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	<title>aufgehoben &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Aus der Schulzeit meiner Mutter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Apr 2016 22:02:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
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					<description><![CDATA[Als unser Sohn in die dritte Grundschulklasse ging, sprachen sie im Sachunterricht über die Schule in früheren Zeiten. Sie sollten die Eltern und Großeltern zu diesem Thema befragen. Klar, dass ich ihm sofort über meine Schulzeit berichtet habe. Doch auch von seiner Oma wollte er wissen, wie es damals so in der Schule war. Da wir allerdings 600 Kilometer von den Großeltern entfernt wohnten, rief er meine Mutter an und stellte ihr Fragen. Sie notierte sich diese und schrieb ihm damals einen ausführlichen Brief, in welchem sie über ihre Schulzeit berichtete. Diesen Brief habe ich wieder gefunden, denn ich habe ihn die ganzen Jahre für unseren Sohn aufbewahrt. Dieses Jahr zu Weihnachten schenkte er seiner Oma ein Buch, in dem sie Fragen zu ihrem Leben beantworten soll. Der Brief und die Fotos von damals werden hierin einen Platz finden. Auch meine Mutter hat sich gefreut, als ich ihr diesen Brief neulich zeigte. Sie ist damit einverstanden, dass ich heute diesen Brief in meinem Blog vorstelle: Die Schule in früheren Zeiten „Ich bin am 27.6.1929 in &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als unser Sohn in die dritte Grundschulklasse ging, sprachen sie im Sachunterricht über die Schule in früheren Zeiten. Sie sollten die Eltern und Großeltern zu diesem Thema befragen. Klar, dass ich ihm sofort über meine Schulzeit berichtet habe. Doch auch von seiner Oma wollte er wissen, wie es damals so in der Schule war.</strong></p>
<p><span class="dropcap">D</span>a wir allerdings 600 Kilometer von den Großeltern entfernt wohnten, rief er meine Mutter an und stellte ihr Fragen. Sie notierte sich diese und schrieb ihm damals einen ausführlichen Brief, in welchem sie über ihre Schulzeit berichtete. Diesen Brief habe ich wieder gefunden, denn ich habe ihn die ganzen Jahre für unseren Sohn aufbewahrt. Dieses Jahr zu Weihnachten schenkte er seiner Oma ein Buch, in dem sie Fragen zu ihrem Leben beantworten soll. Der Brief und die Fotos von damals werden hierin einen Platz finden. Auch meine Mutter hat sich gefreut, als ich ihr diesen Brief neulich zeigte. Sie ist damit einverstanden, dass ich heute diesen Brief in meinem Blog vorstelle:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Die Schule in früheren Zeiten</strong></p>
<p>„Ich bin am 27.6.1929 in Asch (Sudetenland) geboren und auch dort in die Schule gegangen. Mein erster Schultag war am 1.9.35.</p>
<p>Wir hatten in Asch 7 Schulen. Ich ging in die nächstgelegene Schule, die „Bergschule“. Im Gebäude links waren die Jungen untergebracht und rechts die Mädchen. Dazwischen lag eine große Turnhalle.</p>
<p>Wir hatten täglich vier Stunden Unterricht.</p>
<p>Der Lehrer in der Volksschule (=Grundschule) war sehr streng. Er hatte einen Rohrstock. Wenn wir während des Unterrichts nicht aufpassten, mussten wir die Hand aufhalten, dann gab es eine drauf. Oh, das hat sehr weh getan.</p>
<p>Die Kleidung war normal, das heißt, es gab keine Uniform, wir durften anziehen, was wir wollten.</p>
<p>In der Volksschule waren wir 28 Schülerinnen.</p>
<p>Das Klassenzimmer war groß, hatte viele Fenster, Holztische und Bänke. In den Tischen waren Tintenfässer. Wir hatten keinen Kuli oder so einen Füller, wie ihr ihn kennt. Unser Schreibgerät war ein Holzstift, in den man eine Stahlfeder einschieben konnte. Während des Schreibens musste die Feder immer in das Tintenfass getaucht werden.</p>
<p>In der Volksschule hatten wir Rechnen, Lesen und Schreiben. Wir mussten Aufsätze und Diktate schreiben.<br />
Religion, Heimatkunde und Turnen hatten wir auch.</p>
<p>Es gab Turnfeste und wir machten Wanderungen.</p>
<p>Im September 1939 begann der 2. Weltkrieg. Ich war damals 10 Jahre alt und ging in die 4. Klasse. Bei Fliegeralarm mussten wir in den Keller. Wir hatten immer Angst.</p>
<p>In die Bergschule ging ich 4 Jahre. Danach machte ich eine Aufnahmeprüfung und kam in die Bürgerschule (das war so wie die heutige Realschule). Ich ging also nach den großen Ferien in die &#8222;Angerschule&#8220;, so hieß meine neue Schule. Auch hier waren es 4 Jahre. Davon hatte ich drei Jahre Englischunterricht und Unterricht in Stenografie (=Kurzschrift). Außerdem hatten wir Musik, Biologie, Mathe, Deutsch, Kochen, Turnen und Zeichnen.</p>
<p>Unser Klassensaal war groß. Auch hatten wir einen Zeichensaal. Ich konnte sehr gut zeichnen. Meine Bilder hingen im Treppenhaus der Schule.</p>
<p>Der Unterricht in der Bürgerschule begann morgens um 8 Uhr und endete um 13.30 Uhr.</p>
<p>Ich hatte einen sehr weiten Schulweg in die Bürgerschule. Wir mussten immer laufen, denn wegen des Krieges fuhr kein Auto.</p>
<p>Die Klassen waren sehr groß. Wir waren 40 Kinder. Es fehlten viele Lehrer, denn die jungen Lehrer waren im Krieg.</p>
<p>Nach den 4 Klassen in der Bürgerschule, machte ich ein Pflichtjahr. Das Pflichtjahr bedeutete während des 3. Reiches 1 Jahr in der Landwirtschaft oder in einer kinderreichen Familie arbeiten.</p>
<p>Nachher begann ich eine Lehre im Büro. Nachdem ich <strong>1</strong> 1/2 Jahre im Büro gelernt hatte, war der Krieg endlich zu Ende. Doch jetzt wurden wir aus unserer Heimat vertrieben. Mit einem Viehwagon wurden wir nach Hessen transportiert. In diesem Viehwagon „feierte“ ich meinen 17. Geburtstag.“</p>
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<p>Dieses Bild zeigt meine Mutter im Alter von 10 Jahren.</p>
<p>Ich bin froh, dass meine Mutter damals den oben abgedruckten Brief an unseren Sohn geschrieben und uns damit einen Teil ihrer Geschichte mitgeteilt hat.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Danke Mutti! </strong></p>
<p>Auch unser Sohn ist seiner Oma hierfür dankbar.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Danke Oma!</strong></p>
<p style="text-align: left;">Gut, dass ich alles aufgehoben habe.</p>
<p style="text-align: left;">Vielleicht möchtet Ihr auch noch diese Geschichten über mich und meine Familie lesen:</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/erinnerungen-an-die-schulzeit/">Erinnerungen an die Schulzeit</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/meine-mutter-und-die-zugspitze/">Meine Mutter und die Zugspitze</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/das-sofa-der-kueche/">Das Sofa in der Küche</a></p>
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