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	<title>knuddeln &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Der Knuddelhund erzählt…</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Oct 2016 22:04:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Herrchen]]></category>
		<category><![CDATA[Hund]]></category>
		<category><![CDATA[knuddeln]]></category>
		<category><![CDATA[Sparschwein]]></category>
		<category><![CDATA[Stofftier]]></category>
		<category><![CDATA[Weltspartag]]></category>
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					<description><![CDATA[Hallo! Ich bin der ehemalige Knuddelhund meines Herrchens. Naja, heute nicht mehr, da knuddelt er lieber seine Freundin, aber als mein Herrchen noch ein kleines Kind war, da stand ich hoch im Kurs bei ihm. Wie ich zu ihm kam und alles andere rund um meine Persönlichkeit das will ich Euch nun erzählen. Also stellt Euch einfach mal vor, wir sind im Jahre 1995: Ich bin ein kleines blaues Hündchen mit langen Schlappohren und einem süßen weißen Schnäuzchen. Eines meiner Schlappohren ist rosa und das andere blau. Ich habe weder einen Namen, noch ein Herrchen oder ein Frauchen. Es ist Montag, der 30. Oktober 1995 und bekanntlich ist an diesem Tag Weltspartag. So hat man mich zu einer der vielen Sparkassen gebracht. Genauer gesagt, ich liege unter einem Sparkassentresen in Darmstadt und harre mit anderen Stofftieren auf das, was auf uns zukommen wird. Unser aller Zukunft ist ungewiss. Werden wir denn ein gutes Herrchen oder Frauchen finden oder werden wir zwar mitgenommen, aber dann einfach in einer Ecke des Kinderzimmers verschwinden? Niemand kann es uns sagen. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hallo! Ich bin der ehemalige Knuddelhund meines Herrchens. Naja, heute nicht mehr, da knuddelt er lieber seine Freundin, aber als mein Herrchen noch ein kleines Kind war, da stand ich hoch im Kurs bei ihm. Wie ich zu ihm kam und alles andere rund um meine Persönlichkeit das will ich Euch nun erzählen. Also stellt Euch einfach mal vor, wir sind im Jahre 1995:</strong><br />
<span class="dropcap">I</span>ch bin ein kleines blaues Hündchen mit langen Schlappohren und einem süßen weißen Schnäuzchen. Eines meiner Schlappohren ist rosa und das andere blau. Ich habe weder einen Namen, noch ein Herrchen oder ein Frauchen. Es ist Montag, der 30. Oktober 1995 und bekanntlich ist an diesem Tag Weltspartag. So hat man mich zu einer der vielen Sparkassen gebracht. Genauer gesagt, ich liege unter einem Sparkassentresen in Darmstadt und harre mit anderen Stofftieren auf das, was auf uns zukommen wird. Unser aller Zukunft ist ungewiss. Werden wir denn ein gutes Herrchen oder Frauchen finden oder werden wir zwar mitgenommen, aber dann einfach in einer Ecke des Kinderzimmers verschwinden? Niemand kann es uns sagen. Also ergeben wir uns brav unserem Schicksal.<br />
Immer wieder geht die Eingangstür auf und ich höre Kinderstimmen und das Klappern von Münzen, die aus den verschiedenen Sparschweinen und Spardosen kullern. Hin und wieder greift eine Hand unter die Theke auf die Ablage, wo ich mit den anderen Schicksalsgefährten liege. Ich bin inzwischen von dem Geklimpere und dem Gemurmel schon ein wenig eingeschlafen und schlummere so vor mich hin. Plötzlich dringt eine Jungenstimme an mein Ohr und lässt mich die Augen und Ohren aufsperren. Die Stimme klingt symphatisch und so lausche ich:</p>
<p>&#8222;Guten Tag!&#8220;<br />
„Hallo T.! Na hast du uns auch dein Sparschwein mitgebracht?“<br />
„Ja, das ist ganz schön schwer“, sagt der Junge.<br />
„Da wollen wir doch mal sehen, was drin ist“, meint die Bankangestellte und schon höre ich die Münzen klimpern.<br />
Es vergeht eine kleine Ewigkeit, bis alles Kleingeld aus dem Schweinchen gezählt ist, doch dann sagt die Frau von der Sparkasse:<br />
„Weil du so schön fleißig gespart hast, wollen wir dich auch dafür belohnen.“<br />
Die Hand kommt wieder zu uns unter die Theke und greift sich ein Stofftier, das neben mir liegt. Jetzt rufe ich ganz laut, denn die Stimme des Jungen hat mir gefallen und ich möchte mit ihm nach Hause gehen.<br />
„Hallo, hallo!!! Ich bin auch noch da. Ich will zu dem Jungen!“<br />
Anscheinend hat mich die Bankangestellte gehört, denn die Hand greift nun auch nach mir und befördert mich ebenfalls nach oben auf die Theke. Jetzt sehe ich den Jungen, der neben einer anderen Frau steht, die anscheinend seine Mutter ist.<br />
„Schau mal hier darfst du dir etwas aussuchen!“, fordert die Bankangestellte den Jungen auf.<br />
Der Junge schaut schüchtern zu seiner Mutter, doch die ermuntert ihn:<br />
„Nimm einfach das, was dir am besten gefällt!“<br />
Ich belle in den freundlichsten Tönen, damit er mich hört und mich auserwählt. Allerdings fängt jetzt auch das andere Stofftier an sich bemerkbar zu machen. Also versuche ich es mit Bitten und Betteln.<br />
„Bitte, bitte, nimm mich doch mit! Du gefällst mir und ich werde dir immer ein treuer Freund sein! Bitte, bitte!“<br />
Ich glaube er hat mich gehört, denn er sagt zu seiner Mutter:<br />
„Das blaue Hündchen gefällt mir am besten. Darf ich es haben?“<br />
Anscheinend haben die Bankangestellte und die Mutter genickt, denn schon umfasst mich die Kinderhand und hebt mich hoch.<br />
„Danke!“, sagt der Junge und drückt mich an sich.<br />
„So, nun habe ich also ein Herrchen“, denke ich mir und schmiege mich an ihn.<br />
„Das Hündchen ist ganz weich“, strahlt der Junge und nimmt mich am Abend auch gleich mit in sein Bettchen.<br />
Mein neues Zuhause ist perfekt. Ich fühle mich hier pudelwohl. Nur Namen habe ich immer noch keinen, aber da will mir der Zufall zu Hilfe kommen.<br />
Schon bald nimmt mich der Junge mit auf eine lange Reise. Seine Mutter wird nämlich Patentante eines französischen Jungen. Also geht es in Richtung Paris zur Taufe. Dort angekommen, empfängt uns nicht nur die französische Familie, sondern auch ein kleiner Hund. Und der ist echt! Er bellt uns erst einmal an. Mein Herrchen findet ihn aber total süß und ich werde schon ein bisschen eifersüchtig. Außerdem kann ich kein Wort verstehen, denn sie sprechen alle nicht meine Sprache. Aber auch mein Herrchen versteht nichts. Der Vater des Patenkindes kommt zu meinem Herrchen und zu mir. Er deutet auf den echten Hund und meint: „Jona!“<br />
Danach deutet er auf mich und fragt: „Quel est son nom?“<br />
„Er möchte wissen, wie dein Hundchen heißt“, erklärt die Mutter meinem Herrchen.<br />
Jetzt bin ich aber gespannt, denn ich weiß meinen Namen ja auch noch nicht. Mein Herrchen zuckt erst mit den Schultern, doch dann beginnt er zu strahlen und meint: „Jonas!“<br />
Von diesem Moment an heiße ich also Jonas. Gut, der Name gefällt mir und ich bin glücklich endlich nicht mehr ein namenloses Etwas zu sein. Ich habe es wirklich gut getroffen. Mein Herrchen liebt mich abgöttisch und knuddelt mich ganz viel. Das hat natürlich Folgen, wie sich jeder vorstellen kann. Eines Tages meint die Mutter meines Herrchens nämlich:<br />
„Dein Jonas sieht gar nicht gesund aus. Er ist so dünn geworden. Ich glaube wir müssen ihn operieren.“<br />
Sofort rennt mein Herrchen davon und holt seinen Arztkoffer. Nun werde ich erst einmal mit dem Stethoskop abgehört und dann gibt mir mein Herrchen eine Spritze in meinen Allerwertesten.<br />
„Autsch!“, rufe ich aus. „Das pikst aber!“<br />
Doch kaum habe ich das gesagt, da schlafe ich auch schon ein. Während ich von einem schönen saftigen Knochen träume, wird mein Bauch aufgeschlitzt und man stopft mich mit alten Socken aus. Ich merke aber zum Glück nichts davon. Als ich wieder aufwache, ist mein Bauch wieder zugenäht. Man sieht noch nicht einmal eine Narbe. Aber ich bin jetzt wieder wie neu. Kugelrund und weich bin ich jetzt und fühle mich richtig wohl.<br />
„So“, sagt die Mutter. „Jetzt ist dein Jonas wieder gesund.“<br />
Mein Herrchen drückt mich an sich und wir beide sind einfach nur glücklich. Sehr viel Jahre lang.<br />
Ihr ahnt es sicher schon. Heute liege ich in einer kleinen Kiste auf dem Dachboden, zusammen mit anderen Utensilien aus den Kindheitstagen meines Herrchens. Diese Kiste hat mein Herrchen zum 18. Geburtstag von seiner Mutter geschenkt bekommen. Er hat sich damals sehr gefreut mich wiederzusehen, obwohl ich mittlerweile schon in die Jahre gekommen bin und etwas abgegriffen aussehe. Das ist nun schon viele, viele Jahre her.<br />
Ich weiß, dass er mich nicht vergessen hat. Eines Tages, so hat er mir versprochen, wenn er selbst kleine Kinder hat, holt er mich wieder vom Dachboden aus meiner Kiste. Dann werden sie mich bestaunen und mein Herrchen wird Geschichten über mich erzählen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr das auch noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/mit-schaufel-und-eimer/">Mit Schaufel und Eimer</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/timo-und-die-kleinen-tierchen-meiner-kueche/">Timo und die kleinen Tierchen in meiner Küche</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wenn-der-vater-mit-dem-sohn/">Wenn der Vater mit dem Sohn &#8230;</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Klammeräffchen und Co.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jun 2016 22:26:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hund]]></category>
		<category><![CDATA[Klammeräffchen]]></category>
		<category><![CDATA[knuddeln]]></category>
		<category><![CDATA[Kuscheltier]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Liebling]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir haben einen Schrank, der ganz viele Schätze und Erinnerungen beinhaltet. Es ist unser Fotoschrank. Dort befinden sich unsere Fotos, die wir sorgfältig in Alben eingeklebt haben, bevor auch bei uns das Zeitalter der digitalen Fotografie angebrochen ist. Ab diesem Zeitpunkt werden die Fotos fast ausschließlich auf Speichermedien abgelegt. Ich sage ausdrücklich „fast“, denn manchmal kann ich es nicht lassen und drucke zum Beispiel Urlaubsfotos aus und sortiere diese in Fotoalben ein. Mir macht es einfach Spaß auch mal in einem Fotoalbum zu blättern und mich den Erinnerungen hinzugeben. „Schau mal“, sage ich zu meinem Mann. „Hier ist Jimmy, das Klammeräffchen. Kannst Du Dich noch daran erinnern!“ „Na klar, das Äffchen habe ich doch Dir mal geschenkt.“ „Und dann haben wir es unserem Sohn an die Seite gelegt. Schau hier ist das Foto!“ Jimmy ist ein kleiner Schimpanse mit einer grünen Arbeitshose und einer grünen Schirmmütze auf dem Kopf. Dazu trägt er ein rot gestreiftes T-Shirt. Er hat ganz lange Arme und noch längere Schlenkerbeine. „Unser Sohn hat ihn gemocht, aber sein Lieblingsstofftier ist Jimmy &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir haben einen Schrank, der ganz viele Schätze und Erinnerungen beinhaltet. Es ist unser Fotoschrank. Dort befinden sich unsere Fotos, die wir sorgfältig in Alben eingeklebt haben, bevor auch bei uns das Zeitalter der digitalen Fotografie angebrochen ist. Ab diesem Zeitpunkt werden die Fotos fast ausschließlich auf Speichermedien abgelegt. Ich sage ausdrücklich „fast“, denn manchmal kann ich es nicht lassen und drucke zum Beispiel Urlaubsfotos aus und sortiere diese in Fotoalben ein. Mir macht es einfach Spaß auch mal in einem Fotoalbum zu blättern und mich den Erinnerungen hinzugeben.</strong></p>
<p><span class="dropcap">„S</span>chau mal“, sage ich zu meinem Mann. „Hier ist Jimmy, das Klammeräffchen. Kannst Du Dich noch daran erinnern!“<br />
„Na klar, das Äffchen habe ich doch Dir mal geschenkt.“<br />
„Und dann haben wir es unserem Sohn an die Seite gelegt. Schau hier ist das Foto!“<br />
Jimmy ist ein kleiner Schimpanse mit einer grünen Arbeitshose und einer grünen Schirmmütze auf dem Kopf. Dazu trägt er ein rot gestreiftes T-Shirt. Er hat ganz lange Arme und noch längere Schlenkerbeine.<br />
„Unser Sohn hat ihn gemocht, aber sein Lieblingsstofftier ist Jimmy trotzdem nicht geworden“, sagt mein Mann. „Dieses Klammeräffchen haben wir für ihn ausgesucht und damit war es anscheinend nicht Liebe auf den ersten Blick.“<br />
„Das war es aber wohl bei Dir und Deinem Schnuffelhund“, versuche ich meinen Peter zum Erzählen zu animieren, was auch voll und ganz klappt.<br />
„Ja, den habe ich irgendwo mal gefunden. Damals war er schon nicht mehr ganz neu und auch schon ein bisschen lädiert.“<br />
„Und den Rest hast Du dann erledigt, oder?! Als Du ihn mir mal gezeigt hast, war nicht mehr allzu viel von einem Stoffhund zu erkennen.“<br />
„Egal!“, sagt mein Mann ganz bestimmt und mit ernster Miene. „Ich habe ihn über alles geliebt und überall mit hingenommen. Niemand durfte ihn mir wegnehmen. Wo ist der eigentlich hingekommen?“<br />
„Keine Ahnung. Wegwerfen durfte ich ihn ja nicht, obwohl dieses seltsame Wesen inzwischen aussieht wie ein Häufchen Schmutz und ich möchte gar nicht wissen, wieviele Bakterien sich auf ihm tummeln. Waschen konnte man ihn ja nicht mehr, denn dann wäre er in tausend Teile zerbröselt. Ich glaube wir haben ihn in Zeitungspapier eingeschlagen und irgendwo beerdigt oder in die hinterste Ecke im Keller oder sonst irgendwo hin verbannt. Dieses Etwas ist nur noch ekelig!“<br />
„Das war aber mein Lieblingsschnuffelhund!“, sagt mein Peter jetzt fast ein bisschen beleidigt.<br />
„Ja, und deshalb hat Deine Großtante unserem Sohn zum ersten Geburtstag auch einen kleinen Plüschhund geschenkt. Wahrscheinlich in der Hoffnung, dass es auch sein Lieblingsschnuffelhund wird.“<br />
„So klappt das aber nicht. Man muss ihn sehen und schon weiß man: Das ist mein Lieblingshund und den gebe ich nicht mehr her. Egal wie er aussieht und ob ihn andere schön oder hässlich finden.“<br />
Obwohl unser Sohn weder das Äffchen Jimmy, noch den namenlosen Plüschhund als sein Lieblingsstofftier auserkoren hat, gab es auch jemand, den er für nichts auf der Welt eingetauscht hätte. Und ähnlich wie der Schnuffelhund bei meinem Mann, war dieser Schnuffel- und Knuddelhund von der übergroßen Liebe unseres kleinen Sohnes schon merklich gekennzeichnet.<br />
„Wo hatte er den blauen Stoffhund eigentlich her?“, fragt Peter mich.<br />
„Er hat ihn damals am Weltspartag von der Sparkasse als Geschenk erhalten. Sozusagen als Belohnung für das fleißige Sparen. Und kurz danach sind wir zur Taufe meines Patenkindes nach Frankreich gefahren. Diese beiden Ereignisse haben dazu beigetragen, dass aus dem blauen Hündchen das liebste Kuscheltier unseres Sohnes geworden ist.“<br />
„Stimmt, er hat ihn mit nach Frankreich genommen und in der Familie deines Patenkindes gab es einen kleinen wuscheligen Hund. Wie hieß er noch gleich?“<br />
„Jona!“, weiß ich sofort wieder. „Unser Sohn hat den Namen dann leicht abgewandelt und schon war Jonas geboren.“<br />
Seinen Jonas hat er total geliebt. Er war immer und überall an seiner Seite. Vom vielen Knuddeln war er schon ganz schmal geworden und seine Stoffhaut hatte dünne Stellen bekommen. So blieb mir nichts anderes übrig als ihn ärztlich zu versorgen.<br />
„Eines morgens, du warst gerade auf Dienstreise“, erzähle ich meinem Mann, „da musste ich ihn operieren. Ich habe seine Rückennaht aufgetrennt und ihm eine Spritze aus dem Spielzeug-Arztkoffer unseres Sohnes verpasst. Danach habe ich ihn mit alten, aber sauberen Socken ausgestopft. Etwas anderes hatte ich auf die Schnelle nicht zur Hand. Nach dem Zunähen war er wieder kugelrund und sah auch gleich wieder fröhlicher aus. Und auch unser Sohn war froh über die glücklich verlaufene Operation.“<br />
„Gibt es Jonas eigentlich noch?“<br />
„Selbstverständlich! Er liegt im Einbauschrank im obersten Stockwerk und wartet darauf, dass er wieder herausgeholt wird und von den noch nicht geplanten und ungeborenen Kindern unseres Sohnes geknuddelt wird.“<br />
„Also von unseren zukünftigen Enkelkindern, denen Du dann die Geschichte von Jonas erzählen kannst“, freut sich mein Mann. „Übrigens: Hattest Du auch ein Lieblingsstofftier?“<br />
„Na, aber sicher doch! Davon habe ich doch schon erzählt (Jetzt fängt mein neues Leben an) und eigentlich müsstest Du es wissen.“<br />
„Ach ja, ich erinnere mich. Du hast mal etwas von dem dicken gelben Bär erzählt. Wie hieß er noch mal gleich?“<br />
„Chruschtschow!“*<br />
„Wie der sowjetische Politiker?“, werde ich von Peter gefragt, dem ich zwar die Geschichte schon mehrmals erzählt habe, der aber anscheinend dies noch einmal hören will.<br />
„Meine Mutter hatte eine Tante in der ehemaligen DDR und wir schickten immer Pakete mit Kaffee, Schokolade und Strumpfhosen an sie. Die Tante wiederum schickte für mich Geschenke, wie zum Beispiel Kinderspiele. Eines Tages kam jedoch ein großer dicker gelber Teddy an. Irgendwie habe ich wohl den Namen Chruschtschow* aufgeschnappt, weil irgendjemand meinte, es gebe da gewisse äußerliche Ähnlichkeiten*. Und schon hatte mein Teddy einen Namen: Chruschtschow*. Ich war damals erst ungefähr zwei Jahre alt und konnte diesen schwierigen Namen schon aussprechen. Immer, wenn ich gefragt wurde, wie mein Teddy denn heißen würde, antwortete ich mit diesem Namen und meine Eltern waren in Erklärungsnöten.“<br />
„Toll!“, meint Peter. „Wir haben also unsere ganz persönlichen Lieblingskuscheltiere und sogar noch die jeweilige ganz persönliche Geschichte dazu. Das musst Du unbedingt aufschreiben, damit es nicht in Vergessenheit gerät und vor allem, damit wir es später unseren Enkelkindern erzählen können.“<br />
„Ich bin schon ganz gespannt darauf, welche Lieblingskuscheltiere sie haben werden und was diese Liebe auf den ersten Blick auslösen wird.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/jetzt-faengt-mein-neues-leben-an/">Jetzt fängt mein neues Leben an</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/peinlich-peinlich/">Peinlich, peinlich</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/timo-und-die-kleinen-tierchen-meiner-kueche/">Timo und die kleinen Tierchen in meiner Küche</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>*Dies ist keinerlei politische Wertung oder Anspielung.</p>
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