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	<title>Kürbis &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Herr und Frau Kürbis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2015 22:08:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Gespräch]]></category>
		<category><![CDATA[Kürbis]]></category>
		<category><![CDATA[Spaß]]></category>
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		<category><![CDATA[Teekessel]]></category>
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					<description><![CDATA[Neulich traf ich Herrn und Frau Kürbis. Sie hatten sich gerade an einer Tankstelle ein ruhiges Plätzchen für ihre Rast gesucht. Sie packten ihren Proviant aus und ließen es sich schmecken. Dabei kamen sie ins Gespräch. Ich wurde Ohrenzeuge dieses Gesprächs und muss sagen, manchmal verstand ich nur Bahnhof. Irgendetwas schien bei diesem Gespräch schief zu laufen. Irgendwie haben die Zwei sich nicht richtig zugehört, folglich auch nicht richtig verstanden und ständig aneinander vorbei geredet, so vermutete ich jedenfalls.  Es dauerte eine Weile, aber dann verstand ich, was hier passierte. Ich musste an das Teekesselspiel denken, das wir als Kinder gerne gespielt haben. Durch die Doppeldeutigkeit mancher Wörter entstand ein heilloses Durcheinander und das Gespräch entgleiste derartig, so dass niemand mehr zu kapieren schien, worum es eigentlich ging. Oder sollte hier etwa eine absichtliche Irreführung vorliegen? Die Beiden haben gerade jeder ein leckeres Wurstbrot verspeist, da greift sich Frau Kürbis an das Dekolleté. Sie steht auf und sucht den Boden rund um den Tisch mit ihren Augen ab. „Ohje“, sagt sie. „Der Anhänger ist weg!“ &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neulich traf ich Herrn und Frau Kürbis. Sie hatten sich gerade an einer Tankstelle ein ruhiges Plätzchen für ihre Rast gesucht. Sie packten ihren Proviant aus und ließen es sich schmecken. Dabei kamen sie ins Gespräch. Ich wurde Ohrenzeuge dieses Gesprächs und muss sagen, manchmal verstand ich nur Bahnhof. Irgendetwas schien bei diesem Gespräch schief zu laufen. Irgendwie haben die Zwei sich nicht richtig zugehört, folglich auch nicht richtig verstanden und ständig aneinander vorbei geredet, so vermutete ich jedenfalls. </strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>s dauerte eine Weile, aber dann verstand ich, was hier passierte. Ich musste an das Teekesselspiel denken, das wir als Kinder gerne gespielt haben. Durch die Doppeldeutigkeit mancher Wörter entstand ein heilloses Durcheinander und das Gespräch entgleiste derartig, so dass niemand mehr zu kapieren schien, worum es eigentlich ging. Oder sollte hier etwa eine absichtliche Irreführung vorliegen?</p>
<p>Die Beiden haben gerade jeder ein leckeres Wurstbrot verspeist, da greift sich Frau Kürbis an das Dekolleté. Sie steht auf und sucht den Boden rund um den Tisch mit ihren Augen ab.<br />
„Ohje“, sagt sie. „Der <strong>Anhänger</strong> ist weg!“<br />
Inzwischen ist sie völlig aufgelöst und bittet ihren Mann um Hilfe.<br />
„Such doch mal mit, bitte!“<br />
Herr Kürbis blickt von seiner Zeitschrift auf und weiß anscheinend überhaupt nicht, was seine Frau von ihm will.<br />
„Hast du deine Brille nicht auf?“, fragt Herr Kürbis. „Dort drüben steht er doch. Genau da, wo wir ihn vorhin hingestellt haben. Da brauch ich gar nicht erst zu suchen.“<br />
Frau Kürbis versucht ihrem Gatten zu erklären, was sie meint:<br />
„Ach Klaus, mein <strong>Kreuz</strong>!“, stößt sie mit tränenerstickter Stimme hervor.<br />
„Hast du Rückenschmerzen?“, bedauert er sie, steht auf und streicht ihr sanft und mitfühlend über den Rücken.<br />
„Nein, nein, ich meine doch meinen goldenen Kettenanhänger, du weißt doch den vom Bruder Pedro.“<br />
Herr Kürbis hat nur mit halben Ohr zugehört, da er die Plakette am Nummernschild des Anhängers inspiziert hat und ihm vermutlich plötzlich aufgefallen zu sein scheint, dass er noch in diesem Monat mit dem Wohnanhänger zum TÜV muss. Daher wirkt er jetzt etwas verwirrt:<br />
„Welcher Bruder, du hast doch nur eine Schwester, die mit dem alten <strong>Bulle</strong>n.“<br />
„Aber Klaus, was redest du da?!“ Frau Kürbis ist sichtlich erschrocken. &#8222;Sind das etwa schon Alterserscheinungen bei dir? Meine Schwester hat doch keinen Bauernhof und daher auch kein altes <strong>Rindvieh</strong>“, korrigiert sie ihn.<br />
„Das verstehe ich jetzt aber nicht.“ Die Verwunderung ist nun offensichtlich auf Seiten von Herrn Kürbis.<br />
„Klar hat sie keinen Bauernhof, aber ihr Mann ist doch ein Bulle mit dem ich mich über die <strong>Blüten</strong> unterhalten habe, die er bei dieser <strong>Iris</strong> gefunden hat.“<br />
„Klaus du wirst immer wunderlicher. Meine Schwester hat zwar einen Polizisten als Mann und viele blühende Blumen im Garten, aber keine einzige Iris. Das solltest du eigentlich wissen, zumal wir meiner Schwester immer bei der Gartenarbeit helfen. Vielleicht meinst du das <strong>Veilchen</strong> von ihrem Mann.“<br />
„Echt? Sie hat ein Veilchen von ihm? Jetzt hat sie nicht nur einen Bullen, sondern auch noch einen <strong>Boxer</strong>“, grinst Herr Kürbis voller Schadenfreude, dem inzwischen das Gespräch Spaß zu machen scheint.<br />
Frau Kürbis hat in diesem seltsamen Gespräch jetzt vollkommen den Faden verloren.<br />
„Sie hat keinen Boxer, nur seit Kurzem einen <strong>Kater</strong>! Hab ich dir das noch nicht erzählt?“<br />
Frau Kürbis ist sich anscheinend im Moment selbst nicht ganz sicher, ob sie ihrem Gatten von dieser neuen Errungenschaft ihrer Schwester schon berichtet hat. Aber dieser zieht wohl seine eigenen Schlüsse aus dem Bericht seiner Frau.<br />
„Na, wenn sie einen Kater hat, dann hat sie sicher vorher einen ganz schönen <strong>Brand</strong> gehabt und jetzt brummt ihre <strong>Birne</strong> und sie ist <strong>blau</strong>“, schlussfolgert Herr Kürbis.<br />
Vollkommen irritiert blickt Frau Kürbis auf den Vogel, der sich gerade neben ihrer Bank niedergelassen hat und fragt ihren Gatten kopfschüttelnd.<br />
„Wer ist blau? Die <strong>Taube</strong>?“<br />
„Taub ist sie auch noch? Und das bei ihren <strong>Schweineohren</strong>“, schüttelt Herr Kürbis verwundert und lachend den Kopf.<br />
„Du meinst ihren legendären <strong>Bienenstich</strong>!“, berichtigt Frau Kürbis ihren Mann, der sogleich ein unsagbares Verlangen nach diesem köstlichen Kuchen zu verspüren scheint und ihr vorschlägt:<br />
„Lass uns weiterfahren und in einem gemütlichen Café einkehren!“<br />
„Ach, nein, mir ist der Appetit vergangen und ich habe keinen <strong>Bock</strong> mehr“, erklärt Frau Kürbis sichtlich erschöpft von diesem Gespräch.<br />
„Ich verstehe dich nicht, meine Liebe, vorhin hast du ein Kreuz vermisst und jetzt sagst du es sei ein Bock“, wundert sich Herr Kürbis kopfschüttelnd.<br />
„Ach Klaus, du hast mir mal wieder überhaupt nicht zugehört!“, entrüstet sich Frau Kürbis verärgert.<br />
„Doch, doch meine Liebe und schau mal: Dort auf dem Tisch liegt dein Kreuzanhänger.“<br />
Er streicht ihr zärtlich über die Hand und erklärt ihr lächelnd: „Sei mir nicht böse, es war alles nur Spaß. Mir saß einfach der Schalk im Nacken und das Spiel mit den Wörtern ist einfach zu schön.“</p>
<p>&nbsp;</p>
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