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	<title>Keller &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Advent</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Nov 2019 13:43:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten & Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[Advent]]></category>
		<category><![CDATA[Augen]]></category>
		<category><![CDATA[Keller]]></category>
		<category><![CDATA[Kiste]]></category>
		<category><![CDATA[Oma]]></category>
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					<description><![CDATA[Martin besucht heute seine Großmutter. Sie hat extra für ihren Enkelsohn Bratwürstchen mit Zwiebelsoße, Rotkraut und Kartoffelbrei gemacht, denn das ist sein Lieblingsgericht. Zwei Bratwürstchen hat er geschafft und ist jetzt „pappesatt“, wie er zu sagen pflegt.  „Sag mal Oma“, setzt er zu einer Frage an, als er sich im Wohnzimmer umsieht. „Du hast ja überhaupt keinen Adventskranz.“ „Ach, den brauche ich doch nicht mehr. Seit Opa nicht mehr da ist, zünde ich sowieso keine Kerze mehr an. Höchstens noch auf dem Friedhof auf seinem Grab. Stell dir nur vor, ich würde einschlafen und in der Zwischenzeit fängt der Kranz an zu brennen. Nein, nein, mir kommt kein Adventskranz mehr ins Haus.“ „Aber ein Adventskranz gehört doch in die Vorweihnachtszeit“, versucht es Martin erneut. „Ach“, lacht die Oma, „die Vorweihnachtszeit beginnt doch neuerdings schon direkt nach deinen Sommerferien.“ „Was, wieso? Das verstehe ich nicht. Oma bist du vielleicht ein bisschen verwirrt?“ „Nein mein Junge. Nur heute ist alles ganz anders als früher. In meiner Kindheit gab es zwar auch Adventskalender und Adventskranz, aber in den &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Martin besucht heute seine Großmutter. Sie hat extra für ihren Enkelsohn Bratwürstchen mit Zwiebelsoße, Rotkraut und Kartoffelbrei gemacht, denn das ist sein Lieblingsgericht. Zwei Bratwürstchen hat er geschafft und ist jetzt „pappesatt“, wie er zu sagen pflegt.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p><span class="dropcap">„S</span>ag mal Oma“, setzt er zu einer Frage an, als er sich im Wohnzimmer umsieht. „Du hast ja überhaupt keinen Adventskranz.“</p>
<p>„Ach, den brauche ich doch nicht mehr. Seit Opa nicht mehr da ist, zünde ich sowieso keine Kerze mehr an. Höchstens noch auf dem Friedhof auf seinem Grab. Stell dir nur vor, ich würde einschlafen und in der Zwischenzeit fängt der Kranz an zu brennen. Nein, nein, mir kommt kein Adventskranz mehr ins Haus.“</p>
<p>„Aber ein Adventskranz gehört doch in die Vorweihnachtszeit“, versucht es Martin erneut.</p>
<p>„Ach“, lacht die Oma, „die Vorweihnachtszeit beginnt doch neuerdings schon direkt nach deinen Sommerferien.“</p>
<p>„Was, wieso? Das verstehe ich nicht. Oma bist du vielleicht ein bisschen verwirrt?“</p>
<p>„Nein mein Junge. Nur heute ist alles ganz anders als früher. In meiner Kindheit gab es zwar auch Adventskalender und Adventskranz, aber in den Geschäften gab es die Weihnachtsmänner und die bunten Kugeln erst kurz vor Weihnachten. Damals gab es keinen Stollen und auch keine Plätzchen aus der Großbäckerei, die man schon Monate vorher kaufen konnte.“</p>
<p>„Aber du backst doch die Plätzchen immer noch selbst und den Stollen<span class="Apple-converted-space">  </span>hast du auch immer gemacht.“</p>
<p>„Ja, aber jetzt ist Opa nicht mehr da und für wen soll ich mir die Arbeit machen, wenn ich alles alleine essen muss. Ich werde wohl dieses Jahr nur ein paar Plätzchen vom Bäcker nebenan kaufen.“</p>
<p>„Die schmecken aber bestimmt nicht so gut!“, versucht Martin zu protestieren. „Wir gehen jetzt einkaufen und besorgen alle Zutaten zum Plätzchenbacken und morgen gehen wir dann ans Werk. Gemeinsam macht das doch auch viel mehr Spaß.“</p>
<p>Im Supermarkt hat Martin plötzlich eine Idee, aber die behält er zunächst für sich. Wenn alles klappt, dann hat er morgen eine Überraschung für seine Oma.</p>
<p>Am Abend sitzt er in seinem Zimmer und zählt sein Taschengeld. Sooft er auch nachzählt, es reicht einfach nicht. Das macht ihn traurig. Gerne hätte er der Großmutter einen geschmückten Adventskranz gekauft, aber die sind alle viel zu teuer. Doch dann fällt ihm die Kiste mit den Weihnachtssachen ein, die seine Mutter ganz hinten im Keller stehen hat. Vielleicht darf er davon etwas haben. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Am nächsten Tag gleich nach der Schule geht er nochmals in den Supermarkt und danach gleich in den Garten. Dort schneidet Martin ein paar kleine Tannenzweige ab und hebt zwei heruntergefallene Tannenzapfen von der Erde auf.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>In der Weihnachtskiste hatte er am Abend noch einen goldfarbenen Teller gefunden. Hierauf legt er die kleinen Tannenzweige und die Zapfen. Erst kurz bevor er an Großmutters Tür klingelt, stellt er obendrauf noch vier LED-Teelichter und schaltet sie an. Welches Leuchten jetzt stärker war, lässt sich nicht sagen,- das Leuchten der Teelichter, Martins strahlendes Lachen oder Großmutters vor Freude glänzende Augen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p><a href="http://lifetellsstories.de/santa-claus/">Santa Claus</a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Trubel im Keller</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Nov 2018 12:28:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten & Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[Augen]]></category>
		<category><![CDATA[Keller]]></category>
		<category><![CDATA[Schneemann]]></category>
		<category><![CDATA[Schrank]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich sitze hier so gemütlich in meinem Sessel und will die Augen ein wenig zudrücken. Draußen ist es kalt und trüb und ich habe keine Lust mich dorthin zu begeben. Hier drinnen ist es warm und gemütlich. Das dachte ich zumindest, als ich mich auf meiner Decke ausgestreckt habe. Okay, warm ist es schon, aber mit der Gemütlichkeit scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Kaum sind mir die Augen zugefallen und ich will mich ins Land der Träume begeben, da fängt es an. Zuerst denke ich, ich wäre schon eingeschlafen und würde träumen. Aber eigentlich bin ich doch noch wach. Oder träume ich, dass ich träume oder dass ich wach bin? Seltsam.  Ich höre auch etwas. Doch was ist das? Und vor allen Dingen, wo kommt es her? Ich glaube es kommt aus dem Keller. Ob ich mal nachsehen gehe? Okay, die Neugierde hat gesiegt. Ich strecke mich noch einmal und stelle mich auf meine Beine. Dann mache ich mich auf den Weg. Dieses Rumoren kommt tatsächlich aus dem Keller. Ich kann mich nicht erinnern, dass &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich sitze hier so gemütlich in meinem Sessel und will die Augen ein wenig zudrücken. Draußen ist es kalt und trüb und ich habe keine Lust mich dorthin zu begeben. Hier drinnen ist es warm und gemütlich.</strong><br />
<span class="dropcap">D</span>as dachte ich zumindest, als ich mich auf meiner Decke ausgestreckt habe. Okay, warm ist es schon, aber mit der Gemütlichkeit scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Kaum sind mir die Augen zugefallen und ich will mich ins Land der Träume begeben, da fängt es an. Zuerst denke ich, ich wäre schon eingeschlafen und würde träumen. Aber eigentlich bin ich doch noch wach. Oder träume ich, dass ich träume oder dass ich wach bin? Seltsam.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Ich höre auch etwas. Doch was ist das? Und vor allen Dingen, wo kommt es her?<br />
Ich glaube es kommt aus dem Keller. Ob ich mal nachsehen gehe? Okay, die Neugierde hat gesiegt. Ich strecke mich noch einmal und stelle mich auf meine Beine. Dann mache ich mich auf den Weg. Dieses Rumoren kommt tatsächlich aus dem Keller. Ich kann mich nicht erinnern, dass außer mir noch jemand im Haus ist. Mir wird es ganz mulmig, denn außer diesen undefinierbaren Geräuschen höre ich auch Stimmen. Oder sollte ich vielleicht verrückt geworden sein? Nein, ich bin vollkommen im Besitz meiner geistigen Kräfte. Klar, die Jüngste bin ich nicht mehr, doch so alt bin ich nun auch noch nicht. Aber es sind eindeutig Stimmen, die ich höre. Noch kann ich sie nicht verstehen, aber je näher ich ihnen komme, umso deutlicher werden sie.<br />
„Jetzt wird es aber endlich Zeit“, sagt ein niedliches süßes Stimmen. Es ist hell und klar, fast wie … Nein, das kann nicht sein.<br />
Da ist aber auch noch eine tiefere Stimme. Ein richtig alter Brummbär scheint das zu sein.<br />
„Hallo! Hallo! Ist denn hier niemand?“, tönt der dunkle Bass aus einer Ecke.<br />
„Doch, ich bin hier!“, hätte ich fast gesagt, doch mir ist die ganze Sache nicht geheuer. Ich kann wirklich niemand sehen, aber ich höre diese Stimmen und nicht nur die zwei. Inzwischen scheinen da auch noch andere zu sein, in den unterschiedlichsten Stimmlagen.<br />
„Lasst uns endlich hier raus!“<br />
„Wie lange sollen wir noch warten oder habt ihr uns ganz vergessen?“<br />
Leise schleiche ich mich Schritt für Schritt näher. Da hinten kommen sie her. Hier im Keller ist es dunkel. Ich kann nichts erkennen. Doch ich weiß, dass dort hinten der alte große Schrank steht und genau von dort kommen die Stimmen und Geräusche. Dort rumpelt und pumpelt es so komisch. Es werden doch keine Einbrecher hier sein? Und ich bin mutterseelenalleine. Mein Herz klopft mir bis zum Hals. Ich muss eingestehen, dass ich Angst habe, obwohl ich sonst nicht unbedingt ein Angsthase bin. Was soll ich nur machen? Es ist richtig unheimlich. Am besten ich verhalte mich ganz still und die Luft sollte ich auch anhalten, damit mich niemand atmen hört.<br />
Plötzlich geht das Licht an. Ich drücke mich hinter das Regal, damit ich nicht entdeckt werde. Wer kommt denn da?<br />
Es ist eine Frau. Jetzt geht sie auch noch zu dem Schrank hin.<br />
Ich kann ihr Gesicht nicht sehen, aber ich glaube es ist … Ich muss sie warnen, doch ich kann mich einfach nicht von der Stelle rühren. Hört sie denn nicht diesen Trubel und die Stimmen?<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Halt!“, will ich ihr entgegen schreien, aber aus meiner Kehle dringt kein Laut.<br />
Sie öffnet die Schranktür.<br />
„Na endlich! Es wurde auch Zeit!“<br />
„Bin ich froh, dass wir jetzt gleich wieder frei sind!“, höre ich viele verschiedene Stimmen.<br />
Die Frau nimmt etwas heraus und dreht sich um. Jetzt erkenne ich sie ganz deutlich. Es ist mein geliebtes Frauchen. Ich springe aus meinem Versteck und laufe zu ihr. Und jetzt verstehe ich auch<span class="Apple-converted-space">  </span>plötzlich, was hier vor sich geht.<br />
Mein Frauchen hat einen großen Karton aus dem Schrank geholt und ihn geöffnet. Nach und nach entnimmt sie ihm viele verschiedene Figuren: Einen Weihnachtsmann, das muss der mit der tiefen Bassstimme sein. Und zwei kleine Engelchen, das waren die hellen und klaren Stimmen. Auch Schneemänner, ein kleines Schaukelpferd, Kerzen, Glöckchen, Kugeln und vieles mehr zaubert sie hervor.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Na klar!“, denke ich. „Die Adventszeit beginnt nun schon bald und die Weihnachtsdekoration wird aufgestellt. Bin ich froh!<br />
„Schau mal Lottchen! Sind die nicht süß?! Jetzt wird es weihnachtlich!“, sagt sie zu mir, streichelt mich ganz lieb und hält mir die zwei kleinen Schneemänner hin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-5579 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/11/1200px-DSC01300-1024x682.jpg" alt="" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/11/1200px-DSC01300-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/11/1200px-DSC01300-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/11/1200px-DSC01300-768x511.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/11/1200px-DSC01300-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/11/1200px-DSC01300.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/aufregung-um-zwei-schokoladenhaeschen/">Aufregung um zwei Schokoladenhäschen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wunschzettel/">Was das Christkindlein bringt</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/weihnachtsstimmung/">Weihnachtsstimmung</a></p>
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		<title>Halloween</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Oct 2017 12:06:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Konfusi-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Entrümplung]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Halloween]]></category>
		<category><![CDATA[Hand]]></category>
		<category><![CDATA[Keller]]></category>
		<category><![CDATA[Zimmer]]></category>
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					<description><![CDATA[Meine heutige Geschichte ist zum Teil erfunden, aber in ihr steckt auch ein wahrer Kern. Diese wahre Begebenheit ereignete sich vor mehr als zwei Jahrzehnten im Hause eines Ehepaares, das uns jedes Jahr im Herbst zu einem köstlichen Abendessen in geselliger Runde einlud. Sie hatten bereits einen siebzehnjährigen Sohn, der eines Tages auf eine seltsame Idee kam … Kurz und gut, ich habe nun um diese uns erzählte Begebenheit eine Professor-Konfusi-Geschichte gesponnen: „Heute ist es sehr ungemütlich draußen. Richtiges Halloweenwetter!“, sagt Frau Konfusi zu ihrem Mann als sie beim Essen sitzen. „Ja, es hat die ganze Nacht, einschließlich heute Vormittag gestürmt und geregnet“, bestätigt Professor Konfusi seiner Gattin. „Es ist das geeignete Wetter um einige unliebsame Dinge im Haus zu erledigen.“ „Und woran hast du dabei gedacht?“, erkundigt sie sich. „Unser Keller bedarf wieder einmal einer gewissen Ordnung. Es haben sich im Laufe der Jahre so viele unnötige Sachen angehäuft, die könnte man mal entsorgen.“ „Das ist eine hervorragende Idee. Ausmisten ist immer gut. Lass uns gleich nach dem Mittagessen damit anfangen.“ Frau Konfusi ist &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Meine heutige Geschichte ist zum Teil erfunden, aber in ihr steckt auch ein wahrer Kern. Diese wahre Begebenheit ereignete sich vor mehr als zwei Jahrzehnten im Hause eines Ehepaares, das uns jedes Jahr im Herbst zu einem köstlichen Abendessen in geselliger Runde einlud. Sie hatten bereits einen siebzehnjährigen Sohn, der eines Tages auf eine seltsame Idee kam …</strong><br />
<strong>Kurz und gut, ich habe nun um diese uns erzählte Begebenheit eine Professor-Konfusi-Geschichte gesponnen:</strong><br />
<span class="dropcap">„H</span>eute ist es sehr ungemütlich draußen. Richtiges Halloweenwetter!“, sagt Frau Konfusi zu ihrem Mann als sie beim Essen sitzen.<br />
„Ja, es hat die ganze Nacht, einschließlich heute Vormittag gestürmt und geregnet“, bestätigt Professor Konfusi seiner Gattin. „Es ist das geeignete Wetter um einige unliebsame Dinge im Haus zu erledigen.“<br />
„Und woran hast du dabei gedacht?“, erkundigt sie sich.<br />
„Unser Keller bedarf wieder einmal einer gewissen Ordnung. Es haben sich im Laufe der Jahre so viele unnötige Sachen angehäuft, die könnte man mal entsorgen.“<br />
„Das ist eine hervorragende Idee. Ausmisten ist immer gut. Lass uns gleich nach dem Mittagessen damit anfangen.“<br />
Frau Konfusi ist noch etwas skeptisch, denn eigentlich wirft ihr Mann nicht gern Dinge weg. Er meint immer, man könne dies und das noch eines Tages gebrauchen. Seltsamerweise erweist sich diese Einstellung oftmals als richtig. Erst neulich suchten sie die ausgediente alte elektrische Kaffeemühle, die sie leider beim letzten Sperrmüll entsorgt hatten.<br />
„Siehst du, man soll eben nichts wegwerfen“, hatte Professor Konfusi gesagt.<br />
„Und ausgerechnet er will nun den Keller entrümpeln“, überlegt Frau Konfusi und schüttelt gedankenverloren den Kopf. Sie wird jedoch aus ihren Gedanken gerissen, als es an der Wohnungstür klingelt. Es sind Marco und dessen Vater, die anscheinend schon von den Plänen des Professors wissen. Marco meint nämlich forsch:<br />
„Der Trödeltrupp meldet sich zur Stelle. Von uns aus kann die Entrümplung losgehen. Bestimmt haben Sie einige ungeahnte Schätze unten im Keller lagern.“<br />
„Du scheinst zu viel fernzusehen!“, schmunzelt der ältere Herr. „Aber lasst uns anfangen, bevor ich es mir anders überlege!“<br />
„Da ihr mich ja nicht braucht, nehme ich die Einladung von Oma Schmidt an und mache mir mit ihr und Marcos Mutter im Café Bohne einen netten Nachmittag“, ruft Frau Konfusi den Dreien nach, die bereits auf dem Weg durch das Treppenhaus nach unten sind. „Ein Weibernachmittag hat auch was“, fügt sie in Gedanken hinzu.<br />
Die drei Männer räumen im Keller hin und her, sichten jede noch so geringe Kleinigkeit und sortieren aus, was weggeworfen werden kann und was man behalten will.<br />
„Sollte einer von euch etwas gebrauchen können, dann darf er es sich selbstverständlich nehmen“, erklärt Professor Konfusi großzügig. „Außer es handelt sich um ein ganz persönliches und unersetzliches Erinnerungsstück.“<br />
„Ich hätte da schon was“, gibt Marco sofort zu verstehen. Er deutet in eine Ecke und zieht damit alle Blicke in diese Richtung.<br />
„Was willst du mit dem alten klapprigen Ding? Das dürfte schon nicht mehr ganz heil sein und steht auch nicht mehr richtig.“<br />
„Wenn Sie es nicht behalten wollen, dann … Ich habe da nämlich so eine Idee!“<br />
„Ich frage mich, was das soll. Dein Zimmer ist schon die reinste Rumpelkammer“, gibt ihm sein Vater mürrisch zu verstehen.<br />
„Ich will es mir doch nur ausleihen und bringe es ganz sicher dann auch zum Sperrmüll. Versprochen!“<br />
Marcos Vater zuckt mit den Schultern und wendet ich einem alten Röhrenradio zu, das er gerne wieder zum Leben erwecken würde.<br />
„Das wäre etwas für meinen Hobbykeller!“, gibt er den beiden anderen zu verstehen.<br />
„Ich bin dann mal kurz weg“, erklärt Marco, schnappt sich das gewisse Etwas und schleppt es schnaufend die Treppen nach oben. Eine halbe Stunde später erscheint er wieder im Keller und verrichtet fröhlich pfeifend seine Arbeit.<br />
Am Abend treffen sich alle mit Ausnahme von Oma Schmidt noch auf ein Gläschen Wein bei Marcos Eltern.<br />
„Ich hau jetzt ab!“, erklärt Marco und setzt sich eine Affenmaske auf. „Heute ist doch Halloween und ich will mit ein paar Kumpels um die Häuser ziehen.“<br />
„Um zehn bist du aber wieder da“, gibt ihm sein Vater zu verstehen. „Morgen ist Schule!“<br />
Marco winkt und ist auch schon zur Wohnungstür raus.<br />
„Ich hol mal eben das Fotoalbum aus dem Schlafzimmer“, sagt Marcos Mutter. Zwei Minuten später tönt ein gellender Schrei durch die Wohnung. Alle springen wie von der Tarantel gestochen auf und hechten zum Schlafzimmer, aus dem der Schrei kam. Als Marcos Vater die Tür aufreißt, sieht er seine Frau vor dem Bett stehen. Sie krümmt sich vor Lachen und deutet auf die zurückgeschlagene Bettdecke.<br />
„Schaut euch das mal an! Dieser Marco hat nur Flausen im Kopf. Ich frage mich, wo er das Ding wieder aufgetrieben hat.“<br />
Herr Konfusi und Marcos Vater treten näher an das Bett heran, bevor sie sich vielsagend ansehen. Vor ihnen liegt nämlich Marcos Errungenschaft von der Entrümplungsaktion.<br />
Frau Konfusi ist ebenfalls näher gekommen und mit vorgehaltener Hand flüstert sie:</p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>„Ein Skelett!“</strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Die Entführung</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/die-entfuehrung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jan 2016 15:30:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Konfusi-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Entführung]]></category>
		<category><![CDATA[Karpfen]]></category>
		<category><![CDATA[Kassler]]></category>
		<category><![CDATA[Keller]]></category>
		<category><![CDATA[neues Jahr]]></category>
		<category><![CDATA[schwimmt]]></category>
		<category><![CDATA[Tradition]]></category>
		<category><![CDATA[Übeltäter]]></category>
		<category><![CDATA[Würstchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Bestimmt möchtet Ihr wissen, wie Professor Konfusi so ins Neue Jahr gekommen ist. Ich verrate vorerst nur soviel, dass es zunächst ganz schön turbulent zuging und dann jedoch ganz ruhig. Aber lest doch einfach weiter, dann könnt Ihr alles ganz genau erfahren: Es ist der Vormittag des 31. Dezembers. „Brauchst du etwas aus dem Keller?“, fragt Frau Konfusi ihren Mann. „Ich gehe nämlich runter.“ Sie erhält lediglich ein stummes Kopfschütteln, denn der Professor sitzt gerade über seiner Briefmarkensammlung und sortiert den Briefmarkenjahrgang 1989. Frau Konfusi geht nach unten, um den Kassler aus der Gefriertruhe zu holen, denn bei ihnen ist es Tradition am Neujahrstag Kassler mit Sauerkraut zu essen. Sie lächelt still vor sich hin, denn die Sache mit dem Sauerkraut an Neujahr ist so eine Art Aberglaube, den sie von ihren Eltern her kennt und der auch in ihrer eigenen Familie zwar nicht wirklich geglaubt, aber doch gepflegt wird. Das Sauerkraut am 1. Januar soll nämlich dafür sorgen, dass der Geldbeutel im kommenden Jahr nicht leer wird, sondern sich sogar noch füllt. Aber eigentlich &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bestimmt möchtet Ihr wissen, wie Professor Konfusi so ins Neue Jahr gekommen ist. Ich verrate vorerst nur soviel, dass es zunächst ganz schön turbulent zuging und dann jedoch ganz ruhig. Aber lest doch einfach weiter, dann könnt Ihr alles ganz genau erfahren:</strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>s ist der Vormittag des 31. Dezembers.</p>
<p style="text-align: left;">„Brauchst du etwas aus dem Keller?“, fragt Frau Konfusi ihren Mann. „Ich gehe nämlich runter.“ Sie erhält lediglich ein stummes Kopfschütteln, denn der Professor sitzt gerade über seiner Briefmarkensammlung und sortiert den Briefmarkenjahrgang 1989.<br />
Frau Konfusi geht nach unten, um den Kassler aus der Gefriertruhe zu holen, denn bei ihnen ist es Tradition am Neujahrstag Kassler mit Sauerkraut zu essen. Sie lächelt still vor sich hin, denn die Sache mit dem Sauerkraut an Neujahr ist so eine Art Aberglaube, den sie von ihren Eltern her kennt und der auch in ihrer eigenen Familie zwar nicht wirklich geglaubt, aber doch gepflegt wird. Das Sauerkraut am 1. Januar soll nämlich dafür sorgen, dass der Geldbeutel im kommenden Jahr nicht leer wird, sondern sich sogar noch füllt. Aber eigentlich rührt es aus den Kriegsjahren, in denen es in den Wintermonaten kein frisches Gemüse gab, nur eben das Sauerkraut. ( <a href="http://www.kochwiki.org/wiki/Sauerkraut_zum_Neujahr">Sauerkraut zum Neuen Jahr</a>)<br />
Gedankenverloren schließt sie die Kellertür auf, da hört sie Stimmen. Sie kommen aus dem Keller, der zu der leerstehenden Wohnung im 3. Stock gehört.<br />
„Ob wir ab Januar neue Mieter im Haus haben?“, fragt sie sich im Stillen. „Ich habe bisher niemand gesehen und auch noch nichts davon gehört.“<br />
Sie dreht sich um, sieht aber niemand. Gesprächsfetzen dringen an ihr Ohr:<br />
<strong><em>„Verhalte dich still!…</em></strong><br />
<strong><em>…Nicht rumzappeln!…</em></strong><br />
<strong><em>…Entführung…“</em></strong><br />
Frau Konfusi hält die Luft an. Da es im Keller so hallt, ist es ihr nicht möglich mehr zu verstehen, geschweige denn die Stimmen zu identifizieren.<br />
„Um Himmels Willen! Eine Entführung! Hier im Haus!“, fährt es ihr durch den Kopf. Sie muss schnellstmöglich wieder nach oben und ihrem Mann davon erzählen und selbstverständlich auch, um die Polizei zu informieren. So leise wie möglich schleicht sie zur Kellertreppe. Plötzlich hört sie ein Geräusch, als würde etwas Schweres über den Boden gezogen und wieder eine Stimme:<br />
<em><strong>„Pass doch auf!…</strong></em><br />
<em><strong>…Wir brauchen ganz schnell Wasser!…</strong></em><br />
<em><strong>…sonst stirbt er uns noch!…</strong></em><br />
<em><strong>…dann war die ganze Entführung umsonst…</strong></em></p>
<p>Frau Konfusi bekommt es mit der Angst zu tun und eilt die Treppen so schnell sie kann nach oben. Atemlos kommt sie oben an, reißt die Wohnungstür auf und ruft:<br />
„Hilfe! Entführung!“<br />
Erschrocken kommt Professor Konfusi aus dem Wohnzimmer geeilt.<br />
„Was ist denn los? Du bist ja total außer Atem und so blass als hättest du ein Gespenst gesehen. Setz dich erst einmal und dann erzähl der Reihe nach!“, fordert er seine Frau auf und reicht ihr ein Glas Wasser.<br />
„Dort unten, in dem leeren Keller sind Entführer. Ich habe es ganz deutlich gehört!“<br />
„Beruhige dich! Was hast du denn gehört?“<br />
Jetzt erzählt Frau Konfusi ihrem Mann die ganze Geschichte. Sie ist immer noch total aufgeregt.<br />
„Wir müssen die Polizei verständigen!“, schließt sie ihren Bericht ab.<br />
„Warte erst noch einen Moment. Ich schleiche mich mal hinunter. Vielleicht hört ja nur jemand bei den Silvestervorbereitungen im Keller Radio. Du hast dich bestimmt getäuscht!“<br />
„Nein, nein!“, beteuert Frau Konfusi. „Bleib lieber hier!“<br />
„Wenn ich in 10 Minuten nicht wieder hier oben bin, dann rufst du die Polizei“, bestimmt ihr Gatte, schnappt sich seinen Spazierstock, falls er sich verteidigen muss und schon fällt die Wohnungstür ins Schloss.<br />
Frau Konfusi jedoch holt sich das tragbare Telefon und lauscht durch einen Spalt ins Treppenhaus hinaus. Alles ist still, so als wäre nichts geschehen. Und doch passiert dort unten im Keller etwas.<br />
Nach Minuten der Stille, die ihr endlos erscheinen, hört sie Schritte auf der Treppe. Gerade will sie die Notrufnummer der Polizei wählen, da erkennt sie die Stimme ihres Mannes:<br />
„Ihr seid mir aber zwei schöne Entführer! Wie seid ihr nur auf so eine Idee gekommen.“<br />
Schon schiebt er Marco und dessen Freund Manuel zur Wohnungstür hinein.<br />
„So, hier haben wir die Übeltäter!“, sagt er und lächelt seine Frau an. „Du kannst ganz beruhigt sein, wir brauchen keine Polizei. Aber Erklärungsbedarf besteht schon!“, richtet er sich zuerst an seine Gattin und dann an die beiden Jungs.<br />
Marco blickt beschämt nach unten auf seine Füße. Dann holt er dreimal kräftig Luft und beginnt seine Berichterstattung, zuerst etwas stockend, doch dann immer flüssiger.<br />
„Alles fing an der Weihnachtsfeier an, zu der mein Vater bei seinem Chef eingeladen war. Sie erinnern sich doch, als er das Problem mit dem Krawattenbinden hatte.“<br />
„Ja, ja, erzählt nur weiter!“, ermuntert ihn Professor Konfusi.<br />
„Naja und der Chef hat meinem Vater zu Silvester einen Karpfen versprochen, sozusagen als zusätzlichen Dank für seine gute Arbeit.“<br />
Marco stockt und blickt hilfesuchend zu seinem Freund, der auch gleich einspringt.<br />
„Gestern hat er ihn bei Marcos Eltern vorbeigebracht. Ich war gerade dort und habe gesehen, wie er ihn in einem mit Wasser gefüllten großen Eimer brachte“, erzählt Manuel.<br />
„Mein Vater und der Chef haben den lebenden Fisch in die Badewanne gesetzt, denn wenn er noch ein wenig in sauberem Wasser schwimmt, dann schmeckt er angeblich nicht mehr so schlammig. Und danach hat der Chef erklärt, wie der Karpfen getötet, ausgenommen und als Silvesteressen zubereitet werden muss werden.“<br />
Marco kämpft mit den Tränen. „Der Karpfen ist so ein schöner kräftiger Kerl und er hat mich aus seinen traurigen Augen angesehen.“<br />
Auch Marco schaut jetzt das ältere Ehepaar traurig an.<br />
„Und da sind wir auf die Idee mit der Entführung gekommen“, berichtet Manuel weiter. „Als Marcos Eltern vorhin noch einmal schnell in die Stadt gefahren sind, haben wir den Karpfen sozusagen entführt. Wir haben ihn in den leerstehenden Keller gebracht, eine alte Blechwanne aus unserem Schuppen geholt und wir waren gerade dabei diese mit Wasser zu befüllen, als der Professor uns erwischt hat.“<br />
„Wir hatten doch nur Mitleid mit dem Karpfen und außerdem mag ich auch überhaupt keinen Fisch essen. Nur weil das so eine Tradition zu Silvester ist, soll der Karpfen sterben. Und dann soll man auch noch eine Schuppe des Karpfens in der Geldbörse behalten, damit immer genug Geld da ist, hat der Chef erzählt. So ein Blödsinn! Deshalb wollten wir ihn morgen  in einen der Teiche hinten am Waldrand werfen, damit er wieder richtig schwimmen kann. Und von meinem Gesparten habe ich schon ganz viele Würstchen und Kartoffelsalat beim Metzger geholt, damit das Silvesteressen nicht ganz ausfällt“, erklärt Marco.<br />
„Ach, bin ich froh, dass es nur eine Karpfenentführung war!“, lacht Frau Konfusi erleichtert und holt den beiden Jungs Limonade und Schokolade.<br />
„Wann kommen denn deine Eltern zurück?“, will sie noch von Marco wissen.<br />
„Ich glaube, sie müssen jeden Moment auftauchen!“, antwortet der Junge ängstlich.<br />
„Na, dann werde ich mal im Treppenhaus auf sie warten und die Beiden zu uns herein bitten. Aber Marco, du musst es ihnen schon selbst beichten“, sagt Professor Konfusi. „Ich bin mir sicher, das lässt sich alles regeln!“<br />
So ist es dann auch, denn es stellt sich heraus, dass auch Marcos Eltern Würstchen besorgt haben. Auch sie ziehen dieses einfache Silvesteressen dem Karpfen vor.<br />
Nach dieser ganzen Aufregung am Vormittag, rutschen Professor Konfusi und seine Frau um Mitternacht doch noch still und friedlich ins Neue Jahr. Sie stoßen in trauter Zweisamkeit mit einem Gläschen Sekt an und danach gehen sie hinunter auf die Straße. Sie bestaunen mit den Nachbarn das Feuerwerk und wünschen allen ein frohes und gesundes Neues Jahr.<br />
Am Nachmittag des 1. Januars marschieren sie gemeinsam mit Marco, seinen Eltern und seinem Freund Manuel zu den Fischteichen. Dort lassen sie den Karpfen Egon, inzwischen hat er nämlich auch noch einen Namen erhalten, sanft ins Wasser gleiten. Irgendwie scheint es ihnen, als blicke dieser noch einmal zu ihnen ans Ufer, doch dann schwimmt er davon.</p>
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		<title>Ohje, ohje</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2015 22:26:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Konfusi-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[älterer Herr]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerungsstücke]]></category>
		<category><![CDATA[Grammophon]]></category>
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					<description><![CDATA[Neulich habe ich Euch eine Geschichte von Professor Konfusi erzählt und alle fanden den älteren Herrn sehr sympathisch. Tanja hatte eine Idee, die mich seither nicht mehr loslässt. Sie meinte, der nette alte Herr solle doch noch mehr Abenteuer erleben und sein Wissen an Kinder weitergeben. Warum eigentlich nicht? Wollen wir mal sehen, was er gerade so macht: Es ist ein gewöhnlicher Dienstagnachmittag. Manche ältere Menschen ziehen sich nach dem Mittagessen für gewöhnlich zurück, um ein Mittagsschläfchen zu machen. Herr und Frau Konfusi haben ein anderes Ritual. Während er sich in sein Arbeitszimmer zurückzieht, dort die Tageszeitung studiert, kuschelt sich seine Gemahlin mit einer Decke in ihre Leseecke und schmökert in einem Krimi oder einem Roman. Ein heimlicher Beobachter würde jedoch feststellen, dass beide hinter ihrer Lektüre nach einer gewissen Zeit ein kleines Nickerchen machen. Heute kommt jedoch Frau Konfusi ganz aufgeregt in das Arbeitszimmer ihres Mannes und hat eine Bitte an ihn: „Meine Leselampe funktioniert nicht mehr. Bist du so lieb und reparierst sie mir?! Ich lese gerade so ein spannendes Buch, einen Krimi und &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neulich habe ich Euch eine Geschichte von Professor Konfusi erzählt und alle fanden den älteren Herrn sehr sympathisch. <a href="https://fruendlichescherereien.wordpress.com">Tanja</a> hatte eine Idee, die mich seither nicht mehr loslässt. Sie meinte, der nette alte Herr solle doch noch mehr Abenteuer erleben und sein Wissen an Kinder weitergeben. Warum eigentlich nicht? Wollen wir mal sehen, was er gerade so macht:</strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>s ist ein gewöhnlicher Dienstagnachmittag. Manche ältere Menschen ziehen sich nach dem Mittagessen für gewöhnlich zurück, um ein Mittagsschläfchen zu machen. Herr und Frau Konfusi haben ein anderes Ritual. Während er sich in sein Arbeitszimmer zurückzieht, dort die Tageszeitung studiert, kuschelt sich seine Gemahlin mit einer Decke in ihre Leseecke und schmökert in einem Krimi oder einem Roman. Ein heimlicher Beobachter würde jedoch feststellen, dass beide hinter ihrer Lektüre nach einer gewissen Zeit ein kleines Nickerchen machen.<br />
Heute kommt jedoch Frau Konfusi ganz aufgeregt in das Arbeitszimmer ihres Mannes und hat eine Bitte an ihn:<br />
„Meine Leselampe funktioniert nicht mehr. Bist du so lieb und reparierst sie mir?! Ich lese gerade so ein spannendes Buch, einen Krimi und jetzt bin ich auf den letzten Seiten angelangt. Der Kommissar löst gerade den Fall.“<br />
„Ohje, ohje!“, plappert Bubi der Papagei, der sich angewöhnt hat immer auf Professor Konfusis Schulter zu sitzen und seinen Kommentar zu allem abzugeben. „Ohje, ohje!“ ist sein Lieblingskommentar, zumindest heute.<br />
Aber genau das sagt jetzt auch Professor Konfusi lächelnd zu seiner Frau. Der ältere Herr rückt seine Brille zurecht und steht auf, um der Bitte seiner Gemahlin nachzukommen.<br />
„Ach, da muss ich nur eine neue Glühbirne reinschrauben! Ich glaube ich habe noch eine passende dort in der Schublade“, erklärt er seiner Gattin.<br />
Doch so einfach gestaltet sich die Sache nicht, denn die Schublade klemmt. Sie öffnet sich nur einen kleinen Spalt. Der Professor rüttelt und schüttelt die Lade hin und her, aber sie lässt sich keinen Zentimeter weiter öffnen. Mit dem Stil eines Kochlöffels, den er seiner Frau aus der Küche stibitzt hat, stochert er in der Schublade herum und tatsächlich nach mühevoller Arbeit und zehn Minuten später öffnet sich diese. Allerdings findet er alle möglichen Utensilien in dieser Schublade, die schon lange in Vergessenheit geraten sind, aber leider keine Glühbirne. Aber immerhin die Schublade kann zur großen Freude von Bubi wieder einwandfrei geöffnet und geschlossen werden. Er pickt nämlich gleich mit dem Schnabel ein kleines Glöckchen an einem roten Band heraus und fliegt damit stolz im Zimmer umher.<br />
„Bubi! Jetzt hör aber mit diesem Blödsinn auf und geh in deinen Käfig. Ich habe jetzt keine Zeit für deine Spielchen!“, versucht Professor Konfusi seinem eigensinnigen Papagei zu erklären. Dieser lässt enttäuscht das Glöckchen fallen, ruft sein „Ohje, ohje!“ und versteckt sich beleidigt hinter dem großen Lesesessel.<br />
Nachdem der Professor sich nachdenklich am Kopf gekratzt hat, fällt ihm ein, dass in der Abstellkammer auch noch einige dieser Leuchtmittel auf Vorrat gelagert sein müssten. Damit hat er auch recht, doch sie befinden sich auf dem obersten Regalbrett. Tja und weil Professor Konfusi ein etwas kleinerer älterer Herr ist, kommt er ohne Leiter nicht da oben ran.<br />
„Wo ist denn jetzt wieder die Leiter!“, fragt er sich, um sich dann auch gleich die Antwort zu geben. „Die hat sich neulich mein Neffe ausgeliehen, aber natürlich nicht mehr zurückgebracht.“<br />
Im Keller gibt es jedoch noch eine kleinere Leiter mit nur zwei Trittstufen. Die wäre ausreichend. Also marschiert der Professor mit Bubi, der inzwischen wieder friedlich auf seiner Schulter sitzt, nach unten. Im Treppenhaus trifft er auf Marco, den Nachbarjungen.<br />
„Hallo Marco! Was machst du denn für ein verärgertes Gesicht?“, fragt ihn Professor Konfusi.<br />
„Ach ich wollte gerade mit dem Fahrrad zu meinem Kumpel zum Fußballspielen. Aber mein Fahrrad hat einen Platten und ich hab kein Flickzeug.&#8220;</p>
<p>&#8222;Ohje, ohje!&#8220;, meint Bubi.</p>
<p>„Na, da kann ich dir helfen. Komm einfach mit in den Keller. Dort hab ich irgendwo ganz sicher noch ein Reparaturset,“ fügt der hilfsbereite ältere Herr dem Kommentar seines vorlauten Papageis hinzu.<br />
Als er die Kellertür öffnet, blickt sich Marco neugierig um.<br />
„Wow! Das ist ja die reinste Schatzkammer!“<br />
„Ach, das sind alles Erinnerungsstücke!“, erklärt er dem Jungen und seine Augen leuchten, denn von diesen hier gelagerten alten und ein bisschen eingestaubten Dingen kann er sich nicht trennen.<br />
„Sie erzählen alle Geschichten, zum größten Teil aus meinem Leben!“<br />
„Ohje, ohje!“, kommentiert Bubi erneut.<br />
„Was ist das denn für ein altertümliches Gerät?“, fragt Marco und bleibt vor einem Kasten mit einem eigenartigen großen Trichter stehen.</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Beitragsfoto1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-1740 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Beitragsfoto1-1024x682.jpg" alt="1200px-Beitragsfoto" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Beitragsfoto1-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Beitragsfoto1-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Beitragsfoto1-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Beitragsfoto1.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a>„Oh ja, das ist ein tolles Ding. Es ist ein Grammophon so etwas wie ein Plattenspieler und damit haben meine Eltern Musik gehört und dazu getanzt“, erzählt der Professor.</p>
<p>„Einen Plattenspieler hatte mein Vater früher auch. Aber der ist irgendwann mal kaputt gegangen. Er hat nur noch die Schallplatten, aber die brauchen wir nicht mehr. Wir haben ja einen CD-Player.“<br />
„Ja, ja, so ein Ding hat uns mein Neffe auch einmal geschenkt. Auf diese kleinen silbernen Platten passen viel mehr Lieder drauf als auf eine Schallplatte. Aber die Romantik fehlt!“<br />
„Ich lauf schnell hoch und hole ein paar Schallplatten von meinem Vater, dann können wir es ausprobieren“, begeistert sich Marco für das altertümliche Gerät. „Mögen Sie die Beatles?“</p>
<p>&#8222;Ohje, ohje!&#8220;, mischt sich Bubi, der Papagei, ein. Er hat sich inzwischen auf einem Regal niedergelassen.<br />
„Das brauchst du nicht!“, hält Professor Konfusi den Jungen zurück. „Eure Schallplatten funktionieren auf meinem Grammophon nicht, aber ich habe noch viele alte Schellackplatten.“</p>
<p>„Schellack?“<br />
Marco hat noch nie etwas davon gehört und deshalb fährt der ältere Herr in seinen Erklärungen fort.<br />
„Schellack, das hängt mit Läusen zusammen.“<br />
„Igitt!“, meint Marco und kratzt sich am Kopf.<br />
„In Asien und Indien wird Schellack in großen Mengen gewonnen. Auf den Pappelfeigen, das sind Bäume, die dort wachsen, leben Lackschildläuse. Diese ernähren sich von den Pflanzensäften, scheiden diese allerdings auch wieder aus. Sie schützen dadurch ihre Brut, die vollkommen darin eingeschlossen wird. Dies musst du dir so ähnlich wie Harz vorstellen, es ist also eine sehr klebrige Angelegenheit.“<br />
„Ich hatte mal Harz an den Fingern, &#8211; ist ziemlich eklig!“, bestätigt Marco.<br />
&#8222;Diese Läuse leben also zunächst wie in einer Harzblase, durch die sie sich dann durchbohren,“ fährt der Professor fort. „Die Zweige und Äste des Baumes sind dadurch ebenfalls mit einer Harzschicht umgeben. Diese Äste schneidet man ab und sammelt sie. Nachdem man das Harz vom Holz getrennt hat, wird es gemahlen, gewaschen und in der Sonne getrocknet“.<br />
„Was sie alles wissen!“, staunt Marco. „Und daraus hat man diese Platten hergestellt? Dann kleben die ja.“<br />
„Nein,nein &#8211; man hat diese Platten hauptsächlich aus Gesteinsmehl, Tierhaaren und Kohlenstaub hergestellt. Schellack ist nur das Mittel, das alle diese Stoffe miteinander verbindet.“<br />
„Und weil es ohne Schellack nicht geht, nennt man sie Schellackplatten“, folgert Marco. „Macht man auch noch andere Dinge daraus?“<br />
„Ja, man benutzt diese Ausscheidungen der Lackschildlaus beispielsweise auch für Möbelpolitur, als Überzugsmittel für Medikamente oder als Glanzüberzug für Süßigkeiten.“<br />
Marco hat mit großen Augen zugehört, denn von diesem Schellack und dieser Lackschildlaus hat er zuvor noch nie etwas gehört. Was ihm weniger gefällt ist die Sache mit den Süßigkeiten. Darüber muss er noch einmal nachdenken. Aber jetzt interessiert ihn das Grammophon:<br />
„Und wie funktioniert das jetzt? Können wir mal eine Platte abspielen?“, will Marco wissen.<br />
Professor Konfusi geht zu einem Regal und zieht ein Päckchen heraus. Hierin sind gut eingewickelt die kostbaren Schellackplatten, von denen der ältere Herr eine auf den Plattenteller des Grammophons legt.<br />
„Schau her“, fordert er Marco auf. &#8222;Die Platte hat ganz viele Rillen in denen sozusagen die Musik liegt.“<br />
„Ja und ich habe auch schon die Nadel an dem Hebelarm gesehen, die müssen wir nur in die Rillen der Platte setzen“, ereifert sich Marco.<br />
„Doch zuvor muss man an dieser Kurbel drehen, damit die Spiralfeder aufgezogen wird und die ganze Sache in Schwung kommt. Das heißt, damit sich der Plattenteller mit der Schallplatte dreht.“<br />
„Und was ist das für eine Dose an der die Nadel hängt?“, will Marco noch wissen.</p>
<p><strong><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-außen.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-1735 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-außen-1024x682.jpg" alt="1200px-Dose außen" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-außen-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-außen-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-außen-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-außen.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a></strong><br />
„Das ist die Schalldose“, erklärt Professor Konfusi dem Jungen. &#8222;Wenn die Nadel durch die Wellenlinie der Rillen fährt, dann entstehen Schwingungen. Das heißt die Nadel wird ganz leicht hin und her bewegt. Diese Schwingungen werden auf die Schalldose übertragen.&#8220;</p>
<p>Weil Marco großes Interesse zeigt, schraubt der Professor die Schalldose auf.</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-innen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1737 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-innen-1024x682.jpg" alt="1200px-Dose innen" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-innen-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-innen-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-innen-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Dose-innen.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a>&#8222;Hier im Innern der Dose gibt es eine Membran, ein kleines dünnes Metallplättchen&#8220;, zeigt er dem Jungen. &#8222;Wenn sich die Schwingungen hierauf übertragen, dann werden sie in Schall, also in die Töne umgewandelt. Und du kannst die Musik hören.&#8220;</p>
<p>&#8222;Ach&#8220;, sagt Marco. &#8222;Und der Trichter verstärkt dann die Lautstärke?!“</p>
<p>&#8222;Richtig&#8220;, lobt ihn der ältere Herr.</p>
<p>„Darf ich kurbeln?“, fragt Marco, denn er möchte nun die Schellackplatte abspielen.</p>
<p>&#8222;Moment noch&#8220;, bittet ihn der Professor. &#8222;Erst stellen wir an diesem Regler die Geschwindigkeit ein, mit der sich die Platte drehen soll, damit die Musik weder zu schnell noch zu langsam abgespielt wird.&#8220;</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Geschwindigkeitsregler.-JPG.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1736 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Geschwindigkeitsregler.-JPG-1024x682.jpg" alt="1200px-Geschwindigkeitsregler. JPG" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Geschwindigkeitsregler.-JPG-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Geschwindigkeitsregler.-JPG-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Geschwindigkeitsregler.-JPG-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/08/1200px-Geschwindigkeitsregler.-JPG.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a>Danach kurbelt Marco zuerst und setzt dann die Nadel in die Rille, der sich drehenden Schallplatte. Die Nadel fährt nun die Rille entlang und die Beiden hören jetzt eine etwas verkratzte, leicht verrauschte und ein wenig blechern klingende Melodie, gespielt von einem Tanzorchester.</p>
<p>„Die Qualität kann man nicht mit den Schallplatten deines Vaters oder deinen CDs vergleichen. Aber man kann damit Musik hören“, meint der liebenswerte Professor und Marco ist sichtlich überrascht, dass aus diesem altertümlichen Grammophon Musik zu vernehmen ist.<br />
Er hat seinen platten Fahrradreifen und sein Fußballspiel total vergessen, so spannend fand er diese Vorführung und die Erläuterungen des Herrn Konfusi. Aber auch Professor Konfusi ist in Erinnerungen versunken und denkt kein bisschen mehr an seine eigentliche Suche und die Bitte seiner Frau. Am liebsten würde er jetzt nur diesen Klängen aus der Vergangenheit lauschen.<br />
Doch plötzlich geht die Kellertür auf und Frau Konfusis Kopf erscheint in dem Spalt. Schlagartig fällt ihrem Gatten ein, warum er eigentlich in den Keller gegangen ist.<br />
Und fast gleichzeitig ertönt von ihm und Bubi der Kommentar:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>„Ohje, ohje!“</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wer die erste Geschichte von Professor Konfusi noch nicht kennt, kann sie hier nachlesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/professor-konfusi/">Professor Konfusi</a></p>
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		<title>Arme kleine Gans</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/arme-kleine-gans/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Dec 2014 20:44:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weihnachten & Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Gans]]></category>
		<category><![CDATA[Gefriertruhe]]></category>
		<category><![CDATA[Keller]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Martinsgans]]></category>
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		<category><![CDATA[Weihnachtsgans]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Oktober bin ich des öfteren an einer Wiese vorbeigekommen, auf der viele Gänse schnatternd hin und her marschierten. Es war ein schöner Anblick, die weißen Gänse mit ihren orangefarbenen Schnäbeln auf der grünen Wiese und ich ärgerte mich jedes Mal, dass ich keinen Fotoapparat dabei hatte. Ich hätte dieses Bild gerne festgehalten, zumal ich etwas wusste, wovon diese Tiere nicht im Entferntesten etwas ahnten:  Sie werden gefüttert, um zu sterben. Sie werden sozusagen ihr Leben für uns oder besser gesagt für unseren Genuss opfern. Einige von ihnen werden als Martinsgans und andere als Weihnachtsgans enden. Mir fiel auf einmal das Märchen von der Weihnachtsgans Auguste ein (im Original von Friedrich Wolf / vgl.: https://kielikompassi.jyu.fi/kookit0405/saksa/karte4/Augustedrucken.pdf , Stand 7.12.2014): Hier hatte der Vater eine lebende und gut genährte Gans vom Markt mit nach Hause gebracht und erntete allgemeine Begeisterung. Der Vater hatte schon den köstlichen Geruch des Weihnachtsessens in der Nase: Gänsebraten mit Rotkraut und Klößen. Die Gans wurde in den Keller gebracht, wo sie in eine Kiste gesetzt wurde und den Kindern erlaubte man sie &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Oktober bin ich des öfteren an einer Wiese vorbeigekommen, auf der viele Gänse schnatternd hin und her marschierten. Es war ein schöner Anblick, die weißen Gänse mit ihren orangefarbenen Schnäbeln auf der grünen Wiese und ich ärgerte mich jedes Mal, dass ich keinen Fotoapparat dabei hatte. Ich hätte dieses Bild gerne festgehalten, zumal ich etwas wusste, wovon diese Tiere nicht im Entferntesten etwas ahnten: </strong></p>
<p><span class="dropcap">S</span>ie werden gefüttert, um zu sterben. Sie werden sozusagen ihr Leben für uns oder besser gesagt für unseren Genuss opfern. Einige von ihnen werden als Martinsgans und andere als Weihnachtsgans enden.<br />
Mir fiel auf einmal das Märchen von der Weihnachtsgans Auguste ein (im Original von Friedrich Wolf / vgl.: https://kielikompassi.jyu.fi/kookit0405/saksa/karte4/Augustedrucken.pdf , Stand 7.12.2014):<br />
Hier hatte der Vater eine lebende und gut genährte Gans vom Markt mit nach Hause gebracht und erntete allgemeine Begeisterung. Der Vater hatte schon den köstlichen Geruch des Weihnachtsessens in der Nase: Gänsebraten mit Rotkraut und Klößen. Die Gans wurde in den Keller gebracht, wo sie in eine Kiste gesetzt wurde und den Kindern erlaubte man sie jeden Tag eine Stunde im Garten spazieren zu führen. Die Kinder liebten die Gans und gaben ihr den Namen Auguste. Der kleine Peterle befürchtete bald, dass die Gans im Keller frieren könnte. Mit seiner Schwester holte er sie eines nachts heimlich hoch in das Kinderzimmer, aber weil die Gans so laut schnatterte und im Treppenhaus wild herum flog, bemerkten die Mutter und die Hausgehilfin das Treiben. Weil Peterle so sehr weinte und immer wieder darum bat, dass Auguste im Kinderzimmer schlafen sollte, willigte die Mutter schließlich ein. Und so wurde die Freundschaft zwischen Peterle und Auguste immer stärker und enger. Weihnachten nahte und der Vater freute sich auf seinen Gänsebraten und er befahl die Gans zu schlachten und zu rupfen. Da dies weder die Mutter, noch die Hausgehilfin über das Herz brachten, sollte dies der Hausherr selbst tun, der auch sogleich mit Auguste in den Garten marschierte. Doch die Gans flatterte wie wild umher, schnatterte und schimpfte so lautstark, dass der Vater sein Vorhaben zur Freude aller Familienmitglieder aufgeben musste. Da das Schlachten der Gans sich so schwierig erwies, ersann sich der Vater eine List. Er mischte unter das Fressen so viele Schlaftabletten, dass er damit selbst einen gestandenen Mann ins Jenseits hätte befördern können. Die Gans begann auch zu torkeln und schlief tatsächlich ein. So rupfte die weinende Hausgehilfin die scheinbar tote Gans Auguste noch in der gleichen Nacht und legte sie in die Speisekammer. Doch am nächsten Morgen kam ihr die schnatternde und nackte Auguste aus der Speisekammer entgegen. So hatte die Gans das Weihnachtsfest nahezu unbeschadet überstanden, bekam für den Winter einen schönen warmen Pullover gestrickt und im Frühjahr wuchsen ihr wieder neue Federn. Die Gans war fortan der Liebling der ganzen Familie und lebte noch viele Jahre.<br />
„Dieses Glück wird keiner einzigen Gans auf der Oktoberwiese hier widerfahren, denn es ist recht unwahrscheinlich, dass jemand ein echtes persönliches Verhältnis zu diesen Gänsen hat“, überlege ich mir so. Deshalb sind dann auch im Dezember die Wiesen leer, alle Gänse sind verschwunden. Mal ehrlich, jeder von uns weiß, wo sie jetzt sind. Nicht der vielbesungene Fuchs hat sie gestohlen, sondern sie liegen gerupft und tiefgefroren in den Gefriertruhen der Supermärkte oder vielleicht sogar schon in den unseren.<br />
Während es bei meinen Eltern am Heiligen Abend keineswegs einen Gänsebraten gab, war dies in der Familie meines Mannes schon Tradition bevor ich diesen kennengelernt habe. Bei uns zu Hause gab es am Abend des 24. Dezembers immer Bratwurstschnecken mit Kartoffelsalat, aber schon am nächsten Tag stand auch bei uns das Geflügel traditionsgemäß auf dem Tisch.<br />
Das mit der Gefriertruhe und den Gänsen ist so eine Sache. Man muss immer rechtzeitig vorplanen, wenn man auf seinen Gänsebraten zum Weihnachtsfest nicht verzichten will. Der Unterschied zu früher besteht lediglich darin, dass kaum jemand noch die Weihnachtsgans selbst schlachtet und rupft.<br />
Man sollte also seinen Einkauf frühzeitig tätigen und auch für ausreichend Platz in der Gefriertruhe oder im Gefrierschrank sorgen, aber das ist wohl jeder Hausfrau und auch jedem Hausmann wohlbekannt.<br />
Es ist schon ein paar Jahrzehnte her, als sich folgende Geschichte im Kreise der Familie meines Mannes ereignete:<br />
Peter besuchte regelmäßig seine Großeltern, die ca. 30 Kilometer von seinem Elternhaus entfernt wohnten. So auch irgendwann in der Adventszeit.<br />
„Hol doch mal eine Flasche Wein aus dem Keller“, bat ihn die Oma bei einem seiner Besuche. Peter, der sich auf ein Gläschen Wein freute, ging auch sogleich hinunter. Dieser Keller war für ihn geheimnisumwittert, denn es war ein alter Gewölbekeller, der vielleicht noch einige Schätze barg. So hatte sein Großvater in Peters Kleinkindtagen bei Grabungen während des Ausbaus des Kellers alte Töpfe und Gefäße aus dem Mittelalter gefunden, die jetzt im Stadtmuseum zu besichtigen sind. Man kann sich also vorstellen, dass der Keller für den Einen eher geheimnisvoll und für den Anderen eher furchteinflößend erscheinen mag. Während Peter zu den Einen gehört, würde ich mich eher zu den Anderen zählen.<br />
Peter suchte sich aus dem Weinregal eine Flasche Rotwein heraus und blickte sich anschließend noch ein wenig im Keller um. Dabei fiel ihm ein Geräusch auf, das ihn etwas verwunderte.<br />
Peter ließ seinen Blick auf der Suche nach der Geräuschquelle nochmals umher schweifen und wurde auch fündig. Dieses Brummen kam von der Gefriertruhe in der Ecke.<br />
„Seltsam“, wunderte sich Peter. „Oma hat doch die Gefriertruhe außer Betrieb gesetzt.“ Er erinnerte sich genau daran, dass seine Großmutter gemeint hatte, für sich und Opa müsse sie nicht mehr so eine große Vorratshaltung und damit einhergehend eine große Gefriertruhe betreiben. Ein kleines Gefrierfach würde ihr genügen.<br />
Hier konnte nur ein Versehen vorliegen.<br />
„Oder vielleicht hat einer der Mieter und damit Mitnutzer des großes Kellers etwas in die Gefriertruhe gelegt“, überlegte Peter.<br />
Er öffnete die Truhe und schaute hinein. Was er sah waren nur die leeren Körbe. Sonst nichts.<br />
„Das kostet nur Strom“, schlussfolgerte er für sich.<br />
In der Annahme, dass jemand die Truhe genutzt, aber nach der Leerung anschließend vergessen hatte diese von der Stromversorgung zu trennen, zog er kurzentschlossen den Stecker und ging wieder nach oben zu seinen Großeltern. Dort freute man sich über den guten Tropfen Rotwein und unterhielt sich über dies und das, aber nicht über die Gefriertruhe. Diese war in Vergessenheit geraten, weil Peter der ganzen Sache auch kein Gewicht zugemessen hatte.<br />
Drei Wochen später oder besser gesagt, zwei Tage vor Weihnachten gab es jedoch großes Geschrei in der Familie meines Mannes: Es fing alles damit an, dass Peters Oma selbst hinunter in den Keller ging. Jeder kann sich bestimmt denken, was der Grund für diesen Gang war. Sie ging geradewegs auf die Gefriertruhe zu und öffnete diese. Als ihr beim Öffnen ein seltsamer Geruch entgegen kam, ahnte sie etwas Fürchterliches, das sich bei näherem Hinsehen auch bestätigte. Ihre schöne große Weihnachtsgans, die unter den leeren Körben in der einen Ecke der Truhe lag, war aufgetaut und stank vor sich hin. Ein Blick auf den Stecker entriss ihr einen Schreckensschrei.<br />
„Wer hat den Stecker gezogen?“, brüllte sie durch den Keller, dessen Gewölbe die Frage echoartig zurückwarf.<br />
Wütend marschierte sie nach oben und direkt an das Telefon. Sie rief ihre Tochter, Peters Mutter an, denn in ihrem Kopf verhärtete sich ein Verdacht.<br />
„Das war Oma. Sie braucht ganz dringend eine Weihnachtsgans,“ erzählte Peters Mutter nach dem Telefonat.<br />
„Das wird schwierig werden, so zwei Tage vor dem Fest!“, erwiderte Peters Vater und Peter erkundigte sich:<br />
„Wieso? Hat sie vergessen eine rechtzeitig zu bestellen?“<br />
„Das wohl nicht“, kam die Erklärung. „Aber jemand hat den Stecker der Gefriertruhe gezogen und jetzt kann sie die Weihnachtsgans wegwerfen.“<br />
„Das war ich neulich“, bestätigte Peter wahrheitsgetreu und nichtsahnend. „Aber ich habe vorher reingeguckt und die Truhe war leer. O D E R ?“</p>
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		<title>Chaotischer Umzug</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Oct 2014 11:47:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Blumen]]></category>
		<category><![CDATA[Chaos]]></category>
		<category><![CDATA[Keller]]></category>
		<category><![CDATA[Kisten]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich hatte ja an anderer Stelle schon erzählt, dass wir vor 18 Jahren von den alten in die neuen Bundesländer gezogen sind, genauer gesagt: Von Darmstadt nach Cottbus. Allerdings habe ich unseren Umzug noch nicht geschildert. Zu einer ganz normal chaotischen Familie gehört nämlich auch ein chaotischer Umzug: Den Tag bevor die Möbelpacker kamen, feierte unser Sohn seinen 7. Geburtstag, das heißt, ich hatte das Haus voller kleiner in Kostümen steckender Kinder. So kam ich wenigstens nicht zum Nachdenken und zum Traurigsein, denn ein Umzug über 600 Kilometer ist schon ein tiefer Einschnitt in das bisherige Leben. Dieses Gefühl überfiel mich jedoch an dem Morgen als die Umzugswagen vor unserer Haustür standen. Schlagartig schossen mir die Tränen in die Augen. Doch es war keine Zeit zum Weinen und Traurigsein, denn schon bevölkerten die Möbelpacker die Wohnung. Sie griffen sich die gepackten Kisten, rannten kreuz und quer durch die Wohnung und erklärten uns: „Die persönlichen Dinge, die nicht mit in die Möbeltransporter sollen, bitte in die Badewanne legen. Dann wissen wir Bescheid!“ Wir taten so, wie &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich hatte ja an anderer Stelle schon erzählt, dass wir vor 18 Jahren von den alten in die neuen Bundesländer gezogen sind, genauer gesagt: Von Darmstadt nach Cottbus. Allerdings habe ich unseren Umzug noch nicht geschildert. Zu einer ganz normal chaotischen Familie gehört nämlich auch ein chaotischer Umzug:</strong></p>
<p><span class="dropcap">D</span>en Tag bevor die Möbelpacker kamen, feierte unser Sohn seinen 7. Geburtstag, das heißt, ich hatte das Haus voller kleiner in Kostümen steckender Kinder. So kam ich wenigstens nicht zum Nachdenken und zum Traurigsein, denn ein Umzug über 600 Kilometer ist schon ein tiefer Einschnitt in das bisherige Leben.<br />
Dieses Gefühl überfiel mich jedoch an dem Morgen als die Umzugswagen vor unserer Haustür standen. Schlagartig schossen mir die Tränen in die Augen. Doch es war keine Zeit zum Weinen und Traurigsein, denn schon bevölkerten die Möbelpacker die Wohnung. Sie griffen sich die gepackten Kisten, rannten kreuz und quer durch die Wohnung und erklärten uns:<br />
„Die persönlichen Dinge, die nicht mit in die Möbeltransporter sollen, bitte in die Badewanne legen. Dann wissen wir Bescheid!“<br />
Wir taten so, wie uns befohlen wurde. Ich überlegte mir genau, was wir in den nächsten beiden Tagen brauchen würden, denn wir wollten bei meiner Mutter das bevorstehende Wochenende verbringen und am Sonntag von dort weiterfahren in die zukünftige Heimat. Dann wollten wir eine Nacht (von Sonntag auf Montag) in der leeren neuen Wohnung schlafen und am Montagmorgen würden unsere Möbel und alles Weitere kommen. Eine aufregende Zeit stand uns bevor.<br />
Ich legte also auch solche Sachen wie Decken und Luftmatratzen etc. in die Badewanne, um dann zum Hähnchengrill zu fahren und für die gesamte Mannschaft das Mittagessen zu besorgen.<br />
Eine halbe Stunde später parkte ich wieder hinter dem Möbeltransporter und was sahen meine Augen?<br />
„Halt!“, rief ich und sprang aus dem Auto. „Wo haben Sie das denn her?“<br />
„Das lag in der Badewanne!“, kam auch prompt die Antwort wieder zurück.<br />
„Das muss wieder ins Haus zurück!“, befahl ich, „das brauchen wir doch, deshalb lag es ja in der Badewanne!“<br />
„Das muss einem ja mal gesagt werden“, meinte der Möbelpacker nur und ich fragte mich insgeheim, ob denn hier die rechte Hand wisse, was die linke tut. Diese Frage sollten wir uns während unseres Umzuges noch mehrmals stellen.<br />
In der alten Wohnung hatten wir eine kleine Küche, aber soviel geerbte und dazu gehörige Küchenmöbel, dass wir einige davon im Keller untergebracht hatten. In der künftigen Wohnung sollte der entsprechende Raum noch kleiner sein, obwohl der restliche Wohnungbereich über zwei Etagen riesig war. Da wir allerdings planten ein Haus zu bauen, schafften wir uns keine neuen Küchenmöbel an und somit hatte Peter bereits ausgetüftelt, welche Küchenmöbel aus dem Keller kombiniert mit denen aus der alten Küche in der neuen stehen und welche wiederum im Keller landen sollten.<br />
„Ich habe alles genauesten beschriftet und nummeriert, damit die Möbelpacker wissen, welche Teile sie zusammen in ein Auto packen müssen und welche Teile in die Wohnung und welche in den Keller gehören“, erklärte er mir.<br />
„Peter hat sich wirklich Mühe gegeben mit der Küchenplanung und somit wird auch alles klappen!“, dachte ich mir.<br />
Ich war der Meinung, dass dies eine große Hilfe für die Arbeiter sei. Soweit die Theorie. In der Praxis sah die Sache dann allerdings komplett anders aus: Den Möbelpackern war die Beschriftung der Küchenteile vollkommen egal und so luden sie sozusagen alles kreuz und quer ein. Auch teilten sie beispielsweise unseren großen mehrtürigen Kleiderschrank auf zwei Transportfahrzeuge auf: Die Türen in den einen Wagen und den Korpus in den anderen. Wie das alles dann in der neuen Wohnung entladen und aufgebaut werden würde, sollte eine Überraschung sein.</p>
<p>Am Freitagabend war dann endlich alles verladen. Wir verabschiedeten uns von unseren Vermietern, Freunden und Bekannten in Darmstadt. Dann fuhren wir zu meiner Mutter, die 100 Kilometer entfernt lebte und verbrachten dort einen ruhigen Samstag in voller Erwartung, was nun alles noch so passieren würde in unserem zukünftigen Leben. Sonntagvormittag ging es dann los. Meine Mutter kam zur Unterstützung ebenfalls mit nach Cottbus.<br />
Die Nacht in der neuen und vollkommen leeren Wohnung verbrachten wir auf Luftmatratzen schlafend.<br />
Bei unseren vorangegangenen Besuchen in Cottbus hatte man uns berichtet:                            „Hier regnet es seltener als im übrigen Deutschland, eigentlich fast nie.“                                  <span style="line-height: 1.73;">Stimmt, muss ich im Nachhinein bestätigen, aber an diesem besagten Julitag schüttete es aus Kübeln. Der Regen des gesamten Jahres schien sich an diesen einen Tag über Cottbus zu ergießen. Jeder kann sich vorstellen, dass dies der Traum aller Menschen ist, die gerade auf die Möbelwagen warten. Ja, wir warteten und warteten. Morgens um 8 Uhr wollten sie eigentlich ankommen.</span></p>
<p>Wir standen schon seit geraumer Zeit an den Fenstern unserer leeren Wohnung im dritten Stock und überblickten von dort aus das gesamte Neubaugebiet. Nichts! Auch um 10 Uhr war kein Möbeltransporter gesichtet worden. Langsam wurden wir immer nervöser.<br />
„Wir müssen unbedingt in Darmstadt bei dem Transportunternehmen anrufen, vielleicht wissen die was passiert ist“, meinte ich.<br />
„Durch den starken Regen in ganz Deutschland, kommen die Transporter nur sehr langsam voran“, erklärte man uns am Telefon. „Aber sie kommen!“<br />
Gegen Mittag sahen wir sie dann endlich um die Ecke biegen. Sie hatten sogar noch einen Aufzug am letzten Wagen angehängt und mussten deshalb nochmals langsamer fahren.<br />
“Jetzt sind sie jedenfalls schon mal da!“, atmete ich erleichtert auf und das Chaos nahm seinen Anfang:<br />
Der Regen hatte keineswegs nachgelassen, sondern sich eher noch zu einem ausgewachsenen Wolkenbruch verstärkt. In strömendem Regen bauten die Arbeiter erst einmal den Aufzug auf, um dann klitschnass in die Mittagspause zu gehen.<br />
Danach hatte der Regen zwar nicht aufgehört, aber für ein paar Minuten nachgelassen. Voller Tatendrang gingen die Möbelpacker an ihre Arbeit. Sie schafften Kisten für Kisten und einige Möbelstücke, darunter auch die Küchenmöbel, nach oben. Inzwischen goss es wieder so fürchterlich, dass der gesamte Erdboden schon völlig aufgeweicht war. Der Kran, der in einem Bereich stand, der später einmal Rasen werden sollte, war vollkommen im Matsch eingesunken. Somit war die Standfestigkeit nicht mehr gegeben.<br />
„Wir müssen den Kran leider abbauen!“, verkündete der Chef der Truppe zum Leidwesen seiner Arbeiter, denn diese mussten jetzt alle Möbel über das Treppenhaus hochtragen. Doch es sollte noch schlimmer kommen:<br />
„Was ist das denn!“, hörte ich plötzlich meinen Mann aufgeregt rufen. „Wieso in aller Welt habe ich alles beschriftet?“<br />
Bedingt durch die mangelnde Logistik beim Einräumen der beiden Möbeltransporter waren die einzelnen Küchenmöbel für die Wohnung und den Keller durcheinander geraten und niemand von den Arbeitern hatte auf die Beschriftungen meines Mannes geachtet. Sie hatten einfach alles mit dem Aufzug nach oben geschafft, auch die Teile für den Keller. Und: Im Keller standen die Teile für die Küche und gehörten somit nach oben.<br />
„Na toll!“, ärgerte sich nun auch die gesamte Mannschaft. Jetzt, da der Aufzug abgebaut worden war, mussten sie die schweren Möbelstücke über die Treppen von oben nach unten und von unten nach oben schleppen.<br />
„Das fängt ja gut an!“,überlegte ich mir missmutig.<br />
Unserem siebenjährigen Sohn allerdings schien der Umzug Freude zu bereiten, denn er trug geschäftig kleine Dinge in sein Zimmer. Ich jedoch hatte das Gefühl immer mehr im Chaos zu versinken, ohne einen wirklichen Fortschritt zu sehen. Mein Mann half inzwischen den Möbelpackern beim Schleppen und dirigierte die Dinge in die richtige Richtung, denn außer ihm schien nun keiner mehr zu wissen, was wohin musste.<br />
Mitten in diesem Durcheinander klingelte es plötzlich an der Wohnungstür.<br />
„Was ist denn jetzt wieder los?“, sah ich fragend und irgendwie hilflos in die Runde. „Wer kommt nun noch? Uns kennt doch hier noch niemand!“<br />
Etwas verlegen und sichtlich irritiert stand ein junger Mann vor der offenen Wohnungstür. In seiner Hand hielt er etwas Verpacktes, das er mir überreichte und das seinen Inhalt vermuten ließ: Ein Blumenstrauß!<br />
„Von wem ist der?“, fragte ich, doch da eilte der Fleuropbote schon die Treppen hinunter. Wahrscheinlich wollte er so schnell wie möglich dem Chaos entrinnen.<br />
Nun saß ich tränenüberflutet inmitten des Durcheinanders auf einer Umzugskiste und hielt einen wunderschönen Blumenstrauß von meiner Freundin, wie mir die beiliegende Karte verriet, in den Händen. (Diese Freundin war vor zwei Jahren von Darmstadt nach Gotha gezogen, wie ich bereits in einer vorangegangenen Geschichte erzählt habe.)<br />
Ich kann mich nicht mehr erinnern, aus welchen verschiedenen Blumen der Strauß zusammengestellt war, aber an meine große Freude und meine Tränen schon. (Beides überfällt mich übrigens heute noch, wenn ich daran denke.)<br />
„Ich hol eine Vase!“, bot sich Timo sogleich an. „In welcher Kiste sind die Vasen?“<br />
Da war ich nun vollkommen überfragt. Die Umzugskartons trugen zwar alle Beschriftungen, aber wo jetzt ausgerechnet derjenige mit dem Schriftzug „Vasen“ stand, konnte ich unter meinem Tränenschleier nicht erkennen. Selbst einen Eimer konnte zum jetzigen Zeitpunkt keiner ausfindig machen. Zum Glück stand plötzlich der Hausmeister vor der Tür, der mir dann auch in meiner Not ein Gefäß für meine Blumen organisierte.<br />
Abschließend sei noch bemerkt, dass wir das Chaos bewältigt haben, um nach zwei Jahren einen erneuten Umzug innerhalb des gleichen Neubaugebietes in unser eigenes Haus vorzunehmen. Dieses Mal blieb allerdings ein derartiges Chaos aus, alles ging wohlorganisiert und geradlinig von statten.</p>
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