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	<title>Ofen &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Unsere persönliche Ostergeschichte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Mar 2017 08:22:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weihnachten & Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[gute Stube]]></category>
		<category><![CDATA[Ofen]]></category>
		<category><![CDATA[Ostergeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Meine Mutter erzählt besonders zu Ostern gerne eine Begebenheit aus ihrem Leben, in der beinahe ein Fall eingetreten wäre, den eigentlich keiner für sehr wahrscheinlich hält. Den dazu passenden Spruch, zitiert man jedoch sehr häufig. Spätestens am Ende dieser Geschichte werdet ihr wissen, welche Redewendung ich meine. (Aber nicht schummeln, sonst verderbt Ihr Euch die Freude!!! ) Man mag es nicht für möglich halten, doch in unserer Familie wäre beinahe ein Ereignis eingetreten, das die kalendarische Abfolge des Jahreskreises auf den Kopf gestellt beziehungsweise durcheinander gebracht hätte. Doch meine Mutter wusste dies in letzter Minute noch zu verhindern. „Du warst damals noch ziemlich klein“, beginnt sie zu berichten und schaut mich dabei an. „…vielleicht so eindreiviertel Jahre alt. Wir waren die ganze Woche über alleine, weil Papa in Frankfurt gearbeitet hat und nur an den Wochenenden zu uns nach Hause kam. Unser gemeinsames Zuhause war eine Zweizimmerwohnung mit einer großen Wohnküche.“ Ich nicke, denn ich kann mich noch sehr genau an diese Wohnung und das gesamte Wohnumfeld erinnern, in dem ich die ersten sechs Jahre &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Meine Mutter erzählt besonders zu Ostern gerne eine Begebenheit aus ihrem Leben, in der beinahe ein Fall eingetreten wäre, den eigentlich keiner für sehr wahrscheinlich hält. Den dazu passenden Spruch, zitiert man jedoch sehr häufig. Spätestens am Ende dieser Geschichte werdet ihr wissen, welche Redewendung ich meine. (<em>Aber nicht schummeln, sonst verderbt Ihr Euch die Freude!!!</em> )</strong></p>
<p style="text-align: left;"><span class="dropcap">M</span>an mag es nicht für möglich halten, doch in unserer Familie wäre beinahe ein Ereignis eingetreten, das die kalendarische Abfolge des Jahreskreises auf den Kopf gestellt beziehungsweise durcheinander gebracht hätte. Doch meine Mutter wusste dies in letzter Minute noch zu verhindern.<br />
„Du warst damals noch ziemlich klein“, beginnt sie zu berichten und schaut mich dabei an. „…vielleicht so eindreiviertel Jahre alt. Wir waren die ganze Woche über alleine, weil Papa in Frankfurt gearbeitet hat und nur an den Wochenenden zu uns nach Hause kam. Unser gemeinsames Zuhause war eine Zweizimmerwohnung mit einer großen Wohnküche.“<br />
Ich nicke, denn ich kann mich noch sehr genau an diese Wohnung und das gesamte Wohnumfeld erinnern, in dem ich die ersten sechs Jahre meines Lebens verbracht habe. In der besagten Küche stand auch ein Sofa, auf dem ich immer gesessen habe (<a href="http://lifetellsstories.de/das-sofa-der-kueche/">Das Sofa in der Küche</a>). Überhaupt erinnere ich mich an viele Dinge aus dieser Zeit meiner Kindheit, die ich manchmal „Mein persönliches Bullerbü“ nenne.<br />
„Damals hatten wir noch keine Zentralheizung, sondern in der Küche stand ein Herd, der mit Holz und Kohle befeuert wurde und auf dem man auch kochen konnte. Im Wohnzimmer befand sich ein kleiner Ölofen. Meistens haben wir uns in der Küche aufgehalten, weil es in der Küche immer warm war. Das Wohnzimmer wurde nur an den Wochenenden beheizt, wenn Papa da war oder wenn einmal Besuch kam. Es war eben die gute Stube, die nicht für den täglichen Gebrauch bestimmt war, so wie das heutzutage ist. Der Fernseher stand zwar im Wohnzimmer, aber man hat damals noch nicht so viel ferngesehen wie heute. Später als du schon etwas größer warst und das Sandmännchen sehen durftest, habe ich nur die Wohnzimmertür geöffnet, den Fernseher angeschalten und als die Sandmännchensendung nach ein paar Minuten zu Ende war, wurde der Apparat wieder ausgeschalten.“<br />
„Ja und dann musste ich ins Bett gehen“, erinnere ich mich. „Ich habe noch genau das blaue Stühlchen vor Augen, auf dem ich damals immer gesessen habe.“<br />
Bis hierhin hat mein Mann andächtig mit zugehört, doch jetzt scheint er etwas nicht zu verstehen, denn er richtet an uns stirnrunzelnd eine Frage:<br />
„Und warum fällt dir das jetzt ausgerechnet kurz vor Ostern ein?“<br />
„Alles, was Mutti gerade erzählt hat, sind die Voraussetzungen dafür, dass man die ganze Geschichte versteht“, erkläre ich meinem Mann.<br />
Ich habe nämlich im Gegensatz zu ihm einen gewissen Vorteil. Ich kenne die Geschichte bereits. Nicht, dass ich mich tatsächlich daran erinnern könnte, aber meine Mutter hat sie mir schon öfter erzählt.<br />
„Also noch einmal kurz zum Verständnis: Die Küche war beheizt und das Wohnzimmer blieb kalt“, fasst meine Mutter zusammen.<br />
„Weihnachten hatten wir selbstverständlich einen Weihnachtsbaum im Wohnzimmer stehen. Astrid hat ganz große Augen gemacht, als sie den Baum mit den brennenden Kerzen, den bunten Kugeln und dem Lametta gesehen hat. Normalerweise wird der Weihnachtsbaum nach dem sechsten Januar abgeräumt und entsorgt, das macht ihr doch auch immer so. In dem besagten Jahr gab es allerdings zwei Gründe, warum wir dies nach dem Dreikönigstag noch nicht gemacht hatten. Zum einen, weil er Astrid so gut gefallen hat und zum anderen, weil der Baum immer noch wunderschön grün war. Er hat einfach nicht genadelt, weil die Zimmertemperatur dies begünstigt hat. So vergingen die Tage und der Januar ging zu Ende. Im Februar stand er noch ebenso schön da, als wäre er gerade erst dekoriert worden. Irgendwie haben Papa und ich ihn gar nicht mehr richtig wahrgenommen oder seine Existenz im Wohnzimmer war schon gewissermaßen selbstverständlich. Hinzu kam wie gesagt, die Tatsache, dass wir uns nicht viel im Wohnzimmer aufhielten. Die Tage und Wochen vergingen, plötzlich war es März, dann April und Ostern stand vor der Tür.“<br />
Ich sitze inzwischen grinsend da. Auch meine Mutter und mein Mann haben jeder ein Lächeln auf den Lippen. Allerdings hat es bei allen einen anderen Grund: Meine Mutter lächelt, weil sie die Bilder der weiteren Geschichte vor ihrem geistigen Auge sieht. Ich jedoch grinse, weil ich die nun folgende Erzählung der Ereignisse schon kenne und meinem Mann steht die Vorfreude auf den Ausgang der Geschichte ins Gesicht geschrieben.<br />
„Mittlerweile habe ich mich gar nicht mehr getraut, den Weihnachtsbaum aus der Wohnung nach unten in den Hof zu tragen. Wir haben damals noch auf Miete gewohnt und die Vermieter lebten mit im Haus, in der Wohnung unter uns. Ich habe mich richtig geschämt, dass wir immer noch einen Weihnachtsbaum hatten. Jetzt war guter Rat teuer. Ich wusste mir nicht mehr anders zu helfen, als zu einer etwas ungewöhnlichen Methode zu greifen.“<br />
„Die erstaunten Gesichter hätte ich gerne gesehen, wenn du an Ostern mit einem Weihnachtsbaum im Hof erschienen wärest“, sagt mein Mann. „Aber erzähl weiter! Was hast du gemacht?“<br />
„Ich habe den Weihnachtsbaum endlich abdekoriert und in die Küche geschleift. So langsam aber sicher hat er auf dem Weg dorthin ziemlich alle Nadeln verloren. Das Gerippe habe ich dann in der Küche zersägt und alles im Ofen verbrannt.“<br />
„Ihr hättet ihn doch stehen lassen und einfach die Ostereier unter dem Baum verstecken können. Das wäre sicherlich ein schönes Foto geworden, das ich mir jetzt im Familienalbum hätte ansehen können“, mische ich mich nun ein. „Schade!“<br />
„Dann gäbe es auch endlich ein Datum für den Tag, an dem Weihnachten und Ostern zusammenfallen und Du hättest Geschichte geschrieben“, sagt Peter.<br />
„Das habe ich auch so“, freut sich meine Mutter, „Familiengeschichte! Astrid bringt sie noch zu Papier, damit sie nicht in Vergessenheit gerät und mein Enkel seinen zukünftigen Kindern erzählen kann, was seine Oma so alles angestellt hat.“<br />
„Was soll ich erzählen? Und was hat Oma angestellt?“, fragt unser Sohn, der gerade die Küche betritt.<br />
„Das kannst du gleich nachlesen“, sage ich, greife zu meinem Laptop und beginne zu schreiben:</p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>„Unsere persönliche Ostergeschichte“</strong></em></p>
<p>und in Gedanken füge ich hinzu:</p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>„Als Weihnachten und Ostern auf einen Tag fielen.“</strong></em></p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: left;">Vielleicht möchtet Ihr auch folgende Geschichten lesen:</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/sorbische-ostereier/">Osterhasenabenteuer</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/sorbische-ostereier/">Sorbische Ostereier</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/das-fliegende-ei/">Das fliegende Ei</a></p>
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