckchen auf seinen Unterarmen gerät verdächtig in Schieflage.<br />
„Hoppla!“, ruft Professor Konfusi ebenfalls erschrocken aus.<br />
Er erkennt die Gefahr und greift auch gleich beherzt zu. Es gelingt ihm das kippende Eierpaket gerade noch rechtzeitig zu übernehmen. Allerdings haben trotz der schnellen Reaktion des Professors einige Eier den Karton verlassen und purzeln Richtung Fußboden. Dort zerschmettern sie und ihr roher Inhalt verbreitet sich fließend im Eingangsbereich der Wohnung.<br />
„Zum Kuckuck &#8230;!!!“, schimpft Bubi.<br />
„Psst!!!“, zischt ihm Professor Konfusi zu, doch der Papagei plappert freudig weiter:</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ff0000;">„Rührei !!! Rührei!!!</span></strong><br />
<strong> <span style="color: #008000;">Osterrührei!!!</span></strong><br />
<strong> <span style="color: #0000ff;">Bubi will Rührei!!!</span></strong><br />
<strong> <span style="color: #ff00ff;">Frohes Osterrührei!“</span></strong></p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;"><span style="color: #0000ff;"><em><strong>Ich wünsche allen meinen Lesern ein frohes Osterfest und bedanke mich recht herzlich bei Euch für die vielen treuen Besuche. Habt auch vielen Dank für Eure Kommentare, die ich mit Freude lese und auch immer gerne beantworte.</strong></em></span></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em><span style="color: #ff00ff;">F</span>   <span style="color: #008000;">R</span>  <span style="color: #ffff00;"> O</span>   <span style="color: #ff6600;">H</span>   <span style="color: #0000ff;">E</span>      <span style="color: #ff0000;"> O</span>   <span style="color: #008000;">S  </span> <span style="color: #0000ff;">T</span>   <span style="color: #ff6600;">E</span>   <span style="color: #ff00ff;">R</span>   <span style="color: #008000;">N</span> <span style="color: #00ccff;">!!!</span></em></strong></p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: left;">Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/mein-verhaeltnis-zu-meinen-beiden-lieblingsschraenken/">Mein Verhältnis zu meinen beiden Lieblingsschränken</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/toepfe-die-es-sich-haben/">Töpfe, die es in sich haben</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/der-geist-des-weines/">Der Geist des Weines</a></p>
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		<title>Verdrehte Welt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Mar 2016 00:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Haare]]></category>
		<category><![CDATA[Locken]]></category>
		<category><![CDATA[modern]]></category>
		<category><![CDATA[Ostereier]]></category>
		<category><![CDATA[T-Shirt]]></category>
		<category><![CDATA[Temperatur]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
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					<description><![CDATA[„Irgendwie leben wir in einer verdrehten Welt“, meint mein Mann, als er vor einem Regal im Supermarkt steht. Ich schaue ihn verdutzt an, denn bei mir hat sich gerade nichts verdreht und ich finde meine kleine Welt auch ganz in Ordnung, so wie sie ist. Doch mein Peter scheint das irgendwie anders zu meinen. Er steht nämlich immer noch kopfschüttelnd vor dem besagten Regal. Da ich also momentan seine Gedankengänge nicht nachvollziehen kann, erkundige ich mich nach dem eigentlichen Grund seiner Aussage. „Was meinst du damit?“, frage ich ihn also und schaue ihn erwartungsvoll an. „Na, hier die Ostereier!“, entgegnet er und deutet auf die bunt bemalten und hart gekochten Eier, die es massenhaft in diesem Regal gibt. „Früher gab es das nur zu Ostern. Heutzutage kann man auch an Weihnachten Ostereier kaufen. Wenn das keine verdrehte Welt ist.“ Auch wenn man diese Eier nur zur Kennzeichnung und zur Unterscheidung von gekochten und rohen Eiern derartig bunt gefärbt hat, bleiben sie in unseren Augen und unserem Verständnis doch immer Ostereier. „Wahrscheinlich suchen wir sowieso dieses &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Irgendwie leben wir in einer verdrehten Welt“, meint mein Mann, als er vor einem Regal im Supermarkt steht.</strong></p>
<p><strong>Ich schaue ihn verdutzt an, denn bei mir hat sich gerade nichts verdreht und ich finde meine kleine Welt auch ganz in Ordnung, so wie sie ist. Doch mein Peter scheint das irgendwie anders zu meinen. Er steht nämlich immer noch kopfschüttelnd vor dem besagten Regal. Da ich also momentan seine Gedankengänge nicht nachvollziehen kann, erkundige ich mich nach dem eigentlichen Grund seiner Aussage.</strong><br />
<span class="dropcap">„W</span>as meinst du damit?“, frage ich ihn also und schaue ihn erwartungsvoll an.<br />
„Na, hier die Ostereier!“, entgegnet er und deutet auf die bunt bemalten und hart gekochten Eier, die es massenhaft in diesem Regal gibt.<br />
„Früher gab es das nur zu Ostern. Heutzutage kann man auch an Weihnachten Ostereier kaufen. Wenn das keine verdrehte Welt ist.“<br />
Auch wenn man diese Eier nur zur Kennzeichnung und zur Unterscheidung von gekochten und rohen Eiern derartig bunt gefärbt hat, bleiben sie in unseren Augen und unserem Verständnis doch immer Ostereier.<br />
„Wahrscheinlich suchen wir sowieso dieses Jahr die Ostereier im Schnee, denn Weihnachten hatten wir ja keine weiße Pracht. Ich sag doch, wir leben in einer verdrehten Welt“, schiebt Peter hinterher.<br />
Als wir später in unserem Auto wieder nach Hause fahren, greifen wir dieses Thema noch einmal auf.<br />
„Im Grunde genommen hast du recht“, bestätige ich die Aussage meines Mannes. „Diejenigen Frauen, die lockige Haare haben, wollen einfach nur gerades, ungelocktes Haar. Und umgekehrt wollen Frauen mit ungewellten Haaren plötzlich Locken haben.“<br />
„Ja, und Blondinen färben sie sich schwarz. Und inzwischen versuchen ja zum Beispiel auch schon die thailändischen Frauen ihre dunklen Haare zu blondieren, was überhaupt nicht zu ihnen passt und auch nicht richtig funktioniert. Warum seid ihr Frauen einfach nicht zufrieden mit dem, was ihr habt?“<br />
„Was heißt hier IHR FRAUEN?“, schieße ich zurück. „Denk doch mal an den Sandkasten: Wolltest du nicht auch immer das rote Eimerchen von dem anderen Kind haben, obwohl du kurz vorher noch dein eigenes blaues Eimerchen so toll fandest?“<br />
„Das liegt wohl in den Genen der Menschen, dass sie immer das erstreben, was sie als das Bessere erachten“, antwortet Peter.<br />
Jetzt überlegen wir, ob diese Welt tatsächlich so verdreht ist und finden überraschend viele Beispiele.<br />
Wie oft haben wir uns in Bangkok schon gefragt, warum die Thailänder ihre Wohnungen und öffentlichen Gebäude dermaßen herunter kühlen, dass man förmlich das Gefühl hat, in einem Kühlschrank zu sitzen. Temperieren ist die eine Sache, jedoch alles zu „unterkühlen“ eine andere und für uns Europäer anscheinend eine weitaus unangenehmere Sache als für die Thailänder.<br />
„Denk nur daran, als wir in Thailand mal mit dem Taxi gefahren sind und der Taxifahrer an einer Mautstation das Fenster herunter gekurbelt hat. Während ich zuerst dachte in einem Kühlschrank zu sitzen, stellte ich plötzlich ganz spontan die Frage, ob er die Heizung angestellt hat. Wer braucht in Thailand schon eine Heizung?!“, erinnere ich mich schmunzelnd.<br />
„Genau, und bei uns in Deutschland laufen dann die Thailänder bei 18 Grad Außentemperatur bereits mit Schal und Mütze herum. Das soll mal einer verstehen“, kommentiert mein Mann. „Dabei versuchen sie im eigenen Land alle Räume auf genau diese oder sogar auf eine noch tiefere Temperatur zu bringen.“<br />
Als ich später im Badezimmer stehe und die Sachen aus der Drogerieabteilung verstaue, fällt mein Blick auf die Sonnencreme. Ja, und das ist schon wieder ein Beispiel für die verdrehte Welt, in der wir leben. Wir streben es an, unseren Teint so braun wie nur möglich werden zu lassen. Das finden wir chic. Bei uns Europäern ist es auch irgendwie ein Zeichen dafür, dass man genügend Zeit und vielleicht auch Geld hat, um sich irgendwo auf der Welt bräunen zu lassen.<br />
„So ein Blödsinn“, denke ich. „Bei den Thailändern ist es chic ungebräunt zu sein. Dort kann man sogar eine sogenannte „Whiteningcreme“ kaufen, um die Haut in einem vornehmen hellen Ton erscheinen zu lassen. Oder man benutzt Puder.“<br />
Ich stelle die neuen Zahnbürsten in die entsprechenden Zahnputzbecher und schon fällt mir ein weiteres Beispiel ein:<br />
Im Allgemeinen sind die Jugendlichen froh und glücklich, wenn ihnen der Kieferorthopäde verkündet, dass sie keine feste Zahnspange mehr benötigen. In Thailand jedoch ist das Tragen von festen Zahnspangen ganz groß in Mode. Es ist gewissermaßen ein Zeichen von „Reichtum“, denn nur wer genügend Geld besitzt, kann sich die Zähne richten lassen. So wird es als chic empfunden und selbst, wenn man keine derartige Spange benötigt, kann man diese als Modeaccessoire in allen nur denkbaren Farben kaufen. Selbst Models strahlen auf großen Plakaten mit glitzernden Zahnspangen auf uns herab.<br />
Ich muss mir eingestehen, dass mein Mann irgendwie recht hat. Unsere Welt ist schon manchmal etwas verdreht. Oder besser gesagt: Wir Menschen sind es.<br />
Als ich das Badezimmer verlasse und die Treppe nach unten gehe, kommt mir mein Peter entgegen. Ich bemerke sofort, dass er sich ein frisches T-Shirt angezogen hat und muss augenblicklich anfangen zu lachen.<br />
„Deine Welt ist heute tatsächlich verdreht!“, kichere ich.<br />
Jetzt schaut er mich mit großen und überraschten Augen an.<br />
„Du hast dein T-Shirt links herum angezogen“, verkünde ich ihm. „Ist das jetzt modern so?“</p>
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