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	<title>Nachbar &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Das neue Jahr hat begonnen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Jan 2026 10:32:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Blatt]]></category>
		<category><![CDATA[glücklich]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbar]]></category>
		<category><![CDATA[Oma]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich frage mich: „Was ist heute hier los? Es sind so viele Menschen unterwegs und alle trampeln sie auf der Wiese mit gesenktem Kopf herum. Sind sie nicht ganz bei Sinnen oder ist das eine Versammlung aller trauriger Menschen? Eine von beiden Möglichkeiten muss es ja wohl sein, denn sonst würden sie nicht mit gesenktem Kopf umherlaufen. Ich tippe auf Traurigkeit.“ Ich habe gar nicht bemerkt, dass ich nicht leise gedacht, sondern vor mich her gemurmelt habe. Erst als mein Nachbar sich ebenfalls verwundert äußert, höre ich mich selbst sprechen. „Ich dachte zuerst, sie schauen wie gewöhnlich auf ihre Handys, aber seltsamerweise ist das nicht der Fall“, meint er . „Vielleicht hast du recht und sie sind traurig.“ „Ach Quatsch!“, mischt sich plötzlich die eitle Nachbarin von der gegenüberliegenden Seite ein. „Sie suchen mich!“ „Dich?“, rufen mein Nachbar und ich gleichzeitig fragend aus.  „Selbstverständlich!“, sagt sie voller Inbrunst. „Wen sollten sie sonst suchen? Euch ganz bestimmt nicht!“ „Kannst du mir mal verraten, woher du diese Selbstsicherheit nimmst?“ frage ich sie.  „Weil ich etwas Besonderes bin!“ &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich frage mich: „Was ist heute hier los? Es sind so viele Menschen unterwegs und alle trampeln sie auf der Wiese mit gesenktem Kopf herum. Sind sie nicht ganz bei Sinnen oder ist das eine Versammlung aller trauriger Menschen? Eine von beiden Möglichkeiten muss es ja wohl sein, denn sonst würden sie nicht mit gesenktem Kopf umherlaufen. Ich tippe auf Traurigkeit.“</p>
<p>Ich habe gar nicht bemerkt, dass ich nicht leise gedacht, sondern vor mich her gemurmelt habe. Erst als mein Nachbar sich ebenfalls verwundert äußert, höre ich mich selbst sprechen.</p>
<p>„Ich dachte zuerst, sie schauen wie gewöhnlich auf ihre Handys, aber seltsamerweise ist das nicht der Fall“, meint er . „Vielleicht hast du recht und sie sind traurig.“</p>
<p>„Ach Quatsch!“, mischt sich plötzlich die eitle Nachbarin von der gegenüberliegenden Seite ein. „Sie suchen mich!“</p>
<p>„Dich?“, rufen mein Nachbar und ich gleichzeitig fragend aus.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Selbstverständlich!“, sagt sie voller Inbrunst. „Wen sollten sie sonst suchen? Euch ganz bestimmt nicht!“</p>
<p>„Kannst du mir mal verraten, woher du diese Selbstsicherheit nimmst?“ frage ich sie.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Weil ich etwas Besonderes bin!“</p>
<p>„Aha!?“, äußere ich mich kurz und knapp.</p>
<p>„Und weil alle sich freuen, wenn sie so ein Exemplar wie mich finden!“</p>
<p>„Ja, ja..“, meint mein Nachbar. „Ich wusste schon immer, dass du besonders bist!“</p>
<p>Als sich die Nachbarin stolz ein bisschen hin und her bewegt, erklärt er weiter:</p>
<p>„…nämlich besonders eingebildet!“</p>
<p>Sichtbar beleidigt dreht sich die Nachbarin nun zur Seite und schweigt.</p>
<p>Aber auch ich und mein Nachbar sind jetzt ganz still, denn die Menschen kommen in unsere Richtung.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Hier sind ganz viele!“, ruft ein kleiner Junge aus und kommt an der Hand seiner Oma auf uns zu.</p>
<p>Er bleibt vor uns stehen und betrachtet uns liebevoll eine ganze Weile. In seinem Blick liegt eine Art Zärtlichkeit, die Wärme in diese kalte Jahreszeit bringt. Der eisige Wind kann mir plötzlich nichts mehr anhaben, denn der Junge beugt sich zu mir hinab und ich spüre, wie seine Hände schützend nach mir greifen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Das schenke ich dir, Oma!“, sagt der Junge und legt mich in die Hand der älteren Frau. „Das soll dir im neuen Jahr und immer Glück bringen!“</p>
<p>„Nur vierblättrige Kleeblätter wie ich eines bin, bringen Glück!“, vernehme ich die eitle Nachbarin, aber niemand außer mir hört sie.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Doch ich lausche der Stimme der Oma, die an ihren Enkel gerichtet ist:</p>
<p>„Alle glauben, dass nur vierblättrige Kleeblätter Glück bringen, aber ich glaube, dass auch dreiblättrige Kleeblätter, die mit Liebe und guten Wünschen verschenkt werden, diese wunderbare Macht besitzen. Man muss nur daran glauben. Und das tue ich und danke dir sehr dafür!“</p>
<p>Zärtlich streichelt sie über den Kopf ihres Enkelsohns, lächelt ihn an und dieser strahlt zurück.</p>
<p>„Jetzt habe ich gleich zwei Menschen glücklich gemacht“, denke ich. „Ich bin zwar nur ein dreiblättriges Kleeblatt, aber trotzdem ein Glücksbringer!“ Auch ich bin glücklich!!!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In diesem Sinne wünsche ich euch allen:</p>
<p>Viel Glück im Neuen Jahr</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span class="Apple-converted-space"> </span></p>
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		<title>Töpfe, die es in sich haben&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Feb 2023 16:41:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Firma]]></category>
		<category><![CDATA[gefährlich]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbar]]></category>
		<category><![CDATA[schimpfen]]></category>
		<category><![CDATA[Topf]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir haben uns Besuch eingeladen, der bei uns für eine Woche bleiben möchte. Also muss ein Plan gemacht werden, was man so an den verschiedenen Tagen an Gerichten auf den Tisch bringt. Außerdem müssen im Vorfeld die entsprechenden Zutaten besorgt werden und gegebenenfalls Vorbereitungen getroffen werden, damit man möglichst viel Zeit mit den Besuchern verbringen kann und nicht nur mit Kochen und Haushalt beschäftigt ist.&#160; Ich überlege also hin und her und habe mir schon ein paar Ideen aufgeschrieben. Unser Besuch reist am Abend an. „Von der langen Anreise werden sie sicherlich hungrig sein“, sage ich zu Peter. „Ich möchte aber nicht nur mit einem einfachen Abendbrot aufwarten, aber zu üppig sollte es auch nicht sein.“ „Mach doch eine leckere Suppe! Vielleicht eine Gulaschsuppe“, schlägt mir Peter vor. „Ach, die kann man an jeder Autobahnraststätte essen“, schmettere ich seinen Vorschlag nieder. „Ich habe eine andere Idee, wie wäre es mit einer Gyrossuppe?!“ „Genau, die machst du. Die schmeckt super lecker!“, willigt er in meinen Vorschlag ein. „Wenn dann unsere Gäste ankommen, kannst du ihnen die &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="entry-content">
<p><strong>Wir haben uns Besuch eingeladen, der bei uns für eine Woche bleiben möchte. Also muss ein Plan gemacht werden, was man so an den verschiedenen Tagen an Gerichten auf den Tisch bringt. Außerdem müssen im Vorfeld die entsprechenden Zutaten besorgt werden und gegebenenfalls Vorbereitungen getroffen werden, damit man möglichst viel Zeit mit den Besuchern verbringen kann und nicht nur mit Kochen und Haushalt beschäftigt ist.&nbsp;</strong></p>
<p><span class="dropcap">I</span>ch überlege also hin und her und habe mir schon ein paar Ideen aufgeschrieben. Unser Besuch reist am Abend an.<br />
„Von der langen Anreise werden sie sicherlich hungrig sein“, sage ich zu Peter. „Ich möchte aber nicht nur mit einem einfachen Abendbrot aufwarten, aber zu üppig sollte es auch nicht sein.“<br />
„Mach doch eine leckere Suppe! Vielleicht eine Gulaschsuppe“, schlägt mir Peter vor.<br />
„Ach, die kann man an jeder Autobahnraststätte essen“, schmettere ich seinen Vorschlag nieder. „Ich habe eine andere Idee, wie wäre es mit einer Gyrossuppe?!“<br />
„Genau, die machst du. Die schmeckt super lecker!“, willigt er in meinen Vorschlag ein. „Wenn dann unsere Gäste ankommen, kannst du ihnen die jeweiligen Zimmer zuweisen und ich mache in der Zwischenzeit die Suppe warm.“<br />
„Unterstehe dich!“, entfährt es mir.<br />
Plötzlich fangen wir beide an zu lachen, denn jeder von uns weiß, warum ich seine Hilfe diesbezüglich nicht annehmen möchte.<br />
„Ich pass auch auf!“, verspricht er mir.<br />
„So wie damals? Ich weiß schon wie das ausgeht!“<br />
Damals, das war in unserer Studienzeit, genauer gesagt in irgendwelchen Semesterferien. Peter war zu Hause bei seinen Eltern und bereitete sich auf seine Klausur vor. Ich war bei meinen Eltern und verfasste meine Semesterarbeiten.<br />
„Ich muss jetzt weg“, erklärte ihm damals seine Mutter nach dem Frühstück. „Wenn Papa am Mittag heim kommt, dann machst du vorher die Suppe warm, die ich gekocht habe und dann könnt ihr gemeinsam essen.“<br />
„Klar, mach ich. Ist ja kein Problem“, erklärte sich Peter gleich bereit.<br />
Als die Haustür zuklappte und seine Mutter ins Auto stieg, vertiefte er sich in seine Bücher und Mitschriften. Mit voller Konzentration löste er Prüfungsaufgaben aus vergangenen Semestern, die zur Prüfungsvorbereitung freigegeben waren. Irgendwann blickte er auf die Uhr und stellte fest, dass die Zeit schon gewaltig vorangeschritten war. Jetzt musste er sich aber sputen, denn sein Vater würde gleich in der Tür stehen und dann sollte die Suppe warm und dampfend auf dem Tisch stehen, denn die Mittagspause seines Vaters war ja begrenzt.<br />
Jetzt war also der Sternekoch Peter gefragt. Eilig rannte er mit einem Buch unter dem Arm und tausend komplizierten Gedanken im Kopf, die sich weniger auf die Suppe bezogen, sondern mehr auf ein bisher von ihm ungelöstes Problem hinsichtlich der Prüfungsaufgaben, nach oben in die Küche. Gedankenverloren stellte er den Kochtopf mit dem besagten Inhalt auf den Herd und drehte am Schalter, wohlgemerkt alles mit einer Hand, da sich in der anderen ja sein Buch befand. Weil die Suppe nicht mehr kochen sollte, wählte er mehr intuitiv als überlegend nicht gerade die höchste Stufe, aber trotzdem hoch genug, wie sich noch zeigen sollte.<br />
„Dies gewährt mir noch ein wenig Zeit, die ich sinnvoller nutzen kann, als tatenlos neben dem Herd zu stehen“, dachte Peter sich so. Außerdem meldete sich bei ihm gerade ein sehr dringendes Bedürfnis. Grübelnd über sein eigentliches Problem, dessen Lösung ihm immer noch unklar war, marschierte er ins Badezimmer. Die Minuten verstrichen. Langsam aber sicher näherte er sich der Lösung, doch die aufkommenden Glücksgefühle wurden jäh durch einen wütenden Schrei aus der Küche von einer Sekunde auf die andere niedergeschmettert:<br />
„Was ist das denn hier, zum Donnerwetter noch einmal!“<br />
Er erkannte die Stimme seines Vaters und diagnostizierte zielsicher, dass ein gewisser Unmut in dieser Stimme mitklang.<br />
Peter schlug sein Buch zu und eilte zum Ort des Geschehens.<br />
„Komm mal her, junger Mann!“, ereiferte sich sein Vater. „Soll das hier mein Mittagessen sein?“<br />
Betroffen, aber dennoch vorsichtig schaute er in den Topf. Verwundert musste er feststellen, dass von der Suppe nichts mehr zu sehen war und auf dem Grund nur noch verkohlte Nudeln erahnen ließen, was sich möglicherweise in diesem Behältnis befunden hatte.<br />
„Ich frage mich, wie man eine Nudelsuppe derart anbrennen lassen kann?“, donnerte sein Vater weiter. „Wahrscheinlich bist die sogar fähig einfaches Wasser anbrennen zu lassen!“<br />
„Ich war nur kurz auf der Toilette“, entschuldigte sich Peter.<br />
„Was, zum Teufel, ist bei dir kurz?“<br />
Peter blickte auf seine Uhr und musste feststellen, dass allerdings mehr Zeit vergangen war, als nur ein paar Minuten.<br />
Dieses Missgeschick brachte Peter zunächst einmal die Verärgerung seines Vaters ein, dann viele Lacher und später den Vorteil, dass ihm niemand mehr diesbezüglich irgendeine ähnliche Aufgabe übertrug und ich würde dies jetzt auch nicht tun.<br />
„Als hättest du noch nichts anbrennen lassen“, verteidigte er jetzt seine Ehre.<br />
„Das passiert wohl jedem einmal!“<br />
„Sag ich doch!“ Und nach einer vielsagenden Pause, fügt er noch hinzu: „Denk an Darmstadt!“<br />
Der Schreck fährt mir bei dieser Erinnerung direkt in die Glieder. Das hätte damals auch schief gehen können.<br />
Ich kann mich nicht mehr an das Gericht erinnern, das ich zu diesem Zeitpunkt zu kreieren gedachte. Auf alle Fälle musste ich zunächst Zwiebeln anschwitzen. Unter Tränen hatte ich eine große Menge von diesen geschnitten, etwas Fett in einen Topf gegeben und anschließend die Zwiebeln hinzugefügt.<br />
Wie jeder weiß, muss man als Hausfrau ein sogenanntes Multitasking-Talent besitzen. Dies bedeutet schlichtweg, dass man verschiedene Tätigkeiten gleichzeitig ausführt, um möglichst zeitoptimiert und effizient die Hausarbeit zu verrichten. Schließlich gibt es ja noch andere Dinge im Leben. Also habe ich mir damals die leeren Flaschen, die in meiner Küche herumstanden, geschnappt und bin auf den Balkon marschiert, um sie dort in der dafür vorgesehenen Kiste abzustellen. Ein Blick über das Balkongeländer ließ mich erkennen, dass unser damaliger Nachbar gerade im Begriff war die zu uns gerichtete Garagenwand zu streichen.<br />
„Einen schönen guten Tag!“, rief ich zu ihm rüber.<br />
„Ach hallo Frau Berg! …“<br />
Und schon waren wir mitten in einem angeregten Gespräch über dies und das. Es war ein wunderschöner sonniger Tag und so war es äußerst angenehm vom Balkon aus ein kleines Schwätzchen zu halten. Wir lachten und die Welt um uns herum schien in Ordnung bis er auf einmal meinte:<br />
„Seltsam, irgendwie riecht es hier so komisch, als wäre irgendwo ein Feuer!“<br />
„Ach du lieber Gott!“, entfuhr es mir und ich rannte schnurstracks in meine Küche zurück, denn mir schwante nichts Gutes.<br />
Als ich zur Tür hereinstürmte, sah ich auch schon die Bescherung: Aus meinem Topf züngelten die Flammen in die Höhe. Nach einem Hilfeschrei aus voller Kehle, schnappte ich mir geistesgegenwärtig einen Deckel, erstickte die Flammen und riss den Topf von der Herdplatte. Meine flambierten Zwiebel musste ich allerdings entsorgen und damit hatte mein Multitasking nicht zur Zeitersparnis beigetragen, sondern eigentlich nur zu einem zeitlichen und arbeitstechnischen Mehraufwand geführt.<br />
„Manchmal scheint die serielle Bearbeitung der Dinge doch einen gewissen Vorteil zu haben“, dachte ich verärgert.<br />
Obwohl genau genommen unser Nachbar und das Gespräch mit ihm zu einer sogenannte Reizüberflutung aus meiner Umwelt geführt hatten und beide Faktoren damit die Schuld am Scheitern meines Multitasking-Talents darstellten, bedankte ich mich herzlich bei ihm für dessen gute Nase.<br />
„Da ich bei einer Firma arbeite, die Arzneimittel und Chemikalien produziert, habe ich diesbezüglich eine geschulte Nase“, nahm dieser meinen Dank strahlend entgegen.<br />
Bekanntlich wird man ja aus Schaden klug und deshalb sind uns Beiden diese Missgeschicke auch nur einmal passiert. Bei Peter mag dies daran liegen, dass er ganz bereitwillig seiner Ehefrau, sprich meiner Wenigkeit, die Tätigkeiten, welche das Kochen und den Haushalt betreffen, überlässt. Somit erhöht sich allerdings für mich die Wahrscheinlichkeit, dass es zu solchen oder ähnlichen Situationen kommt erheblich. Obwohl sie bei mir nicht an der Tagesordnung sind, passiert auch mir hin und wieder ein Missgeschick, über das ich mich dann selbst am meisten ärgere. Unter anderem liegt es auch darin begründet, dass ich keine selbstreinigende Küche besitze. An ein Ereignis erinnere ich mich noch sehr lebhaft:<br />
Unser Sohn war vielleicht so zehn Jahre alt und spielte mit den Nachbarjungs draußen vor unserem Haus, während mein Mann ein kleines Schwätzchen mit dem Nachbarn unterhielt. Ich wollte Gulasch kochen und hantierte in der Küche herum. Gerade stellte ich den Schnellkochtopf auf den Herd, verschloss ihn sorgsam mit dem Deckel und wartete bis das Ventil hoch ging. In der Zwischenzeit bereitete ich die anderen Zutaten für das Mittagessen vor und vergaß vollkommen auf das Ventil zu achten. Plötzlich schoss das Ventil in die Höhe, mein Topf zischte furchterregend, gleichzeitig trat eine gewaltige Menge Dampf aus. Damit aber nicht genug, denn die Soße spritzte ebenfalls aus dem Ventil heraus. Ich schrie aus Leibeskräften, denn ganz geheuer ist mir dieser Dampfkochtopf noch nie gewesen:<br />
„Hilfe! Hilfe, mein Dampfkochtopf.“<br />
Ich riss geistesgegenwärtig den Topf von der Herdplatte und schob ihn an eine andere Stelle auf dem Herd. Das hatte zur Folge, dass Dampf und Soße sich letztendlich in alle Richtungen verteilten. Die Wandfliesen hinter dem Herd, meine Arbeitsplatte, der Fußboden vor dem Herd und selbst das eine Fenster und die Gardinen waren jetzt braun gesprenkelt. Ich fluchte lautstark und ärgerte mich über mich selbst, denn jetzt konnte ich die gesamte Küche und die Fenster putzen und schließlich auch noch die Gardinen waschen. Trotz meinen Schimpfkanonen, die ich in der Küche abfeuerte, bekam mein Mann draußen vor dem Haus nicht das Geringste mit. Allerdings schien der Nachbarjunge Bruchstücke von meinem Küchenunglück und meinen begleitenden Worten aufgeschnappt zu haben, denn er stellte sich vor Peter und meinte:</p>
<p>&#8222;Ich glaube ihrer Frau ist gerade der Dampfkochtopf explodiert!“</p>
<p>Tja, wir Köche, egal ob weiblich oder männlich leben nicht ganz ungefährlich.</p>
</div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/peinlich-peinlich/">Peinlich, peinlich…</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/familie-von-stein/">Familie von Stein</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/pirat-schorsch/">Pirat Schorsch</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Der Schalk</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2021 22:10:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Augen]]></category>
		<category><![CDATA[Drogerie]]></category>
		<category><![CDATA[Falten]]></category>
		<category><![CDATA[lachen]]></category>
		<category><![CDATA[Maske]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbar]]></category>
		<category><![CDATA[Schalk]]></category>
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					<description><![CDATA[Heinz und Ute sind mit dem Auto unterwegs. Sie haben den Wocheneinkauf erledigt. Alle Einkäufe sind bereits im Kofferraum verstaut und Heinz startet den Motor, als ihm noch etwas einfällt. „Ach!“, meint er und schlägt sich dabei gegen die Stirn. „Jetzt habe ich doch vergessen die Batterien für den Öffner unseres Garagentors zu besorgen. Oder hast du daran gedacht?“ „Nein, das stand nicht auf meinem Einkaufszettel“, erwidert Ute. „Ich habe auch keine Lust noch einmal reinzugehen. Ehrlich gesagt bin ich froh endlich ohne die Maske wieder frei atmen zu können.“ „Nachher ärgern wir uns, weil sich das Garagentor nicht mit dem Drücker automatisch öffnen lässt“, überlegt Heinz. „Ich geh noch mal schnell rein. In fünf Minuten bin ich zurück, warte einfach im Auto so lange.“ „Halt!“, ruft Ute ihm nach. „Du musst deinen Mund-Nasen-Schutz anziehen.“ Heinz dreht sich um und nimmt die Maske, die Ute ihm durch das Autofenster reicht. Im Supermarkt geht er zielstrebig zu dem Regal, in dem die unterschiedlichsten Batterien angeboten werden. Schnell wird er fündig und marschiert in Richtung Kasse. Da &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heinz und Ute sind mit dem Auto unterwegs. Sie haben den Wocheneinkauf erledigt. Alle Einkäufe sind bereits im Kofferraum verstaut und Heinz startet den Motor, als ihm noch etwas einfällt.</strong></p>
<p><span class="dropcap">„A</span>ch!“, meint er und schlägt sich dabei gegen die Stirn. „Jetzt habe ich doch vergessen die Batterien für den Öffner unseres Garagentors zu besorgen. Oder hast du daran gedacht?“<br />
„Nein, das stand nicht auf meinem Einkaufszettel“, erwidert Ute. „Ich habe auch keine Lust noch einmal reinzugehen. Ehrlich gesagt bin ich froh endlich ohne die Maske wieder frei atmen zu können.“<br />
„Nachher ärgern wir uns, weil sich das Garagentor nicht mit dem Drücker automatisch öffnen lässt“, überlegt Heinz. „Ich geh noch mal schnell rein. In fünf Minuten bin ich zurück, warte einfach im Auto so lange.“<br />
„Halt!“, ruft Ute ihm nach. „Du musst deinen Mund-Nasen-Schutz anziehen.“<br />
Heinz dreht sich um und nimmt die Maske, die Ute ihm durch das Autofenster reicht.<br />
Im Supermarkt geht er zielstrebig zu dem Regal, in dem die unterschiedlichsten Batterien angeboten werden. Schnell wird er fündig und marschiert in Richtung Kasse. Da sieht er sie. Sie steht bei den Drogerieartikeln und nimmt gerade ein Duschgel aus dem Regal. Sie hat ihn nicht gesehen, da sie Heinz mit dem Rücken zugewandt ist.<br />
„Das ist doch Birgit, unsere Nachbarin“, denkt er und marschiert auf sie zu. „Jetzt mache ich mir einen Spaß!“, regt sich der Schalk in ihm. „Ich werde sie mal ein bisschen erschrecken. Noch hat sie mich ja nicht gesehen. Mal sehen, wie sie reagiert. Eigentlich ist Birgit immer für ein Späßchen zu haben.“<br />
Heinz schleicht sich von hinten an die Frau heran.<br />
„Buhhh!“, ruft er aus.<br />
Die Frau dreht sich zu ihm um und schaut ihn mit großen Augen an. Mehr kann Heinz auch gar nicht erkennen, denn auch die Frau trägt eine Maske. So stehen sich die beiden Maskierten gegenüber und blicken sich schweigend in die Augen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Hinter der Stirn von Heinz arbeitet es auf Hochtouren. Gedanken und Fragen durchzucken seinen Kopf.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Ist das Brigit? Ja, das ist sie. Oder etwa nicht?“<br />
Plötzlich ist sich Heinz nicht mehr so sicher. Irgendwie sieht sie aus wie die Nachbarin. Die Größe stimmt, die Frisur ist die gleiche, die Haarfarbe ist ebenfalls braun mit Strähnen und der Kleidungsstil könnte auch passen. Oder sieht sie ihr nur ähnlich? Heinz ist total verunsichert. Die Frau spricht kein Wort. So stehen sie sich eine gefühlte Ewigkeit wort- und auch irgendwie ratlos gegenüber. Doch plötzlich sieht Heinz verdächtige Fältchen um die Augen der Frau.<br />
„Sie lächelt!“, denkt er und ist irgendwie erleichtert. Er lächelt zurück, soweit dies mit der Mund- und Nasenbedeckung möglich ist. Danach dreht sich sein Gegenüber wortlos um und wendet sich erneut den Produkten im Regal zu. Auch Heinz geht ohne ein Wort seines Weges.<br />
„Seltsam! Birgit ist doch sonst nicht so stumm“, überlegt er beim Verlassen des Supermarktes. &#8222;Sie lacht so gerne und auch laut.&#8220;<br />
„Ich glaube, dein Rätsel hat sich soeben von selbst gelöst“, meint seine Frau Ute, als sie daheim ankommen. Im gegenüberliegenden Garten steht Birgit, die Nachbarin und hackt die Erde rund um die sich langsam aus der Erde reckenden Krokusse. Ohne Maske winkt sie fröhlich lachend zu Ute und Heinz herüber.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/taenzchen-gefaellig/">Tänzchen gefällig?</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/der-geist-des-weines/">Der Geist des Weines</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/gedankenverloren/">Gedankenverloren</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Santa Claus</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/santa-claus/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/santa-claus/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Dec 2014 17:15:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weihnachten & Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Flugzeug]]></category>
		<category><![CDATA[Großvater]]></category>
		<category><![CDATA[Mützen]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbar]]></category>
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		<category><![CDATA[Santa Claus]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer]]></category>
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		<category><![CDATA[Thailand]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsfeiertag]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Winter]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir sind wieder zurück in Deutschland, genauer gesagt in Berlin Tegel. Die Türen des Flugzeuges öffnen sich und wir treten hinaus. Wurden wir vor fast drei Wochen in Thailand von Temperaturen von über 30 Grad empfangen, so herrscht hier das andere Extrem vor. Der Pilot hatte uns bereits vorgewarnt, dass hier die Temperaturen um den Nullpunkt liegen. Trotzdem sind wir nahezu geschockt.  Sind zwei Grad wirklich so extrem kalt?“, frage ich, erwarte aber eigentlich keine Antwort, denn ich spüre es sozusagen am eigenen Leib. „Gut, dass wir schon vor dem Ausstieg in unsere Winterjacken geschlüpft sind“, denke ich nur und sehe zu, dass ich schnellstmöglich in dem Bus Platz finde, der uns von unserer Vorfeldposition zum Flughafengebäude bringt. Am Gepäckband werfe ich einen Blick auf den Monitor, auf dem einige Tagesnachrichten im Überblick erscheinen und stelle mit Schrecken fest: Übermorgen ist ja schon der erste Advent. Ich habe das Gefühl als seien wir mit katapultartiger Geschwindigkeit vom Hochsommer in den Winter geschleudert worden. Klar, in Bangkok war auch schon alles weihnachtlich geschmückt und man konnte &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir sind wieder zurück in Deutschland, genauer gesagt in Berlin Tegel. Die Türen des Flugzeuges öffnen sich und wir treten hinaus. Wurden wir vor fast drei Wochen in Thailand von Temperaturen von über 30 Grad empfangen, so herrscht hier das andere Extrem vor. Der Pilot hatte uns bereits vorgewarnt, dass hier die Temperaturen um den Nullpunkt liegen. Trotzdem sind wir nahezu geschockt. </strong></p>
<p><span class="dropcap">S</span>ind zwei Grad wirklich so extrem kalt?“, frage ich, erwarte aber eigentlich keine Antwort, denn ich spüre es sozusagen am eigenen Leib.<br />
„Gut, dass wir schon vor dem Ausstieg in unsere Winterjacken geschlüpft sind“, denke ich nur und sehe zu, dass ich schnellstmöglich in dem Bus Platz finde, der uns von unserer Vorfeldposition zum Flughafengebäude bringt.<br />
Am Gepäckband werfe ich einen Blick auf den Monitor, auf dem einige Tagesnachrichten im Überblick erscheinen und stelle mit Schrecken fest:<br />
Übermorgen ist ja schon der erste Advent. Ich habe das Gefühl als seien wir mit katapultartiger Geschwindigkeit vom Hochsommer in den Winter geschleudert worden.<br />
Klar, in Bangkok war auch schon alles weihnachtlich geschmückt und man konnte aus dem ein oder anderen Lautsprecher Weihnachtslieder vernehmen, aber so richtig ins Bewusstsein gerückt, ist uns die Weihnachtszeit dort nicht. Wie sollte das auch bei solchen Temperaturen der Fall sein?<br />
„Ich bin sozusagen vom Spagettiträgerkleid in den Wintermantel geschlüpft. Das ist schon ein seltsames Gefühl“, kommentiere ich den Temperaturunterschied. „Aber trotzdem ist der Weihnachtsmarkt am Sonntag Pflicht für uns.“<br />
Wir schaffen es dann am Adventssonntag auch gerade einmal vom Auto bis zum ersten Stand, an dem Mützen, Handschuhe und Schals verkauft werden. Dort stellen wir uns sofort in der Schlange an und erstehen jeder eine schöne warme Wintermütze.<br />
„Das tut meinen Ohren richtig gut“, erklärt Peter und ein Mann neben uns meint zu seiner Frau: „Perfekt, jetzt ist mir wieder warm.“<br />
So ausgerüstet schaffen wir es auch tatsächlich über den Weihnachtsmarkt nicht gerade zu schlendern, aber zügigen Schrittes ihn von einem Ende zum anderen zu überqueren. Danach zieht es uns magisch in das nächste Café.<br />
„Ich brauche jetzt einen schönen warmen Kaffee!“, stellt Peter fest und spricht mir dabei fast aus der Seele. Nur fast, weil ich Teetrinker bin.<br />
Mein Mann setzt seine neuerstandene Mütze ab und ich muss grinsen, woraufhin er mich nach dem Grund fragt.<br />
„Deine kurzen Haare haben mich nur gerade an den Friseurbesuch in Bangkok erinnert. Da hast du mit dem roten Handtuch um den Kopf und deinem weißen Bart ausgesehen wie Santa Claus höchstpersönlich.“<br />
Jetzt ist das Grinsen auf sein Gesicht gewandert:<br />
„Das ist ja auch mein Großvater“, sagt er sehr überzeugend.<br />
„Ich denke, das war Albert Einstein, dessen Foto hast du doch als Kind immer in deiner Geldbörse gehabt und irgendwann hat dich ein Klassenkamerad mal gefragt, ob das dein Opa sei“, erinnere ich mich an eine frühere Erzählung von Peter.<br />
„Na klar“, erklärt mir Peter. „Man hat immer zwei Großväter. Der eine war also Albert Einstein und der andere eben Santa Claus.“<br />
„Sag mal, war in deinem Kaffee ein großer Schuss Alkohol drin?“, frage ich ihn.<br />
„Kannst du dich denn nicht mehr erinnern?“, fragt mich Peter zurück und als er mein ratloses Gesicht sieht, fügt er hinzu:<br />
„Denk mal an deinen Heimtrainer und den Nachbarn deiner Eltern!“<br />
„Spielst du auf diese Geschichte vor über dreißig Jahren an?“, frage ich ihn, weil ich mich dunkel an etwas Lustiges erinnern kann. Peter anscheinend auch, denn er beginnt schon zu erzählen:<br />
„Es war glaube ich am ersten Weihnachtsfeiertag und ich war mit meinem Auto, einem Käfer, unterwegs zu dir und deinen Eltern.“<br />
„Stimmt“, bestätige ich ihn. „Damals waren wir noch Studenten, noch nicht verheiratet und feierten den Heiligen Abend jeder bei den eigenen Eltern.“<br />
Am ersten Weihnachtsfeiertag waren wir bei meinen Eltern und den zweiten verbrachten wir bei Peters Eltern. So war alles gerecht aufgeteilt.<br />
„Ich hatte damals einen Heimtrainer für dich zu Weihnachten gekauft und wollte ihn dir in einer originellen Art und Weise schenken. Deshalb kam ich auf die Idee mit dem Santa Claus“, ruft Peter die Ereignisse wieder zurück in sein Gedächtnis.<br />
„Hast du nicht sogar einen Pappweihnachtsmann gebastelt?“, frage ich ihn und auch bei mir erscheinen wieder die Bilder von damals vor meinem geistigen Auge. „Er sah richtig gut aus und du hast ihn auf den Heimtrainer gesetzt.“<br />
„Ich habe mir auch große Mühe gegeben und ihn in einen Bademantel gehüllt und gut ausgestopft.“<br />
„Und einen langen weißen Bart hatte er auch!“, erinnere ich mich.<br />
„Auf dem Heimtrainer saß er aber erst bei euch zu Hause“, erklärt Peter mir. „Da ich nicht wusste, wie ich ihn die 15 Kilometer von meinem Elternhaus zu deinem Zuhause transportieren sollte, ohne dass er Blessuren erleidet, habe ich ihn kurzerhand auf den Beifahrersitz meines Käfers gesetzt.“<br />
Die Erinnerungen sind auch jetzt bei mir wieder vollständig vorhanden: Peter klingelte damals an unserer Haustür, begrüßte mich und meine Eltern, bat aber mich für einen Moment in mein Zimmer zu verschwinden, weil er eine Überraschung für mich hatte. So schleppte er alles heimlich ins Haus und baute den Heimtrainer mit dem Weihnachtsmann bei uns im Wohnzimmer auf. Sowohl meine Eltern als auch ich hatten viel Spaß bei dieser gelungenen Überraschung.<br />
Nach dem Kaffeetrinken mit Christstollen ( den Peter noch heute zur Weihnachtszeit immer und überall vorgesetzt bekommt, weil er ihn angeblich so gerne mag ) ging Peter noch einmal nach draußen, um seine Geschenke ins Auto zu packen und danach den Bürgersteig vom Schnee zu befreien.<br />
„Schöne Weihnachten“, wünschte er dem Nachbarn meiner Eltern, der ebenfalls gerade dabei war den Schnee vom Gehweg zu schieben.<br />
„Danke! Euch auch schöne Feiertage!“<br />
Ein Wort gab das andere und schon waren die beiden Männer in ein Gespräch vertieft. Der Nachbar,der sich bereits im Rentenalter befand und mit seiner Frau alleine im Haus gegenüber lebte, war immer dankbar für ein bisschen Abwechslung. Anscheinend hatte er heute schon am Fenster gesessen und in das winterliche Treiben hinausgeschaut, denn er machte plötzlich die Feststellung:<br />
„Ich habe vorhin deinen Opa im Auto sitzen gesehen. Das ist ja schön von dir, dass du ihn mitgebracht hast. Wahrscheinlich sitzt er jetzt drinnen am Kaffeetisch.“<br />
Peter war zunächst etwas erstaunt, doch dann wurde ihm klar, wen der Nachbar in seinem Auto hatte sitzen sehen.</p>
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