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	<title>Bushaltestelle &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Der Verfolger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Apr 2016 14:07:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Konfusi-Geschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[Frau Konfusi hatte letzte Woche Geburtstag. Sie hatte die Hausgemeinschaft zu einem kleinen Kaffeeklatsch eingeladen und allen ausdrücklich gesagt, dass sie keine Geschenke möchte. Naja, wie das eben so ist, ab einem gewissen Alter hat man eigentlich schon alles und freut sich hauptsächlich über den lieben Besuch. Ja, das ist die eine Seite. Aber auf der anderen Seite stehen die Gäste und die wollen nicht mit leeren Händen kommen. Also hatte doch jeder eine Kleinigkeit mitgebracht. So standen am Abend ein Blumenstrauß, ein Alpenfeilchen, eine Schachtel Pralinen und eine Flasche Sekt auf der Wohnzimmeranrichte. Zwischen diesen Geschenken lagen noch zwei Gutscheine. Marco hatte im Auftrag der Hausgemeinschaft zwei Eintrittskarten für einen Tierparkbesuch beschafft und es Frau Konfusi feierlich mit den Glückwünschen überreicht. „Ich hoffe, Sie und Ihr Mann haben viel Spaß! Jetzt im Frühling ist es nämlich besonders schön im Tierpark!“, hatte er ihr gesagt. „Oh danke! Damit macht ihr uns eine ganz besondere Freude. Ich danke euch allen ganz herzlich!“ Frau Konfusi war sichtlich gerührt gewesen von dieser netten Geste. Zu diesem Zeitpunkt ahnte sie allerdings &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frau Konfusi hatte letzte Woche Geburtstag. Sie hatte die Hausgemeinschaft zu einem kleinen Kaffeeklatsch eingeladen und allen ausdrücklich gesagt, dass sie keine Geschenke möchte. Naja, wie das eben so ist, ab einem gewissen Alter hat man eigentlich schon alles und freut sich hauptsächlich über den lieben Besuch.</strong></p>
<p><span class="dropcap">J</span>a, das ist die eine Seite. Aber auf der anderen Seite stehen die Gäste und die wollen nicht mit leeren Händen kommen. Also hatte doch jeder eine Kleinigkeit mitgebracht. So standen am Abend ein Blumenstrauß, ein Alpenfeilchen, eine Schachtel Pralinen und eine Flasche Sekt auf der Wohnzimmeranrichte. Zwischen diesen Geschenken lagen noch zwei Gutscheine.<br />
Marco hatte im Auftrag der Hausgemeinschaft zwei Eintrittskarten für einen Tierparkbesuch beschafft und es Frau Konfusi feierlich mit den Glückwünschen überreicht.<br />
„Ich hoffe, Sie und Ihr Mann haben viel Spaß! Jetzt im Frühling ist es nämlich besonders schön im Tierpark!“, hatte er ihr gesagt.<br />
„Oh danke! Damit macht ihr uns eine ganz besondere Freude. Ich danke euch allen ganz herzlich!“ Frau Konfusi war sichtlich gerührt gewesen von dieser netten Geste. Zu diesem Zeitpunkt ahnte sie allerdings noch nicht, dass dieser Ausflug ein unvergessliches Erlebnis werden sollte.<br />
Heute nun soll es in den Tierpark gehen, aber leider ist Professor Konfusi verhindert. Er hat einen Anruf bekommen und soll einen Kollegen vertreten, der einen Autounfall hatte.<br />
&#8222;Da kann man nichts machen&#8220;, sagt er zu seiner Frau. &#8222;Entweder wir verschieben die Sache oder du nimmst einfach Marco mit. Heute ist das Wetter hervorragend, das solltet ihr nutzen. Wer weiß, wie lange ich den Kollegen noch vertreten muss.&#8220;<br />
Als Frau Konfusi Marco diesen Vorschlag unterbreitet, huscht ein Strahlen über das Gesicht des Jungen, aber es erlischt auch sogleich wieder. Verlegen tritt er von einem Fuß auf den anderen, denn eigentlich war ja das Geschenk nicht für ihn gedacht, aber weil Frau Konfusi sich nicht von dieser Idee abbringen lässt, willigt er dann doch freudig ein.<br />
Es ist ein schöner Nachmittag und die beiden genießen den Tierparkbesuch sehr. Frau Konfusi ist ganz fasziniert von den Erdmännchen, den Papageien und den süßen kleinen Äffchen. Marco hingegen kann sich nicht an den Kängurus satt sehen. Besonders das eine ganz hinten in der Ecke des Geheges  hat es ihm angetan. Es sitzt da und knabbert genüsslich an einem Zweig, den es in seinen Vorderpfoten hält. Plötzlich blickt es auf und schaut Marco direkt an. Es macht ein paar Sprünge in Marcos Richtung, so als wolle er Kontakt mit dem Jungen aufnehmen.<br />
„Marco, willst du auch ein Eis? Schokolade oder Vanille?“, ruft ihm in diesem Moment Frau Konfusi zu.<br />
„Vanille mag ich am liebsten“, antwortet Marco und wendet sich Frau Konfusi zu.<br />
Da die Beiden nun mittlerweile schon alle Tiere gesehen haben, beschließen sie wieder nach Hause zu laufen, ohne noch einmal den Blick in das Kängurugehege zu werfen. Der Weg ist nicht so weit, nur durch den großen Stadtpark und dann noch fünfzehn Minuten zu Fuß.<br />
Für Karl ist es Liebe auf den ersten Blick. Er sieht den Jungen und dann gibt es für ihn kein Halten mehr.<br />
&#8222;Er sieht so nett aus!&#8220;, denkt er. Ich will zu ihm! Vielleicht hat er ja was für mich!&#8220;<br />
So beschließt er durch den kaputten Zaun zu schlüpfen und dem Jungen und der älteren Dame zu folgen. Durch den gesamten Stadtpark hat er sie inzwischen schon verfolgt. Zum Glück ist der Park um diese Zeit bereits menschenleer. So hat ihn bisher niemand bemerkt.  Auch auf dem restlichen Weg begegnet ihnen niemand. Karl ist guter Dinge und hüpft fröhlich, aber immer in einem gewissen Abstand hinter den Beiden her.<br />
Inzwischen ist er schon weit von seinem Zuhause entfernt und ein bisschen mulmig ist ihm auch zumute.<br />
„Ob sie mich Zuhause schon vermissen?“, fragt er sich insgeheim.<br />
Aber seine Neugierde und seine Liebe zu dem Jungen ist stärker, also läuft und hüpft er weiter. Immer wenn Marco und Frau Konfusi irgendwo stehenbleiben, tut Karl dies auch.<br />
&#8222;Ich muss vorsichtig sein, denn sie sollen mich nicht entdecken. Erst will ich sehen, wo die Beiden wohnen&#8220;, überlegt Karl, der Verfolger. &#8222;Dann kann ich sie immer wieder heimlich besuchen.&#8220;<br />
Einmal dreht sich Marco um, weil er glaubt etwas gehört zu haben. Weil Karl jedoch nicht entdeckt werden will, muss er sich ganz schnell verstecken. Gerade noch rechtzeitig huscht er hinter eine Bushaltestelle, wo er sich ins Gras setzt. Müde ist er inzwischen geworden und hungrig ist er auch.<br />
„Was ist denn Marco?“, fragt Frau Konfusi, die bemerkt hat, dass der Junge sich während des Laufens umgedreht hat.<br />
„Ach nichts“, erklärt er schnell. „Ich glaube gerade ist meine Fantasie mit mir durchgegangen. Ich habe doch tatsächlich gedacht, ich hätte gerade …..“<br />
Genau in diesem Moment sieht die ältere Dame weit entfernt Professor Konfusi. Dieser beginnt plötzlich wild zu gestikulieren und zückt sein Handy.<br />
&#8222;Schau mal!&#8220;, unterbricht sie Marco. &#8222;Dort kommt mein Mann. Er will uns sicher abholen. Aber warum winkt er denn so wild? Und sein Handy benutzt er auch, &#8211; das tut er doch nur in Notfällen.&#8220;<br />
Irgendetwas scheint nicht zu stimmen, denn Professor Konfusi wirkt sehr aufgeregt und hat auch seinen Schritt beschleunigt. Gerade als die Drei aufeinander treffen, kommen Polizei und Feuerwehrauto mit Martinshorn angerauscht und sausen an ihnen vorbei. Durch den Lärm hat Frau Konfusi leider nicht verstanden, was ihr Gatte sagt. Zum Nachfragen kommt sie jedoch nicht mehr, denn die Ereignisse überstürzen sich.<br />
Auch aus der entgegengesetzten Richtung kommen noch zwei weitere Polizeiautos. Eines davon hält direkt vor ihnen. Die Martinshörner sind verstummt und ein Polizist kommt auf sie zu.<br />
„Würden Sie bitte zu ihrer eigenen Sicherheit zu uns ins Polizeiauto einsteigen?“<br />
„Um Gottes Willen! Was ist denn passiert?“, will Frau Konfusi wissen, lässt sich aber in Richtung Polizeiauto schieben und setzt sich mit Marco und dem Professor hinein.<br />
„Ihr werdet verfolgt“, erklärt Professor Konfusi ganz aufgeregt.<br />
„Verfolgt?“<br />
&#8222;Sie haben uns alarmiert?&#8220;, richtet jetzt der Polizist das Wort an Professor Konfusi, der diese Frage nickend bestätigt.<br />
Nach einer kurzen Pause wendet sich der Polizist zu den Dreien um und erklärt ihnen:<br />
„Aus dem Tierpark ist vorhin ein Känguru durch einen defekten Zaun im Gehege entwischt. Wie uns die Tierparkleitung mitteilte, muss es durch den Stadtpark in diese Richtung gelaufen sein. Wir waren deshalb schon hier in der Gegend unterwegs, als uns der Anruf von Professor Konfusi ereilte. So wie es aussieht, wurden Sie von dem Känguru verfolgt.&#8220;<br />
Frau Konfusi schnappt nach Luft. &#8222;Um Himmels willen&#8220;, ertönt es aus ihrer Kehle.<br />
„Da hab ich wohl doch nicht geträumt oder fantasiert“, sagt Marco, wird aber durch einen Funkspruch unterbrochen.<br />
&#8222;Die Gefahr ist gebannt&#8220;,erklärt er Polizist nun. &#8222;Karl, das Känguru hat sich dort hinten an der Bushaltestelle niedergelassen und meine Kollegen konnten es mithilfe eines Tierpflegers wieder einfangen.“<br />
Jetzt breitet sich im Auto Erleichterung aus und alle müssen über den Verfolger lachen, der dies anscheinend nicht zum ersten Mal gemacht hat.<br />
„Euch kann man nicht einmal allein in den Tierpark gehen lassen!“, lächelt der Professor. „Stellt euch nur einmal vor, das Känguru hätte mit euch boxen wollen…“</p>
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<p>*Ein kurzer Zeitungsbericht von 2 Kängurus, die aus einem Tierpark entlaufen sind und von denen eines an einer Bushaltestelle gefunden wurde, hat mich zu dieser Geschichte inspiriert.</p>
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<p>Vielleicht möchtet Ihr noch diese Geschichten von Professor Konfusi lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/professor-konfusi/">Professor Konfusi</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/marco-braucht-hilfe/">Marco braucht Hilfe</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/eiskalt/">Eiskalt</a></p>
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