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	<title>Animateur &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Immer rund herum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Oct 2015 22:09:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Animateur]]></category>
		<category><![CDATA[Hula-Hoop-Reifen]]></category>
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					<description><![CDATA[Neulich bei einer Aufräumaktion in unserem Gartenhaus kam er zum Vorschein. Ich wusste zwar, dass ich ihn noch besitze, aber ich habe ihn schon geraume Zeit nicht mehr benutzt. Dieses Etwas, von dem ich Euch noch nicht verrate, was es ist, hat einerseits Erinnerungen hervor gerufen und andererseits meinen Ehrgeiz angespornt. Aber zunächst einmal erzähle ich Euch meine Geschichte dazu: Wir verbrachten unseren Sommerurlaub in einem südlichen europäischen Land. Ich glaube es war damals Griechenland oder Spanien, vielleicht war es aber auch Italien. Das weiß ich nicht mehr. Trotzdem kann ich mich noch sehr genau an den besagten Abend erinnern. Wir hatten bereits das allabendliche Buffet und den anschießenden Verdauungsspaziergang hinter uns, da entschlossen wir uns doch noch einmal bei der Abendveranstaltung in unserem Hotel vorbeizuschauen. Alle Urlauber waren schon versammelt, saßen vor der Bühne und richteten ihren Blick gespannt nach vorne. Es war gerade eine kurze Pause und es handelte sich um eine Darbietung mit Akrobatik und anderem Zirkusähnlichen folgen. „Ich hab&#8216; eigentlich gar keine große Lust“, verkündete mein Mann. „Das haben wir in &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neulich bei einer Aufräumaktion in unserem Gartenhaus kam er zum Vorschein. Ich wusste zwar, dass ich ihn noch besitze, aber ich habe ihn schon geraume Zeit nicht mehr benutzt. Dieses Etwas, von dem ich Euch noch nicht verrate, was es ist, hat einerseits Erinnerungen hervor gerufen und andererseits meinen Ehrgeiz angespornt. Aber zunächst einmal erzähle ich Euch meine Geschichte dazu:</strong></p>
<p><span class="dropcap">W</span>ir verbrachten unseren Sommerurlaub in einem südlichen europäischen Land. Ich glaube es war damals Griechenland oder Spanien, vielleicht war es aber auch Italien. Das weiß ich nicht mehr. Trotzdem kann ich mich noch sehr genau an den besagten Abend erinnern. Wir hatten bereits das allabendliche Buffet und den anschießenden Verdauungsspaziergang hinter uns, da entschlossen wir uns doch noch einmal bei der Abendveranstaltung in unserem Hotel vorbeizuschauen. Alle Urlauber waren schon versammelt, saßen vor der Bühne und richteten ihren Blick gespannt nach vorne. Es war gerade eine kurze Pause und es handelte sich um eine Darbietung mit Akrobatik und anderem Zirkusähnlichen folgen.<br />
„Ich hab&#8216; eigentlich gar keine große Lust“, verkündete mein Mann. „Das haben wir in abgewandelter Form doch schon hundert Mal in irgendeinem Hotel gesehen.“<br />
Ich weiß, dass mein Mann solche Vorführungen nicht besonders mag. Ich hingegen bin immer in der Erwartung etwas zu sehen, was ich vielleicht vorher doch noch nicht gesehen oder erlebt habe. Möglicherweise war ja ausgerechnet diese Vorführung besonders sehenswert. Also versuchte ich ihn zu überreden:<br />
„Komm, lass uns wenigsten einen Moment zuschauen. Wir können doch wieder gehen, wenn es langweilig ist.“<br />
„Na gut“, willigte er ein.<br />
Ob es meine Überredungskunst oder mein Charme war, oder vielleicht sogar beides, lasse ich dahingestellt. Jedenfalls hatte ich mein Ziel erreicht. Ich ahnte zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht, dass die Rache auf dem Fuße folgen sollte.<br />
Wir fanden sogar noch freie Stühle und setzten uns erwartungsvoll hin, wobei wir wahrscheinlich gegenteilige Erwartungen hegten. Die Tatsache, dass wir uns Getränke bestellten, ließ mich die Hoffnung hegen, dass wir nicht nur auf einen Sprung vorbeischauten, sondern doch einen Moment länger verweilen würden.<br />
Es kam zunächst ein Zauberer, der es tatsächlich fertigbrachte ein Kaninchen aus dem Zylinder zu zaubern. Nach diversen anderen Tricks, verabschiedete er sich und eine Frau mit einer Schlange trat auf. Mir schwante schon etwas. Auch fühlte ich mich plötzlich etwas unwohl in meiner Haut. Und tatsächlich wurde auch schon ins Publikum gefragt, wer wohl so mutig sei, sich die Schlange um den Hals zu hängen.<br />
„Du!“, zischte es an meiner Seite.<br />
„Ganz sicher nicht!“, zischte ich zurück und rutschte auf meinem Stuhl ein wenig tiefer, in der Hoffnung, dass man mich nicht sehen würde.<br />
Anscheinend war ich tief genug gerutscht, denn derjenige, der das „Opfer“ aussuchte, ging an unserer Stuhlreihe vorbei.<br />
„Glück gehabt!“, meinte mein Mann grinsend.<br />
Ich atmete tief durch und freute mich, dass ich der Auserwählten von meinem Platz aus unbeschadet zusehen durfte. Doch dieses Glück währte nicht lange.Wie drückt es noch ein bekanntes Sprichwort so treffend aus?:<br />
„Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.“<br />
Nach dieser etwas gefährlicher anmutenden Animation, folgte ein harmloserer Teil des Abendprogramms. So entspannte ich mich wieder und sah zu wie der Mann auf der Bühne mit Bällen und Ringen jonglierte. Das konnte er tatsächlich gut. Danach folgte wiederum eine Frau mit einer besonderen Darbietung. Sie brachte viele Hula-Hoop-Reifen mit und spielte mit ihnen sehr gekonnt auf alle nur möglichen Arten. Unter anderem ließ sie einen Reifen um ihre Hüften kreisen. Doch damit nicht genug, sie warf sich immer mehr Reifen um und lieferte uns eine perfekte Vorführung.<br />
Dies sollte nun auch der letzte Teil des Abendprogramms sein. So dachte ich zumindest und alle anderen wohl auch. Doch dann durchzuckte den Animateur unseres Hotels, der uns durch das Abendprogramm geführt hatte, ein Geistesblitz. Er meinte nun, er müsse wiederum das Publikum einbeziehen. Er fragte gar nicht lange, sondern erklärte sofort:<br />
„Ich brauche jetzt unbedingt zwei Damen und einen Herrn aus dem Publikum!“<br />
Irgendwie hatte ich dies nur mit halben Ohr mitbekommen, da ich innerlich schon mit der Veranstaltung abgeschlossen hatte. Doch auf einmal hörte ich wie mein Peter fingerzeigend meinte:<br />
„Hier, meine Frau!“<br />
Ich warf ihm sofort einen strafenden Blick zu und versuchte mich wiederum so klein wie möglich zu machen. Diesmal allerdings, indem ich scheinbar etwas unter dem Tisch aufzuheben versuchte. Gleichzeitig spürte ich wie jemand neben unserer Stuhlreihe stand. Ich riskierte einen schüchternen Blick und schaute geradewegs in die Augen des besagten Mannes. Lächelnd meinte er nur:<br />
„Darf ich bitten?!“<br />
Jetzt half alles nichts. Ich musste unter dem schelmischen Grinsen meines Mannes auf die Bühne, wo inzwischen noch zwei weitere Urlauber standen. Jeder von uns bekam nun einen Hula-Hoop-Reifen in die Hand gedrückt. Zum Glück nur einen.<br />
Als Kind der Sechziger war mir das Spiel mit diesem Reifen wohlbekannt und ich darf auch sagen, dass ich es oft, gerne und gut gespielt habe. Selbst im Erwachsenenalter habe ich es hin und wieder noch einmal erfolgreich probiert.<br />
Aber man kennt ja den berühmten Vorführeffekt. Außerdem war mein Sommerkleid sicherlich nicht das geeignete Outfit für diese sportliche Betätigung. Und es war ja auch schon ein paar Tage her, dass ich den Hula-Hoop-Reifen habe kreisen lassen. Tausend Argumente fielen mir ein, weshalb es nun nicht klappen würde. Bei den anderen beiden Kandidaten war ich mir auch nicht sicher, inwieweit sie diese Übung beherrschten. Aber alles nutzte jetzt nichts mehr, das Publikum wollte unterhalten werden und anscheinend auch auf meine Kosten. Besonders mein Peter würde sich freuen.<br />
„Aber warte!“, dachte ich mir so.<br />
Doch mehr konnte ich nicht mehr denken, denn ich hörte schon wie der männliche Kandidat neben mir den Ring ohne eine einzige Umkreisung zu Boden fallen ließ.<br />
Das „Och!“ und „Ach!“ des Animateurs ging im Lachen des Publikums unter.<br />
Jetzt war die andere Kandidatin an der Reihe, doch auch bei ihr fiel der Reifen nach unten. Sie schaffte vielleicht ein oder zwei Umdrehungen.</p>
<p>Und dann war ich dran. Es gab kein Zurück mehr. Aber ich würde mich ja nicht alleine blamieren, die anderen Beiden hatten es bereits getan.<br />
Also schlüpfte ich in den Reifen, schob mein linkes Bein etwas nach vorne, positionierte den Ring so an meinem Körper, dass er waagrecht in Höhe meiner Taille hinten am Rücken anlag und hielt ihn an beiden Seiten fest. So! Ich war startklar!<br />
„Auf keinen Fall zu Peter schauen“, dachte ich noch.<br />
Dann gab ich dem Reifen einen ordentlichen Schwung nach links und bewegte mich rhythmisch mit meinen Hüften immer vor und zurück.<br />
Was soll ich sagen? Der Hula-Hoop-Reifen kreiste um meine Hüften und kreiste und kreiste. Immer und immer wieder. Das Publikum begann zu applaudieren und ich ließ immer noch den Ring kreisen, bis er irgendwann nicht mehr wollte.<br />
Man kann sich vorstellen, dass ich stolz und grinsend wie ein Honigkuchenpferd wieder von der Bühne stieg. Und sauer auf meinen Peter war ich auch nicht mehr. Dem aber stand sein Stolz ins Gesicht geschrieben.</p>
<p>Ja, das ist nun schon ein paar Jahre her und stellt Euch vor:<br />
Ich kann es immer noch. Vielleicht nicht mehr ganz so gut und perfekt wie damals. Ich musste ein paar Mal probieren. Aber es klappt! Und jetzt werde ich es wieder öfter spielen, &#8211; dieses tolle Spiel mit dem Hula-Hoop-Reifen.</p>
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