<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	
	xmlns:georss="http://www.georss.org/georss"
	xmlns:geo="http://www.w3.org/2003/01/geo/wgs84_pos#"
	>

<channel>
	<title>Lehrerin &#8211; life tells stories</title>
	<atom:link href="https://lifetellsstories.de/tag/lehrerin/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://lifetellsstories.de</link>
	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
	<lastBuildDate>Mon, 11 May 2020 22:13:36 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>
<site xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">123020734</site>	<item>
		<title>Das Haus am anderen Ende der Straße</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/das-haus-am-anderen-ende-der-strasse/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/das-haus-am-anderen-ende-der-strasse/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2020 18:30:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Haus]]></category>
		<category><![CDATA[Katze]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrerin]]></category>
		<category><![CDATA[Onkel]]></category>
		<category><![CDATA[seltsam]]></category>
		<category><![CDATA[Straße]]></category>
		<category><![CDATA[Tränen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://lifetellsstories.de/?p=6457</guid>

					<description><![CDATA[Nele ist neu in der Gegend. Sie ist mit ihren Eltern erst vor einer Woche in das große Haus am Ende der Straße gezogen. Vorher hatten sie in einem eigenen Haus in einer anderen Stadt gewohnt, aber nachdem der Vater seine Arbeitsstelle verloren hat, ist das Haus für Nele und ihre Eltern zu teuer geworden. Deshalb haben sie das Haus verkauft und sind in die Wohnung im obersten Stockwerk im Mühlenweg 10* gezogen. Außer ihnen wohnen noch zwei Familien in dem Haus. Im Erdgeschoss lebt Tina, die genauso alt ist wie Nele und ebenfalls in die 3. Klasse geht. „Hast du Lust mir ein bisschen die Gegend zu zeigen?“, fragt Nele ihre zukünftige Klassenkameradin. „Ich kenne mich ja noch nicht so richtig aus.“  „Na klar!“, willigt Tina sofort ein. „Ich hab heute sowieso nichts vor, es sind ja noch Ferien.“ Die beiden Mädchen scheinen sich von Anfang an zu mögen und so spazieren sie die lange Straße entlang bis sie zum anderen Ende kommen, dort, wo es nur noch einen Feldweg gibt, der in den &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nele ist neu in der Gegend. Sie ist mit ihren Eltern erst vor einer Woche in das große Haus am Ende der Straße gezogen. Vorher hatten sie in einem eigenen Haus in einer anderen Stadt gewohnt, aber nachdem der Vater seine Arbeitsstelle verloren hat, ist das Haus für Nele und ihre Eltern zu teuer geworden.</strong></p>
<p><span class="dropcap">D</span>eshalb haben sie das Haus verkauft und sind in die Wohnung im obersten Stockwerk im Mühlenweg 10* gezogen. Außer ihnen wohnen noch zwei Familien in dem Haus. Im Erdgeschoss lebt Tina, die genauso alt ist wie Nele und ebenfalls in die 3. Klasse geht.<br />
„Hast du Lust mir ein bisschen die Gegend zu zeigen?“, fragt Nele ihre zukünftige Klassenkameradin. „Ich kenne mich ja noch nicht so richtig aus.“<br />
<span class="Apple-converted-space"> </span>„Na klar!“, willigt Tina sofort ein. „Ich hab heute sowieso nichts vor, es sind ja noch Ferien.“<br />
Die beiden Mädchen scheinen sich von Anfang an zu mögen und so spazieren sie die lange Straße entlang bis sie zum anderen Ende kommen, dort, wo es nur noch einen Feldweg gibt, der in den Wald führt. Am Waldrand steht ein altes verfallenes Haus. Es sieht unbewohnt aus, aber Nele bemerkt, dass sich der Vorhang am rechten Fenster bewegt.<br />
„Wohnt dort noch jemand?“, fragt sie Tina ungläubig. „Es wirkt etwas unheimlich!“<br />
„Ach, da wohnt so eine alte merkwürdige Frau“, antwortet die neue Freundin. „Die läuft mit einer Katze auf der Schulter herum und sieht aus, wie die Hexe von Hänsel und Gretel.“<br />
„Hast du sie schon mal gesehen?“<br />
„Nö, die sieht niemand, aber sie sieht alles“, antwortet Tina.<br />
„Woher weißt du dann dass sie aussieht wie die Hexe aus dem Märchen?“, will Nele wissen und bei der Vorstellung schüttelt es sie ein bisschen.<br />
„Das hat mir mal jemand erzählt und der weiß es von einem Freund eines Bekannten, der es von einem Kumpel gehört hat, dessen Onkel bei der Zeitung arbeitet und der weiß es von einem Kollegen, der es auch von jemand erzählt bekommen hat. Keine Ahnung wer das war.“ Tina zuckt mit den Schultern und läuft weiter. „Auf jeden Fall muss man sich von dem Haus und der Alten fernhalten.“<br />
Am Abend als Nele schon im Bett liegt, kann sie nicht schlafen. Sie muss immerzu an das denken, was ihre neue Freundin von dem verfallenen Haus und der seltsamen Frau erzählt hat. Hexen gibt es nicht, das weiß sie, deshalb kann sie die ganze Geschichte nicht so richtig glauben. Vielleicht wohnt tatsächlich niemand mehr in diesem Haus und es war ein Luftzug, der den Vorhang in Bewegung versetzt hat.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Als die Eltern vor dem Zubettgehen nochmal einen Blick in Neles Zimmer werfen, ist das Mädchen immer noch wach.<br />
„Bist du aufgeregt, weil die Ferien bald zu Ende sind und du in eine neue Schule gehst?“, fragt die Mutter.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Nein, aber Tina hat mir von einer seltsamen Frau erzählt und an die muss ich dauernd denken.“<br />
So kommt es, dass Nele den Eltern alles berichtet und sie beschließen sich einmal gemeinsam das Haus von außen anzusehen.<br />
Am nächsten Tag geht die Familie spazieren und kommt auch bei dem verfallenen Haus vorbei.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Du hast Recht, es wirkt merkwürdig. Allerdings ist der Garten in Ordnung und überall blühen Blumen“, meint der Vater. „Irgendjemand scheint den Garten zu pflegen. Aber es steht auch kein Name am Briefkasten.“<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Wahrscheinlich wohnt tatsächlich niemand hier, aber wir können ja mal klingeln und uns vorstellen“, schlägt die Mutter vor.<br />
Nele nimmt all ihren Mut zusammen und drückt auf die Klingel, doch niemand reagiert.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Da!“, flüstert Nele und deutet auf das eine Fenster. Kaum merklich hat sich der Vorhang bewegt. Und dann plötzlich sieht Nele noch etwas anderes.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Da !“, sagt sie nun schon zum zweiten Mal und nun sehen auch die Eltern die Bewegung.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Hallo!“, ruft der Vater. „Ist da jemand?!“<br />
Im selben Moment öffnete sich die Tür, die anscheinend nur angelehnt war und eine schwarze Katze schleicht aus dem Haus in den Garten.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Nele hält vor Aufregung die Luft an.<br />
„Bestimmt kommt gleich die alte seltsame Frau heraus“, denkt sie. Aber niemand erscheint.<br />
„Wir versuchen es ein anderes Mal“, schlägt die Mutter vor und dann gehen alle drei nach Hause.<br />
In ihrem Zimmer malt Nele ein Bild von der schwarzen Katze, schreibt ganz klein unten in die Ecke ihren Namen und am nächsten Tag wirft sie dieses in den Briefkasten am Zaun des alten verfallenen Hauses.<br />
„Vielleicht holt es ja jemand heraus…“, überlegt sie sich.<br />
Doch die Tage vergehen und Nele hat das Bild, die Katze, das verfallene Haus und die seltsame Frau schon fast vergessen. Die Schule beginnt wieder und ihre Neugier auf die neuen Klassenkameraden ist plötzlich vorrangig.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Am Freitag der ersten Schulwoche bittet die Klassenlehrerin Nele nach Schulschluss vor dem Lehrerzimmer auf sie zu warten.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Habe ich was falsch gemacht?“, will das Mädchen wissen.<br />
„Nein, ich möchte dir jemand vorstellen“, erwidert die Klassenlehrerin lächelnd, nimmt Nele an der Hand und führt sie zu einer Frau, die im Gang steht.<br />
„Das ist meine Freundin Marianne und das ist Nele, die das Bild von Mimi, der schwarzen Katze gemalt hat“, stellt sie die Beiden gegenseitig vor.<br />
„Ich möchte dir danken!“, sagt die Frau. „Meine Mutter, die im Altersheim lebt, hat sich sehr über dein Bild gefreut. Sie liebt die Katze Mimi sehr.“<br />
Nele bekommt ganz große Augen und ihre Wangen laufen vor Stolz und Aufregung rot an.<br />
„Früher hat meine Mutter mit ihrer schwarzen Katze in dem alten Haus gewohnt, aber jetzt ist sie schon viele Jahre im Altenheim. Ich pflege den Garten und füttere die Katze, aber das Haus wieder instandzusetzen, kann ich mir nicht leisten.“<br />
Die Frau namens Marianne holt tief Luft, bevor sie weiter erzählt:<br />
„Du musst wissen, dass die Katze sehr anhänglich war und immer bei meiner Mutter auf der Schulter saß und dann erfinden die Menschen seltsame Geschichten. Meine Mutter ist aber eine sehr liebe, herzensgute und freundliche Frau. Heute ist sie schon etwas vergesslich und an manchen Tagen erkennt sie mich nicht mehr, aber an ihre Katze Mimi kann sie sich immer noch erinnern. Als sie dein Bild sah, standen ihr Freudentränen in den Augen.“</p>
<p><span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/im-schatten-der-krone/">Im Schatten der Krone</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-meerjungfraeulein/">Das Meerjungfräulein</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/karl-fridolin-von-tap/">Karl Fridolin von Tap</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>*frei erfunden</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://lifetellsstories.de/das-haus-am-anderen-ende-der-strasse/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>12</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">6457</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Erinnerungen an die Schulzeit</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/erinnerungen-an-die-schulzeit/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/erinnerungen-an-die-schulzeit/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Apr 2016 09:48:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Diktat]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[Fräulein]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Hausaufgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Heft]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzschuljahr]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrer]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrerin]]></category>
		<category><![CDATA[Schulzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sommerferien]]></category>
		<category><![CDATA[Spruch]]></category>
		<category><![CDATA[Tafel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://lifetellsstories.de/?p=3048</guid>

					<description><![CDATA[An meine Schulzeit denke ich gerne zurück. Ich wurde am 1. Dezember 1966 eingeschult. Heute würde man denken, dass dies ein seltsamer Einschulungstermin ist. Dieses Datum ergab sich durch eine Umstellung, denn zuvor wurde immer zu Ostern eingeschult, außer in Bayern. Jetzt jedoch wollte man in ganz Deutschland, genauso wie in den europäischen Nachbarländern, den Schulanfang auf den Sommer verlegen. Deshalb führte man 1966 zwei Kurzschuljahre durch (erstmalig vom 01. 04. bis zum 30. 11. 1966). Ich machte also das zweite Kurzschuljahr noch mit, das am 1.12.1966 anfing und mit den Sommerferien am 31. Juli des Folgejahres endete. Ich kann mich noch genau an den Klassenraum der ersten Klasse erinnern. Er befand sich in einem sehr alten Gebäude, das auch heute noch steht. Man nennt es heute &#8222;Das Gelbe Haus&#8220; und in seinem Inneren befindet sich die Stadtbibliothek und die Touristeninformation. Man musste zunächst einige wenige Treppenstufen hochgehen und im Erdgeschoss befand sich dann auch gleich unser Klassenzimmer. Wenn man es betrat, so stand rechts ein Ölofen. Auf diesem wärmten wir immer leicht unsere Schulmilch, beziehungsweise &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>An meine Schulzeit denke ich gerne zurück. Ich wurde am 1. Dezember 1966 eingeschult. Heute würde man denken, dass dies ein seltsamer Einschulungstermin ist. Dieses Datum ergab sich durch eine Umstellung, denn zuvor wurde immer zu Ostern eingeschult, außer in Bayern. Jetzt jedoch wollte man in ganz Deutschland, genauso wie in den europäischen Nachbarländern, den Schulanfang auf den Sommer verlegen. Deshalb führte man 1966 zwei Kurzschuljahre durch (erstmalig vom 01. 04. bis zum 30. 11. 1966). Ich machte also das zweite Kurzschuljahr noch mit, das am 1.12.1966 anfing und mit den Sommerferien am 31. Juli des Folgejahres endete.</strong></p>
<p><span class="dropcap">I</span>ch kann mich noch genau an den Klassenraum der ersten Klasse erinnern. Er befand sich in einem sehr alten Gebäude, das auch heute noch steht. Man nennt es heute &#8222;Das Gelbe Haus&#8220; und in seinem Inneren befindet sich die Stadtbibliothek und die Touristeninformation.</p>
<p>Man musste zunächst einige wenige Treppenstufen hochgehen und im Erdgeschoss befand sich dann auch gleich unser Klassenzimmer. Wenn man es betrat, so stand rechts ein Ölofen. Auf diesem wärmten wir immer leicht unsere Schulmilch, beziehungsweise den Kakao an, den wir jeden Morgen aus der städtischen Molkerei geliefert bekamen.<br />
Ich ging gerne zur Schule und saß laut meines ersten Klassenlehrers mit hochroten Wangen und hochmotiviert im Unterricht. Ein Streber war ich nicht, aber ich kann sagen, dass ich die gesamte Schulzeit über eine gute Schülerin war. Bereits schon in der ersten Klasse stand mein Berufsziel fest. Ich wollte und bin Grundschullehrerin geworden. Bestimmt hing dies mit der Bewunderung für unseren ersten Lehrer zusammen, den wir wohl ausnahmslos alle verehrt haben.<br />
Wir schrieben in der ersten Klasse noch mit einem Griffel auf kleine Schiefertafeln. Erst in der zweiten Klasse lernten wir das Schreiben mit dem Füller in kleine DIN A5-Hefte.<br />
Unseren Klassenlehrer behielten wir die ersten beiden Grundschuljahre. Der Abschied von ihm fiel uns allen sehr schwer, obwohl wir mächtig stolz waren in die dritte Klasse zu kommen. Jetzt waren wir nicht mehr die Kleinen, sondern schon erfahrene Grundschüler.<br />
Schon vor den Sommerferien wussten wir, wer unsere Klasse durch die nächsten beiden Grundschuljahre führen sollte. Dieses Mal handelte es sich um eine Lehrerin.<br />
„Die ist ziemlich streng!“, so erzählten uns die älteren Schüler auf dem Schulhof.<br />
„Ohje!“, dachten wir und zu unserer Neugierde mischte sich auch noch ein etwas mulmiges Gefühl.<br />
Aber erst einmal waren die Sommerferien angesagt. Ich kann mich nur an sonnige Sommerferien erinnern. Scheinbar hatten wir niemals schlechtes Wetter. Regen hat es in meinen Sommerferien nie gegeben. Zumindest gibt es den in meinen Erinnerungen nicht und die blenden einfach verregnete Sommerferientage aus. Selbst wenn es mal geregnet hat, dann haben wir uns Kinder mit Sicherheit nicht so darüber geärgert, wie wir dies als Erwachsene heutzutage manchmal tun. Wir haben den Tag genommen wie er kam und haben einfach unbedarft und fröhlich gelebt und das war auch gut so.<br />
Nach den Sommerferien waren wir dann naturgemäß auch ziemlich aufgeregt. Als erstes wurde geklärt, ob meine Freundin und ich auch wieder nebeneinander sitzen würden. So drückten wir dann auch tatsächlich im neuen Klassenraum wieder die gemeinsame Schulbank.</p>
<p>Unsere Klassenlehrerin war aus unserer damaligen Sicht schon etwas älter. Wenn ich heute grob nachrechne, müsste sie so Ende Dreißig bis Anfang Vierzig gewesen sein. Naja, so alt dann wohl doch nicht. Sie hatte dunkelblondes etwas gewelltes, kinnlanges Haar und trug eine Brille. Sie war streng, aber auch sie liebten wir. Trotz ihres „fortgeschrittenen Alters“ war sie ledig und wurde daher auch als Fräulein angesprochen.</p>
<p>Fräulein U. kannte ihre Pappenheimer genau. Erklärte ihr O. beispielsweise, dass er sein Hausaufgabenheft zu Hause vergessen habe, so marschierte sie sogleich forschen Schrittes zu seiner Schulbank. Sie schnappte sich seinen Ranzen und leerte ihn unter unseren wachsamen Augen auf seinem Tisch aus. Zielsicher griff sie dann nach dem betreffenden Heft, das selbstredend nicht die geforderte Hausaufgabe enthielt. Manchmal entlarvte sie unter den Jungs auch einen Lügner, der vorgab seine Hausaufgaben selbst erledigt zu haben, erkannte aber die Handschrift des Vaters des betreffenden Schülers. Dann konnte das Heft schon mal um die Ohren des betreffenden Burschen flattern und der Vater erhielt eine schriftliche Einladung.<br />
Naja, vielleicht war sie dann doch nicht ausnahmslos bei allen Schülern so beliebt.<br />
Ich kann mich an einen Tag während dieser zwei Schuljahre noch genau erinnern. Nein, nicht an den gesamten Tag, aber an eine bestimmte Unterrichtsstunde. Am Ende der jeweiligen Unterrichtsstunde mussten wir immer so lange sitzen bleiben, bis uns die Lehrerin die Hausaufgaben zum Eintragen in das Hausaufgabenheft diktiert hatte. Erst nach diesem Eintrag durften wir in die Pause entschwinden. An diesem Tag jedoch meinte sie lächelnd:<br />
„Heute bekommt ihr mal keine Hausaufgaben!“<br />
„Toll!“, rief ich aus, klatschte freudig in die Hände und meiner Freundin und Banknachbarin sagte ich strahlend: „Dann kommst du heute Nachmittag aber zum Spielen zu mir nach Hause. Ach, ist das ein schöner Tag!!!“<br />
„Astrid“, meinte unser Fräulein U., das alles laut und deutlich vernommen hatte.<br />
„Denk immer daran, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!“<br />
Wahrscheinlich dachte ich nur: „Schöner Spruch! Hauptsache wir können heute den ganzen Nachmittag spielen!“<br />
Vielleicht dachte ich mir auch nichts dabei und wir gingen einfach nur in die Pause, um Gummitwist zu spielen. Dieses Hüpfspiel war nämlich unter uns Mädchen total in, wie man es heute ausdrücken würde.<br />
Die Schulglocke rief uns am Ende der Pause wieder von draußen nach drinnen in den Klassenraum. Wir saßen schon artig auf unseren Plätzen als Fräulein U. mit einem Stapel Hefte durch die Reihen ging. Sie teilte jedem das entsprechende Heft aus. Und jetzt verstand ich auch plötzlich was sie mit ihrem Ausspruch gemeint hatte. Vor uns lagen nämlich unsere Dikatathefte, die wir aufschlagen sollten. Danach folgte ein unangekündigtes und unvorbereitetes Diktat. Das war es also, was sie mir und meinen Klassenkameraden verschlüsselt durch die Redewendung mitgeteilt hatte. Wir alle sollten nämlich lernen, dass noch nicht aller Tage Abend war und noch viel passieren konnte.<br />
Ich kann mich nicht mehr an den Text des Diktates erinnern, auch nicht, welche Note ich erhielt. Den Ausspruch „Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben“ habe ich jedoch über all die Jahrzehnte hinweg nie vergessen. Immer wenn etwas besonders schön ist, fällt er mir wieder ein und Fräulein U. steht in Gedanken vor mir.</p>
<p>Schön war es trotzdem, auch dass es an diesem Tag keine Hausaufgaben gab!!!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch noch das lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/kindheitserinnerungen/">Kindheitserinnerungen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-sofa-der-kueche/">Das Sofa in der Küche</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-bin-ich-und-noch-viel-mehr/">Das bin ich&#8230;und noch viel mehr</a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://lifetellsstories.de/erinnerungen-an-die-schulzeit/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>20</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">3048</post-id>	</item>
	</channel>
</rss>
